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Full text of "Schleswig-holsteins Geschichte"

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Schleswig  -  Holsteins 
Geschichte 


in     drei     Büchern 


von 


Georg   Waitz. 


Erster  Band:   erstes  Buch. 


Verlag  der   Dieterichschen  Buchhandlung. 
1851. 

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HERRN  HOFRATH 


lAGOB  GRIMM. 


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Si^  häbm^  wie  aUem  wo»  reüht  md  eatm^lä^dbeh  üfy 

J    den  VerhäUmssen  Schlesft>ig''HokMiM  jedeneUy  tn'wi$$en^ 

schafiHcAer  Datierung  nnd  in  öffeniRcher  Verhandtmp, 

Ihr  gefoicküges    Wart  geliehen.      Eine  ArbeU  Mer  ^ke" 

Üe^chichie  dh»  Landet  darf  $hhon' dmiiin  nuf  Ikr^  Theil-' 

ncdme  rechnen^  tmd  Sie  werden  fireunMek  gestatien,  'dde9\ 

ich  ihren  Ankue  bennhe  iwt  Mch  iffl^tlich'  einen  Ans^ 

(^    drt$ek  der  VankbarkeH'  und  AnhängHi^heit  M  gehen  ^  mär 

V      denen  ieh  ^[hrimneH  langer  1k^  f>erbmiden'bit^. 

"X,^         Der  Plan  zu  diesem  Buche  iei  niehf  erH'  in  dm  ietsOen 

^^    frühen  thnaien  gefimsi  worden^  wenn  mUfh^dgtWtMsch 

ditrch  $okhe  BeschäfHgnng  etwas  kiehtei^  4l6er  sie  kinWe^ 

getragen  zn  wei^den^  die  Ausführung  hesekteunigie,     Ais' 

ieh  nach  sechsjähriger  Wärksmnlwii  sn  Kiel  f>en'  meinem 

OebWtslande  Abschied  nt^ky    ward  mir'  eon   fkanchen 

Seilten  der  Gedanke  nahe  gitegt,   durdkdie  Ansarbeiting 

einer  Schleswig  ^Bob^einschenGe&ekiehte  die  Verinndnkg^ 

mU  dm  Lände  aueh  für  die  Zukunft  sdi  erhaüen.     Bjituf 

und  thügüng  haben  tkidh  während  jener  Zeit  »u  einer  eib* 

gehenden    BescVäfAgwng    mit    Am    Gegenetänd    geßhrt 

Wiederholi  habe  ich  die  Gksohiehte  der  ffer^ogtkmer,  eitf^ 

weder  nach  altem  Berkmnmen  d^  ünhersHäi  mit  der  des 

Königreichs  Dänemark  verbunden  ^    oder  selbständig  fär 


\ 


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VI 

sichy  einmal  auch  besonders  die  t>on  Schleswig  y  in  aka- 
demischen  Vorlesungen  behandelt  Die  Fortselmng  der 
Schleswig  -  Holstein  -  Lauenburgischen  Urkundensammlungy 
die  Herausgabe  der  Nordalbingischen  Studien  y  die  Theil- 
nähme  an  der  Schrift  über  das  Staats  ^  und  Erbrecht  des 
Her%ogthums  Schleswig  y  haben  mir  vielfach  Gelegenheit 
gegeben  y  mich  mit  dem  Einzelnen  der  Forschung  vertraut 
zßmädum,.  Es  hom^e  mir  so  wenig  wie^  andern  mK 
orkHiemlm  Freunden  entgehen,  dass  es  an  einer  zugleich 
hMseben  u^  das  We^m  der  Dinge  erfas^nden  Bearbd^ 
t^mg  dieser  Geschichte  fehle,  und  die  zahlreichen  kürzeren 
DutstfiihmgWy  wal^  doßnals  und  später  zunächU  durch 
politische  Bsüeksichten  ^hervorgerufen  wurden ,  konnten  nur 
in^^ser  Mshht  besiärke^  Die  Verdienste  welche  Chri^ 
s^m^  für  seine  \Z^it  hflite  .sollen  ungeschmälert  bleiben; 
dass  er  jetU  ^eräliet,  von^  tHen^  Seiten  weit  überholt  iit, 
wird'  üUemtmi  in  Abrede^,  stellen. 

;  DafH^getk  hm  die  Eimelfotsohung  in  neuerer  Zeit  Be^, 
deutendes  geleimt: 'in  Hoenigen  deutsehen  Ländern  ist  seU 
Imige  ein  so  rnkMender  ^ifet  auf  die  Erforschung  der. 
fMteifiändie^ef^GesMchie  und  Landeskunde  gewandt  wot-- 
devLv^^Auf^dem  Qruhde.\den  Fäiek  und  Dahbnann' legten, 
und^säek  jener  selbst  $fdt  unablässigem  FJeiHe  weOer  am'- 
gebaut  häi^  Sind  ändere 'nach  verscbüfdenen  Seiten  hin 
ihäü^  gew^tek:^  happenhet^  Michefsen  Deedie  Bimssen 
RtftfenKnss,  in  jüngstef^ Zei^  Aspefi^  Biemaitiki  MÜUeß^haff 
SmkWfM^  ündamd^e*  ßi^  äUere  GesckitMe  BolsieiMs  hat 
b^BemMmg  deriItkund^^^mdLübs(Aen  Chroniken  einei 
wesentlich    anO^e    Gestalt   gewonnen,    die    Verhältnisse 

S^ehlestcifS  und  die  der.  ninfer^  Z^t  iti^erhuupt  sind  in 

».    ••-'  DigitizedbyVjOOQlC 


vn 

den  poHUschen  Sirekgöhriften  ton  ter$tMedenen  Seiten  be^ 
kuektet  iccrden.  Es  t>er$teht  sieh  däes  ick  mich  eifrig 
bemühi  habe  jeden  Zmoache  an  Quellen  und  jede  ,wahr^ 
haft  teksenschafttiche  Vntemtcihung  für  diese  Darsteihmg 
am»ubenten.  Die  dänischen  Arbeiten  sind,  toje  ich  ptaube, 
ebenso  Dollsiändig  benuM  me  die  deutschen.  In  dst  M^ 
teren  Geschichte  Schleswigs  und  in  der  inneren  GesMckie 
des  ganzen  Landes  lassen  beide  noch  am  meisten  xn  wün^ 
sehen  übrig. 

Vielleicht  wird  mancher  meine  ÜnpariheUiehkeU  in 
Zweifel  Xfiehen  bei  einem  Gegenstand  der  so  f>ielfat^  dem 
Widerstreb  der  entgegengesehen  Behauptungen  eerfaBen 
ist  Ich  nehme  keine  andere  in  Anspruch  als  die  welche 
sich  mit  vaterländischer  Gesinnung  auf  der  einen  Sei^, 
mit  wissenschaftlichem  Ernst  auf^  der  andern  verträgt 
Es  ist  der  Beruf  der  Historie  dass  sie  beiden  genug  thut; 
und  jeder  hat  nach  Kräften  »u  streben  dass  er  diese  Auf-- 
gäbe  löse. 

Am  meisten  hat  es  mir  selbst  Bedenken  gemacht  dass 
ich  den  Üblichen  Nachweis  der  QueUen%eugmsse  und  Ein^ 
»elforschungen  unter Uess.  Ich  halte  aber  dafür  ^  dass, 
wenn  man  ihn  geben  will,  die  Darstellung  hier  durchaus 
vcilständig  ihre  Begründung  und  Vertheidigung  finden  muss; 
und  dies  hätte  dem  Plane  dieser  Arbeit  nicht  entsproeHpenj 
auch  iAreit  Umfang  sehr  erweitert  Mit  dniielnen  Anfüh-^ 
rungen  aber  ist  wenig  geholfen.  Der  QueltenvöirraA  isi 
auch  auf  diesem  Gebiete  niemals,  so  gross  dass,  wßr  auf 
die  Sache  näher  eingehen  will,  sich  nicht  leicht  zurecht 
finden  könnte;  die  Urkunden  sind  in  neuster  Zeit  gesam^ 
melt  oder  per^icknet;  was  ich  an  ungedrucktem  JSaferißl 

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Vfll 

bemMe  $oU  später  mr  Veräffißtaiickuns  komntmyMmt 
ebenso  könnet  toeU^e  AusfiArunffen  oder  ktilisißhe  UlUer'^ 
mßkm^^j  die  sich  mf  dem  Weg^  dffrbQteüi  vmn  es 
näMgf  seM  sollte,  naeMrf^glich  mtg^tbeili  fverdefi^  Wo 
ioif  alkrdinffs  dt^  nicht: ufemgeft  Stellen,  non  der  herge-- 
brachte  DarsteUmg  abgenoichen.  (in.,  nehme  ich  das 
Vertraue  in  Anspruch:  dtmi  es  nicht  ohne  Grund  gC'r 
sohehen  ist.y  , 

Wenn  das  erste  Buch  die  Vereinigung  SchlesmgTMei-: 
sieinis  dßti^ellf  und.das  u>ßs  ihr  vorangeht  nur  kürzer  und 
üb^sichilkfh^behmde^^  so  sott  das.x/weite  die  Zeit  der 
eaHen  SeniSiä^ifik^t,\  eim  Periode  eoß  ungefähr  zwei^ 
hundefct  Juhteni  umf(Vfsem,  dßs  driUe  wird  £S  zu  thun 
b<U^en  mit:  d&n  Kämpf evk  Wßichs  um  diese  Selbständigkeit 
und  Unfxbhäit^keit  in  andere^  zu^vmlert  Jahre»  ge- 
fiihtt  ^mden.  sißd. 

Für  Jetzt,  hat  diem^y  Kampf  die  u^lüchtichste  fftei»* 
düng  genommen,  nicht  durch  die  Schuld  des  ScUeswig'r 
Eolstei^^sehen.  Volkes,  sondern  durch,  di^,  V^säum^^s  und 
deH  Zugang  desmr  Bülft  ^erpflicktetßn  DeutsdUmds.  Die 
Blätter  der  GesiMchb^  %eiigeß,  dass,  es  ähnkoh^  Zeiten 
gab  und  dffs^  siß  mrü^gingen.  Der  Blick  auf  .sie  und 
die  bei  aUm  I^  me  gesx^mde^/e  Zmsrsicht  auf  die 
:^uhmft  des  deutßohen.Va^rlandes  mög^m  auch  jetzt  das^ 
YerirOßen.  gebtin,  dass-difise  Qesiohichte  nicht  mit  dem 
llili^.gwsge  ScMemig^Hol^teim  endfin  u^erde. 

^   'GötHngen  2.  April  iSSi. 

■   '    ■      '••  G.  Waiiz. 


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Inhalt. 


Seite 
Einleitung.  3-36. 

Schleswigs  und  Holsteins  geographische  Lage  und  deren 
Einflass  auf  die  Geschichte  und  die  Bevölkerung  3-5. 
Verschiedenheit  der  Bevölkerung  und  deren 
Bedeutung  5-t.  21,  Ursprünglich  mehrere  deutsch-ger- 
manische Stämme:  Jäten  7.  Angeln  8.  Friesen  9.  Ditmar- 
schen  10.  Sachsen  10.  —  Einflnss  der  Völkerwanderung : 
Auswanderungen  besonders  der  Angelsachsen  11-13. — 
Einwanderung  der  Dänen  und  ihre  Folgen  13-19  (ver- 
schiedene Bauart  16.  Ortsnamen  16.  18}:  Angeln  15. 
Schwansen  und  Dänisch  Wohld  17.  Nordfriesland  18. 
Land  zwischen  Schlei  und  Eider  19.  —  Einwanderung 
der  Wenden  :•  Wagrien  20.  21.  —  Verschiedenheit  der  äl- 
testen Zustände  22.  23.  ~  Aiisbreitung  der  fränkischen 
Herrsrchaft  und  Berührung  mit  den  Dänen  23  ff.  — :  deut- 
sche Mark  und  Danewirk  24.25.  Verbreitung  des 
Ghristenthums  von  Hamburg  aus  26  ff.  Ane^ar  27. — 
Heinrich  L  und  die  Ottonen  28.  29.  —  Durchfuhrung  des* 
Ghristenthums  in  Dänemark  durch  Rnud  30.  Abtretung ' 
der  deutschen  Mark  31.  —  Die  Wagrische  Herr-  " 
Schaft  32.33.  —  Beschränkung  des  deutschen  Einflusses 
in  Norden.  34. 35.  —  Gru  ndlagen  der  späteren  Entwicke- 
lung  35.  36. 

Erstes  Buch. 

Schleswig-Holsteins  Vereinignng. 

Erstes  CapiteL    Holstein^  Aa$l)ilduiig.    '•.  3d-127. 

Die  Landschaften  des  späteren  Holstein  39 ff.:  Wagrie» 
und  die  wendische  Mark  39.    Ditmarschen  40.  41.    Die  . 


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Elbmarschen  41.  Holstein  und  Stonnarn  42-44.  —  Grafen 
und  Oyerbodea  43.  Die  Grafschaft  der  Billunger  42. 43.  — 
Die  Hamburger  Erzbischöfe  44.  Adalbert  44.  Sein  Sturz 
45.  —  Uebergewicht  der  Wenden  und  Dfinen  45.  46. 
Heinrich  König  der  Wenden  47  ff.  Die  Vicegrafschafl  in 
Holstein  und  Stormairn  an  das  Schauenburger  Haus  48. 49. 
Adolfl.  49ff.  —  Heinrich  f.  Knud  König  der  Wenden 
50. 51.  —  Adolfl.  f.  Adolf  II.  51  ff.  —  Knud  ermor- 
det. Herstellung  des  Heidenthums  in  Wagrien  52.  Vicelin 
52ff.  —  K.  Lothar  48  ff.  f  53.  Herzog  Heinrichs  und 
Graf  Adolfs  Entfernung  54.  Graf  Heinrich  yon  Bade- 
wide  54.  — -  Wagriens  Eroberung  54. 55.  Verbindung  mit 
Holstein  unter  Adolf  IL  55  und  Golonisation  (Niederlan- 
dische Golonien)  56  ff.  Niederlassungen  der  Ritterschaft 
56.  58.  Propstei  58.  Lübeck  59.  -  Vicelin  f  59.  Kirch- 
liche Einrichtungen  60.  —  Sitten  der  Holsten  61.  Stellung 
der  Ritterschaft  61-63.  —  Ditmarschen  63.  —  Herzog 
Heinrich  der  Löwe  64  ff.  Neugründung  Lübecks  65. 66.  — 
Adolf  IL  f.  Adolf  HL  67  ff.  —  Heinrich  des  Löwen 
Sturz  68. 69.  Einfluss  auf  das  nordalbingische  Land  69  ff. : 
Holstein  70.  Ditmaischen  70.  71.  Lübeck  71.  Hamburg 
72.  —  Steigen  der  dänischen  Macht  72  ff«  Kampf  mit 
Adolf  III.  75  ff.  Holsteins  Eroberung  durch  Knud  und 
Waldemar  76ff.~  Adolf  111.  nach  Schauenburg  f.  77.— 
Graf  Albrecht  Ton  Orlamünde  78.  —  Abtretung  der  nord- 
albingischen  und  wendischen  Lande  durch  Friedrich  IL 
an  Waldemar  IL  79.  —  Herrschaft  der  Dänen  auf  der 
Ostsee  80  ff.  Lirland  und  sein  Verhaltniss  zu  Deutschen 
und  Dänen  80.81.—  Abneigung  gegen  die  dänische  Herr- 
schaft 81.  Waldemar  IL  Gefangenschaft  82.—  Adolf  IV. 
82  ff.  —  Bückgabe  der  dänischen  Eroberungen  83.  Sieg 
bei  BornhöTed  84.85.—  Gestaltung  der  Verhält- 
nisse im  nordalbingischen  Lande  86 ff.*'  Lübeck  86-89. 
Hamburg  89-91.  Verbindungen  der  SUdte  92.  Ver^ 
bindungen  derKaufleute,  Hansen  92.—  Pitmarschen 
93-99.  —  Haseldorfer  Wilster  und  Kremper  March  99. 
100.—  Hamburger  Erzbisthura  und  Gapitel  100.101.  Lü- 
becker Bisthum  101.  102.  Verdener  Bisthum  102.  — 
Holstein:  Geisüiche  Stifter  102-104.  SUdte  105.106. 
Burgen  und  Vögte  107.  Ritterschaft  107-110.  Hofbeamte 
108.     Leistungen  der  Einwohner  110-112.  (Grafenschatx 


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XI 

Seite 
111).  Zölle  113.  Geleite  113.  Münzrecht  113.  Domäaen 
114.  Landeshenfidie  Rechte  114.  Lehnsabhangigkeit 
der  Grafen  115.  GanTersammloogen  115.116.  Eini« 
gangen  der  Bitter  116.  —  Adolf  IV.  Abdankong  117. 
Johannl.  und  Gerhard  I.  llTff.  Streit  mit  den 
Dänen  Ua  Bruch  mit  Lübeck  119.120.—  Johann  l.f 
120.  AdolfV.  und  Johannll.  121.—  Landestheilun- 
gen 121  ff.  Kieler  und  Segeberger  Linie  123. — 
Gerhard  L  f.  Gerhard  II.  Heinrich  L  Adolf: 
Plöner  Rendsburger  und  Schauenburger 
Linie  123.—  Einheit  des  Landes  124.125.  Beleh- 
nung zur  gesammten  Hand  126. 

Zweites  Capitel    Schleswigs  Anfänge.  128-187. 

Allgemeiner  Charakter  des  Landes  128.  Eintheilung  in 
Sjssel  und  Harden  128.  129.  -*-  Befehlshaber  an  der 
Südgrenze  zu  Schleswig  129.  Oluf,  Björn?,  Elif  130. 
Herzog  Knud  (Laward)  131  ff.  —  Anfang  zur  Selb- 
stSndigkeit  des  Landes  132.  Deutscher  Einfluss  im  Lande 
134.  —  Knud  ermordet  134.  Kämpfe  unter  seinen 
Brüdern  Erich  und  Harald  135.136.—  Wäldern arL 
Herzog  136  ff.  Knud  Heinrichs  Sohn  Gegenherzog  137. 
Kampf  mit  den  Nordfriesen  138.  Streitigkeiten  über 
den  dänischen  Thron  unter  deutscher  Oberhoheit  138. 
139.  WaldemarL  König  140.—  Das  Herzogthum  als 
Hausbesitz  der  Nachkommen  Knud  Lawards  140.  Chri- 
stoph Herzog?  140.  WaldemarH.  Herzog  141. — 
Bischof  Walderaar  141.  —  Die  Namen  Herzogthum 
Jüüand,  Herzog  Ton  Schleswig  142.  Die  Stellung  des 
Landes  zum  Königreich  143.  Stadt  Schleswig  und  ihr 
Recht  144.  145.  Das  Jütsche  Loy  145.  Kriegsdienst 
146.  Gerichtarerfassung  146.  147.  Widerstand  gegen 
deutschen  Einfluss  147.  148«  —  Bedeutung  des 
Herzogthums  149.  Umfang  desselben  149.  Stellung 
zu  den  Bisthümem  ron  Schleswig  und  Ripen  150.  Geist- 
liche Stifter  150.151,  Krongnt  151.  Rechte  des  Her- 
zogs: Einkünfte  152.  Aufgebot  153.  Streit  über  die 
Rechte  153.--  Herzog  Abel  143. 154 ff.  Yerbindung 
mit  den  hobteinschen  Grafen  154.  Krieg  mit  König 
Erich  von  Dänemark  155.  Nach  Erichs  Ermordung  Abel 
König  156.    Kampf  mit  den  Friesen  157. 158. "-   Ver- 


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XII 

Seite 
hältnisse  Nordfrieslands   138*140.  —     Abel  f  « 

158.  Streit  um  das  H^rzo^um:  ob  erbüobes  Lehn' 
161-163.  fänwirkang  der  hokteinsehen  Grafen  163.  >- 
Die  Insel  Alsen  164.171.—    Waldemarlll.  161. 

165.  t  166.     Erich  I.  166  ff.     Sieg  auf  der  Loheide 

166.  167.     Besitzungen  der  Holsten  im  Lande  168.  — 
Erich  1. 1  169.    W a  1  d  e  m  ar  IV.  170  ff.    Nichthea  ge- 
gen Dänemark  171.' 172.     Waldemar  als  Vormund  in 
Dänemark  173.    Portgang  des  Streits  über  die  herzog- 
lichen Befugnisse   174.     Auseinandersetzung  über  die 
Stellung  zum  Königreich  175.176.--   Verhältnisse      •      . 
des  Herzogthums:  ein  selbständiges  erbliches  Für- - 
st^nthum  176.    Vorbehalte  des  Königs  177  ff.    Erwerb  , 
des  Kronguts  durch  den  Herzog   178.  179.     Einkünfte 
desselben  179.   Städte  180.181.   Harden  und  ihre  Vögte 

181.  Burgen  und  ifate  Vorsteher  182;  Räthe  und  Hof- 
beamte 182.  Geistliche  Güter  182.  Adel  (Hdermänner 
179)183.  Einwanderung  deutscher  Ritter  183.184.  Die 
Inseln  an  der  Ostseite  184.  185.  Beziehungen  zu  Fries-* 
land  185.—  Waldemar  IV.  f.  Erich  IL  186.  Aner- 
kennung der  selbständigen  Stellung  des  Herzogthums  186. 

Drittes  Capitel.    Der  Weg  zur  Verbindung  Schles- 
wigs und  Holsteins.  188-260. 
Verbindung  der  Geschichte  Holsteins  und  Schleswigs 

188.  Stelluiig  der  DeutseheU  und  Dänen  zu  einander 

189.  Versuche  der  Dänen  zu  neuer  Erhebung  unter 
Erich  (Mented)  190.  191.—  Verwirrung  in  Holstein: 
Kampf  der  Grafen  mit  den  Rittern  Lübeck  und  den 
Ditmarschen  191-193.  Heinrich  I.  f  194.  Adolf  V.  f 
1 95.  G  ^  c  h  a  r  d  U.  (der  Blinde)  im  Uebergewieht  194  ff. 
Ordnung  der  Besitzrerhältnisse  195.  Die  Anlange  des 
Schauenburger  Antheils  an  der  Elbe  195.198.—  Ger-^  ') 
hard  IL  :}-.  Gerhard  IV.  und  Johann  Ili.  196.  — 
Gerhard  UL  (der  Grosse)  197  ff.  Sagen  über  seine 
Anfänge- 1 98.  —  Untergang  der  K  i  e  1  e  r  Li  n  i  e  1 99  fiL 
Johann  U.  f  201.  —  Thieiiang  zwischen  Gerhard  lli. 
und  Johann  HL  201.204.  Krieg  mit  Adolf  tou  Schauen-^ 
bürg  und  den  Dilmarachen  201-204.  Verbindung  mit 
Dänemark  205.—  Das  Herzogthum  unter  Erich  IL 
205.     Stellung  zu  Holstein  206.  —    Erich  (Menred)  f.' 


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xm 

Christoph  .König'  207; •  -^  ^Dis.  Jnsti  F  e  Ü  m  er  n  .oml  An^ 
fang  ihrer  Verbindung  mit  Holateia  JOa  209.  -^    Ger- 
hards Theilnahme  am  Lauenburger  Erbstreit  209.    Streit 
mit  dem  Lübecker  Bischof  210.—    Erich  II.  f.    Wal- 
de mar'V.  210fr.     Kampf  um  das  Herzogthnm 
211  ff.    Christophs  Fkielit  ans  dem  Hekh  212.    Wal« 
demar  Kdoig,  Gerhard  Vormond  213.   Constttutio  Wal^ 
demariana  213*215.     Verleihung  des  Herzogthnnu  an 
Gerhard  215.  216.     Verleihung  Fehmerns  an  JohanjA 
216.  —    Ai^ösung  des  dänis(^en  Reiches  217.    lieber-* 
gewicht  der  Deutschen  am  Norden,  Erhebung  der  Osl-.. 
Seestädte*  217.  218.  -^     Widerstand  in  Dänemark  218. 
Christophs  Herstellung  219.     Das  Herzogthum  wieder 
an   Waldemar  220.     fxspectanz  für  Gerhard  221».—;-: 
Neue  Niederlage  Christophs  22L    Sein  Tod  222.    Ger* 
hard  und  Johann  Herren  über  Dänemark  223.    Hülf»^ 
mittel  Gerhards  223.  ^     Gerhards  Vormundschaft  im 
Herzogthum  zu  Ende  224.   Verpfändung  fast  des  .ganzen 
Landes  an  ihn  225. 226.  •—    Gerhard  erschlagen  227.—.. 
Ausbreitung  de«  deutschen  Elementes  im  Herzogthum, 
der  Name  Schleswig  22a  229.^    Heinrich  IL  (def  . 
Eiserne)  und  C  la  u  a  229  &   Gerhard  V.  f  229.  -^  WaK 
demar  Christophs   Sohn   Eönig   230.      Verträge   über 
Schleswig  230.231.-^  .Streit  mit  Läheck  und  Hamburg 
231.  232.  —    Stellung  des  Herzogs  Waldemar  232-234. 
Nordfriesland  wieder   won  Dänemark  unterworfen  234- 
236.—    Kampf  der  Holsten  und  Ditmarachen  236/-- 
König  Waidemars  Macht  gehoben  237-239.  —    Graf 
Heinrich  in  der  Fremde  239.  240.  —    Weitere  Siege 
Waidemars  241-243.      H.  Waldemar  nad  sein  Sohn 
Heinrich  243.  —  Johann  IIL  f.   Adolf  VIL  244.— 
Waldemars  Angriff  auf  Gothland  244. 245.  Kampf  der 
Städte  wider  Dänemark  245  ff.     Hansebund 
245.246.    Veriust  deir  Städte  246.    Streit  Adolf  VH.  mit 
Hamburg  247.    Friedensschlüsse  248.  249.    N^e  Ver- 
bindung der 'deutsehen  Städte  undFäcsten  g^gen  Däne- 
mark 249-251.     Sieg  derselben  und  günstiger  Frieden 
252-254.256.  Kaiser  Kari  IV.  für  die  Dänen  254.   Seinft 
Erklärung  för  Lübeck  und  die  Fürsten  2S5.  —     L«ge 
Schleswigs  256 ff.     Neue   Zunahme  des  dänischen 
Einflusses  257.   Unterdrückung  der  Friesen  256.  Herzog 


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XIV 

Seite 
Heinrioh  f  259.     König  Waldemar  f  260.     Die  Eni* 
BcheiduDg  über  Sehlefwlg  in  Frage  260. 

Viertes  Capitel.  Die  Verbindung  Schleswigs  und 
Holsteins  unter  dem  Schauenburger  Hause.  261-347. 
Ausbreitung  der  Deutschen  gegen  Osten  und  Norden 
261-263.  Förderung  derselben  durch  die  Schauenbur- 
ger im  Norden  263  ff.  Einlluss  der  Ritterschaft  263« 
264. 266.  Stellung  der  Grafen  zu  den  sächsischen  Her- 
zogen 263.  Hülfsmittel  dersdben  264. 266.  —  Erwer- 
bung der  Haseldorfer Marsch  267.  —  Entscheidung 
über  Schleswig  268  ff.  Streit  über  die  dänische 
Krone  269.  Verträge  der  Hülsten  mit  den  Mecklen«* 
burgern  270.  Einnahme  Schleswigs  271.  Unterwerfung 
der  Friesen  272.  Eroberung  des  nördlichen  Schleswig 
273.  Oluf  König  von  Dänemark  unter  Vormundschaft 
der  Margarethe  270.  ^73  ff.  Heinrich  IL  f.  Ger- 
hard VI.  Albrecht  und  Heinrich  III.  274.  Verlei- 
hung des  Herzogthums  Schleswig  an  die  Grafen  Ton 
Holstein  274-27a --  Adolf  VILf  278.  Vertrag  zu 
Kiel  mit  der  Schauenburger  Linie  279.  280.  —  Union 
der  nordischen  Reiche  durch  Margarethe  280.281.292. 
Weitere  Verhandlungen  über  die  SteBung  der  SchleS'* 
wigschen  Herzoge  281. 282.  —  Qaus  f  283,  Ausein- 
andersetzung der  Neffen  284  ff.  Vertrag  zu  Bomhöred 
285-287.  Herzog  Gerhards  Verträge  mit  EUsabeth  28a 
Stellung  des  Schleswiger  Bischofs  288.  Unterwerfung 
Nordfrieslands  289.  —  Kampf  mit  den  Ditmarschen 
290  ff.  Albrecht  f*  Gerhard  erschlagen  291.  Streit  um 
die  Vormundschaft  Ton  Gerhards  Söhnen  H  e  i  n  r  i  c  h  I V. 
Adolf  VIII.  Gerhard  293ff  Bischof  Heinrich  294ff. 
—  Die  dänische  Macht  im  Steigen  293.  NeuerKampf 
um  Schleswig  294  ff.  Einfluss  Margarethena  und 
König  Erichs  im  Lande  295-298.  Ausbruch  des 
Krieges  298.  Margarethe  f  302.  Lehnsprocess  über 
Schleswig  durch  König  Erich:  die  Herzoge  yerurtheilt 
304.  Abfall  Erich  Krummendieks  und  anderer  Ritter 
306.  Kampf  der  Friesen  und  Ditmarschen  306.  307. 
WechseUÜlle  des  Kriegs  307  ff.  —  Innere  Bewegungen 
in  Lübeck  309-311.—  Die  Ostseestädte  für  Dänemark 
311.     Einnahme  der  Stadt  Schleswig  durch  Erich  312. 


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XV 

Seite 
Die  Hamburger  für  die  Holstra  312.  Nodi  der  Friesen 
314.  Verwüstung  Fehmems  315.  Verhandlungen  313. 
316-3ia  Lübeck  gegen  Dänemark  3ia  319.  —  Hein- 
rich III.  f  319L  —  Vermittelnng  H.  Rumpolds  320. 
Neuer  Bund  der  Städte  mit  Erich  320.  Die  Entecheidung 
des  Streits  an  König  Sigismnnd  321.  Urtheil  zu  Gun- 
sten Erichs  322. 323.  Gleichwohl  Fortsetzung  des  Streits 
324 ff.  Eriiebung  der  Friesen  für  die  Herzoge,  Siche- 
rung ihres  Landrechts  325. 326.  Theikahme  der  Hanse- 
städte an  dem  Krieg  gegen  Dänemark  326  ff.  —  Hein- 
rich lY.  Tor  Flensburg  erscUagen  329.  Adolf  VIII.  329. 
330.—  Angriffe  der  städtischen  Flotte  330.331.  Erichs 
ErschlaOung  332.  Eroberung  Flensburgs  334.  Frie- 
densunteriiandlungen  332  ff.  335-337.  Abschluss  des 
Friedens  336-340.  Schleswig  an  H.  Adolf  340.  341. 
Erich  seiner  Kronen  beraubt  340.  341.  Belehnung 
Adolfs  durch  König  Christoph  342.343.  BesUtigung  der 
Rechte  an  Schleswig  durch  den  römischen  König  Al- 
brecht II.  342.  Umfang  des Herzogthums  Schles- 
wig nach  dem  Frieden  343-345.  Die  Insel  Fehmern 
345. 346.  Erich  Krummendiek  346.  Adolfs  Dank  für 
den  Sieg  347. 

Fünftes  Capitel.     Die  staatsrechtliche  Vereinigung 
Schleswigs  und  Holsteins.  348-414. 

Lage  des  Landes  nach  dem  Kriege  348  ff.  Stödte  349. 
350.  Bauernstand  350-352.  Ritterschaft  352.  Ausbil- 
dung der  Landstände  353 ff.  Landesthing  zu  Ume- 
höTed  353.  Landtag  zu  Bomhöved  354-358.  Steuer- 
bewilliguDg  356.  357.  Ausdehnung  der  Versammlung 
auf  Schleswig  357.  358.  Ausbildung  desLandrathes 
für  Schleswig  und  Holstein  358-362.  Landgerichte  362. 
363.  Verwaltung  des  Landes  363.  —  Ausbreitung  der 
deutschen  Sprache  in  Schleswig  364.  — •  Beschränkung 
der  friesischen  Freiheit  365-367.  —  Herzog  Adolfs  Ver- 
suche gegen  Ditmarschen  367.  368.  —  Umbildung  der 
Verfassung  Ditmarschens  368-371.  Anerken- 
nung der  Unabhängigkeit  im  Vertrag  mit  Adolf  372.  — 
Adolfs  Stellung  zu  Lübeck  373.  König  Christophs  Ab- 
sichten gegen  die  norddeutsehen  Städte  373.  374.  — 
Gerhard  und  seine  Kinder  f  375.     Adolf  erblos  375. 


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Aussicfatenifitir  die  Nachfolge  375  ff.  Stellung  xur  Sehaaen^ 
burger  Linie  375.  Versoch  dem  Sehwestersobn  Chri- 
stian die  Nachfolge  in  Sehles^g  zu  Terflehaffen  376-380. 
Lage  der  Dinge  in  Hoktein  378.  Das  Ende  4et  säch- 
sischen Lehnsgewalt  378-380.  Das  Reeht  4er  Belt^hnting 
dem  Bisehof  Von  Lübeck  übertragen  380^382.  -^  Be^ 
rufung  Adolfs  auf  den  danischen  Thron  382-385.  Ab-^ 
lehnung  desselben  385.  Wahl  Christians  Ton  Oldenburg 
zum  König  Ton  Dänemark  386  ff.  Christians  Bestfitigang 
der  constitutio  Waldemariana  386. 387.  Unsacherheit  über 
die  Nachfolge  in  Schleswig  und  Holstein  388.  389. 
Adolfs  Verhalten  in  der  spätem  Zeit  390.  Adolf  VlILf 
391.  —  Gegenüberstehende  Rechte  und  Ansprüche  ^92* 
Einfluss  der  Stände  393.  394.  Theilnahme  der  Lehns.^ 
herren-d94.  395.  Versammlungen  zu  Neumönster  und 
Rendsburg  395.  396«  Zusammenkunft  in  Ripen  397. 
Wahl  Christian  L  zum  Herzog  Ton  Schleswig  und 
Grafen  Ton  Holsteki  397  ff.  Abfindung  der  Brüder  397. 
398.  Vertrag  mit  des  Schaueoburg^n  400.  —  Urtheil 
der  Zeitgenossen  401  ^ 403.  —  •  Die  Verfassung  des 
Landes  403 ff.:  Wahl  des Landesherra  403^405.  All^ 
gemeine  Rechte  405.  Untheilbarkeit  406.  Nur  Einge- 
bome  Beamte  406.407.  Gerichtsbarkeit  408.  Landge^ 
richte  und  Landstäncie  408. 409.  Rechte  der  Landsiände 
409.410.  Landrath  410-412.—  Wichtigkeit  für  Schles- 
wig 413.    Das  yereinlgte  ScUeswig'^-HoIstein  414. 

Bemerkungen  ttber  einzelne  Quellen; 

Klosterurkunden  53.  104.  Urkunden  Ton  Huitfeld  mit- 
getheilt  169.  Oeffentliche  Urkunden  überhaupt  273. 
298.  —  Helmold  und  Arnold  104.  Leben  Knud  La- 
wards  133.  Chronik  des  hokteinschen  Geistlichen  197. 
298.    Lübecker  Chroniken  273.    Hermann  Körner  298. 

Stammtafel  der   Könige   von   Dänemark  und   der  älteren 

Herzoge  von  Schleswig. 
Stammtafel    der  Grafen    von    Holstein   und   Herzoge   von 

Schleswig  aus  dem  Schauenburger  Hause. 


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Gesclilchte 


von 


Schleswig-Holstein. 


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Uie  Herzogüitiiner  Hoktein  und  Schleswig  bSdeti  iea  sÜd-« 
liehen  Theil  der  Halbinsel^  welche  von  dem  Rficken  DeiitsolH 
lands  gegen  den  Norden  ausläuft  und  die  hüieä  Meere 
welche  seine  Kfiste  bespiäen  von  einaad^  scheidet  Im 
Süden  von  dem  Elbstrom  in  seinem  unleren  Lauf  begreazl, 
wo  dersefte  fast  hur  als  eine  Fortsetzung  oder  ein-  Busen 
des  Meeres  erscheint,  sind  sie  auf  drei  Seiten  mit  der  See 
in  unmitt^arer  Verbindung/  die  im  Osten  mit  tief  ein- 
schneidenden Buchten  das  Land  durchzieht^  im  Westen  aber 
zu  einer  reichen  InsdbMdüiig  geCohrt  hat. 

Diese  Lage  hat  dem  Lande  von  flrüh  her  eine  besen** 
dere  Bedeutung  gegeben.  Es  ist  der  TheQ  des  deutsdien 
Gebietes  welcher  fast  am  meisten  an  dem  Verkehr  und  deir 
Interessen  des  Meeres  Anlheil  gehabt  hat.  Nur  die  Mfln--^ 
düngen  des  Rheins  und  die  benachbarten  hoMftndischen 
Kfisten  sind  in  dieser  Beziehung  zeitweise  voran  gewesen. 
Wenn  diese  zunächst  die  Aufforderung  hatten  die  deuf-^ 
sehen  Lande  mit  den  firemden  Welttheilen  in  Verbindung 
zu  setzen,  so  fand  dagegen  der  Verkehr  des  nördlichenf 
Europa  auf  jener  Halbinsel  seinen  ftatttrüchen  Mittelpunkt; 
man  schiffte  von  hier  nach  den  gegeftttberÜeg^ndeix  Küsten 
der  Nord-  und  der  Ostsee;  ihre  Schitfe,  ihre  Producte 
begegneten  sich  iti  den  Stapelplätzen  die  hier  errichtet  wa^ 

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ren.  Die  Grösse  Lübecks  und  Hamburgs  ist  nur  der  Hö- 
hepunkt einer  Entwickelung  die  mit  der  ältesten  Zeit  der 
Geschichte  ihren  Anfang  genommen  hat. 

Es  sind  auf  diesen  Wegen  aber  auch  andere  Resultate 
erzielt  worden.  Wie  diese  Lande  in  den  Anfängen  der 
neu-europäischen  Geschichte  der  brittischen  Insel  ihre  deut- 
sche Bevölkerung  gaben  ^  so  sind  später  die  fernen  Ge- 
stade dar  Oslsee^  Livland  und  Curland,  zum  grossen  Thefl 
von  hier  aus  colonisirt  und  in  den  Kreis  des  deutschen 
Lebens  luäeiiigezogen  worden. 

Darüber  ist  kein  Zweifel  dass  eine  Erhebung  Deutseh*- 
lands  zxar  See .  wesentlich  von  dieses  Landea  iibhÄiigt. 
Seme  grosale  Handdssttdt  liegt  auf  hoisteinfichem  Gebiete  i 
nur  Iner  finden  sich  Kriegshäfen ;  nur  hier  ist  eine  Ver- 
bindung der  beiden  deutschen  Meere  ohne  fremiten  Ein* 
fluss  mögUeh. 

Noch  immer  finden  der  Osten  und  Westen  Europas 
hier  einen,  Punkt  der  Berülurung;  der  Norden  stehet  zu- 
nächst aAf  dieser  Strasse  mit  dem  Süden  in.  Verbindung, 
UQfl  wenn  der  Wjnter  die  Häfen  schliesst^  giebi  es  keine 
andere.  Dies  hat  dem  Uoide  noithwendig  auch  eine,  grosse 
historische  Bedeutung  geben  müssen;  es  ist  mehr  als  ^n- 
mal  der  Mittel^nkt  allgemeiner  politischer  Verwitckelwigen 
gewesen.  An  den  Kriegen  des  Nordens  hat  es  fosl.  jeder- 
zeit einen  J)edeutenden  Antbeil  gehabt.  Wie  denn  über- 
haupt Gebiete  yon  grösserer  geschichtlicher  Wichtigkeit 
sich  am  wenijgsteB  einer  abgeschlossenen  und  ruhigen  Ent- 
wickelung zu  erfrenen  pflegen» 

Was  aber,  vielleicht  z^tweise  die  malend  WnUfahrt 
gefährdete^  das  weckte  und  stärkte  die  Kraft  der  Bevölke- 


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rang.  Wenn  ein  TheH  auf  den  Anbau  di^s  theist  firudrto- 
baren  Landes  eine  lohnende  Thätigkdit  rerwuMÜe^  so  gab 
eineni  änderen  Schiffahrt  und  Ifandkel  eine  Besehiftignng 
die  den  Blick  erneuerte  und  oft  zugleich  reichen  Ertrag 
gewährte.  Zu  der  Regsamkeit  und  Tttchtigkeit  ihres  Cka* 
raktea^  trug  es  nur  bei,  dass  m  nie  ganz  gleichartig  in 
den  yersohiedenen  Theilen  des  Laudiss  wttr  und  dass  histo-^ 
rische  Verfaftltnisse  im  Lauf  der  Zeiten  grössere  Gegensätze 
zu  Wege  brachten, 

Dass  die  ganze  Halbinsel,  weli^«  der  Geograph  des  zwei- 
ten Jahrhunderts  Ptoledaaeus  zuerst  die  kimbrisohe  nennt, 
in  älterer  Zeit  germanisdie  Bevölkerung  hatt^  ist  nicht  he-* 
stritten.  Wenn  ein^^e  höher  hinaufgehen  und  vorher  Kd* 
ten  oder  andere  Stämn^  als  Bewohner  des  Landes  nachwei** 
sen  wollen,  so  fcanil  dies  dahingestellt  bloiben.  Es  ist  doch 
nur  eme  ktitne  Vermttäittng,  wemt  ein  groisfs^  Sprach- 
forscher in  früher  Urzeit  ded  Belt  als  Me  Scheide  von 
Kelten  und  Finnen  auffähren  wiH,  Da  die  Alten  von  die- 
sen Gegiendoti  Kunde  erhielte,  wusstan  sie  nur  von  Ger- 
manen zu  erzählen;  diejenigen  welche  genauer  untwriph^ 
tet  war^  bezeugen  ausdrücklich,  dass  auch  (tie  Kimbern 
diesem  Stämme,  und  nicht  dem  keltischen,  ai^ehören, 
Sie  unterscheiden  aber  nicht  zwischen  den  beiden  Haupt- 
theilen  des  germanischen  Stammes,  die  wir  als  deitfsche^ 
und  skandinavische  oder  nordische  Germanen  einander  ^at- 
gegensteUen  müssen,  und  deren  Trennung  ohne  Zweifel 
in  frühe  Urzeit  zurückgeht,  bis  in  die  Reiten  vor  der  Ein- 
wanderung in  die  späteren  Gebiete.  Wie  auch  beide 
Theüe  unter  sich  in  Sprache  Recht  Götterglauben  .und 
SiXte  verwandt  sind,  doch  tritt  ei)en  hier  pid  inAe^  gan- 

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ütn  geschiobdiehiBii ' Leben  ein  G^ensätz  hervor,  der  un-* 
gleich  bedeutender  ist  ab  die  Verschiedenheit  der  einzel- 
nen deutschen  oder  hordisdkeR  Stämme  unter  einander, 
und  der  nicht  blos  ab  das  Resultat  späterer  historischcar 
Verb»ttnisse,  als  die  Folge  etWa  der  Ansiedelung  auf  ver- 
schiedenem Boden  und  unter  verschiedenen  klimatischen 
VerhMtnissen,  betrachtet  werden  kann.  Die  Geschichte 
giebt  Zeugniss ,  dass  die  deutschen  und  skandinavischen 
Germanen  sich  dieses  Gegensatzes  von  je  her  bewusst  wa- 
ren; dersdbe  überwog  fast  immer  die  Gemeinsunkeit  der 
Interessen  welche  aus  Verwandtschaft  und  Nadibarschaft 
hervorgehen  konnte;  er  wurde  früh  schon',  und  fast  in 
aBen  Jahrhunderten  wieder/ zum  offenen  Kampf  zwischen 
den  Völkern  oder  ihren  Herrschern. 

Dieser  Kampf  ist  zum  grossen  Theil  auf  dies^  Halb- 
insel, innerhalb  des  Gebiets' der  bdden  Herzogthümer,  ge« 
führt  worden;  äure  Geschichte  fällt  oft  fast  mit  der  Ge-' 
schichte  desselben  zusammen  oder  erhält  doch  durch  ihn 
den  bestimmten  eigeiithümlichen  Charakter.  Man  kann  sa«« 
gen,  dass  die  Bildung  des  Herzogthums  Schleswig  selbst 
hur  als  das  Resultat  dieses  Kampfes  zu  betrachten  ist. 
Dies  giebt  aber  seiner  Geschichte  wieder  eine  allgemeinere 
Bedeutung.  Der  Entwickelung  eines  Landes  von  beschränk- 
tem Umfang,  welche  zunächst  nur  provinzielles  Interesse  zu 
haben  scheint,  wird  hierdurch  eih  Charakter  aufgedrückt 
der  etwas  universaihistorisches  an  sich  trägt.  Es  sind  mehr 
als  einmal  allgemeine  europäische  Fragen  welche  hier  zur 
Entscheidung  kommen. 

Der  Zusammenstoss  der  verschiedenen  Nationalitäten 
dient  vomemlich  um  der  Bevölkerung  jene  grössere  Kraft 

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zu  geben  welche  sie  <^  bewährt  hat;  durch  die  Reibimgf 
entgegengesetzter  Natorei»  werden  4ie  Anhgen  geweckt^ 
der  Sinn  gehoben^  der  Ghiärakter  geMMet.  Der  Gewina 
der  hieraus  erwächst  mnss  höher  angeschlagen  werden 
als  der  Nachtheil,  der  aBerdings  nbit  sotehen  nationalen 
Gegensätzen  untrennbar  yeriinnden  ist  Ifier  hat  auch  der 
Hass  und  die  FdAdsdiiA  memab  die  milderen  Seittsa  im 
Wesen  des  Volks  unterdrttdbt.  Leichte  Beweglichkmti 
wie  sie  andere  Grenzvölker  haben  ^  ist  den  Niederdeut- 
schen fremd  gebliebm;  aber  ein  freier  Bliok,  geMige  KraA^ 
mänidicfae  Entschlossenheit,  Sidherheit  und  Ausdauer  sind 
ihnen  immer  eigen  gewesen. 

In  der  älteren  Zeit  wohnten  ohne  Zwmfel  nur  Dent- 
sehe  in  dem  Gebiete  der  jetzigen  Herzogthömer  Sdileswig 
und  HoliAein.  Auch  der  nördliche  Theil  der  Halbinsel 
scheint  ihnen  ganz  angehört  zu  haben.  W^em  diese-  An«* 
sieht  von  dänischen  Gelehrten  der  neusten  Zeit  lebhaft  be*^ 
stritten  wird,  so  hat  sie  früher,  als  die  politistlien  Gegen- 
sätze ruhten,  auch  bei  ihnen  fast  allgemeine  Annahme  ge- 
funden. Sie  waren  meistens  nur  geneigt,  die  nordischen 
Gothen  und  die  Bewohner  der  Halbinsel  welche  Juten  ge- 
nannt werden  unter  sich  in  nähere  Verbindung  zu  setzen 
und  beide  dann  auf  die  eine  oder  andere  Weise  als 
Stammverwandte  der  skandinavischen  Dänen  nachzuweisen. 
Neuere  Forschimgen  haben  aber  gezeigt,  dass  Gothen  und 
Jfiten,  welche  die  Angelsachsen  beide  Geatas  nennen, 
nichts  weiter  als  andere  Deutsche  mit  eoiander  gemein 
haben;  dass  aber  die  Völkerschaft  welche  in  ältester  Zeit 
den  jütischen  Namen  führt  aUerdings  den  Deutschen,  nicht 
den  Skandinaviern,  zugezählt  werden  muss.    Sie  wohnte  in 

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8 

dem  nördlicheren  Tbeä  der  HaUnnsel,  wohl  bis  in  die 
Grenzen  des  HerzogUiums  Schleswig  hinein.  Es  isl  wahr- 
seheintich  dass  Taeitus  sie  &Is  Ettdoses  nennt  Man  schrieb 
später  Eutüy  Jutae  und  Jnddae. 

Fast  in  keinem  andern  Theäa  Dentscblands  nennen  die 
alten  Geographen  und  Historiker  so  viele  vercDhiedene 
Völkerschaften  wie  ans  dm  Gebiet  der  kimbrisehen  BsSb^ 
inmh  IHe  Sneven  welche. nach  des  Tacitös  Bericht  in  dem 
Cultus  der  Nerthus  verbunden  waren  müssen  wenigstens 
zum  grossem  Tkeil  hier  gesucht  werden.  Noch  zaUrei-* 
chere  Namen  führt,  wahrscheinlich  auf  alte  Handelsberichte 
gestützt,  die  Geographie  des  Ptdema^us  auf.  Diese:  soli« 
len  hier  kenier  nXhereh  Untersuchung  untontögen  Verden. 
Wenn  jener  die  Angeln,  gewiss  mit  Reaht^  in  diesen  nörd*" 
liehen  Gegenden  nennt,  so  hat  Ptolemaeils  zij^rst  den  Na-« 
men  der  Sacdisen  verzeichiiet,  der  anfangs  von  eing^schräidc-* 
ter  Bedeutung,  später  wi  allgemeinen  Bezeichnung  eines 
grossen  deutschen  Stammes  wurde. 

Der  Ifame  der  Angeln  hat  sich  an  der  Ost$aite  des 
Herzogäiums  Scbleciwig  erhalten,  wo  das  Land  zwis^^ben 
der  Schlei  und  dem  .fletiälurger  Hderbuf;en  jetzt  wid  im 
Mittelalter  Angeln  betest.  IMe. Wohnsitze  des  Volkes  mö^ 
gen  sich  früher  weiter  ausgedehnt  haben,  südlich,  w^t-* 
lieh,  und  nördlich,  wo  dakui  die  einzelne  Abtheilungen 
oder  verwandte  Volhersobciften  mit  be^cwid^en  Namen 
bezeichnet  sein  können.  Angeta  und  Warnen  werden  in 
alten  Quellen  mehrmals  zusammen  genannt,  und  vielleicht 
smd  auch  diese  hier  sesshaft  gewesen;  Aber  auch  Angeln 
und  Juten  standen  in  nüherer  Verbindung  zu  Lander; 
in  einer  etwas  spütwen  Aufzeichnung  heis#i^  sie  '«^ge- 


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9 

ttossene  Brüder:  die  Juten  seien  aus  dem  edelti  Blut  der 
Angeln  eatsprofisen  und  die  Angeln  aus  ilurem  Blut,  und 
imm^  bildeten  sie  ein  Volk  und  eth  Geschleoht'.  Nach 
Tacitus  mässen  beide  den  Suevischen  Völkern  sugerech* 
net  werdoi;  welche  eben  hier  auch  die  nördUdi^ii  Küsten 
Deutschlands  berthrten. 

Von  diesen  wesendich  verschieden  ist  der  bgäYMlsdie 
Stamm^  der  sich  längs  der  Nordsee  bis  an  die  Elbe  und 
nördlich  dieses  Flusses  erstreckte.  Zu  ihm  gehören  die 
Sachsen  und  Friesen;  der  erste  Name  wird  später  eben 
ab  Bezdchnung  für  den  ganzen  Stamm  gebraucht;  meh- 
rere Jahrhunderte  lang  schhes^t  er  die  Friesen  mit  ein,  ja 
er  scheint  selbst  vorzugimreilie  yon  diesen  gebraucht  zu 
werden,  bis  dann  ^äter  der  Unterschied  zwischen  den 
Friesischen  Bewohnern  der  Maeresküste  und  d^  eigeutli'- 
chen  Sachsen  wieder  herveirtritt. 

Auch  die  Westküste  Schleswigs  hat  echt  Friesische  Be- 
völkerung. Sie  wohnt  auf  einem  schmalen  Rand  des  fest^ 
Landes  von  der  Widaue  bis  zur  Hever,  in  der  Landschaft  fiä- 
derstedt,  die  ursprünglich  als  ein  Gebiet  verschiedener  unter 
sich  und  von  dem  Fesö^nde  durch  schmale  Meeresarme 
getrennter  Inseln  erscheint;  und  auf  den  Inschi  die  längs 
der  Küste  liegen,  theilweise  Ueberbleibsebi  grösserer  durch 
die  Macht  der  Flathen  zerstörter  Gebiete.  Diese  Friesen 
sind  von  je  her  als  kundige  Seefahrer  bekannt  gewesen; 
ihr  Leben  ist  ein  steter  Kampf  mit  dem  Meer,  das  ihre 
Fluren,  die  fruchtbaren  Marschen,  die  es  selber  gebildet 
hat,  bei  jeder  Fluth  überspült,  gegen  das  sie  dann  all- 
mählig  gelernt  haben  schützende  Deiche  zu  bauen,  doch 
ohne  damit  den  Gefahren  entgehen  zu  können  welche  ih- 


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10 

nen  die  Hoch-  und  Spriiigflatheii  bereiten.  Doppdt  fe-* 
fahrdet  sind  die  sogenannten  Halligen,  kleine  Inseln  ohne 
alle  Bedeichung;  hier,  und  vor  Alters  auch  in  andern 
Theäen,  findet  man  nur  auf  hohen  Warften  einen  Platz  für 
Wohnungen  und  Ställe.  —  Man  hat  diese  Friesen  für  spä- 
tere Einwanderer  gehalten;  doch  weiss  die  Geschichte  da- 
für kein  Zeugniss  zu  geben,  und  viel  wahrscheinlicher  ist 
es  dass  sie  hier  seit  alter  Zeit  angesessen  waren.  Fast 
um  den  ganzen  Rand  der  Nordsee  zog  sich  friesische  od^ 
nah  verwandte  Bevölkerung  hin. 

Eine  solche  ist  es  welche  weiter  südlich  das  Land 
zwischen  der  Eider  und  Elbe  inne  hat,  das  später  Dit- 
marschen  genannt  wurde.  Es  sind  weder  wahre  Friesen 
noch  Sachsen  welche  hier  wohn^,  sondern  ein  Volk,  das 
beiden  verwandt,  zugleich  eine  kräftig  ausgeprägte  Eigen-* 
thümlichkeit  lange  Zeit  hindurch  bewahrt  hat. 

Erst  östlich  von  ihnen,  auf  dem  weniger  fruchtbaren 
Rücken  des  Landes,  wohnen  die  echten  Sachsen,  von  der 
Elbe  bis  an  die  Eider,  welche  die  Grenze  gegen  die  al- 
ten Angeln  bildete.  In  einem  angelsächsischen  Gedicht, 
des  Sängers  Weitfahrt,  wird  des  Kampfes  gedacht,  den  der 
anglische  Held  Oflfa  gegen  die  Myrgingen  —  eine  Abthei- 
lung oder  ein  mythischer  Name  emes  Theils  der  Sachsen — 
bestand,  bei  Fifeldore,  dasjbeisst  an  der  Eider: 

' einzig  mit  dem  Schwerdte 

Die  Mark  er  markte  gen  die  Myrgingien 
Bei  Fifeldore;  fürder  es  erhielten 
Angeln  und  Swäfen  wie's  Offa  erfocht'. 
Der  Gegensatz  der  beiden  deutschen  Völker,  die  hier  be- 
nachbart wohnten,  aber  verschiedenen  Stämmen  angehör-* 

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11 

ten,  tritt  in  der  Ueberliefening  von  diesem  in  der  Sage  ge«* 
feierten  Kampfe  deutlich  hervor. 

War  aber  so  bereits  in  der  ftitesten  Zeit,  so  weit  es 
sich  jetzt  erkennen  lässt,  eine  grosse  Mannigfaltigkeit  in  den 
Bevölkerungsverhähniiföen  des  Landes  herrschend,  so  ist 
dieselbe  durch  die  späteren  historischen  Ereignisse  Rv 
vermdirt  worden. 

Für  die  grossen  Bewegungen  der  germanischen  Völker, 
die  man  im  allgemeinen  mit  dem  Namen  der  Völkerwan«* 
derung  bezeichnet,  ist  diese  nördliche  Halbinsel  zum  Theil 
ein  Ausgangspunkt  gewesen;  und  sie  hat  auch  die  Folgen 
derselben  in  umfassendem  Maasse  erfahren. 

Wie  früher  die  Kimbern  aus  diesen  Gegenden  ausge^ 
wandert  sind  und  andere  Völkerschaften  die  hier  sess«- 
haft  waren  mit.  sich  zogen:  so  sind  i^ätel"  die  südlichen 
Bewohner  der  Elbe,  die  suevischen  Langobarden,  die  selber 
ihre  Heimath  jenseits  des  Flusses  suchten,  an  die  Donau 
und  über  die  Alpen  gegangen;  ihre  nördlichen  Nachbarn 
aber  nahmen  den  Weg  über  die  See  zu  den  Gestaden  des 
westlichen  Europa. 

Man  hat  es  in  Abrede  steilen  wollen,  dass  die  deut- 
schen Niederlassungen  auf  Brittannien,  welche  dieser  Insel 
ihren  g^manischen  Charakter  gaben,  überiiaupt  oder  doch 
vorzugsweise  von  den  Küsten  der  kimbrischen  Halbinsel 
ausgegangen  sind.  Doch  liegen  darüber  die  unzweifel- 
haftesten Zeugnisse  vor.  Sachsen  Angeln  und  Juten  nennt 
der  Geschichtschreiber  des  achten  Jahrhunderts  Beda  als  die 
Einwanderer;  die  letzten  wenigstens  können  nirgends  an« 
ders  als  hier  gesucht  werden;  von  dem  Lande  der  Angeln 
sagt  derselbe  Gewährsmann,  dass  es  seit  jener  Zeit  wüste 

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gelegen  habe  zwischen  den  Gebieten  der  Juten  und  Sach- 
sen. Nor  die  Sachsen  reichen  auch  über  diese  Grenzen 
hinaus.  Unter  ihnen  aber  sind  vornemlich  Friesen  zu  ver- 
stehen, die  in  diesen  Zeiten  ttberall  mit  jenem  aDgemei- 
nen  Namen  bezeichnet  werden.  Gerade  als  Bewohner 
der  Küste  mussten  sie  in  höherem  Maasse  als  die  mehr 
binnenländischen  Sachsen  zu  solchen  Zügen  über  das  Meer 
aufj^efordert  sein;  und  die  ganze  spätere  Geschichte  be- 
zeugt die  nahe  Verwandtschaft  der  Auswanderer  eben  mit 
den  zurückgebliebenen  Friesen.  Denn  jene  nahmen  aus 
ihren  alten  Sitzen  die  religiösen  Vorstellungen ,  ihre  Sagen 
und  Lieder,  die  Grundsätze  des  rechtlichen  und  politischen 
Leb^is  mit  in  die  neue  Heimath  huiüber;  und  wenn  diese 
hier  eine  neue  reiche  Entwickelung  fanden,  so  erinnerte 
doch  auch  später  vieles  an  den  Ausgangspiunkt  des  Vol- 
kes. Am  unmittelbarsten  aber  erhielt  sich  in  den  Sagen 
und  Liedern  das  Andenken  an  die  frühere  Heimath.  Der 
Schauplatz  jenes  merkwürdigen  Beovulfliedes  ist  fast  ganz 
auf  der  deutschen  Halbinsel  zu  suchen.  Ein  besonderes 
Lied  besingt  den  Kampf  zwischen  Friesen  und  Dänen. 

Es  sind  dies  fast  die  einzigen  Zeugnisse  von  grossen 
Völkerkämpfen,  von  wichtigen  Umgestaltungen,  welche  auf 
der  Halbinsel  stattgefunden  haben.  Jeder  Grieche  kannte 
die  Lieder  von  den  Thaten  der  Vorfahren.  Bei  uns  ist 
fast  die  Erinnerung  an  das  Alterthum  unseres  Volkes  ver- 
schwunden. 

Die  Züge  der  deutschen  Völkerschaften  über  das  Meer 
gegen  den  Westen  und  Süden  haben  sich  durch  mehrere 
Jahrhunderte  fortgesetzt:  wenn  sie  im  3ten  und  4ten  be- 
gannen,  so  waren  sie  selbst  im  6ten  wohl  nicht  ganz  zu 

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18 

Ende.  Sie  waren  auch  nicht  blos  nach  der  briubchen  Insel 
gerichtet.  Auch  die  kletnereR  nördlicher  liegenden  Inseln 
Sind  von  Sachsen  besucht  word^^  besonders  aber  werden 
Anüedelnngen  derselben  längader  gaOisehen  Küste  erwähnt; 
Warnen  und  vielleicht  auch  Jttten  und  Angeln  Hessen,  sich 
an  den  RhdamiMung^  nieder. 

Mit  diesen  Wanderungen  stebt  es  ohne  ZweiCd  in  WBh 
mittelbarem  Zusammenhang,  dass  skandinavische  DäUen 
sich  auf  der  Halbinsel  ausbreiteten.  Es  fehlt  an  bestimoH 
t^  Kunde  dher  die  Anfluge  ihrer  Geschichte.  Sie  werden 
zuerst  auf  der  dKandinavischen  Halbinsel  genannt,  der  go- 
thische  Geschichtsdureiber  de»  sechsten  Jahrhunderts  Jorda-* 
nis  sagt;  sie  hätten  ctie  Heruler  aus  ihren  ^tzen  v^trieben, 
vielleicht  von  jenen  Inseln  die  später  der  Mifttelpuidit  der 
dänischen  Herschaft  wurden;  der  Byzantiner  Prokop  nennt 
sie  hinter  den  Warnen.  Um  dieselbe  Zeit  erseheini  eine 
Schaar  derselben  an  der  friiikisch^  Küste.  Ihr  Führ» 
oder  König,  den  die  Fraisen  Chocinhichus  nennen,  ei^ 
scheint  im  BeovuUidiede  als  Jute  unter  dem  Namen  Hyge^ 
lac,  der  jenem  entspricht  Dasselbe  Gedidit  untcHrscheidet 
bereits  Nord«  und  Süddänen,  von  welchen  die  letztere 
auf  der  Halbinsel  gesucht  werden  müssen. 

Der  grössere  Thdi  dieses  Landes  ist  später  in  den 
Händen  der  Dänen.  Dass  das  mit  der  Auswanderung  der 
Deutschen  in  gieidier  Weise  zusammenhängt,  wie  die  Ver** 
breitung  der  slavischen  Völker  über  die  einst  deutsi^en 
Gebiete  an  der  Weichsel  Oder  und  Elbe,  kann  keinem 
Zweifel  unterliegen,  obsehott  das  Emzelne  des  Ereignisses 
sich  beider  Orten  ^r  Betrachtung  fast  ganz  ^tzseht.  Ob 
die  später  einziehenden  Völker  des  Ostens   und  Netdens 


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14 

die  Devtseheh  drängten,  oder  ob  das  Fortzidien  dieser 
jenen  erst  den  Anlass  zu  we^rer  Ausbreitupgr  gab,  muss 
nun  dabin  gestellt  bleiben.  In  einer  Bewegung  die  sieb 
durch  Jahrhunderte  fortsetzte  griff  auch  wohl  beides  in 
einander. 

Bei  keiner  Auswanderung  eines  Volkes ,  auch  in  älte- 
ster Zeit,  werdra  alle  Angehörige  desselben  vollständig 
und  ohne  Ausnahme  die  alten  Sitze  verlassen;  am  wenig- 
sten kann  es  bei  solchen  Zügen  über  die  See  der  Fäll 
sdn,  die  ganz  allmählich  weiter  gehen.  Reste  der  alten 
Bevölkerung  mischten  sich  daher  mit  den  einziehenden 
Dänen.  Es  scheint  das  in  verschiedenem  Maasse  in  den 
versclüedenen  Theilen  des  Landes  geschehen  zu  sein.  Am 
wenigsten  im  Nordosten,  wo  die  spätere  Bevölkerung  in 
Sprache  und  Sitte  den  Inseldänen  am  nädisten  stand.  Süd- 
westlieh vom  LimQord,  dem  tiefen  Meerbusen  welcher  Jüt- 
land  fast  ganz  durchschneidet,  zeigt  sich  in  der  Volks- 
sprache eine  bedeutende  Abweichung  von  dem  strengen 
Dänisch;  die  eigehthümhche  Passivbildung  und  Artikebtel- 
lung  dieser  Sprache  haben  hier  niemals  stattgefunden;  son- 
dern in  beiden  Beziehungen  ist  der  deutsche  Gebrauch  herr- 
schend geblieben.  Auch  der  Wortvorrafh  ist  in  mancher 
Beziehung  ein  anderer  als  der  der  biseldänen:  Ausdrücke, 
die  mit  friesischen  oder  englischen  Worten  in  Verbindung 
stehen  haben  sich  hier  nicht  wenige  erhtdten.  Es  ist  das 
mehr  der  Fall,  je  weiter  man  nach  dem  Süden  gelangt, 
besonders  aber  in  der  Heimath  der  alten  Angebi. 

Doch  überwog  das  dänische  Element.  Es  war  stark 
genug,  um  die  Reste  der  alten  Juten  und  Angebi  in  der 
Hauptsache  mit  sich  zu  verschmelzen.      Sie   wurden  den 


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Dänen  unterthan  und  verloren  3ire  nationale  Bigenthüm- 
Uchkeit.  Manchem»  ging  von  ihnen  auf  die  Sieger  über, 
in  anderer  Beziehung  schlössen  sie  sich  an  die  Verhält- 
nisse dieser  an.  Es  fand  eben  eine  Mischung  der  beiden 
immer  doch  verwandten  Vdfter  germanischen  Stammes 
statte  bei  d^  das  Deutsche  aber  für  den  Augenblick  zu« 
rücktrat.  Nur  in  den  südlichen  Theilen  übte  es  einen 
starkem  Einfluss.  Auch  blieben  die  alten  Namen ^  Juten 
und  Angeln.  Wie  es  oft  geschehen  ist,  wurden  sie  von 
den  Landen,  an  denen  sie  hafteten,  wieder  auf  die  neue 
gemischte  Bevölkerung  übertragen.  Man  brauchte  den  er- 
sten Namen  später  nicht  selten  auch  in  allgemeiner  Be- 
deutung; Judland  oder  Jüüand  (Jutia)  bezeichnete  dann  al- 
les was  auf  der  Halbinsel  dänisch  war.  Doch  unterschei- 
de genauere  Schriftsteller  davon  das  Land  der  Angdn, 
das  nun  ausdrücklich  auf  jenes  Gebiel  zwischen  dem  flens** 
burger  Meerbusai  und  der  ScUd  beijchränkt  wird. 

Es  wäre  sicherlich  von  grossem  Interesse  zu  wissen, 
bis  wie  weit  gegen  den  Süden  eigentiich  dänische  Ansiede- 
lungen in  jener  älteren  Zeit  gekommen  sind.  Doch  feh- 
len uns  die  Hülfsmittel  um  dies  mit  Sicherheit  zu  erken-* 
nen.  Die  Nam^fi  und  die  Einrichtungen  der  alten  Nieder- 
lassungen, der  Dörfer  und  anderer  Wohnplätze,  pflegen 
über  die  Grenzen  der  Völker  den  sichersten  Aufschluss  zu 
geben.  Bei  den  beiden  Zweigen  des  grossen  germani- 
schen Stammes  sind  aber  die  Art  des  Anbaus,  die  Feld- 
theilung  und  was  damit  in  Zusammenhang  steht  nicht  in 
der  Art  verschieden  gewiesen,  dass  hier  aus  den  spätem 
Zuständen  bestimmte  Schlüsse  auf  die  ältesten  Verhältnisse 
gemacht  werden  können.     Grösser  ist  der  Unterschied  iÄ 

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16 

der  Bauart  der  Häoaer.  Die  säohaische  Einriclitolig^  welche 
Wohnung  und  Wirthschaftsräume  unter  einem  Daoh  ver* 
einigt;  die  grosse  Diele  mit  dem  Vieh  auf  beideu  Seiten 
und  der  Einfahrt  unter  dem  Qiebel  nadh  vorjie  gegen  die 
Strasse  legt,  auch  keinen  S^hernstein  kennt.  Unterscheidet 
sich  bestimmt  von  der  dänischen  Bauart,  welche  regel- 
mässig mehrere  Flügel  um  den  Hofraum  hat,  den  Ein«<- 
gang  in  die  jffitte  der  nach  der  Strasse  gewandten  brei- 
ten Seite  legt  und  Wohnungen  und  wirthachaftliche  Räume 
streng  von  einander  sondert.  Doch  herrscht  in  dem  grossem 
Theile  Frieslands  eine  ähnliche  Sitte^  während  Angeln  bei 
ähnlicher  Einrichtung  des  Hauses  keine  Flügel  hat;  so  dass 
es  sehr  zweifdhaft  bleibt,  ob  diese  Gegenden  ihre  Bauart 
von  den  Dänen  empfangen  oder  früher  schon  verschiedea 
von  den  Sachsen  gehabt  haben.  Was  aber  die  Ortsnamen 
betrifil,  so  ist  auch  hier  beim  ersten  Anblick  allerdings 
der  dänische  Charakter  überwiegend.  Doch  zeigt  die  Ver**- 
gleichung  mit  dem  Friesischen  auf  der  einen,  mit  dem  Eng- 
lischen auf  der  andern  Seite,  dass  viele  Endungen,  die 
dem  Dänischen  nahe  kommen  und  andern  deutschen  Dia*- 
lecten  abgehen,  der  alten  anglischen  und  jütischen  Sprache 
eigen  gewesen  sein  müssen.  Die  zahkeichen  Worte  auf 
-hüll,  -trup  oder  -rup  (unser  -dorf)  gehören  in  diese 
Reihe.  Unter  den  häufiger  wiederkehrenden  Namen  tra- 
gen nur  die  auf  -bye  bestimmt  den  dänischen  Charakter 
an  sich. 

Es  kann  auffallen  dass  eben  diese  Namen  im  südlichen 
Theile  des  jetzigen  Schleswigs,  in  Angeln  und  in  einigen 
Strichen  südlich  der  Schlei,  sich  fast  am  häufigsten  finden. 
Doch  ist  zu  bedenken,   dass  gerade  jenes  Land  von  Beda 

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17 

noch  im  ucMen  Jahrhimd^rt  ab  Wüsiie  gesdiilderi  wkd 
und  dass  also  hier  besonders  zu  neuen  Niedertesmigen 
der  Dftneii  Anlass»  war.  Ansierdem  sind  sie  a«f  deib  un- 
fnichlbaren  Rücken  des  Landes^  der  erst  spät  zm&  Anbau 
lock^  konnte,  mit  am  weitesten  gegen  den  Sfid^n  gezo- 
gen, bis  in  die  Ntite  der  Scktei 

Zu  den  reichsten  oiid  wichtigsten  TheScai  des  Hersog«* 
thnms  Sditeswig  gehören  die  beiden  Landschaften  an  der 
Küste  der  Ostsee,  zwischen  der  SeUc»  und  dem  eckern- 
förder  Busen^  die  eine,  die  andere  von  hier  bis  an  den 
kieler  Hafen.  Sie  werden  ndt  dtaiseh»  Namen  Schwansen 
(Syansö)  und  Dänisch  Wohld  genannt  Fast  kein  Theil 
des  Landes  hat  jetzt  weniger  Spuren  des  dteischen  Ele« 
mentecf  anEsüwjBiseA  als  eben  dieser;  und  dcwoch  über- 
wiegen in  Schwansen  durchaus  die  däaisohea  Numen  und 
theilweise  die  aogeler  Bmart.  Es  unterlag!  aber  kei* 
nem  Zlweifei,  dnas  gerade  Ats^  Landstotelk  sehr  spAt  ia 
Anbau,  gteommien  wurde.  Er  war  fnäher  mit  Wald  er- 
fiöltt.  Dieser,  von  den  Deutsiehien  Isamho;  voq  4/tm  MnpB 
Jernewäk  (BisenwaU).  genannt,  zog  sich  .v<Mi  der  SdUei 
gegcsaii  dieni.Südes,  und  war  noch  im  elften  Jahrhundert 
wemg  gdiobtet.  Es.  ist  auch  einti  ^UgBMtea  Bemerkung^ 
düss  dar  fette  und.  schwere  Boden  •  des.  östUehen  HügeK*- 
Idndes„  späten  in  Gullnr  genonlm^ii  wurde  ate  die  leiidite^^ 
rea<  sandigen  Strodwn  gegen  dfte;Nittt>  hin,  welche  ge^ 
ringl^w  Arbeit  i.\mi  weiniger  starkes  GerMi  erfordertet!. 
Jene  ebinktii  ihdnwittdn/DflrfiBi.  werden.. erst  äfus  d<Nr  BUt^ 
thezeil  dbs  däniaiten  Beicto^  v^ikM  «MSdieni  Jabf loa  d^ 
i^rsleA  Erobe]milg;.stanmMtt;:ihjaien{.silid:  bald. die.  J^jsd^ltfen- 
deren.Ansieddungeü  4cs  dMl^phen- Adels  gefolgt  Im 
L         -  2 

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18 

Dämsoh  Wohld  ist  die  Bauart  sächwcii  Hnd  avoh  die  Orts^ 
namen  sind  deutsch. 

Vbrig&M  haben  die  Dänen  anch  die  vorgefandenen.  Nah- 
men geändert  Sliaswig  war  der  alte  Name  einer  grösseren 
Niederlassung  an  der  Schleif  auch  SUasthorp  genannt;  von 
den  Dänen  wurde  statt  dessen  Hethaby  gesagt.  Vedebye,  sagt 
ein  dänischer  Historiker^  ist  der  dänische  Name,  dso  jünger, 
und  kommt  ohne  Zweifel  von  der  Lage  auf  einer  Heide'. 
Ähnliche  Änderungen  mögen  anderswo  vorgekmnmen  sein; 
häufiger  aber  waren  ohne  Zweifel  kleine  Modifieationen 
des  Ausdrucks,  welche  alte  Bezeichnungen  der  nun  vor- 
herrschenden Sprache  anpassten;  wie  dasselbe  dann  später 
wieder  in  entgegengesetzter  Richtung  geschehen  ist 

Ganz  anders  aber  als  bei  Jttten  und  Angeln,  gestalteten 
sich  die  Verhäilnis$e  bei  den  Friesen.  Auch  von  ihnen  ist 
ein  bedeutender  Theil  ausgezogen ;  die  znrücUlieben  sind 
im  Lauf  der  Zeit  ebenfalls  dänischer  Herrschaft  unterthan 
geworden.  Aber  sie  haben  niemals  ihre  natkmale  Eigen'- 
thümlickkeit  verloren:  Sprache  Recht  und  selbst  die  po^ 
Utische  Verfassung  haben  der  fr^nden  Binwirkohg  ent« 
schieden  widerständen.  Von. einer  wahren  Misehung  mit 
dänischer  Befvöikerung  kann  bei  ihnen  nicht  die  Rede  seim 
Bis  an  die  Widaue  nordwärfs  erhielt  sich  dieser  deutsche 
Stamm  in  unvernnsditer  Reinheit;  nur  nördlich  gegen  die 
Bredaue'hih  hat  ervieMeht  ein  kltmeS'  ^biet  vertopeuv 
Seine  politische' Selbständigkeit  hat  er  Meht  immer  wahren 
Mhnett;*  AberinnialioHaler  Beziehung  hat  dieser  TheÜ 
6^l6BWig)»  keinerlei  Einwirkung  der  Dänen  erfahren.  i 
'  Ebenso  wenig  haben  di^  Dänen  östlieh  von  Eld^titedt 
4n  der  Landschaft   Stapelhoim   und  in  den  benabhbarteh 


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19 

Strichen  zwischen  Schiet  und  Bider  festen  Fuss  gefasst. 
Das  Land  wurde  manchmal  ihrer  Herrschaft  zugerechnet; 
doch  lag  es  in  filterer  Zeit  meistens  wüste  zwisdien  Dä- 
nen und  Sachsen,  die  hier  wohl  schon  In  frühen  Jahrhun^ 
derten  ihre  Schlachten  schlugen,  von  denen  jetzt  spätere 
Sagen  eine  freilich  getrübte  Überlieferung  geben.  Die 
Sachsen  selbst  sind  den  Dfinen  nirgends  gewichen.  Ihre 
Theilnahme  an  den  Zügen  gegen  den  Westen  war  viel- 
leicht minder  bedeutend,  und  scheint  auf  ihre  Verhältnisse 
Iner  in  der  Heimath  wenig  Einfluss  geübt  zu  haben. 

Wenn  auf  diese  Weise  erhellt,  dass  die  sue vischen 
Völkerschaften,  Angeln  und  Juten,  dem  fremden  Angriff 
und  Einfluss  auf  der  Halbinsel  schwächeren  Widerstand  lei- 
steten, als  die  einem  anderen  Stamme  angehörigen  Frie- 
sen und  Sachsen,  so  entspricht  das  nur  dem  was  die  Ge- 
schichte dieser  Zeiten  fast  aller  Orten  zeigt.  Gerade  je- 
ner Theil  des  deutschen  Volkes  ist  es,  der  nächst  den 
Gothen  am  meisten  aus  den  alten  Verhältnissen  weg  in 
neue  Bahnen  gefährt  wurde,  und  der  auch  hier  mit  ge- 
ringerer Kraft  und  Zähigkeit  an  dem  eigenthümlichen  ger- 
manischen Charakter  festhielt.  Doch  haben  die  Angehi,  mit 
den  Friesen  und  Sachsen  verbunden,  auf  der  brittischen 
Insel  eine  Ausnahme  zu  machen  gewusst.  Die  glückliche 
Bntwickelung  des  englischen  Volks  ruht  zum  grossen  Thefl 
auf  Anlägen  die  sie  mit  über  das  Meer  brachten,  die  aber 
auch  in  der  alten  Reimath  unter  fremder  Herrschaft  und 
bei  der  Mischung -fremder  Elemente  nicht  haben  unter- 
drückt werden  können.  ' 

Wenn  aber  das  Vordringen  der  Dänen  ohne  allen  Ein- 
fluss auf  das  Gebiet  des  jetzigen  Holstein  geblieben  ist, 

2* 

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20 

so  hat  dies  dagegai  von  andrer  Sdte  h^  eine  bedev^ 
tende  Veränderung  seiner  Bevotkerungsverhällnisse  erUt* 
ten:  in  dem  östlidien  Theile  des  Landes  liessen  sich  Sla* 
ven  oder  Wenden  nieder.  Die  Ausbreitung  dieses  grossen 
SMnunes  im  nördlichen  Deutschland  trägt,  wie  schon  be- 
merkt wurde,  einen  ftbnlidien  Charakter  an  sich  wie  da^ 
Vordringen  der  Dänen  im  Norden:  die  Wenden  treten  fast 
überall  an  die  Stelle  der  weggezogenen  gothischen  oder 
suevischen  Völker.  Man  kann  die  Vennuthnng  aufstdUieii, 
dass  auch  im  östlichen  Holstein  eine  Völkerschaft  wohnte 
welche  in  der  Reihe  der  zu  diesem  Stamme  gehOfigen 
Völker  zwischen  Langobarden  und  Angeln  ihren  natz 
hatte  und  dann  den  nachdrängenden.  Slaven  Raum  machte.: 
gerade  hier  zwischen  dem  kieler  Meerbusen  und  der  BIbe 
können  sehr  wohl  die  Warnen  heimisch  gewesen  sein. 
Dass  dies  Land  altsächsisch  war,  dafür  finden  sich  keine 
Belege^ 

Als  im  AnEuig  dfs  jQten  JMurhnnderts  Kw*l  der  Gro9$t 
den  Unterwerfnngskrieg  gegen  diß  Sachsen  fOfavte,  hat  w 
§em  Ver&hren  durch  grc^sartige  Wegfithrungen  der  allen 
BevölkeruQg  den  Wi^ers^nd  zu  bre^n  aiach  hier  ziir 
Anwj^d^ng  gebracht..  IMm^.  [m  X  804),,  he^üsst  ^s,  g9b 
er  die  transalbischep  Gaue  den  .Abodr^eff. .  Di^s  dieso  i^ 
soldi^  Weise  eJAeA^sbreitmig  ihres  Gebietes  goFannffR, 
^n  hiernach  niciii  bqzweifeH  wer^.  JD^sssiiaatiiernipht 
das.  ganze. nordalbiifgis|che  S^ch^entond'.  ^pfingen  ist.gß«- 
wiss  genug,  iind.dass,  finf  der  andern  Sicjte  sie  «4an^al$ 
auch  nicht  zuerst  sich  um  die  Südwejstepke  :  4^f  Qsiß^ 
hemm  ersti:eektea,.  d^rf  npt^.einigei:  Wahrscl^eMdicM^it'  an-* 
genommen  werden.     Der  .Theil  der  Abodritcin  (Bodriz.^) 


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21 

4er  cneli  hier  festsetzte  fiiihrl  den  Namen  der  Wagri^ 
(Waigri^  Wagiri).  DerseUie  nimmt'  unter  den  eiavischen 
Völkerschaften  an  dem  wesffichen  Thdie  der  Ostsee  eine 
hervorragende  Stellung  ein;  und  auch  hier  ist  der  Boden 
des  j^äteren  Holstein  der  Schauj^tz  bedeutender  Ent^ 
wiokehingen  geworden. 

Es  ist  eine  oft  besprochene  Frage,  wie  weit  die  slaVi^^ 
sd^  Herrschaft  sich  hier  g^en  <deii  Westen  und  Norden 
erstreckt  hat.  OAmbar  war  eit  zu  Tehsohiedeaen  Zeiteit 
yers^hieden.  Karl  Aer  Grosse  selbst'  hat  eine  MMr-  gegen 
sie  geordnet,  deren  ösfflehe  Clreiüe''lftngs  der<ZwentiMi  ait 
den  Fidtier  See,  den  Stöcksee,  die  DälvefuHi  JwbmI  wdtet  an 
die  Jübe  gezögen  wir.  Aba*  ateh  das  Gebiet  der  i^rk 
sdbst  muss  füir  ursprttnglicb  slayisdi  bnge^henr  wel*den.: 
dazu  gehörte  das  Land  rings  um  den>  spiliereR  kieler  Blu-i 
sen,  vicdleicht  ndtdiidi  bis  an  dieLevensau,  di^  «achnialige 
Grenze  Holsteins  und  ScUeswigs.  Dass  aber  Slaven  da»«- 
mals  auch  jenseits  »derselben^  im  Dänischen  Wohld,  sess^ 
haft  waren,  ist  wenig  wahrsdieuffieh. 

Selten  wird  sich  auf  emem  so  engen  Raum  wie  auf 
dem  Gebiet  der  beiden  Herzogthümer  —  es  um&sst,  mifc 
Einschluss  der  jetzt  politisch  abgetrennten  Theile,  zwischen 
34Ö  und  350  Quftdratmeilen  —  eine  solche  FMe  verscMe- 
denarüger  nationaler  und  historischer  Entwipheluingen  zei- 
gen. Hier  begiensen  sich  drei  grosse  Völker,  Deutsche 
Diaeti  uhd  Slaven.  Meiere  deutsche  Stftmme,  Sadisen; 
Friesetl,.  beiden  verwandt  abear  eigeaitfaüttUich  ausgebiUeS 
die  Dilmarschen,  ausserdem  Reste  alter  Mgeh»,  finden 
sich  in  wger  Nachbarschaft  bei  einander.  Dazu  kommt 
die  Misehimg  der  Dänen  und  DeiitsOhen,  die  grössto  wird 


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22 

je  weiter  man  gegen  den  Norden  geht  Wie  das  LsAd 
nach  seiner  Naturbescha&nheit  in  mehrere  Theile  zeiüÜÜ, 
so  schHessen  sich  die  Versciuedenheiten  der  Bevölkerung 
dem  im  ganzen  an:  das  ösliiche  Hügelland  Holsteins  war 
wagrisch^  das  hohe  llittelland  sftchsisch,  d^  fruchtbare 
Westen  ditmarschisch.  In  Schleswig  haben  das  l^ztere 
Gdbiet  die  Friesen  inne;  der  Norden  und  die  Mitte  sind 
jtttisch-dänisch,  die  sttdKcherai  Striche  an  der  Ostsee  ang^ 
Ssch-dänisch,  und  der  Sirich  zwischen  Schlei  und  Eider 
zeigt  wieder  verschiedene  Mischungen  und  Übergätige  frie-^ 
sischer  und  sächsischer  Bev^erung,    . 

Leben  und  Sitte  dieser  Völker  boten  seit  iütesler  Zeil 
nothwendig  bedeutmde  Gontraste  dar.  Selbst  inneiiialb 
des  Kreises  der  deutschen  Völkerschaften  war  (fies  der 
F(dl.  Die  zu  den  Sueven  gerechnet  werden,  scheine  früh 
Königsherrschaft  gekannt  zu  haben,  Häuptitnge  aus  alten 
angesehenen  Geschlechtern  standen  an  ihrer  Spitze,  wfth* 
rend  Friesen  und  Sachsen  der  germanischen  Volksverfas- 
sung mit  gewählten  Vorst^ern  anhingen.  Hier  waren  die 
einzdnen  Gaugemeinden  ohne  HUhere  politische  Verbindung 
unter  einander.  Diese  Sachsen  und  die  Ditmarscben  wur«* 
den  früh  schon  als  Nordalbinger  den  drei  andern  grosse 
sächsischen  Stämmen  gegenüber  gestellt;  doch  standen  sie, 
so  viel  erhdlt,  weder  unter  sich  noch  mit  den  Stammge«- 
nossen  jenseits  der  Elbe  in  näherer  VevbincNing.  —  Die 
friesischen  Zustände  der  älteren  Zelt  liegen  völlig  im  Dun- 
keln. Die  Insel  Helgoland,  die  später  zu  diesen  nordfriesi- 
schen Gegenden  gerechnet  wurde,  isl  früher  auch  in  Zu- 
sammenhang mit  den  südwestlichen  Friesen  gewesen; 
bi^r  soll  ihr  Herzog  Ratbod  sieh  aufgehalten  haben;  hier 


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28 

war  dw  Heüigtlmm  des  Fosite^  das  in  hohem  Aasehn  bei 
«Ben  Friea^n  stand.  Die  Insel  war  von  grösserem  Um« 
fang  als  spdler,  und  näher  «n  sie  hin  eratreokte  «efa  das 
noch  nicht  von  den  Flulhen  weggerissene  Land  des  alten 
Strandes. 

Die  Dlinen  auf  der  Halbinsel  halten  ebenfalls  Königs«, 
herrsdiaft.  Aber  les  waren  kleinere  Rekhey  damals  ..ohn<^ 
Znsannnenkang  mit  den  Herrschaften,  «if  deh  insete  und 
der.  nordischen  Halbnsd^  Eine  QueHe  wnisS'  däss  mitun- 
ter xw^t.Köilige  in  Jälland  waren^  der  Stidbn-  wd- Norden 
standen^  wieiesijsdieini,  regelmässig  hioht  in.  Verbmdnng: 
Dort  wlip.wdd  Hethaby,  das  'angfisohe  Sliaswic/  der*  8iti> 
das'rKUnigs,  hart  an  der  deotschen  Grenze,  ei»  Hetz  rem 
dem  die  Schiffe  nach  den  TersdriieMiea  Kübteh  dei*  Ostsei», 
inhren,  and  von  dem  aus  man  auch  in  kurzer  Zeit  die 
WesfktMe  erreichte,  wo  die.  wohlbekannte«  Seestrassen 
nach  Brittannienund  den  galUaehen  Küsten  aushrfen. 

Im  wendischen  Lande  hatte  Stargard,  oder  wie  die 
Deutschen  schrieben  Aldinborg  (Oldmiburg),  eine  ähnliche 
Bedäutnng.  Von  da  fiihr  man  nach  dem  benachbarten 
Jumne  an  der  pommerschen  Kttste;  hier  verkehrten  später 
sächsische  Kaufleute  und  tauschten  die  Wearen  des  Ostens 
ein.  Es  war  daselbst  ein  wichtiges  Heiligthnm  der  Slaven, 
bei  drai  hn  Lauf  der  Zeit  bedeutende  Schätze  angdiäuft 
wurden. 

Als  die  Sachsen  der  Herrschaft  Karl  des  Crossen  un-- 
t^kgen,  war  das- andi  ftlr  diese  Gebiete  von  bedeutenden 
FMgen.  Die  Grenzen  des  fränkischen  Reichs  wnrdeA  nun 
an  der  Bider  gestecht  und  frlnkisdie  Gesetze  und  Bin- 
rifchtengen  ebenso  wie  christliche  Lehre  und  kirchliche 


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24 

Institutionen  bis  in  diese  fernsten  Theile  DeutsoUanris  ge^ 
tragen.  An  die  Stelle  der  süchsisclien  Volksver&ssmg  trat 
die  Administration  fränkischer  Grafen.  Sie  hatten  vornem*- 
lieh  auch  den  Schutz  des  Landes  gegen  die  feindlichen 
Dänen  zu  übernehmen;  dazu  wurde  die  Esseveldobarg  an 
der  Stör  (im  J.  809)  gebau^  das  spätere  Itzehoe;  jene  Mark 
gegen  Wagrien  ¥nirde  ge^dnet,  nachdem  die  Slaven  vorher 
dem  Kaiser  Hdlfe  gegen  ihre  Nachbarn  geboten  hatten. 

Der  Dftnenkdnig  seiner  Seits  erbaute  damals  zum 
Schutz  seines  Reiches  von  einer  Bucht  der  Ostsee  bis  zii# 
Westsee  längs  der  Nordsee  der  Eider  emen  Watt;  anlp 
dnrch  ein  Thor  sollten  der  Norden  und.  Sbdta  in  Verbin-^ 
düng  stehen.  Es  erscheint  dls  alte  Sitte  der  Angebi  dnss 
sie  solche  Wälle  anilArtaa,  und  es  ist  mögüdi  dass  auch 
hier  schon  aus  ihrer  Zeit  solche  Anlagen  vorhanden  wh** 
ren.  Sie  fanden  sich  aber  schweiitch  an  der  eigMIIieheu 
Eider,  sondern  wo  die  Halbinsel  am  scbmtisten  ist  von 
der  Treene  hinüber  gegen  die  Schlei:  Nur  so  weil  sind 
dänische  Einflüsse  gedrungen:  wiedierholt  wird  Schleswig 
eine  Stadt  ah  der  dänischen  Grenze  genannt.  -Sie  liegt^ 
sagt  ein  alter  angelsächjHscher  Reisender^  zwid^en  Wen-^ 
den  und  Sachsen  und  Angebi  und  gehört  drai  Dänen'. 

Das  Land  aber  von  der  Eider  Iris  zu  dem  Wall  des 
Königs  Götrek  diente  den  Deutschen  als  Yorhul  für  deil 
Schutz  ihrer  Herrschaft.  Galt  die  Eider  als  die  alte  Grenze^ 
so  eignete  äcfa  dieses  Gebiet  zur  Slmnchlitng  eiher  Mark, 
wie  sie  damab  und  später  von  den  deutsdien  Königen  zum 
Schutz  des  Reiches  angelegt  wurden.  Sie  wird  um  die 
Mitte  des  9t6n  JahrhUnd^s  erwähnt.  Hergestellt  aber 
und  bestimmter  ausgebildet  wurde  sie  unter  König  HehsH 


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rieh  I.,  der  4ie  Grenzen  DevtscUands  bei  Schlesw^  be* 
festigle  und  audi  eine  sächsische  Colonie  in  diese  Gegen^ 
den  führte.  Es  geschah  um  dieselbe  Zeit  da  auch  von 
dünischer  Seite  an  die  SteUe  der  firüheren  Anlagen  das 
glärkere  Danewirit  trat,  eine  feste  Verschanzung  mit  WaH 
und  Graben,  die  Ton  der  Schlei  südlich  von  ^hlei^wig  her 
gegen  den  Südwesten  Kef.  Die  Dänen  legen  seinen  Bau 
der  geeierten  Thyra  Danabod  bei:  es  habe  gedient^  sagt 
ein  aber  Gesehichtschreiber,  'als  Dänemarks  sioherster 
Schutz  gegen  die  Wuth  der  Deslsdien'. 

Eben  damab,  im  lOten  Mkrfaundert,  ist  das  diihische 
Laad  auf  der  ifaUringoI  mit  dem.  inadreiche  deir  Letlnrakö^ 
nige  vereinigt  worden.  Es  ist  die  Zeit  wo  tfterall  hn 
Norden  grosse  geschlossene  Herrschaften  entstanden,  die 
mit  den  crttmmesmässigen  Sondemngen  der  skiandinaviaehen 
Germanen  zusamm^ifieleii.  Eine  s^^enhafte  Überlieferung 
berichlet:  weil  der  König  Dan  den  Mten  gegen  die  Deut- 
schen Hülfe  geleistet,  hätten  sie  sich  ihm  unterworfen; 
'sie  führten  ihn  zu  dem  Steine  der  Dan^rhyg  gänamt 
wurde  und  setzten  ihn  auf  den  Stein  und  gaben  ihm  den 
Namen  eiMäs  Kdnlgs.  Dann  unterwarf  er  Fühnen  und 
Schonen  und  nannte  das  ganze  Land  Dänemark'.  Die  erste 
Unterwerfung  d&t  Juten  durch  die  Dänen  und  die  spätere 
Vereinigung  des  dänischen  Jütlands  mit  den  Inseln  zu  ei^* 
ner  Herrschaft  sind  in  einander  gemischt  und  liegen  bade 
dieser  DarsteUung  an  Grunde.  Dem  entirpricht  es  freilich 
nicht,  wenn  zingleich  Kaiser  Ludwig  der  Fromme  Bis  Herr 
der  Deutschen  und  Gegnw  der  Dänen  genannt  wird.  Doch 
geht  aHerdings  die  Begründung  deutschen  EinSusses  im 
südlieben  Dänemark  bi^  auf  seine  Zeit  zurück. 


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29 

Immer  sind  die  frünkiscke  Herrschaft  uad  das  Cbri-* 
stenthum  Hand  in  Hand  mit  einander  vorwärts  gedrungen. 
Die  fränkischen.  Könige,  namentlich  seit  sie  in  näh^e  Ver- 
bindung mit  Rom  getreten  und  auf  die  Herstellung  des 
kaiserlichen  Namens  im  AbentUlande  eingegangtin  waren, 
erachteten  es  zugleich  als  Beruf  und  als  Mittel  für  Be^ 
feiEtigung  und  Ausdehnung  ihres  Regiments,  die  heidni- 
schen Völker  des  Ostens  und  Nordens  dem  Christenthum 
au  gewinnen.  Nach  der  Eroberung  des  sächsischen  Lan-^ 
des  wurden  bald  IdrcUiGhe  Einrichtungen  über  alle  Theile 
desselben  verbreitet:  da  kamen  vom  Süd^  der  ^e  die 
ersten  Glaubensboten  nach  dem  Thii^maresgau,  wo  Atre«^ 
banus  erschlagen  wurde.  Später  wurde  zu  Hammaburg 
eine  Kirche  gebaut,  die  der  Bischof  Amalarius  weihte  und 
deren  Obhut  dem  Presbyter  Heridag  anvertraut  wurde.  Dies 
geschah  in  den  späteren  Jahren  Karl  des  Grossen,  der  die 
Absicht  hatte  eben  zu  Hamburg  eine  erzbischöfliche  Kirche 
zu  errichten,  die  auch  als  Sttttepunkt  flir  die  Verbreitung 
des  Christenthums  im  Norden  dienen  könne.    • 

Den  Plan  des  Vaters  nahm  der  Sohn  wieder  auf.  Das 
westliehe  Holstein  galt  nun  für  christlich.  Es  gab  eine 
zweite  Kirche  zu  Münthorp  (Meldorf)  die  für  Ditmarschen 
bestnnmt  war;  es  wird  erzählt,  dass  der  Bremer  Bisehof 
Waierich  hier  öfter  predigte.  Zwischen  seiner  und  der 
Verdener  Diöcese  war  das  Land  getheilt.  Um  diese  Zeit 
übernahmen  zwei  fränkische  Geistliehe,  Ebo  von  Rheims 
und  Halitgarius  von  Cambray,  den  Auftrag,  den  Dänen  das 
Christenthum  zu  verkünden,  und  der  Kaiser  Ludwig  gab 
ihnen  als  Stützpunkt  für  ihre  Unternehmungen  den  Ort 
Welanao,  wo  ohne  Zweifel  früher  die  Stätte  eines  wiehti» 


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27 

gm  heidniscbeii  Ciritos  gewesen  war  und  wo  nun  der 
Grund  zu  einer  kirchlichen  Stiftung  (Münsleardorf)  gelegt 
wurde.  Die  Wirissamkeit  jener  Männer  ist  dau  freilich 
nicht  tief  gedraagen^  obgleich  damals  schon  innere  Zwie- 
tracht unter  den  Dänen  auf  der  Halbinsel  wenigstens  ei- 
nen Theil  derselben  dem  fränkischen  Einfluss  und  daaait 
mcä  dem  Christenthum  zugänglicher  machte.  Die  Haupt- 
sadie  war  dass  der  Kdnig  Harald  sich  in  der  Kirche  des 
h.  Albanus  zu  Mainz  feierlich  taufen  Hess  (im  J.  886)1 
Denn  ak  ^  von  hier  in  sein  Reich  zurückkehren  woOte^ 
erhielt  er  einen  Begleiter,  dessen  Thäfig^eit  für  die  kirch- 
tichen  Verhältnisse  dieses  Landes  von  grosser  Wichtigkeit 
geworden  ist.  Andiar,  erst  Mdnch  in  dem  gallischen  Klo- 
ster Corbie,  dann  in  dem  neugegrüadeten  Corvey  an  der 
Weser,  trat  dem  König  an  die  Seite,  um  ihn  dem  Christen- 
thum zu  erhalten  und  sein  Volk  dafüto*  zu  gewümen,  und 
in  einer  langen  Reihe  von  Jahren  hat  er  einen  Semen 
ausgestreut  der  wenigstens  nicht  ganz  wieder  zertreten 
werden  konnte.  Es  gab  dies  zugleich  den  Anlass  um  auf 
d^  Plan  eines  eigenen  Erzbisthums  in  Hamburg  zurück- 
zukommen. Das  nordelbische  Land  sollte  demselben  als 
Diöcese  unmittdbar  unterworfen  sein,  auss^dem  aber  seine 
Gewalt  sich  über  den  ganzen  zu  bekehrenden  Norden  er- 
strecke. Anskar  wurde  (im  J.  831)  zum  Erzbisohof  ge- 
weiht. 

Als  die  Dänen  ab^  Hamburg  zerstörten  (nn  J.  845) 
und  die  Stadt  als  ebi  unsicherer  Aufenftalt  d(^s  getstficheil 
Hauptes  ersi^en,  wurde  das  Bisthum  ft'emen  dem  Anskar 
tibertrageii,  und  nach  einigen  Verhandlungen  auf  das  engste 
mit  dem  Hamburger  Brad)isthum  verbunden.     Noch  hatte 


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28 

dies  aber  keine  Sufiragane  im  Norden.  Aiiskar  erreidite 
doch  nicht  mehr  als  den  Bau  von  Kirdhen  erst  zu  Schles- 
wig, dann  zu  Ripen,  Es  waren  schwache  Keime,  doch 
ein  Anfang  war  gemacht.  Eben  dies  begründete  auch  wie«* 
der  einen  näheren  Verkehr  zwischen  Dänen  und  Dentsdien. 
Kt  den  Sachsen  hatten  jene  zusammen  gehalten  als  sie  für 
die  alte  Freiheil  und  den  alten  Glauben^  der  dem  noM«* 
sehen  nahe  verwandt  war^  gegen  die  Franken  stritten. 
Nun  waren  alle  Deutschen  chrbtlich  und  brachten  das  Chri*- 
stenthum'  ihren  Nachbarn  zu;  damit  wurde  d^  deutsdie 
Einfluss  gegeft  den  Norden  getragen. 

Eben  deshalb  aber  stelHe  sich  auch  Am  Volk  tnil  na-* 
tiohalem  Eifer  dem  Chrislenthum  entgegen.  Es  erscheint 
aU  ein  aufgedrungener  fremder  Zustand,  den. man  immer 
wieder  abzustreifen  bemüht  ist.  Die  Durchführung  des* 
selben  giebt  Anlass  zu  staricen  inneren  Krisen,  and  erst 
nadi  längerer  Zeit  und  wechselnden  Ereignissen  findet  sie 
statt.  Am  Ausgang  des  9ten  Jahrhunderts  ist  das  Hmden«^ 
thum  entschieden  im  Übergewicht.  Damals  war  die  Mark 
an  der  Eider,  selbst  ein  Theil  des  nordalbingischen  Landes 
den  Deutschen  verloren. 

Als  dann  König  Heinrieh  (im  J.  934)  jene  Marik  her^ 
stifte,  soll  auch  ein  däni^her  Fürst  das  Christenthum  an- 
genommen haben.  Unt^  seinem  Nachfolger  Otto  wurden 
die  ersten  Bischöfe  auf  dänischem  Boden  eingesetzt,  Hored 
für  Schleswig,  Liofdag  für  Ripen;  dazu  kam  ein  dritter  mit 
dem  Sitze  Aarhuus.  Sie  standen  unter  denk  hamburger 
Erzbischof  und  erschienen  mit  ihm  zuerst  (im  J.  >  946)  auf 
der  Ingelheimer  Synoden  Einige  Zeit  i^äter  (im  J.  965) 
ettheilte  ihnen  der  zum  Kaiser  erhobene  dratsi^he  König 


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29 

eine  Freibeit  fiir  aUes  ^wa&  in  der  Mark  oder  im  BeiA  der 
Dänen  ihren  Kirchea  eigenthümlieh  gehörte':  tin  Aiutfluds 
jetter  MnohlvoIIkoiiimenheU  wdcha  der  denteche  König  und 
Kaii^er  nach  der  Auffassung  der  Zeit  insonderheit  über  die 
Völker  und  Staaten  des  Nordeus  und  Ostens  zu  üben,  be^ 
rechtigt  war^  und  die  er  kein  Bedienken  trug,  auch  ohne 
ausdrückliche  Anerkennung  di»roh  die  einzelnen  Gewalten, 
^Kur. Geltung  zu  bringen  so  weit  er  könnte. 

Es  waren  übrigens  die  ueuen  Stiftungen  offenbar  mehr 
S{»rengel  für  missioniurische  Thäligkeit  als  fiknnlich  organi- 
sirte  Bisthflmer.  Nur  ganz  im  allgemmen  kann  der  Be^ 
reich  dw  eiozelnea  Bischöfe  gegen  einander  abgegrenzt 
sein.  JNoeh  oft  mussten  sie  in  Detttsehlani  eine  ZuAicht 
suchen.  Bs  waren  meist  deut^he  Geistliche;  doph  nahm 
man,  wenn  man  sie  finden  konnte,  lieber  nioch  eingebome 
Männer. 

D^bßi  gingen  diß  Kämpfe  zwischen  den  Aänw  und 
Dautoch^a  (ort.  Unter  Otto  l  fiel  der  Sachse  Herniaiui, 
der  mit  der-  Grcnzveirthaidigung'  im,  Norden  beauftragt  wsir 
und  später  berzogliohe  Rechte  in  einem  Theile  Sachsen» 
erhielt ,_  in  dänische  G^aitgenschaft.  Dagegen. erschienen 
auf  dem  lezteipi  Hoftag  d^s  Kaisers  Gesandte  ies  iimoh^ 
Köpigs,  welche  HHldigiong  boten  und.  Geschenke,  brachten^ 
die  man  ii^  Deut^cUafid  als  ciiiken  sdbuldigen  l!rib^t  hf^ 
Xrwihtßie.  V^fi  al^  wdi  Otto  I.  Tod ,  der  KAnig  Har^d  ^Ue 
deutsche  Mark:  angriff^- dÄe  ungelßgte  Feste.  enstürnAt^^di? 
deutschen  Ansiedeier  vertrieb,  zog  Otto  II.  förmlich  geg^ 
ihn  ^us;  (im  J.  974)»  und. es  Mm,  nun  z«  Kämpfen  die  in 
4opt^cl^9r.  mad  noi^disickQP  Üb^liejE^rung.  gefaieiet  sind.  Den 
{Itei^cli^p,  ]^li0l^  der:  Sieg.     IMr  KüjAg  Htrfild  wurdie  zu 


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30 

einem  Frieden  genöthigt,  in  dem  er  die  Oberhoheit  des 
deutschen  Kaisers  anerkannte;  er  selber  wandte  mh  dem 
Christenthum  zu  und  wusste  sich  in  dei  späteren  Jah^ 
ren  sogar  den  Ruhm  eines  eifrigen  Bekenners  und  Ver- 
breiters desselben  zu  erwerben.  Ja  als  später  die  An- 
hänger des  alten  Glaubens  unter  dem  eigenen  Sohn  des 
Harald  gegen  ihn  auftrat^  und  dieser  dann  in  den  foU 
genden  Kämpfen  seinen  Tod  fand;  erschien  er  fast  als  ein 
Märtyrer  für  den  wahren  Glauben. 

Noch  einmal  war  zu  jener  Zeit  das  Christenthum  im  dä- 
nischen Lande  ernstlich  gefährdet,  bis  es  endlich  durch  die 
Bekehrung  von  Huralds  Sohne  Svend  und  namenlMch  durch 
dessen  Sohn  und  Nachfolger  Knud  zur  allgemeinen  Aner<^ 
kennung  und  Herrschaft  erhoben  wurde.  Damals  aber  war 
der  angelsächsische  Einfluss  fast  stärker  ab  der  deutsche. 
Das  angelsächsische  Reich  war  den  dänischen  Königen  un*- 
terthan  geworden,  und  von  hier  aus  besonders  hielten  Sitte 
und  Lebensweise  der  christlich-abendländischen  Völker  und 
die  weiteren  Einrichtungen  der  Kirche  selbst  ihren  Einzug 
in  den  Norden;  Der  Veikehr  mit  der  Insel  wurde  zum  TheB 
auch  Ton  der  Westseite  des  jetzigen  Schleswig  aus  geführt. 
Es  kamen  Baumeister  und  wie  man  glaubt  auch  Baumateria-^ 
Ken  auf  dem  Seewege  ins  Land,  um  bereits  steinerne  Kir- 
chen an  die  Stelle  der  hölzernen  zu  setzen.  Doch  zogen 
Hin  dieselbe  Zeit  wohl  auch  schon  deutsche  Handwerker 
und  Kaufleutö  nabh  den  dänischen  Städten,  besonders  nlich 
Schleswig. 

Der  Kaiser  Konrad  H.  stand  mit  dem  König  Knud  in 
friedlichem  Einvernehmen.  Sein  Sohn  tleinrich  wuMe  mit 
Knuds  Tochter  Gunhilde  verlobt.    Schon  vorher  (im  J.  1026 

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31 


waren  beide  Könige  bei  einem  Zuge  nach  Italien  zusam- 
mengekommen, und  diese  Gelegenh^  wurde  von  Knud 
benutzt,  um  die  Abtretung  der  deutschen  Mark  an  der 
Schlei  zu  erlangen.  Es  schien  jetzt  von  den  christlioh  ge^ 
wordenen  Dünen  keine  Gefahr  zu  drohen;  die  Mark  hatte 
ihren  nächsten  Zweck  erfüllt.  Dem  bSlüngschen  Herzogs-«- 
hause  in  Sachsen,  unter  dem  sie  stand,  war  der  fränkisdi^ 
König  wenig  gewogen;  und  so  mochte  er  leicht  in  die 
Abtretung  willigen.  Doch  war  es  immer  eine  Schmähte*- 
rung  des  deutschen  Reichsgebiets,  das  eben  durdh  solche 
Marken  im  Osten  die  wichtigsten  Erweiterungen  erfahren 
hat.  Für  die  dänischen  Könige  galt  es  den  Erwerb  eines 
fruchtbaren  und  reicb^i  Landes,  das  nun  zum  grossen 
Theil  in  unmittelbares  Krongut,  Konungslef,  verwandelt 
wurde.  Auch  unterschied  man  dieses  'Land  zwischen 
Schlei  und  Eider'  von  dem  benachbarte  nördliche  6e« 
biete;  es  wurde  nicht  in  die  durchgehende  Eintheflung 
nach  Syssebi  und  Harden  aufgenommen.  Die  deutscheln 
Einrichtungen  hielten  sich  auch  in  mancher  andern  Be- 
ziehung: die  Ektheihmg  des  Feldes  nach  Hufen,  die  Bauart 
und  Einrichtung  der  Häuser  und  anderes  ti'agen  sächsisches 
Clepräge  an  i»ch.  Ein  Theil  des  Landes  ist  freilich  erst  jetzt 
und  später  in  Anbau  genommen;  doch  bat  dies  den  deut- 
schen Charakter  dieser'  Gegenden  nicht  verändern  kön^ 
nen.  -^  In  kircUicher  Beziehung  wurde  die  Mark  ohne 
Zweifel  jetzt  zuerst  unter  das  Stift  Schleswig  gelegt.  Sie 
stand  bisher  wahrscheinlich  unter  dem  Bisthum  welches 
Otto  I.  zu  Akienburf(Gldenbürg)  errichtet  hatte:  H^lmolds 
Nachridil  dass  Schleswig  selbst  eine  Zeitlang  diesem  zu«* 
gerechnet  wurde  erhält  so  ihre  firklärmg.  ... 


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82 

Während  aber  auf  diese  Weiise  das  dttnisohe  Element 
auf  der  Halbinsel  mir  stäriLer  zu  werden  schien,  hat  auch 
die  Herrschaft  der  Wetaden  im  ösäidken  Holstein. sich  zu 
höherer  Bedeutung  erhoben.  Unter  Heinrich  und. Otto  I. 
waren  die  Wagrier  und  die  übrigen  shtTischen  Stamme  an 
der  Ostsee  der  deutsehe» Herrschaft  unterworfen;  sienniss^ 
ten  die  YeriLündigung  des  Christentbms,  die  Einfuhrung 
kirchlicher  Institutionen  zugestehen:  eben  an  der  Stelle 
eines  alten  Heiligthums  des  Gottes  Prove  zu  Stargiard  caoitr- 
stand  das  neue  Bisthum  zu  Oldenburg;  die  slaviscke  Be- 
völkerung solke  dem  Bisdiof  eine  jäbrlidue  Abgehe  zah- 
len, von  jedem  Pfluge  Landes  ein  Maas  K<Nrn,  zwölf  Bündel 
Flachs,  zwölf  Stücke  Geld.  Ausaerdem  waren  demselben 
Besitzungen  zu  Buzu  (Bosau)  am.Plräier  See  angewiesen. 
Die  Abneigung  des  Volks  gegen  den  fremden  GlaAben  wurde 
aber  gesteigert  durch  d&^  Qass  gegen  solche  Zins;  und 
Abgaben  und  Dienste  welche  die  sächsischen  Herzoge  for«* 
derten  machten  den  deutschen  Binfluss  nicht  beliebter.. 

Als  daher  am  Ewie  von  Otto  II.  .Regierung  die  meisten 
westslavischeii  Stfimme  sich  gegen  die  säobaidche  Herrschaft 
erheben,  sind  auch. die  Wagrier  nicht  ruhig.  gfdxKefeen. 
Unter  ihrem  Fürsten  Histiwoii  traten  sie  feindtich  auf,  ver-* 
beeile»  die  benachbarten  deiirtS4Aen  Gebiete,  Aberfielen  ii^ 
zerstörten  Hambuirg  (im  J.  983).  In  der  näcbaten  Zeijt  sind 
dA9  Oldettburger  Bischöfe  meist  flüchtig  in .  d^r  Fremdet. 
Ihr  Werk  ist  damals,  oder  dqch  ia. der  .nächst  folgendei^ 
Zeit,  fest,  gfisnz,  wieder. vernichtefc  wordeUf  Die  Kirphen 
wiurdea'  zerstört,  4ie>  Priester  etsohkgen;  in  OMenbmig 
allein  sollen  60  gefengen  sein,  die. man,  die  Hände  auf 
dem  Rücken  gebunden,  durch  die  slavischen  Orte  schleppte 


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3$ 

und  dann  ai>mahlig  zu  Tode  marterte.  .Ganz  Nordabiqgien 
Terheerten  die  Slaven  mit  Feu^  und  Schwerdt.  Das  Hei- 
denthum  und  die  den  Deutschen  feindlichen  Gewalten  trium- 
phirten  damals  hier  im  Norden  der  Elbe. 

Erst  allmählig  kehrten  wieder  friedlichere  Verhältnisse 
zurück,  nickt  ohne  Einfluss  der  neuen  Ordnungen  die  in 
dem  Dänenreiche  sich  befestigt  hatten.  Hamburg  wurde 
von  dem  Erzbischof  Unwan  wieder  hergestellt^  das  dor* 
tige  Domcapitel  eingerichtet;  der  Erzbischof  baute  sich  hier 
eine  Burg,  eine  andere  der  sächsische  Herzog.  Als  Misti- 
weis  Enkel,  Gotschalk,  der  in  Lüneburg  erzogen,  dann  dem 
Dänenkönig  Knud  nach  England  gefolgt  war,  mit  dänischer 
Hülfe  zur  Herrschaft  in  Wagrien  kam,  erklärte  er  sich  ent- 
schieden für  das  Ghristenthum.  Eben  er  wurde  der  Grün* 
der  eines  bedeutenden  Reichs,  das  sich  auch  über  die  be- 
nachbarten slavischen  Gebiete  an  der  Südseite  der  Ostsee 
erstreckte,  und  das  mit  den  Interessen  der  Sittigung  und 
chrbtlicher  Bildung  auf  das  engste  verbunden  war.  'Da- 
mals, sagt  Adam  von  Bremen,  waren  die  Lande  voller  Kur- 
chen und  die  Kirchen  voller  Geistlichen.  Man  schickte  in 
alle  Lande  um  Arbeiter  zu  dem  Werke  herbeizurufen. 
Gotschalk  selbst  war  so  eifrig,  dass  er  seinen  Landsleuten 
in  slavischer  Sprache  die  Predigt  der  deutschen  Geistlichen 
verkündigte'. 

Diese  Wagrische  Herrschaft  hatte  mne  gewisse  Selb- 
.  ständigkeit;  doch  blieb  sie  im  Zusammenhang  mit  dem 
deutschen  Reich.  Den  sächsischen  Herzogen  war  Got- 
schalk fest  verbündet  und  genoss  ihres  Schutzes;  in  kirch- 
licher Be^dittiig  schloss  er  sich  dem  hamburger  Brz- 
bischof  an. 

L  3 

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34 

Wenn  aber  dieses  Gebiet  den  benachbarten  deutschen 
Landen  nur  enger  verbunden  ward,  so  schien  dagegen 
das  dänische  Reich  sich  mehr  und  mehr  von  denselben  ab- 
wenden zu  wollen.  Von  einer  Abhängigkeit  wie  sie  frü- 
her bestand  war  in  dieser  Zeit  nicht  die  Rede.  Die  dä- 
nischen Könige  des  Uten  Jahrhunderts,  Svend  Estrithson 
und  seine  Söhne,  welche  die  kirchlichen  Einrichtungen  ihres 
Reiches  vollendeten,  hatten  das  Verlangen,  auch  ein  eige- 
nes ErzbijMhum  für  den  Umfang  desselben  zn  erhalten  und 
so  das  Band  zu  lösen  welches  die  dänische  Kirche  an 
Deutschland  kntif^fte.  Nur  unter  Bedingungen  die  ihnen 
in  anderer  Weise  den  Einflsss  über  den  Norden  sicherten 
haben  die  hamburger  Erzbischöfe  darin  willigen  wollen. 
Aber  diese  sind  nicht  erfüllt;  ihr  Widerstreben  hat  nichts 
geholfen;  die  rönasche  Kirche  bot  bereitwillig  die  Hand  zu 
einer  unmittelbaren  Verbindung  mit  dem  Norden  und  zu  ei- 
ner Besdiränkung  d^  deutschen  Einflusses:  am  Anfang  des 
12ten  Jahrhunderts  ist  es  wirklich  dahin  gekommen,  dass 
Lund  der  Sitz  eines  dänischen  Erzbisthums  wurde.  Nor- 
wegen und  Schweden  sind  später  dem  Beispiel  gefolgt. 
Das  Erzbisthum  welches  an  der  Elbe  begründet  war  um 
von  hier  aus  alle  Lande  des  Nordens  mit  kirchlicher  Ge- 
walt zu  umfassen  und  ah  Deutschland  zu  knüpfen,  hat  sich 
jetzt  auf  die  engen  Grenzen  seiner  nächsten  Umgebung 
zurückziehen  müssen,  freilich  erst  nachdem  es  seine  Auf- 
gabe wesentlich  erfüllt  hatte. 

Auch  die  Schleswiger  Kirche  erhielt  jetzt  im  fernen 
Norden  ihren  geistlichen  Oberen.  Dieser  Theil  der  Halb- 
insel soUte  ebenfalls  von  Deutschtend  abgetrennit,  zu  den 
echtdänischen  Landen  hingezogen  werden. 


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85 

So  haben  Dich  die  YerhiltniMe  in  den  firükeren  Jahr- 
hunderten anf  den  Boden  des  jeiz^en  Holrtein  und  ScUes^ 
tvig  entwickelt:  m  gnuNler  Haitnigfaltigfceil,  unter  bedeu- 
tenden Wechseln  nationaler  mid  poUtisdier  Zustände.  Das 
deutsche  Element  ist  anfangs  vorherrschend  gewesen/  hat 
dann  aber  anderen  BeT61kerungen  neben  sich  Raum  geben 
müssen.  Unter  den  glorreichen  Herrschern  Deutschlands 
aus  sftchsischem  Geschlecht  hal  es  wieder  das  Überge- 
wicht gehabt.  Seitim  Uten  Jahrhundert  ein  anderes  mit- 
teldeutsches Haus  auf  den  Thron  gelangte ,  erlddet  es  in 
mancher  Beziehung  eine  Einschränkung.  Doch  hat  die 
Durchführung  des  Christenthums  und  die  Ausbreitung  der 
abendländischen  Cultur  in  diesen  Gegenden  immer  noch 
in  der  Verbindung  mit  Deutschland  ihre  Stütze  zu  suchen. 

Es  beginnt  bereits  die  allmählige  Auflösung  der  stär- 
keren politischen  Einheit  im  deutschen  Reiche.  Die  ein- 
zelnen Glieder  und  Theile,  die  Stämme  und  Landschaften, 
fangen  an  sich  selbständig  zu  entwickeln.  Wenn  dies  in 
viel^  Beziehung  wieder  zur  Hinderung  der  deutschen 
Macht  beiträgt,  so  zeigt  sich  doch  dabei,  welche  Fülle  von 
Leben  und  Kraß  oft  dem  kleinsten  Gliede  einwohnt.  Nicht 
am  wenigsten  aber  ist  das  bei  den  deutschen  Völkerschaf- 
ten nördlich  der  Elbe  der  Fall.  Sie  haben  nur  noch  vor- 
übergehend die  unmittelbare  Einwirkung  des  Reichsober- 
hauptes erfahren ;  meist  sind  sie  sich  selber  überlassen  ge- 
wesen. Aber  es  hat  nur  gedient  um  ihrer  Entwickelung 
einen  noch  selbständigeren  Charakter  zu  verleihen.  Auf 
dem  Grunde  der  gelegt  worden  war,  hat  sich  hier  ein 
reiches  historisches  Leben  entfaltet,  das  sich  bald  wieder 
über  die  eigenen  Grenzen  hinaus  erstreckte. 

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36 

Die  deutsdieii  Bewohner  iidrdKch  der  Elbe  haben  sich 
nicht  blos  in  dem  fast  nnablissigen  Kampf  mit  den  feind* 
liehen  Nachbarn  behauptet,  sondern  sie  sind  ihrer  anch 
fast  voOstindig  Hot  geworden.  Eine  bedentoide  Wieder- 
ansbreitung  des  deutschen  Elementes  hat  Her  stattgdnn- 
den,  und,  b^  geringer  Unterstützung  aus  dem  übrigen 
Deutschland,  zumebt  mit  den  KrUflen  die  hier  innerhalb 
enger  Grenzen  vorhanden  waren.  Die  Ausbildung  Hol- 
steins und  seiner  Städte,  die  Entstehung  des  Herzogthums 
Schleswig,  dann  die  Vereinigung  dieser  Lande  und  ihre 
weitere  gemeinsame  Entwickelung  änd  eben  hiervon  das 
Resultat. 


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Erstes  Bachk 


Scbleswig- Holsteins  VereinigoDg. 


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Erstes  Capitel 
HolsteiDs   Ausbildung« 


Das  Land  welches  später  zu  dem  Herzogthum  Holstein 
vereinigt  wurde  bestand  in  älterer  Zdt  aus  mehrten  un- 
ter sich  getrennten  und  wesaithch  verschiedenen  Land- 
schaften/ 

Einen  Theil  bildete  das  Gebiet  joier  wendischen  Wa- 
grier.  Es  zerfiel  wieder  in  kleinere  Districte  oder  Gaue, 
wie  sie  auch  sonst  unter  den  Slaven  vorkommen.  Olden- 
burg (Stargard)  und  Plön  (Plune)  waren  die  ältesten  Orte. 
Zwischen  dem  slavisch  gebliebenen  Wagrien  und  dem  säch- 
sischen Lande  lag  die  Mark,  welche  von  dem  kieler  Meer- 
busen bis  an  die  Elbe  sich  erstreckte,  östlich  von  der 
Zwentine,  dem  Plöner  See,  dem  Stocksee  und  der  Quelle 
der  Bille  begrenzt,  westlich  bis  an  die  Quellen  der  Eid^ 
Stör  und  Alster  reichend,  ein  schmaler  Strich  Landes,  in 
dem  aber  spfkter  zum  Theil  die  wichtigsten  Orte  des  Lan- 
des belegen  waren:  Kiel,  Preetz,  Bomhöved,  Segeberg 
und  OMesioe.  Der  Umfang  ergiebt  sieh  wenn  man  die 
Grenzen  des  späteren  Lübecker  (froher  Oldenburger)  Bis- 
thums  mit  der  östlichen  Grenzlinie  der  Ibrk  vergleicht, 
deren  ganzes  Gebiet  offenbar  dorthin  geredinet  wurde. 

Der  übrige  Theil  des  jetzigen  Holstein  zerfiel  in  drei  Gaue. 
Der  älteste  Bericht  des  Adam  von  Bremen  sagt:  'es  gab 

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40 

im  Vcrikenchaftn  uter  dai  sonhlbiiigischca  Sachsea, 
die  Tednangoi,  die  Hcricetae,  die  Stnnmii*.  Nack  all- 
germaaistker  Weise  encheiDt  da*  Gau  kio*  nodi  ab  das 
Gebiet  einer  besonderem  YöIkasdMt,  d.L  eines  sdbstin- 
digen  Theiles  innerhalb  da*  grosseren  Einheit  der  Stanune. 
Heuere  Forsdinng,  gestfitzt  nnichst  auf  die  Dentnng  dar 
Namen,  hat  in  diesen  Völkerschaften  drei  der  ihesten  nnd 
berühmtesten  Völker  Germaniens  wiedolinden  woQen,  in 
den  Dilmarschen  die  alten  Teutonen,  in  den  Stomarn  die 
Kimbern,  in  den  Höhten  die  diesen  eng  Yerbmidetten  Gha- 
mden.  Dann  wire  hier  der  Ausgangspunkt  aBer  dent- 
sdien  GescUcbte. 

Von  jenen  Völkerschaften  haben  die  Ditmarschen  im- 
mer den  andern  beiden  ferner  gestanden,  mit  nationaler 
Verschiedenheit  und  lange  auch  in  politischer  Sonderung. 
Die  ftltesten  Formen  des  Namens  (Thiatmaresgaho,  TUet- 
maresea,  Tedmarsgoi)  weisen  auf  die  Ableitung  tou  einem 
Thietmar  (Ditmar)  als  Vorsteher  des  Gaues  hin,  wie  sich 
ähnliches  wenigstens  bei  den  Unterabtheilungen  der  Gaue, 
den  Hundertschaften,  audi  anderswo  in  älta*er  Zeit  fin- 
det. Doch  kann  der  Schein  täuschen  und  ein  andere* 
Ursprung  des  Namens  begründet  sein,  dessen  erste  Hälfte 
namentlich  an  bedeutungsvolle  Bezeichnungen  aus  dem 
germanischen  Alterthum  anklingt.  Mit  der  Marsch,  die  ein 
Thefl  des  Volks  bewohnt,  hat  er  sicherlich  nichts  zu  thun.  — 
Das  Grafenhans  welches  zu  Stade  seinen  Sitz  hatte  scheint 
seine  Gewalt  schon  früh  über  diesen  Thefl  des  nordalbin* 
gischen  Landes  ausgedehnt  zu  haben.  Doch  ist  das  Nä- 
here nicht  bdiannt.  Im  Uten  Jahrhundert  werdoi  eigene 
Grafen  genannt.    Ob  diese  durch  eine  Theilung  im  stadi-* 


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41 

sehen  Haus  zu  diesem  Besitze  kamen  oder  ob  umgekehrt 
erst  nach  dem  Aussterben  dieser  Linie  eine  Vereinigung 
mit  der  Grafschaft  südlich  der  Elbe  statt  hatte,  wird  sich 
nicht  mehr  mit  Sicherheit  ermitteln  lassen.  Zwei  Grafen, 
Dedo  und  Etheler,  die  Gemahle  einer  Ida,  fanden  hier 
einen  gewaltsamen  Tod;  und  als  auch  der  Sohn  der  Ida  aus 
früherer  Ehe  gestorben  war,  fiel  das  Erbe  an  den  stadi- 
schen  Grafen  Udo,  der  zugleich  Markgraf  in  der  Nord- 
mark war.  Unter  seinen  Nachfolgern  ist  Ditmarschen  bis 
zum  Aussterben  des  Hauses  geblieben.  Dass  sich  der 
Erzbischof  von  Bremen  (im  J.  1062)  die  Grafischaft  des 
Udo  vom  Kaiser  schenken  liess,  hatte  zunächst  nur  die 
Folge  dass  der  Graf  zum  Vasallen  des  Erzbischofs  wurde, 
gab  aber  zugleich  einen  Anlass,  um  später  weitere  An- 
sprüche auf  den  Besitz  derselben  zu  erheben.  —  Die  äl- 
teste Kirche  im  Lande  war  Meldorf  (Milinthorp),  die  Burg, 
welche  wahrscheinlich  dem  Grafen  zum  Schutz  und  An- 
haltspunkt diente,  die  Bökelnburg  (Bokeldeborg),  auf  einer 
Höhe  der  Geest,  beim  Flecken  Burg.  —  Das  Volk  zeichnete 
sich  aus  durch  trotzige  Kraft;  wenigstens  wird  fast  nur 
berichtet,  dass  seine  Grafen  ein  gewaltsames  Ende  fanden. 
Dass  sich  hier  Einrichtungen  und  Rechtsverhältnisse  in  we- 
sentlichem Anschluss  an  die  altgermanische  Verfassung  er- 
hielten, wird  durch  die  späteren  Zustände  wahrscheinlich. 
Doch  reicht  keine  bestimmte  Überlieferung  bis  in  die  frü- 
heren Jahrhunderte  des  Mittelalters  hinauf. 

Die  Eibmarschen  von  Wüster,  Krempe  und  Haseldorf 
werden  von  dem  eigentlichen  Holstein  und  Stormam  unter- 
sdiieden;  erst  später  scheint  es  hat  man  sie  diesen  Land- 
schaften zugetheilt.    Sie  gewannen  an  Bedeutung,  als  man 


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42 

das  Land  gegen  die  Fluth,  die  sieh  die  Elbe  hoch  hinauf 
erstreckt,  zu  deichen  lernte.  Doch  sind  auch  spät  njoch 
ganze  Dorfsdiaften  weggeschwemmt  worden. 

D^r  Gan  der  Holsten  (Holsati,  Holcetae)  erstredete  sich 
von  der  Ostseite  Ditmarschens  an,  wo  die  Holstenau  und  Gie* 
selau  die  Grenze  bildeten,  nördlich  bis  an  die  Eider,  ösdtch 
über  die  Stör  hinaus  bis  nahe  an  die  Quellen  der  Alster. 
Es  ist  der  Haupttheil  des  Landes,  schon  nach  alter  Er* 
klärung  von  den  Holze  benannt  mit  dem  es  dicht  bewach- 
sen war.  Seine  älteste  Kirche  war  Schenefeld  (Scane- 
felde),  seine  wichtigste  Burg  die  Esseveldoburg  oder  Eses- 
felth  (Itzehoe). 

Den  südlichen  Theil  des  Landes  dagegen  um  die  Pinnau 
und  Alster  östlich  bis  zur  Bille  hatten  die  Stormarn  (Stur- 
marii)  inne.  Sie  werden  die  edleren  genannt,  und  ihren 
Namen  bezieht  der  älteste  Geschichtschreiber  auf  die  Stürme 
denen  sie  ausgesetzt  waren.  Selbst  in  die  deutsche  Hel- 
densage fand  ihr  Name  Eingang,  wo  in  der  Gudrun  Wate 
von  Sturmlant  oder  Stürmen  auftritt.  Später  erhielt  sich 
eine  Erinnerung  dass  Stormarn  das  angesehenere  Land  sei : 
hierauf  bezog  sieh  zuerst  der  fürstliche  Titel  des  regie- 
renden Hauses.  Hamburg  mit  seiner  erzbischöflichen  Kirche 
und  seinen  Burgen  des  Erzbischofs  und  Herzogs  lag  in 
diesem  Gau. 

In  politischer  Beziehung  sind  die  Lande  der  Holsten 
und  Stormarn  früh  schon  verbunden  word^i.  Die  Graf- 
schaft hatte  hier  wie  in  dem  südlich  der  Elbe  gegenüber- 
liegenden Bardengau  das  billungsche  Haus,  das  zugleich 
die  wendische  Mark  und  die  Aufsicht  über  Wagrien  und 
die  benachbarten  Landschaften   unter   sich  hatte;  und  so 


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43 

lange  die  dänische  Hark  bei  Deutschland  war^  stand  ohne 
Zweifel  avch  diese  unter  seiner  Gewalt.  Jene  beiden  Gaue 
waren  als  Cbrenzdistricte,  wie  das  regelmässig  zu  gesche-* 
hen  pflegte  y  mit  der  benachbarten  Markvertheidigung  in 
einer  Hand  verbunden.  Ausserdem  war  das  biHungsche 
Geschlecht  im  Besitz  d^  herzoglichen  Würde  über  Sachsen. 
Es  ernannte  dann  Stellvertreter^  welche  die  gräflichen  Rechte 
und  Geschäfte  in  den  nordalbingischen  Landen  ausübten. 
Diese  Vicegrafen  hatten ^  wie  es  scheint,  ihren  Sitz  regel-« 
massig  in  Hamburg,  von  dem  sie  deshalb  auch  wohl  be- 
nannt worden  sind.  Am  Ausgang  des  Uten  Jahrhunderts 
werden  ein  Graf  Heinrich  und  sein  Sohn  Gotfried  erwähnt. 
Ob  sie  blos  Stormarn  oder  auch  das  eigentliche  Holstein 
unter  sich  hatten,  ist  nicht  ganz  deutlich.  Doch  ist  das 
letztere  wahrscheinlich,  da  beide  Landschaften  nachher  im-* 
mer  vereinigt  waren. 

Dagegen  gab  es  später  für  jeden  Gau  einen  besonde- 
ren Overboden  (praefectus) ,  dessen  Stellung  mit  den  alten 
Gerichtsversammlungen  der  Gaue  zusammenhängen  wird. 
Er  war  wohl  der  Stellvertreter  des  Grafen  auf  dem  all- 
gemeinen Ding.  Wo  aber  die  alten  Versammlungsstätten 
der  beiden  Gaue  waren,  ist  bisher  nicht  hinlänglich  er- 
mittelt worden.  In  Holstein  werden  allgemeine  Zusam- 
menkünfte zuerst  in  Locstedt  erwähnt,  dann  aber  auch  an 
andern  Orten;  für  Stormarn  fehlt  es  an  allen  näheren 
Angaben. 

Die  Unterabtheilungen  der  Gaue  sind  die  alten  Kirch- 
spiele. Diese  kirdUichd  Eintheilung  schloss  sich  wahr- 
scheinlich an  eine  ältere  politische  an;  später  wird  aber 
zwischen  beiden  nicht  unterschieden. 


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44 

Spuren  einer  andern  Eintheilung  sind^  dass  einmal  vier 
Vorsteher  des  Landes  (legati  prorinciae]  genannt  werden, 
dass  ein  ander  Mal  das  Aufgebot  in  acht  Theile  zerfiel. 

Alle  drei  Gaue  standen  in  kirchlicher  Beziehung  unter 
dem  Hamburger  Sprengel.  Die  Er^bischöfe  hatten  ein- 
zelne Besitzungen  nördlich  der  Elbe,  Güter  in  Ditmarschen, 
dann  einen  Theil  der  Stadt  Hamburg  und  in  seiner  Nähe 
den  Sülberg.  Als  sie  im  Uten  Jahrhundert,  zunächst 
wegen  der  kirchlichen  Verhältnisse,  diesen  Landen  wie- 
der eine  grössere  Aufmerksamkeit  zuwandten,  haben  sie 
auf  jenem  Berge  erst  eine  Propstei,  dann  eine  Burg  erbauen 
lassen.  Man  schrieb  es  der  Eifersucht  des  Herzogs  zu, 
dass  das  umwohnende  Volk,  erbittert  über  die  Räubereien 
welche  die  Besatzung  sich  erlaubte,  die  Burg  zerstörte. 
Der  Herzog  liess  um  dieselbe  Zeit  die  sogenannte  Neue 
Burg  an  der  Alster  bei  Hamburg  befestigen,  um  von  hier- 
aus den  Erzbischof  beobachten  und4hm  das  Gegengewicht 
halten  zu  können.  Daselbst  hatte  dann  auch  der  Vicegraf 
seinen  Sitz. 

Es  waren  die  Zeiten  des  Erzbischofs  Adalbert,  der  mit 
kühnem  und  stolzem  Sinn  die  Angelegenheiten  Deutsch- 
lands unter  dem  schwachen  Heinrich  IV.  zu  leiten  versuchte 
und  zugleich  die  nordischen  und  slavischen  Verhältnisse 
mit  umfassendem  Geiste  in  das  Bereich  seiner  Thätigkeit 
zog.  An  Gotschalks  Bestrebungen  in  Wagrien,  an  der 
völligen  Durchführung  kirchlicher  Einrichtungen  durch 
Svend  Estrithson  in  Dänemark  nahm  er  lebhaften  Antheil. 
Wenn  er  diesem  die  Gründung  eines  eigenen  Erzbisthums 
für  sein  Reich  zugestand,  so  sollte  ihn  die  Würde  eines 
Patriarchen  über  den  Norden  entschädigen.      Ausserdem 


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45 

gedachte  er  die  Zahl  der  ihm  unterworfenen  Bisthümer 
in  den  deutschen  und  slavischen  Landen  bis  auf  zwölf  zu 
bringen,  damit  sein  Erzbisthum  auch  so  den  canonischen 
Vorschriften  entspreche.  Nördlich  der  Elbe  woUte  er  auf 
slavischem  Boden  dem  Oldenburger  Bisthum  ein  zweites 
in  Ratzeburg  hinzufügen ,  zwei  andere  aber  in  Heiligen- 
stedten  und  Pahlen  an  der  Eider  errichten.  Der  Plan  sank 
hin  wie  andere  Entwürfe  des  hochgreifenden  Mannes,  als 
die  Versammlung  der  deutschen  Fürsten  ihm  seine  Stel- 
lung beim  Kaiser  entzog  und  unmittelbar  darauf  auch  die 
Herrschaft  seines  Schützlings  Gotschalk  von  heidnischen 
Gegnern  gestürzt  wurde  (im  J.  1066). 

Eine  neue  gewaltsame  Erschütterung  aller  Verhältnisse 
im  nordalbingischen  Lande  trat  ein.  Nicht  blos  dass  das 
Heidenthum  in  Wagrien  überall  hergestellt,  die  Geistlichen 
vertrieben  oder  getödtet,  die  Kirchen  zerstört  wurden: 
auch  die  benachbarten  sächsischen  Gegenden  haben  schwer 
gelitten.  Hamburg  wurde  eingenommen  und  der  Verwüstung 
übergeben.  Fast  alle  Stormarn,  heisst  es,  wurden  getödtei 
oder  in  die  Gefangenschaft  geschleppt.  Auch  Schleswig, 
der  Sitz  eines  Bisthums,  soll  von  den  Slaven  überfallen  und 
völlig  zerstört  worden  sein.  Deutsche  und  Dänen  stan- 
den damals  als  Bekenner  des  Christenthums  gemeinsam 
den  heidnischen  Slaven  gegenüber.  Aber  eine  Zeitlang 
hatten  diese  das  Übergewicht.  Als  Gotschalks  Sohn  mit 
600  Männern  aus  dem  Bardengau,  die  ihm  der  Herzog 
Ordulf  zur  Hülfe  gegeben  hatte,  zu  Plön  belagert,  zur 
Übergabe  genöthigt  und  dann  erschlagen  worden  war, 
sah  sich  das.nordalbingische  Land  in  grösster  Bedrängnisse 
die  Hülfe  der  Ditmarschen  Holsten  und  Stormarn  war  zur 


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46 

Umkebr  bewogen,  und  jetzt  musste  die  sächsische  Be- 
völkerung dieser  Gegenden  sich  die  Schonung  der  Feinde 
mit  Tribut  erkaufen.  Aber  das  Land  verödete  ^  es  füllte 
sich  mit  Räubern;  die  Unsicherheit  war  so  gross  dass  600 
Familien  die  Heimath  verliessen  und  nach  dem  Harze  zo- 
gen. Das  oldenburger  Bisthum  ist  60  Jahre  lang  unbe- 
setzt geblieben. 

Es  ist  nicht  viel  später  dass  emem  dänischen  Prinzen^ 
Björn,  einem  Sohne  Svend  Estrithsons,  eine  Unterwerfung 
von  Ditmarschen  und  Holsten  nachgCTühmt  wird.  Um  diese 
Herrschaft  zu  sichern,  heisst  es,  habe  er  eine  Burg  auf 
einer  Eiderinsel  gebaut,  wie  man  annimmt  an  der  SteBe 
wo  später  Rendsburg  stand. 

Es  sind  die  Zeiten  innerer  Zwietradtt  im  däutschen 
Reiche  da  diese  nördlichen  Gegenden  soldien  Gefahren 
preisgegeben  waren:  wie  unter  den  Söhnen  Ludwig  des 
Frommen,  während  der  Minderjährigkeit  Otto  HL,  so  jetzt 
da  die  Könige  aus  dem  fränkischen  Hause  mit  den  Für- 
sten, und  vornemlich  den  sächsischen,  stritten.  Soll  doch 
Heinrich  lY.  so  weit  gegangen  sein,  dass  er  dem  dänisdben 
König  das  nordelbisehe  Land  und  die  Stader  &«fsclnift  an- 
bot für  Hülfe  welche  dieser  gegen  die  Sachse  versprach, 
die  aber  am  Ende  das  dänische  \olk  gegen  £e  aiben  Nach- 
barn nicht  leisten  wollt«.  Ähidiches  ist  auch  in  späteren 
Zeiten  wiedergekehrt.  Doch  haben  sich  dann  diese  Lande 
meist  auch  mit  eigenen  Kräften  wieder  zu  erheben  gewusst. 

Des  Björn  Herrschaft  fand  wenigstens  mit  semem  T^de 
ein  Ende.  In  Wagrien  aber  bahnte  zunächst  der  dänische 
Einfluss  eine  Veränderung  an.  Heinrich,  Gotschalks  anderer 
Sohn,  der  in  Dänemark  Hülfe  gefunden  hatte,  kam  zuerst 

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47 

in  einem  Thefle  Wagriens,  dann  nach  Ermordung  ies  Geg- 
ners im  ganzen  Lande  znr  Herrschaft.  Und  er  trat  nnn 
alsbald  in  die  Fassstapfen  seines  Vaters,  erkannte  die  Ober- 
herrschaft des  sächsischen  Herzogs  an,  und  erhielt  dafür 
die  Hülfe  der  nordalbingischen  Sachsen,  die  ihm  in  der 
Schlacht  bei  Smilow  gegen  fdndUche  östliche  Stämme  zur 
S^e  standen.  Es  war  das  Ende  des  Uten  Jahrhunderts 
wo  dieser  neue  Umschwung  erfolgte,  der  auch  für  Hol- 
stein und  Stormam  folgenreich  ward. 

Allerdings  behidt  das  wagrische  Reidi  das  Übergewicht 
in  den  Verhältnissen  dieser  Gebiete.  Heinrich  stand  im  höch- 
sten Ansehn;  er  wurde  König  genannt  im  ganzen  Lande 
der  Slaven  und  Nordalbinger.  Diese  mifösten  ihm  bei  sei- 
nen Heerfahrten  Hülfe  leisten;  fast  erschien  er  auch  als  ihr 
Herr.  Und  doch  wurde  es  nicht  verhindert  dass  slayische 
Räuber  noch  einmri  die  StadI  Hamburg  überfielen.  Als 
d^  Graf  Crotfried,  Henrichs  Sohn,  sie  verfolgte,  wurde  er 
besiegt  und  selbst  erschlagen  (im  J.  1110,  Novemb.  2). 

Heinrich  bekannte  sich  zum  Christenthum  und  er  be- 
günstigte es,  weil  er  mit  Hülfe  desselben  die  widerstre- 
benden Feinde  zu  unterwerfen  gedachte.  Doch  trat  er 
bAut(^m  auf:  er  wusste  auch  dass  die  Herrschaft  seines 
Vaters  besond^s  aus  Hass  gegen  den  neuen  Glauben  ge- 
stürmt worden  war.  Nur  zu  Lübeck  (Lubice)  war  eine 
Kirche.  Hier  am  Zusammenfluss  der  Schwartau  und  Trave 
hielt  Heinrich  Hof,  während  sein  Gegner  Krnko  nicht  weit 
davon,  am  Zusammenfluss  der  Trave  und  Wakenitz,  an 
einem  Ort  B«€U  genannt^  seinen  Sitz  gehabt  hatte.  Schon 
damals,  scheint  es,  war  dort  ein  lebhafter  Handdsverkehr^ 
der  unter  dem  Schutz  des  Fürsten  zunahm. 


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48 

So  bedMte&d  es  akcr  a«d  scn  ■•cüc,  im$  Uer  der 
Versuch  gemM^t  wvd  der  dtvischeB  BeTölkcnBg  durch 
eioen  FOrslea  av  ihrer  eigcaeB  IGlte,  aid  ht  m  An- 
scUvss  u  die  besachberte  deutsche  BerrsiAaft,  die  EteneBte 
der  Sütiguig  wmt  weilocr  AvshiMvif  nntragea:  so  nnss 
es  doch  fiir  Devtsddaads  Estwkfcetauig  ab  gtastiger  er- 
scheiseii^  dass  lichl  dies«*  Gaof  riagphaüf«,  wJfm  die 
deutsche  Barschaft  UMiittdbariwrGetoiiifyhnwAl  wurde. 
Noch  wareu  die  Deutscheu  tou  deu  Kistaa  der  Ostsee,  den 
iltesteu  Staeu  ihrer  Torfihreii,  ausfeschkssciL  Nur  Sla- 
veu  und  Dinen  beiuhren  sie  nut  ihren  Schiüen,  und  wenn 
deutsche  KauBeute  an  des  Teritehr  nut  den  ösdkhen  Kn- 
Sien  theOnahnen,  so  fddlen  ihnen  ioA  die  eigenen  SdbMk 
und  Häfen.  Oft  genug  störten  jene  am*  dur«k  heftige 
Kimipfe  und  gegenseitige  Raubzuge  die  SicherheH  des  Hau- 
dds.    W^  gab  es  noch  grosse  Auigaben  xu  lösen. 

Für  die  ganxe  EntwickehBig  des  nordtIbiBgrrfhfn  Lan- 
des ist  es  aber  von  d«r  grösslen  Wichügkeil  geunurden, 
dass  na<A  des  Cärafn  Gotfried  Tode  die  GrafisAaft  der  bei- 
den Gaue  Hoktein  und  Slonnam  eines  Manne  ibertragcn 
wurde,  dessen  Geschlecht  sidi  durch  Thitigkeil, 
sigen  Eifar,  bdnrrlichai  Sinn  umd  Thatfcraft,  den 
lidurten  NaM»  in  der  Geschichte  oworben  haL 

Horxog  Lothar,  der  den  ktilen  Mlunger  is  Hosog- 
thua  Sachsen  gefolgt  war  vin  J.  1106],  gab  die  erledigte 
GraiM^aft  des  Adolf  tou  Schanenbvf  . 

Das  Haus  da*  Schauenburger,  nut  dessen  GeschM^«  die 
YcAümisw  Hfrisleins  und  s|Nlter  Sddeswigs  nuf 
TCfbunden  sind,  hatte  seine  Beätznngen  an  der  Wc 
wo  es  das  Sddoss  Schauenburg  baute,  d»  mA  jetxl 


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•49 

schöne  Ruhie  lim  Thai  bei  Riiitdn  bfldei  Der  Ur8|»*ung 
der  Familie  ist:  nicht  bekannt.  Sie  scheint  von  allem  sttdl«- 
sischen  Add  herzustammen.  Spdtoe  ÜberiieCsnug  ersäUte, 
dass  sie.  früher  MerrHi  von  Santersleben  waren  und  voii 
Komrad  n.  gräfliche  Rechte  in  ihren  Besüsnngen  »  der 
Weser  eriangten;  doch  stehen  dem  sehr  erhebliche .  Be*- 
denken  en^egen;  von  dner  solchen  Grafschaft  wenigstens 
lässt  sick  nichts  nachweisen.  Was  jetzt  den  Heraog  Lo^ 
Ihar  bewog;  diesem  Hanse  die  entfernte  Vicegrafschaft  ndrd«* 
lieh  der  Elbe  zu  übertragen,  wird  ebenso  wenig  gesagt. 
So  verhältiiissmässig  usbedetttend  aber  die  Sadie  damals 
erschmen  mochte,  so  folgenreich  ist  sie  im  Lauf  der  Zei-^ 
ten  geworden. 

Adolf  I.  war  g^ich  eine  Persönlichkeit,  die  sich  in  den 
verwickelten  Verhältnissen,  lUe  er  vorfand ,  wohl  geltend 
zu  madien-wttsste,  die  jedenfalls  bedeutender  hervortritt 
als  es  bei  seinen  Vorgängern  der  FaH  gewesen  war«  An- 
fangs unterstützt  er  den  wagrisehen  Fürsten  Heinrich  bei 
dessen  weiteren  Kämpfen  mit  den  dsdichen  Slaven,  die  zum 
Thdl  von  den  Dänen  gegen  ihn  anfigeboten  sein  sollen,  da 
diese  in  Feindschaift  mit  Heinridb  und  seiner  Herrschaft  ge- 
kommen waren.  Doch  wurde  wieder  ein  friedliches  Ver- 
hältniss  angebahnt,  als  der  dänische  Prtez  Knud  eine  her- 
zogliche SteUung  im  südliche  Th^e  der  Halbinsel  zugleich 
mit  der  Verpflichtung  zum  Schutz  des  Reiches  gegen  die 
^ven  empfing.  In  den  letzten  Tagen  des  Heinrich  stan- 
den Wenden  Dänen  und  Deutsche  friedlich  n^en  einan- 
der: Knud  und  Heinrich  vertraten  beide  dieselben  Inter- 
essen der  gesetzlichen  Ordnung  und  Sittigung.  Adolf 
blieb  ihnen  verbündet. zur  Seite. 
I.  4 

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(BD 

Da  bntcbte  Heinrich«  Tod  eiheft  neuen  Wechsel  der 
IXiige.(WBhi8cheinlidi  IM  J.  1124  oder  1185,  Harz  22). 
Die  Sühne.  vMßbe  er  iiikiterliess  wqMmi  doA  nicht  zu 
behatapten.  W8«  der  Voter  gegründel  hiAe.  W&hrend  sie 
imeittf  nm  -.  die  Herrschaft  stritten,  warfen  die  ösdiden 
«laVischen  SIttmmerdie  Abhängigkeit  von  sich  in  der  sie 
üuletzt  geslAndai  hatten;  und. bald  fanden  jene  einen  ge-^ 
waltsftmen  Tod:  der  !eine  Knud  wurde  in  Lüit|enbürg  -er-^ 
fltord^;  den  andern  Zuentipnic  ^nrachlug  ein  Holste,  und 
auch  sein  Sohn  wurde  zu  Erteneburg  getödtet:  So.sintea 
die  INhchkommea  des  Gotfried  rasch  hmter  raiiander  in  das 
GrAy  und  es  eriosbh  ein  GesiMecht  das  den  Versuch  ge^ 
macht  hatte,  seinem  Volke  eine  selbständige  politische  Ent^ 
Wickelung  in  den  Bahnen  d^  abeadäindischen  Cultur  zu 
Verschaffen.  Dass  dieser  rereiteit  wurde,  bat  über  das 
Sdiicksal  der  Wenden  in  diesen  Gegenden  entschieden. 
Hinfort  war  niaht  BekArung  und  Sittigung,  sondern  Austrei* 
bung  und  Vertilgung  das  Sohidcsal  welches  diesen  westKchen 
Ausläufern  deK;  grossen  slaviscflien  Stammes  bereitet  wurde. 

Zunäelat  wurde  vtw  Lothar,  d^r  eben  damals  (im  J. 
1126)  die  deut»^  KftnigsWürde  eriangte,  die  Herrsdiaft 
im  Wendenlande  mit  ktaigüchem  Titel  iem  dänischen  ¥xm^ 
zw  und  HJ^£(^  z«  Behleswig  Knud  übertragen,  der  auf 
diese  Weise  seine  Maeit  wesentlich  ausdehnte,  zugleidi 
aber^  der  Vasall  des  deutschen  Königs  wurde.  Es  hat  dies 
auf  seine  St^ung  im  südliehmi  Thdie  des  Reiches  Däne^ 
imA  und  auf  sein  V^hältUBs  zum  dänisdien  König  einen 
bedeutenden  Ebfluss  gehabt,  wie  spätiM*  darfelegt  werde» 
sofi;  es  i0l  aber  auch  für  die  VerhlOtnisse  des  holstein-^ 
sehen  Landes  und  seines  Grafen  yon  Wicbti^eit  gewesen. 


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S51 

Die  däiiisdie  «ndivendisclie  IbMdit -auf  4ler  Hidinsel 
waren  in  «iner  Hand  vereinigt^  und  wenn  auch  ihr  Irfliiber 
den  deulschen  Kömg  als  Otorhenm  anerkasate,  so  mnaste 
doch  seine  Gewak  Aeok  benacUbarten  Gnifen  als  sehr.f e* 
föhrlich  erscheinen.  Wieder  hol  Knnd  di6  flolsten  auf  für 
seiae  Kriege  gegen  die  feindlieben  Wenden.  Die  beidM 
Fürsten  waren  aber  gespanid.  Kmid  wollte  ^inb  Fesle  iaiif 
dem  Alberg  anlcfgen,  offenbar  in  dem  Gebiet  der  alten  sbn 
vificben  Mark.  Adolf  ^  wahiischeinlieh  weil  er  dieses  M 
seiner  Hmrsdiaft  rechnete^  liess  die  Besalanng  heidalich 
gefangen  ndbmen;  ,er  fürchlete;  hei«»t  es,  von  Kund  un*- 
terdräokt  iu  werden.  Nicht  lange  daranf  aber  (im  J.  1128; 
Novemb.  13)  ist  Graf  Adotf  gestorben. 

Die  Nachfolge  in  der  Grafschaft  wurde ,  wie  in  aUen 
Lehen^  ak  arblioh  angesd&en.  Sie  war  dem  altestett  Söhne 
Härtung  bestimmt  gewesen,  der  aber  kurz  vorher  (im  J. 
1126,  Febr.)  auf  ekiem  Zuge  Lothars  nach  Böhmen  ge* 
fallen  war.  So  kam  die  Gri^haft  an  den  jttngem  Sohn 
Adolf  (ü.),  der  frfibar  d^m  geistlieken  Stand  besfimmt  wop<- 
den  war  und  dedialb  .eine  gelahrte  Bildung  eiiialten  hatte: 
der  lateinisohe»  und  der  slaviSchen.Spracie  war  er  mäek- 
lig.  Bei  des  Wters  Tod  ab^  niiss  er.  noch  nindeijShrig 
gewesen  sein^  d^m  sdne  Mutter  hatte  eine  Zeitlang  die 
Verwaltung  der  GrafsidMit;  ihr  wird  naehg^ühmt,  dass  sie 
Haihburg  mit  Manervrerk  gegen  die  Angriffe  d«r  F^eindo 
befestigen  Hess.  Später  zeigte  sieh  Ad<df ,  ausgezeichnet 
durch  peraikodiche  Eigenscloflen^  Ids  einen  der  bedeu«* 
tendsten  in  der  Reihe,  der  SchaueM^urgischeU. Grafen;  Wd 
die  wichtigstea  Begebenheiten  sind  eben  in  seine  ZeSt  gi^-* 
fWlen. 

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52 

Bisn  ersten.  Anlags  gtb  die  Brmonluiig  des  Herzogs 
und  Königs  Knnd  durch  seioea  Veiter  den  dänischen  Kö* 
nigssohn  Magnus.  Es  war  das  folgenreich  für  Dänemark, 
aber  auch  für  das  Wend^and  und  Holstein.  Denn  nun 
ward  noch  ein  letztes  Mal  unter  einheimischen  dem  Chri- 
stenthum  feindlichen  Fürsten^  in  Wagrien  und  dem  benach- 
barten Polabeiäande  (Lauenburg)  unter  Pribisiaus,  in  dem 
östlidien  Gebiet  der  Abodriten  unter  Niciot;  das  Heiden- 
thum  und  die  alte  Sitte  wieder  eingeführt.  Mutige  Opfer 
auch  gefangener  Christen  wurden  den  Göttern  dargebracht, 
und  wie  alle  Restauration  das  Maass  des  Natürlichen  und 
Hergebrachten  überschreitet,  so  scheint  auch  hier  der  alte 
Cultus  nur  schroffer  und  grauidger  hergestdlt  zu  sein  als 
früher. 

Dem  gegenüber  aber  steht  die  Wirksamkeit  eines  Hänf- 
nes den  dieser  Theil  Holsteins  als  seinen  eigentiichen  Chri- 
stenbekehrer  yerehrt.  Schon  in  den  letzten  Zeiten  des 
Fürsten  Heinrich  war  Vicelin,  ein  Geisdicher  aus  Hameln, 
der  in  Fadeiiiom  und  Bremen  und  später  in  französischen 
Schiden  sekie  geistliche  Bfldung  empfangen  und  sich  dann 
der  Verküniägttng  des  Christeiithums  gewidmet  hatte,  ins 
Land  gekommen,  und  ihm  war  damals  die  Lübecker  Kirche, 
die  ebizige  in  Heinrichs  Reidi,  td>ertr«gen.  Nach  dessen 
Tode  aber  zog  Vicehn  sich  hier  zurück  und  übernahm  die 
SteBe  emes  Pfarrers  zu  Wipendorf  im  District  Faldera, 
hart  an  der  Grenze  der  alten  slarisehen  Mark.  Auch  in 
Holstein  lagen  nach  den  leteten  VerwüsMingen  kirchliche 
Ordnung  und  Sitte  danieder.  Vicelin  aber  gründete  dort 
eine  Congregation  die  den  Namen  des  Noyu»  mönasterium 
(Neumünster)  empfing,    und  die  sich  dann  der  Predigt  in 


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53 

den  umliegenden  Gebietoi  und  der  Bekelirung  des  benaeh"* 
bfurten  Wagiieifö  widmete*  Seine  und  seiner  Begl^er  stffie 
Thätigkelt  ist  das  rechte  Gegenbild  zu  den  Stürmen  wel- 
che fortwährend  das  Land  bewegten;  sie  verleiht  in  Hei- 
molds  ausfährlicher  Sohädmrung  d^  Geschichte  dieser  Jahre 
einen  dgenthümliehen  Reiz,  der  sich  bei  einer  mehr  alt« 
gememen  Auffassung  der  Ereignisse  nicht  woU  wiederge^ 
ben  Idsst. 

Der  Kaiser  Lotiiar,  sein  Vasall  der  Graf  Adolf,  und 
auch  der  Bremer  Erzbischof  ertheilten  dem  Viedin  ihren 
Schutz  und  verliehen  seinen  Stiftungen  wichtige  Privilegien; 
besonders  in  den  ffibmarschen  ^tudt  er  bedeutende  Be* 
Sitzungen,  die  ihm  auch  als  Zuiucht  in  g^ährliiAen  Zeiten 
gedient  haben  sollen.  Nftehst  den  hamburger  Uifcunden  sind 
dies  fastedie  ältesten  wdche  sieh  aus  diesen  Lande  erhai^^ 
ten  haben,  jetzt  wie  die  meisten  Denkmäler  desselben  nach 
Kopenhagen  gebracht  und  dadurch  dem  beimathKchen  Bo- 
den entfremdet. 

Zum  Schutz  Holsteins  Hess  Lothar  den  Alberg  befesti- 
gen, auf  dem  sich  die  Burg  Sigeberg  (Segeberg)  erhob,  an 
deren  Bau,  wie  es  heisst,  das  ganze  Volk  der  Nordalbin- 
ger  und  selbst  die  Fürsten  der  Slaven,  diese  aber  unwil- 
lig und  gezwungen,  theilnehmen  mussten.  An  detti  Puss 
des  Berges  MOirde  eine  neue  Kirche  gebaut  und  von  dem 
Kaiser  mit  Gütern  ausgestattet.  Er  übergab  sie  und  auch 
die  Lübecker  wieder  dem  Vicelin,  welcher  Priester  fiir  die 
einzelnen  Orte  ernannte. 

Lothars  Tod  (un  J.  1137)  hatte  die  Folge  dass  auch 
dieses  Land  mehr  hoch  eis  früher  in  di^  aBgemeiiien  Ver- 
hältnislse  und  Kämpfe  Deutschlands  verwickelt  wurde.    Der 

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54 

feindliGiiie  Gegensate  der  beiden  Gesohlechler,  der  SUmier 
vad  Wetfen,  wdcher  lalb  Säiropa  in  seineii  Wecbielfftllm. 
^griff,  hat  auch  hier  bedeutend  eingewirkt. 

Der  Schwiegersohn  Lotbars,  der  Weife  Heinrich  (der 
Stolse)  war  auch  mit  dem  sächsisdien  Herzogthum  belie^ 
hen  wontei^  wo  er  auBserdem  die  Erbgillter  mehrarer  er- 
loschener Geschlechter,  andi  efaien  Thefl  wenigstens  der 
biUungschen,  an  sich  brachte.  Bei  der  deutschen  fi(nigs- 
wahl  aber  "ward  er,  der  michfigste  nilter  den  deutsdien 
Fürsten,  Hbergmigen;  und  als  dem  Staufer  Konrad  die  Krone 
übertragen  war,  gedachte  diei^r  den  stolaen  Gegner  wei- 
ter zu  demilAigen:  das  sächsische  fierzoglkum  ward  ihm 
abgesprochen,  da  es  wider  <fie  Ordnung  des  Beiehes  sei, 
dass  ein  Herzog  zwei  Herzogthäm^  —  die  Weifen  waren 
sdion  vorher  im  Besitz  von  Baiem  gewesen  —  inne  hdbe. 
An  Heinrichs  Stdle  wmrate  der  Harkgraf  von  der  Nordmark^ 
Albrecht  tder  Bftr],  auch  dn  Tochtersohn  des  letzten  B9« 
lungers,  zum  Herzog  emaimt.  Mit  Heinrich  aber  musste 
auch  sein  Vasall  Graf  Ad<rff  ynAchm,  und  an  seiner  statt 
wurde  Heinrich  von  Baidewide  (Botwide)  mit  der  Grafechaft 
in  Holstein  belehnt  (im  J.  liaS). 

Obscbon  die  Gewalt  des  neuen  Grafen  nur  kurz  in 
Holstein  gedauert  hat,  ist  sie  doch  für'  das  Land  wichtig 
genug  geworden.  Denn  als  damals  die  Wagrier  einen 
Ang^niT  auf  Segebwg  machten,  die  Kiriche  zerstörten  und 
die  Burg  bdagerten,  nnd  gleidizeitig  andere  Feinde  von 
der  Insel  Rügen  aus  Lübeck  tf>erfi9len  und  die  ehristlicheii 
Priester  vertrieben,  unternahm  Graf  Heinrich  im  Winter 
einen  Zuf^y  der  entsohddeude  Resultate  hfrtte.  Diesmal 
begnügte  man  sieb  nicht  die  Slavenzu  hesiegepa,  zu  un- 


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55 

terwei^fen;  sie  wm^a*  ersdilagen,  aus- dem  L^nde  sgetrie^ 
bea  oder  doi^  mr  voUen  Uiterthttiugkeit  gebraciht  Im 
nächsten  Sommer  seisäfbn  die  Aiblen  den  Kampf  auf  eigime 
Hand  fori,  froh  aioh  an  den  yerhufi^üten  NacU)am  rfichen 
zu  können^  die,  wie  Helmoid  äugt)  von  den  Fürsten  um 
des  Tributes  willen  geschont  wordm  wtfeii:  Die  Hai^t^ 
feste  Plön  wurd^  ^««genomkneB  und  serlrtürt.  Purdi.  die 
Yorhergegangenai  Ereignisse  war  w^  voil^efeitet  w«$ 
jetzt  geschah;  doch  ist  es  immer  merkwOrdig.wie  nun  oMt 
einmal  die.üxaft  dieses  Stammes  gebrochen  wurdoi 

Die  fachte  dieser  UntemelynAngen  hat  aber  d^h  Graf 
Adolf  geerndtet.  Da  die  Weifen  in  Sachsen  das  Übiarge- 
wicht  ^hidteu;  kehrte  auch  er  hi- seine  (kafsehaft  zurttok^ 
die  Heinrich  ihm  nicht  mehr  streitig  maoheii  fcoonie.  Ab^ 
auch  auf  Wagrien  erh<^  &r  Anaprneb>  ^ei^ar  weü  es 
von  Holstein  ausei:obert  wprden  wmr;  ttd  der  junge  Bcr« 
z&g  Heinrich  (der  Löwe),  der  seinem  Vater  gefolgt  und 
eben  auch  mit  dem  deulsdi^L,K5nig  versöhnt  war,  Uets 
^h  willig  finden  dem  Adolf  Igegeberg  uiid  Wagrien  im  tber«* 
tragen;  während  Heinrich  das  Polabenland  mit  der  Feste 
Ratzeburg  als  SntSiehädigung  empfing  (im  J.  1143). 

Graf  Adolf  hatte  nun  das  ni^ue  Land  einzurichten  und 
zu  bevölkern.  Ein  grosser  Theil  der  alten  Elnwolmer., wahr 
umgekommen  oder  aus  d^n  Lande  gewichet^  mi  es  filt 
dafür  diesen  fruchtbaren  Gegenden  neue  Anbauer  zuzu- 
führen, HolsteU;  hasst  es,  {iessen  sich  in, den  westUicbei; 
Strichen  nieder,  auf  idem  Zwentinefeid  bei  Bornhöved,  zwir 
sehen  dem  Sut^eflnss,  denpi.Jensebek.(^triniesau).und.dem 
Plöner  See.  und  westUoh.jyon'SQgaberg.um  dif^  Tray^*;  Es 
sind  dies  Strich  d|e  durpbaui^  %um  Gebiet^  dßft  el\m  §1^ 


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66 

vifScheB  Mark'  gehören  und  wo  maYi  annehmen  darf  dass 
gdion  früher  säoKs&che  Bevölkerung  ansässig  geworderi 
war,  die  jetet  vielleichl  hur  vermehrt  oder  von  dem  Ge^ 
schichjschrei^a*  hur  bei  dieser  Gelegenheit  aufgefthrt  wor- 
den ist.  Er  gebraucht  den  alten  Namen  Marcomannen  zur 
Bezeichnung  dieser  Markbewohner.  Der  stete  Kriegsdienst 
zu  dem  rie  durch  die  Lage  ihrer  Besitzungen  und  viel- 
leicht auch  durch  ausdröckliche  Bedingung  bei  der  Nie« 
derlassottg  verpflichtet  waren,  begründete  für  sie  die  Ver- 
hältnisse eines  rittertichen  Lebens:  der  grössefe  Theil  der 
Mark  erscheint  später  ab  Besitzthum  solcher  ritterlicher 
FamiKen.  Holstein  und  Slormairn  waren  aber  zu  schwach 
bevölkert,  um  auch  Hf  das  eigentliche  Wagrien  eine  Co- 
Ionisation  zu  liefern. 

Seit  Ifeigerer  Zeit  schon  waren  aus  den  westlichen 
nicai^ik  DeutschllmAs  Anbauer  in  diese  und  andere  öst- 
liche Geg^den  gezogen:  sie  sind  im  allgemeinen  unter 
dem  Nameii  der  Niederländischen  Colonien  bekannt.  Sie 
finden  lAch  sei%  dem  Anfang  des  12ten  Jahrhunderts  auf 
den  Besitzungen  der  bremischen  Kirche  südlich  der  Elbe; 
nach  Nordalbingien  sind  sie  von  Yicelin  berufen  worden, 
der  durch  sie  die  ihm  übertragenen  Ländereien  in  den 
Eibmarschen  anbauen  Hess.  Hier  wird  ihnen  besonders  die 
bessere  fiindeichung  und  Cultivirung  der  reichen  Marsch«* 
gegenden  verdankt;  und  ebenso  hat  ein  Theil  der  frucht- 
baren Elbinseln  durch  sie  Schutz  gegen  die  Fluth  und 
damit  die  Möglichkeit  einer  lohnenden  Bewirthschaftung  er- 
halten. Es  sind  zunächst  überall  marschige  und  bruchige 
Ländereien  welche  sie  zilln  Anbau  übernehmen.  Dort  in 
Wagrien  ab^r  itft  das  l^ürfiiiss  doch  noch  weiter  ge-* 

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57 

gaagen.  Es  gab^  grössere  Disiricte  die  einer  neuen  Be-^ 
¥^erang  bediiiften^  und  mit  den  Hollindeni  vereiniglea 
sich  desshalb  Cdonisten  aug  Friesland  und  WestCalen.  Die 
leztern  erhielt^  den  Dargnngau  noch  in  der  Nähe  von  Se- 
geberg, Friesen  wurden  bei  Süsel  angesiedelt,  wo  spftter 
ein  TheS  derselben  einen  heMenmütfaigen  Kampf  bestand, 
Holländer  wurden  zunächst  nach  der  Eutiner  Gegend  ver- 
setzt. Doch  finden  sie  sich  später  aueh  in  andern  Thei- 
len  des  Landes,  zu  Sibbersd<Mf  bei  Oldenburg  imd  in  die- 
ser Stadt  selbst. 

Wie  an  andern  Orten,  so  haben  diese  Ansiedeier  auch 
hier  eigenthümliche  RechtsviBrhältnisse  begründet,  fte  er- 
hielten ihr  Land  zu  vollem  Eigenthum,  zahlten  aber  von 
jeder  Hufe  eine  Abgabe,  die  hier  unter  dem  Namen  des 
Holländerschatzes  bekannt  ist.  Sie  waren  nicht  den  ge- 
wöhnlichen Gerichten  unterwoHen,  sondern  hatten  eigene 
Gerichtsbarkeit;  ein  Verhältniss  das  zunächst  unter  dem 
Namen  des  Höllischen  Rechtes  verstanden  wurde,  und  das 
sich  unter  ihnen  hier  und  in  den  westliehen  Malischen 
bis  an  das  Ende  des  Mittelalter»  erhalten  hat.  —  Dage- 
gen gehört  die  Binführung  der  dgentbümlichen  Hilchwirth- 
schaft,  die  sich  an  die  Nameti  der  Holländer  und  HoMfr^ 
dereien  knüpft,  einer  viel  späteren  Zeit  an. 

Offenbar  ist  aber  doch  nicht  das  ganze  Wagrien  da- 
nrals  neu  angebaut  worden.'  In  den  nördlichen  Strichen 
von  Oldenburg  und  Ltttfenburg  Uieben  Slaven  sitzen  als 
zinspflichtige  Leute  des  Grafen.  Sie  hatten  anfangs  nodi  * 
einen  eigenen  Fürsten,  der  aber  bald  beseitigt:  zu  sein 
scheint.  Der  Flöner  District  soH  damals  überall  wüste  ge-' 
blieben  sein,  bis  Adolf  später  hier  eine^  neue  Stadt  mit 

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58 

Marktreeht  baute.  Dies  und  anderes  Land  ist  dann  theils 
den  Grafen  zugefallen,  welche  damit  später  die  geistücken 
Stiftungen  y  Lübeck  Cismar  Preetz,  dotirten,  oder  MUglie- 
d^m  der  Ritterschaft  grössere  Besitzungen  üb^liessen, 
theils  ist  es  vielleicht  jetzt  schon  unter  die  Bitter  ansge-* 
theSt  welche  bei  der  Eroberung  thätig  gewesen  waren. 
Es  hängt  jedenfalls  mit  diesen  Verhältnissen  zusammen, 
dass  auch  ein  so  grosser  Theil  des  wagrischen  Landes  2u 
Bittergtttem  geworden  ist:  Adel  und  OeistUchkeii  haben 
sich  im  Lauf  der  Zeit  fast  vollständig  in  diese  Provinz 
getheilt  und  ihr  dadurch  wieder  einea  andern  Charakter 
als  den  übrigen  Landschaften  gegeben.  —  Besonders  durch 
die  Geistlichkeit  ist  die  Colonisation  des  Landes  später 
fortgesetzt  worden:  so  erhielt  der  reiche  DisUict  wel- 
cher dstlich  vom  kieler  Meeitusen  liegt  und  unter  dem 
Namen  der  Fropstei  bekanfit  ist  seine  zahlrdche  Bevölke- 
rung erst  durch  die  Preetzer  Pröpste  im  13(en  Jahrhun- 
dert. Man  hat  diesen  schönen  Menschenschlag,  welcher 
sich  durch  besondere  Tracht  Sitte  und  andere  Verhalt- 
nisse von  den  Nachbarn  fortwährend  unterscheidet,  bald 
für  einen  Rest  der  alten  Wenden  erklären,  bald  dagegen 
Wenfalls  von  Holländischen  Coiönisten  ableiten  woUen. 
Doch  scheinen  sie  eher  ans  anderen  Theilen  Deutschlands 
h^beigezogen  zu  sein.  Sie  erhielten  ^ichfalls  dgenen 
Grundbesitz  mit  massigen  AbgU>en  an  das  Kloster,  dabei 
freie  Gemeindeverfassung,  und  haben  sieh  hier  zu  Wohin 
stand  und  Blüthe  erhoben ; .  während  auf  den  Gütern  der 
Rittersdiaft  der  Bauernstand  später  in  grössere  Abhängig- 
kdt,  ja  wahre  Leibeigenschaft,  und  in  Armuth  gerathen 
ist,  am  meisten  gerade  da  wo  Reste  iet  stavischen  Bevöl- 


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kerung  geblieben  sind,  die  woU  am  ersten  in  diese  ge-* 
drückte  Lage  versanken. 

So  kniffen  sieh  an  jene  Eroberung  Wagriens  mannig- 
fadie  Veränderungen  wichtiger  Art.  Graf  :Adolf  bautel 
ausserdem  die  Burg  Segeberg  wieder  auf  und  machte  sie 
zur  Hauptfeste  des  Landes:  hiar  haben  die  Schauenburger 
später  ihre  Schätze  und  Privilegien  aufbewahren  lasdcai. 
Auch  das  alte  Lifteck  war  zen^ört.  Adolf  aber  baute  an 
der  SteUe  wo  Kruko  seinen  Sitz  gehabt,  an  d^n  Zusam- 
menflnss  der  Trava  und  Wakemt£,  eine  neue  Skadt,  die 
er  jetst  Lübeck  nattMe,  und  die  Udd  empoitlühte  und  der 
Mitti^unkt  des  bedeutenden  Handeis  wurde. 

Auch  das  Christenihum  erhielt  jetzt  endlich  eind  sichere 
Stätte  in  iMesem  Lande.  In  den  neuen  Lübeck  ist  öhiiä 
Zw«f(ä  auch  eine  Kirche  atfgericht^  werden.  Ebenso 
gründete  Yiciriin  etwas  etttferntiär  von  Segdrarg  em  Kloster 
zu  Huger^thorp  oder  Cuzulma,  das  an  die  Stelle  der  firü^ 
hem  Anlage  trat  Einige  Jdate  spätrar  (im  J.  1149)  weihte 
ihn  der  Erzbiscbof  Hartwich  von  Breaun  zum  Bischof  und 
stellte  damiä  das  Oldenburger  Bisthum  wieder  her,  da^ 
imn  mehrere  Menschenalter  verödet  gelegt  hatte.  Zq 
Bomhöved  wurde  eine  IQrohe  erbaut,  und  auch  an  «Heh- 
reren andern  Orte. sollen  jetzt  kirchliehe  Gründungen  be<* 
gönnen  sein«  Der  Bischof  erhidl  als  Dotation  Boistu  am 
PU>ner  See  und  spä&r  das  Verspreehßu  von  noch  300  Hu- 
fen Landes;  Graf  Adotf  «g^tand  ilKn  ausserdem  die  Hälfte 
des  Zdmten  zu  den  er  eben  aus  den  wagriscduen  Gegenm 
dea  enyfing.  Dort  hait  jener  sich  ^e  Z^ang  aofge>^ 
Mtou;  dann  kehrte  er  nach  Wipenthoif  iluruck,  wo  er 
seine  Tage  bescUoss  (im  J.  UM,  Deciwnb.  l*i).  —   Vicelin 

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60 

hat  hier  im  Lande  35  Jahre  lang  für  die  Ansbreitong  und 
Befestigung  des  Christenthums  gewirkt,  er  hat  mehr  als 
einmal  einen  bedeutenden  Wedisel  der  Dinge  gesehen. 
Da  er  zum  Fürsten  Heinrich  kam,  waren  zuerst  wieder 
schwache  Anfange  zur  Christianisirung  des  Volkes  ge- 
macht worden;  jetzt  dagegen  war  ein  fester  Grund  ge- 
legt der  nicht  wieder  erschüttert  werden  konnte.  Die 
politischen  Ereignisse  haben  darauf  einen  bedeutenden 
Einfluss  geübt;  allein  die  unablässige  Thätigkeit  des  Vi- 
cdin  und  seiner  Begleiter  hat  den  Ausschlag  gegeben: 
mit  Recht  wird  er  der  Apostel  des  östlichen  Holstein  ge- 
nannt. —  Das  begonnene  Werk  setzte  sein  Nachfolger  Ge- 
rold fort.  Er  erhielt  Eutin  und  errichtete  dort  Stadt  und 
Markt.  In  Oldenburg,  wohin  eine  sächsische  Colonie  yer- 
pflanzt  wurde,  entstand  ein  ordentliche  Krchenbau.  Ebenso 
zu  Lü^enburg  und  an  andimi  Orten.  Das  Stift  zu  Huge- 
resthorp  wurde  nach  Segeberg  selbst  übertragen  imd  eine 
Zeitlang  zum  Domcapitel  des  Bischofs  bestimmt.  Auch 
diesem  Theil  des  Landes  war  nun  der  entschieden  christ- 
liche Charakter  aufgedrückt,  um  dessen  Durdiiuhrung  so 
lange  und  heftig  gekämpft  worden  ist. 

Auf  die  Verhältnisse  Holsteins  selbst  hat  dies  eine  Rück- 
wirkung gehabt.  In  den  unablässigen  Kriegen  war  der 
Sinn  des  von  Natur  kräftigen  und  kriegerischen  Volkes 
noch  rauher  und  härter  geworden.  Raub  und  Diebstahl, 
sagt  Hdmold,  war  bei  ihnen  an  der  Tagesordnung,  ^er 
mehts  zu  rauften  weiss,  gilt  für  träge  und  unrühmlich. 
Dabei  sind  sie  gastfrei.  Stehlen  und  schenken  rechnen 
sie  sich  zum  Ruhme.  Aber  wie  wilde  Waldesel  hätten 
fie  der  Zähmung  dringend  bedurft*.    AUmäUig  traten  jetzt 

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fidedichwe  Verfailtnisse  ein.  —  Ke  neuen  Ansiedeier 
waren  aOerdi&gs  den  Holsten  nicbt  willkommen.  Als  der 
Abodrite  Nidot  (im  J.  1148)  einen  feindlichen  Angriff  auf 
WflgriM  machte  und  besonders  die  Niederlassungen  der 
Westfalen  Holländer  und  Friesen  heimsuchte^  wurde  dies 
den  Holsten  in  der  Mark  zugeschrieben,  die  eifersüchtig 
auf  jene  blickten.  —  Gk*af  Adolf  hielt  aber  gute  Aufsicht. 
Er  schützte  ^ie  (kreuzen  des  Landes  mit  Sorgfelt,  daheim 
übte  er  strenge  Gerechtigkeit  und  befreite  die  Unterdrück« 
ten  aus  der  Hand  der  Mächtigen.  IGt  der  Geisdichkeit 
stand  er  in  gutem  Einvernehmen.  Obschon  er  anfangs 
mit  Vicelins  Erhebung  nicht  ganz  einverstanden  war,  Hess 
er  sic^  doch  später  bewegen  ihm  jene  Zugeständnisse  zu 
machen.  Die  Widerspenstigen  aber  im  Volke  der  Holsten 
WHsste  er  zu  zügeln  und  zu  bändigen.  Es  sei  erreicht 
worden,  rühmt  der  Zeitgenosse,  dass  diese  anfingen  die 
Wege  des  Friedens  zu  wandeln. 

Doch  blieb  die  holsteinsdio  Ritterschaft  alerdings  in 
mächtiger  Stellung.  Gerade  in  der  Mark  hatte  sie  jetzt 
ihren  Hauptsitz;  Bornhöved  war  ein  Mittelpunkt  derselben. 
Hier,  sagt  Helmold,  wohnte  Marquard,  der  Älteste  des 
Landes  und  der  nächste  nach  dem  Grafen,  und  die  ganze 
Mannsdtaft  des  Landes.  Marquards  Geschlecht  —  man 
nennt  es  wohl  nach  seinem  Vater  Ammo  —  war  in  dem 
District  Faldera  angesessen  gewesen,  und  hatte  jetzt  im 
Zwentinefeld  bedeutende  Besitzungen  erworben;  seine  Mit* 
gMeder  bekleideten  die  Wt^e  des  Overboden  im  Gerichte 
und  ;des  Bannerträgers  im  Kriege.  Dem  Grafen  sollten 
sie  untergeordnet  sein;  d»ch  strebten  sie  off^bar  nach 
einer  unabhängigen  SteHung,  und  schlössen  sieh  deshalb 


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62 

näher  an  den  Lehnsbarrn  des  Grafen,  den  Herzog  Hein- 
rich von  Sachsen^  zu  anderen  Zeiten  seihst  an  die  feind- 
lichen Nachbarn  dos^  Landes  an.  —  Al$  Aitolf  an  den  imiem 
Streitigkeiten .  der  dänisch^i  Fürsten  theilnahm  und  sich 
für  den  Knud  erklärte,  gelang  es  dem  Gegner  desselben 
Syend  durch  Hülfe  eines  Dibnarschen  Etheler  die  bolstein- 
sche  Ritterschaft  für  sich  zu  gewinnen,  so  dass  Adolf  das 
Land  verlassen  und  die  Vermittelung  des  Herzogs  nachsu- 
chen musste.  Erst  auf  seinen  Befehl  kehrte  man  zum  Ge- 
horsam des  Grafen  zurück.  —  Ebenso  weigerte  sidi  diese 
Ritterschaft  von  ihren  wagrischen  Gütern  dem  Bischof  die 
Zehnten  zu  zahlen  welche  der  Graf  ihm  zugestanden  hatte; 
einem  solchen  knechtischen  Verhältniss  wollten  sie  sich 
nicht  unterwerfen;  selbst  dem  Befehl  des  Herzogs  b^otzten 
sie  und  erklärten  lieber  das  Land  verlassen  zu  wollen. 
Sie  sollen  den  Gedanken  gefasst  haben,  den  Bischof  und 
Grafen  und  alle  die  fremden  Ansiedeier  zu  erschlagen,  das 
Land  zu  verwüsten  und  sich  zu  den  Dänen  zu  begeben. 
Nur  Heinrichs  Macht  brachte  sie  dahin  in  einen  Vertrag 
zu  willigen,  wonach  von  joder  Hufe  sechs  Ifimten  Korn  und 
acht  Himten  Hafer  gegeben  werden  sollten,  und  auch  die- 
ser Vertrag  blieb  unvollzogen,  als  sie  sich  weigerten  den 
Schreibern  die  übliche  Mark  Goldes  zu  geben.  —  Schon 
werden  einzelne  Familien  in  den  Urkunden  genannt,  die 
Barmstede,  nächst  dem  Hause  der  Overbodi^  offenbar  die 
reichste  und  angesehenste  des  Landes,  die  Busche  oder 
Ottenebüttel,  die  Ahnherrn  der  Krummendiek,  die  Grote, 
dann  die  Tralow,  Store  und  andere,  die  im  Laufe  d^  Zeit 
aber  erloschen  sind  und  anderen  Raum  gemacht  haben,  die 
seit  dem  13ten  Jahrhundert  neb^  ihnen  genannt  werden. — 


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63 

Dies  waren  «r^üaglich  keine  Ministerialen,  sondern  frei-<- 
geborne  Männer,  die  wohl  eiiuselne  Leben  J^esascien,  aber 
Zugloch  freien  Grundbesitz ,  der  niemanden  Terpfliobte(t 
war.  Nur  durch  das  riUerUche  Leben,  vielleidit  auch  durch 
Abstammung  von  alten  edlen  Geschlechtem,  waren  sie  von 
den  freien  Bauern  geschieden.  Eben  hierauf  gründet  sich 
die  Liebe  zur  Unabhängigkeit  die  ihnen  nachgerühmt  wird. 
Und  erst  allmählig  traten  sie  in  Dienstverhältnisse  zu  den 
Stiftern  oder  den  Grafen. 

Ei9en  ähnlichen  Sinn  voll  Freiheitsliebe  und  Trotz  be- 
wäln^teH  auch  in  dieser  Zeit  die  Ditmarschen.  Sie  haben 
(im  J.  1145,  März  15)  den  Grafen  Rudolf  von  Stade,  den 
letzte,  des  Geschlechtes,  erschlagen.  Nur  ein  Bruder  war 
übrig.  Hartwich,  Domherr  zu  Magdeburg,  der  auch  alsbald 
einen  Anspruch  auf  das  Erbe  erhob  und  die  Anerkennung 
des  Bremer  Erzbiscbofs  erlangte,  zu  dessen  Stift  er  über* 
ging  und  dem  er  dann  selbst  zur  Nachfolge  bestimmt  ward. 
Aber  ihm  fehlte  die  Macht  zur  Unterwerfung  des  Volks, 
der  Dietbmaringer,  wie  sie  in  einer  Urkunde  der  Zeit  ge« 
nannt  werden.  Da  ist  der  Herzog  Heinrich,  der  auch 
Ansprüche  geltend  machte,  wider  sie  wie  gegen  ^Feinde 
dgs  Reiches'  ausgezogen  und  hat  die  Widerstrebenden  un^ 
terworfen  (im  J.  1149);  ^ur  Sicherung  der  Herrschaft,  heisst 
es,  hat  er  die  Stellerburg  gebaut,  die  im  nör^Uichen 
TheSe  belegen  war,  Graf  Adolf,  der  dabei  Hülfe  gelejh- 
i^t,  trug  einen  Zins  aus  dem  Lande  als  Lohn  dayo%  zog 
sich  ab^  MrahrscbeinUch  auch  bei  dieser  Gelegenheit  jene 
Feindschaft  des  Ditmarschen  Etheler  zu,  der  vielleicht  an 
der  Spitze  des  Volks  gestanden  hatte  und  später  bei  den 
Dänen  Hülfe  gegen  die  Feinde  desselben  suchte.     Heint- 


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64 

rieh  aber  behauptete  das  Land  auch  g^gen  die  Anq»rüch0 
des  Erzbischof  Hartwich  ^  der  ihm  den  Besitz  der  ganzen 
Herrschaft  Stade  überlassen  mnsste,  einen  Theil  zu  Lehn, 
einen  andern ,  zu  dem  wohl  Ditmarschen  gehörte,  mit  vol- 
lem Erbrecht.  Die  Vicegrafschaft  wurde  hier  dem  Rainald 
Übertragen,  derselbe  vielleicht  von  dem  die  Reinoldesburg 
(Rendsburg)  später  ihren  Namen  trug. 

Überall  trat  der  Herzog  Heinrich  der  Lowe  damals 
kühn  und  entschieden  hervor,  und  wie  seiii  Wirken  in  den 
allgemeinen  Gang  der  deutschen  Geschichte  mftchtig  ein- 
griff, so  hat  es  insonderheit  für  das  nordalbingische  Land 
eine  hohe  Bedeutung  erlangt.  Dies  war  der  eigentlicbe 
Mittelpunkt  seiner  grossartigen  Thätigkeit;  hier  und  in  den 
benachbarten  slavischen  Gebieten  dachte  er  eine  Macht  zu 
gründen,  welche  in  mehr  unabhängiger  Stellung  sich  an 
das  Kaiserthum,  in  dem  der  Staufer  Friedrich  gebot,  an- 
schliessen  konnte.  Allerdings  strebte  er  auch  dem  sächsi- 
schen Herzogthum,  allen  andern  Gewalten  des  Landes  ge- 
genüber, eine  weiter  reichende  Macht  und  Stärke  zu  geben; 
aber  er  richtete  seinen  Blick  über  dasselbe  hinaus  an  die 
Küsten  der  Ostsee,  die  noch  grossentheils  in  feindlichen 
Händen  waren:  hier  fand  er  einen  Schauplatz  der  Thätig- 
keit, auf  dem  er  weniger  als  dort  die  Mitbewerbung  und 
den  Widerstand  anderer  zu  fürchten  hatte.  Kaiser  Fried- 
rich selbst  überiiess  ihm  (im  J.  1154)  bereitwillig  das  Recht 
die  neuen  Bischöfe  dieser  Gegenden,  den  Yicelin  und  die 
von  Ratzeburg  und  Meklenburg,  mit  den  Regalien  zu  in- 
vestiren;  er  sah  es  nicht  ungern,  dass  Heinrich  hier  dar- 
auf ausging  auch  die  slavischen  Herrschaften  im  Abodri- 
tenlande  sich  vollständig  zu  unterwerfen,  und  dass  er  zu- 


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65 

zugleich  der  vordringenden  dänisdien  Machl  ein  Gegen*- 
gewicht  hielt 

Eine  Zeitlang  stand  bei  diesen  Bestrebungen  Graf  Adolf 
dem  Herzog  treulich  zur  Seite.  £r  wurde  von  jenem  ge- 
stützt, und  war  dafür,  wie  früher  der  Mutter  des  jungen 
Heinrich,  so  diesem  selbst  ergeben;  als  einflussreicher  Rath- 
geber  wird  er  genannt.  Das  VerhUtniss  trübte  sich  aber, 
als  der  Herzog  mit  Neid  das  Aufblühen  von  Adolfs  Grün- 
dungen sah:  seine  Salinen  zu  Oldesloe  thaten  denen  zu 
Lüneburg  Abbruch,  besonders  aber  zog  Lübeck  denHan* 
del  an  sich  der  früher  zu.  .Bardewik  seinen  Sitz  gehabt 
hatte.  Qer  Herzog  forderte  als  Entschädigung  für  den 
Verlust  den  er  litt  die  Hillfte  von  dem  Ertrag  beider,  und 
da  Adolf  sich  weigerte,  griff  er  zu  feindlichen  Maassregeln, 
verbot  den  Markt  zu  Lübeck,  liess  die  Salinen  zerstö- 
ren* Als  bald  darauf  Lübeck  abbrannte  und  die  Kaufleute 
sahen  das^  sie  wider  das  Verbot  des  Herzogs  nicht  auf- 
kommen konnten,  baten  sie  denselben  einen  Platz  der  ihm 
gehöre  zum  Aufbau  der  Stadt  anzuweisen.  Da  Adolf  auch 
jetzt  die  bisherige  Stätte  nicht  hergeben  wollte,  liess  Hein- 
rich eine  Stadt  in  dem  Gebiet  von  Ratzeburg  bauen,  die 
nach  ihm  den  Namen  Lewenstadt  erhielt,  Doch  die  Anlage 
gedieh  nicht,  und  der  Herzog  machte  neue  Anstr^agun- 
gen  um  Lübeck  zu  erhalten;  und  nun  gab  Adolf  der  Nö- 
thigung  nach.  Die  Stadt  wurde  jetzt  (im  J.  1158)  neu 
begründet  und  erhielt  bedeutende  Freiheiten  und  Rechte. 
Dem  Herzog  wird  die  Ordnung  der  Stadtverfassung 
durch  Einsetzung  des  Rathes  ausdrücklich  beigelegt,  wäh- 
rend das  Recht .  der  Kaufleute  sich  zunächst  an  das  von 
Soest,  einer  alten  angesehenen  Stadt  Westfalens,  anschloss. 
l  5 

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66 

Die  Entwicklung  von  Ltibecks  städtischer  Freiheit,  welche 
für  den  ganzen  Norden  Deutschlands,  ja  Europas,  so  wich«- 
tig  geworden  ist,  hing  aber  wesentlich  mit  der  materiel- 
len Blttthe  der  Stadt  zusammen,  fttr  welche  Heinrich  zugleich 
lebhafte  Sorge  trug.  In  allen  Staaten  des  Nordens  liess 
er  verkündigen,  dass  hier  freier  Verkehr  sei.  —  Schon 
damals  war  die  Insel  Gothland  der  Mittelpunkt  des  Handels 
auf  der  Ostsee,  von  wo  die  Waaren  des  fernen  Ostens 
über  Russland  nach  dem  Süden  und  Westen  geführt  wur- 
den. Kaiser  Lothar  hatte  bereits  den  Gothländem  bedeu- 
tende Freiheiten  gewährt,  welche  Heinrich  (im  J.  1163) 
bestätigte,  indem  er  zugleich  den  gestörten  Frieden  zwi- 
schen ihnen  und  den  Deutschen  herstellte.  Eben  deutsche 
Kaufleute  Hessen  sich  dann  in  der  folgenden  Zeit  zahlreich 
zu  Wisby  auf  der  Insel  nieder  und  standen  mit  Lübeck  und 
den  benachbarten  Städten  in  lebhaftem  Verkehr.  —  Auch 
Zoll  und  Münze  wurden  zu  Lübeck  eingerichtet,  und 
während  der  ganzen  Dauer  seiner  Gewalt  hat  Heinrich 
diese  Stadt  zu  heben  gesucht:  er  dachte  wohl  sie  zu  dem 
Mittelpunkt  seiner  wendischen  Herrschaft  zu  machen.  Auch 
das  Bisthum  zu  Oldenburg  ist  dann  (im  J.  1163)  hieriier 
übertragen  worden.  Als  ein  dauerndes  Deidunal  der  gross- 
artigen Thätigkeit  Heinrich  des  Löwen  für  diese  Gegenden 
steht  Lübeck  da. 

Dagegen  wurde  die  Stadt  von  dem  wagrisch-holstein- 
schen  Lande,  dem  sie  angehörte,  jetzt  schon  getrennt.  Die 
Grafen  haben  noch  nicht  jede  Hoffnung  auf  den  Wieder- 
gewinn derselben  aufgegeben.  Doch  war  sie  verg^ens, 
und  sie  fingen  bald  an  das  gleich  wohlbelegene  Hamburg^ 
welches  für  den  Handel  nach  der  Westsee,  nach  England 


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69 

ttttd  nandern,  eine  ähnliche  Bedeutung  erlangte  wie  Lü» 
beok  auf  der  Oeftsee^  zu  begünstigen  und  zu  h^en.  Doch 
Mieb  dies  den  Nachfolgern  Adolf  D.  überlassen. 

Dieser  fend  seinen  Tod  (im  J.  1164,  Jttli6)  zugleich  mit 
dem  Grafen  Reinald  von  Ditmarschen  in  der  Schlacht  bei 
Demmin  oder  Yerchem,  welche  die  Macht  des  Abodriten- 
fürsten  Nidot  brach  und  den  Deutschen  unter  Herzog 
Heinrichs  Leitung  anch  das  Land  an  der  Südküste  der  Ost«* 
See  erMhete,  wo  nun  auf  abloche  Weise  wie  vorher  in 
Wagrien  deutsche  Colonisation  und  Herrsdiaft  eii^gefühit 
wurden.  Adoff  hat  hier,  nachdem  er  3B  Jalire  lang  der 
Gra&chäfl  vorgestanden  halte,  sein  unruhiges  und  thaten-* 
reiches  L^en  besddossen.  Sein  Zeitgenosse  Helmeldhült 
änn  die  günstigste  L(d)rede.  ^An  iVeue  Güte  KlugkeJt 
und  Rath  war  er  so  atisgezeichnet  dass  er  mit  allen  Tu- 
genden ausgerüstet  erschi^.  Für  Recht  und  Süte,  für 
Frieden  und  christliche  Lehre  war  er  s^  ganises  Leben 
hdndurch  tfaälig'.  In  der  That  bat  er  seine  Grafschaft  nicht 
blos  ausgedehnt,  sondern  auch  geordnet  und'  den  Grund 
zn  ihrer  späteren  Bedeutung  gelegt. 

Adolf  hinterliess  von  seiner  Gemahlin  Mäthihie  einen 
minderjährigen  Sohn,  für  den  anfangs  die  Mutter  die  Vor- 
mundschaft führte.  Spätier  iaber  setzte  der  Herzog  wegen 
der  kriegerischen  Zeitläufe  einen  nahen  Verwandten  des 
jungen  Grafen  —  er  wird  der  mütterliche  Oheim,  aber 
Audi  der  Stiefvater  desselben  genannt  — ,  einen  Gra- 
ten  Heinrich  aus  Thüringen  ^  dessen  Geschlecht  bijliher 
mit  Sicherheit  nicht  näher  hal  ermittelt  werden  können, 
zum  Vormund  ein,  namentlich  zu  dem  Behuf  dass  er  die 
kriegerischen  Obliegenhdten  des  Grafen  erftille.     Er  war 

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08 

ein  heftiger  Mann;  der  nur  für  die  Getehäfte  der  Waim 
lebte  und  d«  beMnders  mit  der  GeistUehkeit  in  Zwietraekt 
gerieth,  da  er  die  ihnen  verttebfinen  Guter  im  Lande  nur 
ungern  in  ihrm  Hunden  sah.  Doch  hat  er  nicht  lange 
in  dieser  Stellung  gewaltet;  nach  aeinem  Tode  (im  J.  1177 
oder  1178)  ist  die  Gräfin  Mathilde  nochmals  für  den  Sohn 
emgetreten;  und  hat  ihr  Haua  und. die  Grafsnhafk  mit  6e«* 
schick  gdeitely  bis  der  heranwachsende  Sohn  $eXbet  In 
drangvoller  Zeit  die  Führung  der  Geschfifte  in  idie  Hand 
nehmen  konnte«  . 

Der  Sturt  Heinrich  des  Löwen  ist  fiOr  die  ganze  nord*« 
deutsche  Geschichte  ein  Ereigws  von  den  bedettlendsten 
Folgen.  Als  er  durch  Stolz  und  Übermuth  die  Feindschaft 
des  Kaisers  wider  sich  wandte,  wurden  alle  die  kleineren 
Gewalten  des.  sächsischen  Landes,  weUliche  und  geistiiohe, 
die  er  mit  starker  Hand  daniedergehalten  hatte,  gegen  ihn 
aufjjerufen,  uimI  ihr  Angriff, oder  Abfall  entschied  das 
Schicksal  des  Heoraogs  nad  seiner  mächtigen  Herrschaft. 
Die  Vasallen  Heinrichs  und  die  andern  sächsischen  Für- 
sten warteten  zum  Theil  nur  der  Gelegenheit  um  sich  ge- 
gen den  gefOrchtßten  Herzog  zu  erheben,  und  sie  ergrif- 
fen sie  bereitwiHig,  als  er  den  Kamr  Friedrich  durch  die 
Weig^ung  seiner  Hülfe  im  italischen  Krieg  w  dem  Bn^ 
schluss  gebracht  hatte,  mß  Macht  zu  brechen  weliche  er 
früher  s^bst  begünstigt  und  gehoben  hatte.  Als  Heinridi 
geächtet  (im  J.  1180)  und  bedrängt  sich  im  Süden  der 
Elbe  nidlit  halten  konnte,  warf  er  sich  ins  nordalbingi-- 
sehe  Land.  Die  Grafen  von  Ratzeburg  und  Holstein,  von 
dem  auch  im  Unglück  noch  trotzigen  Heinrich  beleidigt  und 
verletzt,  und  wohl  bedacht  jet?t  zu  einer  mehr  unabhän- 


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69 

gigen  Stellung  zu  gettngen^  verliessen  ihn  ebenfalb.  Aber 
Heinrich  nahm  diesem  seine  Burg,  er  eroberte  Segeberg 
und  Plön;  hier  hatte  er  ausserdem  sein  machtiges  Lttbeck. 
Der  Orerbode  Marqüard  der  jüngere  und  andere  aus  der 
Ritterschaft  Holsteins  schlugen  sich  auf  die  Seite  des  Her- 
zogs. Da  erschien  Kaiser  niedrich  selbst  vor  Lübeck  und 
nOthigte  die  Stadt  zur  Unterwerfung  (im  J.  1181).  Und 
baM  darauf  hat  auch  der  Herzog  sich  demüthlgend  das 
UrtheO  empfangen  müssen,  das  über  ihn  den  Verlust  alter 
Lehen  und  Ämter  und  öine  Verbannung  auf  mehrere  Jahre 
verhängte. 

Einige  Jahre  später  (im  J.  1100),  ds  «^f  Adolf  mit 
dem  Kaiser  nach  dem  heiligen  Lahde  gezogen  war,  hat 
Herzog  Heinrich  den  Versuch  gemacht  seih  altes  Besitzthmn 
wieder  zu  erkämpfto.  Auch  damab  warf  er  sich  niBächst 
auf  dieȧ  Gegenden,  wo  er  immer  noch  bedeuleiider  Un-* 
terstützung  sicher  sein  konnte;  Hamburg  Itzehoe  Plön 
fiden  iD  setee. Hände;  aiidi  Lübeck^  wiriifai  ach  der  Stell- 
vertreler  des  Graf«,  Addf  von  Dassel,  gewcarfan  hatl^, 
ergab  fflck;.'nur  Se^eberg  blieb  dem  Sokauenbur ger  treu; 
bis  däsiä^r  natth  Seiner  BBckkidhr  im  folgenden  Jiriir  doch 
taui  liemliob  teidtter  Mühe  dks  Verlln^ne  wiedergewann; 
wönitif  Hbinridi  sioh  nach  seinen  BrauasoAiweigsdbta  :Erb*^ 
gutem  mMekko^ "  und  nun  die  ietsteri  Jahre  stille  utid 
rnhndos  den  Mdl  seiner- Macht  betrauerte •  (ep  starb  iin.J. 
1196,  August  6).        i  ,         :.. 

Die  BlelMrfe  Ftflgr/warieiB^gvöäseviftZatsplitltouii^  awh 
des  uorddMngiaohen  Lmdes«  'Daa  Hertd^fthuin  fiaehsen 
kam  aii  Benihari  ntt^nAMioanien^  den  Sohn  jenes  Alftreiriift 
des  Biren  der  e»  ^hM -früher  Empfangen  britte^  aber- mit 


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?0 

wesentlich  geminderlen  Rechten.  Nicht  blos  dass  ihm  der 
wefitlicfae  Theil  ganz  entzogen  wurde,  er  hatte  auch  nicht 
die  Mittel  um  sich  hier  in  den  nördlichen  Gegenden  gleich 
seinem  Vorgänger  zu  behaupten.  Er  forderte  wohl  dass 
die  Grafen  ihre  Lehen  von  ihm  empfingen  und  Lehndienste 
leisteten,  und  baute  die  Feste  LaueiAurg  an  der  Elbe  um 
omen  Stützpunkt  in  diesen  Gegenden  zu  heben.  Allein 
auf  einer  Versammlung  die  zur  Huldigung  angesetzt  war 
(im  J.  1183]  erschien  Graf  Adolf  nicht,  und  später,  ver«- 
einigte  er  sich  mit  den  Grafen  von  Ratzeburg  imd  Schwe-- 
rin  und  zerstörte  Lauenburg;  wofür  der  Kaiser  ihm  aber 
eine  Busse  von  700  Marls;  auferlegte.  Die  Lehnsveidiin-* 
dimg  Ebsteins  mit  Sachsen  <  wurde  dann  freilieh  rechlich 
nicht  gelöst;  allein  sie  bedeutete  jetzt  und  in  der  nächsten 
Zeit  sehr  wenig.  Von  dek*  Abhängigkeit  in  welcher  der 
Graf  gegen  Heinrieh  und  seine  Vorgänger  geständen  hätte 
war  nicht  mehr  die  Rede; 

Auf  die  Grafschaft  Stade:  machte  bei.  Heinrichs  Sturz 
der  Bremw  Erzbischof — damals  Sigfried^  des  faeuekiHer«- 
zogS  Bruder  —  Aniq>ruch,  und  erhidt  durch  Verieitung 
des  Kaisers  (im  J.  1160)  diä  Bürg  mit^  äBem  Zubehör. 
Ditmarscheht  aber  hat  Grüf  Adolf  in  Besitz  gieatoiümen  üiid 
behauptete  es  anfangs  gegen  die  Forderungen  dös  Erzbi^ 
sdiofs,  der  eb  seinem  Bruder,  wohl  als  Lehn  'der  bremer 
Kirche,  zuzuwenden  gedachte.  Bunge  Jahre  später  sah 
sich  Adolf  aber  doch  genöthigt  auf  den  Besitz  zu  verzidten 
und  behidt  nichts  als  dne  Abgabe  von  800  fidieffehi'Hafer, 
die  wuhrscheinlich  an  die  Stelle  des  frühem  Känses  trat  und 
voß  den  Dörfern  Süder*-  und  Nordenbarstede  und'  dem  Süf* 
derfeld  gezahlt  wurde.    Adolf  leistete!  dann  dein  bzbtodiof 


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71 

Hälfe  bei  der  Unterwerfvng  des  Landes^  da$  jeder  Herrachaft 
widerstrebte  und  nor  für  den  Augenblick  zum  Versprechen 
einer  Zinszahlung  gendihigt  werden  konnte,  um  dann  bei 
erster  Gelegenheit  sich  nach  anderer  Hülfe  umzusehen.  — 
Ais  Heinrich  zurückkehrte ,  hat  er  wohl  eine  Zeitlang  den 
Besitz  der  Stader  Grafechaft  wieder  erhalten;  dann  aber 
wurde  sie  noch  einmal  dem  Adolf  mit  einem  Drittel  aller 
Einkünfte  übertragen,  und  der  Kaiser  Heinrich  VI.  selbst 
bestätigte  dieses  Abkommen  (im  J.  1195). —  Es  wäre  ohne 
Zweifel  von  der  grössten  Wichtigkeit  gewesen,  wenn  es 
damids  bereits  dem  holsteinschen  Grafen  gdungen  wäre, 
dies  westliche  Grenzland  mit  seiner  tapf^m  Bevölkerung 
ebenso  seiner  Grafschaft  zu  verbinden  wie  es  mit  dem  itn 
Osten  bdegenen  Wagrien  geschehen  war.  Doch  traten 
dem  die  entschiedene  Abneigung  der  Bevölkerung  gegen 
fürstliche  Herrsdiaft  und  die  Einwirkung  anderer  Verhält- 
nisse hindernd  entgegen. 

Ebenso  wenig  hat  Graf  Adolf  Lübeck  wiedergewon- 
nen. Als  die  Stadt  sich  dem  Kaiser  ergab,  bestätigte  die-* 
ser  ihre  Freiheiten  und  Rechte  wie  sie  von  Herzog  Hein-* 
rieh  ertbeü  waren,  und  nur  die  Hälfte  der  Einkünfte  aus 
den  ZöBen  Mühlen  mid  Wedüielbftnken  wurde  dem  Gra- 
fen verliehen.  Einige  Zeit  später  (im  J.  1188)  bestimmte 
Friedrich;  det  Stadt  die  Grenzen  ihres  Gdbtetes  gegen 
Holstein  und  Rät^burg.  und  gab  ikr  msgedehnte  PrivBe- 
gien.  Dn  Lübeck  gieiehwohl  seinem  Gründer  in  alter  An« 
kttttgiichkeit  die  TlHKre  Mhete,  wurde  sie  von  Graf  Adolf 
mft  GewttHi. eingenommen,  und  der  neiieKaism'  HeitarickVI. 
ütorliess  ihm  jetztidiesämmtlidien  Einkünfte  aus  der  Stadt;: 
aber  den  Besitz  derselhen  hat  er  ihm  die«h  Jadutgey^nt«. 


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n 

Der  Verbindung  des  6raf€fn  mit  dem  staufischen  Hause 
verdankt  auch  Hamburg  seinen  ersten  Freibrief  Kaiser  Fried«- 
richl.^  der  den*  Bürgern  mancherlei  Voräiefle  und  Redite, 
in  Beziehung  namentlich  auf  Fischerei  ZoU  Geldwechsel 
Marktpolizei  und  die  daraus  erwachsenden  Brficfaeh^  ge^ 
währte  (im  J.  1189).  Es  ist  der  Anfang  zu  einer  Reihe 
von  Vergünstigungen^  weldie  allerdings  die  MütÜe  dieser 
Stadt  nicht  wenig  beförderten^  aber  auch  dazu  beitrugen 
ihr  eine  von  dem  übrigen  Lande  gesonderte  Entwickelung 
zu  geben. 

Alle  diese  Verhältnisse  idier  treten  in  der  nächsten  Zeft 
zurück  vor  dem  steigenden  Ansehn  und  Binflnss  d^  Dä- 
nischen Macht  im  nordaUring^sdien  Lande.  Auch  das  ist 
zum  Theil  wenigstens  als  eine  Folge  von  dem  Sturz  des 
Herzogs  Heinrich  zu  betrachten:  die  Trennung  und  der 
Zwiespcdt  der  deutschen  Fürsteh  haben  den  NMhbaim  hiei* 
ein  bedeutendes  Übergewicht  gegeben. 

Zu  daik  Zeiten  Lothars  hat  der  dänische  Königssohn  dem 
deulsohen  Kaisei'  huldigeh  und  das  Reich  selbst  als  Leim 
empflmgen  ultissen;  Friedrich  L  hat  io  seitieii  ersten  iah«* 
reu  einen  Streit  über  die  dänische  Krone  entichierfen^  Und 
als  Waidema^  L  hier  zur  atteini^en  Herrschaft  kmtj  hat 
dieser  aufs  neue  die  OberhifAdit  des -mächtigeil  Kaisers 
fiihrmlich  anerkennen  müssen.«  Wäldeaiar' trtl'.aubi^erdeni 
in  nähere  Verbindung  Aiit  dem  Herzog  HeinH<sh  deAi  Lö* 
wen^  indem  beide  namentüch  die  gleiche /'Feindsdiaft  ge^ 
gen  die  Skven  an  der  Ostsee*  zusamnwniührte,<^di^' in  ddn 
letzten  Jahren  Dänemark" fiisl noch  mehr-  als  «Ditalseblaiiil 
hdmgesvcht  hatten.  Auch  Däiiemark  tsudlte  BrobeniA^aki 
im  wemfii^hen  Lande  zu  machen,  #a  schon  ^o^Mvhi 


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73 

derten  die  lomsbnrg  eine  Niederlassung  kriegerischeF  Nord- 
länder gewesen  war.  Als  aber  Waldemar  Rügen  ero^ 
berte  —  ein  Ereigniss  dessen  Gedächtidsslag  man  lange 
noch  anch  in  schleswigschen  Slidten  fderte  —  ndthigte 
ihn  Heinrich  (im  J.  1171)  die  Bente  und  den  Tribut  der 
Insel  2u  theflen.  Bei  ein^  Zusammenkunft  auf  der  Eider^ 
brücke  wurde  der  Vertrag  geschlossen  und  das  Bündinss 
erneuert  Nach  d^n  Fall  des  Hersogs,  während  der  Kai- 
9&r  Lübeck  belagerte^  erschien  auch  der  Dänenküaig  mit 
einer  Flotte  auf  der  T^ave^  aber  nicht  um  seinem  biAe^* 
rigen  Terbündeten  zu  helfen,  sondern  um  m  Verbindmig 
mit  Friedridi  zu  treten,  von  dem  er  die  Herrschaft  in  den 
dayischen  Gebieten  an  der  Ostsee  zu  erlangen  hofifte. 
Doch  wurde  diese  Hoffnung  damals  noch  getäuscht. 

Dem  Waldemar,  der  das  dänische  Reich  aus  Schwäche 
und  YerfaB  wieder  zu  Macht  und  Ansehn  gebracht  hatte, 
folgte  (im  J.  1183)  sein  Sohn  Hnttd.  Die  Dänen,  regsam 
und  unternehmend  wie  sie  sind,^  haben  zu  T^sohiedmien 
Zeiten  eine  Ausdehnung  lirer  Herrschaft,  bald  im  Noitlto> 
bald  im  Süden,  gesneht.  In  der  Zeit  der  Waldetnäi^,  der 
NteUiommen  jenes  Knud  der  unter  Lothar  König  im  Abo*< 
iritischen  Rdche  war,  überwog  die  letste  Riditung  diffdh*- 
a«s.  Der  FaB  der  weifischen  Mächt,  die  Beschiftigüng  der 
Kateer  mit  andren  Angelegvniieiteil,  der  Kampf  der  Par- 
theien in  Deutschland  niackfen  ihnen  Erfolge  m^gHcih  die 
kaum  grOS(^r  sein  konnten.  Knud  begann  damit  die  Bul- 
£gung  zu  weigern,' die  sein  V)ater  nodh  gelltet'  hstte; 
seine  Sdiwefstflr,  die  dem  Sohne  Friedriehs  verlobt .  wir^ 
sandte  er  unw}B%  und  mit  sohkiehtier  Mitgift,  weshalb  sie 
bidd  zurüdkkehren  mmiste:    Denn  gHft'er  dfe  wendisckar 

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74 

Fürsten  in  Pommern  an^  die  Kaiser  Friedrich  gehuldigt  hatten^ 
und  besiegte  sie;  und  als  der  Kaiser  nun  auch  gegen  ihn 
feindliche  Haassregeln  ergriff,  erhob  er  prahl^id  Ansprüche 
auf  alles  Land  der  Wagner  Polaben  Holsten  und  Stor- 
marn:  er  mochte  dabei  an  das  Erbe  seines  GrossTaters 
denken  und  dies  kühn  genug  auch  auf  die  deutschen  Gaue 
ausdehnen. 

Seine  Bestrebungen  fanden  im  Lande  selbst  Unter* 
stälzung.  Graf  Adolf  hatte  den  Overboden  Marquord  und 
andere  Ritter,  die  dem  Herzog  Heinrich  angehangen,  des 
Landes  verwiesen,  und  sie  begaben  sich  zu  dem  Dttnen- 
könig,  lebten  bei  ihm  und  seinem  Bruder  dem  Herzog 
Waldemar  zu  Schleswig.  Als  die  Ditmarschen  ron  dem 
Grafen  und  dem  bremer  Erzbischof  bedrängt  wurden, 
wandten  sie  sich  an  den  sdUeswiger  Bischof,  der  eben- 
falls Waldemar  Uess.  Sie  boten  ihm  Unterwerfung,  und 
die  Zeitgenossen  betrachteten  es  als  eine  Verbindung  mit 
dem  dänischm  Reich.  Fast  wäre  ähnliches  mit  Lübeck  ge- 
schehen. Da  nach  des  Herzogs  Heinrich  letzter  Erhebung 
Graf  Adolf  die  Stadt  belagerte,  beräthschlagte  man  hier, 
ob  man  sich  nicht  lieber  dem  dänischen  König  unterwer- 
fe solle,  der  grosse  Handelsvortheile  bieten  könne.  Dodi 
fürchtete  man  sich  dem  Reiche  zu  entfremden,  und  die 
Sache  kam  nicht  zur  Ausführung.  Dies  alles  aber  zi^, 
wie  die  Hacht  der  Dänen  im  Wachsen  war. 

Knud  war  der  Schwiegersohn  Heinrich  des  Löwen,  und 
er  unterstützte  jetzt  die  wölfische  Parthei,  wenn  auch  nur  um 
selber  daraus  Yortheil  zu  ziehen.  Dagegen  trat  der  scUes*- 
wiger  Bischof  auf  die  Seite  der  Gegner  über,  und  wwde 
YOtt  den  Anhängern  der  Staufen  zun  Erzbischof  von  Bre- 

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76 

men  erhoben,  gegen  den  £rzbi$chof  Hartwich,  der  sich 
für  Heinrich  den  Löwen  erklärt  hatte.  Eine  grosse  Par- 
theiung  beherrschte  eine  Zeitlang  alle  nordischen  Lande. 
Als  ein  Hauptgegner  Knuds  erscheint  aber  der  Graf  Adolf 
von  Holstein.  Er  zieht  ans  um  dem  gefangenen  Bischof 
Waldemar  zu  helfen;  er  soll  es  dann,  als  er  mit  Hartwioh 
ausgesöhnt  war,  besonders  veranlasst  haben,  dass  die  Dit* 
marschen  unter  bremische  Hoheit  zurückkehrten,  wofür  er, 
wie  schon  bemerkt  wurde,  die  Grafschaft  mit  einem  Drit- 
tel der  Einkünfte  zu  Lehn  empfing.  Später  leistete  er  dem 
Markgritfen  Otto  von  Brandenburg  Beistand,  als  dieser  we- 
gen- pommerscher  Besitzungen  mit  dem  Däa^nkönig  kriegte. 
Dafür  hatte  Adolf  die  Feindschaft  und  den  Angriff  der 
Dänen  zu  beslehen.  Nach  dem  Zuge  gegen  Schlesw^ 
muBSte  er  sich  (im  J.  1194)  mit  der  Summe  von  1400  Mark 
loskaufen,  uAd  eine  Chronik  sagt,  er  sei  eiii  Maim  des 
Königs  und  zinspSidbtig  gegdn  Dänemwk  geworden.  Hacb^ 
dem  er  aber  wieder  den  Absiebten  lüuids  entgegengelre-- 
ten  war,  ^schien  dieser  (kn  J.  1199]  an  der  Eäder  an 
der  Stelle  wo  die  Reinoldesburg  lag.  Dodi  zog  der  Kö^ 
nig  sich  zurück  als  er  erfuhr  dass  eine  namhafte  An*«' 
zahl  deutscher  Fürsten  dem  Grafen  zur  Hiäfe  gekon^Mn 
war;  und  dieser  Stellte  alsbald  jene  Feste  (Rendsburg)  wieder 
her:  auf  einer.  Insel  in  der  Sider  belegen,  w^r  sie  ätf 
wichtiger  Punkt  um  das  an  dieser  Seite  offene  Land  zu 
Schulzen.  Aber  Knud  erschien  da  die  Yi^bt^eten  dofr 
Grafen  abgezogen  waren  au^f  neue,  und  nöthigte  AdoUl 
Um  die  Burg  zu  übergebeod,  die  .^dami  durch  eine  Brücke« 
mit.  dem  s^dtiehen  Etdenifen  verband  ^m  J.  1200).  Sie 
wurde  ihm  ein  ^tzpu^kt  für  w^^re  Iteteraehmuisgen, 

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76 

Zunächst  hat  Ditmarschen  sich  der  Gewalt  des  dänischen 
Königs  unterworfen.  Dann  woDte  Lanenburg,  belagert  von 
dem  Grafen  Adolf  und  seinem  Verwandten  Adolf  von  Das- 
sel, der  Ratzeburg  erbalten  hatte,  sich  dem  Knttd  in  die  Arme 
werfen :  er  hatte  schon  einen  Holsten  Rudolf  abgeschickt, 
um  die  königliche  Fahne  aufzustecken,  als  die  Grafen  zu- 
vorkamen und  die  Feste  einnahmen.  Auch  schebien  diese 
einen  neuen  Angriff  auf  Ditmarschen  gemacht  zu  haben. 

Bs  waren  die  Zeiten,  da  der  Staufer  Philipp  und  der 
Weife  Otto  sich  um  die  deutsche  Krone  stritten  und  das 
Reich  verfallen  Hessen  dem  sie  vorstehen  wollten.  Der 
Augenblick  schien  gelegen  zu  einem  weitergehenden  Un- 
ternehmen der  Danen.  Von  Schleswig  und  von  A&a  wen- 
dischen Besitzungen  aus  wurde  das  nordalbbigisdie  Land 
angegriffen.  Diesmal  konnte  Graf  Adolf  nicht  widerstehen. 
Ein  Theil  der  Ritterschaft,  von  demselben  d«rcb  Strafen 
verietzt  und  von  den  Genossen  im  dänischen  Lager  verlockt, 
auch  geradezu  durch  Bestechungen  und  Versprechungen 
gewonnen,  trennte  sich  von  ihm.  Bei  Stellau,  unwdl  Brei- 
tenburg, wurde  Adolf  mit  den  Seinen  besiegt  (im  J.  1201, 
Sepi);  er  verhess  flüchtig  das  Land,  woU  in  der  Hoff- 
nung anderswo  Htllfe  zu  finden.  In  der  Zwischenzeit  gin- 
gen iaber  alle  festen  Plötze  verloren,  Itzehoe,  PlÖii,  seine 
Hauptstadt  das  emporbltihemle  Hamburg;  auch  Rfttzeburg 
und  das  rdchsfreie  Lübeck  Ergaben  sich,  das  letzte  hllüpt-* 
sächlich  deshalb  weil  Bürger  der  Stadt,  die  beim  Herings-* 
flaing  in  Schonen  beschäftigt  gewesen,  von  4en  Dänen  ge^ 
ftingen  genommen  wuren.  Uirt  als  Graf  Adoff  im  Wim- 
ter  zurückzukehren  suchte  und  Hamburg  besetsEle,  wurdke 
er  hier  von  dem  HerMg  Wuldemia^  belagert  und  am  Ende 

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77 

gefttigen  feammiien.  Fast  hätten  ihii  die  Ditmiffsclieii, 
die  ihm  lebhaften  Hass  nachtrugen  und  nun  Ueb^  dem 
fremden  König  ab  dem  deutoohen  Grafen  dienten,  im  Lan- 
ger erscUagM.  Den  entging  er;  aber  die  Dänen  achen^ 
ten  sieh  nicht  ihn  mit  Ketten  beschweren  nnd  i^impflich 
behandaki  jiu  lasisen.  Nur  die  an  der  Mändung  der  Irme 
angelegte  Feste  TraYemünde,  Segeberg  und  das  nes^h 
eroberte  Lauenburg.  hielten  sich  noch.  Das  enle  ab^ 
ergab  sich,  als  Knud  triomphirend  naeh  Löbeck  kam  (im 
J.  1902) y  auch  Segeberg  wurde  erobert;  für  die  Übergabe 
LaMüburgs:  und  den  V^aieht  auf  alte  seme  Rechte  erbielt 
dfliw  A4olf  seine  Freiheit  (im  J.  1303V 

Der  'Oraf  begab  sich  nach  Schauenburg  an  der  Weser 
und  lebfee  hier  die  übrigen  Jahre  sebies.  Lebens,  ohne  wie** 
der  den  Fuss  auf  holalemaehem  Boden  zu  iietzen.  Semem 
Valer  ist  er  nicht  gleich  gckbmnMm ;  er  ist  ehrgeiaiger, 
gewaltsamer,  vor  allem  aber  weniger  ^ücklioh.  War  je«« 
nem  die  Erwerbung  Wagrtens  gdungen,  so  hat  er  be- 
sonders nach  dem  Besita  Ditmarschens  getrachtet.  Vid* 
leicht  ist  der  entscheidende  Kampf  mit  den  Dänen  beson-« 
dm*s  hienbirch  veranlasst  worden.  Auch  im  eigenen  Lande 
war  der  Graf  nicht  belid>t,  und  Deutsche,  welche  die 
fremde  Herrschaft  länge  nicht  gekostet  hatten,  boten  ihr 
jelat  selber  den  Eingang  ins  Land.  Doch  sah  Adolf  vor 
seiaem  Tode  (im  J.  1235,  Januar  3)  noch  den  Umschwung 
der  Djttge  welcher  him*  erfolgte. 

Dem  Mmg  Knud  ist  (im  J.  1202,  Noveaab,  11)  sein  Brur 
der  Waldemar,  der  bisherige  Herzog  von  Jütfamd,  gefolgt« 
Kaum  als  König  anerkannt  und  gesalbt,  begab  er  sich  nach 
Holstein.    In  Lübeck  wurde  er  feierlich  als  K^mg  der  Da-- 

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78 

nen  uad  Wenden  und  Herr  von  Norddhmgien  begritsst, 
und  SO;  auch  Herzog  von  Jütland,  nannte  er  sich  in  sei*- 
nen  Urkunden.  Den  Bewohnern  der  StadI  Lübeck^  welche 
er,  wie  er  sagt,  'einzeln  und  besonders  seinem  Dienste 
überweisen  wollte',  bestätigte  er  wiederholt  alle  Freihei- 
ten und  Rechte  und  gab  ihnen  neue  Privüegien  für  den 
Verkehr  mit  Schonen.  In  Ditmarschen  ward  ein  Mitglied 
der  holsteinschen  Ritterschaft  Scaeco  zum  Grafen  ernannt; 
Verwandte  desselben  und  andere  die  dem  Waldemar  an- 
gehangen hatten  wurden  den  einzelnen  Schlössern  vorge^ 
setzt.  Holstein  selbst  aber  ward  dem  Albrecht  vofi  Orla«' 
münde  gegeben,  der  ein  5chwestersohn  des  Königs  <frar. 
Anfangs  vielleicht  blosser  Statthalter  des  Königs,  erscheint 
er  später  (seit  d.  J.  1206)  als  Graf  von  Holstein  imd  Stor«- 
mam,  der  alle  Rechte  eines  solchen  ausübte.  So  behidt 
das  Land  wohl  seine  alten  Einrichtungen,  aber  es  vmfde 
ein  dänisches  Lehn. 

Dies  Verhältniss  erhielt  Anerkennung,  als  sich  ein  deut- 
scher König  entschloss  dem  Waldemar  seine  Eroberungen 
förmlich  abzutreten.  Da  der  Weife  Otto  durch  den  Tod 
seines  Gegners  Philipp  zur  Herrschaft  gekommen  war, 
dachte  er  doch  daran  die  Lande  wieder  ins  Auge  zu  tus^ 
sen  welche  einst  fast  der  Mittelpunkt  der  väterlichen  Berr- 
Schaft  gewesen  waren:  hatte  sich  doch  der  Däne  recht 
eigendich  auf  den  Trümmern  der  weifischen  Macht  ei%o- 
ben.  Aber  nun  besann  sich  auch  Waldemar  keinen  Au- 
genblick die  Parthei  zu  wechseln  und  den  Bund  des  jun- 
gen Friedrich  H.  zu  suchen,  der  eben  über  die  Alpen 
kam,  um  dem  Gegner  seines  Hauses  die  deutsche  Krone 
abzugewinnen.     Der  Verhältnisse   unkundig  wie   er  war 


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79 

und  der  HhKb  wohl  bedürftig,  liess  dieser  sich  bewegen  zu 
Metz  eine  Urkunde  auszustellen  (im  J.  1214,  Mai),  in  wel- 
cher er  'alle  zum  Römischen  Reich  gehörigen  Gebiete 
jenseits  der  Eide  und  Elbe  und  was  im  Wendenlande  der 
Dänenkönig  erobert  hat,  seinem  Reidie  überlftsst  und  ein- 
rerleibt':  'niemand,  heissl  es,  soll  den  Wridraiar  in  dem 
Besitz  dieser  Lande  stören,  weil  dieselben  dnsl  dem  Reich 
unterworfen  waren'. 

So  weit  hat  der  innere  Hader  die  Deutschen  kommen 
lassen,  dass  das  Haupt  des  Reiches,  der  Erbe  des  hehren 
stadbchen  Hauses,  auf  solche  Weise  wichtige  GeUete  des 
Reiches  aufgab,  sie  vöBig  von  der  Verbindung  desselben 
ablöste.  Die  Urkunde  ist  in  die  neuste  Sammlung  deut^ 
s<^r  Reichsacten  und  Verträge  mchl  aufgenomm^;  aber 
man  soll  es  nicht  yerbergen  und  verdecken,  sondern  in 
seiner  ganzen  Bedeutung  hervorheben,  auf  dass  solche 
nicht  wieder  geschehe.  Dass  auch  der  Papst  diese  Ur-^ 
künde  bestätigte  (im  J.  1217),  mag  mbider  Wunder  nehmen. 

Ein  Angriff  Ottos  auf  das  nordalbingische  Land  hatle 
nun  wenig  Bedeutung.  Er  besetzte  Hamburg,  zog  sich  aber 
bei  Waidemars  Ankunft  zurück  (im  J.  1215),  und  die  Stadt 
musste  sidi  sdion  im  nächste  Jahre  wieder  ergeben.  Als 
bald  darauf  (im  J.  1218)  Otto  unmächtig  und  verlassen  auf 
seinen  Hausbesitzungen  starb,  schien  Waidemars  Herr- 
schaft hier  vollständig  gesichert.  Neue  Befestigungen, 
welche  er  in  Ditmarschen  zu  Lin  (vielleicht  Lunden,  einem 
altem  Kirchspid),  bei  Hamburg  und  Lübedc  anlegen  liess, 
sollten  ihr  noch  stärkeren  Halt  geben.  Schon  hatte  er 
mehrmals  seine  Waffen  über  die  Elbe  gelragen.  Und  fast 
die  ganze  Südküste   der  Ostsee  war  ihm  unterthan :   die 

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80 

Grafischaft  Sckwerai;  die  Reste  des  Abodritealaiidesy  Fom-* 
mern  und  Bügen. 

Auf  diese  Weise  waren  die  Deutschen  noch  einmal  von 
der  Ostoee  gänzlich  äusgesddossen.  Wo  für  die  deutsche 
Entwickelang  die  giiösste  Zukunft  lag,  wo  auch  bisher 
schon  deutsche  Thfttigkeit  wichtiges,  geschaffeft  oder  v^r-*- 
hereitet  hsdte,  gebot  jetzt  unbedingt  die  dtoische  Macbt. . 

An  den  Küsten  von  Livland,  unlängst  (iiQ  J.  11^)  von 
Bremer  Kaufleutw  besucht,  hat  Meinhard  ein  Geistiipher 
aus  dtfm  Stifte  Segdierg  Ettenst  im  12ten  Jahrhundert  dß$ 
Ghrisli^Qy|h«»i  verkündet  und  zu  Ykeskcda.  den  Grund  m 
einidm  Bisthum  gelegt  (im  X  11S&),  cUts  dem  Hamburgs 
Bremer  £rzhisthum  untergeordnet  wurde.  Hier  an  itor 
Mü&dung  der  Düna  huben  auch  deuta^ihe  Kwfleute  me 
Niederlassung  gegründet,  von  d^  aus  der  Handel  nach  dcim 
benachbarten  Russland  gefuhrt  wurde.  Den  ersten  schwa-* 
chen '  Anfilngan  gab  der  neue  Bischof  Albert,  den  der  bre*" 
mer  Erzbischof  gesandt  hatte,  einen  neuen  Aufschwung. 
Da  erhob,  sich  Riga  als  Sitz  des  Handels  und  der  Kirche 
(im  J.  1201).  Von  Lübeck  fuhr  man  al^ährlich  herüber, 
von  hier  und  aus  der  Umgebung  kamen  di^  ersten,  An^ 
siedeler,  aber  auch  aus  Westfalen  Friesland  ««(d  ander* 
ren  Gegenden.  Ein  dgener  Orden  ^der  Sekwier<UI*üder' 
ward  begründet,  der  es  unternahm  unter  den  Uvea  das 
Christenthum  zu  verbreiten,  mit.  dem  wieder  das  deulsaha 
Element  enge  verbündet  war. 

Aber  auch  Uer  traten  demselben  die  Di^n  entg^en, 
die  seit  lange  Angriffe  und  Niederbssungen  an  diesen  Kü^ 
sten  versucht  hatten;  auch  Waldemar  und  Albrechli  v<m 
Orlamünde  sind  früher  schon  hierhergezogen.     Sie  begin-r 


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81 

am  SB  EdlUflAd,  Hs  von  BdneMark  aus  enrt>eri  umi  dem 
Emfinsse  der  rigaer  Kirdie  enlzOfen  würde;  dayia  aber 
laicli  in  Livknd  selbst^  wo  maft  den  DealscbeA  d0Q  schon 
gewoadenen  Bodea  i«  ealreissen  smclile:  der  Bisekof  Al- 
bert ^  sonal  sa  kräftigen  und  grotfaüt^eil  Silkes,  ealzweit 
mü  dem  bremer  firsbtaebof,  ohne  Uslenstülcwif  von  de» 
P^pst  und  Kaiser,  Hess  sieh  bereit  findeii  auch  Riga  der 
dänischen  Gewalt^  sein  Bistbum  dem  luttdeAer  Erxbischof 
2«  unterwerfen.  Freilich  widerstand  die  Bey^ÜEernng  der 
SiaA,  sie  'wottte  lieber  das  Lfind  veriassen  als  sich  den 
Dänan  nnierwerfea';  itfid  man  einigte  sieh  über  ein  fried- 
liches Abhonunen  (im  J.  1220),  Doch  war  die  dlinische 
Macht  im  Übwgewicht  und  bedrohte  die  Deulschen  hier 
wie  in  der  fleimaüi.  . 

Dass  auf  ilem  deutschen  Boden  die  Abneigung  gegm 
die  fremde  Herrschaft  im  Lauf  der  Zeit  rege  wurde,  lässt 
sich  nicht  bezweifeln.  Die  Überlieferungen  aber  welche 
davon  Munde  geben  wollen  sind  sagenhaft  und  stammen 
aus  einer  Zeit  da  der  Has^  der  Nationen  lebhafter  ent- 
brannt war.  Da  weiss  die  Chronik  des  holsteinschen  Geistr- 
lichen  2u  berichten,  wie  die  Holsten  es  schwer  enipfiyiden 
hätten,  dass  sie  nicht  nach  dem  Gesetz  der  Holsten  und 
dem  gemeinen  Recht,  sondern  nach  dem  Rephtder  Pär- 
nm  und  ihrem  liiOYbog'  gerichtet  werden  sollten.  Da  des 
letsste  enit  späteren  Jahren  angehöily  so  ist  der  £rzäh»- 
Jnngihr  sagenhafter  Charakter  schon  dadurch  angewieseil. 
Aber  man  gedachte  in  d^n  folgenden  Zeiten  dpr  fremden 
Herrschaft  yomemHch  als  einer  Kränkung  c|es  angifstamm^ 
ton  JhäiX^. 

FreiUoh  kam  idie  Entscheidu^  dann  zunächst  von  ei^ 
I.  6 

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»82 

ner  mdern  fteile.  Erst  4ii»  Getti^^nmkzR  Wildeliiirg  md 
seines  Sohnes  durch  seinen  Vasaflen  4tn  Grafen  Heinrich 
von  Schwerin  ^  J/  1229 ,  Mai  %)  hraehte  den  nord- 
aibihgfiscben  Länden  ihre  Unabfaingigkdl  wieder.  Um  s^e 
Prdfteit  zu  g^ewinnen,  wiffifte  der  König  in  einen  Vertraf, 
der  nun  unier  Theflnahme  des  deutschen  Könifs  Heinlnoh 
(vn.)  abgeschlossen  wurde  (zu-  Dannenberg  im  J.  1^4, 
Jali  4)  und  wacher  doch  die  allgemeinen  Interessen  Deatsci^ 
lands^  wahrte.  Denn  WaMemar  soll  das  nordaHmgisdie 
Land  vollständig  dem  Aeiehe-  xurfickgeben,  alle  empfange- 
nen Privilegien  ausliefern,  und  keine  Ansprttohe  mehr  er- 
heben. Über  den  Berftz  Slaviens  (der  al^drMsohen  und 
pommer^chen  Lande)  soll  spflter  entschieden  werden.  Der 
König  soll  ausserdem  das  dänische  Reich  s^bst  als  Lehn  des 
Kaiserthums  empfangen.  Den  Ghrafen  Albrecht  von  Orla- 
münde  will  man  dagegen  im  Besitz  der  Grafschaft  lassen,  tfe 
er  nun  von  dem  Reich  zu  Lehn  tragen  soll.  Als  aber  er,  den 
die  Danen  zum  Reichsverweser  erhoben  hatten,  dfese  Be- 
dingungen, zu  denen  noch  ein  hohes  Lösegeld  und  Geisel- 
Stellung  kam^  verwarf,  nahm  die  Sache  eine  andere  Wendung. 
€raf  Adotf  (IV.)  von  Scbauenburg,  der  Sohn  Adolf  DL, 
der  eben  um  diese  Zeit  gestorben  ist,  erschien  um  die 
vdteitiehe  Grafschaft  wiederzugewinnen.  Der  Brzbischof 
von  Bremeft  def  ihn  herbeiführte  zog  mit  ihm  vor  Itze- 
hoe; da  wandte  sich  alles  Land  dem  AbkömmlHig  seines 
Grafenhauses  zu,  die  Landleute  besetzten  die  Bungen  Al- 
breehts.  Dieiler  aber  ward  in  der  ScMach«  bei  «Mölln  von 
den  Schweriner  Grafen  besieg  und  selber  gefhngen  (im  J. 
1225,  Januar).  Nun  kehrte  Lübeck  zur  Reichsft^äielt  zu- 
rück.   Hamburg,  dem  Albrecht  erst  eben  seine  Privilegien 


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88 

beslitigl  htlte  ^^iMsä  er  der  Surft  für  Geld  de  gipäfli-* 
chen  Hoheilsreehte^  überfrag^  isl.  eine  spälere  unverbürgte 
N^ctarieht.-^  ergab  eich,  als  die  beaacbbarte  Borg  er* 
Btürml  worden  wai«,  ttnd  eriiidt  dawl  von  AdölC  eise  glei^ 
che  BeaUttignng.  Aach  Ditmvacbeii  wurde  der  diniicliea 
lUrrachaft  ledig: 

Da  nun  alles  veriorea  war,  oMUste  ierKöoig  Waldemar 
einM  zweiten  Vertrag  eing^en  (im  J.  1225,.Novemb.  17), 
der  hiMb  ungttnsliger  war  «Is  der  ersüw  Weim  aber  je^ 
ner,  unter  Autoritit  des  deulseben  Königs  gesehtosseR) 
4ie  ganze  Sacbe  flb*  ekle  Angelegenkeit  des  deMickiea 
Reicbs  bekindeite;  so  ist  dieser  fiesiditqwnkt  jetzt  zu- 
rückgetreten,  und  -eS'  shd  häupts&ddfehdie  rerleHzten  FUr^ 
sten  wekhe  sieh  Reekl  venMAaffbn.  Da  inusste  der  Kftnlg 
denn,  ausser  dem  bedeutenden  Lösegeldy  für  das  seine 
S^hne  als  Geisel  dienen,  aUe  dem  Rei^  gekirigen  Lande 
zwischen  derlider  und  der  Btte^  und  zwar  von  der  Mün- 
dung der  Bider  bis  an  die  Levensau  und  Tön  diesem  Was- 
ser bis  ans  Meer,  und  alle  slatriscken  Lande  ausser  Rfigi^n 
zivüdBgeben.  Er  versprach  auch  dem  Grafen  Adolf  die 
Feste  Rendsburg  zrtn  Tage  nach  seiner  Befreiung  in  ih- 
rem gegamärtigen  Zustand  zu  übergeben,  dann  aHe  Ur- 
kunden auszuMefem,  dem  Grafen  Albrecbt  keine  Hitfe  ziir 
Wieder^oberung  des  Landes  zu  leisten,  iAerhaupl  kenie 
Dtotscken  gegen  <fie  GnMn  von  Sdkwerin  und  Holstein 
zu  unlearstütuen,  endfich  auch  den  Lübeckern  und  Bambur^ 
gern  imd  allen  Kaufleuten  dieser  Lande  und  des  Ri)«»* 
sehen  Reichs  überhaupt  ihre  Freiheit^il  in  Dftnemark  zu  lassen. 

Auf  solche  Bedhigungen  wurde  WaMemar  frei:  alles 
Gew#nnene  war  verloren,  die  Arbeit  langer  Jahre  dahin. 

6* 

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84 

Et  aber  war  doch  nidrt  gemeint  sich  ilas  geMen  ze  haaen* 
Als  aein  Ütealer  Soim  im  der  bealwinileii  Ffiai  aus  der 
Gefangeaachafk  enteaen  war,  liesa  er  rieb  durch  den  Papat 
von  dem  gialeiateleii  Eide  Idaen  (im  J.  1226,  Jmii  2^  udd 
auehte  dann  noch  einaral  die  Bnisoheidung  der  Wafen. 

Nun  musste  sich  zeigen,  ob  an  der  Eibe  und  an.  der 
Küate  der  Oataee  4eataobe  oder  dftniadie  Herraohafi  wal- 
ten a^dlte.  Froher  aber  halten  die  Firaten  und  Städte 
uneinig  und  getrennt  der  in  sich  geacUoaaenen  Macht  der 
Danen  gegenüber  gestandet  Jetat  waren  sie  vereinigt — 
nvi  der  Lünebuiiger  Herzog  stritt  auf  der  Seite  des  Kö^ 
niga — :  die  Grafen  von  Hotelein,  Schwerin,  die  Medden* 
burgischen  Fürsten,  der  Ersbiachof  vm  Bremen,  die  Stadt 
Lübeck,  der  Sftchaische.  Herzog.  Diesen  riefen  die  Grafen 
herbei,  als  Waldemar  bereits  neue  YtHrtheiie  davon  ge» 
tragen,  Ditaftarschen,  auch  Rendsburg  und  Itzehoe  ero- 
bert hatte:  sie  «rhannten  seine  Lehnab^rtwä  an,  ven^ra-^ 
eben  ihm  den  Besüz  von  Lauenburg  und  Rataebnrg;  daza 
erhielt  er  die  Sehirmvogtei  von  Lübedc.  In  dieser  Stadt 
vereinigten  sich  die  Yeriiündeten  und  aogen  dimn  dem 
König  entgegen,  der  bei  Bomhöved  tagerte. 

Hier  an  einer  fiär  Hoistetn  denkwürdigen  Stitte  wurde 
die  entscheidende  SeUacht  geschlagen  am  Tage  der  hei- 
kged  Maria  Miagdaiena  (im  J.  1227,  Juli  2!^.  SesoMfef^ 
der  Abfall  der  DMaiarsdien ,  heisst  el,  hat  den  Sieg  der 
Dentadken  entoehied^.  Spätere  ÜbevUefening  hitit  :aber 
hier  wie  in  dem  ganzen  Ereigniss  vide«  .sagenhaft  ana^ 
gesehtnikskt  Die  Sache  wür  gross  gea*g  um  die  Gemü* 
ther  des  Volks  auf  lange  au  beschäftigen. 

Nur  mit  Noth  soll  Waldemar  das  Leben  gerettet  hgken. 


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95 

Stach  dieser  Niederlage  leistete  er  Versidit  auf  «He  FIflne 
die  ihn  biiiier  liescUfkigt  hatten.  Km  daraof  (im  J.  1229) 
iddoss  er  nil  Graf  Adolf  einen  Vertrdg^  in  dem  aie  sich 
gegenseitig  Hflife  verspraoben.  Graf  Albreckt  aber  eriuelt 
seine  Freiheit  gegen  die  Obeifabe  von  Lauenbnrg  nnd  rer- 
Hess  das  Land,  dasa*,  der  dettscbe  6ra^  als  4lnischer  Vasall 
regiert  hatte.  'Also  wnrden  des  Tiges  die  Lande  gddst  von 
der  Dftnen  Gewalt;  des  sie  alle  Gott  gi^en  Lob  und  Ehre'. 

In  H<ritetein  und  in  Lübeck  aberHeferte  man  auch  den 
Nachkommen  das  Andenken  des  Tages.  Hier  hat  man  zum 
Dank  iür  den  Sieg  ut  der  6teHe  der  dilnschen  Burg  das 
Ifarien^-MagidalenenUoster  erbaut  und  ein  eigenes  Dankfest 
für  den  Tag  eingefthrt.  Auch  Graf  Adolf  hatte  den  Bau 
eines  Klosters  und  selbst  den  Eintritt  in  das  UMerMche 
Leben  gdobt  und  hat  <Ues  Versprechßn  sRäter  erfWt. 

So  haben  die  NitlebeHden  die  Bedeutung  des  Ereignis* 
see  wohl  gefithlt  und  nach  dem  Geiste  der  Zeit  davon  2eug-* 
niss  geg^en.  Bs  ist  auch  entscheidend  gewesen  nicht  blos 
für  die  Geschidte  4es  nordaibingischen  Landes  sondern  fOr 
die  Ektwickelung  des  nördlichen  Deutschlands  tiberhniipr. 
Holstein;  Ditmarschen;  die  Handelsstädte  Hamburg  und 
Labei^^  dam  die  Sidkttslen  der  OMsee  wnrden  dem  deut^ 
sehen  Leben  wiedergegebra.  Die  dänische  Übennacht  wi^r 
für  ^e  lange  Zukunft  gebrochm.  An  ihre  Stelle  tritt 
ein  fnäphtiger.  Auischwmig  des  dentacb^n  Elementes  hier 
wd  xon  hier  aus  im  Norden  und  Osten  von  Europa. 

,Ks  knttpA  sich  dieser  zun^kvit  ,an  die  beiden  Städte 
des  holsteinschen  Landes,  deren  gUnzend^  Zejt  d^en  jetzt 
begannt.  Wemgstens  der  sAgemeine  Charakter  ihrer  Ent* 
wickeluug  mu/ss  Uer  angedeutet  werden. 


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Ltibedi  ist  gleich  nach  dem  ersten  Umsdhwnng  der 
Dinge  lebhaft  bemidn  gewesen  sich  eine  unabhängige  Stel«' 
lung  zu  sickern.  Es  Hess  sich  von  den  Grafen  Adolf  und 
Heinrich  und  spftter  auch  von  Herzog  Albrecht  beurkunden, 
dass  die  ihnen  geleistete  fUMe  nur  eine  durchaus  freiwÜ* 
lige  sei  und  ihnen  nicht  Ton  Rechtsweg>en  gebtihre.  Noch 
während  des  Krieges  erlangte  die  Stadt  auch  vom  Kaiser 
Friedrich  0.  eise  volle  Bästfitigung  3irer  Freiheiten  und 
Rechte  (im  J.  1236,  Mai),  und  bald  darauf  (im  Juni)  f&gte 
er  die  ausdrücMiche  Bestimmung  hinzu,  dass  Lübeck  'stets 
frei  sei  d.  h.  eine  besondere  Stadt  und  Platz  des  Reibhes 
und  zur  kaiserlichen  Herrschaft  (dominium)  s(^eriich  ge^ 
hörend,  zu  keiner  Zäit  von  dieser  besond^n  Herrschaft 
zu  trennen';  zugleidi  v^ügte  er,  dass  nur  einer  aus  der 
Nachbarschaft  zum  Sohirmherrh  ernannt  werden  solle,  und 
zwar  ein  solcher  der  auch '  die  Feste  TVavemünde  zu  ver- 
writen  habe;  er  erweiterte  und 'bestimmte  die  Grenzen 
ihres  Gebiets,  gab  das  Mttnzrecfat,  Freiheit  von  ZoH  zu  Ol** 
desloe  utid  andere  Erteichteirüngen  und  Sicherungen  des 
Handels  und  Verkehrs.  -*  Bei  der  eintretenden  Minder 
rung  des  kaiserliehen  Ahsehns  in  DeutscUatid,  hatte  dM 
Stadt  Beda(?ht  zu  nehmen  «ich-  diese  Rechte  den  benach-^ 
harten  Gewalten  gegenüber  zu  bewriiren ;  sie  strebte  ausser-^ 
dem  besonders  nach  dem  -Besitz  von  Travemünde,  das  de^ 
Freiheit  ihres  tlandeis  tdcht  Gefahr  bringen  konnte.  Her^ 
zog  Albreeiit,'  dem  Mrghrend  des  Krieges  gegen  Waldemtn* 
dils  Schirmirogtef  eitfgerfttrürt  war,  hat  dehLübedtern  diese 
Feste  zum  Dank  fttr  geleistete  Dienste  übertragen. '  Alteih 
ß^iftf  Adolf,  der  sich  im  Bfesttz  beftind  oder  diesen  als  iseili 
Recht  in  Anspruch  liähiti,  War  ilamit  trenig  zufrieden^  unsd 

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87 

m  kftia  w  ei&eM  liri«ge,  in  den  Adolf  wk  sogur  pnift 
K«iiig  WaUeMar  f^gea  die  Stadl  varbiMete  «od  e»  zu«* 
Uess  da$$  densebe  Befortigiuigeft  an  Amt  Tr«ve  anlegten 
LybeA  UmpAe  gegM  di«  Bauen  gMcklieli  k«f  See,  war 
^ber  dech  dem  Grafon  nieU  gewaobaan;  ao  dasa  diaaer 
m  liergealelllen  Frieden  (im  J.  1235)  dM  Beailz  von  Tra« 
veaülnde  bebauj^tole  und  für  ac«jie  Anaprttche  auf  die  ßtadt 
von  dem  Kaiser  5000  Mark  eriiieU.  Hai^MiDUieli  dea^ 
halb^  wie  ea  acheinl^  Übertrag  spätar  Lübeck  den  Söhnen 
des  Grafen  die  Verwallong  (nn  J.  1247)^  und  erkiett  nun 
¥on  ibnen  fiilr  die  Dauer  derselien  jene  Bnrg  an  Händen. 
Ansaerdem  wurden  der  Stadt  mehrere  Dörfer  nnd  fiütnr. 
m  der  Nähe  verkanft  nnd  ihr  Gebiel  dntecb  aUmftU« 
d>gemndet 

Die  Verfaafling  der  SladI  war  jetat  beHimmi  auignhilr 
det  Bin  «Bath  ana  den  freien  gmndbeiilsenden  kein  Hand^ 
werk  treibenden  Bürgern  genommen ,  dessen  Niti^ieder 
feonanlaa) l^nnaUing^ch  nnek  fi^stengüMonggewUUl,  je^ 
doch  nidit  bniter  gMeh  aaUtfeich  waren^  der  die  stfidti«* 
sehen  Angdegenheüen^  die  PoUaei  und  eine  gewisse  Ge* 
riohtabafkelt  übte,  und  das  Beoht  hatte  iuM^halb  diesea 
Bereiche  AnordslM^en)  Küreny  zn  treffen.  An  der  Spitae 
denidkien  weaiipstens  apftter  zwei  Büi^enneiatar,  ausser^ 
dm  einaeiflie  mt  besonderen  Geschäften  beanftrtigt,  .^ab 
Kämmefer^  Mairktmeiatet;  Weddemeiale#u«#.W.  Alle  dritte 
Jabr  war  der  einsdne  von  diesen^  Geachäften  frei;  ein  be* 
aünunler^Theil  waid  dureh  dii^  soigenadntekJniaetmiig  kienM 
erknre»;  ein  zwmtaa  DiMel  stand  ^ihm  mitwürhend  zur 
(Mte/undia  besötideren  Fäfleh  tkoiMIta  ^anA  die*  andnmi 
welehe^  nicht  sitzende  Hitgisder  waren  ^  Mgnaogenwer^ 


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9S 

Abb*  Oem  RaA  ^tür  SeHe  stand  ein  Vbg[t^  der  j#W  nodb 
als  ein  Beaftter  am  Kaisers  erscheint  wd  in  sein^in;  Ma^ 
men  die  eifmtUeke  'GerieMabarkeil  austtlraii  aoK.  We« 
senflich  verschieden  ist  der  Schfrmherr,  dem  der  Kaiser 
seine  altfeindnen  BefügnisM  der  Stadt  gegenAer  anftrtfgf^ 
dM  diese  ab«r  ni  der  nädislea  Folge  sich  auch  wolil 
selbst  ervrilhlt  hat^  indem  die  YenrailiHtg  (administratie) 
oder  der  Sdmmi  (tutela)  der  Stadt  einem  der  beliaehbarlen 
Fttrsteil  thertragea  wird.  Dieser  hatie  dann  tiber  die 
Vogte»  m  verengen^  ttnd  die  hobteinsohe»  Grafen  haben  m 
jener  SteHong  der  Stadt  ^e  YoUe  GericUsbarilieit'  gegen 
eine  Entsehädigiing  von  100  Mark  hierfttr  widfür  die  Ans^ 
«Nng  des  Miiia^e^ii  tbeiiassen  (in  J..  1247).  Hinfort 
war  die  Vogtei  ein  städtisches  Amt,  das  auch  iltr  Cbld 
ay|Ahriieh  verliehen  wurde.  Neben-  diesem  Vegl  soHlen  ^ach 
silüterer  IBestimmimg  awei  voat  Rathe  a«  derieht  silzeii* 

Das  Recht  der  Stadt,  wie  es  sioh  aaf  dem  6ru*de.  der 
von  Soest  tlhertn^«eDeil  Bestiümongen  gestaitH'  haAey  ist 
seit  dem  Anfang  des  ISten  JahrhuMleMs  schoriftllBb  au|ge^ 
zekdinet  worden;- doch  vaUsitagesmieh  atcAerAiisbäduhg 
durch  die  idmidiger/Übiingi  und  durch,  die  AnIraiHliing 
jenes  Rechts  der  Kflro:  welches  (fem  fiaiUie  zwiaiid.  EA 
wurde  in  dar  nüMshuAeii  Folge  häi^  auf  ^Mifiteinadie  ^nd 
andere  benachbarte  StidtCF  tibertragian;  afmerdcmTerbreiH 
tete  es  sich  besonders  in  den  Städten  weldie  audenjen^ 
s^gen  Ktstm  der  Ostsee  «ibfblüfaten  und  in>.  enger  Halir'. 
delsveirhindiing  1  iiitilAlhecfc  stände»,  dfur  ^eben  haosdovcii 
die  Gnindiiagen  eines  stfidtisdhei  Geaa^wesens  finr  einon 
weiten  Umluieis  darbot,  und  dann  ais  Oberhof  fir*  die  ailt 
seinem  Recht  bewidmeten  Sudle  fortwährend  einen  Aiehl 


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8» 

mAefcutwidon  BMmb  sttoh  auf  das  woilere  ReohtoM^ra 
dMMHMn  aMttte. 

AUerings  hat  sMi  LMmd  jetaet  nOUuHämäg  entwickelt, 
Lttbedv  Colonie  an  der  preuaaiichen  Kttate  Blbing  hat 
sieh  dem  dentalen  Orden  nnto^orfen,  und  andere  Grtin-^ 
dangen  die  man  hier  Tersncble  sind  nicht  gediehen.  Doch 
hat  der  Verkehr  mit  jenen  Gegenden  in  Ltteck  seinen  Mi^ 
telpiinkt  bdnHen;  Ton  him*  schiflton  die  Krenzfriirer  hhi- 
tfkr  irdehe  den  Kampf  fttr  die  Verbreitang  des  Christen- 
Ihvms  foitsetitten,  nnd  hier  Sünden  umgekehrt  die  Pro* 
dncte  joier  flegenden  ihren  StapMpiatz.  Altes  was  den 
Handel  fordern  hdnnte  lag  den  läheAetn  hesonders  am 
Heraen.  Für  Freiheit  oder  Mindf  mng  von  Sollen  vnd  Ab^ 
gaheii/flir  Aufbebing  des  Strandreehfe,  füir  die  Erlangnng 
tim  Ftivilegien  imd  RechtSB  snid  sie  unaUisaig  thitig: 
darüber  schkttsen  sie  Vörtrigemitdcüheiiaehbarten  dent- 
sehen  und  wendischen  FArslen^  snd  Messen  sich  in  den 
MrfiaAen  Staaten,  in  dem  tarnen  Bnasiand  wie  in  Bng>- 
lanid  Holland  und  Fkndem  wiedtfholt  bedeutende  2n«e^ 
slittdittBse  verbriefen.  Der  Verkehr  den  Ulbeek  vermit-i 
tdle  hatte  eine  europäische  Wichtigkeit. 

Mdten  Lübeck  ist  HiHiburg  emporgekommen.  Es  ist 
dbn  hotsietascfaen  Grafen  verbUeben^  dock  hn  Besits  b^ 
denlendbr  Freiheiten.  Bigenticb  mnd  es  urspriingliok  zwi^i 
Slftdte,  die  AUsIftdt  (dsn  spätere  Petrikii^bspiel)  und  die 
nene  Stadt  (Jaeobi-  Nicolai-^  und  Gaihwiiienkirehspiel)i 
hervorgegangen  auä  der  NiedoiasaMng  des  Konrad  ifm 
Bninenbwrg  ^ttnd  seinei>  fienoseen  an  der  Alst«  M  den 
Zeitfein. Adolf  HL,  welche  glw(h  mit  besonderen  Rechten^ 
freien  Hobtätlen,  Erlass  d^r  g^ohtlioben  GeßUle;  %oH- 

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90 

fireikeit  u.  s.  w.  ttttigerüstet  worden  war.  Kaiser  Friede 
rieh  II.  hat  noch  beiden  gesondert  die  Biedite  bcäHliti^ 
weiche  sie  von  den  faobleinsdien  Grafen  erhalteB  halten. 
Früher  haben  sie  auch  getrennte  Verfassung^  verschiedene 
Radhhiuser  und  anderes  gdbabt  Dodi  sind  sie  danii  bald 
au  einer  Gemeinde  veriMinden  worden.  Das  älteste  Slidl« 
^bebuch  (aus  dem  J.  1348)  ist  bereits  g^metnscliafilieli. 
Die  Rechte  weldie  der  Erzbisohof  in  der  Stadt  gehibt 
hatte  verkaufte  Gerhard  II.  den  Grafen'  seinen  Yerwaiii* 
ten,  nicht  ohne  Widerspruch  des  Domcapiteb  ssn  Bremen, 
das  aber  hier  nichts  weiter  lerreicht  «u  haben  scheint. 

Die  Grtfen  gaben  (wl  J.  1258)  der  Stadt  die  volle  Ge^ 
richtd)«rkeit  auch  in  der  aiehsten  Umgebuiig;  so  dass  ä» 
hier  sogenanntes  Wmtohbädspecht  geniessen  soUtb.  Die  Vojg« 
tei  bheb  noch  inihrm  Händen*;  abier  sie  verlor  im  Laof 
der  Zeit  alle  BedMlaiig,  »dem.  die  zwei  Rathmänner,  die 
antii  Uer  neben  d^n  Vogt  dem  Geridhte  vorsassen^i^b  die 
eigentlich^,  mohter  erschienen  und  jenem  wenig  ^c«  Ümm 
Uessen  als  die  dem  Grafen  geUlfarenden  Antheile  an  dm; 
Brttchen  und  Bussen  zu  erheben.  Die  VerfassungdesBan- 
thes  war  der  von  Lübeck  ganz  entsprechend,  nur  daJE» 
eine  Zeitlang  (bis  zum  J.  1292)  all^hrlich  zwei  BaOman- 
nen  ganz  austreten  mussten;  was  später  der  Übereinkunft 
aler  «berlassen  wurde,  so  dass  es  un^^erbldiben  odbr  avdk- 
vier  öder  sechs  neu  gewählt  werden  koÄriten ;  >  der  BüN- 
germeister  ww^  sefit  dieser  Zeit  vier,  die  oDjAriteh  zw« 
and  zwei  in  der  Amtstätigkeit  wediseltm.  ''Überhäuft 
#ar  das  Recht  Hamburgs  auf  >das  r(m  faübeok  bi^gifindet^; 
wlas  freilich  nicht  ausschloss,  dass  -  sich  in«  Üen  Hei^ts- 
grundsätzen   eigenthttmlidte  und  idte  >  BastiilitMngen  er^^ 

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.    91 

kieiteii.  Die  fthmten  AvfzeMnmgBii  sind  aiu  der  lele»* 
ten  HälAe  des  ISten  Jahrlmnderto  (von  den  J.  1270. 1276. 
1292).  Mekrere  norddeuisfihe  Stftdie  sind  auf  Hanbiirgclr 
Reeht  gegründet,  einzdoie  hMtemaeke  wurden  mit  itarem 
Zugrecht  auf  Hamburg  verwiesen,  für  den  Fall  daas  ihre 
Grafen  rieh  mit  Lübeck  in  Streit  banden  aolien.  Denn 
Hamburg  wair  eben  doch  eine  hokteinacfaö  Landeladt;  der 
Herrschaft  (dominhni)  dinr  Grafen  über  die^StMk  wird  aM« 
drücklich  gedacht;  in  ihrer  Nühe  baute  achen  Adolf  IV; 
wieder  eine  Burg.  Sie  leistete  Hülfe  bei  Kriegen  und 
Fehden ,  zahlte  grössere  oder  kleinere  Aunmen  bd  ¥er«* 
mählungen  Reisen  und  andern  Getegenhmten;  sie  gehörte 
eben  rechtlich  zu  der  Grafschaft. 

Aber  die  Stadt  war  nicht  gehindert  nach  aussen  hih 
eine  durchaus  selbstfindige  und  erfolgreiche  Thütigkeit  tu 
entwickeln.  Are  Handdsveii^indungen  reichten  auf  der  el^ 
nen  Seite  nach  England  und  Flandern,  nach  Norwegen'  uild 
Dänemark,  wo  die  Hamburger  Ähnliche  Rechte  wie  die 
Lübecker  erlangten,  auf  der  andern  Seite  in  das  brnwe 
Deutschlands,  wo  sie  den  Verkehr  nach  der  Mark,  ft^aun^ 
schweig  und  nach  den  westphälischen  und  rheMscheil 
Stftdten  v^frmittelfen.  Von  den  Fürsten  erhielten  sie  Frei- 
heiten und  Vergünstigungen,  mit  den  Städten  traten  sie 
fai  Bündnisse  '«um  gegenseitigen  Schutz  und  zur  FörIcK 
rung  gebieiiisatiter  Zwecke.  '         . »«    /   ; 

VornenAich  Lübeck  und  Hamburg  sind  frlAi  sdim 
durch  gleicht  Einrichtungen  und  Intei^esseu  zu  ^n^ret 
Verbindung  veranlasst  worden.  B(öreite  am  Anflmg  d^s 
13ten  Jahrhunderts  rfiutait  Hamburg  den  LCAyecker'Bür^^fern 
die  mit  ihren  Wauren  in  die  Stadf  konntfen  dieselbett  Redhte 


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9« 

wie  den  eigenen  Bltargem  «in,  wobei  die  GegenseitigkeU 
ausdrücklich  bemerkt  wird.  Später  (im  J.  1241)  sehUessen 
die  beiden  StAdte  einen  Bund  zor  Sicherung  der  Strafen 
zwischen  den  Mündungen  der  EHie  und  Trave^  und  setzen 
zigleieh  fest  dass  die  aus  einer  Stadt  VerwMsenen  es  auch 
aus  der  awieam  sein  s^en.  Dann  (im  J.  1255)  ward  ein 
Schutzbund  Trutabündniss,  zunächst  auf  drei  Jahre,  eidge*- 
gangen,  und  ähnliche  Verträge  sind  elme  ZweiM  mehr- 
fach erneuert  und  wfitw  ausgedehnt  worden. 

Die  Kauflente  Lübecks  und  Hamburgs  nehmen  einen 
wes^i^ichen  Anthdt  an  der  Genossensdiaft  des  sogenann- 
ten gemmen  Kaateomis,  der  Kaufleute  voiä  fidmisohen 
Reich,  welche  sich  hauptsädiiidi  an  die  gemeinsame  Nie- 
derlassung auf  GotUand  ansphliesst  und  bald  nicht  blos 
für  den  Handei  der  Ostsee,  aandem  auch  für  den  Verkehr 
mit  Norwegen  England  wd  Plaudern  eine  bedeutende 
Wichtigkeit  erlangt.  Auch  in  diesen  Länderu  hatten  .die 
deutschen  Städle  g^neiasame  Niederlassung^  oder  Haad- 
Ji|ngs<;oii^toire,  welche  besondere  Privilegien  erlangten, 
eine.  gjldaaiMssige  Verfassung  hatten  und  früh  schon  iu^ 
t«r  d^tt  Namen  der  Hansen  bekannt  geworden  sind..  Die 
VerUndiuig  der  Kaufieute  wirkt  später  lauf  die  Städte  zu^^ 
rück  denen  sie  angehören,  und  die  j^um.  Theil  voiiier 
sdh^n  -ift  nähesen  Beziehungen  m  einander  gestanden  {la-r 
ben;  und  eme  grosse  Vereinigung  uorddeiitschWiHandelfH 
slAdte  wM  auf.  diese  Weise  aagebahot,  Me  dfum  ein  Jahr- 
hundc»^  später  sich  z«  der  umfassendsten  und  glänzendsten 
Wirksamkeit  erhebt  und  als  deren  JMitte^ünkt  eben  dvs 
beiden  Seh^westerstädte  des  nordalbingiscbeA  Landes  ^- 
scibeinen,    die^   kaum  .eine  Tagefiihirt .  auseinander  liegen 


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§8 


von  jelBt  an  4ie  Ost-  und  Nondbee  mit  ihrem  Ver^ 
kehr  Verbioden. 

D«  die  Kaiser  and  die  Khrefae  afaüesseft  den  deutiohen 
Eimtbaas  im  Norden  geltend  zn  machen^  haben  die  äUMle 
ihn  noch  ejnnal  mit  Kraft  mid  Erfolg  vertreten.  In  ihnen 
hat  der  sädwisdie .  Stamm  des  nordaibingifidien.  Landes 
jetAt  die  Stätte  fiär  eine  Wiriuramkeit  gefunden,  urie  sie 
der  Kraft  und  Energie  seines  Charakters  entsinracb.  Ohne 
den  Bor nhöreder  Sieg  vtiSare  dies  nimmer  m^g^  «enre* 
sen;  4ies«r  hat  au^h  hierfllr  die  Brim  HiM^t. 

I>#si^Ibe  Ereigniaa. hat  an  anderer  Stelle  xu  <aner  An»^ 
biidiuig  von  Zuptünd^n  geftfitt,  in  denen  ein  Stanm  freier 
gruadb^sitoeoder  Bauern  eine  lange  Reihe  von  Jidinen 
bindarch  sieb  kräftig,  aber  in  sieh  abgeschlossen,  bewefte. 

Die  Ditmarscben  sind  nach  einem  unrtthigeti  Wechsel 
fws^icber  Herrschaft^  der  sie  sich  doch  niehi  gw%.  an 
entziehen  vermochten,  nun  an  em^  mrtr  stätigeii  Ver«- 
bindiu4[  mit  dem  Bremer  EriAisthnm  gdwgt:  nuf  diese 
Bedingiwg  hin  soHen  sie  äu-e  BfUfe  in  der  Bomh(>^eder 
Schiacht  ««gesagt  habisn.  Der  dumdige  sätdisisdie  Her*- 
zog.  Atbirech!!  hat  jeden  Ansfiracb  den  er  anf  DtaiafsAen 
und  di0  Stßder  Grafi^aft  habm.  modite  ausdrüeklieb  iü^ 
iQn  lassen  (im  J.  132S)^  Graf  Adojf  von  Hotatei»  hatte 
dasselbe  sehen . vorher  gethan,  und  anr  die  fiebere  Ab^ 
gjibe  ist  ihm  auch  jeUät  veiMieben. 

Diei.Bochte  aber  welche  der  ErzUschoC  übte  Wifigmi 
Qjcht  iidwi^.  Sr  ernannte  einen  Vogt  oder  sf^fter  meht- 
T^r^.(w^sl  m  i'  1281),  vier  oder  lünf,  ivelche  die  Ger 
irichtfibarkeit  hatten.  Da  sie  aber  ans  Eingesessenen  ^ 
Landes  genommen  wurden  und  ihre  Stellung  meistens  erb^ 


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04 

li^h'  niftchten^  so  waren  sie  mit  der  Gemeinde  eng  ver- 
wachsen^ die  zugleich  Sorge  trug  ihre  Macht  nicht  zu 
gross  werden  zu  lassen.  Sie  leiteten  das  Gericht  und  er- 
bibMi  die  Brüchen^  von  denen  sie,  wenigstens  später,  nur 
eine  kleine  Summe  (25  Mark)  dem  Erzbisckef  zahlten. 
Auch  die  andem  Einkünfte  desselben  waren  gering,  am 
bedeutendsten  noch  das  Willkommen  das  jedem  beim  An- 
tritt  des  Amtes  gezahlt  werden  musste,  ausserdem  der 
Ertrm  der  Ftiiren  über  Elfte  und  Eider,  einiger  Notzun- 
gen und  des  Strandgutes.  Wichtiger  war  dias  Recht  des  Auf- 
gebots das  ihm  zustand,  wenn  es  aueh  wenig  geübt  wnrde. 
Das  Land  zerfiel  in  Kirchspiele,  deren  man  damals 
14  zahlte,  und  die  ab  selbständige*  Gemeinden  ersehei- 
nen. Die  Vorsteher  derselben  sind  die  Geschwomen  (swo- 
ren,  juratt),  welche  das  Kirchspielsgericht  bflden.  Ihre  Zahl 
seheint  geschwankt  zu  haben;  in  Meldorf  gab  es  später 
20. '  Auch  die  Schliesser  fslutere,  davigeri)  werden  schon 
der  älteren  Zeit  angehören:  ursprünglich  Kirdienbeamte, 
zwei  bis  vier  an  der  Zahl,  haben  sie  zugleich  obrigkeit- 
liche Funetionen  auszuüben,  die  sich  im  Lauf  der  Zeit  tot- 
mehrt  haben  mögen.  Da  leiteten  sie  das  Kirchspielsgericht, 
hatten  soNmA  in  untergeorchieten  Sachen  eine  Jurisdiction, 
sorgten  für  Ordnung  und  Sicherheit,  erhoben  auch  die 
Gelder  welche  gemetaisam  verwandt  werden  sottlen.  Selbst 
die  Ernennung  der  Geschwomen  ist  später  von  ihnen  aus- 
gegangen. Wie  sie  aber  bestellt  wurden,  ist  nieht  deut- 
lich. VieMcht  dass  sie  ursprünglich  die  Versammlmig'  der 
Gemeinde  wählte,  welche  früher  wahrscheiriich  bedeuten- 
der war,  an  die  aber  immer  noch  gewisse  Sachen  gebracht 
werden  konnten. 


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95 

Innerhtib  der  Kirclispiele  slaiideii  die  eiBseineii  Bauer« 
Schäften,  derea  Verbindung  auf  der  alten  fast*  aHen«  deut- 
schen Völkern  bekannten  Feldfemeuigchaft  beruht;  die  An« 
gehörigen  einer  solchen  Bau^nsohafty  die  hieii  nicht  im- 
mer dorfweise  vereinigt  wehnten,  bewiräuiohafteten  ihr 
Land  in  GemeineehaA/  so  dass  jeder  an  die  algeteeine 
Ordnung  des  Anbaus  gd>imden  war.  Es  entstehen  hier- 
aus manche  nähere  Beziehungan  der  GemeindenatgUedeT; 
die  abo*  keine»  wahrhaft  poiäisohen  Charakter  an  sich  tra- 
gen. Hur  bei  dem  eigenthdndichen  EMgericht  (der:  JSe- 
nede)  des  Volks  kann  auch  die  Ba«ernsohaft  als  solidie 
herangezogen  werden. 

Es  begegnet  auch  eine  Hntheilung  in  vier  VöOe* ;  aiidi 
in  den  benachbarten  Marschen  ist  der  Ausdruck  ^Dtiehto' 
gebräuchlich  für  Districte  die  mit  den  Kirchspielen  nichts 
zu  ihun  haben.  Der  sogenannte  Sttderstrand  ist  mitunter 
als  fünfter  Thell  tnneugezählt  worden.  Vielleicht  enfspre- 
chon  sie  den  Bezirken  in  deneii  die  Tier  oderftlnf  Vdgfte 
thtftig  waren;  es  kann  auch  si^in  dass  sie  eriA  später  efai- 
gericfafet  worden  sind.  Eine  weitere  Bedeutung  sdieiaen 
Me  jedenfalls  nicht  zu  haben;  von  Versammkinge»  des 
Vofts  ist  bei  ihnen  nicht  die  Rede,  so  dass  man  weniger 
sie  als  die  Kirehspiele  alten  Unterabtheilungen  der  Ciaue 
Tergidchen  kann; 

Wohl  aber  gab  es  eine  allgemeine  Landesvensamm- 
lung,  der  alten  Gauvefsammluiig  entsprechend,  welche  die 
Gesammfheit  (universitas)  des  Volkes  darstefitis.  Sie  halte 
ihren  Sitz  in  Meldorf,  dem  Hauptort  des  Landes,  deratidU^ 
sehe  Rechte  empfing.  Aber  sowohl  die  Zusammensetzung 
wie  die  Befugmsse  sind  keineswegs  klar.    Es  scheint  daas 


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96 

die  Angesebaiisten  der  emielnen  Kirchspiele,  die  SeUiesser 
und  auch  die  Gesohwornen,  mit  den  Vögten  hier,  zusala^ 
menkamen  und  die  attf  emeineii  Angelegenheitea  des  Lan^ 
des  berietheii.  Aber  ee  gab  Tielleicht  doch  auch,  früh 
soho»  einen  ständigen  AvssehnsSy  dem  Rath  det  Stttdte  im 
vergleichen  y  dessen  Mitglieder  Ratbiiamien  (consides)  ge^ 
nennt  werden.  Diese  ersehatnen  neben  den  Vögten  als 
die  Vertreter  des  Landes  im  Verltdir  nach  mssen;  daheim 
werde»  sie  fir  die  Giesammtheit  diesdben  Gestbifte  be^ 
sergt  haben  die  in  den  Kirohqiielen  den  SeUieesern.i^ 
lagen.  Vielleicht  md  es  gerade  diese ,  weiche  vereioagt 
als  ein  allgemeiner  Rath  auftreten.  So  werden  aaehcon'- 
siries  vom  Setdorf  genannt^  die  von  den  ScbUessern  kaum 
rerscUeden  sein  können. 

Es  wird  ensihlty  dass  ritterliche  Geschtechlery  wie  die 
Rerentiowiuad  WaistiMrp,  ans  dem  Lande  vertrieben  seien, 
als  sie  einmal  dul*ch  Rinb^eten  den  Ajabiss  zu  einem  Krieg 
iint  Hamburg  boten.  Diese  Nachricht  des  spätem  holsleiii««^ 
sehen  Chronisten  ist  aber  wenig  verbürg^  und  nur  soviel 
erbeut  y  dassJRitter^  wie  sie  hier  frCAier  genannt  werden 
(njock  im  J.  1265  und  1286),  später  nicht  mehr  im  Lande 
wohnten )  sei  es  dass  ßie  das  Land  verUeasea  o4er  jede 
Beverreehtignng  verloren,  so  dass  die  freien  Gemeindega*- 
nossen  sämmtlich  als  gleich  angesehen  werden  solltan. 
Die  Reventiow  waren  früh  in  Holstein  wie  in  Ditmaivwhen 
angesessen,,  and  sind  hier  vielleicht  weggezogen  wegen 
eiiMr  Todschlagfls^aebe  die  sie  mit  eiaiem  andern  GeseUechte 
hattoi.  Sie  nahn^n  ihren  Sitz  in  Wagrjen,  wo  auch  das 
<tut  der  Walstorp  b^gen  war;  And^e  die  genannt  wer* 
den  erscheinen  als  bremöscbe  Ministerialea,  die  das  Land 


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mttmeii  mochten/' ab  der  Eiiiflttss  des  bsbisekofs  Jiitiiief 
mehr  snrücktral. 

Die  GSlederwig^  des  VoBfiS  nach  Geschlechtern  (slachten) 
imd  deren  AhtbeSüngen  (Uoffo  und  brodertihemede)  hat  seit 
lange  ein  besonderes  Interesse' erregt.  Ihre  Entstehung 
aber  und  späteren  Verhfiltnisse  staid  doch  keineswegs  dent-- 
lieh.  Wenn  einzdne  Gesohlechter  wie  die  Vogdemannen 
nnd  Woldersmannen  gross  und  weitverzweigt  im  Lande  wa- 
ren^ so  schehien  andere  von  bedentend  geringerem  Umfang 
gewese)a  su  sehi;  In  dnzehien  Kirchspi^n  werden  ihrer 
w^gstf^s  fünf  m^Bkix  genahnt.  Dass  es  dreissig  gab  ist 
deadich^  keineswegs  aber  dass  es  überall  nicht  mehre  wa^ 
ren.  Im  allgemeinen  hatten  diese  Verbindnngen  des  Yol«* 
kes  aber  mit  den  Eintheilungen  des  Landes  nichts  zu  Ihun, 
somdern  sie  zogen  sich  durch  diese  hindurch  ohne  sich  mit 
ihr^n  Einriehtüngen  zu  berühren.  Es  ist  m5glieii  dass 
der  Yerbindüttg  der  Geschlechter  ursprftnglieh  wirkliehe 
TarwandtsckaMiche  Verhiltnisse  zu  Grunde  liege»;  doch 
sind^diese  später  jedenMs  zurückgetreten:  in  den  Rechts- 
denkmälenr  die  von  ihnen  handeln  erscheinen  sie  als  Ge- 
nossenschaften 'von  bestimmter  Bildung,  aber  mit  Rech» 
len  und  Pflichten  wie  sie  früher  den  Familien  obgelegen 
haben.  Zü-'^chntz  und  Beistand  vor  Geridit,  namenäich 
bei  dem  Bidgericht  (der  Nemede)^  dann  bei  der  Zahlung  von 
Bussen,  aber  auch  zur  Rache  waren  die  Gesohlechtsvettem 
verpftichtet.  Die  Vogdemannen,  die  eine  höhere  Stellung 
einzuKlehmen  scheinen,  httlt  man  nicht  unwahrscheinlich  für 
da^  Geschlecht  welches  dem  Lande  seine  Vögte  stelha.  Als 
minder  verbürgt  er^dheint  der  friesische  Ursprung  der  ih-» 
nen  in  i^iner  Familientf adition  beigelegt  wird.  Man  hat  auJP 
L  7 

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9» 

die  Bim^mwleraiiff  friesischer  FamiUeii  hier  cenrifls  .m.m 
grosses  Gewicht  gelegt;  die  Verwandtschaft  4ed  Volks  mU 
den  Friesen  beruht  auf  «ilter  Slf^inwiesTerwaAdtschaft/ nicht 
auf  spätrer  Mischung.  Bessere  Kimde  im  IMohhMi  und  in 
der  CuUur  des  Marschbodens  wird  immer*  manche  GolonislM 
aiiph  hier  in  das  Land  gebracht. haben *,..  i^uf  den,Charakt«i: 
des  Volks  un4  seiner  Verfassung  haben  sie  aber  schiwerlicb 
einen  bedeutenden  E^nfluss  g^bt»  —  Man  ist  nicb^. berech-? 
tigt  die  bestehenden  Ordnungen  DiUnar^cl^ns ,  unmittelbar 
auf  die  fiteren  Zeiten  des  deutschen. Volkslebens  izurtipk« 
zuführen.  Sie  zeigen  aber  wie.  altgermanische  Grundlagen 
s^h  im  Rßcht  und  Sttif^t  ^erhalten  und  ihr^  bydonde  Kraft 
auch  noch  in  späterer  Zeit  bewährt  traben. 

Das  ist  überall  der  Charakter  des  ditmar/^qhistchen  Le))ens» 
]aiecht  und.  ßittO;  die  Acker-  un4  ^i^  Landesyerf^ssung^  r^T 
hen  aj|f  demselben. Boden,  dei^.  die  Vermtnlnse  4v^  ai§^ 
derdeitfschen.Stfunm^  in  ijüAester  Zeit  getragen. ;b%t;  al|efi 
ist  in  ungestörtem  Wach(»thuin  geblieben.  AiU^h  nnter  der 
fiirstli(4en  Herrschaft  hat  sich  die  Freiheit  der  F#rse«ieB 
und  des  Bigens  ei^httlten ;  nur  einzelne  Güter  md  4ft  gcistr 
liehe  Stifter  oder  fremde  Fürsten  gekpnaWiBn*  Die  Sifirich- 
taugen  eine^  alten  Gemeind^wesens.  sind  g^bKqbea  o^er 
neu. gebadet;  und  sie  tretjen  nun  wieder  bedi^u^der  hfr-* 
vor>  da  die  Herrschaft  vos^oben  an  Binflnss  abnnnmt.  D«i 
Volk  hat  aud)  den  alten  selbständig^^  troib^ugßni  fai^t»ge«* 
wf^tsamen.Sinn  behalten^  der  sich  in  F^den  mitHa^nburg^ 
in  Kämpfen  mit  den  holstfjinschen  Grafen  noch  öfter.  Luft 
macht;  der  aber  auch  die  einzahlen  GescWecbter  oder  Kirchs 
spiielp  nicht  selten  g^gen  einander  Iri^t  oder  doch  ge^ 
trcjnnte  .Wege  gehen  lässt/  so  dass  4ie  Einheit  schwach 


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uad  für  eine. h()iMre  politiflche  £stvrickeläng  angentigend 
ecseteial. 

Aber  wih  sa  kaben  die  Ditmarscben  alleo  Nachbar« 
md  dem  eigeoeii  Iform  Schea  eingeflösst  sie  ia  Arer  her- 
gpfteacUrä  Freiheit  afizutafiten.  Zu  einerZeit  da  in  Deutsch- 
land dUs  Fttn^nlhnm  fairt  überall  im  Steigen  war,  da  die 
friesisdien  Gemeinden  zum  TheS  der  iGewalt  mädilager  Her- 
ren eriageU;  da  ausserdem  DienstbariLcit  und  Leibeigen- 
schaft sich  immer  weiter  verbreiteten,  findet  hier  die  Baacm- 
freiheit  eine  Stätte  da  ;sie  sidi  enkäll  und  wo  sie,  gestärkt 
durdhi  die  Fortdauer  eines  idten  volksmässigen  RecUssu« 
Stundes,  neiie  Ordnungen  in  das  Leben  ruft  die  eincB  be^ 
deutenden  Fiats  unter  dett  Instüntionen  der  gehnanisehen 
StltaKae  einnehmen.  Die  Gescluchte  hat  es  w^  zuerst 
herVoniuhidieri,  wo  eine  Einwirkung  weithin  auf  grössere 
Kneise  g^üht  wird;  aber  es  ist  ihr.  Recht  auch  da  2u  ver- 
weilen,, wo  in  besdsrftnkten  Grenzen  und  in  stSIer  Abge- 
sdtedenbeit  eine  ViSkerschaft  alle  Bedingungen  eines  selb-, 
atlndigien  gesuden  Lebens  zu  entwiekda  und  gegen  Störung 
durch  fremdartige  Einwirkungen  glücklich  zu  schützen  weisst 
Selten  findet  sie  beides  so  nahe  benachbart  wie  in  den 
nordalbingischen  Stiidten  und  d^  ditoiarachischen  Landschaft. 

Auch  ein  anderes  Ueineres  Gd»iet  ndffdlich  der  Elbe,  die 
sogenannte  Haseldorfer  Marsch,  welche  sieben  Kirchc^iele 
umfosste^  ist  dem  Erzbischof  yon  Bremen  verUieben  f  friiher, 
wie,  es  scheint,  ein  Theil  der  Grtfsebaft  Stade,  die,  auch 
abgesehen  vem  Ditmarschen,.  als  die  !(kafftchafti)eidßr  Ufer' 
beoannl  wird.  Selben  am  Ende  des  12|ten  Jahrhunderts 
(im  J.  1187  und  SL)  wird  ein  Ministerialis  der  bremischen 
Kirche  Friedridi  von  HaseKhorp  genannt^  der  ohne  Zwei- 

7* 

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100 

fei  die  dortige  Burg  und  wongstens  eiReii  Theil  der  BiA^ 
kflnfte  empfangen  hatte;  eine  Stellung  die  seinen  Nachkom- 
men verblieb,  dann  aber  auf  die  Barmstede  flbergüig.  Es 
ist  rin  enges,  doch  fruchtbares  Land,  durch  den  Strom  der 
Elbe  und  die  Fluth  vericürzt,  abei"  gleichwohl  nicht  ohne 
Bedeutung  auch  für  die  politische  Geschicfate  des  Landes, 
bis  es  später  dem  übrigen  Holstein  einverieibt  ward. 

Dass  auch  die  Kremper  und  Wüster  Marsch  früher  dem 
Bremer  Erzstift  gehörte,  ist  nicht  zu  erweisen.  Erst  ver- 
hältnissmässig  spät  scheinen  beide  eingedeicht  und  voll- 
ständiger angebaut  zu  sein.  Seit  der  lütte  des  13ten  Jahr- 
hunderts werden  die  beiden  Hauptorte  als  Städte  genannt, 
früher  in  der  Wilstermarsch  die  Sitze  mehrerer  ritterlicher 
Geschlechter,  Wüster  seQ>st,  Brockdorf,  Beienfleth,  KnmH- 
mendiek.  An  der  linken  Seite  der  Stör  bei  Itzehoe  hat^ 
ten  die  Stifter  Neumünster  Segeberg  und  ReinfeM  Besitzun*^ 
gen,  welche  sie  durch  Colonisten  anbauen  Hessen.  Die 
Kirchspiele  der  Marschen  hatten  fast  alle,  wie  es  bei  holfi-' 
schem  Recht  gewöhnlich  war,  Schulzen  und  Schöffen  zu 
Vorstehern. 

Von  geringerer  Bedeutung  sind  die  Verhältnisse  der 
kirchlichen  Stifter,  wie  sie  sich  jetzt  nördlich  der  Elbe  ent- 
wickelten; doch  entbehren  auch  sie  nicbt  aUer  Bigenthüm- 
lichkeit. 

Die  Verbindung  des  Bremer  Bisthums  und  des  Hambur-« 
ger  Erzbisthums  ist  im  Lauf  der  Zeit  eine  so  innige  ge- 
worden, dass  man  häufig  die  verschiedenen  Eigenschaften 
des  Inhabers  nicht  mehr  unterschied;  seit  dem  12ten  Jahr- 
hundert ging  wenigstens  der  erzbischöfliche  Titel  auf  Bre- 
men, den  regelmässigen  Sitz  des  Kirchenfiirsten,  über.    Aber 

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101 

die  Domcapitel  waren  getrennt^  und  es  kam  bald  su  leb- 
haften Streitigkeiten  zwischen  beiden  eben  über  den  Titel 
und  die  Rechte  sowie  über  die  Wahl  des  Erzbischofs.  Die 
Entscheidung  (vom  J.  1223)  bestimmte,  dass  die  erzbischöf- 
Hche  Würde  und  Titel  bei  der  Bremer  Kirche  verbleiben, 
dass  aber  die  geistliche  Gerichtsbarkeit  über  die  nordäl- 
bingiscben  Gegenden,  Appellationen  vorbehalten,  der  Ham* 
burger  Propstei  zufallen  solle ;  nur  Kiel  scheint  später  un- 
mittelbar unter  dem  Erzbischof  gestanden  zu  haben.  Das 
Hamburger  Capitel  soll  durch  drei  Mitglieder  an  der  Wahl 
des  Erzbischofs  theänehmen«  Dieser  Ausgang  des  Streits 
hat  in  der  That  das  Hamburger  Erzbtsthum  in  seiner  alten 
Bedeutung  völlig  aufgehoben;  die  Gewalt  über  den  Nor- 
den, die  Karl  und  Ludwig  dieser  ihrer  Stiftung  beigelegt 
hatten,  war  schon  vorher  genommen,  und  die  Versuche  ein- 
zebier  Erzbischöfe  sie  vviederzugewinnen  sind  ohne  Erfolg 
geblieben;  auch  die  neue  Gründung  des  livländischen  Bis- 
thums  hat  nur  kurze  Zeit  in  dem  Verbände  mit  dieser  Mut- 
terkirche gestanden. 

Zu  den  wenigen  Bisthümem,  über  welche  sich  nun  die 
erzbischöfliche  Gewalt  von  Bremen  erstreckte,  gehörte  das 
von  Lübeck,  welches  Wagrien  und  den  grössten  Theil  der 
alten  Mark  umfasste.  Der  sächsische  Herzog  versuchte  hier 
auch  später  die  Rechte  geltend  zu  machen  welche  einst 
Heinrich  der  Löwe  über  die  wendischen  Bisthümer  erlangt 
hatte.  Doch  ist  er  damit  nicht  durchgedrungen;  Lübeck 
und  Ratzeburg  wandten  sich  (im  J.  1252)  gemeinsam  an 
den  Reichstag  um  ihre  Unabhängigkeit  zu  behaupten,  und 
wenigstens  jenem  Stifte  wurde  sie  (im  J.  1274)  ausdrück- 
Keh  anerkannt.    Wenn  aber  d^  Bisdiof  'auf  diese  Weise 

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102 

für  seine  Person  tind  seine  Kirche  die  Stelhing  eines  reichs- 
iinmittelbaren  geistticlien  Fürsten  erlangte,  so  blieben  da- 
gegen die  Besitzungen  zu  Bosaa  Eutin  und  anderswo  im 
wagrischen  Lande  unter  der  Hoheit  des  Grafen  und  ge-* 
nossen  nicht  einmal  »llo  die  Rechte  welche  die  anderen 
geistlichen  StiR&r  im  Lande  hatten:  noch  um  die  'Mitte  deis 
13ten  Jahrhundetts  behauptete  der  Graf  die  Gerichtsbarkeit; 
Dies  und  die  Schut^gewalt  welche  er  über  jene  Besitzung 
gen  hatte,  dann  der  Empfang  bischöfiicber  Zehnten  und 
Gikter  zu  Lehen,  hat  jetzt  und  spätei^  zu  läbhaften  Streitig-^ 
keiten  Aiilass  gegeben.  Auch  an  den.  Sitz  des  Bischofc 
fand  dieser  bei  der  Bürgerschaft  «nd  dem  Rath  yielfacheil 
Widerstand,  sobald  er  seine  geiMlichen  Befugnisse  atisdeh^ 
nen  wollte.  Dass  an  dem  Erwerb  politischer  Bechte  hier 
nicht  zu  denken  war,  ergiebt  sich  von  selbst. 

Die  südlichen  Elbinseln,  welche  damals  noch  zu  d^ 
Grafschaft  der  Schauenburger,  zu  Stormarn,  geborten,  der 
Ochsenwerder  Altenwerder  und  ein  Theil  des  Fisakenwer-* 
der,  standen  unter  dem  Verdener  Bischof. 

Nicht  wenige  geistliche  Stifter  hat  das  nordalbingische 
Land  aufzuweisen,  besonders  innerhalb  des  lübecker  Spren- 
geis. YicQlins  Stiftung  zu  Neumünster  hat  sich  freilich  nach 
des  Gründers  Tode  von  Lübeck  getrennt  und  ist  unter  ei- 
genen Pröpsten  unmittelbar  unter  den  Erzbiächöfen  geblie- 
ben, von  denen  es  wiederholt  eine  Bestätigung  und  £r^ 
Weiterung  seiner  Freiheiten  und  Besitzungen  erhalten  bat; 
auch  dem  hamburger  Pomcapitel  war  es  nicht  unterwor- 
fen, sondern  übte  in  einem  kleineren  Kreise  dieselbe  Rechte 
die  diesem  anderjSwo  im  Lande  zustanden.  Ein  Nonnei^ 
kloster,  das  nnt  dem  Stift  der  regulirteti  Ghorherrn  ver-* 

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103 

banden  worden  war,  ist  unter  Adolf  IV.  entfernt  und  viel- 
leicht  nach  Neustadt  verlegt.  Segeberg  blieb  unt^  Ltt-* 
beok:  Daztt  k^mi  durch  Adolf  DU.  RefaiflshI  (im  J.  1166^1189); 
dann  dotirte  Albre^tt  von  Orltmünde;  vieDeichl  auf  deni 
Grund  einer  ^ftkern  fcirchlicheh  Pundutieti^  Preetz  (hn  J. 
Ii2l^i&)y  dM  Graf  Adolf  mch  seln^  I^k^kehr  bestätigte 
(im  J^  1826).  Auch  diese  drei  filier  hatten  in  mehreren 
benachbtrteii  Kirchspielen  die  geiittiehe  Gerichtsbarkeit  lund 
ndere  Rechte  des  Ardhidiaconats.  Graf  Adolf  bescbenktb 
avch  idas  Kloster.  Hoibd[e  (im  J.  1229),  welches  Awaa  un-* 
ier  deria  Nnnenlleiidiieck  bekannt  und  zwennal  rerleft  wurde, 
befbrderte  die  Übertragung  des  (im  J.  1177  gestifteten)  S. 
Johanftisklosters  zu  UObeck  nadLCismaf,  und  bot  noch  später 
seine  Unterstützung^  zur  Ehdcbtung  eines  Nonnenklosters 
SU  'Harvstdisde  diebt^  vor  deuThocen  vonHand)urg  durch 
den  dortigen  Vogt  Georg,  das  nachher  mitsamint  seinein 
Nam^n  an  die  Alster  verl^  wurde.  Heinrich  von  Bärm- 
stede  aber,  das  Haupt  dieser  angesehteen  und  reichen  Fa« 
mih^  stütete  fiost  um  dieselbe  Zeit  das  Klester  Ütersenl  (im 
J.  1335—1237).  Des  Kloster  zu  Itzehoe  soll  frühei*  zu 
Ivenfietli  in  der  Krempar  Marsdi  bdegen  gewesen  sein; 
um  die  Mitle  des  Jalnrhunderts  (im  J.  1256)  hatte  es  aber 
bereits  seinen  Sitz  bei  der  alten  Burg  Holsteins  erhalten.  — 
Von  diesen  Klöstern  gehören  Reinfeld  Preetz  Cismar  und 
Neustadt. zur  Itibecker  Diöoese;  besonders  jene  drei  sind 
durch  bedeutende  Sohenkungen .  und  glückliche  Ankäufe 
I|ier.  im  wdgrischen  I;«i|de  reiqh  und  müditig  geworden. 
Preetz  Reinbeok  Itzehoe  Ütensen;  Neustadt  imd  Harvstebude 
waren  mit  Nonnen  besetzt,  während  Neumünster  und  Se-< 
geberg  regidurten  Chorherr»,   Cismar  und'  ReinCetd  aber 


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104 

Möachen  d«s  BenediotUifflr^  und  Cjiterdeiiserordras  apge-- 
hörten. 

Die  Urkunden  der  Klteter  sind  uns  widitige  Quellen 
für  die  illere  Gesehiebte  des  Landes.  Aber  dankenswerlher 
müsste  es  sein,  wenn  die  Geistüchen  uMeser  Stifter ,  wie 
ihre  Brüd^  in  anderen  Gegenden ,  sidi  beflissen  bitten 
die  Ereignisse  aofzuzeichnen  deren  Zeitgenossen  sie*  wluren. 
Es  ist  dies  &st  gar  nicht  gesdidien.  Seit  Hdmold  Yen 
Boten  seine  wichtige  Geschichte  der  ^vai  geschrieben 
hat,  sind  nnr  lübecker  Geistliche  auf  dieseni  Wege  naoh^ 
gegangen,  und  wo  Arnold,  der  Abt  4^»  •  dio(rlig>en  Johan«^ 
nisklosters,  seihe  inhaltsreiche  Portsetznng  der  tdaTfschen 
Chronik  sdiliesst^  ist  eine  grosse  Läcte  griiUdien,  weldhe 
die  spitem  Stadtchroniken  nicht  auszofililen  yemochlen. 
Hamburg  hat  in  dieser  Zeit  an  gesdnchäichen  Werken 
nichts  geliefert. 

Neben  den  alten  Orden  verbreiteten  sich  im  ISten  Jidir- 
hnndert  die  neugestifteten  Minoriten  (FramEiscaner)  nnd 
Prediger  (Dominicaner)  mit  Schnelligkeit  auch  über  diesen 
Theil  Deutschlands.  Gerade  die  Bomhdveder  Schlacht  gab 
den  Anlass  dass  bedeutende  Stiftungen  zu  ihren  Gunsten 
unternommen  wurden:  zu  Lübeck  das  Kloster  der  Maria 
Magdalena,  ein  gleiches  und  ein  Kloster  des  Johannes 
zu  Hamburg,  das  erste  durch  den  Grafen  Adolf  erbaut, 
dem  auch  das  spätere  Marienkloster  zu  Kiel  seinen  Ur- 
sprung verdankt.  In  diesen  hat  er  seine  lezten  Tage  zu- 
gebracht, nachdem  er  vorher  zu  Kaiser  Friedrich  H.  nach 
Italien  gegangen  (im  J.  1231— 12%),  dann  (im  J.  1238 
und  1239)  einen  Zug  gegen  die  heidnischen  liven  mitge* 
macht  hatte.    Die  Nachkommen  erzählten,  wie  der  ange-- 


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105 

sebene  und  zotetst  itej^'^kdie  Graf  dort  ia  frdwilliger  Ar^^ 
muth  die  ni^drigslea  Beflchäfttgungen  nicht  versehsiiktle; 
um  die  Demuth  seines  Herzeis  darzulegen. 

Die  letzten  Jahre  dieses  Grafen^  des  vierten  Adolf,  und 
die  Zeiten  semer  Sdhn^  sind  auch  für  Holstein  t«  grosse^ 
Bedeutung.  Wie  fast  überall  im  Aheadlande  zeigt  sioh 
auch  hier  um  die  Mitte  des  Jahrhunderts  ^  AbsdAiss 
froherer  Entwickelungen,  ein  Übergaiig  in  neue  ZuAände 
und  Verhältnisse.  Es  ist  eben  darum  eine  Zeit,  wo  man 
gerne  auf  Früheres  zu^üddi&ckien  mag,  dis  nun  ziigleioh 
die  Grundlage  für  den  wdteren  Gang  der  Geschiobte  ge«> 
worden  ist 

Eben  jet^t  binnen  auch  die  kleinen  Stfidte  Holsteins 
nehM  dem  angesehenen  Hamburg  sich  zu  erheben:  zuih 
Theil  noch  alte  slaTische  Orte,  zum  Theil  um  friOhere  Schl(to*- 
ser  uhd  Burgen  erwachsen,  wie  Itzäu^e  Segd^g  und 
Rendsburg,  andere  aber  auch  jftzt  mit  Rücksicht  auf  die 
Inteteasen  des  Handels  und  Yerkdirs  begründet.  Mehre- 
ren derselben  wmrde  eben  von  Adolf  IV.  das  Ltteoker 
Recht  veiiidien,  Oldeiibmrg  (im  J.  1235],  Hön  (im  J.  1236), 
ItSEeboe  wo  jetzt  die  bedeutendere  Neustadt  entstand  (im 
J.  1238),  ebenso  der  Holstenstadt  (im  J.  1242)  welche 
zwisdien  der  Ostsee  und  dem  sogenannten  Kyl  wahrsehein- 
Uch  vor  nicht  langer  Zeit  durch  Golonisten  gegründet  wor- 
den war  und  nun  bald  emporblühte;  sdion  aus  der  zwei- 
ten Hälfte  des  Jahrhunderts  liegt  das  alte  Stadtbuch  Kiels 
vor,  ein  wichtiges  Zeugniss  von  der  Bedeutung  der  Stadt 
und  des  stftdtiscken  Lebens.  Konnte  sie.  auch  nicht,  wie 
vielleieht  die  Absiebt  ihrer  Chrttnder  war,  mit  dem  älteren 
Lübeck  wetteifern,   das  mm  von  Hslstein  sich  getrennt 


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106 

hafle^  80  nahm  gie  doch  früh  säkon  Theil  an  dem  Ostoee- 
handd  und  der  Verbindung  der  Slädte  die  sieh  ibier  und 
an  der  Westsee  bildete.  Eine  ihnllehe  Gründung  an  iet 
Kiste  der  Ostsee  war  Neustadt  (im  J.  1242,  das  LUbsche 
Recht  beslätigt  1292).  Dazu  kamen  die  Verleihungen  an  Se- 
geberg (bestätigt  im  J.  1260)  und  Ltttjenbürg  (im  J.  12'rS), 
walmeheinlich  auch  an  Rendsburg,  während  andere  Stfidte 
erst  im  fo^aiden  Jahrhundert  den  genannten  gieick  ge- 
stottt  worden  smd.  Einzelne  Nachrichten  weisen  darauf 
hin^  dass  auch  Bomhöved  eine  Zeülaaig  WeichbMsrecht 
auf  dem  Grunde  des  UAschen  Rechtes  gehabt  hat.  Eutin 
verlieh  dasselbe  der  lübecker  Bischof  Johann  von  Dis^ 
nicht  ohne  Widerspruch  der  Grafen,  die  sich  deshaft  an 
das  Capitel  wandten.  Dagegen  haben  sie  zu  der  spileren 
Bestätigung  (im  J.  1286)  ihre  Zustimmmig  gegeben.  -^  Die 
Verleihtiug  des  Ldbscheii  Rechts  hatte  hi^  überldl  nicht 
blos  die  Anitahme  der  privatrechtUchen  Grundsttl^  2ur 
Eolge/  sondern  sie  führte  auch  zu  ^iner  ilhiilichm  EiU'^ 
cichtuag  der  städtischen  V^assnng.  Dem  gräflibhen  Vogte 
stand  ein  Räth  zur  Seife/  der  uns  dei*  Mitte  der  Bürger- 
schaft hervorging  und  die  städtischen  Angelegenheiten  be- 
sorgte^ und  der.  auch  hier  in  manchen  Fällen  die  Gerichts^ 
bajrkeit  ganz  oder  theilweise  an  sich  brachte.  Wenn  die 
Stadt  die  Vogtei  ganz  erwarb  (z.  B.  Kiel  1317),  wurde  diese 
bald  zu  einer  untergeordneten  Stellung  i^rahgedrückt,  wäh- 
rend der  Räth  und  seine  Beamte  selbständiger  hervottmten. 
An  mandien  Orten  waren  aber  gräfliche  Sohlösüer^.  auf 
deren  Behauptung  grösserer  Werth  gelegt  wurde.  Sege** 
herg  Plön  Itzehoe  Kiel  Rendsburg  und  zeitweise;  Trafve- 
münde  sind  hier  von.  besonderer  Wichtigkeit.     In  dieser 


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107 

Zeit  sind  ilire  Vögle  wohl  regelmässig  audi  den  an  der 
Bnrg  fiegehden  Städten,  wo  es  solche  gab;  vorgeseUtt  ge«^ 
Wesen;  später ^  nnd  namentlich  w<enn  die  Stau  den  Vogt 
ernannte^  ist  beides  getrennt  worden;  Nor  «n  kleinerer 
District  pflegte  dann  der  Barg  vorbehalten  zu  bleiben,  der 
unter  ihrer  Jurisdiction  stand,  getrennt  von  dem  städtischen 
WeidiMld.  Auth  einzefaie  HÄfe  oder  Vorwerke  würden 
regelmässig  mit  derselben  verbunden  und  bildeten  das  Burg^ 
lehn.  Amserdem  abar  ward  aubh  das  gam^eiimliägende 
Gebiet  unter  die  höhere  Gewalt  denselben  gelegt,  so  dass 
der  Vogt  hier  die  gräflidien  Redite,  Gerichtsbarkeit,  Er-^ 
hebuag  der  Einkünfte,  Beitreibung  anderer  Leistungen  der 
Einwoliner,  wakrzunebmeh  hatte.  Doch  erhidteri  sich  da* 
bei  die  alten  Volksgerichte  in  den  einzelnen  Kirehspielen: 
bis  auf  den  heutigen  Tag  sind  dieselben  in  mehreren  Ge-^ 
genden  in  Thäfigkeit  geblieben,  wo  in  ilem  'Ding  und  Recht' 
'diie  irommen  Holsten'  das  Recht:  weisen.  Hier  ist  get 
wöhnüdi  ein  eigener  Dlngvogt  thätig,  d^r  aber  mtl  den 
landeshenikhen  Vogt  nichts  gemein  hat.  Dieser  ist  es  der 
deal  Gej^chtsbaan  hatte,  die  Busseia  erhob  und  t&t  die  Voll^ 
streiekung  des  Urtheils  sorgte.  Sdche  Ämter  sind  meißteüs 
Mitgliedem  der  Ritterschaft  gegieb^a,  und  es  sdkeint  dasis 
sie  wenigstens  mitunter  lehnweise  fibertragen  wurden,  wb 
dann  emzehie  und  ganze  Familien  sich  nftck  den  verliehe- 
nen Burgen,  von  Segeberg,  Von  Kiel,  ve«  Travemtindeu*»«^. 
naiinten. 

Di6  Rittersdiaft  behauptet  fortWähr^d  eide  sehr  ibe^ 
deutende  SteOang.  An  der  Stelle  der  alten  Geschlechter, 
die  es  mit  den  Dänen  gehidten  hatten  und  naeh  dem  FaU 
von  Waidemars  Herrschaft  itte  alten^ÄJllter  uttd  WürdM 


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108 

verloren  9  sind  andere  emporgekomm^.  Die  Namen  der 
Familien  setBten  sich  in  dieser  Zeit  fest;  wenn  sie  aixcli  bei 
verschiedenen  Zweigen  immer  noch  manchen  Wechsela  un«< 
terlageii.  Mehrere  jet2t  noch  blühende  ß^chl^hter  wer- 
den zuerst  in  dmn  Beginn  des  13ten  Jahrhunderts  genannt; 
nach  den  Grote  (im  J.  1189)  die  Brockdorf  (im  J.  1230)^ 
von  der  Wisch  (im  J.  1220),  RevesEtlow  (im  J.  1223)^  Rantsau 
(im  J.  1226),  Qualen  (im  J.  1226),  Buchwald  (im  J.  1236), 
Rumohr  (im  J.  1245).  Daneben  finden  sich,  ausser  den 
oben  genannten  älter^i  Familien,  die  Beienfleth,  IQiren, 
Rixtorf,  Rönnow  und  andere.  Ein  Theil  d^selben  ist  in 
Dienstverhältnisse  zu  den  Grafen  getreten,  die  eben  aus 
solchen  Familien  die  Hofämter  des  Truchsessen  Schenken 
und  Marschalls  beselzten,  neben  denen  initunt^  auch  ein 
Kämmerer  vorkommt. 

Der  Truchsess  (dapifer)  nahm  unter  den  Hofbeamten  den 
ersten  Platz  ein,  wie  die  Overbodeh  (praefecti)  unter  den 
dffenffichen  Beamten  der  beiden  Grafschaften  vöranjständen. 
Beide  Stellen  waren  nicht  unvei^einbar  mit  euiander,  wie 
das  Beispiel  des  Hartwich  zeigt,  der  erst  (sdt  d.  J.  1247) 
die  Würde  des  Truchsessen  bekleidete  und  dann  (um  d.  J. 
1255)  seinem  Vater  Gotschalk  in  dem  Amt  des  Overbo- 
den  von  Ifolstein  folgte,  ohne  jene  Stellung  aufzugeben, 
in  der  er  «uch  dann  beharrte  als  ihm  Gotschalk  von  Far- 
kentin,  aus  einer  lauenburgischen  Familie,  dort  zum  Nach- 
folger gegeben  war  (um  d.  J.  1261).  Als  Truchsess  folgte 
(seit  d.  J.  1271)  sein  Bruder  Marquard,  der  zugleich  die 
Vogtei  zu  Segeberg  hatte  und  sich  auch  nach  iUesem  Schlosse 
nannte. —  In  Stormam  war  das  13te  Jahrhundert  hindurch 
eine  Famifie  im  Besitz  des  Overbodenamtes,  die  eben  da^ 


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109 

her  den  Namen  Storniere  (Slonnarhis)  erkaHeii  hal^  yiet- 
leidrt  dieeielbe  w^he  sonst  de  WOen  heisst. 

Alle  übrigen  FamiKen  überragte  an  Ansehn  nnd  Reich- 
thnm  die  der  Herrn  von  Bannstede.  Ein  Mtglied  des 
Hauses  Heinrich  stiftete  das  Kloster  Ütersen,  während 
seih  Bruder  Lambert  (seit  d.  J.  1229)  den  BischofetuU  von 
Ratzdnurg  kme  hatte.  Die  Söhne  des  ersten,  Heinrich  «id 
Otto,  verzichteten  in  einer  merkwürdigen  Urkunde  auf  ih-' 
reo  Adel  und  ikre  Freiheit  und  leisteten  dem  Erzbisohöf 
von  Bremen  den  Eid  als  Ministerialen  seiner  Kirche  (im  J. 
1257)  Juni  7);  dafür  erhielten  sie  die  Haseldorfer  Marsch 
zii  Lehen.  Alsbald  aber  kam,  nach  des  altem  Bruders 
Ermordung,  Otto  in  heftige  Fehde  mit  den  holsteinschen 
Grafen  und  der  Stadt  Hamburg  (im  J.  1259),  in  welcher  Ha-- 
^Idorf  erobert  und  zugleich  mit  den  holsteinschen  Lehen 
nur  gegen  harte  Bedingungen  zurückgegeben  wurde:  Otto 
versprach  den  Grafen  als  YasaH  zu  dienen,  im  Lande  keuie 
Burg  zu  bauen ,  ihnen  dasselbe  offen  zu  halten  und,  wenn 
er  dem  Brzbischof  gegen  sie  folgen  müsse,  es  sogar  vorher 
zu  übergeben.  Eine  zweite  Fehde,  25  Jahre  später  geführt 
(im  J.  1282),  endete  nicht  glücklicher  für  die  Barmstede, 
welche  damals  freilich  für  5000  Hark  ihr  Land  wieder  erhiel- 
ten, dasselbe  aber  bald  dem  bremer  Erzbischof  zurückge- 
geben haben  müssen.  Auch  ist  dann  dies  Geschlecht  er- 
loschen. —  Jener  Landstrich,  der  durch  den  ersten  Frie- 
den den  Grafeh  fast  gesichert  erschien,  üt'  dann  doch 
noch  längere  Zeit  den  Erzbischöfen  verblieben. 

Die  Güter  der  Ritterschaft  in  dem  Gebiete  der  Grafen 
waren  jetzt  zum  grossen  Theil  Lehen,  sei  es  dass  sie  von 
denselben  verliehen  oder  ihnen  aufgetragen  waren;  jene 


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110 

besiMiders  in  Wagneii  hSufig er.  Doch  hat  es  immw  noch 
Eigengüter  gegeben.  Sdion  jetat  besnai^B  die  Biller  aiei- 
stens  die  Geriohtsbwk^t  über  die  Angesessenen  ihrer  Lande. 
Man  unterschied  die  niedere  oder  höhere;  aneh  die  letate 
oder  das  Gericht  über  Hals  und  Hand  war  ihnen  meistüM^** 
tragen.  Sie  wurde  aber  stets  als  ein  Ausfloss  des  gftf- 
Bdien  Re<)fales,  nicht  als  ein  Zubehör  des  Grwid  und  Bo-^ 
dens  betrachtet.  Wo  das  Gut  ^«n  war,  wurde  das  Ge- 
rieht  als  Lehn  bdiandelt.  Nur  den  geistlichen  StiAeiii  (ist 
es  regelmässig  als  Eigenthiun  verliehen  wtorden. 

Die  Lehnsbesitqer  waren  .mit  den  gewöhnlichen  Pflich- 
ten dem  Lehnsherrn,  verbunden:  vor  allem  mqasten  sie 
Heeresfolge  leisten;  üb^  die  Lefangüter  konnten  sie  nur 
mit  des  Grafen  Zustimmung  verfügen. 

.  Ai|f  allem /Grundbfisitz  aber  hafteten  gew;isse  öQeiiUiphe 
Pflichten.  Zunächst  der  Kriegsdienst.  Man.  unteyrschied  in 
dieser  Besiehung  die  Heer&thrt  (expeditio)  u^bd  d/Kt  Land- 
wehr (generfdjs  defensio  terrae).  Die  letste.  trat,  ein^  Venn 
ein  Ceyidlicher  Einbll  das  Land  betraf',  und ,  dann  gab  es 
IfeJae  Exemtion,  als  für  die  Bürger  einx^elner  Städte,  nsr* 
menHich  Hamburgs,  welche  dafür  auf  die  Vertheidigung 
ihrer  Mauern  angewiesen  waren;  die  Heefffahnt  dagegen 
(ähnlich  wird  auch  /herschiit-  und  ^herpant'  gebraucht) 
fand  statt  auf  das  Aufgebot  des  Grafen  hin,  und  mich  Sie 
konnte  eine  allgemeine  des  Volkes  sein  (generalis  omnium 
Qolsatorum  expeditip,  im  J.  1226),  doch  iuit  zaUreichen 
Ausnahmen  zu  Gunsten  besonders  der  Hintersassen  geistr- 
lichei:  Stifter.  Pie  Verpflichtung  ruhte  wie  in  den  ädte- 
sten  deutschen  Verhältnissen  auf  dem  Grundbesitz,  doch 
so  dass  nicht  blos  die  freien  Eigentümer,   sondern  alle 


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Ui 

uOimiJkAm  B0Wiiti»T  dMSiUH^n^  wanigateii«  Mktieat  UmU 
wehr.;  ^nstfflmküfi  wai^it« — Eär  die  ViDitbeidigiing  des 
Landes  wirdO' auch  daa  sogMunnta,  fiitrgwrerk  gefordert; 
d.  k*  Mheitm  smm  Bau  wd  Mr  Srhaiti^g  der  Birgen 
und  festen  Piatee  up  Lande,  «Sa.  Wird,  zn  dan  DieniB^n 
gerechnet  w€{l<she  der  Graf  sich  Tejgelmftsng  bei  allen 
'freien  Gdte^'  vorbehielt^  dQcb  Hnden  sich  hei  Verlei- 
buqgen  an  geifAUdie. Stifter  nicht  sdtene  Beia|iiele  dass  ea 
erlassen  wurde.  —  Weniger.  hjBi«Ag  wird  das  entspre^ 
chende  Bmcwerc  gepafint>  Dienste  sswr  EriiidUiitg  der  Bpü«» 
cken,  -^  Diese^en  Leiskimgen  wurdeniaueh  in  anderen 
deutsq^A  Landen  und  ebei^o  im  angelsftohaiachen  Reich  als 
allen  obliegend,. getrachtet;--  Auaser4eiB  besftwd  dieVerr 
pflichtung  in  einer  gewissen  Reihenfolge  Saunutese  (so^. 
marii)  fttr  den  Dienst  des  Grafen  zu  stelkn.  Auch  JRph^ 
ren  werden  schon  frühzeitig  emrähnt  Den:  JQOsAera  uikA 
wabrscbeipUcb  auch  ai|c|em  grossem  Gnmdbesitvwn  sand4e 
der  Graf  Pferde  und  Hunde  zur  Unterbaltwgr  gab  daaoa 
aber  auch  wieder  Privilegien  wialche..  davon  befreiAen. .. 

Die  holsteinschen  Grafen  haben  ausserdem  eine  allge- 
meine Abgabe  erhoben ,  welche  regelmässig  als  Grafen- 
schatn  (gr^venficat]  bezeichnet  wird.  Sie  ruhte  auf  dem 
Grund  und  Boden  und  wird  ebenfalls  zu  den  Beitrfiigen 
gerechnet  wßlcbe  bei  allen  freien  Gotern  vorbehalten  blie- 
ben; .nur  dasß  auch  sie  geistlichen  Stiftern  hl^g  erlassen 
wurde;  ^de^i  litfiecker  Bisthum  freilich  erst  nach  langen 
Streitigkeiten.  Der  Ursprung  und  der  Betrag  dieser  Sleüer 
liegen. noqfa  i^  Dupkebi.  Der  Nfime  'Königsalns';  der  sich 
^igerOri^n  findet  wQi:4e^  wenn.er  gleichbedeutend  wäre^ 
4ar.auf  hmweis^^  daas  der  Grtf  ehei^  als  Stellverlreter  des 

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112 

Reidisoberfaaupts  zu  dieser  Erhelraa{^  b«^di%t  irnr.  & 
spricht  einiges  dafür  dass  sie  nicht  reg^ftssag'  die  Jahr; 
sondern  bei  bestimmten  Gelegenhetten,  nameiMlieb  fftr 
den  Fall  eines  Krieges;  erhoben  ward:  nilui  nimmt  dararf 
RttclEsioht  ob  sie  wie  Landwehr  und  BurgweA  von  clem 
ganzen  Lande  zu  leisten  war.  Der  HoDänderschatZ;  den 
die  eingewanderten  Colonisten  zahlten,  war  TieOeicht  nur 
ekle  besondere  Anwendung  der  allgemeinen  Verpflichtung, 
aber  mit  etwas  verschiedenen  Ansätzen.  Er  heisst  auch 
wohl  geradezu  HoDändergrafenschatz  (Hdlendergrevenscat). 
Doch  ist  hier  eine  jfthrtiche  Erhebung  festgesetzt  gewe«- 
sen.  —  Versehieden  sind  ändere  ausserordentlidie  Beden, 
freiwillige  mid  gezwungene  (exactio  violenta  et  precaria,  im 
J.  1257  und  IT),  welche  hier  wie  anderer  Orten  den  Grafen 
spttter  gezahlt  worden  sind.  Dahin  gehören  denn  auch 
die  bedeutenden  Hülfen  welche  sie  von  Hamburg  empfin- 
gen. Die  Geschichte  dieser  Steuerverhttltnisse  bedarf  aber 
Überall  weiterer  Aufklärung. 

Zehnten  wurden  den  Bischöfe  gezahlt ,  und  von  die- 
sen nicht  selten  den  värsehiedenen  Klöstern  Überlassen, 
aber  auch  zu  Lehn  ausgethan,  in  manchen  Fällen  gerade 
an  die  Grafen  scflbst,  die  hierdurch  dann  eine  neue  Quelle 
des  Einkommens  gewannen.  Es  scheint  dass  eine  Dorf- 
schaft ihre  Zehnten  wohl  in  der  Weise  entrichtete  dass 
sie  einen  bestimmten  Theil  des  Dorffeldes  mit  seinem  Er-' 
trag  der  Kirche  überwies ,  was  einer  Ablösung  zu  ver-' 
gleichen  ist. 

Einen  bedeutenden  Ertrag  gewährten  ohne  ^weifdi  die 
Zölle,  die  sich  wenigstens  seit  dem  12ten  Jahrhundert  in 
den  Händen  der  Grafen  befanden,  und  bei  der  Lage  des 

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HS 

Landes  und  dem  lebhaften  Hand^sverkehr  eine  groMe 
Wichtigkeit  erlangen  mussten.  Die  Grafen  halten  sich  zn 
Bambnrg  den  Zoll  voii^halten,  ausserdem  waren  Zollstät- 
len  211  Oldestoe  und  Plön,  später  zu  Rendsburg.  Lübeck 
Hamburg  und  anderen  ^dten  die  mH  ihnen  in  Verkehr 
standen  ward  Zollfreiheit  im  Lande  reriiehen,  »erst  durch 
kmserfiche  Privilegien,  dann  audh  durch  besondere  Uikun« 
den  d^  Grafen.  Doch  hinderten  sie  nidit,  dass  Ae  Lü- 
becker längere  Ze^  zu  Oldesloe  eine  Abgabe  enirichlen 
nnissteil,  die  ihnen  freilich  auch  erlassen  ist  (im  J.  1247), 
aber  später  Ebenso  wie  ein  Zoll  zn  Hamburg  Gegenstand 
eines  neuen  Streites  ward,  der  enditeb  mit  der  vdBigen 
Zollfreiheit  der  Stadt  endete  (im  J.  1302).  Dem  eigent- 
lichen ZcfU  wurde  das  sogeminnte  Ungeid,  eine  Abgabe 
wie  es  «scheint  besonders  von  Korn,  regelmäsMg  gleich- 
^gestellt. 

ÄfanfHcher  Art  ist  auch  das  Geteüe  (Mnduetus),  eine 
ZaUung  ftt  die  Segleitung  der  Kaufleute  auf  der  Slrasae 
ven  Hamburg  nach  Lübeck.  Freies  Geleit  wurde  hier  lAer 
auch  von  den  Grafen  ein  für  alle  mal  den  Kaufleuten  vom 
Römische  R^ch  (im*  j.  l2S3),  ebenso  den  Bewohnern  Wis- 
bys  und  <Si9th]aiids  im  gai^n  Umfang  ihrer  Lande  (im.  J. 
1255),  und  änderte  in  bestimn^eti  Fällen  gegd^n,  wo  dun 
)«^e  Zahläng  WeggfefaHew  ist: 

Das  Mbnzrecbt  iftten  die  Gilif<^n  in  der  Stadi  H«iM)UPg^ 
)mt  welcher  sie  verschiedene  Verträge  darüber  «cUossen 
ükid  der  die  Mtinze  später  gaiiz  v^*pachtel  ward^  mit- der 
Bestimmung  dass  nirgends  anders  gemünzt  werden  sdHta 
äW  hier  (im  J.  1298).  Doch  bezog  dies  sieh  öfil^ba^  na# 
auf  die  eiile  LMe  des  Hauses  vmä  kmnte  einen  Grafen 
l  8 

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tu 

a«0i  andwm*  Unie  nidil  abhatten,  aaiiier  Stadt  Kiel  dai 
Muiifereclrt  ^«  v^leiben. 

fierfDseine  Süikitafte  ¥ers6biedßiiiear  Art  9iQtte*  Uer  aid^l 
beritidAsichligt  w^den.  AUe  koimten  «ie  «(»ßBK^  wie  itte 
GeriobtsgeräHe  yerlehnt  oder  v^Sini^  mn,  DerRfoch- 
tbuin  mid  die  Naci^  der  Grafen  riikte  doch  tmn.gröaMra 
Theil  auf  den»  GrundMwIz  im  sie  in  Hunden  l»Mtell^  nnd  4er 
trotz  «Her  Stcheoknngen  und  Verieikungen  imvMf  m  be«* 
deutendi»  gciwes^n  mtt  mUM.  Es  finden  mft  jSfmren  daas 
diese  Domainen  in  idterer  Zeit  als  :ein  Gmn^ßbe^  des 
lindes»  des  Graf^  und  des  Volks,  betraetoet  wnrden,  wie 
es  namentlicb  aincb  im  angelsächsischen  Sti^ate  dßr  Fall  wnr; 
eine  Scbnnknng  wird  gemacht  von  dem  Grälen  nnd  allen 
Holsten.  Dech  bat  jener  später  die  unb^e^lrittena  Verfü'* 
gnng  .üb$ar.all0s  was  bi^rbi^  gehört.  Dass  besonders  die 
Eroberung  Wagriens  den  Umfang  dieser  Besitzungen  yßX'^ 
mehrtß;  ist  vorher  spbon  bemerkt  worden.  An^ser  ange- 
bauten Hufen  nnd  zabhr^chen  Mahlen  amd  es  anich  ^nm^ 
WddungeUy  die  Salinen  zu  Oldesloe;  d^  Kalkberg  bni  ßßr 
geberg;  die  als  landasherrüche  Güter  ^rsoheinw- 

Sie  Getrnlt  der  Grafm  bat  mh  in  Holptniii  ivie  in  at^ 
len.  deutsehen  Taititorien  bis  sam  13len  Mrtiwdert  al^ 
aMgebildet  4ass  sie  tnit  |l^t  ab!  :djhe  Lai^49slrafT6i^.J^r 
zeichnet  werden  konnten.  Obfichiom  sie  nlQht.  ^  d^n  Fi^r« 
sten  dies  IM^  gthitaftQu,  ig^QPPen  m  ^!^  m  Uaii^  ^e- 
aenüitih  alle  die  Rechte. nv^khe  friedlich  ü.  frijijißfpi^  ieji 
Fürstön  als  hergebracht  bei^tMigtp^*  Qua.  beh^ltbhAngigfr 
kdt  van  >dem  sftahMs^hen  Herzof ,  wurmte  atterdingyn  mfiei^ 
knnnty  do4h  lieigte  me  «ich  fiist  nur  in  em^pli^ßn  ^ei^äti* 
gungen^  welcheijenei  deaSohenkimgon  der  Qraf^aan.g^- 


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HS 

Ikihe  Stifter  hteuftgten  ^J.  1^80. 12%.  1838);  der  Her^ 
zog  Albreckt  fihrt  auAsr^dem  den  TUel  ^Herr  i^en  N«rd- 
ftüiingieii'  (dominus  Norda&ingiae],  wie  einst  der  Sdnig  Wel- 
deMor;  und  Graf  Adolf,  der  sieh  einmal  (Sraf  ron  Noirdal- 
bingfen  schreibt  (im  J.  Ii98\  bekennt,  dass  er  von  jßnen 
sela  Land  btsilse  (de  quo  terram  tenemus).  Doch  bat  w^ 
t^  seMen  Nacl^olg^H  beides  ein  Ende  geneMMien.  Vo* 
einer  Heeresfolge  ingemäss  obliegender  Lehne^chten  hat 
«ich  bisher  kerne  Spur  gefunden.  -^  in  einsehien  Fällen 
nakmen  die  hobleinschen  Grafen  an  allgeaieinen  Vearaanm^ 
lungen  der  aichsischfen  forsten  tkeil  wdehe  am  hohen 
Saum  bei  Quedlinburg  ^ehaften  wurden ;  doch  handelte  eß 
sich,  wo  davon  ertilhlt  wM  (im  J.  IWi  und  Ise^^Mcht 
von  einer  genchtliciien  oder  atgei^ekien  berathmden  Ver^ 
Sammlung,  sondern  von  bestenmten  polHisefaen  Verhandf«- 
lungen.  Jenen  sekMien  die  Holslen  fremd  gi^eben  za  sbiiL 
Im.  Lande  ww  der  6raf  an  eine  keBtiomte  Mitwirkung 
des  Volks  oder  besfimmter  Stande  jetsi  fast  wenigem  ate 
aonst.  gebnndetaL  D^r  alten  Gauversammiui^en,  die  *eist 
auf  gerichtliche  VerhaiiAuiig^  besdurilnkl  wii^en,.  wbrd  in 
<len  erhaltenen  jOuelldi  nur  seiMi  gedadÄJ  So  vidi  eirfadk 
dass  sie  für  HoI^Mh  fk»ttlier  bei  Lodsl^dt  («iiiter  AdölT  E 
fltnd  Albrdcht  ¥0»  OrlamMdd)  und  Kdlnigkus^R  ((MMiagU 
htweii,  im  J.  193:1)^  später  aber  in  der^^Ahe  von  Hbhmm^ed^ 
KU  Wipdfbid  (im  9.  IS48) und'^n  eifierSteille  die  Jandekeii^ 
beiig((JHi  J.  1319)!  später  auch  der  iaifr^e-  Balken  hiesig 
ffeUkm  wurden.'  Ein  «[odtüig'  fiür  'Wiagi'i^ni  Wat4  auS  deih 
Megedebergetei  Plön  gehalten;  Späteif  wepd^tt'Mdehe  aber 
auch  zUNeanningterimdBIraiasli^  Zu/Boraböved, 

dem  Sitz  dericntten  Oväitodeti  des  Landes  und  sj^älmf  dem 

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116 

VeMamiDlaiigsort  der  hoUrtein^hw  Sünde,  kaben  aveh  jetst 
schon  (im  J.  1361)  Zvsaniineiikfuifte  der  Gk^feii  mid  Rttt^ 
staügefundes.  —  Manche  wichtige  Bntscheidnngfen  wurden 
gexma  andi  in  dieser  Zeit  auf  solchen  allgemdnen  VennuMn« 
Inngen  mit  dem  Beirath  der  Mannen  gefasst;  doch  hat.sich 
Uer  alles  erst  später  näher  ausgelädet.  -^  j^selae  Bit- 
tor ersehdnm  als  Alteste  des  Landes  (seniores  terrae)  fort- 
während ndien  den  Grafen  thätig. 

Auf  die  spätere  Gestaltung  der  Dinge  war  es  von  ei^ 
nen  gewissen  Einluss,  dass  die  Bfttersduift  anfing  sidi  in 
iiesondere  Einigungeil  zusanmi^azttlhiui,  deren  Zweck  ohne 
Zweifel  darauf  hinging  ftre  Bechte  auch  den  Grafen  ge- 
genibar  zu  vertreten.  .  Das  erste  Beispiel  das  bekannt  wkd 
ist  aus  dem  Ende  des  13tea  Jahrhunderts  (d.  J.  1285),  wo 
die  geschwonten  Bitter  uad  Knappen  von  Holstein  eine 
Bidgmossenschaft  mit  den  Städten  Hamburg  und  Lttbeck 
sowie  4em  Erxhischof  von  Bremen  geschlossen  hab^i,  die 
nicht  geradezu .  feindl|idhi  gegen  die  Grafen  gerichtet  war, 
itaek  der  ,es  aber  in  ikrem  freien  WiH^n  stehen  sollte  ob 
aiei  diesen  Heieresfolge  leist#ten  oder  nidit.  Dabei  £ehlte 
es  mcht  an  FehdM,.mit  einz^en.  Bittern,  den  Buchwdd 
(12S6)^/Barmstede  and  .andem;  ^wiederkott^^  worden  mehrere 
4eriteUkii  aus  dem  Lande  venviesen.»  Aia  ein  Zug-ge^en 
die  Dfimarscken  ;(im  J.  1289)  mit  emer  schlmplidhen  Plucht 
««digte,  ynmim  mehrere  «ng^sehMd  Mäniiel;  besehüdigt 
dies  veraiiaast  M.  haken  und  kästen  dfifar  mi^  Verbaimmg. 
Am  Beginn,  des  folgenden  Jakrhuüdects  kam  es  zu  einem 
gemeinsamen  feindljchen  Auftreten  der  Bitier>  was  aber 
Mr  in  anderem  Zusammertmg  betrachtet,  wenden  kam. 
.:     Auf  (jiese  Hallung  der  Bitterschaft  hatte  es  ohne  ZweiM^ 


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IIT 

fei  einen  bedeutenden  Einflnss,  dass  der  t]!)ergang  der  gräf« 
Kühen  Würde  in  eüie  landesherriiche  Gewalt  auch  in  Hol- 
stein erst  zu  einer  gemeinsckaffliclien  Regierung  mehrerer 
Brüd^^  dann  zu  einer  üieilung  des  Landes  Anhiss  gab. 

Graf  Adülf  IV.  war  für  lahge  Zeit  der  letzte  seines  6e- 
sehlechte»  der  allein  die  Herrschaft  führte.  Um  das  in  der 
Bornhdveder  Sdilacht  g^istete  Gelübde  ^ü  eifüBen,  trat 
er  ins  Kloster,  als  die  Söhne,  Johann  Gerhard  und  Ludolf, 
noch  minderjährig  waren  (im  J.  1299/  August  13).  Ihr 
Oheim  BmnO;  ein^  der  begabtesten  und  tüchtigsten  Män- 
ner jener  Zeil)  war  damab^  Domprobst  von  Lübeck  Ham- 
burg und  Magdd)urg,  wurde  aber  einige  Jahre  nachher 
(im  J.  1346 — 47)  zum  Bischof  von  (Xmütz  häufen,  wo  er 
namentlich  später  eine  auch  für  die  allgemeinen  Verhält- 
nisse I^eutschlands  einflussreiche  Thätigkeit  entfaltet  hat. 
Bin  anderer  Bruder  Adolfs  IV.;  Konrad,  war  vorher  ge- 
storben. 

Von  den  drei  Brüdern  wurde  Ludolf  dem  geistlichen 
Stande  bestimmt,  die  beiden  and^n  aber  als  Nachfolger 
des  Vaters  anerkannt,  für  die  während  der  Minderjährig- 
heit  ihr  Sdiilrager  H)erzog  Abd  Von  Jütland  die  Vor- 
mundsciiaft  übernahm.  Er  bat  nicht  Mos  damals,  sondern 
auch  nach  dem  Ende  derselben  (im  J.  1241],  seinen  Nef- 
fen treulich  beigeständen  gegen  die  Angriffe  des  eigenen 
Bruders  Brich,  der  doch  noch  einmal  die  Häne  des  Vaters 
auf  das  nordalbingische  Land  aufnahm.  Ein  erster  Streit 
ward  friecHich  vermittelt  (im  J.  1242];  als  der  König  aber, 
unterstützt  von  den  mecklenburgischen  Fürsten,  die  Feind- 
seligkeiten ernsüich  begann,  kehrten  eben  die  jungen  Gra- 
fen von  einem  zweijährigen  AufeAthalt  in  Paris  in  die  Hei* 

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118 

math  sorüek  (in  J.  1-246^  Octeber),  and  nun  iAertrug  ihnen 
Lübeck  die  SchirniYOgt^i  (im  J.  1247,  Fekr.);'  und  zum  ersteh 
Mal  standen  Lübeck  Holstein  und  dier  zu  Sckleswig  residie- 
rende Herzog  verbunden  dem  dünisoben  König  gegaiiber. 
Damals  zerstörte  Lübeck  das  eben  aufblühende  Kopenhagen; 
die  Siadt  und  die  Gtafen  behaupteten  ihve  Uii«bh«iigi^eit) 
lad  diese  fühlton  sich  stark  gettug  um  ^um  AngriS  auf 
Rendsburg  zu  schreiten  (im  J.  12&0),  welches  auth  naeh 
der  Bomböfveder  ScUacht  und  d^m  Friede»  Adolfenmit  Dan 
nemark  (im  J.  1229) ^  gegen  die  frtikem  Vertrüge;  in  den 
Händen  der  Dünen  geblieben  war»  md  das  üMäln  mq  Dilfr 
marscke  QeiBrich  Emellborp  mft  Glück,  verikefdigie.  Als 
eben  Erich  auszog  um  den  Ang>riff  akzuwehröi,'  Wurdie 
er  erschlagen.  Abel  aber^  der  jetzt  den  düoischeu  Thron 
bestieg,  einigte  sich  fmedüdh  mit  dm  Holsten  (im  J.  1252): 
ein  Schiedsgericht  von  zwölf  guten  Münnern,  die  Blüfte  aui 
dem  Herzogthum,  die  Hälfte  aus  Holstein,  sollte  die  Bnlh 
Scheidung:  geben,  und  sie  sagten  als  Recht  dass  es  Hol- 
i^ein  zugehörte.  Der  Ausspruch  hat  unangefochtea  Gei^ 
tung  gehabt,  bis  die  Verblendung  der  letzten  Jahre  auch 
hier  die  Zeugnisse  der  Ges0hichte  umzudeuAm  versuchte: 
Die  Feste  wurde  dann  dem  Markgrafen  von  Brandenburg 
Otto,  dem  Schwiegersohn  des  Grafen  lokann,  veipfiindet, 
der  sie  eine  Reihe  von  Jahren  behielt  (bis  zum  J.  1264)« 
Die  Brandwburger  versuchten  auch  sonsl  ihren  Ein'* 
fluss  bis  in  das  nordalbingische  Gebiet  zu  erfilr^ecken.  In 
den  Zeiten  da  das  Geschlecht  der  Staufer  von  seiner 
Höhe  herabsank  und  durch,  pübstliohen.  Einfluss  freSioh 
schwache  Gegenkömge  aufgestellt  wurden,  hielt  Lübeck, 
in  Dankbarkeit  für  die  ertheUte  Reichsfreiheit,  wie  andere 

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119 

Stttdfe,  zu  Priedrieh  H.  tfiid  seinem  Sobti  Klonrad  IV.  Die 
hobleinsc&eA  Ghr&fen,  ihre  Sdiirmherren^  dagegen  yerliessen 
die  ParHiei  ihres  Vaters:  als  Wiliielin  von  Holland  tn  Neuss 
von  wenigen  Fürsten  erwätß  wurde,  war  Graf  Johann  ge- 
genwärtig und  empfing  ans  den*  Händen  des  selbst  eben 
mm  Mtter  erh«)benen  K<^nigs  d^en  feieritehen  Ritterschlag 
(im  J.  1247).  Dies  hinderte  aber  nicht,  dass  derselbe 
K§nig  wenig  später  (im  J.  IS82)  die  Sladt  Lttbeek  den 
Mirkgrafen  von  Brandenburg  naeh  L^hnreeht  Abertrug,  so 
dass  sie  ihnen,  so  weit  die  kllic^Üche  GericMsbarkeit  reichte, 
unteithan  sein  sellle.  Doch  liesd-  die  StadI  sich  Wieder 
hieiNlupch,  noch  durch-  ptthsifibhe  Excemmunication,  noch 
durch  die  Angriffs  der  iknaidenburger,  zur  Anerkennung 
eines  Acts  bewegen  wdeher  den  frftheren  Privilegien  wi^ 
dersprttch,  und  sie  setzte  es  <Aoi^h,  dass  ihre  alten  Frei- 
heiten anerkannt  und  gewährleistet  wurden  (ün  J.  1254). 
Mt  den  hofctetnsiAen  firafen  ist  in  dieser  Zeit-das  Schotz- 
veriiältttlss  nur  enger  geschlossen,  und  hat  auch  mehrere 
Jnhre  nngestörl  fortgedauert. 

Ein  Bruch  zwischen  den-  Grafen  und  der  Stadt  wurde 
herbeigeMirt,  ab  Graf  Johann  bei  einem  Turnier  zu  Lü- 
beck einen  von  ihm  vertrielHsnen  Ritter,  der  ihm  naeh- 
stellte,  g^altttiätig  erschlug,  und  dias  Volk  dmuber  ergrimmt 
den  Grafen  verfolgte^  der  Ruth  aber  ihn  in  Gefengensdiaft 
mihm.  Johann,  durch  einen  litibnen  Sprung  und  die  Hülfe 
seiner  Genosseli  befireiV,  rüstete  zum  Angriff  auf  die  Stadt, 
wdohe  jetzt  den  Herzog  vonBrMnschweig'ZOiihrem^or- 
mwid*  erkor,  der  mit  beifeuiender  Marnischirfl^  in'  das^  Land 
kam  und  sofort  aueh  bei  ^em  Theil  der  Hobten,  die 
ihres  Gits^  v6n  den  Grafen  bemüht  waren,  Unterstützung 

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120 

fand.  Plön  und  Oldenburg  wurden  eingenommeni  Kiel  je« 
doch  vergeblich  belagert.  Auf  holsteinscher  Seile  standen 
die  brandenburger  Markgrafen^  und  mit  äirem,:Zathttn  kam 
zu  Salzwedel  ein  Abkommen  zu  Stande  (im  J;  1262).  Frei- 
lich hinderte  es  nichts  dass  Graf  Gerhard  nach  Johanns 
Tode  noch  eine  Klage  gegen  Lübeck  vor  dem  päbstlichen 
Legaten  erhob ^  die  zu  weitlftufüjgen  Verhandlungen,,  aber 
zu  keinem  weitern  Erfolg  führte.  Die  Verbindung  Lübeds 
mit  den  holsteinschen  Grafen  blieb  gelöst|  und  in  der  Folge 
sind  sie  sich  längere  Zeit  hindurch  fast  nur  fein<yich  ent- 
gegengetreten, indem  Lübeck  meist  den  Widersachern  Aßv 
Grafen,  den  Ditmarschen,  den  unzufriedeiien  Ritlern  und 
andern  Fürsten  die  Hand  bot;  und  erst  q^ter  hat  das  ge- 
meinsame Interesse  auch  diese  beiden  mächtigsten  Glieder 
des  nordalbingischen  Landes  wieder  näher  zu^amm^i- 
gefiährt. 

Graf  Johann  von  Holstein  ist  in  kräftigen  Jahren  kurz 
nach  der  Salzwedeier  Abkunft  gestorben  (im  J.  1233,  April 
20).  In  allen  öffentlichen  Verhältnissen  sind  bis  Mm  die 
Grafen  gemeinsam  aufgetreten:  ihre  Urkunden  sind  selbst 
dann  in  beider  Namen  verfasst,  w^m  wahrscheinlich  nur 
einer  von  ihnen  anwesend  war;  blos  in  Schauenbuüger  An- 
gdegenheiten  hat  Gerhard  einige  Male  für  sich  gehandelt 
Eine  Theihing  fand  also  zwischen  den  Brüdern  nicht  statt; 
aber  sie  ist  vorbereitet  durch  die  Doppelherrschaft  und 
durch  4ie  regdmässig  d^mit  verbundene  Ver4heilmig  der 
Einkünfte  unter  die  mehreren  Regenten.  Es  geschieht 
auch  wohl,  dass  bei  einer  solchen  Mutschirung  die  Biü- 
nahmen  eines  jeden  auf  bestimmte  Landestheiie  a)Qigewie- 
sen  werden,  und  eine  Spur  davon  findet  sieh  kiurz  nach 


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121 

dem  Tode  Johanns,  wo  (im  J.  1266)  Gerhard  drei  Viertel 
des  Landes  Stormarn  als  sich  angehörig  bezeichnet.  Zu 
einer  förmlichen  Theflung  ist  man  aber  auch  damals  nicht 
geschritten.  Johanns  Söhne,  Adolf  (V.)  und  Johann  (II.)  — 
ein  dritter  Albrecht  ist  in  den  geistlicben  Stand  getreten — 
waren  minderjährig,  und  Gerhard  führte  für  sie  die  Re- 
gierang. Als  sie  aber  herangewachsen  wmren,  ist  es  wirk- 
lich zxk  einer  Theilung  gekommen  (um  d.  J.  1273). 

Der  a%emeifie  Gang  der  Entwid^elu^g  hat  in  den  deut- 
schen Fürstentbümem  und  Grafschaften  au  dieser  BiUang 
besMderer  Herrschaften  fiir  die  einxetaien  MitgUeder'  der 
fttrsiUchen  und  gräflichen  Familien  gefiihrt.  Jede  Erinne*- 
rung  M  die  ursprüngliche  Bedeutung  ihrer  Stellung  als 
Beamte  des  Reichs  ist  damit  v^sehwunden:  das  Land  das 
ne  yerwalten  sollte  erscheint  nun  als  ihr  Lehn,  über  das 
sie  fast  nicht  minder  frei  wie  über  Eigengut  (AUode)  m 
v^ttgen  haben:  äe  nennen  es  geradem  ihr  Eigenthnm 
(dominium).  Wen^j^n  GesohlechteTn  igt  es  gelungen,  das 
Gebiet  mner  alten  Grafschaft  so  vollständig  als  T^ritorium 
zu  behalten,  wie  es  hier  geschehen  ist,  wo  weder  andere 
wellliche  Gewalten  nodi  geistiiche  Stifter  zur  Unabhängig- 
keit gelangten.  Wenn  gerade  hierdurch  die  Schäuenburger 
Grafen. zu  einer  Macht  gekommen  sind,  die  ihre  siaalSr 
rechtliehe  Stelhmg  tds  Aftervasallen  der  Sachsen -Lauen* 
burger  Herzoge  weit  übertraf ,  so  tbutea  sie  defsdben 
allMHlings  Abbruch,  als  sie  nun  die  Trennung  in  ver<* 
scjiiedene  Herrschaften  vornahmen. 

Erst  neuere  Untersuchungen  haben  über  die  holstein- 
sehen  Landestheflungen  h^eres  licht  verbreitet.  Weleher 
Grundsatz  dabei  aber  im  allgemeinen  obwaltete,  ist  doch 


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122 

nicht  ganz  klar ;  mir  dass  man  die  Einkünfte  mebr  als  den 
Umfang*  ies  Gebiets  zn  Grunde  legte  wakrscheiidicl^;  viel- 
leicbt  wnrde  auch  hier  wie  anderswo  daranf  Rücksicht 
genommen,  dass  jede  Linie  einen  Theil  der  drei  Landsclmf- 
ten,  aus  denen  ihr  Besitethum  bestand,  erhielt:  dies  würde 
wenigstens  erklären  dass  meistens  keineswegs  zusammen^ 
hängende  Gebiete  entelaHden  sind.  Graf  Geriiard  bekam, 
ausser  dem  Stamndatttfe  an  der  Weser,  von  Holstein  den 
we^iohen  Theil  bis  zur  Stdr  der  obem  EiAet  und  dem 
West^see  mit  Itzehoe  und  Rendsburg,  dazu  die  WiTster« 
marsch,  von  Stormarn  den  mittlem  SMch  um  die  Huiau 
und  Afeter,  dann  Oldesloe  und  das  benadibarle  wagri- 
sehe  Lmd  bis  Neustadt,  endlich  den  nonfösifichen  Theü 
Wagriens  mit  Plön  Ltttjenburg  Oldenbni^  u.  s.  w.  Die 
Söhne  Johanns  dagegen  eriiielteil  einen  zieoriieh  zusam- 
menbängenden  Landstrich,  der  sich  von  der  Hbe  in  der 
Kremper  Marsch  bis  an  die  Ostoee  bei  iDel  qwi^r  dmrdi  das 
Land  zog  und  holsteiiische  stormarttsdie  und  wagrisehe 
Kirchspiele  nmfiisste:  Kiel  Segeberg  Nenmünster  Born-- 
höved  ElmAom  und  Krempe  waren  die  wichtigsten  Orte. 
Dazu  kam  der  sttdöstiiche  Theü  Stormams  an  der  Büte 
und  ein  kleiner  Theil  Wagriens  nördlich  von  Neustadt. 
Wenigstens  Atm  Gebiete  nach  ersoheiiit  Gerhard  als  be- 
vorragt-,  und  die  Bedeutung  seiner  Herrsohaft  trat  noch 
mehr  hervor,  da  Adolf  V.  und  Johann  ü.  unter  sich  auft 
neue  theilten,  so  dass  jener  Segeberg  mit  Zubehör,  Bums- 
hörn  und  den  Strich  an  der  Bflie,  Johann  aber  das  itimge 
Land  mit  dem  Hauptort  Kiel  empfing.  Schon  ihr  Vater 
pflegte  hier  in  Kiel  zu  residiren,  während  Gerhard  sich 
meist  in  Hamburg  und  Itzehoe  aufliieit,  und  vmi  den  bei*- 


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128 

den  netten  Grafen  wurden  jetzt  Kiel  und  Segeberg  zu  den 
Hauptburgen  und  Mittelpunkten  ihrer  Besilziuigen  gemaeM: 
darnach  werden  auch  ihre  Eifiien  passend  als  Keler  und 
Segeberger  bezeidmet. 

Reichlich  20^  Jahre  später  giA  der  Tod  6hraf  Gerhard  I. 
(im  J.  1290^  Decemb.  21)  au  einer  weiteren  Theaung'  An- 
lass.  Von  semer  zahfareichen  Nachkonmensohaft  sind  ihm 
drei  Söhne  in  der  Regierung  gefolgt^  Gerhard  (U)  Hein*- 
rieh  ([.)  und  Adolf.  Anfangs  im  gemeinscbaMiehen  Besitz 
des  väteriiehen  Erbes,  schritten  sie  bald  (in  di  J.  l%9i^ 
lEST)  tn  einer  neuen  Auseiiianderaetzung«,  bei  welcher 
Adolf  dsf^  Sehauenburg er  Gebiet  und  einige  zerstreute 
Landstriche  nfrdlich  4er  Blbe  enifftag,  Gerhard  und 
Hdnrich  aber  das  Übrige  holsteinsche  Land  also  theflten, 
dass  jenem  besondiers  die  wagrischen  Besitzungen,  diesem 
ab^  das  westliehe  eigeidlibbe  Holslenbmd  und  einige  an«- 
dere  Güter  zu  Theil  wurdisn.  Austaasehe  und  nihere  Au»- 
einaftderi^etsrungten  fondeii  mdmnals  statt  (besonders  im  J. 
1304).  Iteinrichs  und  seiner  Nachkommen  Hauptsitz  war 
Rendsburg,  wihrend  Gerhard  ff.  sich  zmneist  in  Pbhi  anf^ 
gehatten  zu  haben  scheint:  diese  Linien  werdeii  äls^Rends-» 
burgier  und  Höiier  ontersdbieden. 

Es  waren  dbrZwdge  des  Fegierenden  Hauses  jetzt  Tier 
im  Lande,  zwei,  von  jedem  Staisme^  zu  denen  dann  die 
Schäuenburget^  Linie  als  fünfte  hinzukomihl«  Die  Zahl  ist 
spöter  zeitweise  noch  venhehrt  wocden,  imnn  fßeißh  die 
jängern  Söhne  meist  mit  geistliehen  Stetten  abgefunden 
wurdeiL  Att^h  hat  e»  im  Lauf  der  Zeit  an  wdtei^em  Wedi^ 
sei  des  Besitzes  nicht  gefohlt.  Streitigkeiten  zwischen  den 
verschiedenen  Gtiedem  dss  Hauses  und  andere  Naehtheile, 


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124 

die  sich  in  ähnlichen  Fällen  aüeseit  einsleUen,  sind  auch 
hier  nicht  ausgeblieben. 

Für  die  weiteren  Verhältnisse  des  Landes  sind  aber 
diese  Theilungen  auch  dadurch  wichtig  geworden^  dass 
sich  die  spätere  Gestaltung  der  Ämter  zunächst  hieraus 
hervorgebildet  hat.  Wie  jetzt  die  einzebien  Kirchspiele 
verbanden  und  zusammen  unter  die  Hauptschldsser  gelegt 
wurden,  so  blieben  sie  später  in  vielen  Fällen  vereinigt. 
H^en  die  Vögte  der  einzelnen  Schldsser  übten  nun  in  die- 
sen Districten  die  landesherrlichen  Rechte,  Idteten  die 
Gerichtsbarkeit,  erhoben  die  Einnahmen:  gerade  ne  sind 
die  Vorgänger  der  Amtmänner,  und  ihre  Districte,  welche 
jetzt  wohl  ^Herrschaften'  hiessen,  die  Ämter  selbst: 

Wenn  aber  diese  jetzt,  eben  in  Bezi^ting  auf  die  ge- 
wöhnlichen Gerichts-  und  Steuerverhältnisse,  der  Landes- 
hoheit der  einzelnen  Grafen  unterlagen,  so  wurde  damit 
doch  die  staatsrechtliche  Einheit  des  Landes  und  seiner  ver- 
schiedenen Grafschaften  keineswegs  beseitigt.  Wahrschein- 
lich dauerten  die  Gaugerichte  derselben  fort,  während  sich 
zugleieh  eine  allgemeine  Versammlung  bildete.  Die  alte 
Unterscheidung  Holsteins  imd  Stormärns  behielt  noch  im- 
mer ihre  Bedeutung;  die  Würde  derOverboden  Uieb  noch 
längere  Zeit,  wenn  auch  mit  geringerem  Ansehn  als  frü- 
her, bestehen.  Gewöhnli<^  werden  in  dem  Titel  der  Gra- 
fen beide  Grafschaften  genannt,  bis  zur  Mitte  des  ISten 
Jahrhunderts  auch  Wagrien  daneben.  Später  ward  dies  zu 
Holstein  gerechnet.  Dann  galten  nhm  auch  die  drei  Land- 
schaften als  ein  Ganzes,  für  welches  mitunter  der  Name 
Holstein  im  weiteren  Sinne  gebraucht  worden  ist. 

In  Beziehung  auf  die   allgemeinen  Pflichten  der  Em-* 


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125 

wohner,  namentlich  die  Landwehr,  wird  immer  von  der 
Leistung  des  ganzen  Landes  als  einer  Einheil  gesprochen: 
sicherlich  konnle  nicht  der  eine  Graf  aHein  das  Aufgebot 
ergdien  lassen.  Wenn  die  Lehnrechte  des  Hauses  nun 
auch  den  einzelnen  Inhabern  zustehen  mochten,  so  hat 
doch  die  Räterschaft  sich  ofenbar  nicht  trennen  lassen, 
sondern  sie  hat  eben  in  diesen  Theilungen  einen  Grund 
gefunden  unter  sich  engere  Verbindungen  einzugehen,  die 
sich  stets  luif  den  ganzen  Umfang  des  Landes  bezogen. 
In  Fällen  wo  es  sich  um  Streitigkeiten  eines  Klosters  han^ 
delt,  sehen  wir  Chrafen  beider  Linien  gemeinsam  auftreten. 
Sind  ausserordentliche  Beden  bewilltgt  worden,  so  geschah 
es  ebenfalls  wohl  nur  für  alle  Grafen  zugleich  auf  einer 
allgemeraen  Versammlung.  Auch  die  Rechte  auf  Hamburg 
wurden  doch,  w^üi  gldch  die  Einkaufte  der  Theilung  un- 
terlagen, als  gemeinsam  angesehen. 

Dass  der  einzdne  Graf  Abtretungen  seines  Landes  an 
Ittdere  Fürsten  vornehmen  konnte,  nrass  bezweifelt  werden. 
Erwähnt  witrd  dass  bei  der  Ehe  von  Gerhards  I.  Tochter 
liutgarde  mit  Herzog  Johann  von  Lttiieburg  (im  J.  12§8) 
der  Altenwerder  und  der  südliche  Theil  des  Finkenwerders 
ihr  als  MHgift  veriieken  wurden,  die  dann  von  HoliMiem  a^ 
Ltiheliurg  kamim.  Doch  geschah  es  vor  der  förmlicheR 
Thjeflung,  als  Gerhard  diel  Vormundschaft  der  Neffeii  fithrtel 
A»ser4em  £nden:  sich  die  Verkäufe  mehrerer  Dörfer  an 
Lübeck.  Ähnliche  Veränsserüngen  an  Hamburg  konnte» 
nicht  fils' eilte  Sohmälerung  des  Gebietes  angesehen  werd^rn. 

Eule  andere  grössere  GeMr  aber  bHeb.  Nach  den 
allgiemeihen  Grandsftföen  des  sächsischen  Lehnreobts  stand 
den  Seitenveitwandten  kern  Recht  auf  <kis  Erbe   m,  und 


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i2< 

wenn  daher  eine  lime  ausstarb ,  trat  ftbr  die  Lehnshem 
die  Möglichkeit  ein  den  AntheS  derselbeii  einaofiehen  und 
so  dem  Hause  zu  entfremden.  Dem  wurde  dufch  eiae 
Belehnung  zur  gesummten  Ibnd  vorgebeugt^  u«d  es  muss 
ab  ein  wichtiges  Ereigniss  angesehen  werden  dass  die 
Grafen  diese  von  dem  Herzoge  Johann  von  Sachsen-Lauen*- 
burg  empfingen  (im  J.  1307).  Ausdrueklich  wurde  damals 
die  Befngniss  auch  zu  .weiteren  Theilungen  ausgesprochen. 

Mancherlei  Kämpfe  waren  bis  dahin  bereits  wieder 
von  den  eiuzehien  £hrafen  bestanden  worden:  weder  an 
Thatkraft  noch  an  Glück  sind  diese  späteren  Gesdilechter 
hinter  den  ersten  Adolfen  zurückgeblieben.  Fast  scheint 
es,  dass  dw  beschränktere  Wirkungskreis  daheim  die  stär^ 
keren  unter  ihnen  nur  noch  mehr  zu  kühnen  Unterneh- 
mungen nach  aussen  reizte.  Mit  den  eigenen  Bfttem,  den 
Ditmarschen^  den  Lübeckern^  den  wendiadien  und  deut*^ 
sehen  Fürsten  fehlte  es  nicht  an  Streitif^ten,  cfie  zum 
Thefl  schon  berührt  wurden,  zum  Theil  spfttcar,  so  weil 
sie  für  die  allgemeinere  Auffassung  iü  Betracht  kMdmeiti 
berücksichtigt  werden  sollen. 

Alle  diese  Verhältnisse  aber  ireten  an  historischer  Be^ 
deutong  weit  zurück  vor  den  BezieiMAgton  zu  iMn  liörd« 
Uch  benacthbarten  Herzoglhum  und  dem  dünisahen^  Reich. 
Mehrmals  hat  in  der  letzten  Zeit  Dcteemarfc  eine  Einwir- 
kung auf  das  nordsibiugisefae  Land  zu  üben  versnciit^  uaA 
zeitweise  hat  es  sie.  wirklich  gdkabt.  Früher  war  um^ 
gekehrt  der  deutsche  ^Einfluss  in  Dänemark  stark  gewet- 
sen.  Jetzt  kehren  Zeiten  wieder  die  diesen  ähnlich  sind^ 
wo  es  aber  nicht  die  deutschen  Kaiser  oder  süohsisehen 
Herzoge,  sondern  zunächst  die  holsteinschen  firafen^sind, 


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127 

welche  neben  den  Städten  üs  Vertreter  und  Vorfechter  des 
deutschen  Einflusses  im  Norden  erscheinen.  Sie  sind  stark 
genug;  um  hier  auf  eigene  Hand  aufzutreten  und  Bedeu- 
tendes zu  Yollbring^,  Wenn  «ue  va«  den  Nachbarn  Un- 
terstützung erhalten,  so  bleiben  sie  doch  der  eigentliche 
Mittelpunkt  einer  fintvrfckelung  die  dem  deutschen  Ele- 
ment eine  bedeutende  Ausdehnung  gegen  den  Norden  ge- 
währt. Von  dem  grössten  Einfluss  darauf  ist  aber  die 
Bjlibng  Am  HerzogUmnis  zu  Schleswig  und  sme  Steitung 
in  der  Mitte  loschen  Dä««ittarfc  autd  Holstein  g^wmw. 


-MfMPfB 


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Zweites  Capitel. 
Schleswigs   Anfaoge. 


Das  Land  von  der  Bider  und  Levensau  gegen  Norden, 
so  verschieden  seine  Bevölkemngs-  und  Cnltnrverhaltnisse 
auch  waren,  stand  seit  dem  Anfang  des  Uten  Jahrhunderts 
vollständig  unter  der  Herrschaft  der  dänischen  Könige;  auch 
tiberwog  damals  und  in  der  nächsten  Zeit  in  dem  grösse- 
ren Theil  das  dänische  Element.  Desselben  erwehrten  sich 
vollständig  nur  die  Mehrzahl  der  Friesen  auf  der  Westsrite, 
im  Stiden  der  Strich  zwischen  Schlei  und  Eider,  wo  indes- 
sen auf  den  königlichen  Gütern,  die  hier  in  Folge  der 
Abtretung  der  zum  Theil  noch  unbebauten  Mark  zahlrei- 
cher waren,  ebenfalls  einzelne  dänische  Niederlassungen 
enistanden.  Dagegen  hatte  die  Stadt  Schleswig  schon  eine 
bedeutende  deutsche  Bevölkerung. 

Mit  Ausnahme  jenes  Districts  zwischen  Schlei  und  Ei- 
der unterlag  das  ganze  Land  der  allgemeinen  Eintheilung 
des  dänischen  Reichs  in  Harden  (hsret)  und  Syssel  (syssel). 
Wenn  jene  als  die  ursprüngliche  auf  einer  Theilung  nach 
Hunderten  beruhende  Gliederung  des  Volkes  erscheinen,  so 
müssen  diese  dagegen  als  eine  spätere  administrative  Ein- 
richtung angesehen  werden,  die  sich  aber  wahrscheinlidi 
mitunter  doch  an  ältere  natürliche  Unterscheidungen  nacA 
Yölkerschaften  anschloss.     Diese  Syssel  entsprechen  den 

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it9 

denlsdMii  Cknien.  Der.gtbs&ere  llieil  Friedands  war  aber 
in  diese  iddil  waü  einbegriflen:  nur  die  drei  Geesthardea 
gehörten  dazu.  Die  Martddande  und  Inseln  standm  da- 
gegen als  UÜand  von  dem  übrigen  getrennt  und  kannten 
nur  die  Eintbeilung  nach  Ibrden^  die  sich  hier  wohl  an 
Altere  Vnrhiltirisse  angeschlossen,  aber  ihren  besthiniten 
Charakter  allerdings  durdi  die  dänischen  Könige,  wenn 
auch  nicht  gerade,  wie  man  angenommen  hat^  dnrch  jenen 
Harald  Blaatand,  den  Zeitgenossen  der  Ottonen,  empfan- 
gen haben  mag. 

Der  Theilung  des  Landes  musste  sich  die  Bmsetinng  kö- 
niglicher Sieihrertreter  oder  Beamten  im  Reiche  anschüessen, 
welche  hier  wie  bei  den  deutschen  Stämmen  hauplsftohlich 
Gerichlsbarteit  und  Militairgewdt  in  den  Binden  hatten. 
Doch  scheint  nicht  iberaB  neben  der  Harde  audi  das  Sys- 
sei  einen  solchen  Vorsteher  gehabt  zn  haben.  Dagegen 
ergab  sich  auch  hier  die  Nothweadigkttl  an  der  Cfarenie 
einen  Befehlshaber  anfzustdien,  der  mil  gNtaserer  Mackl 
als  andere  Beamte  ausgerüstet  war.  Die  Lage  des  dfthi«* 
sehen  Reiches  gab  eben  der  Südgraize  gegen  Deutschland 
eine  besondere  Wichtigkeit  Hier  war  in  früheren  Jahren 
das  Danewirk  zum  Schutz  des  Landes  gebaut  und  wurde 
auch  nachher  noch  erneuert  und  yerstürkt,  wie  denn  seine 
Überbleibsel  selbst  in  der  neusten  Zeit  bei  ganz  vertnder- 
ter  Kriegsführung  sich  als  brauchbar  zur  Stärkung  einer 
Vertheidigungslinie  erwiesen  haben.  Hethaby  oder  Schles-* 
wig,  wie  der  alte  Name  bald  wieder  überwog,  durdi  sei- 
nen Handel  und  als  Sitz  des  Bischofs  angesehen,  wahr« 
sdifiuilich  früher  zugleich  die  Residenz  dgener  Könige  hi 
diesem  Theü  der  Halbinsel,  war  ein  Haiqitpunkt  auch  für 
I.  9 

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130 

«e  VerthekUgiiiig^  des  Landes^  Hatte  fliese  aiicii.  mH  dem 
Irvrarb  def  init  benaokbarteii  Ibrki  an  limitlelkarer  Be-* 
deutvig  värlot«!;^  immer  miiMe  'dodidie'Sladt  dör  Site 
einest 'besonderen  ktaigücieii  StatttiaHiers  bteiben;  IKes^ 
liatte  dann  ohne  Zweifel  das  nächste  Sysael^  vküAidki  aiidi 
mehrere  unter  «ch;  auch  dag  Land  zwisehtüScUei  und 
Ekler  Iionnte  nur  ihm  üur  YerwaWing  uiid  Vertheidiguilg 
nbergeben  wAtdem, 

^e  Stettung  «Kasies  heileren  Beamten  erUek  eine  h^ 
sondere  Wichtigkeit,  seit  im  Uten  Jahrhundert. die  Angnflfe 
der  damals  noeh  heidnisdben  OatsieeslaTeh  sidL  gegen,  diese 
Gegewten  ergossen  ohd  ;bald  auch,  die  Bezidimgen  2um 
dentsoheoL  Reiche  wieder  lebhafler«  und  efn^ifcsider  wur-» 
AeA.  Da  geaehah  es  dass  königtiche Priuen zlielaer tsot^ 
eben  Süaltfang  geiictomen  würden.  .  Ekt^  finäd'  <Iem  iHen 
Kgen  (s^it  d.  J.  1080)1  war  sein  Bkruder  Qhif  Vorsteher  n 
Sehleswig  (Sleswfci.parianis.praesidens).  Kr  woi^de  stoer 
Würde  berauht,  uiil  gefangen  genommen,  als  er  bei  einem 
Kriegszug  in  dfen  Verdacht  küm  das  Volk  gegen  den  K&rt 
big  avfgehetst  zu  haben;  nachher  bestieg  er  aber  seibat 
den  Anisohen. Thron;  Sein  Bruder  Bfö''^  ^^^  ^^  wälela6r 
efaie  Zeftlang  selbst  sttdhdi  dei*  Eideir  geboten!  hfdiM.soU^ 
vielleioht  als  Nachfb^er  (Mufs  in  der  Befehl8h«ber8ohafLan.der 
Stdgrenze  des  Reichs.  Später  unter  König  Niels  ist  ein  HüT 
(adler  Eilif)  Statthalter  zu  ScMeswig  (Skewkensis  praefactn«* 
m  vir,  eb  Ausdrück  den  dek*  dänisriie  Gescbichtofehi^tffoer 
SajR)  auoh  von  den  Vorstehern  anderer  Theile  des  Reichs, 
z.  B.  der  Insel  Falster,  gebrauehl). .  Audi  dieser  verlor  die 
Würde,  Ja  er  besdiuldigt  wai^d,  dass  er  auf  einem  JEuge 
gegen  jenen  uraigrustchen  Fürsten  Heinrich  sich  habe  be** 


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131 

stechen  lasieii.  Bei  beiden  MttnMern  wird  da»  Ami  das  ne 
bekleiden  ^n  m  die  Stadt  fetaiOpft^  weleto  der  SiXZj  der 
Mittei^ürilit  ihrer  Gewalt  war.  Aber  diee^  eratreckte  aeh 
damidB  uAzweifel&äft  zugleich  fibier  das  bniachbnte  Land^ 
ohne  dass  sich  freilich  ihr  Umftuig  nftiier  beatiminm  lieaie« 

Von  so  kleinen  Anfilngen  ist  die  Seibständigfceit  des 
ScUeswigschen  Landes  ansgegmgen.  Ihre  Fortschritte  hin-* 
gen  zunächst  mit  äusseren  politischen  VisrhAltusseB  ansam«* 
men;  erst  äümfthlig  hidben  auch  die  MHionrien  Znstände 
einen  bedeutenderen  Binflnss  erlangt. 

Nach  Elifs  Absetzung,  sagt  Saxö,  verheerten.  Srieseil 
Hölsteii  imd  ditmanschien  ungestraft  diediniscbei  Greniseii. 
Seiehe  Furcht  habe  sich  verbreitel  dass  niemand  £e  Stelle 
annehmfen  wollte.  Da  erbot  sich  der  Bmdersobi  '4es  Kö*« 
ntgs,  Knud,  Uer  einzu^eten  (um  i.  i.  1115). 

Kttttd  war  der  ^hn  des  Königs  VsnUik^  eines  illeren 
Sohnes  von  SVend  EsMthsen.  Bei  dem  Tode  des  Vaters 
war  er  libergangen,  weil  et  noch  minderfäteig  war.  Nach 
einer  Nachricht  hätte  der  Oheim  nur  fOr  diese  Zeit  m  sm-* 
ner  stfeitt  die  Regierung  flduren  sollen.  l>ech  war  dann 
TO«  eineir  HersteBang  Knuds  auf  dem  dftnisehen  Throne 
nicht  die  Rede.  Vielleicht  deshalb  ha^  er  sich  in  die 
Flremde  hegten,  wo  er  h^i  dem  Herzog  Lothar  von  Sadn 
sen  lebte  und  mit  ihm  jene  Vertnndung  k»aiifte  weiehe 
spftter  zu  seiner  Erhebung  ids  König  des  Wendebreiches 
den  Anlass  gab.  Zunächst  aber  suchte  er,  in  die  Heimalh 
isurttckgekehrt,  die  Statthalterschaft  zu  Schleswig;  die. er 
wohl  in  ihrer  Bedeutung  erkennen  mochte:  er  seB  selbet 
(leid  dafür  gegeben  haben. 

Knudi^  Stelluttg  War  wesenflich  eine  mHflftnsche :  er  seilte 

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132 

die  Sfldgreiise  f  dgm  die  Wenden  sdiütten.  Deshalb,  viet-- 
leicht  Aw  auch  wegM  seiner  Verbindung  uil  dem  Kö- 
ntgsgescUedii,  «heittt  er  Herxeg  (dnx),  abar  nicht  Herzof 
einer  bestimmten  Lmidsehaft,  s<Hidem  Harseg  der  Dänen 
oder  Dänemarks  (dux  Danomm  oder  Daniae);  'er  wurde, 
sagt  Hdmold,  mit  dem  Hersogthnm  von  ganz  Dänemark 
begabt'.  Eben  das  dänische  Reich  sollte  &r  in  dieser  sei- 
ner Stellnng  Ycrtheidigen.  Zu  dem  Ende  hatte  er  nothwen- 
dig  die  Ftthntng  des  Heeres  und  das  Aufgebot  zum  Kriege 
in  dem  benachbarten.  Gebiet  Ob  Uer  schon  damals  eine 
bestimmte  Qreoze  gesteckt  und  ob  es  dieselbe  war  welche 
später  unter  seinen  Nachfolgern  eingehalten  worden  is^ 
lässt  sieh  nicht  mit  Sicherheit  eotSiObeiden;  doch  muss  es 
für  wahrscheinlich  gdten.  Mit  der  Heeresgewalt  verband 
sich  aber  hier  wie  aller  Orten  unzweifelhaft  eine  höhere 
fierichlsbarkeit,  die  Erhebung  der  Einkünfte  und  was  sonst 
an  Regiemngsthätigfc^it  vorkommen  mochte:  die  nordii^he 
Überlieferung  schreibt  ihm  die  Einführung  von  Zöllen  in 
seinem  Lande  M. 

'  Die  Erhebung  Knuds  zu  dieser  Stellung  ist  ein  wichti- 
ger Schritt  zu  der  Bildung  eines  besonderen  Herzogthums 
in  diesen  Gebieten  gewesen.  Schon  wenige  Jahre  nach 
seinem  Tode  wird  der  Landesversammlung  zu  Umehöved 
geitecht,  weldie  sich  eben  auf  diesen  Theil  des  dänischen 
Reichs  bezog.  Ist  sie  älter  als  Knuds  Zeiten,  so  ist  es  ein 
Bew^  dass  dieser  südliche  Theil  des  Dänenreichs  schon 
früher  als  dne  besondere  Provinz  mit  eigenen  Einrichtungen 
anges^ien  wurde,  und  es  ist  dann  mdur  als  wahrscheinlich, 
dass  auch  die  Gewalt  des  neuen  Herzogs  sich  eben  auf 
den  Umfang  dieser  bezog.     Hat  jene  Versammlung  aber 


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133 

d»en  jetEt  ihren  Anfang  genommen^  so  zeigt  sieh  attch 
hierin,  dass  Knud  nicht  bloss  ein  Milittri>efehlshaber  zt 
Schleswig  war,  sondern  dass  sdne  Ernennung  sich  auf 
einen  ausgedehnten  District  bezog,  der  eben  dadurch  avdi 
eine  gewisse  S^ständ^pk^^  nameiiUieh  ein  besonderes 
Landesthing  erhielt. 

Knuds  G^chichte  liegt  in  vieler  Bezidiung  im  Dunkefai. 
Es  gab  eine  alte  Biographie  desselben,  von  ehieot  eagK^ 
sehen  Geisäichen  Robert  von  E3gin  nicht  lange  nach  sei-i- 
nem  Tode  geschrieben.  Die  einzige  bekannte  Handschrift 
ist  erst  in  neuerer  Zeit  zu  London  ein  Raub  der  FMmmen 
geworden,  und  nur  ein  dtrftiger  Auszug  nrt  erhalt^  und 
bekannt  gemacht  worden.  Doch  auch  die  mangeflii^ 
Kenntniss  der  Verhältnisse  zeigt,  däss  Knud  eine  Persitah- 
lichkeit  war  wohl  geeignet  um  den  Grund  zu  neuen  Ge- 
staltungen zu  legen,  und  dass  seine  Wiricsamkdt  äi  jeder 
ReZiehung  eine  bedeutsame  wurde. 

Dass  der  Herzog  die  Wenden  abwehrte,  dtisLandduroh 
Anlage  fester  IHfitze  an  der  S<^ei  schützte,  die  RttiAer 
verfolgte,  die  Sicherheit  der  Strassen  uml  die  Ordnung  im 
Lande  herstellte,  ist  zunächst  schon  ein  Gewinn  und  ihm  ein 
Ruhm  gewesen.  Dass  er  danii  aber  die  Herrschaft  eben  der 
Wenden  die  er  bekämpfen  soBte  selbst  zu  erlangen  wusste, 
hat,  wie  schon  vorh^  dargelegt  wurde,  zu  den  eigen* 
thttmlichsten  Verhältnissen  geführt.  Knud  hatte  nun  eine 
SteDung  zwischen  Dänemark  und  DeutsoUand  in  der  Mitte : 
dort  war  er  Herzog,  hier  hatte  er  die  königliche  Würde 
als  ein  Lehn  des  Kaisers  empfangen.  Dem  dänischen  Prin«- 
zen  gehörte  das  Land  an  der  Ostsee  bis  LtAeck,  ja  bis 
an  die  Elbe  und  östKch  nadi  Meddenburg  hinein.     Aber 


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184 

dhr  gärarite  Däne  sohkM»  »b  eng  ah  .Deutschland  akt 
Er  führte  deuisdie  Tracht  und  Sitte  in  seiiier  Umgebimg 
ein;  deutsche  Sänger  and  Krieger  uikigeben  Sm,  während 
dentsche  Käuflente  und  Handweriier  in  seiner  Stadt  schon 
frtlher  sahbeich  waren.  Knud  war  BtÜglied  ^iner  Gälde^ 
die  sich  hier  gebildet  hatte  und  die  als  Anfang  einer  ge-i- 
nossenSChaNiobeki  Verbindung  d^  EiQ!W€>bner  erscheint. 
Im  Lande  nannte  man  ihn  mit  elnau  alten  anglischen  Worte 
Hlaford  (lord)  d.  i.  Herr;  und  daher'  \si  ihm  der  Beiname 
Laward  in  d^  G^chiehte  geblieben*  Alles  dies  aber 
brachte  es  mit  sich,  dass  er'  die  Verhältnisse  und  An- 
sprädie  des  deutschen  Fürstei^^ntö|  wie  er  sie  bumte^ 
auf  seine  Stellung  zum  dänischen  Beioh  übertrug.  Daxu 
kam  dass  die  Krone  des  Wendenreiohs  ihm  eine  gleiche 
Ehre- und  Würde  wie  dem  Oheim  dem;  däniseben  König 
zu  verleiben  schien. 

Das  alles  hatte  freilieh  nur  kurze  Dauer.  Man  sah  in 
DänemUrk  mit  Neid  die  Macht  de^  Knud.  I^r  Sohn  des 
Nitis,  Magnus,  mochte  d!urch  den  Vetter  seine  Thronfolge 
für  bedroht  halten.  Es  kam  zu  Erörterungen  ;twischen  den 
Fürsten,  und  wenn  sie  noch  einmal  üusseriich  versöhnt 
sich  trennten,  so  blieb,  diech  ein  Stadiel  im  Herzen  des 
Dänen.  Magnus  beschloss  durch  eine  Gewaltthdt  sich  des 
Gegners  zu  eriedigen.  Nach  gemeißsehalUioher  Feier  des 
Weilnachtsfestes,  zu  der  der  König  dön  Knud  eingeladen 
hatte,  el*sdilug  Magnus  eigenhändig  in  hinterlistigem  Mord 
den  Vetter,  in  der  Nähe  von  Ringstedt  auf  "Seeland  (im  J. 
1131,  Januar  6).  Mit  einer  solcben  blutig»  Tbal  beginnt 
der  Widerstand  ier  Dänen  gegen  die  Erhebung  einer  s^b* 
ständigen  Mai^ht  im  Süiden  d^  Halbi^el. 


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185 

Es  Uatte  dies  nmilohsl  (feviiheilToHste  KenHUmg  Dft* 
nemarks  astr  Folge.  DamdiB  MOigte^  Kaiser  Loäiar  den 
Mligniis  die  HddigOBg  fttr  ^s  diäiische  Relok  KU  leisten 
und  eine  Gddbiisie  m  stahlen.  Und  als  sich  dann  del*  Hass 
desdftnischen  Yolks  gegen  die  Dratschen  regte,  urelehe,  wie 
erzätah  wird,  caldreich  in  den  grösseren  Städten  Meh  des 
nl^dlidien  Dftnmnerks  lebten,  nnd  eine  gewaltsanfe  Yer- 
felgong  über  sie  verkfingte,  da  gab'  dies  dem  Kaiser  An^ 
lass  mit  ein^m  zw^eiten  Angriff  zu  drohen,  welohen  Mag- 
nus nur  dadorek  abwiefarte  dass  er  auf  dem  HoAag  za 
Hdberatadt  elsohieii  und  nookmiOa  feaerlioiM  HnUigMg 
leistete  ifm  J.  1134). 

Abor  auoh  innere  Zwietrkohl  war  in  Dänemlvk  eni- 
iNrannt,  da  die  ftuder  des  Sirnddagnnen  sidi  erhoben  «m 
seinen  Mord  zu  richM.  Der  eine  Stick,  der  den  könig« 
liehen  Titel  asnak«^ .  wandle  sibh,  einmal  besiegt^  naek 
SoMeswig,  um  eich 'hier,  ia  der.  Stadt  seoies  Bruders, 
mit  deutscher  Hfflfe^  «a  bebiupten.  Wirklich  wurden  Gnf 
Adolf  und  die  holsteinschen  Grossen  bewogek  ihm'  Jh« 
ren  Beistand  zu  leisten :  das  erste  Mal  dass  sie  auaEiehen 
den  Sc^eswig^n  zu*  Hülfe  giegM  einen  dinisdien  König. 
DieAnal  lief  es  uni^icUiek  ab,  da  die  Holslen,  weloke  un^ 
gestüm  und  ungeocdnet  vorwärts  eilten,  zurtckgeschlagen 
wurden.  Doch  wideraland  Schleswig  der  Belagerung,  und 
ier  Kampf  zog  sich  in  die  nördichen  FrovinsNi,  Wo  drei 
Jahre  spitw  Knuds  Gegner  Magnus  in  einer  entscheiden-* 
den  SoUachi  gegen  Brich  semen^  Tod  fand  (im  J.  1134, 
Jnni  4).  Der  greisie  KöAig,  für  den  der  Sohn  i^hon  lange 
die  Leitung  der  Regierttttg  gehabt  hatte,  musdte  hülQos 
veriassen  fliehen  mid  sochte  zu  seinem  Unglück  ebie 


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186 

Zuflucht  in  Schleswig.  Denn  den  Emwohnern  der  Stadt 
war  das  Andenken  des  «rsehlagenen  Herzogs  heiMg>  und 
die  Mitglieder  der  Gilde  wdcher  dieser  angehört  hatte 
waren  nach  alter  Sitte  zinr  Blutrache  verpflichtet.  Sie  er- 
hoben sich  ungesäumt  gegen  den  König,  und  erschlugen 
ihn  ehe  er  nur  die  Burg  in  der  Stadt  erreichte«  So  sind 
Vater  und  Sohn  als  Sühne  für  die  Gewaltthat  gegen  den 
Herzog  gefallen.    Knuds  Bruder  Erich  aber  wurde  König. 

Gegen  Erich  trat  wieder  der  zweite  Bruder  Harald  in  die 
Schranken.  Noch  in  demselben  Jahr  erschien  er  auf  der 
LandesvM^ammlung  zu  Umehöved,  «nd  wurde  hier  als  Herr, 
wie  Saxo  sagt  als  König,  anerkannt.  Es  schont  diss.er 
zunächst  die  Herrschaft  des  Knud  in  Anspruch  nahm,  viel- 
leicht als  unabhängiges  Reich,  oder  deAalb  mit  königlir* 
chem  Titel  weil  Knud  diesen  geführt  hatte.  Er  erlag^als- 
bald  der  Übermacht  des  Bruders,  der  am  und  acht  Söhne 
dem  Tode  üb^gab,  aber  dann  selbst  nur  wenige  Jahre 
hernach  zu  Ripen  sein  Ende  durch  die  Himd  eines  Juten 
fand  (im  J.  1137). 

Knud  hätte  einen  Sohn  hinterlassen,  Waldemar,  dessen 
Grossthaten  schon  bei  der  Geschichte  Holsteins  erwähnt 
werden  mussten.  Er  soll  erst  acht  Tage  nach  dem  Tode 
des  Vaters  geboren  sein.  Darum  konnte  er  anfangs  weder 
üe  Krone  noch  das  Herzogthum  zu  Schleswig  empfangen. 
Da  er  heranwuchs,  stritten  zwd  Verwandte  um  das  Rei<^, 
Knud,  des  Magnus  Sohn,  der  von  dem  grössra^  Thefl 
Jütlands  ^hobm  wurde,  uml  Svend,  Sohn  des  eben  ge- 
nannten E^ch,  der  auf  den  Inseln,  aber  auch  in  Schles- 
wig An^ennung  fand.  Dieser  war  es  der  d^n  heran- 
gewachsenen Waldemar  die  väterliche  Vi^Ürde  verfieh  oder 


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137 

wie  es  in  anderer  Überüef^iutg  heisst^  den  Besitz  den 
jen^  hatte  bestätigte;  während  Knud  ihm  einen  andern 
Prätendenten  entgegenstettte  ^  der  gtmchfalls  Knud  hiess^ 
iler  Sohn  eines  Heinrich,  der  an  des  Laward  Ermordung 
Antheil  genommen  und  damit  wohl  dem  Sohn  einen  An- 
spruch auf  das  Erbe  des  Erschlagenen  zugewandt  hatte. 
Wie  zwei  Könige  landen  sieh  auch  zwei  Herzoge  gegen- 
über. Aber  die  Parthei  Svends  und  Waidemars  war  im 
Übergewicht,  und  dieser  wusste  sich  bald  zu  höherer  Be- 
deutung zu  erheben. 

Schon  damal»*  kam  er  in  Streit  nut  dem  hoMeinschen 
Gsafen  Adolf  H.,  den  Knud  für  sich  zu  gewinnen  wussle, 
wi^rsoheinlich  durch  das  Zugeständniss  von  Besitzungen 
nördlich  der  Eidor,  für  welciie  Adolf  ihm  gehuldigt  haben 
5oB.  Dagegen  haben  aber  Svend  und  Waldemar  den  Dit- 
marschen  Etheler  und  einen  Theil  der  Ritterschaft  auf  Are 
Seite  gebracht  und  sdbst  an  eine  ^d>^ung  Holsteins 
gedacht.  So  wenig  aber  dies  gelang,  so  gmng  war  an- 
derer Seits  der  'Erfolg  welchen  Adolf  davon  trug  als  er 
gegen  ScMeswig  auszog.  .  Am  Ende  von  seinem  Verbün« 
deten  selbst  verlassen,  mussle  er  sich  mit  Verlust  zurück- 
ziehen, und  bestand  nur  auf  dem  Rückwege  noch  einen 
glücklidien  Kampf,  an  der  Schlei,  Schaleby  gegenüber,  wo 
jener  Etheler  seinen  Tod  fand  (im  J.  1150). 

Knud  suchte  noch  auf  andere  Weise  seine  Sache  zu 
fördern.  Er  wandte  sich  an  die  .Nordfriesen,  welche  jetzt 
zum  ersten  Male  wieder  handelnd  in  die  Geschichte  eki- 
greifen.  Sie  gehörten  nicht  unter  den  schleswiger  Her- 
zog, sondern  scheinen  stets  in  einer  gewissen  Opposition 
gegen  ihn  gestanden  zu  haben.    Knud  gewann  sie,  indm 


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138 

er  ihnen  einon.  Nachlafis  des  Landgeldes  verspcadi  das  sie 
2SI1  zablen  pflegten.  An  der  Grenze  ihres  Landes  gegen 
Schleswig  zu^  an  dem  kleinen  ¥btss  Milde,  ward  eine  Borg 
gebaut,  die  Mildenburg,  von  welcher  ans  der  König  das  umk 
liegende  Land  zu  beanruhigen  gedachte.  Aber  Svend  und 
Waldemar  ziehen  wider  diesdbe,  schlagen  die  ungedul- 
dig ihnen  entgegendrkigenden  Friesen  und  nöthigen  die 
Burg  zur  Übergabe.  Knuds  Mannschaft  erhielt  freien  Ab- 
zug, die  Friesen  aber  siussten  2000  Pfund  als  Sühne  an 
den  Herzog  zahlen  (im  J.  1151). 

Weiet  die  Hülfe  der  deutschen  Grafen  ne«h  der  deut- 
s«9k«  Friesen  hat  dem  Knud  gehoHen;  Waldemar  beha^)-- 
let  sidi  in  Schleswig  und  dem  Herzogthum,  wo  ton  sei^ 
aem  Gegner  nicht  mehr  die  Rede  ist,  Svend  im  Besitz  der 
Krone.  Da  wendet  jener  sich  an  den  deutschen  Kaiser. 
Uttd  Friedrich  L,  welcher  eben  die  Herrschaft  ange^eten 
hatte,  in  volian  Gefühl  kaiserlicher  Macht  und  Würde, 
liess  es  an  sich  nicht  fehlen.  Er  veranlasste  dass  beide 
Fürsten  und  dazu  Waldemar  vor  ihm  mi  dem  Beidhstag 
zu  Merseburg  erschienen  (im  J.  115^,  und  gab  dann  die 
Entscheidung,  dass  Svend  König  sein,  Knnd  aber  eine  be*- 
sondere  Herrschaft  unter  ihm  en^angen  sollte,  ähidieh 
wie  sie  Waldanar  hatte  (Saxo  nennt  dieselbe  tri^ertitian 
praefecturam,  weil  sie  in  drei  Provinzen  zerstreut  lag). 
Der  König  unterwarf  sich  ausserdem  der  Lehnshoheit  des 
Kaisers,  und  das  Verhältniss  der  beiden  Fürsten  su  ihm 
wurde  in  derselben  Weise-  aufgefasst^  Sie  «oUen  offen- 
bar keine  blosse  Beamte  sein,  sondern  Fürsten  wie  m 
das  Bcöfludche  Reich  bannte,  nach  dessen  VerhAltnissen  nun 
aneh.  diese  Zuständö  gemessen  wurden.     Ihr  Beutst  wird 


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180 

^eradeau  ab»  ein  Lebn  betrachtet  (9axo  br^iieht  hier  and 
für  das  Herzogthum  zu  Sejdeswig  früher  schon  den  Aua-^ 
druck  'benefieium'/  dior  auch  bei  ihm  diese  Bedeutung  hat). 
Es  waer  damals  offenbar  kein  w^esientlicher  Unterschied  zwi-^ 
sehen  Waldemar  und  den  deutschen  Herzogen. 

Aber  Waldemar  liess  sich  hieran  nicht  genügen.  Bald 
trat  er  mit  smnem  frühem  Gegner  Kniid  verbündet  wider 
den  Svend  auf/  der  sich  dvirch  deutsche  Sitte  und  Tracht^ 
dazu  aber  durch  Habsucht  und  Schwiche  in  DlUiemaric 
verhasst  gemacht  hatte.  Noch  einmal  suchte  dieser  djeut* 
sohe  Hülfe,  und  erhielt  sie  für  grosse  Versprechftagen  Yoft 
den  Herzog  Heinrich  dem  Löwen,  der  damals  den  Giwd 
zu  seiner  spätern  Macht  legte  (hn  J.  II56).  Das  deutsche 
Heer  soll  den  Durchgang  durch  das  Dane^k.  für  GeldtCr* 
kauft  und  sich  dann  durch  eine  Steuer  in  Schleswig  schadlos 
gehalten  haben.  Als  noch  verderblicher  aber  wird,  es  ge* 
schildert,  dass  ISvend  mehrere  fremde  Schiffe  mit  russischen 
Walaren  die  im  Hafen  lagen  plünderte,  um  die  Beute  unter 
seine  Streiter  zu  vertheilen;  denn  dies  habe  dem  Handel 
der  Stadt  sehf  geschadet,  der  si^h  nun  nach  Lübeck  zog. 
Mehrere  Vergünstigungen  welche  Svend  dafür  der  Stadt 
ertheilte  böten  keinen  ausreichendlBn  Ersatz.  Sonst  blieb 
der  Zug,  der  bis  Ripen  ging,  oUie  weitem  Erfolg.  —  Im 
folgenden  Jahr  (1157)  kam  es  dann  noch  einmal  zu  einer 
Theiluiig  unter  den  drei  Fürsten,  welche  dem  Waldenmr 
die  ganze  Halbinsel  mit  königlichem  Recht  und  Titel  ge^ 
wAhrte,  welche  aber  selbst  nur  von  «ehr  kuraer-Daver 
war.  Indem  Svend  sich  der  Genossen  durch  Verrath  zu 
erled^en.  suchte,  fand  Knud  wirkliA  seinen  Tod,  aber 
Waldemdr  entkam  der  Gefahr,   und   auf  dar  Grathelißide 


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MO 

gab  eine-  eitebeideade   Schlaf  ihm  den  S^   und.  die 
Herrsckaft  im  ganzen  Reich  ^  seinem  Geglier  den  Tod.  ^ 

.  JelKt  war  Auch  dair  Herzogthum  wieder  annfittelbar 
mit  der  dänischen  Krone  varbtindeii;' es  war  mOglidi^  dass 
es  wenigstens  in  der  Weise  wie  zuletzt  nieht  fortbestehen 
werde.  Denn  die  grossere  SeiiständigkeiV^  die*  ihm  zu 
Theä  geworden  war;  stand  -in  engem  Zusammenhang  mit 
dem  Rl3cht  welches  eben  Knad  Lawärd^uifd  iSoin  &ohn  hier 
erhalten  hatten.  Aa  dieser  jetzt  König  war^  so  konnte 
dasseB>6  als  erloschen  angesehen  w^den.  Offenbär  abei> 
hat  WaMemar  die.  Saehe  anders  gefasist.  'Die*  d^isAe 
Krene  war  tfemals  Kein  so  sicherer  Besitz  dass  sie  seinem 
Haus#'  als  unverlierbar  gelten  konnte;  da  «mochte^  esnütz- 
fich  sein^  das  HerEogthum^  das  man  schon  eher  als  erb- 
lich nach  Art  der  deutschen  FürstenAttmer  behandeln 
konnte^  noch  besonders  dem  Geschlecht'  zu  sichern.  Dazu 
kam,  dasiS'auch  jüngere  Brüder  des  Königs  jetzt  regelt 
massig  nach  einem  gewissen  Antheil  an  der  Herrschaft 
verlangten,  und  bei  mehreren  Johnen  war  es  geleg^i^ 
einen  derselben  eben  mil^  dieser  Würde  au^UBtatten,  die 
auch  dadurch  der  Famflie  gesichert  ward. 

Zu  Anfang  freilich  iiSt  von  dem  König-nur  ein"  gewöhne 
lieber  Statthidter  zu  Schleswig  eingesetaü  (Nicolaus  Sles- 
wicensium  satrtjpa).  Ob  Buris,  der  Sehn  jenes  Heinrieh 
welcher  einmal  Waidemars  Gegner  war,  hier  oder  vielmehr 
in  .einem  andern  Theile  Jütlands  eine  besondere  Herrschaft 
empfing,  bl^t  ungewiss.  Mehr  sprteht  dafür,  dass  spüt^ 
em  unehlicher  Sohn  Chriiloph  mit  dieiser  Stelung  bedacht 
wm'de^  welcher  Heivog  heisst  und  sich  besonders  in  den 
Kä^^>fen  wider  die  Sbiven  thätig  zeigte,  dann  aber  noch 


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141 

vor  4mk  ytt(r  gestorbim  ist  (im  J.  1}73}.  Wüektiffer 
war  e's  j64enfalls  dass  nach  dem  Tode  Waldfemarsu  (im  J. 
1162^  seia  jüngster  gWchnamiger  Sohn  dits  Herzogthiim 
eni^ng,  wahrscheinlich  «ohon  an  einer  Zeit  da  er  noch 
ipindegährig.>  war  (schon  im  J.  1163  heiast  er  Herzog)  nnd 
nicht  d^elbst  die  Verwaltung  führen  komme,  die  er  über- 
nahm als  erjfm.3. 1188)  zum  Ritter  geseUi^enwar:  wohl 
ein  Beweis,  dasa  es  gera^  bei  am  si^  nicht  btos  von 
einem  gewöhnfichen  Aa^t^,  sondern  vw  einer  fftrstlwhen 
yfiktie  und  ^leUjang  handelte.  Er  nennte*  ai|cb  das  Her- 
zegthnm  einmal.  'Erbe  nnseros  Vaters'. 

Dem  Herzog  cuf  Seite  stand  damak  der  unruhige  Bi«* 
sstthof  Wakiemar  v^n  Schleswig,  eben  als  Bischof  unafebcte- 
gig  von  der  berznglichen  Gewalt,  selbst  an^kdnigBcfaem 
Blut,  während  Waidemars  Jugend  auch  mit  der  Verwal- 
tung des  Herzogtums  beauftragt,  «nd  durch  die  Untere 
werfung  der  DitaMrrschen,  unter  sein  Bäthum  eine  Zeit- 
lang zu  höherer  politischer  Macht  gelangt,  weshalb  et, 
sifik  zu  grösseren  Ansprücban  berechtigt  glau]}te.  Aber  der 
Versuch  sie  gettend  zu  machen  führte  ihn  in  die  Gfefan*- 
genschaft  der  Dänen  (im  J.  1193),  und  weder  seine  Er- 
hejbung  i^uf  den  erzbisehöflichen  Stuhl  von  Qremen  noch 
die  Hülfe  des  6ra|ßn  Adplf  konnten  ihn  gegen  das  Über- 
ge'^ht  des  König!  schtttzen. 

Es  ist  fyvker  dargestellt  worden,  wie  dies^  Verhält«^ 
nisse  .mit  ai^rn  terbunden  dei^  Anlass  gaben  zu  der 
Feindschaß  des  dänischen  Königs  gegen  die  norddeutschen 
Fürsten  und  gi^geii  den  Kaiser^  sdbst,  dem  jener  nun  die 
Huldigung  vars^e,  und  wie  dann  die  ^dänische  Macht 
rasch  bedeutende  Brfoife  im  nordalbingischen  Lande  da- 


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142 

Toalnig.  '  Bft  w«r  eben  der  Herzog  Waldemar  der  -Aaupr-* 
südiiioh  <äese  Eäinpfe  Qüirte  und  dem  Bruder  die  großen 
firobermgen  macble,  bi^  er  dann  selbst  nacb  dem  kinder* 
losen  Tode  desselben  seinen^  Iteon  erbte  nnd  nmi  nOfeh 
einmal  das  Herzogdinm  mit  dem  Königreich  in  deisselbeii 
Hand  vereinigt  hielt  (im  J.  120^. 

Eben  Waldemar  H.  hat  aber  d(e  besondere  SteHung 
des  Herzogthums  auch  dadtunch,  anerkannt,  dass  er  das-* 
selbe  als  besondere  Würde  noben  dem  Königtbam  der 
Dfinen  und  Wenden  und  neben  der  Herrschtft  in-Nord- 
albingien  auiTührte.  Er  nannte  sich  Herzog- von' JütlaAd 
(dux  Jiitiae),  und  dieser  Name  hat  sich  längere  Zeit  fär 
dife  KJachfolger  erhalten.  Mit  dem  Worte  Jütland  wurde 
aber  im  dänischen  Reich  alles  Land  auf  der  Halbinf^el  bis 
an  die  Schlei  und  seit  der  Abtretung  der  Mark  auch  bis 
an  die  Eider  bezeichnet.  Nur  die  südUche  Hälfte  dessel-^ 
ben ,  wo  weder  in  älterer  noch  in  späterer  Zeit  eine  aus- 
schliesslich jütische  Bevölkerung  wohnte,  hatte  der  Herzog 
unter  sich;  dennoch  blieb  der  Name  des  ganzen  Laildei^ 
zur  Bezeichnung  seines  Antheils  und  seiner  Würde  in  Ge-^ 
brauch,  schwerlich  aus  dem  Grunde  weil*  Waldiamttr  1.  ein- 
mal auf  kune  Zeit  auch  das  eigöntUche  Jütlsfnd  in  der 
Theilung  des  Reichs  bekommen  hatte,  sondern  eher  des- 
halb weih  nur  in  diesem  Theil  des  Landes,  niemals  im  nörd- 
lichen JüUand,  ein  besonderes  Herzogfhum  bestand.  Wie 
aber  früher  schon,  so  machte  sich*  auch  jetzt  und  in  der 
Folgezeit  der  Gebrauch  geltend,  8ass  man  den  Herzog 
nach  der  Stadt  Schleswig  nannte,  welche  sein  regelmässi- 
ger Aufenthalt  war.  Auf  das  Land  aber  ist  diese  Bezeicb- 
nung  in  dieser  Zeit  nicht  übergegangen. 


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143 

Waldemar  bestimtnte  auch  das  Herzogthnm/  welehes  er 
{Jsrlwsotuleres  Titeriches  Erbe  betrachtete ^  seinen  nach- 
geborneo  ^il^hiien;  zuerst^  da  der  gleichnamige  SItere  dici 
Nachfolge  im  Reich  erhaKen  hatte  (im  J.  1218],  dem  Erich, 
der  cbinials  kaum  geboren  war  ßm  J.  1216),  dann  als  die-* 
ser  an  die  Stelle  des  fräh  yerstorbenen  Bruders  trat,  dem 
jüngeren  Abel  (im  J.  1232). 

.  In  di^en  Zeiten,  und  namenUich  wenn  der  Vater  des 
Herzogs  noch  den  Thron  inne  hal^,  wurde  das  Herzog- 
tum in  vider  BeaEiehung  nkht  eben  anders  behandielt  als 
das  Gebiet  wetehes  unmittelbar  unter  dem  dänischen  König 
stand.  $0  ist  es  wenigstens  in  den  ersten  Jahren  Knuds 
und  unter  Waidemär  II.  der  Fäll  gewesen.  Jener  liess 
stcfc  als  König  auch  auf  der  Versammlung  zu  Ürnehöved 
hvMigm,  nicht  ebne  einigen  Widerspruch  zu  imden,  dei* 
aber  bald  verstummte.  Der  König  hat  fortwährend  nicht 
Mos  dem  Bijfchof  von  Schleswig  sondern  auch  andern  geist- 
IMien  ÜMftern  Privilegien  gegeben ;  er  hat  sich  wiederholt 
in  def  ifauptstadt  des  Landes  aufgehalten;  hier  fand  (im 
S.  liSTf  eine  Versammlung  aller  dänischen  Bischöfe  statt; 
ja  Waldemar  D.  hat  seinen  gleichnamigen  Sohn  in  glän-^ 
zender  Versammlung  der  Crossen  des  Reichs  in  der  schtes- 
wiger  Domkircbe  zum  König  krönen  lassen.  Dass  die  streit-^ 
bare  Mannöcfcaft  in  seinen  Kriegen  aufgeboten  -wurde,  ver- 
steht sich  von  selbst.  Besonders  hervorgehoben  wird  auch 
die  Tbeflnahme  der  Friesen,  die  aber  nicht  unter  dem 
Herzog  standen. '  Nach  der  Weise  roherer  Völker  wandten 
Sie  sich  mit  erbittertem  Hass  besonders  gegen  die  stamm- 
verwandten und  benachbarten  Ditmarschen,  haben  dabei 
aber  auch  selber  bedeutenden  Verlust  erlitten. 


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144 

Aach  die  Stadt  Schleswig^  deren  HandelsbUltiie  freilich 
schon  gesunken  war,  wenn  auch  ferne  arabische  Geogra- 
phen jetzt  noch  aus  alter  Üb^Iieferung  Grosses  von  der- 
selben zu  erzählen  wissen^  hat  die  Ausbildung  ihrer  städti- 
schen Freiheiten  in  dieser  Zeit  durch  die  Könige  erhalten. 
Dem  Svend,  Waidemars  Lehnsherrn,  verdankte  sie  man- 
cherlei Begünstigungen,  die  Schenkung  der  .Königswiese, 
die  Verleihung  des  Rechtes  zur  Aufsicht  über  die  Münze 
und  zum  Geleite  der  Kaufleute;  ausserdem  aber  wird  es 
auf  ihn  zurückgeführt,  dass  die  Bewohner  dar  Stadt  nur 
innerhalb  ihrer  Mauern  vor  Gericht  stehen  sollten,  was 
voraussetzt,  dass  diese  ein  besonderes  wenn  auch  könig- 
liches Gericht  bereits  hatte  oder  jetzt  erhielt,  welchem 
ein  eigener  Vogt  des  Königs  vorstand.  Die  angesehenem 
Bürger  fanden  in  der  Gilde  des  h.  Knud  eine  Vereimgung, 
welche  die  Ausbildung  eines  Gemeindelebens  beförderte. 
Dies  war  um  so  wichtiger,  da  ihr  persönliches  Recht  eia 
beschränktes  war;  sie  zahlten  nicht  blos  dem  Köidg  eiae 
Abgabe  von  ihrem  Heerde  (arna&gyald),  sondern  sie  waren 
auch  ohne  freies  Erbrecht  und  konnten  dasselbe  nur  durch 
die  Leistung  des  sogenannten  Erbkaufs  (leeghk^)  erian- 
gen.  Nur  die  Junggesellen  waren  davon  ausgenommen; 
sie  hatten  auch  die  doppelte  Busse  der  andern,  mussten 
aber,  wie  es  scheint,  dafür  Wachdienste  in  der  Stadt  lei- 
sten. —  Die  Aufzeichnung  des  städtischen  Rechts  geschah 
wahrscheinlich  in  den  letzten  Jahren  König  Knudf,  als 
Waldemar  II.  Herzog  war.  Hier  erscheint  der  König  noch 
im  Besitz  der  eigentlichen  Regierungsrechte.  Einiges  ist 
auf  eigenthümliche  Weise  getheilt:  das  nördliche  Thor  soll 
der  Vogt  (vülicus)  des  Königs,   das  südliche  der  des  Her- 

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dl5 


Mgs  weiMMn.  B«  kaim  amaniiiMihttg^  mit  der  beiM«* 
dorm  VapfliBhliuig  das  leixtam  üe  Vertkeidigug  der  Sttd^ 
grenze  iberiiaopl  m  besorgen;  es  kann  aber  aaefa  auf  cme 
neamig  der  fitadl.selbst  bomneisen,  wie  aUüspiter  in  den 
Zinsbiieb  des  ICAiiigis  Waliemar  angesgebeBwird:  Jasa  drai 
Viertd  der  Staift  Bdm  YOitelidienen  Mtaigagiit  ^abörleB) 
mn  Viertd  aber  vom  BerMgtbnni. 

Nor  Haderdeben  schent  wie  Schlesvilg .  em  eigoMi 
atftdfiaehes  liedit.ia  iltarer  Zeil  gehabt  au  haiMi,  das 
JelfiEt  terlooett  isly  über  desmi'  dfimsebin  Charakter. aber 
kein  Zweifel  «bwaHen  kann. 

Noeh  widiliger  aber  fiir  die  allgemeinen  VerkiRnisse 
dea  Lnodes  isk  es  gewesen,  dass  die  umfassende  Rechls-* 
anCfeeiehnnng  und  Gesetzgebnnjif  wisleke  in  dam  letaten 
Mii«  Wäidemar  IL  (im  J.  12141)  z«  Stande  kmn^  das  ao*- 
genanitfe  Jütacbe  Lov^  seine  TeHe  An^rendung  anf  das 
Bamog^kum,  jn  itheihreise  jsdhstanf  die.  fiiaaisdien  Qen 
biete  im  Weatea  des.  Landes  erU^  ohne  hier  flreilioli  den 
GebFimdi  des  keinAchen  BedUes  au  yerdiingen.  Dar 
fcduät  des  .Gesetses  iat  nicht  kanptsächlieh  priTatrtochtlicher 
Natur,  sondern  es  enthält  ausffihrlidiQ  Bestimmwagcii  na« 
nmntSck  midi  ti»er  das  fieriahts-p-  und  biegswesen  des 
Landes.  Weim  es  dort  zum  Tbeil  alte  EinridiUiligeil  be*^ 
stfttigt  und  näher  regelt,  so  bat  es  klar  neue  Bestimmung 
gnn  Ton  grosser  Bedeutung  und  weüreidienden  Folgen 
getroffon. 

Ajodi  in  Dänemark   rukte   der  Kriegsdienst  auf  dem 

Gtondbesite;  aber  da  die  Grösse,  desselben  mehr  nnd  mehr 

Uttg^cieb  geworden  war,  kam  es  auf  eine  Y^rhAltnissmlissige 

Yertheilung  der  Leistung  an,  die. dadurch  erreicht  ward 

l  10 

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d46 

iam  die  Gnindfltöekei  »  Iteken  fioklag  oimSSbrnts  uh« 
gesddagen  wurden  und  jt  drei  Mark  Geld  :fiir  dm  Seesug 
einen  M«in  zu  stellen  hetten.  Die  2u  einer  sdkit«  Verei** 
nignng  gehißten  bildeten  einen  Hüfenterband  (loAiefaig), 
und  mdircre  derselben ;  so  vkl  ein  SeUfffinderer  hatie^ 
traten  wieder  ziaMfkmm  ntid  katten.  das  ScUff  zu  iltelk»^ 
weshalb  ihr  Verband  eben :  ids  Söhiff  (ski|»n)  bezeichnet 
wurde.  Den  Vorsteher  desstelben^  Steuerment  goftannt, 
setzte  der  Kömg  und  gab  ihm.  einen  Besitz  V6n  drei.Maiic 
Gold.  INes»  Einrichtung  wur  aber  nur  auf  den  Seediienst 
berechnet,  und  sie  trat  nothwendig  zuräck,  als  in  dei*  Zeit 
der  WeldeoHure  und  spfiter  auch  der  Dienst  att£  .  dem 
Lande,  und  zwar  gegrä  die  deutsdien  RiHer  d^  Rossdiensl^ 
von  grösserer  Wichtigkeit  wurde.  Wer  diesen,  leistete 
war  Heermaim  (horman)  uiüt  befreite  sein  Land  dactarek 
von  anderen  V^ilichtiingen:  er  galt  audi!  selber  bald  ah 
höher  bereditigt.  Der  Stand  der  Bitter  faal  sich  auf  4mA 
Weise  unter  den  dfinbehen  Königen,  spfttiBr  aiber  nkkf 
weniger  bedeulend  als  in  andern  Landen^  auägekädet 
Doch  that  er  in  der  ersten  Zeit  den  aUeil  v^^lksmifissigen 
Einriditiuigen  wenig  Abbrudi. 

Diese  erhalten  sieh  besonders  in  der  Gedditsverfassuttg^ 
Das  Landesthing  und  die  Hardesthinge,  wek^  wediselst^ 
wase  je  tdle  vierzehn  Tage  gehalten  wurden,  bleiben: 
fortwährend  besteben.  Doch-  werden  die  Urtheiier  nun 
regelmässig  auf  längere  Zeit  bestimmt,  acht  Näfnmger  {d. 
h.  die  EmMinten)  für  das  Hardesthing  auf  ein  JiAr,  die 
über  Ranb  Diebstahl  und  nidit  be&ckte.  GewaltOaten 
nrtheilen,  ebenso  viele  Sandmänner  (i.  h.  Wahrttänn^^ 
veridici}  auf  Lebenszeit,  die  auf  dem  lardesthittg  tber 

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M7 

VbrWmiteiiffKIihiA^iMi  luii  4«n  Gnt  4«r  kircUicIlM 
guter  ttrtheiM/-  Meiern  LaMlesfliiR«  iber  Aber  TodefdiBg 
Verkfimaelpiig  ^«ad  GewalttbäHigkeileii  gegm  Personen. 
IMe  iMsterft  werieHf'4dlerdiiig8  von  dem  König  ernannt 
docb  aus  den 'OnmiMgeiiäiümeni  der  Hirdie^  und  auch 
sie  eittd  dooh>  mar  dg  Vertneter  der  Oeineinde  nü  be*^ 
Irachl^  y  deren  Ehtsdieidnif  i»  eihtebien  PttOen  noeh  über 
das  Vrthefl  der  Sancfanffiiner  g^t.  Die  Ntfninger  ab^ 
sind  noü^h  nielür  M  iSe  Ani4chl  der  Gdaammtheit  geUnden^ 
deren  GutaiAten  sie  tor  den  Urfb^  einaubden  haben^ 
Ausnataiia^ei^ei#erden  bei  mnzeixim  Verbrechen  auefa 
noob  NtfnSngier  fttr  einen  beetimBiten  Fdl  ernannt.  Wenn 
dies  Mher  als  die  allgemetne  Regel  erschein^  9^  hat  nan 
sidk  dierdings  •dareh  die  verändi^en  Einrichtungen  iiii 
GeriiMsiresen  mtkt  der  Tkfttigkeit  ständiger  Richter  ge^ 
nfHi^'y  aber  doch'  in  sdleber  Weise  dass  eine  kbeniüge 
Thaänahme  des  Volks  am  Recht  erhalten  bHeb,  die  4iich 
auch  in  st^ftterer  Zeit  nidit  ganz  verloren  hat  und  sicher 
wesenllieh  dazu  beitrug  der  ganzen  BefMkerang  einen 
krilkigereii' Sinn  und  mehr  selbetändigen  Charakter  au  be-* 
wahren. 

Gewiss  tr^g  die*  neue  gesetzliche  Ordnung  «Heser  Ver-^ 
btitntsse  verlntnden  mit  derAufiseiehnung  wenigstens  ein« 
zelfier  Thefife  des  Privatrechts*  ialJMschen  Lov  wesenffidi 
dazu  bei,  das  dfiniscbe  Etemenl  im  Rechtsleben  des  Landes 
zu  befesligen^äs  hat  dies  in  der  iiädisten  Zeit. wohl  dazu 
gedient,  dem  Eindringen  und  Herrschendwiärden  des  deut* 
sehen  Rechts  einen  Widerstand  zu  leisten,  der  bei  den 
politischen  Verhältnisj^en  welche  einiraten  ohne  ein  soldies^ 
schk*iitlich  abgefessles  äusAihrliehes  iSesetzbueh  nothwendig 

10* 

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148 


hlltle  schwücker  sein  .mtesML  BM  dMi  UfQ^WaMonar 
seilst  eiiie  solche  Absicht  vMrgssch^dhthaha^  :isi  fireüidi 
mehtxa.dcsdien;  «her  dar  Erfolg  ist  gewiss,  .imd  diese 
pohtjsahe  Bedeatong  seiner  geseU^ekelrisohea  ."Hiitigkei 
darf  aln  wenigsten  ausser  Aobt  gelassen  iWerdiAi.  Aber  so 
stark  ist  atich  das  JtttSche  Loy  nidK  gewetan[|  dal»  es 
für  die  Zukunft  die  Einwirkung  dito  deutadien.  rRechles 
gftnzlieh  hfitte  aosschliesfien  hMaen :  diis  g^m^ine  Recht 
des  dMtschen  Retohs,  wie  es  sieb  anf  heimiSchBrund  rö- 
mischer G)rundl9ge  ratwiekette,  hat  doch,  spiter  Einflnss 
und  Geltung  gewonnen.  lu  den  StSdIen  ist  xmm  Theil 
geradezu  deutsches  :Recbt  angenommen  worden;  dieKrie- 
am  gaben  später  ihren  alten  GewohnheHen  eine  weitere 
Ausbildung  und  sicherten  ihre  Anerkennung.  D^gegm 
wurden  wichtige  Theile;  des  Jiiitscben  LaVi  kesradMs;  die 
weldie  mit  4er  poHtiscbea  Verfaswng  in  Verlnndnng:  sMat« 
deiVy  bald. genug  hinfilllig. 

Auidiliat  diese  Arbeit^  so  siete  sie  sonst  einen  :di|mF* 
sehen  Geist  athmete,  sieh  den  vorhandenen  netionialen  Yerr 
häHnissen  doch  insoweit  fügen  müssen  ^  dass,  ausser  eHmf. 
lateinischen  Bearbeitung,  auch  eine  niederdeutsche  Üb0rr 
Setzung  dem  dänischen  Text  znr  Seite  trat,  wdehe  für 
die  deutsehredraden  Einwohner  des  Landee  bestimmt.  .gewi9^ 
sensein  muss.    Sie  gehört  noch  in  das  13te  Jidirhunderfc 

Allerdings  wurde,  nach  dem  was  Uer  eMwiokelt.isl^ 
das/Land  weldies  d#r  sogenannte  Hersog  von  JttHand  ni|- 
ter  sich  hi^tO)  zur  Zeit  der  Waldemare  weBeatiich  jds  ein 
Th^  des  dänisehen  Reichs  behandelt.  D^h:  sehloBS  dies 
riles  nicht  aus,  di^ss  es  zunächst  ihm,  ^em  BeriiQgi  un- 
terworfen war :  scbon  Waldemar  fl.  nennt  e%  als.er  ibnfi  nur 

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14» 

ab  Hersog  Tofetuld,  getladeza  ^nnser  Ltiid'.  Eb  m* 
wMi  U4M  ein  herKÖg^eB  Amt  wma  iMStioMutoal  Rdohtwin* 
nerlidb  der  Giieiizeii  im  dMUigea  JMaod  g^dhildet  wor-* 
clm^  fiondern  das  Land  Selber  war,  unlmr.  YorbeMt  ein-i 
veliier  Rechte  fKr  deäi  KöBi^f/  dem  Heraog  ^cartilagtal 
mit  «iHÜäriseiien  «nid  Indieidioheii  B^fug^aisseii  Mde  sie  da- 
malig Silin  Weien  eines  besonderen  Für^eiMiHBis  ^cirech^ 
net  würden« 

Ob  der  Umfang  dieses  Landes  versdüedan  gewesen 
bei  der  Vin-leiiiung  an  den  Orosisvater  WaldeiMr  II.>  den 
Herzog  Knnd,  und  jetzt  da  jeMr  Kdnig  das  HerzdgthMQf 
seihen  Sohne  HbertM^,  ist  mit  Sicheilieit  nielit  zu  enniti* 
teh,  aber  es  kann  nicht  für  watarsbheinlich  gellto.  Sau 
Heriog  Abel  ist  bestinunt  keine  wtebntKche  Vei^tferutig* 
Y^ry^ittemen  worden.  Das  Herzogdini.  erbtrieokfe  skili 
mm^  Ton  der  deulschm  Grewe  aii  der  EiMr  und  Le*^ 
vensan  im  Säden  Ifis  dorthin  wo  die  KfinigB--  oder  Skol«^ 
borgiNraue  fliiisst  und  mif  der  entgegengeisetzteh  Seile  die 
koidmger  Bnohl  in  das  Lafid  hineingreift^ 'anNischen  beiden 
lag  dichte  Waldung  wache  die  Anwohner  trennte.  Das 
Land  südlidi  von  dierär  Grenise  bildete  drei  Syssel,  int! 
rilen  IMmen  Istalhesys»!  Meemmpud  und  BarwithsyiMä. 
benannt:  keines  darseB^en  bfidete  geograpUseh  belraditet 
emen  besinank' abgegrenzten  District,  drer  alle  drei  zu^' 
sfonmen  madkic»  eifa  Gebiet  aus,  das  sich  auch  in,territö-^ 
fialer  Beziehung  von  dem  nördüdien  Landä  scheidet.  £s; 
grenze  wesdioh  an  die  Friesische  Marsch^  weldie  seih-^ 
stttüdig  dastand;  wfthrend  «^6  irm  Festlandsharden/  die 
Sfitter-und  Norder«4i0esharde  zum  Istathesyssd,  dieKarr- 
hätde  Bum  BSü^msyssel  gehdrten,  und  dedUdb'  auch  unter 


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fM 

dien  Herzog  g«legl  worden.  Ebenso  dm  Land  sttdKoh  d^r 
Sddei,  obsckon  es  nidiiin  jeie Eintheifaing begriita  wah 
Dagegen  sind  die  Insebi  wekhe  q^lter  nnt'dem  Htosog- 
tiinm  rereiittgt  wnrden  ihm  damals  frenldgewesen,  jedm* 
faHsFehmem^  wdü^sekeinlichalidi  Alsen  sadAotM.  Anoli 
die  Stiidt  Bipen,  mit  dein  was  nimrittdbar  untar.diili.idoN* 
tige  SgUoss  gehörte,  wtar  woU  taiemids  .in  disiiHer»^ 
thnm  einbegriffen,  wahrscheinlich  weil  sie  früher  ssckwimi 
einem  anderm  Syssel  gerechnet  ward. 

In  nmmltelbarer  Verlnndnng  mit  dem  Konig  eUmdeti  fie 
Bischöfe  ron  «Schleswig  und  Ripto.  Die*  Diöoeae.  des  er^ 
Stern  laggalnz,  die  des  Bq>ener  Bisdiofii  nur  IhdlWeiae  in*«- 
nerhalb  der  firen^en  des  HerxogthtimS;  und  anf  die:kireh*- 
liehe  Verfassung-  ist.^daher  bei  der  Bestimmtnig  seines  Um*« 
fangs  Iieine^Mcksicht  genommen  worden.  *.  Diese  Ari  anohr 
mit  jener  Sfsseleinfteiittng •^niekl  asnsamniett:  einlleM  vom 
Mmm-  und  Bari¥itU5yssel  gehörte  zb  Ripen,  dessen  Gerenne 
im  Sttden  die  Wtdane  war,  während  der  SeUeswiger  Bi- 
schof ausser  dem  übrigen  Theil  dieser !  beiden  Provinasei» 
und  dem  dritten  Syssel  audi  das  Gebiet  der  Mark  nnt^ 
Sidi  hatte,  und  ausserdem  alle  friesisehen  Gegenden,  nur 
eimge  der  nördlichen  Inseln  ausgenommien,'  die  aber  we<* 
nigstens  zum  grösseren  Tb^  doch  erst  t^ätm-  in  Ver^ 
binduing  mit  Ripen  kamen.  Es  gab  nicht  Mos  in  ScUes^ 
wig  sondern  anch  in  Hadersleben  dn  besendtees  DonuNH 
pitel.  Die  Besitzungen  dieser  Stifter  und  der  BislGhöl^  seibsi 
waren  dem  Land^sthing  däsHerzegthums  unterworfen. 

Die  IQöster  diBs  Landes  stüiden  ganz  unter  dem  Heimzog.' 
Sie  warän  bis  zum  13ten  Jalnrhnndert  nicht  zaUrdch:  das 
Rye^  oder  Ruhkloster  in  Angdn(Riis  re§^)^  früher  in  6idd<^ 


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151 

kofan  am  La«gBfee,  wa  es'haeh/.dsv  Cisleräenäeirefd  a» 
die  Stelle  des:  älter»  Botödietiii^kkwteirs  zu  St  MiohädiB 
in  Schles^  gegrü^rt  wiintef  (a»  J.  11«I2),  dann  (im  J. 
1210]  dorthin  ia  die  Üfthe  dedischAneii  flensbiurger  Bu-« 
9ems  tbertEagin;  das  >  St.  Johanns  ^  Nonnenkloster  bei 
Sehlesmg  (seit  d.  J.  UM);  Lygamkloiiter  (Locus  IM)  im 
Sttte  Ripen  und  ebenfiriis  anstatt  eines  filtern  Benedieti-* 
neitioslers  in  der  Ntthe  der  Stadt  ipt  Gisterciensem  be*- 
seCel  und  nach  iiesetk  Orte'  YnfÜaiiaBt  (im  I.  1173).  Die«i 
sein  b»t  Hersog  Abel  setee  Privilegien  bestätigt  und  riSe 
Besi^ngen  mt^er  seinen  Sobatz  genommen^  noch  bei  Leb-* 
z^en  seines  Vaters.  Hierzu,  kamen  m  (Moser  Zeit  dk& 
Franziscaneriddster  in  ScUeswig  Tondern  Hmlendeben  und 
später  in  FlensAurg^  KIdster  der  Dominicaner  ^n  Etaders*^ 
tebisn  Schleswig  und  Tondern.  Nor  die  älta-en  erlangten 
ebenso'  wie  <fie  Bischöfe  und  Domcapitel  grüssere  Besitran-p* 
gen  imLsaide,  in  denen  sie  dfe  G^ohtAariieit  und  andere 
Reefate  ausfMem  Doch  geschah  «q^fiterÄhidiohes  bei  &m^ 
Edtiteu  anderen  Stiftern,  wie  dem  Geaithaus  zu  Hensburg^ 
ja  selbst  bei  ekligen  PAiirrkirchen. 

Der  König  hatte  sich  das  Krongut  (Konungslef)  yörbe- 
haften  wekhes  inAerhalb  der  Grenzen  des  HerzogUiums 
lag,  und  das  besonders  in  dein  Gebiete  d^  alten  Mark  ron 
bedeutender  Ausdehnung  war.  Das  Hausgut  (Patrimonium) 
musste  dagegen  mit  den  Brüdern  zur  TheSung  kommen. 
Zum  Krongttt  gtiU^teh  auch  die  dreiviertel  der  Stadt  Schles- 
wig. Eine  ähnliche  Thefiung  findet  sich  auch  bei  enl^n 
anderen  Recht:  von  den  vier  Salzbuden  (Briennie^tallier) 
in  FHesiand  gek^en  dem  König  drei,  zum  Herzogthnm 
ekle.      Man  könnte  vernmÄen  dass  dasselbe  VerhälMss 


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iS3 

mck  avf  Ae  Bmtabintii'  aiis  den  Lnrie'  Aiaireildiing  ge« 
taulen  hätte.  Doch  wiUe  ddnn  schweitidi  gomde  ifies  in 
Watdenurs  Zindmoh  fen^efiihrl  wordim;  es  sAenil  viet^ 
HMto  dasf  sie  aUe  dem  Hehsog  znRoäsem.  Andk  ii^' es 
dieser  weleher  tber  im  ta  Gunsten  einaidMr  Eomurten 
verfügt  Schon  Abel  eiliess  dem  Bisshof  ton  iüpm  für 
seine  Bauern  auf  mehreten  fiüMrn  im  Esrasogthnm  alle 
Ahgahen  nnd  Dienste;  dflfnr  s^  er200  MarkSiberethal*« 
ten  haben^  ein  Bemreis  dass  der  Betrag  jeiter  LtislungM 
nicht  nnbedeiittad  war.  AniigeB^mnieii  wurden  aber  hier 
die  HeeHahrt  und  die  Leistimgen.witeheSliith  nnd  Otter-* 
sadtha  genmml  werden,  nnd  denen  anderswo  ;^ine  dritte 
fan»  £dgezftUt  whrd.  Das  enAe  sdieint  ehie  aUgefmeine 
Abgabe  2a  seitty  dem  Grafitoschatz  der  Bbteteü  iToU  zfä 
Ttergleiöhen,  die  beiden  anderen  (namentlioh  ^inn«^')  §iM 
werden  Arhnten.bezeidmen  die  für  kriegerische  Zwodi^, 
wie^  dort  für  Burgen  und  Brttcken,  unternommen  werden 
nuisstini.  Diese  also  standen  dem  Herzog  M.  —  Jhr^ 
selbe  erhob  Zatte  in  den  Marktstfttlea  des  Landes^  ife^ 
sonders  zu  Schleswig.  Die  Übung  des  Ifün^recbtS'  war 
streitig. 

Es  geh<»ne  recht  eigaitlich  zu  i&r  nrspr(ing^ichen  BSe-* 
deutung  des  fientogthums  zu  ScUeswigi  dass  es  das  Auf-^ 
gebot  im  I^ande  und  .die  Verfiigung  tfter  die  kijogmachen 
Krüfte  desselben  hatte.  Doch  wiMren.  diese  freilich  2mi 
Sdiutz  des  Königreichs  bestiomil,  und  eben  die  Gesetzte- 
buttg  Waldemar  ü.  hat  näher  ansgieführty  wie  auch  hier 
der  allgemeine  Dienst  zu  lösten  war.  Als  aber  später 
die  H^zoge  dem  König  feindfich  eitgegentrateai,  kann  es 
känem  Zweifd  unterliegen,  dass  jene  die  Strmtmacht  d^s 


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153 

iMdesimr  wb  titfgebbtöh  Inben.  INe  Könfige  (kigiig»it 
hielten  dttran  CmI,  dass  zaur .  äll9ömeiiie&  üaerfUirt  ihres 
ReifiiieBi  wie  m  freilich  nur  sdtener  bescUobsen  ward, 
fmdl  die  ünteiihaneft  des  Herzogs  pfiicbtig  seien.  ^—  Die^ 
9^  aber  soltle  sie  dann  selber  dem  König  jjuflihren)  und 
ds  hinddte  sich  deshidb  doch  svnächst  von  der  Dienst«- 
pfliehl  wdeher  er:  mit  seinem  Lande  dem  Königreich  ge«* 
gwtter  UBleriag.  Dibei:  hatte  aber  der  Kön^  ancb  eirr 
gene  Heermäimer  im  Heraögthvm^.welehe.iito  pen^öiUich 
anim  Rossdienst  verpfllahtet  waren.  ^Der  EMg)  sagt,  das 
Jiltsäi^  Lovy  kann  sidt  HÜamer  nduben  im  ganzen  Rmdl^ 
der  Herzog  bn  seinem  Harzoglhnm'.  Dteile  kfiniglidien,  Va^ 
sMm  sUcl^  d^r  Herzog  im  Laitf  der  Z^  wie  das  Kö*^ 
nigagttt  selbst  an  sich  zn  bringen.  Dasft  er  dabei  Widär« 
stand  Itod  beiweist  aber  aiebt,.  dass  der  sich  bgdende^BJf-» 
kvstand  des  Landes  ganz  von  seiner  Gestalt  atta^inoin^ 
meof  war.  Zeigte  derselbe  Neigung  eine.  soMle  SteUong 
(»munehmen  und  sieh  dem  König  nähar  zil  verbinden,  so 
ist  es  nur  dasssdbe  VerbäUldss  wie  wenn  die  holsteinsohe 
Rillarsdiaft  sieh  dete-  Lehnshenh  ihres  CHraf^,  d^m  sftch- 
sisiDhen  HcNrzog,  attch  gegen  jenen  ansdltoisrs. 

Wie  abör  «Hes»  Uäi^tand  zn  ernsten  Strdtigkeitenspi^ 
tet  Aniass  g^gbben  hat,  so  ist  auch  ändert  in  dem  Recht 
«ttd  dar  Geltung  des  Hensogs  mederholt  angefochten  wor«- 
da«.  Mcht  die  Behauptungen  der  ^en  IReite  oder  ge<* 
zwnngene  Zngestlndnisse  ehieis  AugeiMcks  geben  hier 
den  Maasstab  ftii"  das  was  bei^and  Und  Reoht  war,  son^ 
dem  dfft  dauernde  Gebranch,  wie  elr  sich  in  ^haiten» 
Urkunden  zeigt  und  schliesslich  fast  jederzeft  durch  be- 
sondere Verträge  anerkannt  wurde.    Dabei  waren  db^Be* 

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154 

fug^iisse  wtA  die  Selbstflndif keit  des  lierzofB  mutet  iM 
Nachkommen  Abds  fortwährend  im  Steigen  begriffen; 

An  und  ffir  sich  war  die  Übertragung  des  Harzog*- 
thums  an  diesen  Sohn  Waldemar  D«.  nicht  ieben  ve» 
gröss^er  Bedeutung  ab  das  was  firflber  in  ähINKcher  Weise 
geschehen  war;  auch  enqifing  er  das  Land  wahrschendieh 
weder  in  w^erem  Umiang  hoch  mit  ansgedeiintereiQ 
Recht  ris  seine  Vorgünger.  Dennoch  ist  giarade  «^fiese 
Yeorleihung  von  den  be^ieutendsten. Folgen  gewesen. 

Darauf  haben  yerschiedene  Umstände' Einfluss  gehabt: 
dass  das  Geschleclrt  des  Herzogs  sieh  anderthalb  JaUtein-^ 
derte  im  Besitz  des  Landes  behauptete,  liaehdem  nur  ganis 
kurz;  noch  unter  Abel  selbst,  eine  Vereinigung  d^  dini^ 
sehen  Krone  in  derselben  Hand  stattgefunden:  hat;  dass 
eben  dieses  Haus  fortwährend  nach  gröstserer  Vnabhängigw 
kdt  strebte  wie  sie  andere  Fürsten  der  Zeit  besassen; 
dass  dässebe  ausserdem  gleich  von  Anfang  her  in  nähere 
Verbindung  mit  den  benachbarten  holsteinsdicai  Grafen 
und  dberbaupt  mit  dem  deutschen  Lande  trat. 

Zu  einer  solchen  V^bindung  wurde  der  Grund  noch 
bei  Lebzeiten.  Waldemar  H.  gelegt.  Abel  vermählte  siek 
mit  der  Heokthilde,  der  jungen  Tochter  Graf  Adolf  IV. 
Die  erste  Verriirednng  war  schon  bei  der  Aussöhnung  des 
Grafen  mit  Kdnig  Waldemar  getroffen  (im  J.  1220),  der 
Vollzug  der  Ehe  fand  später  (im  l  1237,  April  25)  statt. 
Beides  g'eschah  offenbar  mit  Zustimmung  des  Vaters,  der 
glauben  mochte  aus  dieser  Verbimlung  mit  dem  bisherigeh 
Gegner  Vortheil  ziehen  zu  können.  Aber  ein  späterer 
Chronist,  weicher  hier  im  Lande  lebte  und  die  Folgen  über-^ 
schaute,  liess  sich  das  nicht  einreden;     ^Wddemar,  sagt 


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er  9  Imbe  es  ndiwer  anfgenömmen,  da  er  hiervon  einiäi 
kiiirft%0ii  Zwtefc  zwifloheii  den  fofidem  fürektele;  was  a*di 
einferai  Deiin  von  dieson  Tage  hörte  niemds  auf  der 
innere  Krieg  in  DiBeniart:  zwischen  den  Königen  nnd 
Herzogen'. 

Allerdings  gab  dazu  die  Verbindung  mit  Holstein  den 
nttchsleii' Anlass.  Herzog  Abel^  dar  einige  Jahre  die  Vor- 
HiwidsdiiA  aber  seine  SAwftger  die  jungen  Söhne  Grttf 
Adolf  IV;  in  Holstein  iiihrte,  weigerte  sich  dem  Aruder 
Eri<A,  d^r  nadbi  seiner  Thronbe^gung  die  Pläne  des 
Vaters  gegen  Hi^tein  aufnehmen  w^te/  die  veriai^^e 
Htdfe  zu  leislen;  er  versagte  sie  abar  auch  nioht  blos 
für  dieses  Mal,  s(mdem  wollte  dem  Bruder  Hber^dl  keine 
Dbnste  schuldig  sein.  Seine  Ansicht  gusg  dahin,  dass  eir 
das  Harzogthum  mit .  deniseften  Recht  empfangen  habe 
wie  d^  Bruder  das  übrige  Königreich,  als  väterlidiesSrbe; 
ohne  jede  Lehnsabliäflgigkeii  In  den  wiederholten  Käm^ 
p£m  .welche  hieraus  erwudisen  suchte  und  eriüelt  Abel 
seinerseits  die  Hülfe  der  norddeutschen  Stftdte  und  Für« 
sten:  'er  erniedrigte,  sagt  die  Lübsche  Chronik,  das  Reioh 
■dt  deutscher  Hülfe  mehr  als  es  sein  Vater  je  erhöhfö'. 
Auch  der  Bischof'  von  Schleswig  weigiNle  sich  diem  König 
zu.  huldi^n  und  Mess  sich  von  dem  bremer  Efzbisch<tf 
weihen:  die  alte  Verbindung  üit  Deutschland  suchte  er 
wieder  anzukntt^sn«  Es  sieht  dioch  in  einem  gewissen 
Zusammmhang  damit,  dass  um  diese  Zeit  dem  Orte  Ten- 
dern an  der  Widaue  ;das  Recht  der  deutschen  Stadt  Lübeck 
ertheilt  ward:  diese  übersandte  'aus  Ehre  und  Liebe  gegen 
dm  Herzog'  eine  Abschrift  ihrer  Statuten  (im  J.  1343,  Mai)« 

Nachdem  der  Kampf  mehrere  Jahre  ge(bHM*t  undman^ 


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156 

che  Orte  des  Herzogthums^  Tondem  Haderslebeii  Apen«^ 
rade  Schleswig  sdbst^  schwer  betroffen  hatte^  kam  ^  mm 
Aüstrag  (im  J.  12AB)  in  der  Weise  dass  Abd  fiit  dein 
tterzoglhum  den  Bruder  ate  Lefanskerrn  anwkaiinte:  20 
Ritter  wurden  von  jeder  Seite  als  Geisel  ftr  den  Ver- 
trag gesleUi 

Als  aber  der  Mönig  zwei  Jdire  später  auszog^  um 
Rendsburg^  wächeii  in  seinen  Händen  war^  gegen  die  IM-*« 
sten  zu  schtttzen^  imd  auf  dem  Wege  nach  Schleswig  kam, 
fand  er  hier  ein  gewiallsames  Ende.  Denn  nun  liess  Abd 
den  Brüder  gefangen  nehmen  ^  und  da  seine  Leute  ihn  iM 
einem  Boote  auf  ier  Schlei  wegführten,  :f<dgte^  wie  er- 
zfhh'  mfi,  ein  Däne,  der  zum  Herzog  ftf^ergegangen  war. 
Lauge  Gttdmundsön,  und  erscidug  den  König,  in  der  NttÜisi 
von  Missunde  (im  J.  1250,  August  10).  Die  grame  That 
hat  lange  im  Andenken  der  Menschen  gelebt^  und  Sage 
und  Dichtung  haben  sich  ihrer  bemächtigt,  so  däss  es 
schwer  ist  den  Hergang  und  Anlass  genau  zu  erkNi- 
neu.  Doch  schon  in  demselben  Jahrhundert  erztfhtt  eine 
deutsche  Chronik,  <fie  dem  hölstbinscheli  Grafen  Gerhard 
gehörte,  wie  der  ^untreue'  Abel  den  'mildebV  König  Erich 
beim  Bretspiel  plötzlich  festhdimen  und  tödlen  liess.  Ali^ 
Säbne  soll  von  Abel  das  königliche  Schlossin  der  Sladt 
Schleswig  zu  einer  kfrc^iichen  Stiftung   dargeboten  s&n. 

Bs  hat  sich  damals  nicht  um  das  Herzogtlinm  gehandelt; 
aber  die  That  brachte  dem  Abel  die'cMnisdie  Krone,  — 
nachdem  er  mit  24  Eide^helfern  sich  von  dem  Vorwurf 
gerdnigt  hatte  dass  er  den  Mord  des  Bruders  befohlen 
habe.  Er  wurde  gewählt  auch  aus  dem  Grunde  damü 
das  H^zogtfaum  wieder  mit  der  Ki^one  vereinigt  werde. 

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IST 

Ai>^ :  es . geschieht  dias  jetet  für  linge  Zeit  zun.  leto^ 
teil  Mal.  Auicb  belauft  Abel  dasselbe  wie  seoi  Vater  in 
«seT  gewissM  SelbstäBdigfc^t:  er  behält  den  herzogli«* 
eben  Titel  bei  und  ratersoheidet  in  ein«ebieii  Urkuiideit 
aiisdrttckli(A  zwischen /unserm  Iterzogftam  und  dem  Kö« 
nigreioh'.  Bei  dem  Streit  über  Rendsburgs  Be^  liess  er 
die  schiedsrichteriiche  Entdcheidung  offenbar  dai^uf  rich- 
ten ob  die  Stadt  zu  Holstön  oder  anim  Herzogthüm*  ge«* 
böire:  den  sechs  Schiedsrichtern  aus  ^nen. Lande  wärai 
ebenso  viele  ans  Schleswig,  wi^  dejf  GeiSdachtschreiber  sich 
ansdcückt,  nicht  aus  Dänemark,  zngesellt.  Des  Ansqorudis^ 
der:  Ar  Holstein  enlschied,  ist  früher  gedacht  worden. 

Abel  wandte  sich  ausserdem  besonders  gegen  die.  Frie* 
sen;  Sehcün  Erich  hatte  mit  ihnen  S\mi  gehabt  wegen 
eip^r  Steuer  die  ^  aufsge^chrteben  hatte,  yon  der  »e  sich 
füher  «Heiner  Summa  losg^auft  hab0n.soHen;/iiech  in 
s^iIl{em  letzten  Lehensjahr  wmr  er  von  ihnen  mit  Verhist 
zartij^kgescUagen.  Ahei  erneuerte  .die  Forderutig  einef 
Abgabe;  und  zwar  nach  dem  Maasse  wie. er  sie  in  seinem 
Herzogthum  aufgelegt  halte.  Er  hegtii  einen  alten  Zorn 
gegeii  die  kräftigen.  Nachbarn ,  die: ihm  ais  Herzog  lästig 
gewcarden  sein  mi%en..  Vielleicht  lag  ihm  der  Gedanke  nicM 
ferne,  sie  überall  in  nllhere  Verbindung  mit  dem  HerzogH 
thum  zu  bringen,  -r-  2^eunal  ist  eat  dann  wider  sie  ^«us^ 
gemgen.  Das  eine  Mal  im  »Winter,  wo  die  Wasser  ge-r^ 
froren  wtaren.  AJileiä  die  Friesen,  nach  altgermanischer 
Säle  geschaart  um  dws  ffild  des  heilten  Christian,  das  sie 
auf  einem  Wagen  mit  sic^  fülhrlen,  zogen  ihm  entgegen, 
und  plötzliches  Thauwett^  nOthijgte  ihn  bald  zum  Rück- 
zuge.   Dann  kam  Abel  zum  zweiten  Mal  den  Samper,  jind 


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168 

AAr  die  Bider  henmler  nach  Bidersledt,  wo  or  beiOklaui^ 
wort  lagerte  and  das  Land  beschatxte  und  beraubte^  Ba 
entschlossen  sich  die  andern  Friesen  den  Slammgenoasen 
Htife  zu  bringen.  Wie  ihre  ahe  Cluronik  ensahlt,  versam-» 
mdten  sich  die  sieben  Barden  des  Strandes -a«f  ihrer  al-* 
len  Thingstätle  am  Banermannswege  und  besdilossen  ihre 
alteh  Freiheiten  zu  schützen.  'Bhe  sie  König  Abel  woU-* 
ten  huldigen  und  schwören^  ihoi  Schatz  und  Zins  geben^ 
woltten  sie  lieber  alle  darum  stoben ,  oder  auch  Kö^ 
Abel  sollte  sterben'.  Als  ne  mit  gesammt^  Macht  gegen 
das  Lager  des  Königs  zoge^^  verliess  es  dieser/  würde 
aber  auf  dem  Rückzug  angegriffen  und  rerlor  viele  Mami«' 
sehaft.  Auch  die  Eiderstedter  erhoben  sich  jetzt  und  setz- 
ten die  Verfolgung  fort.  Die  Beschaffenheit  des  Bodtos 
verband  sich  mit  dem  Ungestüm  d6r  Kämpfenden.  Das 
Beer  wurde  vernichtet^  der  König  selbst  fand  seinen  To^d 
auf  dem  Mflderdamm,  der  durch  die  Niederung  ging  welehe 
Eiderstedt  von  dem  FesHande  trennte  ^  ven  der  Band  ei-^ 
nes  WagenzimmermannSy  der  Wessel  Bbmmer  aus  Feiwenn 
genannt  wird  (im  J.  1252^  Juni  29). 

Es  ist  eine  der  glänzendsten  Thaten  in  der  Oeschidbte 
des  friesischen  Stammes^  der  sich  damals  auch  aa  ande- 
ren Orten  gegen  die  eindringende  fürstliche  Macht  zu 
schützen  hatte:  nur  wenige  Jahre  später  fand  Graf  Wil- 
helm von  Holland,  der  die  deutsche  &one  trug,  eiaea 
ähnlii^en  Tod.  —  Wahrscheinlich  ist  damals  die  Mttden*' 
bürg  an  der  friesisdien  Grenze  zerstört  wonkin',  wo  der 
königliche  Vogt,  der  das  Landgeld  erhob,  seinen  Süz  ge« 
habt  haben  wird.  Die  Abgabe  wurde  eine  Zeitlang-  gar 
ni<^t  gezahlt. 


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im 

■-  Zu  TöHiger  Freiheit  und  Uhabhängigkeit  sümI  die  Nord- 
friesen aber  auch  durch  diesen  Sieg  nicht  gelangt  Sie 
standen  auch  nicht  immer  so  etnmdihig  zusammen  wie 
dies  Mal.  Ni<At  blos  die  drei  Geestharden,  welche  zum 
Herzogthum  gehörten^  waren  von  den  andern  getrennt; 
anch  diese  bildeten  verschiedene  Gemeinden^  Zunächst 
hatte  jede  Harde  filr,  sich  ihre  besondere  Gerichtsversamm«' 
hmg  und  eigene  Vertreter ,  Rathgeber  oder  Rathmannen 
(coiisules)  genannt;  regelmässig  zw&tt  an  der  Zahl;  sie  hatte 
mxik  ihr  besonderes  Banner  und  führte  ein  eigeneis  Siegel 
Dann  traten  ehizelne  wieder  unter  sich  in  einen  näheren 
Zusammenhang.  Aus  drei  besonderen  Landschaften  oder 
Inseln  bestand  das  jetzige  Eiderstedt:  das  eigentliche  Ei-* 
derstedt  Everschup  und  Utholm^  zusammen  auch  als  die 
Dreilande  lezeichnet  und  unter  sich  in  näherer  Y^in^ 
düng.  Mitunter  wurde  Heyer  am  nordwestlichen  Randd 
noch  als  besondere  vierte  Provinz  oder  Insel  angesehen. 
Von  dem  alten  Strand,  d^  aus  fünf  Barden  bestand,  sind 
jetzt  nur  Trümmer  in  den  Inseln  Pelworm  Nordstrand  und 
U^en  HalEgen  übrig.  An  ihn  scUossen  sich  ndtdlicb 
die  Bdcking«  und  Horsbüllharde,  welche  am  meisten 
landfest  waren.  Diese  haben  sich  später  mit  den  Strand- 
harden  zu  einer  politischen  Genossenschaft  ver^nigti  die 
alte  Chronik  will,  dass  es  schon  zu  der  Zeit  des  Kampfs 
mit  K&nig  Abel  geschehen  war.  Dazu  kamen  die  Inseln 
Föhr  Sylt  Romöe  Amrum  und  das  ferne  Helgoland,  diö 
aba*  meistens  doch  ganz  andere  Schicksale  hatten  als  der 
übrige  Theil  des  Landes.  ZaweSen  aber  trat  auch  eine 
grössere  Gemeinschaft  wenigstens  der  Hauptgebiete  hervor: 
die  sämmtlichen  Friesen  in  Utiand  haben  einen  V^trag  mit 

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160 

Harabiirg  aitf  drei  Jdure  gegehloflieiiy  in.  dem  sie  yen^re- 
chen  dass  bei  Verletzuag  des  Friedens  ihre  ginze  de-* 
meinde  für  den  Sdiaden  haften  wnlle  (iin  J.  1261)..  Bs 
ist  ein  einzelnes  aber  bedeutendes  Zeugnias  fiir  diä  Siel** 
lang  wdche  diese  €rebi«ke,  damals  einnahmen. 

Hatten  die  Friesen  aber  jetzt  dem  Abel  wideraiandeny 
der  als  König  und  Herzog  zugleich  gegen  sie  auftrat,  so 
wurden  sie  bald  auch  in  die  Streiti^€»ten  dieser  beiden 
Gewalten  hineingezogen.  Schon  die  heimisdie  Anfzeich^p- 
nung  bringt  es  in  Zusammenhang  mit  diesem  EretgnisSy 
dass  die  Friesen  sich  später,  an  den  Hera»»g  zn  Schleswig 
ansdilossen  und  mit  ihm  g^en  den  fernen  KMg  der  Da* 
nen  hielten.  Darin  scheint  es  sie  nicht  beirrt  zu  haben, 
dass  es  Abels  Nadikommen  waren  weichte  das  H^ziOgthnm 
behaupteten.  War  der  Sitz  diesernäher. und  konnfta  äre 
Herrschaft  deshalb  als.  düückender  odi^rgefabdicher  angese-^ 
hen  werden,  so  musste  es  auf  def  anderen  Seit»  von  Werth 
sein,  dass  man  so  mit  Nachbarn  in  Verbindung  trat,  wekh^ 
bei  Handel  und  Verkehr  Vorth^iie  gewähren  kaniäen  und 
Ton  denen  man  hoffen  duiifte  (kss  sie  geneigter  seit!  würden 
die  hergebrachten  Rechte  und  Freiheiten  des  Volks  zu  si** 
ehern  als  (fie  fernen  dänischen  Könige;  Aber  ohne  bef**^ 
tige  Kämpfe  sollte  es  freilich  zu  dieser  Verbindung  nicht 
kommen. 

Zünädhst  begann  ein  neuer  Streit  über  das  Herzog-« 
thum  selbst,  der  sich  dann  aber  zugleich  auf  allgemeinere 
Verhältnisse  erstreckte  und  der  für  Dänemdrk  ebenso  wie 
für  das  benachbarte  deutsche  Land  die  grösste  Widifig>* 
keit  erlangte. 

Mit  dem  Tode  Abels  hatte  die  Vereinigung  des  König- 

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161 

reiehs  und  Kenogfbnm»  in  «fnerfland  bereitis  ein'&ide.  Sei-- 
nem  Bruder  Ckristoph^  der  diese»  von  ihm  verfangt  hatte,  war 
es  abgeschlagen.  Abel  hatte  die- Absicht  gelurbt  es  Tielmehr 
seinem  jungen  SohnerWaldemar  zu  tibertragen/  als*derseibe 
auf  der  RttddEehr  von  Paris  in  4ie  Hände  des  Erxbischofs 
von  Köln  fiel  und  hier  gelange  gehalten  wurde.  'Gleich^ 
wohl  hatte  der  König  die  Zustimmung  der  Crossen  zu  selt- 
ner Nachfidge  auch  im  Königreich  erlangt.  Al^er  dies 
blieb  nunmehr  unbeachtet;;  der  Söhn  «ward  tiiergietngen, 
dem  Bruder  die  Krone  übertragen.  Das  ist  ein  wesent^ 
Uoher  (kund  zu  all^n  was  folgen  soBte:  die  jtlng^e  Li-- 
nie  Christophs  ^Melt  das  Königreich  und  s^hloss  hier  die 
tilere  Abels  von  dem  Throne  aus;  aber  diese  sah  es  als 
ein  Unredit  an  das  ihr  widerfahren  seA^  und  Irat,  wenn  sich 
fielegmibeil;  zeigte,  mdir  als  dnmal  mit  Ansprüchen  audi 
auf  die  Herrschaft  in  Däneaiark  hervc»*.  Ausserdem  ab^ 
hielt  dieselbe  an  dem  Besitz  des  Herzogthums  als  ekiem  erb*- 
lichen  Recht  der  Faimlie  fest,  wührend  Christoph  und  seine 
Na^kommen  audi  dies  zu  bestreiteii  und  mindestens  die 
Stellung  der  Herzoge  so  abhängig  wie  möglich  zu  ma- 
chen Sitten. 

Es  kommt  da  bald  vornemlich  auf  die  fVage  an,  ob 
das  Herzogthum  als  ein  erbliches  Lehn  anzusehen  sei  oder 
nicht.  In  älterer  und  neuerer  Zeä  ist  das  besMtten  wor«- 
den,  weil  es  kdne  erbUcben  Lehen  in  Dänemark  gebe. 
Die  Bdiaaplung,  so  zuversichtlich  sie  frtfher  oder  späler 
erhoben  sein  mag,  ist  ungegründet.  Währ  ist  liur  da«; 
tterhaupt  die  Lehnsverhälttiisse  in  Dänemark  wenig  aus«- 
gebildet  waren,  da  sie  erst  später  zunächst  von  Deutsch- 
land her  Eingang  gefunden  haben.    Von  einem  besondet- 

I.  11 

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16t 

fi8  mA  die  Grwdsäläse  dea;  dmi«^^;  b«lvir^Qhte  tf eh^e 
alioh  ito  DäftMark  aiiiBÜU)|[e  Amreil(l«u(^  finden.  'iQie  Sirtt- 

«m  F(ihil6litliitfn  Ute  ^ia  Leta,  m^  n^wrd^  dbierrjeliefi  \m 
41e  d^tsoben:  Fürsteiiainii^  j^lAer  .  Zcüt  «niK  «As;  eift  ftoir 
4$bes  behwdeli  >  AUe  Dtmdikomii^  ;KnQA  U'vi'a^.!  Il«b«ii 
^  ^rUU^hes  lUchl)  d&rwf  in  Aimpru^b .  geiuMito^;  wd 
es  kaaa  «Seht  Wwdi9ifi^h«ftto,:  dfls^  Ab^  GmUmhty  MU^ 
-gf&ckiossen  .vi)n./d^r  Kr^na;  v^.miffams  Uers^ArMÜdQlt 
Die  ii/ön^  hfüeQ  cün  g^witelfea  Rechl  Aeraolblsii^flituDkfilGHt 
gör^d'^isu  b^Mtton^  .M  etH«  .)R^iedeiite)reHiigiti{g:  4fii  'Lan^ 
rd^smU  der^KfoQe  babw  sie' niebl.gedifluQbt.  [Aber:  )di^ 
jedealtaKgei.JHerzQg xdlt^  docb  die  fitthdliwgidee.i^nidte 
ifeun^cbst  ibfer:  finnide  yerdiaiib^/iedier,  Au^debMAf  >aefoer 
'B^vigmA$e  HüAen.  ^ne  sii^^h  ent^ef  en  undil^e^c^iräilctett  alidi 
4(^  was  h^cgebr^ht  waf.  Bei  mindelrjfibrtgäa  Eütfitefa 
'fiiihm^n..si6  i«u&a^]!>dleai  das  Ißeoblr  d^r  Tfltfmiibddcfanft!  ih 
'Ansprui^'iiitd:  ^ucibtm  aaf  düesem  W)eg)i^  äffeftfiinfldäs  im 
.Laiide.:ziK  leriiaHen  imd  zu  vehnebren.  ^        ;   : 

Dem  gegenüber  streben  die  Herzoge  diedMlhape  ^el^ 
Jung^  J5U  bebfftpli^;  aucb  utaU  waitäiwIRacbke  msidi  zu 
]N^ingeii;i-si0  traobten  liaeb/död^  Besitz  ^desKdlügsgiileSriin 
J^nde,  :  naob '  deAi  Erüri^b:  der  faeinehbaiitcni:  Eiiesiddban 
.Giebiete  und  der  tosQln  lUe  im  d^ti'OsUdä^e;  liegmr.  /Abi 
«»abfdinglkyi  fiä^i^i^cbl;  il^i^fii  fi^imesi  bab^an/sieikdiicbZwei^ 
My  ttnd:Mia)inr:iii6;aucb  biil0  OberboteU;  des  Köaip  äner^ 
4fiaimeii^  iHvoUta  aie  dödt  doiii  Biasltas  ,TQn  sl^iaet  YfvieiMig 
-oder  Meabantuhg  »bluftbbäilgig  oiacben^  )Biei:  dßii  Vei^ 
•ibBidigubgüurec  Bxittie  und  Ah^rfiob^  finilai  BieidieDnler^ 
li  .1 

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$»9 

ig«iefkiJriim)«|e,frA9seib«i»,;m0M«»,  ^tmusifih-dmVkm^ir 

tgitff»M^Bi,^W0e.^QnMr^..   Vier  Gßgimfi\n  4tfr 

tW.^m  ei9itv:fr«i^flrQ.gtJ^ff1jbi<)|gfcwt(,<i«wejyNKflQm  Köatflh- 
;  Mji.ftgT:  Ä#nfl5  *!r.  ««tfi  «l|ft«e  iWeM«;  «ffw#Rli#,;l»at,f|S.  sw»l»t 

^/R^x  imiAitß]si^  }ibm»ß'.ff>HifP ^i^»ß^wi''^h9^ 

im  Einzelnen  fast  etwas  £nnade^()f:,l)pt„,,  Jf^ln,  ^ecmlMi|t 
jisJj|ftef,.^ss,^,|^erjW8^W'iJWmfl^  »e#»r,dw»  ^«iH^shen 
j^i<ft,eptfii;cppdet,,fli}4  ^  :(jl,en„))9Fw^h])«r^  dpatd^nn  ^ 
iW^teR  hJ9^erg;eft9g.e^,^<}j  ,,  >  ,./  .  ,  .  ;  .  . 
.  |,  ,J!foi9li  )y^ej^^  .^^t^js.f  oj(mi  i^,.dsr  Ge^i^^fiscbaft:  ^wa, 
Vegf)ni^,.4^r.  ^eitj,  dad|ß  .  Ij^f  iq^eq  ;GfafeD,.  sei^e 
i)}»jjii^^,  djj^  Pqofet»  ^essplhep  ■gj^^ead  a^fc^t^n,  .«rst  *|r<* 
J|^jfE^)^e,.,yefflUi^q^l^[^  ,j^,..!^We:,,fAflr  jjurti<*g«'ri»a»a 
jTOUF^emfld.tltjr,  Kj^]|ig.;^W^Hif ,  ,;4fs».«s, ,  r^n  i^.  t^iäag» 

^j;  sojiK^ni  i|j^.:nac^jjjjipqt;ipid.xau^,j(,e|wpamt  eijBBpi  d«r 

^i^,  4|b^  IQ^er ; ,in , Aa^TVcb'-  ^  n*^« .  -«««li  ■«*  fil^^# 

die  Stadt  Schleswig;  'das  ganze  Herzogthum,  sagt  «in  iMh- 

II» 

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^64 

nisdi^r  fitetöriker,  dchltg  fach  grOssteaftefls  auf  die  Seile 
der  Grafen  und  wölke  lieber  unter  einer  Herrseliaft  sein 
untei^  der  man  gewohnt  war  zu  leben  und  seinen  eigenen 
Herrn  haben  als  unter  dem  Reibh  und  ungewohnter  ^rr- 
Schaft  stehen'.  Heinricli  Ämelthorp^  ein  deutscher  BitI»; 
vielleicht  ditmarschischer  Herkunft,  stritt  ftir  Abels  Kind^, 
und  da  attch  LHbeck  sich  gegen  den  KOnig  erklärte,  wurde 
(Ueser  zu  einem  Abkommen  genl^äiigt  (im  J.  12S3),  in  dem 
er  jenen  das  Herzogthum  versprach  sobald  sie  mündig  ge- 
worden, auch  ihr  Recht  auf  anderes  Erbgut  anerkannte; 
dagegen  sollten  sie  ihren  Anspruch  auf  den  dämschen 
Thron  voUstfindig  fahren  lassen,  und  während  ihrer  Mn- 
deijährigkeil  der  Kftnig  die  Regierung  behalten.  Der  Ver- 
gleich i^  widhtig,  weil  er  ein  Verhältniss  festsetzt  das, 
^Mn'es  äüfireeht'  erfaalteh  wäre,  leicht  manchem  Unheil 
h Jlfte  vorbeugen  können. 

Ufiter  dem  Erbgut  waren  ohne  Zweifel  Besitzungen 
auf  Afcen  begrülren  welche  Abel  hatte.  Die  Insel  ist, 
ebenso  wie  der  grössere  Theil  von  Arröe,  offenbar  ein 
Hausbesitz  des  Waidemarschen  Geschlechts  gewesen,  wel- 
cher noch  bei  Erichs  Lebzeiten  zur  Theihing  kam  (un  J. 
1245].  In  dem  Kriege  war  die  Insel  wohl  von  den  Hol- 
sten  besetzt,  während  Christoph  sie  seinem  Verbündeten 
dem  Herzog  Albrecht  von  Braunschweig  verliehen,  dann 
auch  sich  aufgemacht  und  die  Feste  Sonderburg  mit  Ge- 
walt eingenommen  und  zerstört  hatte.  Jetzt  kam  sie  zu- 
erst in  eine  gewisse  Verbindung  mit  dem  Herzogthum,  an 
dessen  östlicher  Grenze  sie  belegen  ist,  nur  durch  einen 
schmalen  Sund  von  dem  gegenüber  liegenden  Sundewitt 
geschieden. 

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t«9 

Der  akgesddoiflene  Vertrag  kam  ztar  Ausfühfi^ng  y-  als 
Herzo«  WaldoBarp.)  für  «OOO.Mark,  ^dche die holslein^t 
sdien  Grafen  vorschössen,  aus  4er  Gefaage^duift  befreit 
war.    Er  erhielt  zu  Koldiiig  die  fSnodidieBöl^fiHng.iiikde^ 
Fahne  (un  J.  1254).     Dabei  ward ,  nach  des  Dänen  Hoit^ 
fehl  Bericht  —  denn  die  Urkunde  ist  mdit  erhaitoi  — 
ds  Be<fingnng  hinzugefügt,  dass    er.  zu  Treue,  und  wenn 
es  verlangt  würde  zu  Diensien  verpflichtet  sein/  auch  in 
dem  dftnischen  Reichsraäi  ris  Fftrst  des   Rdsbes   sitzen 
soSle;  von  dem  Landesttsng  feu  Umehöved  und  dem  Her« 
zog  s^dlte  man  appdlirra  kömien  an  das  Reich;  wenn  hier 
ein  allgemeines  Au^d»ot  zum  iErieg  stattfände,  seihen  auch 
die  Bewohner  des  Herzogtfaums  demKdnig  zur  Folge  ver- 
pflichtet sein:  Bestiminuhgev'weldie  mit  dem  Begriff  eines 
Fflrstenthums  in  jener  Zeit  kemeswegs  unvereinbar  waren. 
Ober  das  Erbrecht  wurde  nichts  festgesetzt.     Auch  Oklb 
die  Regierung  noch  in  des  Königs  H&idffl,  Im  der  zweite 
Sohn  des  Herzogs  ebenfalls  mtadig  geworden  war;  und 
Christoph  b^atut^e  die  Gelegeidieit  um  sich  öfter  ini^  Land 
zu  begeben  und  sich,  und  seine  Leute  hier  auf  Kosfeen  sei- 
nes Neffen  zu  erhatten.     Doch  war  nunmehr  das  lehn-* 
reefaffiche  Yerhältmss   des  Herzogthums  vollständige^*  als 
früher  anerkannt  und  geordnet  worden:  ganz  nach  däut- 
seher  Sitte  war  es  mit  4e^  Fahne  verliehen,   nicht  Mos 
wie  frt&er  an  einen" Sohn  des  regierenden  Königs,  son- 
dern an  einen  Prinzen  des  Hauses,  d^  sein  Reeht  von 
dem  Besitz  des  Vaters  ableitete:    Wo  dai  Erbrecht  fürst-* 
lieber  und  anderer  Lehen  nicht  ausdrüddieh  ausgesprochen 
war,  hat  es  sich  stets  auf  diese  Weise  gebildet.  * 

Auch  hat  nach  Herzog  WaldemarlB.  fiMhem  Tode  (im 

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im 

l.  135V)  sbin  Brnier  (Erifelr  (t.)  nlcblf  afigiebtaadett)  'dA  je- 
ner kinderlos  whr^  ßiiiBia  Alii^Bp^ 
den  Ghitbtoph^  gogm  Mb  6ilikepe»'V6Pgleieh^.  änzileikefaH 
UM  iäeb  imgUtel  Biü  zwbiti^  lidkigek'lialiii|[Fiit  dife  ¥ol^ 
dtTx>n,  weicheil)  ireiMchl  erstineuA  diA'lUn^SiVpAy.K'a 
gewrildaihen  iBfsehtttertti^Bh  führt.  '.Btan-Cltiiuloi^  li&4 
lUgt  dbn  (Erich 'ifek: Litnd .zitf> y£rifll9ell^ 
hi  Hokteip.'  js«  jsudhtftt:;  «la  4er  iHöingdhirrliddi  darauf 
stirhl^  uBd'seüi  miiidetäikfgclr  SiUkn  bittfr  ifaBri^.TfOltemid^ 
gdbift  dbr  MuHer  .ihrgafeth«  idh'  üatatsobdft  nenglttliif^ 
mbmt  firicfa  rndhV  blas;  das  rMärteogtfitttt^lii  Besitz^ 'ioa^Mra 
1^  riobtfiif  den  'BKtib  dojA  ;#i8djBr)adf  :4i^^  djbnsdMiKconai 
Für  Jenas  ißixlapgie^idtdAneiJckn^nRi^^desierldioii^ 
tesy  ^vtinrend  ;Märg«ire1ä^;^wen»nief fderij  £Hcbi  ig^gen'sAi? 
ner  Feind^ebgkeift'  gi^an  jdiAs.IKJM^Taidi  nichts gAmii?a«s'4 
i^idklies^fm'^annv40cb  «itu>tä^  VtaleihudgofAtJLeUinmilf 
BtüugesUih«  ged^niüli  >Ziutv:\MstKh.:aiifi  d«a'>dli^böti 
Thrton  Mllnd^  Henof^Mmt^t.,  dü^> hi»]atai»iith$  ^AfeiebH 
tbttd^^gQbtsbatiihaban;:  «ocb ; ^ftrd;  (bnMbeMibp;]iftri6tl 
Bhfalem.^UiK  €rafeh  uiobi  ontarstütat.:  /AbQr-dasiSIeiiifogi» 
thnin' sicbertdn  diaae  gtücldiDliideia  SHiib.  ')>  u;.  .:  >  .: 
BiQ  Emaeheidung:  fiel :  in  dl^r  ^^SbhhuiM; '  abf  <ieF  Eotei^ 
sttdiibh  von  :  Schleswig;  am  Olaiia:  Aband;  (JÜiiSBanil  X 
126a)  j/ WD  Bridh  «ad  die  hblsMtaistfbea  firafan' dcte  voUft^ 
stiindigflA»  Sieg,  tber  4ia  iDäifea  da^oiilirUgem:  tDiir-Köiiig 
und  sbfaic  Mutter  gietfielJieii:in;dk'Galini;aasabaft  dai^Oiogf* 
a^;  tnid  daä  auakjduroh  inaiaa6ilJ{a4fflijif6rfiöttefcai4fliisohb 
Reiüb  ward  bi^arcii'  niui  nin^Ii  ttiefen  .iiiii  jUnglfiak-und 
Verwirrung  .Mn#iiigeatüW...J?Äst  jeddraaitr'biat  4aaÄrpb^ii 
]iacbSo(iIeawieai6Q»ita:AiiCjflie«e  E-aii^a  gelAbli  ilUeiSaUacht 


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im 

1^  $tUf  mdrAetmai  mä  Itmgti  2dr  ^jMiiedeti.  Die 
K^giii/\fielcii0:iiaeh!IUmfiiirgi  fiebmki  wtr^  etiiidt  woU 
biild<iiur^.£rtfhett^  aber  i«r:juiige  Köilig^. welcher mifaiigs 
ftüf  Alseni  zu  .Noiturg  in  deg  Herkogs  OieftuigpensjQliafi  sass, 
dann  id>er  .den  :]sfaaideidiürger  Mackgi^afen  «b  Geisel  für 
SehuUfordnruiigeB  äberlwiseB  ward  (iiii  J.  1268)^  kam  enl 
los^ .  als .  er  dkm  Eniili  dieiBeiehniin||f  mit  ^  dein  itfir^ogthuni 
verspmdh  .(im  J.  :12Mj.  Vonf  ddn&bheren  ieinfebhriiBlqgn** 
dffli -Bedingangsn  .ist  j&tzt  nidbt  mehr  dib.:Kede:  des.Kc^^ 
nigs  Lage,  bdi  fortdinijteBd^n.vSlreitqflieilen  mife  der  Gm^ 
tiehkeit  mld  den  firöaseii  des.Laiidte;  \rxr  nicht  :der  AH^ 
dasb  ^T  tn  einef  Wietl^anbis^e  der  aHenAnspüädmdeii^ 
ken  kennleL  Et  begnügte  iäsh  einige  :Jahr4  sjpttter  Kol^. 
dm^;  das  ah.  den  Herzag  yet^iShdet.gB^reäeaifar;  einzv-^ 
Uli»ja  md  ileü  an  l)efesligini(im  Jt  1267),  nm  dha  Rddi 
jiogeii  einien  Ein&ll  zh  6bh^ta;bii:  er;  erk^^anle  y^ohL  dmm 
hier  $etet  Dänl^lnarkd  ^hreiürenüe  sei.!.!  $kikiä  Mutter 
ftie^.Köni|[in  MaiigarQthjbi.hdt  im  AiidenkM:.  dYs/schlesw^^^ 
sehen.  Yeiks^ite  *aeh#arze>Gnel6!;.  nioh  zui*  UnhofaUn  yer** 
wandelt,  yon  welcher  ao^'daEnge'sohanrige  Mähneoi  er** 
taää\  /vrahrd^n: !  Die  Ydrsiidi^  zilr  ,  ge^aitei«nto .  Bebiä^r- 
^iing/desiHek<zogthiiiis  fiihrtein  .nur  )su  gröeaen»^  Bii^** 
lireraAuig  ie^  BeYölkidinmg  von .  deil  NacHbaiti  im:  Söm^^ 
fmhl  äbm  .HeKiw^her ' änsiQhipten  baU  als  die.F0i«de  ilea 
{«ndea,  'akidie  WelcUe  nui^  S^badeb  UndfUkihejl  üb^r  das** 
äelbe  bsachteiii»  >.Aiichi  M^asli^rfthae!  di^iflelstenr  y&^  den 
Dänen  gelitten  hatten  wurde  in  sagenhafter  Weiße '«fufdid 
ge^  SchUsw%  feinttdle.  Königini  id^fartragen« 

ii|  najiran  aubamm^dtang  mit  Ms^n  £teig«is|9^  war 
esi  auih]d!Bi88.;d|0  hoUtQiifaictoil<  Qß^M  nJ^Mlbloß  dfk$  m 


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1«8 

die  Bnmdenbujrg^  terpftedde  iMddnirg  ivMer  ^Melten, 
$(mdern  mch.Besttaiingea  nördliclt  der  Eider  iii  die  Hmd 
bekaiMiu  Jenes  stand  zu  Pfand  ffir  6000  Maifc,  welche 
die  Markgrafen  firüher  ab  Eraalz  ihr»  Kosten  bei  gelei- 
sieter  Kriegdiülfe  zu  Gunsten  des  jnngn  Herzogs  Wal« 
demar  gefordert  hatten:  eben  daftr  war  ihn^i  j^zt  der 
König  üb^geben/JBUi  dem  sie  sich  schadlos  halten  modi** 
tan,  und  Rendsburg  kehrte  in  den. vollen  Besitz  der  6ra* 
fen  zurück.  Andere  6000  Mark  aber  hatte  Gbraf  Johann 
YOrgescbOssen^  mn  den  Herzog  selbst  aus  der  fiefangen- 
scfaaft  zu  befreien^  und  dafiur  und  andere  2000  Ihrk  ver-* 
pfiindet^  die  Mutter  desselben ,  üd  Schwester  der  Grafen^ 
Mechthilde,  dem  Johann  und  Gerhard  ihre  Besitzungen 
zwischen  der  Schlei  und  Bider,  welche  sie  als  Erbschaft 
ihres  Sohnes  bezeichnete  (im  J.  1260),  .und  die  sie  jetzt 
um  so  eher  anheben  mochte,  da  sie  sich- gleich  darauf 
(im  J.  1261)  in.  zweiter  Ehe  mit  dem  Birger  Jarl  Tön 
Schweden  vermählte.  In  derselben  Gegend,  iä  Schwänsen, 
hatte  auch  Erich  dein  Grafen  Gerhard  mehrere  Dörfer  ver- 
pfändet  Es  ist  nicht  bekannt  dass  diese  Gftter  jeqials  ein-* 
gelöst  worden  smd  wohl  aber  hat  Medithilde,  üe  später 
nach  des  zwetten  Gatten  Tod  in  das  Land  zurückkehrte, 
dem  Grafen  Gerhard  das  volle  Eigentlmm  dieser  Besitzung 
gen  übertragen  (im  J.  1268),  welche  dann  seinem  Hause 
verblieben  sind  und  den  Einflu»  desselben  im  Lande  so 
wie  d»n  Wachsfhum  des  deutschen  Elementes  wesendich 
begünstigt  haben. 

Doch  sollten  vorher  neue  Kämpfe  bestanden  werden, 
zunächst  um  die  Rechte  des  Königs  oad  Hanogs  gegen 
einander.     Jener  Uagte  dass  der  Herzog  nidit  auf  seine 


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M9 

Badadung  vor  ihm  enMAJenen  sei,  itm  dm  Rmmth  aitf 
den  Gütern  die  er  im  Lande  hatte  nicht  gehörig  Rßcht  ge- 
frechen  Werde.  Über  die  königlichen  Besitzungen  im 
Hersogthum  und  ^her  Erbgüter  der  Nachkommen  Abeb 
im  Königreich  war  Streit;  nicht  minder  ob  Aken  uid  an«- 
dere  In$dn  z«  dem  einen  oder  andern  gehörten^  über 
die  (ärene  bei  Rq^n  und  was  der  Art  mehr  war.  Es 
erhellt  wohl  dass  der  Heriog  strebte  ans  seinen  Beeitmuh- 
gen  auf  Alsen  ein  Redit  anf  die  Insel  abzuleiten  ^  ebenso 
das  Köaifsgut  im  Lande  an  sich  zu  bringen,  wfthrend  der 
König  hieran  festhielt  und  auch  noch  andere  Rechte  gel-- 
tend  machte. 

Die  Geschichte  dieses  Kampfes  hat  kein  Zeitgenosse 
geschrieben,  sie  ist  fast  nur  in  einer  Reihe  von  Uikun*- 
den  enthalten,  welche  zum  grossen  Theil  nicht  einmal  au« 
theitfiadi  vorliegen,  sondern  nur  in  Auszügen  welohe  der 
dänische  Historiograph  Huitfdd  bewahrt  hat  Doch  ist  es 
möglich  die  Hauptsachen  zu  erkennen:  es  zeigt  sich  we- 
nigstens wie  aUmählig  die  Lage  der  Dinge  verändert  ward. 

Zunft<^  gelang  ein  feindlicher  Angriff  der  Dänen,  so 
dass  Tondem  Ebdersleben  und  Flensburg  in  ihre  Hände  fie«* 
Im  und  hauptAchheh  nur  Schleswig  demi  Herzog  verblieb, 
hmitten  dieser  Bewegungen  starb  dann  Eridi  L  (im  J. 
1272),  ehe  die  Söhne  herangewachsen  war^  und  wieder 
standen  sich  der  Kömg  und  die  Holstengrafim  gegenüber. 
Diese  besetzten  die  Stadt  Schleswig  nnt  einem  zaUreichen 
Heer;  aber  der  König  behauptete  das  Übergewicht  und 
bdiielt  die  angesprochene  Vormundschaft,  freifich  mit  der 
Zusage  die  jungen  Fürsten  bei  erlangter  Mündigkeit 
mit  dem  Erbe  zu  belehnen.    Denn  dass  er  das  Herzog- 


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IhBimicnzfifltenlkäiBiris^.wHrde'  iriM: von  deiLEoleXett  ^en 
ßirolttbt^'^isr  Vw' ääm  U^  bAaapUiC  :    1; 

(<  i  Bfll'JJRiilre  Ist  dieser  iii  ideiii  Besitz  der  Regienm^  gi^ 
Ufeben;:  alg'VeHheidig^  Vönnnnd  .mid  Biehtor  wird  el^ 
beseieiulet  HUd  hat.  als  soMer  HecHtfcentscbeidwigeh  ige^ 
Ifeften^  dtin  Schleswiger  Bdrgem  bat  er'  die  läblmig  :d9b 
Htusgeldes  (fanus^Id)  erlassen  weichet;  sie  friduer  leisteii 
innD$steii"(iin  J.  1272);  iii  diäser  Sitdt  feierte  €^  seine  Höcb^ 
i»eit  mit  .eintir  brandenbürgischen  fVfrgfin^  und  tucb  spk^ 
ter  &«t  ei*  manofamal  hier  seinen  Aufenthalt  geBommen', 
Ei'h^^  welche  Abel,  ein  Neffe 'dc6  letzten  Jferzoi^s,  hin-^ 
terliess,  brachte  er  durch  Kauf  an  sich.  Auch  liicdit  firel«^ 
wilfig  hiat  er  dfeid  heranirschsendeh  Waildeinar)(IV;)>die 
Betefcniinf> gegeben,,  sondern  «rst  als  dieser  ^iefa  mit  an^ 
demlSMftdeh!  desiKöni^  verbündet  haltd,  zu^WcMitagber]^ 
(im  J;  1283)  j.  JHesshhmta.  später  wo\i  in  Diftnei^Hi  als 
die  ersle  eigedäibha  BelehnUng  an. 
"  Aber^  ilun  hatte  SBck  in  d^n:  GemüUie  des.Rücsten!  lieuer 
6niU^  (tfesammelt;  er -hielt  auch,  bei  den  asidaiKsnideii  Ge« 
bhr^  Toii  denen  dec^  König  besonders  dui^ck  itdben  Streit 
mit^  dte  kühnen  lundtoer.  Erzbiaehöf !  nnigd)«n  War^  d&A. 
Zeitpunkt  für  geeignbt/aitf  IniherB  Aüspri(i4li6  saihfoJIan>--! 
fks^  den- lehnsfreien  !Besite  des  Hsrzogthüms,  ja  d«!bes^! 
se^e^iRetiHii zjur/KiwnK.siQiäckaikomfaien:'  iii  «nett BrieTän 
den  ItniJ^ijachiof  führt-  er  aus,  da  du»  seinem  iHäuse  ge^ 
gebeheiiV^rspnichtlnf  eni  über  dieiBiiigilfer  annfieielie  luobt 
geballdn'  seien,  MO'  kbnne  >adk  Her/ frühere  Veri»cl|ti  aiif 
die*  Uerrschäft  in  I>ineina(rk  ni^ht  mdhe.^ls  bindeild  ttng<&** 
säk'en  w^den/  rDts  ist  ihm  dann  ifreükh  zu  grossani 
Hsgtttofc  ansgeschbigen.  ■   »Während.'  cbr  noofa  uin  liMIfe  ffir 


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Eiidd  attf^iden:  Wc^  iriiiöb  Nomegeti'  begab/  M  W  i^U 
yfäli'^*vm  SHelki^br'fiii  die  'Gefangenisdiaft  de^ 'ßöA%s)>  d^ 
Rftti!;  Aaoh  lÄanchem  W«6dis0l  des  Glticksy  die  OelegänK^H? 
«rrgtiff^  dib  <Ae  MicMigsteii  Zbgfestftndiiisse  von '  d^m  Hei^ 

1  Zuntetet'w^  Auf  ddm  'Bdnrentiigcl  kü-  Nybörg  ^  eiit«^ 
Eivl$cldd&ilg  gefällt'  «beit  deik  *;B«i$tz  ' Alseng :  nai(^  •  •  iktd 
Au^spriioii  '2«bn  kiraUigeir  HüM^r  -ii^  wm  *'äm  WiaM^ 
«ttltmi  flisdlttlfen  enUM^iiedim/  ^s^  d«^  Eig^thiliii'  'idS^f. 
kise))!  di@'Sdd(kiteF  MameA'  und' ^ Baten)',  der 'ifrdUe  Kä^' 
iMihaiildgeHöi^ea'und  der  Hei^ttu^i^Miie  Brbgtl^ 
feMbe^l  >  OAesetbeul  spf^ehedk*  ara$Kerdeiit:<iem'>Kän%  4i6  'eMf^ 
aebir  äofgeaähben  ikM^lidiifo  /Qmef  im  Het^A^liuiii  Mu^ 
Airorflsr  aucbiroäW  jene  :dii^l>Viei^tei  cfer  SUMlt'^cHUsWii^j 
ebensbeintt^  lAbgfabe  VBa^Mt  Httnse  «pd  wto^Ul^Msmi^ 
fiäar'xleii  persöidiehen'  Jüie^sdiensli  geidliKl  iifiKdi'iuk<d''wai> 
andmiwo  Leding'  hei5Btv(i^  J.  1B85^  Mifi  26)«  Auf  defjK 
Grande  diesei*  Hntocfaeidui|g'  ate#  rerstehi  such  Waldenhu* 
HftlMgMth^  Jatir:(iaa6y;Jtl^r2  dl),  .da  er  die  Belehnun^ 
emjifiliigtym:  weitersa'Zu^e^tiUdnisisen.  *  Die  Aaispfticlui 
auf  Abeii  und  .dicrKöiugs|^ter^t)t"er  ditf;  idag^cki  BrluU^ 
er  das  Müiierecht  2iirä6k^  docb  ntit  der  VwpfichtuBg'daaR 
to  ldie;iMü|izeni  nir  mit  des  Köhigs'B]idn]te'8dh)agea'>lasttfiH 
«yd  idftste  tliaj  Sa^fcs  li^eget  achleebter  iVagiing  an  didsett 
fallen;  jene  Abgabe  wegen  Leding  soll  er  fotrtan.^pflnigedy 
aber:  ^mi';dafl  .'Aurfgobdt  wirldit^ii  erfdl^ii,  ^oll^idesrKHiigs 
Will^  igie6lPll^leIt^>  .  AwserAem - bekennf  er :iich'!  sdilildigi 
ia> jugendlichem  UnV^^^nÜ  ^geiK.tletljK^Mg'  g^ebH^m 


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in 

yerpiykditet  sich  niemds  für  des  Kdmgs  Tod  oder  Cef»* 
geoschaft  zu  wirken  oder  sonst  etwas  gegen  ihn  oder  das 
Reich  zu  thun  was  als  Verbrechen  der  beleidigtem  Maje- 
stät angesehen  werden  könne,  sondern  ihm  Ehre  Unter-- 
thänigkeit  und  Treue  zu  erzeigen.  Thue  er  Aiwider,  solle 
all  sem  Lehn  und  Gut  verbrochen  sein,  so  dass  der  Maig 
es  im  Namen  der  Krone  in  Besitz  nehmen,  ihn  aber  am 
Leben  strafen  dürfe.  So  oft  Dänemark  bekriegt  wird  oder 
der  König  mit  seinen  Räth^  und  guten  Mannen  Krieg  be- 
sdiliesst,  soll  er  pfliditig  sein  mit  seinen  Unterftanoi  z« 
Hülfe  zu  kommen;  ebenso  soll  er  die  Herrenlage  besu- 
che, wenn  er  nicht  gesetzliche  Hinderung  hat  Jüß  K~ 
schöfe  und  ihre  Besitzungen  wriche  der  Krone  zugehört 
sollen  nicht  beschwert  noch  ihm  dem  Herzog  eidlidi  ver- 
pflichtet werden,  ebenso  wenig  die  welche  hier  sonst  von 
dem  König  Gut  empfangen  haben:  er  will  ihnen  auch  vor 
demselben  zu  Recht  stehen.  Endlich  giebt  er  alle  An- 
sprüche gegen  den  König  auf,  verspricht  wegen  seiner 
GeCangenschaft  nichts  nachzutragen,  auch  sich  mit  nieman- 
den zu  verbinden  der  des  Königs  Feind  ist,  Streit^dten 
mit  demselben  aber  der  Entscheidung  eines  Herreatages 
oder  Schiedsgerichts  zu  unterwerfen.  Diese  Bedingungen 
mnssten  zu  besserer  Gültigk^  auch  deutsche  Fürsten  be- 
stätigen, unter  ihnen  der  Herzog  von  Sachsen,  die  drei 
Grafen  von  Holstein  Gerhard  L  Johann  DI.  und  Adolf  V. 
(Lübeds,  April  20). 

Man  wird  es  nicht  gering  anschlagen  was  der  iterzog 
in  dieser  Urkunde  zugestand:  er  ward  p^söidich  in 
grosse  Abhängigkeit  von  dem  Königreich  gesetzt,  wie  sie 
wenigstens  thatsäcUieh  mcht  mehr  bestanden  hatte.    Aber 


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m 

seine  Kechte  im  Lande  worden  doch  eher  Termehrt  «Is 
vermindert;  das  Mttncrecbt  nnd  die  Kriegssteuer  worden 
ihm  förmlieh  überlassen.  Es  ist  dann  aoch  das  letzte  Mal 
dass  die  dänischen  Ansprüche  nur  so  weit  kafaien.  In  der 
That  waren  die  Dinge  schon  seit  lange  auf  einem  Wege, 
den  eine  solche  Urkunde,  wie  bedeutend  sie  für  den  Au- 
genblick sein  mochte,  nicht  mehr  aufhalten  konnte.  Die 
Macht  des  Herzogs  griff,  wo  und  wie  sie  konnte,  selbst 
tlber  das  alte  Recht  hinaus,  und  Versprechungen,  wie  sie 
hier  ihm  abgedrungen  sind,  waren  bald  vergessen. 

Als  kurz  darauf  der  König  Erich,  den  die  Geschichte 
Oipping  beigenannt  hat,  durch  die  Hand  unzufriedener 
Grossen  einen  plötzlichen  Tod  fand  (im  J.  1286,  Novemb. 
22),  fiel  auf  den  Herzog  ein  Verdacht  dass  er  Mtwisser 
der  blutigen  That  gewesen  sei;  doch,  so  viel  erhellt,  ohne 
ausreichenden  Grund,  und  vielleicht  nur  deshalb  wefl  er 
nun  den  grössten  Vortheil  daher  zog.  Denn  als  jetzt  die 
Reihe  minderjähriger  Herrschaft  an  Dänemark  kam,  wussfe 
Waldemar  die  Vormundschaft  und  Regierung  für  den  jun- 
gen Erich  (Menved)  zu  erlangen.  Derselbe  Herrentag  zu 
Nyborg,  der  ihn  als  Vorstand  des  Reichs  verkündete,  er^ 
kannte  ihm  auch  den  Besitz  von  Alsen  Arröe  Fehmem 
und  einigen  kleinen  Inseln  an  der  Ostküste  des  Landes  zu 
(im  J.  1287) ;  seinem  Bruder  Erich  aber  verschaffte  er  das 
entferntere  Langeland,  und  Abels  Haus  streckte  so  seine 
Arme  über  die  wichtigen  Inseln  der  Ostsee  aus.  Auch 
die  Stadt  Schleswig,  welche  durch  emen  schweren  Brand 
heimgesucht  war,  erhielt  Zollfreiheit  im  ganzen  dänischen 
Reich  (im  J.  1289). 

Der  neue  König,  als   er  erwachsen  ^  war  aber  auch 

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*T4 

l^if^qlkjn  Leben:  h^t  ffi  fts  ,iui  Eäfer  i^ndl^ftfek/ett  b«^  feft- 

auf  1#eR,^ea.]^Ing^b€!Ilj  dureb.jlte Üböwna<#t  4(^iß^ofS(^, 
^19  Feipd^qhaft  4^^  ScU^swig^r  QfirfiOf 9^  ^^p.wa^^i^en 
.p{iflus$  derdQufcK^en  Sttklfe  lim  ;|fqrd^n^  ß^l^lyot;^/^ 
jglA^licbea  Verfall  d^  D^e^^icbs^.^lbeJ;  09^  e^a]^s^/y 
.^c^f,,alte  PJ^i^e  wif^^MimmJm^  ifUBKl.;fes^  ^l'iysf.  an 
den  Südiküßteii .  4pr  Ostspe^ .  z^  fassen. .  SO;  l#s^t  c4ct&  fjr^^^r 
'^Rj  1 4^  es^.a^cl^  mit  d^m  Herzog  AVj^ji^W^ni?'^  Q^^^^ 
gfrettuicht  fehlen  werde/  ;  .:  :; 

.;,.  I)q^  ^o¥i?l  ist  erreicht;  das«  das  Rech^  ([pp  ^^8^ 
')ia4'  ^ptees  Hauses  an  dem,  Lax^de  ^icl^  inei^r-  QQgj^J^cbten 
.ijirir(4. ,  Auf ^  [9fi^^  der  JEarblii^bkj^t  ij;^  jetf^t  ;pic^t4te  Fragß, 
fpu^^fTi  ,ps  ist;,eljeR  nur:4erJJififepg:dpr.l^Fzqglip|iea  Bfir 
/ffgf iss^  Wf /de^ : esankoipaH.  p^ ßqpi^^ jea^. IiwelP *Prf 
.4er;;lifoiig«t9r:,  d^  Veffh^teips  zu  fd^  W?ragHpfeftB  R)i«erp 
j^p4  Bjrvsfin,  d#fin  d»  :|^hi|sp/li«sb^t  iwvi^ndfr€|s  4«r  .Aft 
MdeB.4e^  ,^Qg&n^n^  d^.  S}a:e^ie%  :dör.  l^t^Jinnalfi  ;irift4er 
j^fifgeiiom^ioeiq^/dann  aber:  g^ad^  jetist.  4P!^<>^  >l^ine  V^^ 
jyfWi  Verträgea  g^cjüicft^t  ij5ai?djpnj.ifi!<.  .  t.;  j.  ;;  ..  .{ 
,, ;  .Zu#Ä^h^  ,wj9rdeu/(in|  ^.  I29ß)  4je ;  l)ßi^nitteii€»^:  ln|$0bi 
;iMKcH, einlud ^aiiriio|£g?^^eni  smgi^h  f^ff^ae^at: |a§ö  ^ 
h öniglii^hQiL:  B^^erft  inp  ^Jeyipgtbiim^  :iHr  %flbft  W;Qr4»,  9fiH : 
idarftber  h«t  derH^ra^,  ^.  4j9mf  4ämsfil>pn^'Reip)»rtag.JRi^ 
iQbepipcb^  m.g^^ff'y.  Öir.;Wid,^^,SftreitlgMtQÄ  ffb§i?  «ffV 
jQtjst.  jiiid  »üäter^  Qi-^f ;  Cerh^rA jy^Pj '  floilsteiii  .^ebiodcpricbier 
sein.  Weiter  geht  ein  späterer  Vertrag.  .ypu{^  Bfl^^d^ahart 
l(ir^;;JMl8P6^;?^oyfl#J,4);,,.Jv^.,eilJ^roa^       pieni^^pflipbt  des 

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Abchi  nlid:  allea  fe^ta'  FHIzqh  ämllä^/zwiy^rfiil^af 
itiB:>sfltte.n  .DkmI*  vlei:^fliohtet.8i($'>kekMft)zM^'VagtH  «h- 
MwhtaM.  dei^siBh  ge^enjdcm  rHoisogiiii^fitaiaaifiinlly;  «nl 
«bensö  1er  Be^bg^ kiäineip^iiiide  «fe$.K6iii|fs«nGEun<ihiii6ir. 
Ber  Heraof '  gwit  iaie>  Atal^rilBhie  mM  Kiiigen  :^eg¥n  «toi 
König  auf,  und  dieanri'venipficiit  dehselbea'  gii^oii  :dfe 
Feinde  JB«  sohitzeit.-  i&dnaü  .selnedi  Srhdtr  £riGh:>M&nmt 
Wälileniar  al^är  aiicit  diet  Yeipflickttag  Atf/sioh^rdate^oweiüi 
^ie  gcifMt.)deD  KMig  odin*  ttessda  fir^;itarrGblaalop]r//etirä$ 
tmfeimefamän/.  ihr'  (hitimni  ihre  iFr^eüeii  vehviiriil:  sefai 
sollen.  —  Wenn  die  letzte  Bestimmung  an  sicfaMnui)')deii 
.Sniiidsäiaei;  A^.LÜmm^i^  mlspncl^'jwa  erimiärtw(Boch 
«&•  die  schirfei^e  Faswiingi  des^  fir^K^rM:  Yerkwgw  nMir 
SniEhtkUon^gei]  van  idem.  dieseir  inIasd^eaP1|^kt•tll'lv^'4• 
gdBiBdl  labwekb». .  Wählend  :dDi?t.:bIleis.:aii£>Ulit8rclrdiidii|r 
JttB^TMäeawlll^^.wIdii  ii^  :goflissentiidi:  eak  Ifag^eüig<- 
lorit  «tiffodr^emwkt. :  IDib  dits  Beidtat  ^es  Sohigsl  »ii 
'MSgBböt  den  bBlso|Ii<ihe&u  IMerjAtainenf.  ist"  id  einb/ullgCH- 
mefne  Vfurmhenng  von  (flittfer  vaä  .alter  Macht  beridringl8»<- 
4eA  Ruten'  verwtfidell  tad  i^ir  «Inf  YbrhtfliiisstMdsi^  (gci«t 
xiiiger  Lehiisdlensf  niät»'  fdst^esetEt  n^rlardani .  Diasetf  «rifd 
Md  dfR^aüf)  (ias  Ji  131%  DeceiAI  IT^-nnr^iriiMterd  aia^ 
4ehial,  als  deriHerzogldie  VerpflilAbuifrlkberiiimmt  «it-ddi 
Sftt  Mannen  Hiebt)  bloa'  in  DiÄemacrlci  gondörn  a«ch  iai'Wehi 
denlaiid  und 'in  deutscUaiidy^weiin  or-enlibotab^^itk/ n 
4blgen^  iKLcbi^  mhi  seikcii  Festiinge«  wfll  trt*  äem  KOaig^dle^ 
nen,  ^<»ii»itMmdVaia8Ait  thr^iito  Hdifäi'l$dllätt;^  iD^m 
tVatIMlniBS  idtatipfioU  ^s:  dftfid,  'dm  vka' iiSf'UBfxcfg^iiber 

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176 

•Ee  flHt  der  tügemeinen  IEmg«pflidil  nsa«iiBi»diäflgeBd«i 
Lotungen  nnd  über  die  Heerfahrt  selbst  TerlÜgl,  indem 
er  die  Gfiter  des  scUeswiger  Biscbofs  davon  befreit  nnd 
nar  dm  IUI  eines  allgemeiilen  Anfgeb^s  zu.  gwieiner 
Landesvertkei^gimg  ancaiimmty  das  offmbar  jatat  awh 
Ton  ihm  dem  Heittog  ausgeht  (im  J.  lälO,  Mai  13).  Äl- 
tere Verleibongen  ähnlicher  Art  z.  B.  fär  Lygnmldoster 
nnd  wenigstens  allgemeiner  gehalten.  ^ 

Damals  war  der  Streit  zwischen  dem  Königreich  und 
Hcmogthum  in  vidier  Beziehung  aosgekimpft^  ihr  Verhätt- 
niss  war  festgesetzt,  und  nur  einige  Fragen  traten  noch 
ds  zweifelhi^  hervor ,  die  in  der  nächsten  Zeft  auch  ihre 
Erledigung  fanden. 

Dass  das  Herzoglhüm  ein  eigenes  Fürstenthmn  bildete, 
daran  war  kein  Zweifel,  aber  lehnbar  und  mik  bestimmtm 
Pflichten  gegen  den  König.  Es  ist  möglich  dass  die  Erb« 
üchkeit  nicht  ausdrücklich  ausgesprochen  war,  aber  sdt  der 
Schladit  .auf  d^  Loheide  ward  sie  nicht  mehr  ang^odrten: 
da#  Land  ging. seitdem  unbestritten .  von  dem  Vialer  anf 
den  Sohn  über.  Auch  gegen  Erich  L  hat  man  dänisoh^ 
Seits  nur  geltend  machen  wollen,  dass  er  w^fmi  geübter 
Femdschaft  wider  den  König  und  das  Reieh  sekien  Abh 
spruch  verloren,  also  durch  Felome  das  Lehn  verwkkt 
habe.  Und  diesen  Gnmdinitz  erkennen  eb&t  die  spfitmrM 
Herzoge  in  den  angeführten  Urkunden  ausdrücklidi  an.  -^ 
Die  Verleihung  Fehmerns  erfcrfgte  in  der  nächsten  Zeit 
ausdrücklich  für  männliche  und  weiblidie  Erben.  Gerade 
diese  ausgedehnte  Erblidikeit  scbdnt  sich  in  den  dtei^ 
sehen  Fürstenlehw  firüh  sdion  festgesetzt  zu  haben. 

Die  Abhängigkeil  des  Lohns  earschien  jetzt  wesesäteh 


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IT» 

iHr'in  der  L^IttisMgö  d6$  E»MJgH  MÜM:  tStk  mmitlttl-' 
hntB  VerhUttli»  to  K^nigi  Mm'  Linde  nnd  seNnen  Be- 
wohiieni  haHe  gimz  aufgriidrty  seift  der  Kriegidteiwl  nicAi 
mdir  ia.der  eUeft  W^e  toia  Yctt;  gefdrdert^  sMdeni  nur: 
der  Hemog  mit  der  tortimmte»  ÜMllscheft  oder  aitoh  sei^ 
Her  gMaett  Maoiit  als  dienetpfliühtig  betrachtet  wiurd^« 
Aligemme  Getetae  dea  Beidisttigs  komiten  andi  ftt  da» 
Herto^thum  Gältigkeit  hdbeii;  dock  findet  6iDh  mar  hai.we^ 
nigito  dken  bU  zu  dieser  Zeü  (den  .besetzen  Bricli  GUp^, 
pttigs  von  d.  J.  1282  mid  1284)  eine  ßpmr  dais  sie  hi« 
zw  Amrendmig.  knpen,  und;  amch  diese  blieben  niehtohnjs 
Änderongen  b«  der  deutedien  fibersetzong,  der  sie  gleich 
dem  Jutsdien  Loy  unterworfen  wordes. 

Die  Btitwiekehuig  des  öffenüichen  Lebens  ging  in  dem 
H^nt^gthnm  sehen,  «ineä  selbstftndigeil  Gang.  Auf  dem 
Undestking  zu  Ufneköved  ist  <kr  iDtaug  inöhl  inebr  er- 
seUtti^/^NMh  sonst  nur  im  Lude  .vamler  dieV^Nrmtuidn 
sdiafti  fiihirte.  Die  Ladong  eines  piMlidien  Gesandt» 
naeh  -fiddesrnrig  lehnte  Enoh  Qäp^Big  ab,  WeiL  daa  für  ihn 
hmne  sichere  Stätte  sei. 

In  Angski^^eten  des  Etezogthnhis  nnd  sehMT  Be?^ 
wohner  suid>  von  dem  K&iig  kjtifcna  ntoeh  ^inosin»  Urhntt'* 
den  ausgeMellt  {ein  Beiqnel  rfttr  Sidtklosler  iih  J/12A9). 
Er  begittgte  sich  in  den  Yertrikgen  nnt  den  Herzogen:  dep 
gehttchen  Stiftern  ihre ;  alten  Bedbtä  immMialten;  Be^ 
atfttigangien .  Mner  Fräheften  .wenden  irou'  dem  Heraog 
gegeben^  seibit  demi-schleswiger  Ksoboffilr.' seine  Gfilsr 
ndd  Bandm; 

Der  Btashof  sldbsl  war  fireiHch  foilwihrend  demSQnig 
fanmitMbar  untaci^n^  zügteidt'^  Mitglied  der  idlnisch«» 

I.  12 

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g^lMföti  lüfistokmle,  die  «ibh  in  dieier  H^ü  c(o  mielftig' 
eriiob  Mi  nämden  ^Asdbl  •  In:  die  poHlUihe  Mfaokt  tlwilte;! 
Aut&m^1Üidhä»gea  JiaÜtif  ^  SilB  uad^Slii&m«;:  kr  komMr 
M  dw  lMoii4en'belra««€nr  Mitken^j^etf^^  Mieh^g«gm 
das  Bilde  dtglStmJibrtuttittVtgww  ider'Sbdiof  JftcoIi> 
KMiAefr  d(^  ReMiiEi.  Ab^.  8ein>  Ndehftilgetfl  BürMd  wMc 
t«ii  d«im  B»z0gr  m  seiiMHl  RktUeB/igeffMnidt.  ««i^  Der 
R^ener  Bbcbof  statid^  d»  «aoh  deir  ttMibfiMitE  dbn  K&^ 
irigreich  irerbliei^J  fiMt  augse^  aller  Verkmddilg'  sft  uteaf 
Rerkog.  Bmi  rer^spraeli  aüo&uKöiiigi  Bridi  seinte  .Besttz  ih'. 
Ite^elteiideni  zu  sehütoen  weiin  ler  nmgeffMmmiA  bebh« 
fert  .werde  (fmJvlSBS),  o&ne  iodh  damh  JBdkon  alle  iVer^ 
bindung  desselben  jmU  den  HeraHvgthum  aalziiiiebeii. 

Biliisiftieaiier  erwfthnt,  da»i  der 'Kttttif ideia wiife Kron- 
gftttidr  verbebillMi  katte  Milid  dasa  wieilerholte  tttltadra«^ 
dangeii  jlmi  idea  Bertitk  jd^sHbeb  sieierleti.  ZaL^wiAmi 
dw;kO«igIielieii)Bmieni  akuliebenMs  sebtltfleBie  BeüM« 
mnfigen  ki /«die .Vertväge. aa^neBömneii.  •    Dokb  waardkft 

drückungen  an  das  Landesthing  zu  Uriidiöilediverwieae% 
und  gfHfeft  äk»  moht iiaie^  ilia  tf»er  felidiMMtep  Reekts- 
aohiib  faft.den.idttiiiickeft  üfeichetag.  Ada  Snddüt  es  aber 
docb  )defa  Hamg^.^gelanpita  §ei|e  CMLteran'sMi  xu  bri»«- 
geh;  Vecffftiiiiin^nederaSial^ 

die  si0:iü  DÜeuaric  IMMl  ni6|fen  inrifasteitdieti  Weg4ln9 
gebtieh  habeny  >wäkrted.vder  Jdbliigdn  SteviligkBiteii  aber 
a^sh  g8ii»dtgaile:  Ooeiipation/'die  ^riokidtotf  dock  niebft 
jedes  Mal  rückgängig  macken  Hess.  Waldemao-^IV.  iSökn 
md  Vaeklo%er  Bridi<  fn.)  wotfde  dtetat-  flosärMkiMi  als 
Ersatz  fiir  sfaine  Ansprüche  aitf  Langdwul'Aieriaiid  und 

iL  T 

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tf  «B  Kf9Bg«i  danab  in  »mlbt  Hiwl  hätte  (im  1.  iai3)^ 
xaA  später  liat  eiae  ^iiAlche  Abta-etuagf:  nv.  noch  YdiilÜM 
^g^.  stktlfäiHiihfi/  ;  i     > 

'Wenn  der^^  Jiiilig  iti  dcais^Mü  Jabr 
bandagBchmktifQiMl.ümar  fthnlich  wie  datliCkMtUohen. ihre 
PitTiogien  voiirehälfc)  sie  aocb  ein  Ander  Hai  ^  AerBe^ 
lelmuig  Erich' Qb  te  J.  1312)  ^eradeza  von  d^  £[ew)ail[ 
des  Herzogs  ausnimmt^  ;so  giobi  er.  wenig  später  t^  (im 
J.  1SI%  dass:  er  yBe  ZaU.  seiner  Ynsatten  ^ärmänner) 
iai  EWsog^hni  nicht  Termahren,  nur  die  bdialten  sott 
wialche  er  hati  Und  seDial  üeae  adlm  d^ft.  Aatrzogdiä 
aUfadieine  LläMlesbidfo  lasten.  Bs  wan.wiAtigy  W)eH  so 
dmn  Kdnig  tein  Mittel. fenottmen  wani  leitttnjhedentisideii 
Theä  dcfiBeif^Hk^nngan  siohta' lBafi|tfett  ttnd  yon  de« 
aigemriata  Leisti^geil  deä  Iianded  gegen  diu   Benof 

M-:b<£rmli 

'  töffeitffehe  BinKünAß  ihai  der.IöBig  ans  dem  lerKogff 
thnm.  niöht  mofar  gmogoni*  Mä  faUdlteg^ier  aitf,  afe  et 
dem.  Her£ogi4ie  ^fieUer  fikr '  niebt  gekMeleii  Kaiegsdienst 
nberli€6s.  Htetotens;  der  Vorhctett  gewisaelr;Stm{0eUeF 
ftlr  schtQ^hte  Wlftrmig^  der  Hüaei;  der .  gkkic]iaei%;  9»^ 
madit  ward,  hoi^t6  späteii  nock  in  fietnrokt  l^mafteii) 
wnr-^aber  an«  sieh  yori  ^nnger  BedeUtatfg  imdrMcb.  desH 
hiU)  schvroiiefa  gidltend^an  laaoheni  weil  ito  Vtnstfai^ 
in  Dätteinark.sdbst'ia>ider  £eit  der  innem  Sto^altii^äitM^ 
damr  girbl»ten.vVerfalisuhlMlaf.  Haken  .dem  .BentOg  prsig^ 
ten  die  Bischöfe .Mii'BDUesimffnnd.Ripea^  daron  y^mm 
SMÖh  gemeinsm  bei  g^saereii  ^nhdeai  mgm.. .  Auqh^die 
südlia^Br  Al^abM  der  fcbIeswigor..Btrger  st^w  j^tat 

12  • 

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ISO 

iem  Homof  Ktt/^M  lE^Aräird' ifcfiiier.  4U  dm  Vieitrt 
welthe  fridi^r  kdiigiishes  BesttztfiuniJiiriräi  .Biieifst  von 
lABm  SroBgat  w  sidi  hriMiite.  J^  lierio^  iWaijdeiiir 
aus  dänische*  Gefangenschaft  befreit  ifoüe  (im  J:  1888), 
Mj  'w^nn  der  dftniBfdie  HiBtorifcHr  nählig  eifziUt,  morMoch 
ein  Drittel  der'Stadt  dem  K&nlg  tnrbiOialleniWOiden;  Uieil 
noch  Üb  idemäelben'Jakre^hatWBldainalr.  ibwn  BürgeniaHe 
jene  Abgaben  (bygyaid,  arnogydd;  arfk9^a.«.iir.)  Mk»* 
sen  die  sie  früher  dem  König  tauten.     . 

Die  StttAe  ei^entien  sich  des  besonderen  Sehnt^es  fierr''. 
Mg  Wddcnar  IV.  .  Danuds  evfaiekeik  FlensiMrg,  das  scii 
dem  läten  MMThundisKt  in  ^Miger  Lage  An  tiefen' Und 
gesdrittztaiifiiisenuder  Ostsee  emporkam  und  nach  mnem 
tiefheereiid«h  Brände  toe  nicirt  langer  Zeil  (im  J.  1248) 
nen  aufgebaut  war,  «idApenirade  UumStodtreoht^  die  auf 
(ten  'ffihimie  des  Schleswigschen  Bedites  beriditeli;  dem 
erstem  ertheilte  der  Herzog  eine  ausdrüddiche  Btatiti^ung 
(im  J.  1284),  die^  sdn  Vadifolgar  Arich  ^menert»  (iia  J. 
1314);  Aud^  HadeifM^en  bekam  eia. neues  Slatni;(um.d;Ji 
189S).  fiflit  fkMhmngj  das  eboifatti  ihvch  Brand  uraMM 
und*  ^ön  Waldemar  IV.  neii  eibant  wurde;  JM  ein  besofii*- 
deres  Bdiei  4ber  >  die  fiasMfling  van  ToAsohiigeii  und 
VenmAin^n  äiwie  Aber  dia  Verfölgnng  ihm  SdmUt« 
Utageniuei4ass0n  ^J.I291).  Es  m^UfdienJcnum  desVinv 
kskrta^idär  SiinU  «1  sioheni)  nndi  lu  demsdben  .Zweckd 
wierddn  ÜMäsdra  Kaufledten  wiederholte  Sahotzhtiefe  ge^ 
gdieQ.  <Kii  Gunsten  eiaxeiner  witd  auek^üfraiheit  let^ 
liehen  und  mif  das  Sfarandreoht  vendchtet.    * 

Im  Ganzen  aber  erhalten  die  Slädle  eine  geräigoM  Sdb^ 
sländigkdt  als  in  Hblsteiii  nnd  den  andevii  dentadien  Lan- 

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181 

den.  In*  dm  mewten  bestanim  di&  sogenanHen  iKnud»- 
güdea^  gMOflsenfli^hflßliGhe  YeranigutageayDnlNfdeuieBdi» 
Ausbildung;  in  Flensbur^^  erlangte  sie auck ein^n beatimm^ 
ten  Anthinl  an  der  WaU  der  Rtllimftnner«  Boch  ^maohte 
äö  nicbt.dHsi  Clenijßiiide  selbst:  aus.  A»  i&  Spitne  dieacBP 
standen  ndben  dorn  Rattie  die  'Aldentiftiinw  od#r  Äiiiestefli 
^Miiolresy  dM  Bficgarmeistem  der  deatd6hen:S(tiidt0zu  yerr 
gleitdien.  In  Sddefivig  wliren  ihrer  Tier  nnd  hatten  einm 
AntUeS :  an.  den  SiBkünften  ;der  Münze,  ^er  die  Geiiclita-r 
barkeft  hatte  der  Ratb  niidit;  die  Vogisi  wurde :von  den 
meistai  Städten  ificht  erwei-ban.  31\tf  Sk^les^  erh«tt 
^  J.  1336)  die  Bafiignias  dbn  Vagi  ddrch  den  BftOi  zu 
«mrihleä.  «.Andeeiwöef langt  dieset  hödhtfenä ,  eine  ge-^ 
masQ  Aufttcbt  jMmt  itie  JMtigheit  dea  Togt^s:.  die  .Bürger 
kmihfitt  aeilie:  EMschfiid&jilg  einholen  ^.er  eine  Anklage 
des  Vogtes <bill]^;aii€it  dirC  er  ^iatcti  öffenbwrto^  MlAnfiid 
umstossen.  Dagegen  haben  die  StUdte^dibrfi^htsgiifi^luid-*^ 
aiite  «lach  ideneii:  sie  lebton  ^diroh  ^vrehAheil  itilid  >'/Be- 
licbung  der  Biqgerschaft  ireiter  amsgebSslet.  Doidi  rbe^ 
ddrffen  äre  Statute  der  ber»aglidieik'Bestitigiu»g>:  dteiin 
eiazcfawtt  Ftiten  attok^veoiaft  werden  isi  fichiaswiginiid 
FlnsbUFg  haben  auok  cäamd  «bear  leinzehie  Rieehtover^ 
Wtnisse  jeinen .  beaondör^n  Veiftitag  gesehlieesen  (im  J;  12ÄZy 
später  htt  eiök  die  'WiriKsaliikeit  des  RatteS;  besender&  in 
der  Hauptstadt  dito  Xandesy  erwbiteH;  sdleift  die  t^hre 
Begii^ruttgag^alt  blieb  doch  jedeiaeit  auch  hier  in  der 
Haibd  des  fleirzoga«' 

-Die  Hatten  katte«  b^eaondare  Vor^eker  welche  ker- 
aogkieke.  Beamte  war^n  und  aiuiäekst  die  Gerioktsbarkeit 
hatten.    Sie  werden  Richter  (}iifltteisurii))  id)»  aiith  Y^e 

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182 

(advocAti)  oter  mit  allgwieiii^en  Namen  (enetordls)  he^ 
ntniit  Ausserdem  hat  es  abar  audi  firtth  schon  lUAere 
Beamte  gegeben. 

Unter  den  h^vog^cKen  Bnrgen  waren  die  wiebtq^steii 
Hadersleben  LfldieKtöndem  und  die  bei  ScSiIeswiif.  Es 
scheint  dass  dies  früher  schoii  (fe  Mittelpunkte  der  drei 
Syssel  warenans  denen  das  Heivogdmm  bestand,  im^die 
Stelle  des  erstem  trat  eine  Zeidang  T^riring  etwas  östlich 
Yoh  der  Stadt,  me  Gottorp  bei  Schleswig ,  das  die  Hor^ 
2ege  von  dem  scUeswiger  Bischof  dnrdi  Tanseh  erhiellen 
^  J.  1268)  nnd  Widdemar  W/neu'  eiteute.  Ke  Bean^ 
ten  w^che  hier  ihren  Sitz  hatten  erstredelen  auch.jel^ 
Are  Oewall  «her  den  gr&ssten  Theä  der  «alten  .iMsfriüte^ 
und  nnr  einzeliie  Hardeii  warish  nnter  «ndtere  Bni^n  ge^ 
legt.  So  die  Güter  cwischm  Schlei  nhd  Eidier  wdchci 
der  Mechthüto  gehöften  unter  Eefcemförde,  wio'jene  danii 
die  Oeribhtsbarkeit  Hattis.  .       r 

Wichtige  Angelegenheürä  wmrden  besorgt  nnt  dtei 
Rath  engesehtaer  Mftmer  {hncHomm  nostrii  dnc#tns)^'Ae 
den  Herzog  «mgaben  und  aas  dlsneii  ersieh  s«a&  RIthb 
wihlte^  'Sid  war^  gewiss  atsden  Rittern  gcrnnrnm,  » 
denen  dailh  der  scUeswiget*  Bischef  «ugezögen  znwer-* 
den  pflegte.  Von  hevnogfidhen  Hoffieamleii  wird  nur  der 
Truchsess  erwähnt;  unter  WaldemiEHr  IV.  Thnko  Milgalffd, 
der  die  Gefmigenscbaft  des*  Hereogs  theMke.  ^    ^ 

Bnmirt  von  deir  taewidt  der  landeshenSchen'  Vttgtä 
waren  grossentheils  die  geistlichen  Gttt^,  schon  nach  deai 
Jittsehen  Loy  filr  dieBrttohbn  bte  dreilfaiic  idie  Von  den 
UntergehAiigen  erhobcin  wurden;  sptter  'abtranclLfärdie 
bJ^ren  bis  zu  herzig  Mtat,  •         -  h^  :  .-     -^         -  ! 


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181 

.  Die  fiätjNT  (las  AddS)  ,welfti&  iteiMetit  im  L^ 
flandenin  jenlflr.Benehiii|g[  ^ich\  derniib0  wMr.Hlier  Wß^ 
80  isaUreicb  no6k  bo  bcfvojrwgt  iwje:.  düo  hoIs^^iiföQlie  KU? 
tetechaft.  Das  früher  mekr  p^öttlehe;  Verli^Uiibd.  ddr 
Meermaimer  mduä  aber  aach  JUer  einen  erbiieli^H  Gha* 
müekr  an.  Aiich  stareblen  sie  .iroU  da)ni$eb  fursttiches  Gut 
M'bdriMitiieri. .  Bure  SteUnUg  >w«f  eine  fireierei  'sq  laage 
aia  flwiscfiea  dad  Köoigr  uüd  Herzog  wecbsebi  koB«t^a: 
^Myrpn  nrtekkemm  niid  friedlos^a  Maiuieix  ^fter  di$ 
lede.:i>em  wurde  fd»er  darib  die  späMrebYenrftgie  entr« 
ge^eigdtEGlen:  trstsoD  der  .KCnig^  keine.  ¥bmie  des  U^^ 
aogB  amteUmeB  (in  J/.  IBOB};  dami  kdne  wetehe.  YaaaKeia 

mgi  wvde^  Teraicbtet :et  W&Aaa^  duf  daX  Redbt  .wA^ 
An  Am  das  Jtitsdie  JLov  üngertaint  hiittey  Leute  ataob 
tai  dem  Uenoglkmn  unter  deinä  Mautea.taretenizn.laaMQ; 
Wenn  rtt»  däoiscl^en  GesoUeqhter  ioi  Bm^MPnikm^*  s^cb 
eft  iiocb!|;teme  aa  den  jKönig;  jimcüßss^^^;  #0  is|  da(ur 
4»  XMi  ä^  beraogbohen  Ya$liUett  bedeutend  jv^rin^brt 
worden:  dttrdi  deutsobe  Ritter  welobe  ia  rdas  Land:  gezo^ 
gen.  JBind.  .  Solche  dienten  den  Bezogen  während  der 
Kriege  mit  dem  König»  Die  Lobsche  Cbrooik  ^a^gt  {im 
J^  1203):  ^der  fi^zolg  hatte  Ritter:  und  Knechte  alsQ  viel^ 
ans  Habrt^in  Saebsen  :  und  Westfalen'^  mi  dass  sie  nicht 
Usuä^  iutt  tmrjBbergahendeii ' Aufenth^  kamen.^  lehrt  eine 
andere  Stelle  des  Chronisten  (im  J.  .1306):  /die  HersKOgei 
Ifiden  m^  gich  aus^dettta^eiiv  Jbatlden  viele/  Ritteyr,  und 
Kneafatig^)  denen  gatien  m  Gul  mit  sD  milder  Umi  fl^fi^ 
ibnen  %e#n«.jt«|er|iann  dienle'..  Was!  dftmals  befi^nen> 
wjard;;  ist;  qMter.foHfeaetst  wor^*    ^Sben.  das  bedev.r. 


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184 

tmde  Kron^  wdldti»  diefltirsigeniul  eBo^fingen  bol  die 
Mütel  tun  Lehiud»e6itaniiig(9R  tt  dfo  «nwtndcmdfln  Rittor 
aüszudieflenl  Dagg  dahin  l^egonders  der  JiatetcanMbe  Adel 
theilitaliiii,  liegt  in  der  Natur  dbr  Dinge.  Er  war  eiuiftd»! 
attfgefcn^tort  hier  en  ktaqftfeii  nnd  zn  dieMn. .  Sali:  den 
Ansgang  des  dteitfebnten  nnd  am  Anfang '  de4  viffl«elMMen 
Jahrhunderte  ergchelht  imt  ziddreich  in  denlMoHMUnlder 
Herzoge  (im  I.  1313  z.  B,  Alversiorp  Di^e  J>imaroda 
Kletkamp  KmiBiendiek  Pärkentin  Hte  latmerBtoip  Mta^ 
lanter  bekannte  holsteinsobe  Gvschleebtor).  Aber  ätckiriodl 
andere  Wege  haben  sich: ihdi  leiö&et.  Die  DeidbeB  Be*^ 
ätitengen  di^  Meeikhflde  i^wi^dieh  Sdikiundfiideriwen 
«I  die  belgleinsoimi  Gr^^letai  gekoMi{ieKy  nnd  andi  dieae 
haben  ohne  Zweifel  deiv  baU  einzeliie  Qülar  IhtfesRitleni 
verkauft  oder,  UhiiweiM  td^er)a»eiL  8o:gißS6hieht  te  dada 
jetzt  dio  hotelalnsdien  EamiHea  ifaieritt  südlitfieB  Thai 
dea  Herzogthttms  featenf  Ftfsi»  fSmen^  wo  danli  ibUdi^nde 
Zweige  dmselbeii  besonders  seit  'dem:  vieatrotasteki  lahrn 
hundert  erwachsen  isind;'  die  meist  von  den  äewtk.  Bdsüzua^ 
gen- ihre  Naikien  liihrteny  etn  Zweig  der  Baskenthi  yim 
Sekedtedl  (sdhon  hn  J;  128?)  nnd  Sehinkel  (im  J.  1289)^ 
der  Wrif  (im  J.  1387)  Md  ^n  der  Wiseh'  vOn  Knoöp; 
der  Rnmohr  von  AUefetd/  denen  bidd  addere  naohfoIgeA 
sollten.  Dass  dies  i^iif  den  weiteren  «Gaii^  der  BtatwkkaN- 
Inng  des  Herzogthums  elnto  bedeuleKden  EinAusBi  halMi 
musdtid;  ist  nh  sich  klar«  >  1  .-■ . 

Der  Umfang'  des  He^zogthmns  'ist  nach  imsiea  sock 
nicht  ei^weitert  worden.  Disr  Besitz  der.  benaohbip;l&h  Ini^ 
i^ehi  konnte  nicht  b^iHuptet  WeMen;  Lan^and  £el  mil 
Erichs  tod  an  den  Kdnig  zorOdc,  «Idder  Ans^cJ^Üe^ 


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486 

ik^zagg  anC  Hä  ktttdorüelie  Erbe  gab  nur  m  Mdanr 
EntsohädigiBg  Atfass.  Fehm^ni,  das  fmiäb  ^oa  <ler 
flohleswIgMieii  lUste  Hegt/  ist  zunächst  in  gan^s'  andern 
Hinde  gekommen,  wo¥on  nachher  die  Rede  sein  aöL 
AflTöe  war  kt-^dläsar  Zett  an  den  brandenbocger  Wtldea^ 
verpfilndet  und  worde  von  ihm  an  einen  däidscheh  Adli«- 
gan  verlohnt  (im  J.  1315).  Nnr  ton  Alaen  behielt  der 
Btnög  wenigiteas  einen  llidtf,  wbhin  beacmdera  Nor-^ 
htttg  gehftrto^  Hier  aaaa  K&nig  Eridi  in  heneog^aher 
fiefai^felischaft  nnd  hier  ist  qiittr  Waldeolar  IV.  gestorben. 
ViMUtit  cwät  daihtis  aueii  SoüdeiiMarfir  fn  «feineir  Band. 
Diene  bMefai  •  gebarten  Hbrigina  aBe  nnter  dafc  Odenseer 
BarfhiÄ. 

;.  Aach  naeh  den  FrioriUclKiii  <]ebleten  begannen  die  Her»f 
söge  nundedf  ihre  Aiigen  üu  titkMoL  SdMn  WaUe^ 
mar  IV:  hat  B^aialningeii  z«  deta  Luide,  deren  Snlatä«* 
hiing  nnd  Art  niahl  ganz  im-Klaireti  ist:  er  VierMht  den 
bremer  ^vieftten  anidi  fiir  Biderüadl  and  die  Crieaen 
fbbrhiMpl  sdineü  ^hütz  (im.  X  1884);  ftit  diAAnipMohe 
auf  Langdand,  welches  sein  Bmdär  Bridi  besessen  baMe, 
geheiai  ihm  dann  fui8di«ak)ioh  ein  Theilllbtdfrieiiandaein- 
gerttaM  zn  sein;  dock  hat  $em  Nachfolger  Brich II«  (iml. 
1313)  i^n  für  den  Bmpfidig  des  kftnigiidieit  ffittteä  «äf 
beides  T«r2iiSht  ^<hkn.  Die  Y^ehrigüng  bUeb  emel*  spft;* 
jwm  Zelt  ToAehaltoaL  Abte  Oraf  Gerbard  IV;  von  Hbl-^ 
8I0II  hat  andi')liier  BesitsvAgen  zu  Garding  ndd  Tete»^ 
bau  arworbeni  ■         ^ 

Dier  Hernoglß  wdkhe  zu  Sohteswig  öder  Oottorp  ren** 
dhrtdn  waren  MUgUedalr  des  dttdiathen  Hönigsbaaäes;  sie 
seittiebenisichivoU  nodi  ebizrrine  Male/ Herzoge  derBA«^ 


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d«6 

nen  :oder  Ton  Däifemaik,  iegMKaäffwi  Heirzoge  von  iilt4. 
kttd;  das  dimsche  ElemeAl  tib^wog  foit#äIirHid;  die  da** 
mache  ^ache  wur  die  öffentliche  im  SutäkX  und  Verkehr. 
Aber  die.  Stellnng  des  Landes  war  doch  eine  entscUedett 
fdbsUUidige  geworden ,  das  Hechl  :der  Herzoge  das  ge^ 
wohnliche  der  Fürsten  und  Landesberm  iwelcäie  eipen 
grösseren  Reiche  lehnbar  waren;  an  seinem  teititoriden 
Charakter  kum  kein  Zweifel  sein.  Die  atöleB  Sümpfe  xA 
den  Kdmgeh  führten  zu  wachsender  Spannolig  und  Ent4 
fremdibig  zwischen  den  Förpteti  nd  Völkern.  Di^e^en 
ward  die  Veitinduig  mil  den  norddeutschen  :6efaieteA 
und  zitnädist  den  Holslen  eine  immer  lebendigerec  f«t  im 
allen  den  wechselnden  Bündnissen  und  Verträgen  ^er/be^ 
nadibarten  Fürsten  uhd  Städte  hat  HeifEdg  Waldemar  IV. 
iheilgenooMien.  Seine  Regierung  ist  die  Zeit  wo  die  Un^ 
abhängigkeit  des  Herzogthums  gesichert  und  diel  Verbindung 
mit  Deutschland  efaigeleitet  war.  Er  sCasd  bd  den  Zeit^ 
genossen  und  Naclkommeh  in  verdientem  Ansehii.  Da  er 
stirbt  (im  Jv  1312)  nennt  ihn  die  Lübsdie  (Supopk  :den 
^thieueni  guten  Herzog'. 

-  Seinen  Sohne  Erich  H.  ist  die  Nachfolge  nicht  be^ 
Stritten  worden:  er  ward  zu  Wamemünde^feieKHcbbdefant 
lim  J.  1312.^  Juni  30).  Die  abgeschlossenen  Verträgi^  mit 
dem  KiMg  i(iifa  J.  1313,  August  9.  1214,  Mai  31.  1317, 
Februar)  hcfstatigten  theib  die  früheren  festsetzungn^ 
theils  entschieden  sie,  wie  ang^üUrt.  wunde y  «streitige 
Punkte  zu  Gunsten  des  Herzogs.  Besonders  ^  'wichti*^ 
ger  .Grundsatz  ist  hier  au%estellt:  worden:  König  And  Her- 
zog soHten  das  Recht  habeii  dait  sie'  non'  ihreD  VorGohl^n 
hergebracht  hatten;      Dadiit  ist  die  Usherige:  Estwicke*« 


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187 

liing  der  Verhältnisse  im  Herzogthani;  der  Zustand  wie  er 
auf  Gewohnheit  beruhte,  anerkannt;  es  schien  dass  Däne- 
mark einen  Kampf  dawider  aufgeben  werde,  welcher  stets 
nur  zum  Unheil  des  Kömfgs  mä  des  Reiches  ausgegan- 
gen war.    ,  . 

Wenn  die  Zukunft  diesen  Auissic&ten  nicht  entsprach, 
so  war  doch  jedenfaHs  ein  Grund  gewonnen,  auf  dem 
auch  noch  andere  Entwickelungen  möglich  wurden. 

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Drittes   CapiteL 

Der  Weg  zur  Verbindung   Schleswigs 
und  Holsteins. 


Auch  bisher  schon  haben  die  Erei^sse  der  holstein- 
schen  und  schleswigschen  Geschichte  mannigfach  in  ein- 
ander gegriffen:  von  dem  Herzogthum  aus  suchte  i&t 
dänische  Einfluss  auch  über,  die .  Eider  zu  dringen^  und 
umgekehrt  machte  zu  anderen  Zeiten  das  deutsche  Ele- 
ment sich  in  denjenigen  Theiien  des  jetzigen  Schleswig 
geltend  welche  damals  noch  einen  ttberwiegend  däni- 
schen Charakter  hatten.  Das  Herzogthum  war  gestiftet 
um  eine  Vormauer  des  Königreichs  gegen  die  mächtigen 
Nachbarn  im  Süden  zu  sein.  Nachdem  es  aber  eine  kurze 
Zeit  wirklich  dazu  gedient  hatte  diese  nicht  allein  abzu- 
wehren sondern  auch  zu  unterwerfen,  ist  seine  Stel- 
lung und  Bedeutung  bald  eine  wesentlich  andere  ge- 
worden. Die  Holsten  benutzten  ihre  Verbindung  mit  den 
dortigen  Herzogen ,  um  sie  und  ihre  Macht  als  Schutzwehr 
gegen  Dänemark  zu  gebrauchen.  Sie  haben  es  durchge- 
setzt dass  das  Herzogthum  dem  Abelschen  Hause  als  selb- 
ständiger Besitz  ztttheil  wird.  Weder  sollten  die  däni- 
schen Könige  das  Herzogthum  noch  die  Herzoge  das  Kö- 
nigreich erlangen;  sondern  jenes  sollte  in  der  Mitte  zwi- 
schen Dänemark  und  Holstein  unabhängig,  wo  möglich  ik>^ 

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18§ 


UM  i&rhitakMy  (hflehen»  Geiftiif  ei  iliiien  zigMch  taelber 
in  den  HersogUium  festen  fvu»  zu  fasseB;  .90  komlte  ^ 
nen  dat  nur  willkoiMieii  sein;  nnd  die  Herteofe^  welche 
skh  immer  entsehaedener  den  norddenisolien  fünkton  ent 
sdilossen^  eteflien  dem  kein  Bfaiderniss  entgegM;  tie^ben- 
förderleii  eä  eher  dnss  die  Grafen  nnd  ibre  Rittet  JBey- 
sitzungen  im  Lande  erwarben* 

Der  Cregensatz  med  Kampf  der  beiddn  NatidMÜttten^ 
weleher  Msker  <e  ganze  sitaUiishe  HMile  dof  Halbinsti  bert 
hetrsekl  katte^  aog  sich  immer  mehr  eben  anf  die  Gteion 
zen  des  HerzogUiums  znrttck.  Seine:  Exisienz  und  fle*r 
sdiiökte  Mng  imteer  sdfon  «if  dte  engste  damit  Msaidf 
■um;  nin  trat  dies^  nn^  nodi  mekr  in  den  Vördaigiraii& 
Der  gaaze  Norden  Demsdriands  .  nnd  Emn^iie  wM  anfs 
liene  in  die  BeWegnng  kinen^^ezngei;  aber  vieUeichf  ^ 
wiektigsle  BtadiigannR  jedenfdledieirelcke  Ote  dw^nu^ 
stm  Sölgen  giAaMhat^  AUi  inneibalb  äter^SrMjten  des 
sdikswigscken  Laüdes.  flier  kial  das  dentacbe.:  BDemmit 
raten,  bedeutenden  Sieg  davongetrugeti.. 
>  Am  Beginn  des  vieradmten  JabijinaiAen»  kMite  «s 
fireflkfi  emen  AugcnUIiok  zweifiolkiift  erselMfnetti  oM  niokt 
der  Gang'  der  Dinge  dodi  ein  ganz  andere  sein-^erde^ 
Neck  mmnal  kat  .Bfitatemark,  $iaA  .  iif  4iir^Zeit  geiraUiger 
innbrbr  Kämpfe  und:  Erschttterengen^  >  Unter  Kiiiig  Briek 
(MenVed)  den  Versnob  ifemkckt^  >reiilgatetts  Mrien  The^  der 
Entti^n  Mkdrt  endenKAstenderOaliealivieieradngiwinnen; 

INe  Redhte'weUke  die  Ifteiz^  IMinndeiiErfsiBr.Fricki» 
riok  n.  deu  Dänen  eingerätamt'  kattcf  «aiM  ufmtgeesed. 
Das  Original  urar  eobweriick  vorkindeli^  inatih  tfner  spftlert 
läMfUeferoAg  «eflies  divek  die  TockUr  Graf  Adblf  IV^ 


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vlöö 

tltä  QeiitUm  Abek^  aadü  dlBA  Tode  ikvek  CbüeayiiBit  mt^ 
-Üitn  llfkunien  Imieilif^.ward,  wtfhvtckciillieherUbor  !vf«il 
«s  bcj  der  Lömiig  WaUemiir  D.  Mch  der  fiesüBlinmf 
dB8  ¥«nFftg^s  fliirüoligJ9g«ben  werden  olteite«  lAbeit  wn 
batle  Absehriftän  undwUMie  rieh  neue  BeHIMigungen  im 
veüscktfien.  Es  nimmt  weniger  Wunder^  hatte,  aber  aneh 
geringe  Bedeutung,  dass  Papst  Alexandte  IV.  dem  schwfi* 
iehen  Cänriitoph  L,  kurz  nach  seinem  uag^tcUicben  Krieg 
mit;  4en  hokteinscbcn . Grafen,  eine  ^okke  IJfkande  ata»« 
fort^en  liew  (hn  J.  12my  Aber  kaum  begrtiifiMi  er^ 
aoheint  es,  dess  jetst  in  vollem  Frieden  derdenfsobe  Kd« 
nig  AArecht)  der  Habsburger;  den  Inhalt  dcar  Verteihuiig 
Friedrichs  fast  yollstfincfig  bestätigt,,  nur  die  Stadt  Lftbedi 
mit  ihrem  Zubehör  auisgenommen  (im  Jj  180Ü,  Mai  21).  Det 
König  ist  um  seiner  Kraft  und  Tüchtigkeit,  willeit  gerAhmt 
werdem  Das  Lob  isl  auch  anderswo  ni6U.8Mdeoii<A.ver«^ 
dient;  hier  fet  es  als  habe  er  frfih  schon  em  Beispiel  fe»** 
ben  woll^'  ▼<«  jener  uhiheilvöllen  Politik,  des .  habdmtgi- 
sehen  Hauses,  welches,  so  lange  es  die. deiltsehs^  Krone 
Irugy :  IM  alle  Zeit  nur  diin  leigrenen  Vertheil  suchte,  detüRei- 
diee  Heclite  s&er  «fsritig  achtete  mdiiseinefiiewenpreisi^ 
gab.  Die  Dinge  waren  damals  atock  sonst  scUedrt  ange^ 
fhaä  Ein  hobteuischer  fivaf,  OerhardR,  .um  ideasen  Land 
ig  sich  liattdettä^:  J)e9eug«a^^,  wie  ei  freilfeh  4er  WMvheit 
entspradi,  dass  fluh  4te>  (Jr|iünde  ta  Or^ale  vorgdegeki 
habe;  i^  Lübeck^  dessen  der  Kaiser  skh  docM  als  idMt«^ 
sch^r  Bekshsstadt:  erinnert  halte  y  ibegab/sichw^ig  später 
(im  i.  130T,  JuH  4)  in  den  Sehnte  des  dfinischen  Königs. 
Es  verspracib  nicbt  Mes  dras  die  Bürger  der  Stadt  und  die 
Einwohner  des  dänischen  Rdebes  wie  Jhrüder  (tanqfoam 


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imitm.pai^ifiottiiram)  swlnunäi  Me^  tnmUrm  e$ 

verstatid  (sich  Mfir  2a  dem  ZdgeMäMihiia»:  ivenn  dep  Köiii|[ 
vm  rtaWheii'''Reich  erbngp^  köni^  am  die  Stadt  JbnL 
^gbnthüiidieli^angeköre^  so  »illten  die-Ri^flimanfaeii  dersd'*- 
bell  ihs  mßS'BäB  Wete  fördecn:  Was  niän  eni.  Jahrhila^ 
deii  friOwr  zw  Zett  der  H&he  der  Waldeinarsciien  Machi^ 
und  der  eig»en  BedriiigliiM  dock  yor  idlan  sekeate^  Mob 
vom  Reicfi  sui  entfremdan/dazaibol  man;  jetst  freiwillig 
ofai0  dringendei  Notii/  die  Hand«:  . ; 

Merdinfs  waren  damals  im  flordribingisdiea  Lndd  di« 
Veriitfiaiaäe  verwirrt  gjßnng.  Awdi  mliobliain  ^dhilen  aioli 
dem  DineBköttig  ette  neue  Asasicfat  zur  Erweitenuig'sei«^ 
n^  Madit  ond^aenies  BiiiflaBaeS' zu.eröfinen.  '•< 

ei».iMiiiteiwchm6rären  haften  nichl^  fel^  Striett  mit 
ihttti  «achborii,  eben  dei<  Stedt  lMedt,.4m  Jiitinanchm^ 
de»  säoksiadiM  Hentd^  und  anderen^  Filratcn;  sie  'Wärenr 
auch'  «der  tic&;  nieht  inimilr  euuf ;:  cae.  fatiddn  ^mdlkh  im^ 
mer  nMli!  WMelviaQd>  bei  'den  Biltf»tf  pkras  Lamfeft    :  r   .; 

Da  sie  .die^ffittir.  IM  ;BiMhwfdd/  wefe^  sick  fidher 
sidion  dett  QüafiBni:  feiadliGii  geeeigt  hatten  (ini  J.  12&7y 
ntti  nreohdeü  und  Velrwaadteh  4ms.  ima:  Leade  tmbo%^ 
^deii'  diesei  Anfriahme  und  üklersMIIsiulgihei  dem  Heraagi 
ton  tfiftiham-f Lanedbvrgy  m&  eä  kai^ <;2Sit  'einer  fiduta 
wekAe  ^peaoBders-  da8:Lirndan  der  IVave  vehAartete  wki 
4mm  null'  dnrdh  Vieormittelung  !  Lübecks  beig^iegil.  wmrd 
Ifm'h  läflS).  'Es  war  dtes  aben  nur  das Moripiel  ^uictüw 
ateiien  Erelgiitesen;  '  Bald  ifefindet  isieb  dad  günie  noidabt! 
boigisofafe -bandi'ki  iihnihiger  Bewegnn^.      i  ' 

:  DerSitxdaschof  Giadbert  ivon.  Bremen  iverpftndele.  dem 
Giafen  fiekiikb  yQüJMstoiii/  doTc  ritii  früher  aur.Bäile«^ 

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gang  efaMs  Streite  inil  icnZagekMg^n.di^.flUftMi,  dmt' 
Bitmarseben^  mit  seiner  ftrQderstotfhter  TerotfUt:  hUtei  (im 
J;  12»»)^  d«»  KiHeluviel  LaagMbrok  in  Idcr  HiMtitoifer 
Mtosch  (im  X 1304^  Mai26)4  IMes  pb^  wie  e&Af^Iisint;  den 
eniteh/AlalKis^  dass  ü^  Einfi^essßneji  derdlfl>M^  ivieldie 
wie  aUe  Marsdibewohn^.  sick  nngem  :  einer  weltDckeii. 
Gewalt  unferordülMen/.  veiMndiel  mH  den  Kedtagenli  ünf 
der  Südseite  der  Elbe,  die  .Waffen  wider  dm  Erebis<ftof 
ergriffen,  der  dann  seinerseUisi  did  Gciifaii  v<)n  Hototein  sdwk 
die  Hormgie  Ten  Lüneburg  uiid  Sachsen  gegen  sie  jn  das 
Feld  fiüirte.  Bfetför  schkiflsen  sich  jenen  mch  dinDittato-^ 
sehen  an,  tmd  eine  weit«»  Hälfe  erbngten  Mt.an  hol-* 
steinschen  Rittern,  Ton  denen  eben  'daimab  melmrtf  der 
Aiigeiiehenslen  nufli  neue  der  Verinittinag  untefiegen^i^oll- 
ten,  cwei'&mBneMicik,  £wei  Bnbhwald, .iwaii  Ten ^Rt^ 
Yeiidow'tfmdibre  Genosaen«  Die  Bitter  wwren  m  einer 
BUgenösacnsohhft  znsanunmgetreteh  uiIl  Badie  tm  nsk^ 
men;  anok.^er  Hanptwaiftt  der  :Bauerlly.feil^oderPds  ge**. 
iHMint^  war  vielleiehi^ein  ibdsteinscher.  Hitler,  ans  dem 
Hanse  Wedel  ;  Die  Bewi^fung  fand  anssetdem  in  dfeit 
Sttbdien.  UnlarsfiltBttng:  ab  der  Hambui'gteAaih  einen  Wet*^ 
trag.sdilosil  deh  Gra&it  Zninhr  von  ¥ictttaiien  eü  lidbn^ 
airMarten  die  Bilrgar  •  die  Wagen  welche .  dao»  beordert 
wanen  (im  JwlSO^  Dagegen:  zbichneAe  sich  Kranke  duteh 
die  UnfenMiEUlig  nus  weldie  es  seinen  Landesheirn^fe^ 
wfihrte^  unfl  eriiielt  dafiir  üa  fojjgenden  ^Jahr  ^Sit  Verlei* 
hünjg  des  litftscheli  Heehtek.  Alu A  ilieben^e  Brafen  faur 
noch  Sieger:  bei  titeraen  wurdnfc  die  Difanaiisidifatt  .esw 
scUagA,  jener^Haiqitnann.  aber  feftn^n  niidigraiisam 
zu  Tode  gebrächt:  die  Mmrscken  mnssten  voia  Kriege  ab-* 


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im 

st0lieft.  XKe  Rittet;  M$  dem  Lande  Yertrfel^n,  sttchtew 
jelat  lue  Htflfe  Lti>ecks  nacb^  dem  fcesenderis  das  neu  be- 
r^itigte  Träremünde  de^  Grafen  Gerhard  ein  Dom  im  Aage 
war:  eine  bedeutende  Snmme  Geldes  wardaucli  von  jenen 
bei  der  SliNh  niedergelegt  mS  Sd  Jakre^  wakrscheinlicli 
um  sie  zur  Unt^i^Buitg  der  Saehe  g^ene^er  ea  machen.  ' 
Ihrer  VetinMutig  acblosaen  aieh  dann  aufs  n^e  die 
adohnsohen  Heriöge  Attreoht  und  Brich  an  (im  X  1306, 
Novettb.  186)'^  urid  gelbit  der  Bensog  Waldemar  war  dies« 
mri  untm  den  Üegiiern  der  Hcriaten,  wahrend  diese  die 
UnlerstüUiuttg  iet  »ecitenbiirgisctien  Forsten  fanden. 

Die  Pefakle  kommt  en^b  durch  VermitteliTng  des^  d§ni-^ 
dehen  KMigs^  ztfr  fintscheidintg,  in  einer  Yersammhmg 
auf  FeUmern  (im  J.  1307,  Mai).  Mit  den  hobteinschen 
Wttem  in  4er  Weise,  dass  über  Are  Rechte  widFreftei- 
len  sowie  aUer  die»  Dienste  gegen  die  G^affen  das  Herhom- 
mti^n  eniisclieiden  soll ;  •  ScÜldsser  und  Festen  sollen  in 
Mber^  Weise  erbaut  werden  dürfen,  und  wenn  einer 
mehr  thit,  soll  der  Graf  es  nicht  gewaltsam  zerstören 
sondern  die  Tbiteir  nach  dem  Recht  des  Landes  belangen. 
Es  hat  auch  ^nn  nicht  an  neuen  Sti^rmgen  gefeMI,  und 
einige  Jahre  spliter  (im  J.  lälO)  fet  ^  neuer  V<$rtrag 
ttdiliig  geworden,  in  deib  der  Ifönig  zum  Schiedsrichter 
bestimmt  ward  für  aDe  Streitigkeiten  die  auf  item  Redits- 
wege  nicht  erledigt  werden  konnlem  Mit  Lübeck  aber 
ist  der  Friede  auf  die  Bedingung  abgeschlossen,  dass  Tra- 
Tomünde  in  smnem  bisherigen  Zustand  vorläufig  noch  auf 
vier  Jahre  in  den  Händen  des  Grafen  bleiben  >  während 
dieser  i^eit  aber  durch  ein^  Ausbruch  des  deutschen  Kai- 
sers über  seinen  Besitz  entschieden  werden  soll  Sonst 
I.  13 

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ist  elfte  vdHi^e  WiederhersteUunf  des  TOii^n  Stüii*- 
des  der  Dingen  eiae  Rückkehr  der  Vertriebenen  bedun«- 
gen.  Aber  eben  damals  gab  «ich  Lfibedk  in  die  Schutz- 
gewalt des  Königs  Erich.  Die  holsteinschen  Grafen  da-^ 
gegen  erhielten  jeiie  Betdiniwg  zur  gesammt^  Hand  von 
dem  H^zog  Johann  zu  Sachsen  «Lanenbnrg. 

In  den  Verhältnissen  der  Grafen  von  Holstein  und  ihr- 
xer  Gebiete  bereiteten  sich  damals  wichtige  Verfind^tm*- 
gen  vor.  Es  wiaren,  wie  oben  entwidcelt  wurde,.am  Be- 
ginn des  vierzehnten  Jahrhunderts  zwei  Hauptstäaune^  der 
Kieler  uid  Itzehoer,  und  jeder  zunächst  wied^  in  dienso 
viele  Zweige  getheilt:  neben  dnander  regierten  m  den 
er^en  Jahrep  Johannü.  von  Kiel,  Adolf  V.  von  Segeberg^ 
Gerhard  II.  von  Plön,  Heinrich  von  RendAurg..  Per  erste 
ersdieittt  schwach  und  unbedeutend;  Adolf  kiüd^QS  tritt 
ebenfalls  zurück;  von  der  Itzehoer  Linie  ist  Heinrich  früh 
ifm  J.  1304,  August  5)  gestorben;  alle  überwiegt  an  An- 
sehn und  Macht  Gerhard  H.,  bünd  und  darnach  beigMann^ 
aber  trotz  dessen  rüstig  und  voHer  Thitigkeit.  Die  Lüb- 
sehe  Chronik  rühnit  die  grosse  Weisheit  mit  der  er  sei- 
nem Lande  vorstand  so  lange  erlebte^'seine  Winkel,  sagt 
sie,  waren  voll  Gutes;  dabei  war  er  slolzen  Muthes'. 
Er  ist  ^  der  jeuf»  Klipipfe  mit  dem  Adel  und  den  Nadt- 
barn  hauptiHächlich  fäjirte,  der  aber  auch  den  eigenen 
Vettern  und  Neffen  gegenüber  seinen  Vortheil  wohl  zu 
verfolgen  wusste. 

Da  der  erblose  Tod  Graf  Adolf  V.  von  Segeberg  vor- 
ausgesehen werden  konnte  —  er  hatte  nur  eipe  Toch- 
ter— ,  so  erhoben  gegen  den  Bruder  dessdben  die  Vettern 
von  der  Itzehoer  Linie  Ansprüche,  und  eriangten  dass  ih- 


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im 

nen  der  Besiisi  des  jenem  gehörigen  Landes  zwischen  Eibe 
und  BiUe  versprochen  ward  (im  1.  1304^  April  4);  dann 
schritten  Gerhard  und  Heinrich  zn  einer  Auseinandersetzung 
mit  dem  dritten  Bruder  Adolf  von  Schauenburg  (im  J.  1304, 
August  3),  wonach  dieser  ein  Drittel  von  Hamburg  den 
Gorriswerder  und  die  Kirchspiele  Eppendorf  und  Niensted- 
ten  in  der  unmittelbaren  Nähe  dieser  Stadt  empfing  —  was 
der  Anfang  war  zu  der  Bildung  des  hier  belegenen  Schauen- 
burger  Antheils  an  Holstein  — ,  ausserdem  aber  mehrere 
Kirchspiele  in  Wagrien,  Barkau  Sarau  Glasau  Nücheln  u.  s.w., 
die  später  wieder  vertauscht  worden  sind.  Nach  Hein- 
richs Tode  lassen  sich  Gerhard  und  Adolf  von  Schauen- 
burg, mit  Ausschluss  der  Kinder  jenes  ihres  Bruders, 
die  Exspectanz  auf  das  halbe  Segeberger  Erbe  erneuern 
(im  J.  1307)  Novemb.  24];  und  da  der  Graf  gestorben 
(im  J.  130^,  erlangte  Gerhard  ausser  dem  BHledistrict  auch 
die  Herrschaft  Ütersen,  wie  sie  einst  dem  Geschlecht  der 
Barmstede  zugestanden  hatte,  und  selbst  die  Sjremper 
Marsch  mit  dem  Schlosse  Steinburg^  die  dem  Kieler  Gra- 
fen gehörte,  aber  früher  schon  dem  Scbauenburger  Adolf 
nerpfftndel  war.  Dieser  nun  und  ein  Sohn  Graf  Heinrichs 
hielten  sich  durch  den  Bruder  und  (Aeim  beeinträchtigt: 
sie  traten  wider  densdben  zu  einem  Bunde  zusammen  auf 
zehn  Jahre  'wegen  der  Feindschaft  die  sie  gegen  ihn  hat- 
ten um  das  Land  zu  Stormam  und  um  anderes  Land  da 
sie  Recht  an  hatten:  kämen  sie  iii  Besitz  desselben,  so 
woHten  sie  es  theilen  mit  ihrer  Mannen  Rath'  (im  J.  1312, 
Januar  8).  Gleichzeitig  wurden  gegenseitige  Klagen  der 
holsteinschen  Grafen  an  den  König  Erich  von  Dänemark 
zur  Entscheidung  gebracht.     Die  Verhältnisse  waren  ver- 

13» 

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tm 

wickelt  genug:  da  fiihrie  der  Tod  des  bejahrten  drafea 
Gerhard  IL  noch  in  demselben  Jahre  (Oktober  25)  eine 
wesentlicbe  Ändernqg  herbei. 

Qerhard  war  zweimal  vermiiiK,  ztaerftt  (aeitd.  J.  1275), 
mit  Ingebarg  von  Schweden,  det  Tochter  des  Königii 
Waldemar;  während  seine  Schwester  Heibng  sich  dem 
Bruder  und  Gegner  seines  Schwiegervaters  dem  Hagnns 
Ladulas  vennählte  und  durch  ihre  Tochter  Ingeburg  die 
Schwiegermutter  des  Königs  Erich  ll^ved  wurde.  Aber 
auch  Gerhard  selbst  trat  in  nähere  Verwandschaft  zu  deiü 
dänischen  Königshaus,  sds  er  sidi  in  zweiter  Ehe  (im  J. 
1293)  mit  der  Wiitwe  des  Erich  Glipping^  der  Agnes  von 
Brandenburg,  verband  und  so  Stiefvater  jenes  Erich  Men- 
ved  wurde.  Damals  sind  ihm  für  die  Mitgift  Laaland 
und  Falster  verpAndet  Diese  YerbiAdnagen  haben  ihn 
und  sein  Haus  in  nähere  Beziehung  zu  den  Angelegen- 
heiten der  nordischen  Rmchfe  gesetzt. 

Waldemar,  der  älteste  Sota  der  ^sten  Ehe,  war  vor 
dem  Vater  gestorben  (um  d.  J.  1310),  ein  zweiter  Ger- 
hard (nr.)  hatte  sidbk  dem  geistlichen  Stande  gewidmet  und 
war  Domprobst  in  LübedL  Aber  bald  n^  des  altern 
Bruda>s  Tod .  (um  4  J.  1311  oder  1312)  Ifat  er  i«  den 
weltlichen  Stand  zurüde,  und  vemijUUite  si<)h  kiiüz  daraitf 
mit  der  Wittwe  des  eben  verstoirbenen.  Herzogs  Walde- 
mar IV.  Doieh  hat  er  an  den  öffentlichen  Angelegen- 
heiten des  Landes  fast  kdn^  Aivtheijyi  genomm«:  vor 
deiki  Jüngern  Stiefbruder,  dem  Sohne  der  Agnes,  Johtfan 
(Henneke)  trat  er  in  den  Hintergrund  zurück.  Kaum;  her- 
angewachsen, erhielt  Johann  (m.)  von  d^m:  Bruder  die  Ab- 
tretung fast  seines  ganzen  Antheiis  am  bolst^inscbea  Land^ 


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197 

lind  ieinoelner  Besiliunsfen  im  nördliohen  Schleswig  Ar 
7000  Kark;  nr  eim  Thdi  davon  blieb  TOiUii%  ds 
Ffand  für  3000  Ifcrk  noch  in  den  Hftnden  Geitards,  md 
irirde  daui  von  diesem  an  doi  Schweriner  Grafen  über* 
Irag^n.  Das  übrijge  GeM  scheint  dem  Johann  sein  Stief- 
kruder  der  K6iug  Eribh  vorgesehossen  zu  haben,  unter 
dessen  Yiermiltelung:  zu  KoUing  der  Vertrag  abgeschlos- 
sen (im  J.  1314,  Juni  7),  und  zu  dessen  Gunsten  die  Be** 
din^ang  hinamgefügf  ist,  däss  bei  erUose»!  Abgang  Jo* 
lianns  sein  halbes  huoA  aefort  an  Gerhard  zurüdfalleD, 
die  andere  HMle  ater  i^on  ihm,  dem  Erich,  und  anderen 
Erben  des  Bruders  für  7000  Mark  zmniiAkgielauft  werden 
soll.  Dieser  Voiliehalt  ist  ^Ssmr.wBAX  zur  AnsfÜhntaig  ge- 
koAimen;  Gerhard,  .der  «usber  jekieiB'  Pfhiidbiesiz  noch 
l»in  Paar  Güter  erhalteii  hatte,  lebte  ruUg  in  Lttbedk;  er 
hittteriiess  einen  gleichmnnigcta.Soim,  der  an  den  späte» 
reii  Erdgnissi^n  allerdings  einen  gewissen  Antheil  genom«* 
men  hat,  ab^  doch  an  Majcht  und  Ansehn  den  hervor* 
ragenden  GUiedem  des  schauenburgisdien  Bbuses  in  kei* 
ner  Weise  verglieken  worden  kann. 

£s  ist  neben  Johann  von  der  Plöner  linie  hauptsioh* 
lich  Gerhard  ^.),  das  Haupt  der  Rendsburger,  welcher 
hitf  in  Betradit  kommt,  der  Mann  welcher  durch  seine 
Thatkraft  und  die  g^ücUiohen  Erfolge  einer  langen  vielbe- 
wegten Herrschaft  seinem  Hause  und  seinem  Lande  eine, 
heue  Bedeutung  auch  tlber  die  Zeit  seines  eigenen  Lebens 
hinaus  ge^geben  hat. 

Dcar  Geschichte  Gerhards,  namentlich  ihrer  Anfänge,  hat 
die^Sage  sich  frühzeitig  bemächtigt;  wie  denn  die  holstein* 
sehe  Chronik  eines  GöistUchen,  der  man.  lange  vorzugsweise 


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198 

g^lblgt  islj  über  dft  Jahrhundert  später  aus  dem  Munde 
des  Volks  ihre  eigeBthüinlidien  aber  iv«nig  verbürgt^ 
Nachrichten  über  die  Ereignisse  diesw  Jahre  gesdidpft  hat 
Um  den  Helden  des  Landes  nur  in  um  so  hellerein  liohte 
giänzen  zu  lassen,  er2ählte  mui  me  seine  Auffinge  ärm^ 
lieh  und  elend  gewesen  seien:  er  halle  kein  ScUoss  und 
kein  Eigen  als  einige  Jagdhunde  gehakt  und  zu  Rends- 
burg auf  dnem  Kornspeich^  gelebt ,  und  erA  von  Hart-* 
wich  Reventlow  Pferde :  und  Waffen  erhalten,  mit  daien 
er  sich  dann  wider  sebie  Stammesvetlem  eiiie  Bmrsehaft 
erkämpfte,  der  e^t  bald  solches  Anaeh»  und  sokdie  Maeht 
verschaüte  dass  mmi  ihn  den  Grossen  nannte.  ' 

Gerhard  war  ein  Sohn  des  (im  J».  130^  rerstörbenen 
Grafen  Heinrich,  bei  de^  Vaters  Tode  ihinderjährig.  Sein 
jüngerer  Bruder  Giselbert  trat  in  den  geistlichen  Stand  und 
wurde  später  Bischof  zu  Hdberstadt,  und  wenn  derselbe 
auch  nicht  gleich  auf  jede  Theilnahme  an  der  Herrschaft 
y^zichtete,  so  ist  es  doch  zu  keiner  weiteren  Theilung 
in  dieser  Linie  gekommen«  Hinter  den  meisten  der  an^ 
dern  Vettern  stand  Gerhard  also  ni<^t  eben  an  Macht 
zurück;  nur  der  Oheim  Gerhard  der  Blinde  war  auch 
äim  überlegen.  Es  war  eben  der  jiinge  heranwietchsende 
Graf,  welcher  sich  gegen  diesen  mit  dem  andern  Vater- 
bruder Adolf  von  Schauenburg  zur  Geltendmachung  seiner 
.Anq)rüd»e  vereinigte  (im  J.  1812). 

I>a  jetzt  aber  der  ältere  Gerhard  gestorlmi,  ward  mit 
dem  Schauenburger  ein  Abkommen  geschlossen,  wonach 
dieser,  gegen  Verzicht  auf  and^e  Atasprüdie  und  Bef»tzun- 
gen,  eine  Vermehrung  seines  Antheils  an  der  Alster  ^e- 
gen  Westen  bin  erhalten  sollte^  Wedel  RelUngfen  u.  s.  w. 


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199 

(im  J.  1314,  April  14).  Doch  hat  Johann,  der  Erbe  des 
blinden  Gwhhrd,  auch  jelzt  nicht  beigestimmt,  und  bald 
traten  andere  Verhältnisse  in  den  Vordergrund. 

Noch  immer  lebten  yon  der  Kieler  Linie  der  sehwache 
(kaf  Johann  ü.,  dessen  Söhne  aus  der  Ehe  mit  Margar 
rethe  von  Dänemark,  der  Tochter  König  Christoph  L, 
Christoph  und  Adolf  war^.  Der  letzte  pflegle  sich  su 
Se^eberg,  der  Residenz  seines  gleiciaiamigeiQ  früher  ver* 
storbenen  Oheims  aufkuhalten,  Christoph  aber,  der  ältere, 
IdMe  bei  dem  Vater  in  Kiel:  ohne  zur  Tfaeüung  n^ 
den  Söhnen  zu  schreiten,  sdieint  dieser  ihnen  doch  eine 
Miturirkung  bei  den  Geschäften  übertragen  zu  haben. 
Beide  fanden  aber  ein  frühes  unglückliciies  Eüde;  Chrl* 
stoph  aus  einem  Fenster  des  Kider  Sddosses  in  den  Burg-^ 
graben  geworfra,  war  auf  der  Stelle  todt  (um  d.  J.  1313); 
ob  der  Zufall  oder  eine  verbrecherische  Hand  die  lliat 
ToBbracht,  stand  schon  bald  darauf  nicht  mehr  zu  ermit- 
teln. Adolf  aber  gerieth  mit  der  Ritt^sehaft  in  Streit, 
von  der  er  Lehngut  zurückforderte  das  sie  ihm  entzogen 
hatte.  Die  spätere  Sage  will,  dass  er  sie  auch  auf  an* 
dere  Weise  verletzt,  einem  Ritter  Split  Drescher  in  das 
Haus  geschickt  um  sich  Hafer  und  Heu  zu  holen,  dem 
Hartwich  Reventlow  gar  die  Tochter  oder  Frau  geschändet 
und  so  die  blutige  That  veranlasst  habe  die  ihn  traf.  Al- 
lein den  älteren  Zeugnissen  ist  solches  fremd ;  sie  schildern 
ihn  als  einen  wackeren  Fürsten,  der  unverdient  einem 
schweren  Schicksal  unterlag.  Eher  hab^  politische  Ver* 
hälUiisse  darauf  Einfluss  gehabt.  Während  Johann  und 
Gerhard  damals  dem  Dänenkönig  verbündet  waren  in  sei- 
nem Kriege  wider  den  Markgrafen  von  Brandenbui^,  stand 


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W9 

die  iQeler  Linie  aaf  Seiten,  des  letaleren.  Das  gal  den 
.ehrgeizigen  Vettern  GelegenlDeil,  sich  einteai  nä  den  un«- 
zufriedenen  RiUern  zu  verbinden.  Während  diesem,  voran 
Hartwich  Revendow,  den  Adolf  auf  seiner  B«rg  zb  Sege- 
berg Nachts  im  Bette  erschhigeB  (fan  J.  3315,  ^gos^, 
ist  Gri^  Johann  zu  Brainhorst  überfiileB  ntid  gefangen 
genommen:  in  seinem  eigenen  Schhiss  zu  Kid  wa^  hier«- 
auf  der  schwache,  dsreh  einea  ungUtektieheR  Zu&itt  isdioli 
früher  des  einen  Auges  beraubte^  Mann  bewlibhl,  :.bis  er 
noch  etmnal  entkam  und  in  Lübeck  ei6e  Ziiflüoht  fand. 
Dies  fiesehoek  des  einen  Hatapts^mihes  der  scbfmenliurger 
finden  kat  seines  Eindrucks  auf  die  Gemüther  der  Zeitge^ 
nossen  und  NacUEommen  nicht  verMUt:  Dacäa  kni^fäh 
sich  Überlieferungen  y^<£iedener  Art,  deiien  die  Ge^- 
sehickte  jedoch  em  Recht  absprechen  nuiss.  WoU  aber 
erkennt  sie,  dass  Gerhard  an.  dem  Fall!  der  Vettern  wer 
sentUehen  Antbeil  hätte,  und  weiln  dii&  spätere  Aitflbssiwg 
des  Ereignisses  dies  nur.  tds  Sühne  für  eine  Schuld  betracbr 
tete  welche  einst  in  der  Jugend  an  ihm  verübt  war,  so 
mochte  das  damals  dem  gefeierten  Helden  zur  Ehre  gesngS 
werden,  hat  aber  keiiie  Beglaubigung.  Dass  Gerhard  um  den 
Iford  selber  wusste,  ist  freilich  unerwiesen;  der  König 
Erich  hat  ihn  geradezu  von  dem  Verdacht  losgeviprochen 
und  sich  und  d^n  mecklenburger  Heinrich  die  Entscheb- 
dung  über  die  Thäter  vorbehalten.  Auch  theille  et  den 
Krieig  gegen  die  Grafen  und  den  Vbrtfaeil  den  d^selbe 
brachte  mit  Johann  von  Plön. 

Johann  H.,  kindedos  wie  er  nm  witr,  bat  seinen  An- 
tbeil fast  ganz  den  bei4en  Vettern  überlassen^  welche  ihm 
nur  das-  Schloss  und  die  Stadt  zu  Kiel  und  eine  Einnahme 


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201 

TM  600  Mark  ans  der  dazu  gehörigen  HerriK^htift—  wabr« 
£M)heinlioh  dafür  wurde  ih»  GrömilK  in  Wagrien  gegeten -*• 
«nd.  einige  andrere  liid)6dent^e  Reckte  auf  Lebeüaseit 
gewährten  (im  1.  1315)  und  dawi'  mt  Tkeihing  der  tieueo 
ISroberlmg  sehHilen  (iih  J.  1316^  Februar  7)^  Sie  geaehidi 
4n  der  Weise,  daas  Segoba^g  mH  dem  bi^geiideft  Laäd 
und  das  (Jehiet  weatltch!  biB  an  die  frtibeiien  (ketkzen  den 
Sänddbul^er  Antheil»  an  Geehttrd  kamen;  die  IMstricte 
aber  imi  Eiel  Preeta  und  Meuntünüer  äti  Orüf  Johann,  mk 
dessen  frühel'eB  wägrisdiiBli  ßeaitoittifeii  m  einen  xu8«db* 
^aeohän^endeii  JAniilrkk  bildeten,  ra  d^n  nach  des  äl- 
4erlBn  Johann  Tode  "^im  auch  die  Sladt  Viel  kommen 
sollte,  bk  deih  Friededr  zwidehen  Küi^ig  Erich  yw  Dine- 
mark  und  Markgnaf  Waldemar  yoA  SraHdenburgi  der  auick 
dittie  VerUüiidet^ä  betraf,  wmrdeli  diese  FesttetKuagw  be-r 
stüiigt  aind  weiter  awfgefilhrt  (im  J.  1317,  Novemb.  36). 
Graf  Johänh  ill.,  der  in  die  Cfefangeiischaft  des  Jfarkgra- 
fen  geMen  war,  erhielt  dabei  seine  Freiheit  wieder. 

Vaveriangien  Johann  und  Gerhard  alMn  zu  regieren", 
sagt  4fie  alle  nordelWsöhe  GhrdoSk.  b  der  That  gal) 
es  nur  noeh  ein  BfitgMed  des  Bauses  das  ihnea  die  Herr*« 
sehaft  strekig  machen  konnte,  der  jüngere  Adolf  von 
Schauenbuig,  welcher  sdnem  Vater  eben  (im  J.  1315)  ge-^ 
foigt'war  und  Jetzt  taf  das  Kieler  Erbe  aaoh  seiner  Seits 
Ansprücbe  erhob:  Noch  einmal  mufisie  nüit  den  Waffai 
entschieden  werden.  Aidölf  fand  Ubtersttttzuiig  bei  Gmf 
Günzd  (VI.)  Ton  Witteaburg,  der  ^in  Schwiegersehn  des 
erachiagenien  Segeberger  Adolfe  gewesen  sein  soll  Andh 
die  Ditraailschen,  weiche  freilich  erst  UHläagM;  «nter  Ver^ 
mittelung  des  diaisohbn  Königs  einen  Streu  mit  Gerbard 


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202 

friedlich  beigelegt  hatten,  aber  immer  mdt  imgern  den 
Feinden  ihr^  NacUl)arn  sich  anschlössen,  auch  noch  eine 
Fehde  wider  die  Reventlows,  vertrante  Anhänger  desGra* 
fen,  hatten,  traten  der  Verbindung  bei.  Da  sie  aber  ge- 
trennt angriffen,  wurden  sie  von  Gerhard  leicht  fiberwäl- 
Hgt;  ßttnzel  ward  bei  Hamburg  gefangen  und  nach  Sege* 
berg  geführt,  Adolf  bei  Bramstedt  geschlagen  theflte  das- 
selbe Schicksal;  nur  die  Ditmarschen  trugen  Vortheile  da*» 
Yon:  siegreich  sollen  sie  bis  Kiel  gezogen  sein  um  der 
Stadt  des  Grafen  Johann  zu  hdfen.  Doch  fanden  sie  da 
die  Sache  erledigt,  und  sind  nach  Yerheening  des  Laii^ 
des  namentlich  um  Segeberg  lind  Bornhöved  in  ihre  Uei^ 
malh  zurückgekehrt,  nicht  ohne  einen  Verlust  den  ihnen 
Graf  J(Aann  zugefügt  hatte  (im  J.  1317).  ^Dem  jung^ 
Grafen  Geerd,  sagt  die  Lübsche  Glürohik,  wuchs  da  sein 
Gut,  und  es  wuchs  ihm  auch  sein  Math  von  dem  Streäe*. 
Ein  Rachezug  gegen  Ditmarschen  wurde  bald  darauf 
unternommen,  an  dem  mecklenburger  und  andere  nord- 
deutsche Fürsten  und  Grafen  Anthäi  hatten  (im  J.  1319). 
So  glücklich  aber  der  Anfang  schien,  so  wenig  entsprach 
dem  der  letzte  Erfolg.  Die  Ditmarschen  in  der  Kirche  au 
Oldenwörden  eingeschlossen  und  von  Feuer  bedrängt,  sol- 
len einen  verzweifelten  Ausfall  gemacht  haben.  Da  diKs 
Heer  dann  zurückkehren  wollte,  fand  6s  die  engen  Wege 
der  Marschen  besetzt,  und  viele  Edle  erlitten  hier  den  Tod 
durch  die  Hand  der  Bauern.  Hatte  Gerhard  vidBeicht  ge- 
hofit  auch  hier  eine  Eroberung  machen  zu  können,  so 
war  das  allerdings  völlig  verdtelt:  an  eine  Unterwerfung 
der  tapfern  Marschbewohner  war  nicht  zu  denken.  Ob- 
schon  Gerhard  jetzt  selbst  den  Frieden  wünschte,  zog  sich 


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203 

der  AbscUuss  doch  noch  eine  Zeittang  hinaus,  und  es 
schien  selbst  ab  wenn  die  Fehde  ach  weiter  aud>reiten 
wollte.  Da  die  Ditmarschen  Hülfe  beim  Herzog  Erich  zu 
Sddeswig  eriudten,  verbttndete  sich  Gerhard  mit  dem  dor- 
tigen Bischof  Johann  (im  J.  1322).  Wegen  des  Strand* 
und  Seeraubs  den  jene  übten  waren  sie  auch  anderen 
Nachbarn,  besonders  den  Hamburgern,  verhaSst  genug. 
Doch  hatten  sie  diesen  wiederholt  schon  friedliche  Ver^ 
sprechungen  gemacht,  und  worden  am  Ende  auch  zu  einem 
un^ssenden  Vertrag  mit  den  Holsten  bewogen(im  J.  1323, 
Jid]  21).  Da  Tersprachen  sie  nicht  Mos  die  Kaufleute  auf 
der  IQbe  Eider  Treene  und  Sorge  ungekrankt,  auch  die 
Schlösser  Huierau  und  die  Tlelenburg,  die  an  ihrer  Grenze 
lagen,  unangefochten  zu  lassen,  sondern  sie  verpflichte-« 
ten  sich  auch  den  Grafen  nicht  zu  bdoriegen,  keine  Feind*- 
Seligkeiten  von  ihrem  Lande  aus  wider  ihn  zuzulassen,  und 
selbst  dem  Erzbischof  nicht  gegen  ihn  zu  dienen.  Über 
Raub  und  Diebstahl  soll  stets  in  sechs  Wochen  gerichtet, 
der  Sehaden  aber  von  den  Schuldige,  den  Verwandten 
oder  den  Kirotepiel  ersetzt  werden.  Alle  Zwietracht  wird 
fibr  die  Zukunft  abgethan,  nur  die  Rache  zweier  ditmar«- 
schischer  Geschlechter  wider  das  der  Reventlow  bleibt 
vorbehalten,  doch  soll  sie  nicht  mit  Raub  Gefängniss  und 
Brand  gestOmt  werden.  Diesem  Frieden  der  Landschaft 
gaben  mehrere  Kirchspiele  ihre  besondere  Bestätigung. 

Um  (fieselbe  Zeit  ward  der  Bremer  Kirche  das  Recht 
eingeräumt  in  der  Haseldorfar  Marsch  eine  Feste  zu  bauen; 
an  ihrer  Grenze  lagen  auf  gräflichem  Gebiet  die  kuriz  vorher 
errichteten  ScU5sser  Hatzburg  und  Steinburg.  Ein  eigener 
Friede  ward  mit  der  Stadt  Stade  geschlossen  (im  J.  1324). 

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204 

Mit  dem  SchanaAwger  kam  Graf  Johann  jetst  eben^ 
büß  xa  friedlichem  ^komnieiL  Er  bestätigte  demselbea 
den  Berits  von  Wedel,  wozu  eben  die  Hstebiir^  gehörte, 
und  theilte  mit  ihm  die  Herrsehaft  Ütersan,  eai|ifing  dagegw 
eitrige  meiner  Kirc\i$p\el6  zt  Pfand  und  dai?  Yersf  rechen 
da$s'  er  ihm  ;nit  20  Mannen  dienen  wolle*  (in  d.  J.  132|0 — 
1322).  Auch  ^(wisohen  Gerhard  und  Adolf  h^t  wefucdleo^ 
die  frühere  Feindschaft  ein  Ende  genommen.  . 
*,  So  sind  die  Lande  und  die  beiden  [Grafen,  wekihisjetEt 
don  jbdi  weitem  grösaeren  Thiail  derselbau;  unter  ädi  hni«' 
XßUy  noch  eiimal  durch  l^rfiafte  Kämpfe  fbichlieh  hindurch 
g^angen.  ßas  An^ehn  der  beiden  Vetti^rn  War  lor12wllib* 
rend  jm  Steige  begriffen*  Johann,  der  anittgs  in-  Plön, 
dann,  w  Kiel  zu  Wohnen  pflegte,  jerschefait  mhigßr  aU 
Gerhard,  nit^ht  weiu^fer  efargeimg,  aber  mindbr  thattkräftig 
Üa  dieser;  ;,er  ist  bjei^t  mehr  dilrch  Unterbamlfong  und 
{iial  als  duvcb  Gewalt  und  Krieg  aein Gebiet  zu.erwettem. 
Er  war  reich  und  wiBste  das  Geld  zu  braucht;  maii  hat 
ihn  de»  MHdea  d.  h.  den  Freigebigen  gonainnt^  wie  eine 
alle  Überlieferung  will,  weil  er  zu  versckweiMeri^h  mit 
seinem  Gute  umging;  doch  scheint  er  smeis  Yoiilieils  nie 
vergessen  211  haben.  Gerhard  ist  kühner,  aber  aucb  ge- 
waltsamer, in  s^en  Plänen  weiter,  gehend,  in  der  Aus* 
ftibrung  durchgreifend,  rücksichtslos^  lange  auch  glüoUicb. 
Bis  dahin  sind  die  beiden  Grafen  regelmfissig  vecbnnden 
gewesen;  beide  hatten  sie  sidh  dem  Dänenkönig  Erich  an- 
gieschloasen,  dem  Sti^bruder  Johanns,  der  noch  immer 
seihen  Einfitiss  au<^  auf  die  deutsdum  G^enden  erstreckte. 

Wie  sich  friher  Lübeck  in  Erichs  Schutz  begab  und 
nadi  Ablauf  der  badungeneü  zehn  Jahre  das  Verhilltniss 


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eos 

aaf  imdere  Tiar  Jahre  emmevte,  M  hatten  später  die  Dil^ 
marscben  sich  demseUren  verbündet  (im  J.  1314).  In  den 
Streitigkeiten  zwischen  den  holsteinschen  Grafen  war  der 
König  tet  jederzeit  Venhitteler.  Als  Gerhard  und  Johann 
mit  anderen  norddeutschen  Fürsten  einen  Bund  eingingen, 
bestimmten  sie,  dass  ihr  Herr  der  König  von  Dänemark 
ein  ^Oberherr'  sein  solle  ihnen  beizustehen  (im  J.  1314, 
Januar  9),  und  dem  entsprechend  verpflichtete  stA  Ger-*- 
hard  dem  König  mit  aller  Macht  zu  helfen,  wofür  er  sei- 
ner Seits  das  Versprechen  erhielt^  dass  jener  ihn  schützen 
woMe  wie  der  Herr  seinen  Diener'  (im  J.  1315);  der  Krieg 
gegen  den  brande&burger  Waldemar  gab  nur  Anlass  einen 
neuen  Buudesvertrag  zu  schUessen  (im  J.  1316,  Angusl). 
Doch  brachte  den  Grafen  die  geleistete  Hälfe  auch  die 
Verpiftndung  der  wichtigen  Insel  FiAnen  zunächst  a«f  drei 
Jaiure  m  Wege  (im  J.  1317);  wie  deiln  auch  anderes  Gut 
und  Land  von  dem  König  hatte  zu  Pfand  gesetzt  werden 
müssen,  um  die  Mittel  zur  Ausführung  seiner  doch  nur 
wenig  erspriesslichen  Unternehmungen  zu  gewtamen.  Denn 
in  Wahrheit  bedeutete  es  nicht  viel,  dass  diese  Grafen 
und  der  Herzog  von  Lauenbürg  und  andere  FttarstensoIche< 
Hülfsverträge  mit  dem  König  schlössen,  od^  dass  säbst> 
Lübeck  und  d^oiso  später  Rostock  sich  ki  semen  Schulz 
begaben.  Die  letzte  Kraft  des  Reiches  wurde  aufgewandt^ 
um  das  äussere  Ansehn  zu  behaupten ;  den  Gewinn  trugen 
am  Ende  doch  aüdere  davon. 

Gerade  in  dfesen  Jahren  hat  der  Herzog  Erich  B:,  der 
zu  Schlesmg  residirte,  seine  Stellung  im  Herzogfhum  nur 
befestigt.  Wenn  es  auch  an  wiederholten  Streitigkeiten 
mit  dem  König,  namentlich  wegen  der  Ritter  die  der  Kö- 

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200 

mg  in  seinen  Schutö  nahm^  nicht  fehlte  ^  so  hat  dieser 
doch  im  Ganzen  nachgegeben.  Erich  war  aber  der  Schwa-^ 
ger  Gerhards^  mit  seiner  Schwester  Adelheid  vermählt. 
Eben  jetzt  ist  die  Verbindung  zwischen  den  beiden  Fami- 
lien erneuert,  und  bald  ward  die  Aufmerksamkeit  des  Gra- 
fen besonders  nach  dieser  Seite  gezog^i. 

Gerhard  hat  vor  anderen  seines  Gesdilechtes  Rends- 
burg hart  an  der  Grenze  des  Herzogthums  geliebt  und 
begünstigt.  Die  Stadt,  deren  Befestigung  sein  Vater  ver- 
stärkte, verdankt  ihm  mehrere  kirchliche  Stiftungen  (in  d. 
J.  1328  und  1330),  die  erneuerte  Verleihung  des  Lttbschen 
Rechtes  hei  Erweiterung  des  Stadtgebietes  (im  J.  133^ 
und  andere  Vortheile;  er  pflegte  sdion  damals  von  dieser 
Stadt  benannt  zu  werden,  die  zugleich  eine  Schutzwehr 
Holsteins  und  ein  Schlüssel  zu  dem  südlichen  Thefle  Schles-^ 
wigs  ist,  wo  Gerhard  auch  selbst  schon  einzelne  Besitzun- 
gen hatte. 

•Dem  kühnen  Grafen  war  der  Weg  nach  Süden  und 
Westen  verschlossen;  weder  Ditmarschen  konnte  er  un- 
terwerfen noch  konnte  er  hoffen  Lübeck  oder  eins  der 
benachbarten  deutschen  Fürstenthümer  zu  gewinnen.  Zu 
Fehden  und  einzelnen  glücklichen  Unternehmungen,  wie 
sie  einen  andern  Fürsten  der  Zeit  befriedigen  mochten, 
war  hier  Gelegenheit,  und  Gerhard  ist  ihnen  keineswegs 
fremd  geblieben;  aber  sein  hochstrebender  Sinn  hatte 
daran  kein  Genüge.  Da  bot  sich  ihm  und  dem  Vetter  Jo- 
hann im  Norden  eine  Stätte  dar  für  eine  umfossende  und 
gewinnbringende  Thätigkeit  wie  sie  von  ihnen  nur  irgend 
gewünscht  werden  mochte. 

Mit  dem  Tode  des  Königs  Erich  Menved   (im  J.  1319, 

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2OT 

Novenb.  13)  hat  der  Aofschwmig  ein  Bade  den  noch  ein- 
mal das  däniadie  Reich  genommen  hatte.  Die  Gdirechen 
unieft  denen  es  sclum  seit  langer  Zeit  gelitten  wwen  zb- 
letzt  mdur  verdeckt  als  gehoben:  die  Macht  übermüthiger 
Grosser  war  nur  gestiegen  ^  das  Recht  des  Königs  gemin- 
dert,  die  Hülfsmittel  erschuft:  eine  aHgemeine  Misstim- 
mung  und  Unzufriedenheit,  wie  Ae  jfthem  Fall  voranzn- 
tien  pflegt  y  herrschte  im  Staate.  Von  den  Kindem  des 
war  keins  gross  geworden,  der  nächste  Erbe 
Christoph,  Erichs  Bruder,  eine  abenflheneiüche  unruhige 
Natur,  so  lange  jener  leMe  fast  stets  in  Zwietracht  mit 
ihm:  noch  auf  seinem  Todtbette,  heis^  eSy  mnahnte  Erich 
die  Grossen  das  Schicksal  des  Landes  nicht  den  Händen 
des  leichtsinnigen  gewaltsamen  Mannes  anzuvertrauen. 

Es  haben  damals  einige  ihr  Äugenmerk  auf  den  H^- 
zog  Erich  gerichtet,  besonders  die  deutschen  Lehnsträger 
und  die  Jüteii,  einzelne,  wie  es  heisst,  auch  deshalb  d»r 
mit  das  Königreich  und  Herzogthum  in  einer  Hand  ver- 
einigt und  dadurch  mancher  Anlass  zu  gefiihrliefaem  Kampf 
beseitigt  werde.  Den  hobteinschen  Grafen  aber  war  daran  ^ 
nie  gelegen;  auch  jetzt  erUärte  sich  Graf  Johann  entr 
schieden  dawider  und  war  für  den  Stiefbruder  Christoph 
thätig,  der  um  die  Krone  zu  erlangen  den  Grossen  des 
Reiches  in  der  ersten  förmlichen  Wahlhandfeste  die  he- 
dmtendsten  Zugeständnisse  machte  (im  J.  1320,  Januar  8) 
und  dem  Bruder  als  Belohnung  seiner  Dienste  den  Besitz 
von  Fehmem  versprach.  Dort  gelobte  er  dass  Deutsche 
kerne  Schlösser  oder  Lehen  empfangen  oder  in  des  Königs. 
Rath  sem  sollten,  hier  stellte  er  einem  deutschen  Fttrsten 
ein  wichtiges  Besitzthum  in  Aussicht. 


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308 

Eis  ist  dies  der  Anfai;  gefresen  zu  der  WiedeFverdni^ng 
der  bksd  mit  den  benacUiarten  deutschen  Landen.  Nahe 
an  der  wngrisehen  Küt^rte  gelegen,  von  der  sie  nur  dn#ch 
einen  sofamaleli  Sund  getrennt  wird,  kann  sie  seinrerii^h 
in  «iterer  Zeit  zum  Dänenreich  gehdrt  haben.  .  Dirische 
BevMkerung  hat  sie  wenigstens  nie  gehabt,  theilwfeise 
wendische;  Adam  ron  Bremen  liennt  sie  (Fembre)  unter 
den  slavischen  Inseln  ^  und  in  Waldemarü.  Erdbach  wer- 
den ausdröeldich  die  Dörfer  der  81av€flni  unterschieden. 
DtBU  kamen  deutsdie  Coloniisten^  auf  weiche  die  m^en 
Ortsnamen  weisen,  Ober  deren  Einwanderung  aber  nicht 
mehr  bekannt  ist  als  über  die  Zeit  der  Verbindung  mit 
dem  dänisdieh  Reich.  Diesem  gehörte  sie  in  den-  sptftem 
Zeiten  WaldemarO.  an:  yielleidht  ist  eben  sie  ftUiifdi  wie 
Rttgen  von  den  frtibem  Eroberungen  in  den  Binden  der 
Dänen  geblieben.  Mah  rechnete  sie  zum  Odenseer  Bisthum, 
unter  dem  sie  eine  eigene  Propstei  ausmaohte.  Eänaial 
hat  dann  der  scUeswiger  Herzog  Ansprüche  eiiioben  wie 
auf  Alsen  und  Arröe,  wabrscheinlieh  weil  er  sie  zum  be- 
simderen  Erbe  des  Knud  Lftward  oder  der  Waldemare 
rechnete;  denn  mit  dem  Gebiet  des  Herzoglhums  stand  sie 
sonst  in  keinerlei  Zusammenhang.  Aber  Fekmam  wieir 
nicht  Hausgut  wie  jene  Inseln,  sondern  wurde  zum  Krbii«* 
gut  (konungslef)  gerechnet,  und  die  Könige  haben  des- 
halb einen  Besitz  behauptet,  der  ihnen  oft  gentg  zu  Ver- 
pföndungen  an  einheimische  Grosse  oder  fremde  Fürsten 
diente.  Hier  waren  der  Ami«  von  Mecklenburg  —  men 
sieht  nicht  den  Anla^s,  denn  sie  war  eine  sädisiscbe  Für- 
stin —  gewisse  Einkünfte  für  den  Fall  des  Wltthutns  ah* 
gewiesen  (im  J.  1317);  das  Schlöss  Glambeck,  unter  wei- 


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(arm  .die.  Insel  .Jlapd)  :wBr.  irbi  Brich  srineia  frt|liem 
Tinchsess  Nids  Olafson  zu  PfaQd  gegeben  (im  X  1318). 
Jelsl  aber'  weid  der  Bnmrb  der  Insel  deäi  MaHiinsrhen 
.€}rsfeii,  dMie»  Land:  sie  fast  berührte,:  ein  wolAdefCBsr 
4Hid  femss  sekr  erwünschter  Betitz^in  Aussicht  giestdlk 
.  Ab«*  da  es  siur  AnsfÜhHnig  kennen  soittS;  2eg  Civi«- 
jtofii^  wie  es  scheint,  das  Versprechen  surüek,  wldifend 
evff  ier  insel  eine  bedentende  Parthei  für  den  Orafen  wet, 
dem  man  sidi  näher  verhrnden  fühlen  mochte  als  4em 
dteischen  Kttnig.  Bs  fthrte  das«n  Feind^eiigkeil«;  Chri*- 
stoph  erschien  auf:Feknetn  vnd  Hess  viele  ^ignte  Leole' 
den  Afaid  mit  dem. Tode  bttssen:  die  Landsdiaft  mnsste 
dieVersichernngirassteHettdaSsäeihm  Wie.  seinen  Vorgte«- 
gera  :iinltrtfaan  sein  woHe  (im  J.  1320,  fieöemk:  6).  Johann 
'visrslAnte  «ch  dann  »il  «dem  Kdnig  mid  erhielt  tmk  ihm 
in  ieieiüther  Slfersasttn^illig  den  BitteRSChbig;  ob  auch  den 
Beste  Fdimeras^  istinidit  ieiUlieh..  Aber  «ronigstens den 
Ansprach  Uess  er  nicht  wiejAer  fidkre»,  and  die  Gelege»- 
htü  soile  ^sidi  ihm  bald  nip*  noch  günstiger  zeigen... 

.fierhatd  war  inzwischen  in  den  Lanenbnrgis^Aen  Erb^^ 
streit  wrwichelt:  auf  Antrieb  seinmr  Schwester  EMsabeth^ 
iBe  dem  ;sohwachen  Asnog  Johann  Termttlt  war,  trat 
fleihard  dem  Bruder  desselben  Erich  enlgeg«!,  der  wie* 
der  dem  dänischen  König  Christoph  if^erbündet  waf^  wüfe* 
rend  Gerimrd  sicdi  mit  den  Schweriner  CSrafen  vereinigte 
(im.  l:-  IMiy  Et  nAtfaigte  semen  Gegner  die  lauenbuiiger 
Sache  dmn  SehiedsBpnioh  des  mecklenburger  Fürsten  jni 
nntenrerflNi,  der  günstig  hiutete.  Als  «her  der  fieraög 
Johann  gostoiben,  kewog  er  den  Sohn  desselben  Abreoh^ 
meinen  Neff^;    ihm    seine   gaiize   fierrsdiaft    mit    dem 

I.  14 

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<21Ö 

Hattplort  Höhl' für  ifiOO»  Mark  «1  vbrpttauiea  lim  l.  139S, 
Gelobet  Ä). 

mOA  sa  fßAcüiekww  Gifikmd  dem  Lfibecter  Bün^ef 
fegmnber;  mit.  dem  er.  tlbienr  manche  GewattHrilti^il  in 
Streh  lag«  Er  muaste  mh  m  feieriidier  AUüle  und  be^ 
^ieitt^ltdier  ^tsehMgong  y^stehen  (imX  IBM,  April  27 
undAnguslO).  DdTtir  eqpin^  er  vdn  ünn  eme  Briehn^ng, 
.die  sieh  nur  auf  eine  Yogtei  ti)er  die  bischQüchen  Be*- 
fliltttngen  in  Holstein  oder  wat  blosse  2ehntai  beziefam 
-kann^  laid  yerspradi  dafiär  Treue  und  SiM6  vü^  leistos 
'wie  es  seine  Vorgänger  gethan  hüten. 

Es  waren  aber  wichtigere  Vet^hitttnisde  /die  <teii  firafoi 
bdd  nach  der  entgegttgesetzten  Seite  riefen. 

Der  scUeawigär  Heriflog  Erksh  H.,  dem .  eine  zweite 
«diwester  (krhards  AdeÜMid  Viaraühk  wiar,  iat  in  kräftig 
gen  Jahreö  gestorb»  (im^  J.  1326^  MinE  12).  Es  gehtel 
JEU  den  ^enthümKäien  ScUolisalen  dee  Abebdien  Hanaea, 
4asa  die  Söhne  so  oft  iiiindet|fthrig  zrnn  Serzogthnm  be^ 
rufen  werden:  Waldemar  ID«^  Waldemar  IV.,  und  jeM 
Mfs  neve  Erichs  Sohn  Waldemar  (V.).  Jedesmai  befaaaptet 
der  dänische  König  dass  Ann  weniptens  <fie  Vwnnind«^ 
schaff  Ober  den  jungen  Karsten  zustehen  mfisse:  so  denlit 
er  Toriäufigen  Besitz  von  dem  Lande m nehmenund sucht 
den  möglichsten  Vortheil  aus  der  Lage  der  Düige  zu  zie^ 
hen.  Jenes  Recht  ist  dann  auch  inbiatens  anerkannt  wor^^ 
den;  doch  sind  immer  zugleidi  die  holsteins/ehen  Grafen 
fiür  den  jungen  Fürsten  eing^eten  ^nd  haben,  sein  Erb- 
recht zu  schützte  gia^russt.  Auch  diesmd  war  Gerhard 
am  Platze.  Vor  Mcht  hngen  Jahren  hatte  er  nnlühristöph 
einen  Dienstv^lrag  auf  immer  geschtossea  (im  J. 


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21t 

j«tot  da  Christoph  das  ImH  bemiifte  und  bemM  Umiofp 
beli^erle  (er  war  im  J.  läSft^  JaH  21  in  Sddeswig);  er^ 
schieii  er  mn  den  Neffen  au  schfttaen  und  da^i  Land  in 
aeinei  Obhut  zu  .nehmen. 

Es  isl  das  der  Wendepunkt  in  ClniiAophs  Geschichte 
gewondMi;  hier^  kann  nuin  sagen,  yertor  er  aeiii  Reich. 
Kioht  mü  Unr echt. Iiat  die  holsleinBohe  ÜbarUelsrbaf  aadi 
dieses  Breigniss  faeffrarg^ohen:  wie  ein  Wunder  bdlradii<^ 
M  sie  es  "das  dam  Bide  der  heiligtfi  Jahgfräti  <T#h 
kaehee  verdankt  Ward  welches  der  fihwf  am  Halse  gtfra^ 
gen.  Gewiss  hM  sa^die  grösslan'  Folgen  gehabt^  da^  hier 
Christeph  mit  den  Dftnea  geschlagen  wurde,  dass  Walde** 
mar  sich  behaaptele  und  Gerhard  die  Vormundschaft  und 
die  legierung  des  HersogthiaMi  jgewanBb:  . 

kl  diesem  Kampf  ist  der  BdHand  Johanns  mfl  UW 
Msigen  gewoniioh  üttr  4000  Jiaifc,  für  wekhe  WaUeanr 
ihm  Sdcemarde  und  den  Dftmoh  WnUd  wki  dies  Land 
awisdien  ScUei  und  Eider  i  so  weit  es  nicht  in  Gerhamb 
Binden  war,  yerpföndete,  mü  dem  Recht  dort  eine  Fest« 
an  bauen,  iond  wenn  die  Güter  nidit  in  zwei  Jahren  ein^ 
gelost  wvorden,  darüber  wetter  zu  verfügen  (nn  J.  132S, 
Aprii  14),  Bofingungen  welche  Gerimrd  gUsieh  damrfs  be«^ 
stitigte  und  durch  das  Versprechen  erweito'le,  wenn  jeiie 
Beätzungen  etwa  dem  Grafen  nicht  überantwortet  werden 
könnten,  ihm  dafür  Segdb€»*g  zugebea  Aui^  Graf  Hein«* 
rieh  von  Schwerin  wurde  h^beigezogen,  und  missenienl 
eine  Verbindung  eingegangen  mit  zwd  der  mächtigstMl 
dänisohen  Grossen,  dem  Drosten  Laurenz  Jonssoa  und  dam 
MartfdiaH  Ludwig  Albreehtsttm  (von  Bberstein),  zugemein- 
Kaa^  gegen  den  Kdnig;   wofür  sie  die  ScUdsser 

14* 

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ti2 

BKdMdeMii  imd:Tkttnei^  a*f'iM%elnd^  iil  Aäe^en^BtaUt 
Waldeipar  gtkomnen  seiii  iMSs^i  eAdfen  aoll»^  ib  Snt-^ 
Bchädigliiig  für  Veittste  die  sie  laden  köimleB  und  ab 
Pfand  für  150  Mark  die  iknen  hisr  yeraproclbBn  wimdea 
(im  J.  1326,  Mai  3). 

:GliriäUvh  und  sein. Sohn  Erich  dagogen  TerbaAen^rieh 
ildftdeiDL  itqieiiliwrger  Herzog  Erich,  GeAards  aRfenÜfiegiier, 
lufcd ^gaben  ihm  viel  Gut';  sie  fewanBen  gegen  Jyedäirtendti 
Zngealäadnisde  auch.  den^BeislAnd  Heinbicha  .von/MecUeAf« 
barg  uodi  der  Herren  YOb  W^ile  (ife  J.  1326^  Hai  3):  att 
mochtjeil  ak  denket  dma  droheiide»  Stürminiiah  arir 
dafcMehea  A  ktanan...  ,^din(ira£  Jolainn  hatte  dab.Sdibaa 
kttiTrittbn  ab  fidMila'  gbyetfi  die  EiniMe.  Janfenbul-giadiev 
Vasallen  gebaut^  i]ad.da:jeMr  Tertaagidea  Königs  geaciloa** 
Mii  wtede,  wär^n  fleAatf  imd  Jdhaqn. beneäa  auf  füh- 
MD  eiacdüeneil;  die:  B^dan  sdbM!  aber  iuban  den  jnngall 
Brich,  den  dar  Väter  v^iheT  hatte  kMfioen  lasaenwidijelit 
alnr Veitheidigiuig das lleichs ausaaUekte)  gefiiügtengaadm« 
aden.  Da  urar  die  Siehe  eiischieden:  Ghrislf^  floh  nnl 
seinen  SchKtzsn  über  das  MeiBr  nach  iBoalDCk  (im  J«  1336^ 
MSte  lUhi)  und  li^s  die  Kroike  in  Stich.  Audi  seine  Vär- 
büddäten  kannten  sme  letzte  Fesle  Wonfai^prg»  nidit 
sdiitien.  Da  sie  von  den»  Versnch  abliesaen,  kaifte 
fierhardidte  BaaitB  der  Burg  von  einem  sttdisisdiea  Rit^ 
ter,  dem  sie  ziir  Vartheidigung  lefdUan  war,  fm  4000 
Mark.  Dafür  te^fftndete  er  iUh  Segdierg ;  aber,  es  währte 
kurz,  da  ward  bei  nttchükhar  Weile  dies  ScUisas  erstiegen 
und  die  Baaatzwig  welche  jener  hingel^  hatte  ansgelrie-* 
ben.  Einen  gi^Mtsamen  W«g  gfaig  Gerhard  vorwärts. 
Die  ddniscben  Grossen  wäUten  an  die  SteHe desflieh'* 


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218 

ügm  Ckrialfipli  oneh  imiim  Et^taig.  Es  konnte  jetot  kein 
anderer  seit  üg  d^r:  junge  Watdemar,  der  and  kOniglioben; 
GesoUeciile  stammte  «rii  dessen  Vater  bereits- eine  mfteh-* 
%^  Parthfii  zum  H^rrseher  auserseben  hätte.  Er  piadite 
der  Anslfikralie  des  Landes  nenelZiige^ilnihisse;  flir  irUdie 
Qerterd;  aidi  verMtoigte,  und  so  en^fng  er  die  Ifemchaft 
(int  J.)1336^.  Jimi  7).  Aber  mi  Kind  wie  er  war/bedurAe 
er  ilwb.hier  des  Stellvertreters^  und  Chrhard,'  der  sehon 
firtlher  ata  Admbrisferator  t  des  dteischen  leidies  avfMtl 
(Mai  11),  i¥iflrde  in  dieser  SteMnUg;  oder  ivie  es  hiess  ds 
yimvväA  desReicbesIMnemai*'  (ngniOaciae  Mor^  vor-* 
mvtod  des:  rikcis  to  Denemaffeen)  miericannt.:  So  gestdtete 
sieb  .4e  l4ige  :der  JMnf^  günstiger  äto  jeaitiss  frtther!  eben 
ded  R#idh  weMwa  M  oll  ded  Holslen  GeAAr  getaraeht 
hatte>  JvfV:  ntan;  «ft|er  der  Leitang  äwbs  kfäfligslett  und. 
UkMuaMm  IfanaeS.  Aim  iUn  ^M*l^:aabk:£e8  niohl  ge«*. 
itfigen:  filr  diu  2nhnall  bsadite  üas^kbii|i|nlei^e#fthr^  und* 
Gerhard  war  der  Mann  um  sich  auch  diese  z«  Tärarhaffen. 
Tos  dem  König  Wädemak"  ward  die  Versichehing 
ansgesMt^  dass  ^das  Herzogtbnm  Sü4er}<ltland  dem  Relohe- 
uttd  :dttt  Vnnh  Dänemark  nicht  veröimgt  noch  verbunden 
verde;,  ,so>  dass.ma  Bmr  ttber:  beide  $^.-  Das  Yerspre-« 
diett:itit  in  Zeitea  lind  unter  Unfsfänden  gegeben  worden, 
dass  man  hegteifi^n  qiag^  wedn.  in  deib  Streif  Aber  cBe  Be* 
denltn^g  dieser:  Urioinde  {der  Sogenannten  cönstitiitie  Wal** 
demafiana):ddnifehfflr  Seits.  ihre  Qettnng  angefochten  wor*« 
den  ist  Aksr  desit  man  ihre  Eeirfheit  bestMtten,  zeugt  von 
gerinjir^  Xenntniss  der  hisiörischeii  Verhältnisse.  Nidils 
entsprach  der  f^tik  deti  sehanenbidrger  Hauses  mehr  ais 
eine  solche  BesÜrnnrnng:  sie  ist  eben  die  An^kennungdes-- 


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814 

sen  wonach  das  Geschlecht  geiteuem  Jahrhundert  fetrich- 
tet  hat)  nnd  Gerhard  war  gewiss  nicht  genuwit  iHe  gebo^ 
tene  Gelegenheit  ongenutat  zu  lasaen.  Die  Bdstfanmung 
wurde  I  wie  es  in  der  späteren  Sestitigung  rasdrttckiich 
heissl,  in  die  Handfeste  des  Königs  aa%eipMimeii,  und 
dem  eiKisprickt  durdutus  die  Perm  in  wefeher  sie  votfiegt. 
Wenn  gleichwohl  in  dem  bekannt  gemachten  Text  der 
BhndGßste  diese  Wichtigen  Worte  fehlen,  so  ist  jehon 
von  anderen  darauf  anfinerksam  genttcht  worden,  daes 
eine  verschiedene  Ausfertigung  derselben  fttr  die  eiizeU 
nett  Provinzen  niohls  ungewöhnliches  war  und  dass  der 
gedrudite  Text  zunächst  nadi  Lund  und  Schonen  weis^ 
während  die  bUker  unbdtannte  Redaetionftr'Jlithnd'oder 
das  Herzogthum  diese  Stelle  entiialten  nusste  welche  sich 
auf  sie  beziaht.  Eben  diese  konnte  später  den  Sohaiueh-* 
bürgern  zu  Gebote  stehen,'  als  iem  ersten  Oidenbargev 
vor  der  Besteigung  des  dänischen  Thrones  die  Bestätigung 
abverlangt  wurde. 

An  formeller  Reditd^esUMigkeit  hat  es  dieser  Yer- 
briefung  nicht  gefehlt;  die  Wahlhandfeste  wurde  von  dem 
König  auf  dem  Reichstag  festgesetzt  imd  nach  dessen  Wil-* 
len  yericttndet.  Die  Grossen  welche  hier  erschienen,  waren 
eben  Gerhardis  VerbÜindete.  Dass  sich  aber  Chruitophs 
Haus  daranhätte  gebunden  halten  sollen,  ist  nicht  zu  dm<« 
ken.  •  Darum  blieb  die  unmittelbare  Wichtigkeit  des  Acten- 
Stückes  eine  beschränkte,  und  erst  der  spätem  Zeit  wu* 
es  vorbehalten  dasselbe  zu  neuer  Wirksamkeit  hervorzu- 
ziehen. Pttr  jetzt  Begt  ihre  Bedeutung  vomemfich  darin, 
dass  sie  Zeugniss  giebt  wie  weit  die  Bnlwickelüng  .der 
Dkige  gekommen  war :  dass  man  wemg^steiis  daran  denken 


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21S 

konme^  eiae  WiedervtarBiiiginig'  das  Henogthums  und  dea 
KMgmehB  in  einer  Hand  grandgeaiMich  »  hindern. 
Dass  duail  dw  Lehnaverkillnisa  sdbat  udrt  angefodkktt 
wvrde^  veiBtebt  sich  Von.  aelhat;  nnr  di^  ffinsielriingy.dift 
GonsdidatiiHi  des  LekttasoKfe  veffatttet  wiarden.: 

Eine  aolclie  BeMmimmg  iäänte  ddm  (Srafen^  Aet  awh 
daiui  mcktwfi^hig  ersdmnen/  wenn  ibi  tfMber  schom 
der  Beaite  dils  HenogtbdBu^  in  AusnAi  stand.  S«s  war 
das  ein  bedentender  Schritt  nodi  über  |enea  hiaans;  <d)er 
wem  w.  damals  felangy  sdbst  din  Gariiard  war  sohwer- 
UekiogMch  des  Erfolgs  Inif  hmge  sieher.  Düs  Beiftimmnng 
der  iiandfc^te  ist  die  .Vollendung  nndAüCTJieigtttig  dessen 
was  sii^h.  voAereitdt^  hMe  vad  fatfd  bei  den;  ZoitgMosi^n 
sieheiiioh  gerhigea  Bodeaken.  Die  VlMrtragvng  das  Her- 
logMäims  auf  d«8  :>8ehatteid>iirgear  Haus  dag^^  wir  ein 
Ad  d>ensO'  l^edeutend  wfe  neuy  kaum  irgrad  vorfaeroitl^ 
weit  ImiattSgrelfeBd  in  die  UtoBOÜ.. 

Auf  dem  Reichstag  ,(fai  generali;  pdilamfenti^  zu  Ifybarg 
abertrigt  der  junge  Kfinig^  mil  Zusänunung  der  Bfaeböfo 
desRaichSy  der  Reiehsbeliiolsa  und  der  übrigen  Rftüie^  dem 
fierhard  und  seinen  Erben  das  ganze  Heraogthum  JüHand^ 
mt.ilien  aeiae»  Grenzen;  fiti^otm^  Insebi  p. s.  w. ^  allen 
Ifegalito)  dem  domiimim  utile  und  diroötum^  und  belehnt 
ihn  damit  wie  niit  mem  EAluieidi^f  er  lUierlfisst  ihm  alle 
Vasallen  innerhalb  der  sdrieswiger  Diöceae,  also  in  dem 
grösscfm  Tleil  des  Landes  ^  und  behält  sich  nur  das  Recht 
der  Oberhenüchkeit  (superioris  d(nninii)  und  der  Beldmiii^ 
vor  (im  J.  1926^  August  IS).  In  einer  'besonderen  Ur*- 
kunde  haben  die  Bischüffe^  der  Truciisess  Laurenz  und  der 
MarscMl  Lmlwig,  Knud   Porsse  und  Jon^  Offdnsson,   in 

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einer  and€9n<  aodi  83  iiiid]^*e  ütter  Utoau  Are  ^msüm^ 
umng  gBg«beit  (AAfiist  16).  .-^:  !So'iiried  jeUsI  das.  Ber^i 
aEogfiram,  wdÜcB  dmneiae.  TiHhAtier  Döafndrks  biUeti 
sollte,  leiitora  deuMohen  Ffitvtett  yerMeKea;  cBei  YefeifflgVKg 
mit  dem  hamdimrlen  Holste&i  wMi  vorbereilel^  weaig-» 
(rteas  der  Weg  jeu  dör  ireüeteii^EMlwkiiehiig  v«rgei^ch- 
M(.  Mocftte  tdtoer  Bcisitx.  anA.  nicht  soSon  hAäWfm 
werden,  em  Ziel  ;#ar  atasgesteokt  dm  die  Halfltte  hhM 
wieder  awi  dam  Auge  veHored.-  ;  •  > 

Der  Bisdiof  von  Solüeswig  wuiMk  ^eu  Hefczog  auch 
jeM  nicbt  uidierwdrCrii:  er^erhieil  etfek  |etsk  eine!  kämjg;^ 
lidie  BQj|MUi||Brig«Blnbr  Besitzung^  lin^  16)i 

Dm  Gi^ilel  und  dei!  Stiidti«ri>  dorKdüig  äieiifdlä  ein« 
Bastltigüng  «nd  Erweiteriüig.ihrerFräheilenlD^c^mb;  1^ 

Um  dioBelbe  Ze^  iHvde  dem  (käfian^Miaikn.dBriiftiiec 
^ön  üigesfreble  Besitz  yon  .Fehmdmr:gewiei!i  Br  Jidl 
auf  derselben  Nybörger.  Yerkakimltang:  der  Invel  enm  Verw 
braeiing  äx^t  Bfecht^  ataigafin^^  ddren  BeMrtiorung.der 
KäBlgWaUmfun  Mei99ftg  GMaitl  GMf  Adolf  von  Sekfiftieii^ 
bürg  /und  andeire  ilbernalnmi  (Aiq^at  15),  ujid  Veldie 
naraenfliah  dba.  Verktitnisa  dar  fiameinde  ira  ibiient^nötteit 
Landef^berm  .  niber  baalimml^«  Diesar  ^  Ten^caok  keine 
heuen  SißU&£fger'im  Laikda  aü.  bmien;  von  den  Bntächeiv 
duagea  dinr  Lamtesgeificlila  ndlle  ketne  AppeUaliäi  stakte 
finden;  Mioh  die  Btöchen  an  ^^Landeskerhiwürdra  ger 
hiindert  2wfilf  Gesehworne  bildc4än  das  Landgcariobt^ 
uiOmr  dem  fiir  die  tiamlxim  Dörfibr::  BkucMgesobirorns 
(burswaren)  standen.  Jene  hatten  audi  admiidstiFative  Ber* 
fogttiBse,  z.  B«  Bath  tu  gäbeil  über  das  Värbal  der  Korn-* 
ausfuhr.    Die  ganze   ürk»iide:isf  eüf  2öugnids  voH.dtit 


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«IT 

Sel&ständigkett  der  IwHgen  QemtmÜBf  die  fich  auch  kr 
mner  tterea  .eigi^nllittitficslieÄ  ton  joigMebeaea  MfUineni 
iifeiioiiiiiiemft  RwfaUaufzeifiliaiili^  ikuadf^bt  liad.  dte^eick 
iB  dem  foigmdM.  Zeäett  m  aUen  »eren  y«riiiaiii»Mi 
eriudton  hkt. 

QnS  Johttui:  bdkam  hmierdem  die  iolelii  LadAnd  wiit 
Fabter  z«  Lote,  imd  das  wiclitige  Rftneir  war  ftih  ver«> 
]^dei  Andere  TheBe  dni  dini8clie&  Rekl»  wurden  den 
verb&ideleB  Cfrosaen  des  Landes  gegtfiea;  Liaiifdaad  wi4 
daan  andi  Arräe  dem  Drohen  Laurenz  Jvnssön«  D^ 
tMcl^  war'  in  da-  Tliat  lotf  d^  Wege  völliger  Aiddsang; 
der  König  bedeutete  wenig:  die  hoIsl^ischenHeiirmi  scM** 
letta  in  Lüida  Alier  Handel  und  Vericdnr  kün  in  die 
Binde  der  deutelten  Slftdte,  weleke  nun,  statt  dtaisolie 
SüMzhtAmt  ztt  SB€tai  öd^  M  didden^  eifrig  bedittlit 
aoren  sidi  auf  Kolften  d^s  Landes  m  1>miclieni  uM 

Ltiieck  hatle  schöii  Vor  meteeren  Jiduren  den  lang  er-^ 
akrebten  Besüz  von.  Trareninnde  dureh  den  GrafenMo- 
hann  erhaltM  und  die  Feste  zeriMrt  (im  J.  1880^;  |b  ^ew 
ser  Zeit  süokte  es,  zugleidi  ndt  Ifamburg,  'durch  Xanik 
friedensbfiiidiiisde  mit  deii  hobteiRSctien  Grafen  und  anderä 
beuehbartmi  Firsten  den  Verkebr  zu  sichera;  in  Din^*^ 
mark  orhiek  es  Jieue  firivilegi^;  wie  sie  ähnlich  auch 
den,  benachbarten  Städten  Greifswald  Wismar  Roiltock  Strtik 
smd  und  iandereh  eräieilt  Inlnienl  IKe  leiste  Stadt  nahm 
Graf  GeriKBurd,: der  sibh.,aiuäi  luimVorsfei^  des  rttgischeri 
Ffttst^ndnlms  hatte  erheanen  lassen/  hoA  Jbesönders ' in 
seinim  »DhiitE  (im  X  1386^  Oetob.  5),  #ä]|reild  Clirisloph 
diesige  tand  Afigen  dum  j^uen  Veriniiiidetdn  dcyn  ifeirli 

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218 

v#n  Mecklenburg  i^id  Werte  veifliMet  batte  (138ft,  An- 
fiisl  6).  Bin  Friede  ordaete  Uer  dann  die  Verhitalisse  in 
solidier  Weise,  A%sb  die  dilnischen  Ansprfidie  so  giU  ww 
9uui:.aitfgegeben  wden  (im  J.  1888)  nad  eine  selMttnT 
dige  Entwiciielttng  der  Städte  unter  dem  Schitii  der  be^ 
Mehbarlen  Fttrslen  möglich  Mwd.  Eben  diese  Iw^di- 
schen  Siftdte,  wie  sie  hiessen,  die  aber  dcMicb  an  Bar 
Yiöfterimg  und  YerfasssBg  waren ,  sind  die  däckste»  Ve^-* 
btedeten  Lttt^cks  gewesen  und  haben  mit  ihm  di^  HdioH 
mh^  mi  des«.  Ostsee  getfaeilt.  Was  durch  dto  Sfaira  Wsdt^ 
demar  IL  verbreitet  war,  ist  jelzl  ein  JahAuiidaris^tei! 
ztm;  AbecUttss  gekommen. 

DMs  sidi  aber  gegen  diesen  G^g  der  Daij^e  ai  iHm 
nem^k  bald  ein  Widerstand  regen  werde,  liiass  achler^ 
warten.  Fremde.  Herrschaft  hat  man  dort  niemals  leiärt; 
Erträgen.  Auch  der  Übergang  des  Herzogthums  auf  die 
alten  Feinde  des  Reichs  wurde  sicherlich  ungern  geis^CK 
Leider  iHt  die  Kenntniss  der  Geschidbite  auch  hier  nngeintt- 
gend.  Es  heisisit  dass  die  Dänen  mit  grosser  Macht  rcir 
GoUorp  zogen. zu  einer  Zeit  da  Gerhaird^auss^  Landes 
wlar  (im  J.  1328?  im  Herbst);  abar  .Genf  Johann  habe 
tapfer  mit  den  Holsten  widerstandeii  und  (hs  ScUoss  ent* 
setat  ilxL  anderer  Zeit  erhoben  sich  die  seetäindiseheii 
Bauern  widisr  eine  aufgelegte  Sehatzung;  m  wurden «ber 
unterdrückt. 

Noch  waren  Gerhard  und  Johann  einig,  und  so  lange 
hatten  sie  entschieden  das  Übergewicht  im  Lande.  Dodi 
mochti^  dieser  sich  in  mancher  Beziehung  von  dem  Votier 
überragt  halten;  der  geflüchlete  Christoph  war  sein  Sti^rii«^ 
der  und  bot  ohne  Zwdf ei  günstige  Aussichten.^  Schon  in  der 

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219 

UMe  des  eben  geiaimteii  Jähret  kat  Joluna  mit  ihiii  wie- 
der in  TeAMvi?  gestendeD  (er  besMIigl  JoK  39  die  ve» 
Chrürtoph  den  Kostodieni  gegebenen  Privilegien).  Yer^ 
Wendungen  des  fernen  Kaisers  Ludwig  aus  dem  baMschen 
A«se  für  den  vertriebenen  Christoph  hatten  ftfüSteh  we« 
Big  geholfen;  aber  im  Berbst  kam^  es  zu  einer  Zusammen-' 
hunft  in  Lfibeek^  welche  eine  widiHge  Änderung  der  'Yer- 
htOtmsBe  zur  Folge  hatte,  ^  Graf  Miann  erhiett  nw  hier 
£e  Bdehnnng  mit  Fehmem  ansdrttkddich  fitr  mimliehe 
und  weibliehe  Brben^  dam  die  Verpflndung  Läalands  und 
Fabfers  fttr  die^  HSlfte  von  20000  Maik  die  Christoph  ihm 
zaUen  soHle/  nnd  daiifb*  venqirach  e^  dem  König  ndl  100 
Mmen  zu  ihenen  (NoYemb.  -30).  Es  gdang  9im  aber 
audi  ein  Abkov^en  nnt  Gerhard  zn  traÜiNi.  Denn  Ger- 
hard, sagt  der.  Mb^Bdke  Chconisl,  ^sah  wohl,  dass  die  IMM 
nen  Tid  unbestfndBg  Wiven  in  ihren  Bandfamgen':  eiil  bie« 
deutendiBr  Theü  der  Grössen  wandte  siehbereilg  zn  dem 
vertriebenieii  Kftnig  zurfick.  Da  liess  er  sidi  bewegen 
auch  sdber  in  die  Herstelhing  Chrfetophs  zu  wilBgen. 
80000  Vbxk  wurden  ihm  von  dem  Ktoig  versprochen, 
nnd  für  einen  Theil  der  Summe  musste  ihm  Johann  niiAl 
blos  seine  Ffandschaft  im  Dtniseh  Wohld,  sondern  aneki 
Plön  mil  den  nndiegenden  acht  Korchspielen  tibergeben, 
fibr  das  andere  sollte  i^  ach  an  die  Reicbslande  halten 
weldie  er  in  Händen  hatte. 

Ober  das  Herzogtbum  scheint  damals  nichts  festgesetzt 
zu  sein«  Es  verhinderte  anch  jenes  Abkomnt^n  keines-^ 
wegs  neue  Kämpfe  und  Yerwickelungen,  in  denen  der 
Besitz  häufig  wechselte  und  jeder  den  grösseiren  Yorthea 
davonzuU'agen  suchte.  Wohl  vertrugen  sich  die  Grafen  noch. 

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21Q 

Mflmal  alle  ZwietiTiMiht  d^  fitiftcheidmig  von  ^ecltsIlUleni 
fii4ibe»gel)eft  und  idieMa  alidi  bismin  MdK^henAastcag 
«Bar  Diiige  ihre  sämmllMeii  ScUMmt  jn  DSnoiQark  2ü 
«bttbMeH  (n  X  1399,  JuU  1&).  Ein  Angriff  der  Mton 
auf  Gemirp  (im  HerMt)  ward  vmi  GMhJurd  2iiilcbgettUa;4 
gen:  ^dahd  WQtdra  derDäneft^  hAst  eSy  so  yielA  etrsehla^« 
gen  und  der  reMäiten  so  viele  geüngen  deaa  dieflolMeii 
reieh  wurdeni'.  Ob  Mt  König  penönUch  dabei  BUgegen 
wir  Ueibt  xweifelbafl^  und  asob  sonst  sind  die  Begeben« 
keilen  wenig  deotfioh.  Audi  Jehtiin.war  bald  wieder  dem 
König  verfebidet:  er  trat  mit  Oegnem  dessdbeii  in  V-er^ 
bindiMg  und  wusele  den  jungen. Eneh^  Ckrißtopbs  Sdb^ 
in  seine  Gewalt  zn  bringeüi.  .  Doch  batle  auch  das  nitt 
weitere  Zogesilladniase  Christophs  irar  Foigey  ikfr  in  eifaem 
neuen  Frieden  nui- Johilnn  tu  dem  £ri»ij^\Fbhmera  und 
der  yerpftttduttg  Laelands  für  jrae  20000  «ark^  n«ü  aneh 
die  von  Sdh^nen  und  Seeimid  fügle,  so  Wtö.es  uiidit  lie4i 
reite  in  ündere  ilände  gegeben  war/:  und  dttstteatfleämtoi 
der  Sßhatawig;tfi|g  J«lä»id  mä  Ffihnen,  die  er  aOein  im 
Beste  hatte  (im  J;  1329;  Novemb.  12).  Und  aAch  hieirvon 
wmfd  wieder  datf  eine- m^geben,. als  es  endUidL zu  ieiber 
«euen  Beatimmutig  über  dis  Heruogliiuiti  kam.  Des  j»h 
gen  Waldemar  war'  kamn  gedadU  worden^  nun.  t^t  er  in 
des  15te  Jahr,  und  man  koi^ite  ihn  sieht  gami  xur  Seite 
schieben.  Da  man  Christoph  hatte  in  das  Reich  zurüdrw 
kc4uren  lassen,  mo  bUeb.  ni<&ts  4brig  als  jenem  $eixi  Her- 
zogthum  m  gc^n.  Die  Vertrüge,  darüber  fi^hlen;  abw 
die  weiteren  Ereignisse  aselgm  was  geschehen  kU  Ger« 
kaid  erhielt  die  Belehnung  mit  Ftf hnen  fttr  sich  und 
seine  Erben  auf  ewige  Zeit^,  jedoch  mit  der  Bedmgung 


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«nd  Mine  Erben  mil  den  Hmiogihnm  boteiyH  wefdeii  müLeä^ 
^rie  er  jetst  bereue  die  IfilbdelukiMii  empfkagl,  iml  «tab 
4hi]i  «'idmen  m  dae«deb  ziirMtfiille^lfti  JlSao,  fbbtMlr 
8ft),  Ab  «e  «teile  des  wfaUMieti  BMIm  tritt  fitr  pst 
die  Eii|peetal»,  gericIiM  <dtaroh  ^lie  tei«#«%e  Übertrat 
Ipng  einer  andetii  Landeehtft  eu  gleiehem  Reebl.  .Sie 
btt  jkre  IHcbte  später  tpegen  SQllen. 

Pttr  den  Aogenbüi*  lEonnle'  die  Swietmebt  abgetbcn 
epbettten  -^  Ciuristefhg  Sobn  Oiirh  bett^  sieh  tirit  'Gei^ 
ber^  Scbwiester,  der  Witture  to*  Laaenbirg^  yanniUl  -^ 
.^enn  niebt  naeb  fcnrsEef  Frist  Ciais^b  s6eh  bitte  verteil 
ten  laasen/  dieftmal  nw  Jobann  angietridbeny  sieb  in  einen 
neuen  Kampf  mit  Gerbard  eineriassen:  üfl  danisdieii  «ini 
ddutiehen  RüMra  sog.  er  mder.  ihn  inis  Jtfand  beran. 
Aber,  der  Gsaf  iiiv  febui  Verbündaien  begegnete  ihm  nabe 
afti  Danewkli  a«f  der  Lobeide,  wo.  eebbn  einmahdie  Maobt 
4er;Bteen  gebroehen  war^  nnd  mitig»ringerer*Miinnsc>aft 
eirfiaey  er  einen.  veHatiodiit»  Sieg,  (iaa  J*  ISSa^N^fiefli^ 
bcr  2S).  Cbriäta#b  floü  mai  wemgetk  Bereitem  nach  Kki, 
der  Stadt  leines/I^Wtodeleta,  4er  vergebens  zu  Oldeslee 
Mf  die  iinkaiifi  des  Eibi^B  girarttrlet:  bitte«  Nan  ftmd  9t 
ikn^  fden  uglückMeben  EMgy  beissl  es,  betriärt  nndam', 
den  fiabn  Ericfa  leidend  an  deii  Feigen ,  ebiei  sebwerm 
Falb:«n  Dänewirk. .  Und  Johann  half  dann  Uer  ni  Jßel 
emen  Frieden  sehüessen  der  alles  frttbere  noch  Ithertraf 
{imX  13S2,  Jamnr  10):  denn  nun  trerdlen  dein  Gerbard 
Nontpiaamt  und  Mbnen  für  100000  Unrk  Siber  yerpßin^.. 
det)  die  anf  eimnai  an  aaUen  sind  wenn  die  Ldmng  stM-^ 
indite  soll;  die  aber  in  damaliger  Zeit  bete  «Mniseher  Stt^ 

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&S8 

toig  mehr  «irfbriiiseil  hoMle/  :  Dizu  soBen  ale  Imdügt^ 
MMi  «nd  naneiitficb  «Mich,  des  Königs  Frieaen,  welohe 
;dflli?Mrit9  naclKlom  910  kora  vorher  zwei  däniacllieB  Bit* 
teni  Kaud  Friis  !.ittid  Itotttiok  Persien  fihMiaMen  vmrtm, 
gern  dem  henaehharten  firftfen  äwgewiesmi  werilea;  Johann 
^Ult  fAr  seinen  Theil  Pido  zjarüek,  auch  joulZuatunnittilg 
des«  Herzogs  Waldemar  die.  Insel  Labgdand,  itad:i>i9  zur 
ÜberMitwortung  derseUen  Skimderborg  und  die  bisd  Arröe, 
iiie  apAter  an  Gerhard  izurüekfalleli^  ebejwd  Ladgehind  an 
ilm  oder  den  Herzog,  i9^enn  jemals  die  Lösung  derb^den 
Haupflande  eintreten  soltte.  Die  beiden  Yettora  venire? 
idien  sich  gegenseitige  Utife  mit  lOOlttnneDiiiDAaemaric, 
{Verbinden  sich  also  zur  gemeinsamen  Yertheidigung'  ihrer 
jbier  gewonnenen  Herrschten.  . 

Die  holsteinsdien  Onrfen  waren  win  die  Herren  des 
Landes.  Brich  starb  ifti  Kiel^  Chnstefb  keble  nwt  kone 
Zeity  arm  und  hfiUlM,  unter  dem  Schutze  Johanns.  Er 
hatte  keine  Feste  m^ofar- die  ihm  gehörte.  In^iröliiger  Yer^ 
lassenfaeit  bescUoss  er  seine  Tage  (im  J.  1832/ AugQSi2)(. 
Seine  >  Söhne  suchten  eine  Zuflucht  in  Denlichlattd.  Ihi  der 
eine  Otto  einen  Yerauch  machte  mit  Hülfe  d«  liranden*<> 
buijgor  und  gentittzt  auf  einen  Anhang  unter  den  Jtilen 
.iuMl  Friesen  in  4as  Reich  znriickznketaren,  ward  er  tob 
den  Hölsten  geschlagen  (im  J.  1334, ;  Octob.  7).  und  ge^ 
fangen  ihrem  Grafen  Gerhard  zugeftthrt,  der  ihn  erat  nach 
Segeberg  und  später  nach  Rendsburg  bringen  liessw  Nun 
sdiien  j^er  Widerstand  gebröchen,  eiM  Wiederaufrich- 
tung des  dänischen  Thrones  lag  in  weiter  Feme.  Gerhard 
sprach  bereits  von  dem  ^Eigenthume  unseres  RdchM\ 
Der  6i<af  von  RendAurg  und  einem  Yiertel  des  hoklein«* 


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ssti 

isdüin  Landes  i  w«r  zum  Gebieter  ni  eiaer  weRisn  Sferr^ 
«häft  und  Üb^  ein  fremies  Volk  geworden. 

Nicht  blos  mit  den  Kräften  des  eigenen  Landes'  hA 
Gerfcavd  ■  dies  awnriditen  .können.  8^  kriegsMsttg  auch 
fortwfthireaddie  holsteinsche  Bhierschaft  erscheM,  so  win* 
.sie  dock  nieht  zdilrekl  i^enug^  auch  nicht  iAtä^  dem 
Grirfien  so  geneigt,  dass  er  sich  anf  sie  vorsügKeh  hätte 
stitsen  kdnnen.  Faiid  ein  fetndlioher  AngritP  auf  das  Land 
-selber  statt,  wie  nach  der  Ermordung  des  Jüngern  Adolf  auf 
Segeberg,  so  mochte  der  Graf  die  Moinschäft  der  bedrohten 
IQrchspiele  anflrieten  und  mit  amen  auch  tter  Heisige  ei- 
lten Sieg  davoai^gen;  aber  ausser  den  Grenzen  Holsteins 
folgte  sie  nicht,  ffier  waren  es  Grafen  und  Ritter  au» 
dem  übrigen  Deutschland  weldve  oft  die  wlohtigsle  Httfe 
gewdurfen.  Die  minder  piäddigen  Grafenr  Niedersaehsens, 
von  So)«  Hallomund  teckltaUnrg  Wü^e  und  andere,  Im*- 
ban  gerne  an  diesen'Ksiegen  th^enommen.  Sie^scUcK 
nen  an  der  Spitze  grosserer  oder  Heiserer  Schaären  rei- 
siger Letite,  fitar  deren  Di^idt  ein.  bestimmter  Sold  gezahlt 
wurde  (eimnal  jnrölf. Hark  reinen  Säbers  für  den  Bitter) 
zehn  Mark  für  den  Knai^pe^,  den  man  abor  auch  nicht 
^selten  in  YerpBindnng  oder  Übertragung  einzelner  S<^ös- 
eei*  und  Landschaften  «nlries,^  am  liebst^  4n  dem  eriAerte* 
Lande  Dinemark  selbst.  Auch  Fussstreiter  sohefait  Ger^ 
^ard  gewori>en  zu  haben,  Westfiden  und  Rheinländer,  die 
von  ihren  kun^n  Röcken  Gtfüsshöver  genannt  sisin  soHen. 
Dazu  kam  was  bei  grösseren  Kriegen  die  verbündeten 
Fürsteh  an  vertragsinässigem  Zuzug  lieferten.  Endlich  ist 
in  Aiisehlag  zu  bringen  was  der  dem  Gerhard  wiederholt 
verpfändete  Antheil.  semes  Neffen  in  Lauenburg  freuen 


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82ft 

kßfime,  «M  er  an  dünaOtarerMaiiiHctaift  in  MAinrdttv^ 
sehen  Proviiuml  bad^  imd[>  beriondcrs  was  ihm  da&  Heiv 
tMKgOi«!!  seines  Mfinddfc  Waliteinar  gewfthrtec 

Noch  imincir  liatte  Oerhant  hier,  aurii  aadi  ddn  Eato 
^  YorMindsehafty  die  ft^eniny^üii  HUrnUa,  «ad.  dr  lie* 
iielt  ramk.  die  En^eAuog  iles  LaindiBS  seUisl  itt  Aof«. 
Watdemar  befahl  im  Yäsnllea  deslelben,  dem  QeiluUrd 
mfVk  Btddigangstfd  £u  feisten  uhd  heim  Eaü  erbtoat« 
TQdpB  ihni  als  Hemk  z«  dienen,  dea  VögU»  ^  SMbB^ 
ser  abwdMn  keinem  als  ihm  dieselben  an  übeiigfiben  (im 
J.  1333)  Angnst  2)^  et  eiriteagte  an  dmnaefton  Tage  altoi 
Ansprüchen  an  den  Inseln  wache  jensmt  des  Middelfahrt«- 
awdes  liegte,  langeknd  ansgenomnien;  se  Umj^eGeriiard 
imSesiUs  vöü  Föhhen  blMu  Vit.  SbUebwig»  ffisdiof  Jiat 
mk  äfoenfiUU  in  das  Hcnogs  und.flrafisnSdiutE  begieben; 
ihaien  sein  St^hloss  fik^hwabalaib  mir  Yarfilgnng  ^esleli  und 
Midi  lOOa.  Mark  dafiir  gesaUt  (im  X  1332).  Der  jimge 
Sei  zog  lebte  ginnwenlieaa  anf  Sonierbwg  in  Alsen,  wih«- 
rend  Gerhard  am  Goäqrp  lief  Ueit.  iliäc  beistätfgle  er 
aaeil  den  Schleswiger.  Bürgern  ihre  aMen-  EraOieiteii.  aie 
sei  er  bereits  der  Herr,  der  Sttd/L 

Erst  aU  Wäldemar  das  21ste  Jriir  erretd^te/legite  Oer^i- 
haM  seine  abgentsdutft  nieder;  dcmaiB  (im  J.  1936),  hässl 
«s,  fdrdeiie:  jener  seine  Herrschaft  anf  Satk  jwiner  Va«- 
fallen  Von  Gerhard  znrAdi,  der  flun  dieselbe  ittberaitwor-^ 
lete,  unddann  rem  HwMg  von  allen  Aasprüdiea  flrei^ 
gelasaen  wurde  -(Ittrz  4^.  Auch  das  Reoht  auf  Lahgaland 
war  eingeschlossen;  doch  ist  die  Insel  in  den  Hindea  4es 
iManm  Joasson  geblieben.  Hernach  hat  es  «i  Rdibua^ 
gen  und  Zwist  Zwischen  den  beiien  EArstea  nic9it  gefeUt: 

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MS 

Wäldaimr  moehte  doiii  strd«  lieli  der  m  grossem  Ab^ 
hftngigkeft  zu  eatzidieii,  in  der  Sm  Gerhard  förtwährcmd 
ia  halten  sochte.-  Aääat  ein  neuer  Vertrag  letste  fest, 
dflM  Waldemar  /äßB&^  Verkündet  Mea^n  sollte  gegim,  idie 
BAen  des  Ktaiga  Chriatojpk  und  gegeii  jenen  Lanrenz  Jong*- 
sön,  der  nnn  :anter  den  fiegaera  Gerhards  itand^  nnddagg 
er  auf  eigene  Hand  nil  ihnen  keinen  Frieden  schliessen 
dtarile.  Seine  Lande  snilen  dem  Grafen  nnd  seinen  Leuten 
offen  stehen  und.  Selbst  die  festen  Plfitae  dem  Durchzug 
ntebt  TersiMosseii  werden.  Dagegen  sell'Gerhard'aufAn'^. 
fordem  Bur  Wiedeivrdberung  Längelaoids  semn  Beistand 
leiben  (im  J.  1389,  Febroar  1^  Binem  hobteinsdken  Rit>« 
ter  hat  der  iHeniog  nii^  viel  spftter  fitf  t*eine  bedeulende 
Summe,  die  jener  ihm*  fur^eLMstetaBJekstabcirecto 
rile.;Kitaigabesitstang«n  tof  GMmg  und  in  4er  Umhegend 
verpßlndet.  Anderes  der  Art  mag  sich  jetzt  der  Künde 
0fkä!ßtien.:  Ator  Auefa  dain^'wteiGetJiard  iMwh  nicfa^'zu- 
Madea  ifis  ^nf  flmi/. «den  dcbtriM^henWaldfemar  noch 
flu  eineil  gansr  mlddrenlYeringe.  Im  bewegisi.  Er  iher- 
Hese dbmaaOien  ,den  grAMeveii  TWl  tm  Nondpland  Cfir  die 
Ptodmunme  von' 430Q0  iMarki;  delrw^soll' die  Summe.  Von 
19«a:Haift  .htsahlt,  für  9S0Q0  Ibrk  aber  ddr  TheU  des 
HtokogAna»  v^r^ftodet  werden  welcher  sieh  nocAi  in  Walr- 
aemars.ilMMi)Mind:  wie  esheisfll,  Qotterp  mU^cm  Dar 
mmü  WMd  fitikleswjg  und  Flensburg^.  Tondem^  TOrmn^ 
ted. Haderdieben,  jedes  mit  4m  dazu  gehörigen  ,yogteien» 
Bltefle:  nmfiustN^H  das'gaiuEie  l^d.  mit  Ausnahme  «ter  6^ 
sWfite :  wOdm  MisetM.  6eUm  niid  Bider  £r«bv  ßt^n 
iiiideniBedizlfibrhttrdii.gtihoiimien  w»eii..  Wur  AlsM  ¥€»:«: 
Miab  dem  Herzog,  der  d»m  ne^  rdas  Aecbt  erhielt  TdrT 
l  15 

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nirig  tthd  Tondern  rasAnmen  fitr  12600,  Göttorp  fifir  13000 
Mark  zu  lösen.  Mit  deil  klzteh  5000  Mark  sol  er  erst 
die  Amtleale  m  Kolding^  und  Hoorsehs  befKefigen,  und 
wiis  etwa  datüber  ist  wird  auf  Gotlorp  gescUageh.  Wih-^ 
rend  der  Zeit  dar  PfendseHi^  KeMm  Gerhard  9xA  meM 
alle  landesherrUdien  R^chte^  deft  Dienst  der  Mannen^  die 
Yerieihüng  der  Kirckenf^en,  die  Erkebnng  aBer  Einkimfte 
und  Steuern.  Wenn  er  ausserdem  N^nUnesland  bekiel^ 
das  wenigstens  nicht  besonders  geüaiuil  iMrd,  so  war  aufs 
neue  ein  sehr  wichtiges  in  sich  zamnmediingendos  6e^ 
biet  gewoimeii.  Durch  däi  Vorbdhalt  der  halben  Bros« 
harde  am  kleinen  Belt  bei  der  Abtretung  Jütlaods  war  n« 
gleich  die  Verbindung  mit  Fühnen  gesichert.  Komtfe  end-^ 
lidi  Wddemar  10000  Marie  in  den  bestinmten  TemmieB 
nieht  zahlen;  so  sollte  auch  l^pen  wieder  au  den  GvAh 
fen  fallen. 

Der  Vertrag  ward  ieu  Ulbeck  inbgeschloslen  (im  J«  l>340| 
Februar  11),  wohin  sieh  benachbarte  Fflrslen  cusaameii-^ 
gefunden  hatten,  um  ttber  eüen  Laadfriedeu'  zu  Iwfitthen 
wie  er  zwisdien  ihnen  iind  den  ISlidten  in '  Aesea  Jahreü 
mehrmals  erneuert  worden  ist.  Da  erschienen  auch  €e^ 
sandte  des  brandenburger  Markgrafen,  um  sieh  Ittr^di^  fler-^ 
Stellung  =des  jttngen  Waldemar,  ChriMophs  jflflfaMi  SeV^ 
nes,  zu  verwenden.  Wohl  um  dem  en^egenabwiilccn  «und 
den  eben  eingegangenen  Verti^'  »im  VieHikuge  üt  läiä** 
gen,  gihg  Gerhard  mit  einem;  neneh  i^ötdnerhedpe  riath 
Jütland,  wo  es  aöcl  an  Beengen  des  WididnilAndes  alcU 
fehlte.  Vor  den«  herankiehendenHGrrufeii  wMien*sefaie  Feinil^ 
ihr  Out  Wb^r  ^rard  '«terwüertet  mit  Ranb^imaxBrand.  i  Du 
erkraiikte  der  Oriif  zu 'Randerg,  so  hefiig  dass  er  sieh 

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82r 

dfts  AbandMdU  rcadiM  IfessiUBd.  dfe  lettte.<)lmg  em^^f. 
Die  Dinen  hofften  aof  sdnen  Tod.  Alg  m  aber  hurten 
4mi  er  aidi  erii^lle)  hMchteüen:  eHMühio  (ie  :£Me«enheit 
MHhUv  si  fivtiiHi.  <  Aa  60  Menl  AaMn  nch  EOMiimeQ, 
«rter  liBeii  Miiin  Nieb  Ehbeite  .Ton  NörrernB,  frtiher 
wie 'es  Mist  «rter  den  tBäHien  flerherds,  vmi  düesem 
fimt  prerstolich  TeHelalL  Sie  echliohen  rsich  bei  Naeht  in 
die  Stadt:  da  der  GraT  ttA  eeinem  CäpeHan  eben  geut^ 
lieke  ÜSnngeoiifriidten^  tongei  fie  .in  sein  G^ftach  und 
■dUofen  An  afof  den  Balte  todl^ .  )nil  ihm  den  GeiaUicken 
»d  drei  bapi^ii,  mdl  Mnen  .weetOfisidien  Ritter^  der 
atü  aeittor  beMchbarten .  Herberge  daw  kam.  Das  ge^ 
eehah  in  der  Nnahl  ^  SoänidienA  ror  Jodiiia  (im  J. 
134»,  Aprfl  1).          . 

Se  hiA  Gtaf  fieahard.  s^MttTod  gafimdw,  imniüen 
«iner  gewUtigtti,  Lanfbahn^  neehJieitte  ümbig  Jahre  all. 
Sie  atoMi  pUMrätt.  iett  jiUiaeh^n  HMer  Jüdi  Sbbeaen  ab 
4en  Bebaler  dea  Veteründei: :  nnd  nam  mag  .ihnen  idna 
Seehl'damiuum  rmBtägen^  mmä  awhi.iviiehat  panftpr 
Ifehe  finche  den/VhlMr  kitete;  denn  adnr^  lasMe  romeaur 
fiöh  Gerfaanda  fiand  auf  deaa  Lende:  i  Aas  Gediehtnias  des 
%flUenifiiidenV  Me  sie  aagte^  ia^^ibüMlaii^e  ^yeiges«- 
em  griiiebn;:  MM  t*wiäa  ;faM  Sdüeswig-^Heiattiaeii 
Jtoahi4n.^Biaiw  Weite  daeiktiintta  Mamies  eingedeitii  zu 
aeia,  wialMier  ifan  ^atterndd  Ilenk^ 
hinteifi^:  hnnh  hhfe  atdioadfe  iiM^td  Kolgdieft  ihn  hier 
4an  Greisen  geniAnC  l)ie;iHl€teidMei»gl^t  un^  JUMe, 
iPcMw  1  er  .nff /beniesv  isaAeif  nidd.  iFjenwAwiegen  sein. 
Aber  cfo.waMn:  dash. Zeil  tikaraa  Aicht  .ft^nd^  und  meinem 
ttanenhiafteil  KaiOg;  y6e^  ChrM«#i  gegenfiber 

15» 

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tS8 

halte  die  ikr^g  Ziels  bevhwte  iOraft  des  Gftfiül  »clierlioh 
ein  grosses  Hechl. 

Gerhard  hat  neiBsr^  kleiaeii  Onfsohlft  eine  BeieiilMig 
gegeben  wie  sie  ihr  äocjk  iMter  keinem  seiner  VnrgUgw 
belwdhnte^  er  MsX  der  Ansbrdtiirig  des  dentsdien  BemttH* 
tes  iih  Norden  «nd  xnliäohsl  an  Heteofihm:  kHitig  Ver^ 
schüb  geleistet,  er  Uf  de»  ^6rand  sn  der  Yereinigvikg 
Holsteins  und  Scblelwigs  :gelegt. 

In  diesen  Jahreii  breüele'  sieh  die  deulsebe;'B€hrdlke4> 
nugln  demSfiden  däsHe]^£o|[tbltas  ianiief'weil6r«ns;  4lar 
helsteinscbe  :und  denlsche  .Adel  fiisite  hier.  .Müeren:  Ftan: 
sdiott  erhielt  er  smf  semen  fiileni  HbtaHikB.  Bafeliiingw 
wie  sie  fridiör  der  fieisfkioUceit  fegd^'  wwiin :  und  j«fie 
sie  in  Holstein  bestanden.  Auch  in  FriesUmd  lüter^fehtb 
er'  Besitzungen  n  gevrioMn^  .fikäidh')  nicht. ohi»i  Wider- 
iltreben  dieser  freien  fleibeiad^  ~  IfieafHaia  «traf  fiet^ 
liardi  die  lUgierttig  liiHeziMilitaersIrdeP'dett^ 
4en  Eittgnng  in  die  .öfoiUichen  GesAfftedesi  Uddte  fä^ 
«efe««i!  liifteivnd  des  Heraogs»  öiiMliiche  U^knis^  mM 
jelatnite  to  venfimt  Von  di*>  MsMige^ided  Afenhif 
ddr  StedbebhtsV  ^Iche  Bdrwff  WaldeMÜr  -^.'.-h  1388, 
IMl)  ellheBfe,  giMi^^eb  n#bdn  deni  latiiniMitainuv  4dMln 
tfeutseäett  Te3^  -^  «düMit^  der  BedAiehnwi^idies  Hsr^ 
KOgiiiuiM  tritt  eine  Yeranderiaug  ein.  /ZiMdMib-wM^sWII 
der  «^femeidimi&enelmnlig>Jtitliuid!(J^ 
In  d.  J.  laSft  und  ItaO)  ähdeiTÜthuldi  (gniideijilil)  :ge- 
hratfohif  gieieiidarMr  dica*:(jm  J.  IMA)  wiid  WaUenrir 
als  ^ersog  Ton  ScUesimg^  'dben  in  dcTiiJrklinder.'beMclif- 
net  welche  sbln  iiaiid  deid  ii)^hM\(lli*l]0Ssr«^^  aririota 
JTorher  soll  dieser  (fan  J.  12m7)  IftiMfter.  aiigümnsiiii» 

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^liiffzog^TOsrSdUeswig  ittdrJWIaMl'  bttflsen.  Jkat  ver^ 
änderte  Naim  abc^  int  ein  iZcnganfi  dalNs  den  SMtgenos-^ 
mh  eme  VnrtedMm^  bi  dM.  Verhiltnteiln  selbst  zum 
Betnrüastteiü  km.  Bass  das  BUrzogdHim  eiiidt  cds  ei» 
Ikefl  slttttands  angiraiebeQ'  witr^  anssto  immmi  mehr  mdeo 
Stiitergrund  treten; 

i  Die  VfrbimNner  mit  Boüstekk,  mteri  wenfgiMns  eineai 
nett'dsssdkep^  war  fnsilich»  eine  loset  doeh  lies8>«ifih  auf 
dem  Gnmdd  wädm  fleHmrd  gelegt  ihaftäWeit^ir  bauen* 
ifit  dftiriBx5pfeidanflifturdafi>£rhiß  w$t  dte'Pfamktobaft  d0s 
gKäsmrfai  Tbeaeib  TeriMmden^.  und  esi  stand.  sTt  ei*wart^ 
dal»>afa(^lfl^rteMs.SdlHie  diesa  laicht:  iQmMe&.KliMf^  aus 
dw'BjUfkuiLgiAen -iMiriten.  .-...  A  '..;. 
]  IhMaiuiä;  faiA  Oathhiid  Unterfasse^  HlämicfapL)  J»^o^ 
htaia  ioderißiraB  AndiAdniCiWeän^^rlcAziaf  früh  gestarrt 
bimiatj  :s«  fanliin.dngefan>dleiärite»:hlfden.dflS(6esobIeoht 
iMnnift  dwifergtMfliii  md  idiii'Witf^  d«s  Vaters  gUtefcr 
Heh  Kanndigtc  sleimMtyrder;  tife^;  diMh  Megeiwdten 
Sfaii  :tlnd'Uiiiie  r.'EbatCT)t|^ter  AsX  '^b^  gans  Bu^opa  be-« 
rthttf , .  Glaisf  lün  sdaar  p6hli^eil;»atl  Weisheit  willen 
aUhsl^/von  sdillfen^fic^er]|  geiushfet.  Wenigsr  g«i¥altsam 
^  ^der^Meri,  >siii[d  sie  nicht;  minder  hdiarflich,  und  ^- 
Ingen  .dfels>£iel')das|eneryweitaekiueid  und-hfthn  wie  er 
war,  ihnen  vorgestedfat  hMte,.  Lungere  Zeit  stand  diesen 
9f«d«riiNlohana;  der  MUe  zur  Sfeite; 

n»H  i  0m  Neflb:  Jdessebeh  lebte  nath,  Gerhard.  (V«) ,  ä&t 
abbr'tgerlihjgfieit  BbsllztegeH  ihätte,  und  uhbeerhi^  wie  eM 
mhÜM»  dtrchijede.'AireMmre  Seuche. des  sdiwärzen  T4>h 
dtfs  ^ fbrtgcnlffi :  litede  (imU..  IdSfO).  Diese  und  ebenso 
disrtBäiawHibui^eFi  liüe  iMfrti  hinter  deptüAnsehn  der 


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«90 

Reiidsktt*ger    Gnifeii  m  d^n  Hhleiifrand  anrtek;   wmh 
biMeii  nw  diese -den  AMpradnaiif  ScUetwig.. 

G^hards  T<Kt:blikBt<f  anicM  doa  Wc«  mewmU&t^ 
stellimg  itoi  däMfoltoft  Rtichs^  dm  Usherigw  ZiuMMlte* 
ben  «eineSöhM  aidil  aofreciil  aiMlen  wcdlW)  ind  ät 
hätten  es  auf  die  Länge  auch  schwerlich  ktetiea  Sie^hiN- 
teii^  da  d^  Kriser  ted  der' hrandiBiibiii^  Markgraf  sich 
aufs  neue  des  johgen  WaUemar  annahaen',  A^  Huid  zu 
einem  Y^gteicb;  idir  ibi  Spaaidair  nMl  ab^eaoUoisaa 
(im  J.  134»/  Apdl  20),  a  LtItecK  anieiiM*  wttrde  (MM 
19—21).  aeriiaek  enpl^g  Waldennr,  mit  Aiuikchtaas  i 
MS  Braders^Oto,  dir  MitigeM  asiner  Haft  WU^ 
sollte;  die  dänische  Krone,  dnrfh'aber  dtejMiöMet^''GBrW 
hards  nkiit  hiiiSMliMB  Mtarieiil  ind.  miMe  ala  nittdüliaf. 
lea  anerilinilieii  «ifie  lAertbeMindalL  'Dodi  antfde.ihfli,  idi 
er  die  ^Sehw^sier  fidmog  •  WaUeMars  akr  ilfce  MhHiy  eit 
Thea  JOdaüds  für  ate  TKigift '^a  4MO0a  iiwfc  thimM^ 
woHeti  Das  «M|^  Uiai  dem  Heiteag:;  nhueü  mä  Ml 
daau  gehüfigen  faaMn ,  aocfc :  Ayrftey  4^n  hMäüttüf^tm, 
denen  der  neue  Ktaig  iHräs  s^ttlariftr  «ksn^Ml  erMariea 
Tedies  den  Beirite  der  kael^IfreeMes' Bebe  .irer^aiekl 
(im  J.  1341,  Jannail  8),  auch /andere  Zageatiiidiisae  «M^ 
räumt  wenn  •er  cftwa  den  Frieden  brecheä  :i^oBtti.  Cbaf 
JobaM  erhielt  die  Belehnung  lail  Fehmem.    .  . 

Die  Haiiptaädie  blieb  ab^r  ddr  Besite  des  flerzogltaM^ 
md  dieser  ward  den  <3iafea!  nooh  dndi  eintm.iieaien  Yertr 
trag  gesicUart  (Sondorburg;  iib  J.  IMO^  JttniSü);  der  »den 
frühem  «flires  Vaters,  im  wvMatfcbStabeitäligft^  nnü.  in 
VoUflug  «etzte^  ^ugleidi  ^spätere  ZtriatigkalleR  hattegU) 
Die¥erpawdan«r  gitt  filr:30OOe^MaHK;^'undiaif  d^ 


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231 

ifkd  fiaoli  SfibrBförde  gescUageb;  to  Heraog.  aber  b&H 
He  LM&ng  in  dar  Weise  viBime(uQ6tL, ;  dass  er  enl  Tör**- 
9mg,  dbanTond^n,  andoU  Ci^tlorp  erUitt.  Zudem  lelz- 
tera  Mb^A  auch  des  Reokl  ea  dem  bis^h^H^hem  ScUiw 
Sdiwabiledt  gereeh^t.»  So  behielten  die  Grtfen  die  Horr^ 
echaft  im  gansen  Lande.  Eintebie  Scidösser  aber  wmrden 
nücbligen  Ldinflewirinen  .gegeben:  nameirtlich  TQrningy 
tiieldiea  erst  einen  Wntf  iurliehen  War^  dem  Gkns  Leon 
bedk^  der  nnler  fierhiid  Sttttbailer  in  Kordjatlaüd  gewe*- 
SM  in#  tad  jgUi  den  finifen  diente^  damit  ab^r  eine 
Zeitläng  ü»  ttUnskäcfeie  Stelmig  nnler  K^g  Walde* 
aadr  Jrti  teebitfden  träsite;  JKe  Fandie  ^  ee  waren  edi» 
iMier  V-'immrsI;  im  SUltei  di«  Heczegthnins  angeeeaaen, 
toäebfr  4s  -in  heientendon;  Apsehn  ioi  JbididD. 

Om  Wbmg  der  Heiteg  liid  die  Grafen  habob  sidi  ge^ 
^geiisMtige  BOfev^  sngMigfif^äbclr  onr  kme  Zeit  ist  der 
friede' aiiireblit  erhalten«  £iiri»ine  Zwietracht:  nioekte 
dnrdk  feUeduMherilohen  Spcpeli  beeeitigl  mfden;  dod 
«vftien  «noh  He  WaHin  ittcht  ^  bi  Jüdand  dauerte  di^ 
l[ehde  ivMer  Nielii  fflib^ra  nnd  eeiaie  Anhänger  fort,  bis 
derselbe  gegen  Gerhards  Sohlte  .Sieg  und  Lebien  rerier 
^  J.  131%  äbdi  die  Leiehe  wetd  nodh  zur  Radie  auf  das 
RM  geBochtifii.  Von  den  Biten  ist  em^  später  (im  J.  13S1) 
ein  SüknegeM  aiif^olnmen*  worden.  VBi  dem  E&nig  ward 
auf  Seeland  nni  den  Beste  KallnAOetgs  gestritten.  * 

Aaeh  lAbeok^^^undtHankbiirg  haben  damds  die  WafEsn 
pfg^n  die  Golfen  €laas  und  Heinricb  ergriffen,  die  ihnen 
IMde  €ttch€frheit  gejjfen  die  Mnbereien  dtv  hetsteinjmhen 
n«^  leisteten,  wisg^gen  &9t  Jeibann  abf  die  Seite  der 
:»idte  ttm  und  ihnen  selbst  den  Bdsite  selber  Feste  Se^ 


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^erg'  einnkamle  i(ijii  J.  laAl).  Ab  idiaie  ütet  auch  Hülb 
«US  dem  Reick  erh^dten^  ^miehe  der  ^ohwäbe  Eriedridi 
vDte  Locken  un<  den  Qref  ۊbAbe#  von  fidkmintarg  kei^ 
bdtthrten,  wurde  das  allgeifeekie  Angebot  deeiralsten^- 
seken  Landee  in  die  Waffrni  gerufönv  Bitter  md  Sirtik^ 
tq^ielggenossen,  BSe  Feiiide  dorcksogen  plfindenii  im 
Land,  die  Höhten  dagegen .aahmea  Segebwg  wiedciri md 
belegenen  Lttbeck,  das -von  eeintin  BundeegenoeBenttniekr 
Konten  als  Hülfe  katte.  UM  da  ahek  dei^  solmediskk^KiM- 
nig  sich  auf*  die  $eite  der  Hobten  schblgi  fand  den  He*^ 
ringsfimg  in  Sekotaen  kinderte  nnd.  die  JUrer  der  .'Mitl&t 
tnqppen  sick  den  firitfen  fast  g^uigter  idsf  dn  Aädta« 
£e^e»,  wurded  diesA*  gen^Ug^:  bnld  einan  StiHMiifi 
zu  schliessen  (ini  JJ  18^)/  dam  michker!  eki  Anaiohar 
Friede  folgtb  (im  J.  134B ;  Beoenri»;  17)c ':  die  ifrumlften- 
diek  und  einige,  indene  ikdlsteilttidi^ .fiescUcttkter  -  iMriHai^ 
ii^Mn  isi6  «cki  'ilto'jaikM  fanteriaretfdn)  w 
Lande  relrtrieben/ikrtf  BtmgMk  niedetigeriMM  ifMdcp^s^ 
Dem  Kdttlg  Waldemai«  gab'  das  i  fifeiwe  Mand  in  mmm 
Reii^e.  J>ie  deiltsoken^  HtüfsknippW  kidtai  itei  eiMHi^ 
sebst  Beidtahd  geleistet. 

Anck  da^Terkäikinff  derHobfedzlUnSables«l|^Hfl^- 
ieg  yfvr  hiekt  daslMfl)e  wi» zu  Gerkard^  Zeiteil.  oEribattl^ 
das  NaiAlUeilige  ^äner  Lkge  gefüUl  und  i?viitniebt^  ^lOkl 
sick  -derselbehi  au  emadekeh, .  daie  idodi  die  feokle  Kraft 
Bu  kabesL  Dass  er  sJek'  lekhdft  Ar:  des  König«  WaUemar 
Herstellung  beteükte,  reekttete  ikm  iaan<diec  ate  gr^es^ 
Tb<iriieit  an ;  er .  aber  me^te  keffen^  in  4er  Itttte-  «nirisejke» 
den  beiden  Statrken  eitfeAn  UnaMtüngigkeit  suigeivi|M|0||. 
Altein  seine  Obnmaeht -wurde  nOlr  n»ek  offenbaper,  aeine 


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S88 

läge  bei  den  steten  S^hmmheii  zwiBohe»  tmdiin '  iiiiai^ 
«niläGkliohär.  In  Ltbeeki  hatip  er  sieh  durdi  eihm  SU 
Yondtm  Yecdtcht  des  Ifitlnssras  ^  fitotarcb  Tod  tei^ 
aigfsi  iHülste^  daQn  ging  'er  hter  ind'  \ir4H%  spfttcö^  lü 
Senderburg  die«  Yertrige  töi  #eIohe  A^  stiin  gAnzes  Ltari 
nduBte  md  diKfilr  Jälisi^he  MradsAaftm  gabelu  Als  er 
f^icbfifohl  dfoi:  Verdaditi  dffir  HeIrtJai  wefktev  nühmen  sie 
Uwräuf  ^Akri^;  wt»  «r  d^  dagd  hadkgingy  gcAngen«^ 
J.  /1841/  irof'  den  Pwtosl),  nnd  ioeiten  liiin  ^ttngere'  ZhiXia 
Nfboig*  festk  KlAcUeiii  er  losgekömm»  (inJL  i842^  Apnl 
IM,-  9M  er  kl  Rqiiea  gehresen  sem)  tmd  U«m  einen  Fri»«- 
den  gescUokren  liatte  (itti  J.  1344),  tr^l  «r  wiedei»  In  ni*^ 
lUBf^iVeriiinfhmig  nnt  id^n-  KMigt  er-versprieht  >ihni  ^tren 
ant  icitt'  und  ikeine  Sadie  gmiz  nii  der  acftaen.jM  rerek»«- 
füin^  ^diin  el>  aürbt,  soll  4cr  KMg  äeinie  JMnle-  1^09^ 
«dr  ViMNfauieil  nnd  ¥iMj|leli  ;imteo  [edinea  Scbnta  /niid 
#eiiiel  (ttlittf  nebnen  bisi  niur,  MäAdigiiBeifr*  den  Kiiahte  ':(hn 
J.  1849,  Mm  13);  D^rVerttagiytoscifet  faaftfailiöZSait 
v«r  fibdui*  AnftM6(n  zoriucki  Dem  kanm  Ui-geabUfttt 
Möi^,  d^'  nbdi  m-  isc^ineiii  eigenen  Reicke  :niolrt  HeMr  ist, 
gäbigb.  «a  die  ^ dten  Ansprüiehe ;  in.  dein  HersefUidm'  aar 
An!erkemi!|ng 'nn  iBring«L  ^Da  ^ddr  fläraog  berdU  beerbt 
irar,  ariseint^  die  BiispeMaiia!  d!»  holstdusckra  Grrfeti  be<- 
aeitigt  inftTsein. ,  AtK^ieiMa  Uteil  des  Y^ftodelMrLa»^ 
4aa,  Toadenik  iittit  Zobeltür,  M^aa  di^  H<frMg ^ingelttai 
biben:  die  linndAcAhard«^,  welcbo»  daisu.  gebart»,  «{»ergiaM 
er  deai  Mutan  Lendüeds.^  an  Sftnd  |iai  J.^:  1344),'  yr0» 
iq^er^andi  dab  Land,  di^  Jeteigef-Inady  JloiMe  «dlgl 
mü  ifm » J«  1348)«;  in  der  ;l<y«hapde  hält  ein* Vatgt,  des  Her^ 
^negs  das  fegebMUaigei£hbrj»dii(im.  J^  andere 

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Mt 

Hürden  dmw  (Segend  gehöHen  aveh  M  dem  LeibgedMif 
meiner  GemiUili.  ^  Aber  jenen.  Vertrag  dachlen  die  Hol«- 
rten  gewiM  Mditcii  teUen.  Ob  sie  dem Hensogi  irfe  ven 
Hoitfeld  erHilt  ^tfird^  ta£i  neae  gefangen  ^ietoten,  muB 
deUb  goflellt  Uefli^n;  dbdi  ist  wt^hl  glaublich,  dies  eie 
ihn.toöthigten  dem  Vertrage  mit  Wäldem»  sttienteagai 
und  die  frühereto  Vereiidlerang«  zu  bestAligen.!  Akte  eti- 
len. Freund  hatten  die  GMfeii  hier  Bicht^mebr^lifald  damnf 
(im  J.  1351)ilbit  der  Hörzosf  wieder  «if  d^  Seite,  dfen  Sötr 
nigi,  freflich  m  denn  ebenso  schndi  die  Parthei  noifriif  ein« 
aii  ZQ  wechsdä  -  Doch  nmr  «it  Gewfdt  iess^skh  l^ter 
dick  früheDe  Steüueg  voä  den  HoUten;  bdhanpleti. 

Em '  anderes  .9irar  schon  vorher  ürerloreb.  gegangene 
der<wi<Mge  Besitz  Nördfrmriandj^.  In  de*<  VeiMgoi 
vonSpamiaü  Lübeck  und  Soiiief bürg  war  desse&en l^enie 
Erwähnung  gesbhehetty  und  jeder  kimnte  «vMhfeUt  das 
<3till8dMreigen  zu  säien  'Gunsten  deuten.  DoiA  ist.  es 
inOj^di  idaäS'dail  lisnd  zur  BfpeAer  Vögtei  gereehnet  wdrdA, 
die^.ifaDi  fierzog  flber^eben  war.  Aneb  erhdki  zfiidit  tos 
die  fiobten  etwas  thaten,  uin  den  frfiher  eriangtbn.Besitt 
in  bebaaplen;  Mühig  Waldem^r  4ber  dachte  gerade  hier 
teine  Herrschaft  geltend  zu  machen.  Er  erhängte  es  da^ 
sogleioh  mehrere  Harden  sich  ihtt  UsUnterduinen  zur  Trane 
veriMliditelen:  die  BGbkingliardte,  di4  Fdworm--  und  HähK 
UtDharde,  weldie  dieseUe^^* VerpflicUtuhg  auch:  Ar  die .  a»* 
'di^  Frieseii<tAarnflhmen/  jedoch  mit  Ausnalime  der  Bü^ 
iringharde.  Zu  einem  Tnbtf  sdieint  sich  damals  mnr  die 
Bdimfisharde  verenden  zu  hafcsn. ,  Gerade  darauf  4ber 
Häm  W  dem  König  an;  er  me^hte  g^end,  heisbt'es,  dass 
Ito  vierzehn  Jahre  lang  die  Abgaben  schuldig  seien.    Itod 


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386 

flo  kam  es  m  Feindseligilmteity  in  dm«  die  Bödungharde 
M  Langtfundt^ft  beeiegt  wwrd:  m  Folge  davon .  hat  äe 
flUsk  «a  eini^r  tofistttadigeii  Untenrerftilig  yenrtiaid&it  Sie 
vel^prtbdi  dem  König  treu  zu  dienen,  ihm  jedes  Jahr  ein- 
mal mit  500 Mannen  und  Bossen  Hidfe  m  leisten,  ßm  das 
Landgeld,  den  S^berstnlh,  Brüdhen  und  Broden.Sa]z  nn  ge;* 
hen,  als  Sühnegeld  für  den  g^roc^enen  FVieden  ausser^ 
dem  Ton  jedem  Hause  Mehs  jSeitilling  Steriing.  Der  Staller 
des  KiHiigs  soH  kugidassen  werden  um  €rmdrt  m  haHiteAy 
doch  nach  dem  Rechte  des  Landes;  Irer  aber  sich  moht 
untertmrfen  will,  den  soll  die  Hantel  in  Bi^i^h:  oder  Ton- 
d^n  st^n  (im  J,  1344,  Augnstd).  Bs  rind  Bediafive««n 
deBvhirtesteh  Art,  die  offenbar  weit  Aber  den  firüheiren 
Ziutand  Unanspngto  ud  fie  fnesische'FrettailidnmtiiBh 
bedidhten.  Sehwefe  Atigid^e^,  eind  itarke  HeerMei« 
sMig^  dami  idid  >TerbasAlenkMigUchan  Beamten  ftn  Lande, 
lltar.  dnreii  J&Aerheir  man  GeJsd  stellen  mnsite:.  das  aOns 
sind  Zngesündnisse  su  denen  man  sich  nnr  getwungen 
verstehen  JKonite*  Die  andern  Friesen  widerstrebten'  tech; 
aber  asch  «e  haben  unglttcklieh  gekäimpR:  (Octob.  20), 
und  sie  haben  dann  wahrsdieinlich  dieselben  Bedingangen 
sieh  gefallen  lassen  mflssen.  Die  alte  Mesisdie  Freihnit 
war  damit  gebrochen.  Die  Barden  halten  diesmal  gte-* 
tronnt  gestanden,  und  so  eriagen  sie  der  königücken  Üher^- 
macht,  der  sie  sich  in  besseren  Tagen  emniMi^-  erwdiit 
hatten.  '£tntnefaie  Versuche  sich  wieder  snerhebeiv  (in  d.J. 
1364 1359)  biinbiw  ohne  Erfeig  und  fohnten  nnr  ztahärte^ 
rte'UnkardftickniigJ  Scheii  begannen  die  königlichen  Bemi^ 
ten,  die'  sogenannten  Stidlar,  regehnisstg  iln  Lande  zu  Woh** 
nen;  sie  und  andere  Ritter  errichteten  sich.iB«r|g^iöti;!;die  ^üroA 


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088 

dön  Erden  >  Xarsckbcurofanem  st^ts  ab  .  ZwiRgvesten  ge» 
htsst  woitden  sind.  EkKsdhe  FaibiliM  aber  traten  ^linrt 
in  deni  DieiM  4les  Königs  und  suBfaten  dadurch  iritterikte 
Ehre  nü  gewimm;  -^  Denncich  hat  dieser  Waiidel:  der 
Knge  auf  diei  Dauer  4&k  MmA  keinen  Vortlieii  gebraeM; 
6kirade  jetal^  iati^ii  sieh  die  Abmigmigf  und  der;  Umi 
gegien  sie  in  den  6enrtltii6t*n  der  Friesen  fest;  welehe  bidd 
hervorbrechen  sollten.  ]>en  benncUifaien'  Fflr^^  Toh 
9cUeswig^  ilaid  Holstein  thMe  man  uriderstriftbl^  weil  Iniali 
trater  der  Oberhoheit  desi>»itleniien  Kbnigs-inSiergiebraohi» 
ter>Selhstdndi|^t'iieh<e^  scdlle'  diese  ein  Bndei  nefam^n^ 
dmmnvKsste  Md  die  n^önide  VeiisehiedenheitiTertaiiideJi 
■Dt'Jeni  eigenen  Intereese 'das  Volk  lehrieii,  dnimmho»^ 
mt^  innd>  leMller  i  sd  jmehi  sidi  inosuseUieismii  lald  (bmUlX 
i^i^s Aemcfen.'yoBn  zUcdKenenundHeeresfolgeiuilfaistenl 
*  ;Die  Aoknen  Üben  iä  dieser  Zett  auch  ^nutedenvJMl^ 
nähickefa  znJlittnipf«!  giriiiUy  dieisach  in  Rhiäizttgenf  göt4 
Menyatrer  anch  ivohliiirieder  vbn'ainen  gbreiat* iwiirden^ 
NiuMen'  ti«  freierer  Friede  (t9m;a  1841)  Snurrikune 
PMerigdiabt  l^tfe/  kani  ds  iiiieh  einmn^lüddidkiftKani^ 
hei  ISppärsle  unlar  4Sraf  €lafui{'  an  einam  :n«Mli..TeHrli9e 
^  J«rl34Sr^  Juli  %  ^nariitdeDi  «ii»:  Ditmiaur8bhM;:aiihei:tt 
hatten  venpntäkmy  und  daBir>GBcheiinng^>g€lgenjiie«ö  Zirtlie 
ttid  die  Anlage  'anderer  Festdn  als  ler  .drei  alt  Hanermt 
KAentoi^'^iHi  fialvesberg/eiähi^  '     \^; 

:  iinawiecbeta^bat  Eümg  Wddemar^diifchriaetfaMe  Thälig«* 
kekubdÄgeschidcte  Benut^te^  dev  Unmände  seäi;  Bdbk 
iriedcir  .aufaurichten  Veonnwht. :  Erst  hat Widie(iMandflelial*t 
teh  des>^6hifeik  Johann  ta  .Utoen  gesuchte  Ihtun-  Imm^äß 
Reaie'''an:FObneh.      -  n- •  •;.    \.    .«•;■,.  :".  • -:  :  i.  >•• 


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WaUemar,  lirenig  Miliiiiiiiflfrt  iisi  frtAerei  Vatrifgä) 
kMsick  jatasi  mit  den  Ritter  Johami,  HmnnrersMtttd  ^v^^ 
bioAiiy  der  Ym  smen  Bmgvä  Stleglie  und  Wdtoi^pj  m 
dar  Nike  der  Alstei*^  sammt  andisrii:  fiittern,  die  (krtikA 
und  die  benachbarten  Städte  befehdiH)^  und  ilaiib:  luul 
ftrandiokatEQiig  mandierlei  Art  tMe.  Unter  seinen  'Ge- 
nosse war  anch  MarqüarJ  W«steiisee^  dem  Rendsfawg 
veyrpfifaidet'War.  Dies  ward  .'dann  voa  den  Ch^afen  eiiigef- 
nommen^  auch  ifie  Kaüebm^,  »ad  Steghe  belüg^ri  Aber 
kaum  iudte  JBiannembtmel  Bidi  unterworfoi  und  Urfehd« 
g0Sohworan  (im.  J.  1316)^  sd. jAaml  er  wieder  feuidliiAda^ 
iiM  dte;:ieteimgben.kobteHi«lien  Grafen  sbhldissen  . einett 
förmlidben  BudMr  Bfekäiipfuftig  deir  RÜler  lind  JfeiUö«« 
rmif  der  Burge(tt-i(iifi  J.  13(47,  Aufff»»  £4):  IWOiemi  aiß 
aber  Stäjghe^belftgerteii^  ribstetottteh  Wah^  dia iFesM 
I«  «Bttfetzdn:  .  WandfiMr  iifeiiig,  .dted  jeinjel  iLetitdivciti 
Ltib^cl:  «M,  dais:  dJ^nliCäräfen  .verMMet:  war^:  dMieianprei^ 
iaa  «üd  ihr  Lsald  rerkeei^eii  tonateft.  Die  Graf^jHeiii-* 
ridi  und;  Ctaia  Bmmt  sioh  hierdliroh  tt  ieineni  Yertl^age 
bewegM  (ttn.  J;  l^m^  luU  aa):\isie  erkieitott.SftQg^e  und 
andefb  ^Güler  U  Bi>iatein  Air  Wßß  Mark/  dilf  .auf»  d« 
Pfandmimvie  iToii:  Vühnmi!!  aftgezoi^  inrurden; /für  dieae 
und  wandern  5060  iboHte  Ki^org  dorn  Kimigk  übjerg^beA 
verdmi;^  .wMhreUd  ^«AigWck  ifttr  hbe  LösMg  des  üUcigtti 
Theiles  und  über  die  YerhältnisiE»  der  ffiauem  'im  iMäff 
die  atifietn 'fiedingbugieli  ftstgfeaetzf  wurtoi,, . idie  ^' 'dem 
KMig^:  eiiemhtertto.  «nck  ds';denllBe8itJi  di6ser)tin8al<  au 
koUimem  ^  Die  (örafeSiiiGkTbssrt  tfhd*  mil.ideUfiier^o^ 
VM  Lvntnbarg  uaid  4m  SM^MbeA^^Oaitnjalki^ 
friedet  (tevJL  dä^MIra/l)^  dem  Jp»fir  Graf  ^Adolf  vek 

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388 

SdiMenbiung  Umd  Hambvrg  beÜMen,  imd'  geneiiiicbafttieh 
fiolBBteii  sie  den  Kitmpf  gegen  die  ftopgen  .der  Ritter  fart^ 
welche  m  der  hobteiugchen  laaeiAiirgisclien  imd.mmk-^ 
lenburgischen  Gfenzedie  Sidierheit  des  Landes  and  sri«** 
Her  Bewohner  stöi^en. 

Gleichzeitig'  that  sidi  Graf  Johann  mit  den  Eeiisegei 
von  MecUenburg  zvaammea  (im  J.  1349,  llftrz  15)  fegen 
Waldemar,  der  sich  aufmachte  um  auch  seine  Ldinshadieit 
tber  die  Gebiete  an  der  Sidkiste  der  Ostsee*  zu  .yerfoeh«^ 
len  und  seine  idten  Freunde  die  Witlelshadier  gegen  deä 
neuen  Kaiser  Karl  lY.  im  mitorstfitz^.  Ba  hingt  ohne 
Zweifel  mil  dieser  Fehde  zusämmeii,  daas  Johami  mA 
auch  Ton  der  Gemeinde  des; Landes  Rdiiherii  anb  neue 
TVeue:  und  fluide  tel'spreehen  Mess.  (ApÜliAl):  ohne  vei-» 
tere  Rücksicht  auf  die  danische  Belohnung;  von'  dar  niobt 
die  RMe  ist,  wird  4eit  firaf  als  Herr  aneikannt.  Kam  «s 
dann  wied^'  zum  Frieden,  so  abhielt  fireiMdi  jene  Lehnst 
abhängigkeit  mit  änderte  VertrigM  Jhr.'Belshi''  ./Gelang 
es  dodi  dem  KOaig  selbst  diepömuMradien-iindilieidElen^ 
b<vgis€&en  Heilzogey  trotz  Arer  StQlhuig  unndlteHMur  un^ 
ler  dem  Kaiser,  «zm:  Anerkennungi  seiner  Eiefansig^Widt  we<^ 
geh  Rttgien:  und  Rvstodi  zu  bringen ;  und  als  <er  mh  mit 
Karl  IV.  verslMint  hatte,  rerj^flindete  dieser  ihmvnegar  dte 
Allgaben  welebe  Lübeck  noch  m  ^das-Beidh.7zu:zidden 

pBichtig  war  (im  J.ISS^  V  

iDer  schwarze  Tod,  wil«$her  danmls  diese  aGegiQcbn 
heimsuchte  und  fiberall  'grosse  ^^wüslungän  inricjitete^ 
hat  iWoU  iain^e  ÜMt  den  WaffjMi  .Rohe  gegebem.  Mail 
uni^hamMle,  soMoss  Sübländ:  «rid  kam  mkuEnHb  nur 
dahin,  was  von  den  .frtiiaren  YerUBitniss^  Besland  hatte 

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U9 

feiten  zs  lassen:  nit  Graf  HeiBficb  und  Claiia  wird  ab^ 
gemacht)  dass  die  alten  Pfandbriefe  .beateben  soH^n;  mit 
Jobann,  daas  er  sein  mütterlicbeti  Erbe  in  Dfinemark.  auf-* 
gebe,  wäbrend  der  Köaig  üiin  den  BiHeiiwerder)  der  an 
den  Herzog  Erich  von  Lavenborg  verpfkndet  war,  einlö- 
sen soO;  Hat  der  Kdnig  voii  dem  (kafon  Briefe  wegen 
eines  Dienstes  der  von  Fehmern  zu  leisten  ist,  so  solUn 
sie  in  Kraft  Ud3)en.  Man  umging  die  streitigen  Fragen 
mehr  als  dass  man  sie  erledigte  (im  I.  1353).  ~  Herzog 
Waldemär  kam,  wie  es  zdieiBl,  zu  etwas  grösserem  An« 
sehn  als  früher.  Nidit  blos  Tondem,  wo  er  sieh  niitun-> 
tdr  aufluelt,  anob  Flensbörg  suchte  bei  ihm  eine  Bestiili« 
gnng  sdnei"  Freiheiten  (im  J.  1354);  doch  war  das  letzte 
schwerlich  eingelöst  worden.  . 

Grif  Heinrich,  den  die  Geschidite  4eil  Eisernen  nennt, 
bat  in  dieser  Zek  mehr  im  Ansland  ab  daheim  oder.ge^ 
geif  die  Wieder  wachsende  Dflnenmacht  Befriedigung  für 
seinen  kriegerüdiien  Sinn  gesudit.  Erst  hat  er:  einen 
Zug  wider  4e  heiAHSchen  Letten  mitgemacht  (im  J.  1345); 
dann  widmete  er  dem  engliscken  König  seine  Dienste,  und 
der  bobtefaupche  Schriftsteiler  des  balgenden  Jahrhunderts, 
ikrelcher  die  im  Munde  di9s  Volkes,  labenden  Nachrichten 
Von  den  früheren  Fürsten  sammelte,  weiss  «viel  feueroäUen 
▼oa  den  Thaten  welche  Heinrick  in.der  Schinoht  bei  Oressy 
nnd;  bei  der  Eroberiing  von  Gakis  verübte. (in  d.  J.  1346: 
1347).  Sind  diese  ErzäUangen;  richlig,  so  idt  er  zweimal 
in  Verbindung  mit  dem  König  Eduard  getreteiu:  MnnmiK^h«» 
tfem  er  auch  den  Schweden  bei  einem  Kriege  in  Fimdand 
gegen  die  Russen  seinen  Beistand  geliehen  hatte  f(irii  L 
1348),  bot  -er  einige  Jahre  qsiter  dem  Eduard  geraden 

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t4B 

seile  Dienile'  an,  und  es  kam  ein  Vertrag  zm  Stande 
(Im  J.  1355,  NOYMib.  12),  nadi  wdeliem  Hemrich,  so  oft 
eryoH.  dem  Kbnig  enftoten  ward,  mit  100  Hdmen  nad 
100  Kinzerii  dietten  und  dafipr  anf  Lebenszeä  eine  jdlir^ 
Jieiie  Besoldnng  Ton  2Ö00  Sohüdigrdden  eAdten  soihe: 
eise  Besämmung  die  wirUich  snr  Ausftihtnng  gelsömmeii 
ist  Aber  noch  weiler  hat  die  Kiiegslnst  den  GbrtTen  ge« 
IfHurt:  er  trat  in  die  Dienste  des  Papstes  da  dieser  einen 
Krieg  gegen  Neapel  ffilirte;  näcli  einer  Nadwißht  liat  er 
dann  ScImierigiLeited  gefonden  ab  fflr  die  Leitung  d^  Hee^ 
res  iQiernehmen  nullte  und  ist  wnretrtcifteter  Dinge  surttek«- 
gekefar^  nacdi  ettier  andinrn  bewies, er  aber  auch  hier  ^seifte 
groüse^  Macht  und.  Jlannheity  gewann  dien.  Streit  imd  wurde 
von  dem  Papste  hoch  geehrt,  «der  üim  das  Ifesseftlatt  in 
geistUcber  Bedeuiiilig  Yierbeh'.  Die  BrzfiiiiDng  ven  ;den 
Abentheuem  des  Grafen.  nuHlite  im:  Laude  Bittdiuck-  ulu[ 
erhielt  akli  im  üuiide  ;der  LeIiteJ ..  Heinrich  tlührle  einlier. 
ben  wie  )es>bei  ikidnerbn  FürstenimdgUdäicheitfiriegeni 
jener  I Jähre  nibht  selten .  war,  mk  Fikreii  väa\  SMüfflP^ 
sehasDretay  dife  gedsr  ¥eMe  gerne  ihren  Ann  »inben.  .  Al<n 
lerdings  liat  er  Mne.Üirtöe  daduroh  enm  Tiiefl^  düni  t^ 
geneii  Lande  .eiUio^.  Do^^liess  er  es  nü  Köiten  latoh 
hier  an  sich  Inieht  feUen^i:  War  er  aliwesend^  noit verbrat 
<iraf> Clans,  iseinf  .Brudbr^i  dte  Interessen. des  Jiaiises.  Die 
Dinge  .  sttoden  Jreffioh  weniger.-  gualig  ds  snlitto^  dem 
gniiMiea  iSetfhfeiML  Xtooh  jrex  Mher  etw^ais  "wtesenUiDbel 
mdil/verleiren«-    ;•  '.  ■  ■  :,.•;  ;, .    j  .\\    "..     ••  .t' 

:  Sie  Ycrhtftiiisse  dea  fi^rtog>tbums  Irrten  ibald  iwieder 
iä  den  ¥«rdeigründ. .  ¥«n  [geringerer  fted^atnngi,  wm^  ^ 
fireiiah,  dass  bdi  maerifielfde  iKitfr.UingebinA,  iWP  .Benei 

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211 

did  wii  AiieMd(AUelM):imr  iw«%lii*^ 
Trimeiyffir  l^eiiigertei  dam  9^w  Tonudraft'THortog)  ge«* 
ttdiligtai  Wurde  imd  nw  d€»i  König  |MdMfh9Fl>Qiri£f;  dietf 
Mr  fitr  ^iM»  Al«enbfiek  d^a  iflTfildemati  nöthigie  iluik  sds 
Serzogtlnitaii.Mrfzutntgea.  iDettale0.felg(ß:gM^b€inFriede> 
dei*  ddn  Heraw«  m  stitfem  Rethft  besf tettM  (kn  i.  1355)i 
^Aber  ei.  wftr.,  Agili  eine  €llro«ffc^  oim  Msoker  Friede  iinil 
ein  tätiMheBdlr:  VievMgV  Und  tm  0iMt  Anlisfle»  be^ 
durfte  eSy.iiflü^Ytieder;  ein  «IgieniinBtte  FeUer  sa «nlsSiideRi 
Eis  Ist  oidit  dbuttdt  woher  er  giekomiett  iift;  ¥ie8eicht 
hatte  der!  König. Mittri  gdonden^  sich  Tonderns  zu  be*^ 
mächtigen.  JedenfaUb  war  dies  in  tUnde  gekommen  die 
den  Grafen  and  deDi  Hersog  feindlich  waren;  es  mns^te 
jetxl  anfsi  neue  erobert  werden.  Denn  20g  man  nadi 
Utland  und  F<lhnen.  Hier  aber  waiidtOi  rieh  das  Gläck, 
und  bei  der  Belagerung  dqs  Schlomiea  Broberg  wurden 
die  Holsten  von  det  Dänen  schlagen  Ijm  J.  1357^  No- 
vember): Graf  Cteus  soll  nur  mit  Mühe  und  mit  Verlust 
eine^  Äugte»  der  GefaAgenschnft  entkemmeipk  aein;-^  Dafür 
Wandten  .  sich  4ie  Grafen  im  folgenden,  Jal^  wider  die 
Friteen:  während  einig»  Hturden  sioli  feindliob  zeigten^ 
yersyraeh  die  Edamshfurde^  die  sich  sehen  die  Jahre  vpr^ 
her  zu  dem  Herzog  Waldemi^r.  geboten  bütte^  jenen  nicbt 
beijSustehen  sondera  die  Grai^n  ^u:  fi^rdem  (im  J.  1358^ 
Janntü  2/)y  Die  HorsbüUh^rde  trat  ebenfolls  auf  ihre  Seiteu 
Anph  der  Herzog  wer  de»  Hobten  verbündet^  und 
gegen  ihn  wandte  «ich.  in  diesem  Jahr  der  AAgriff  da« 
Köinigs:  erst  wwde  Lengeland  eingenommen  ^  diNan  bei 
einciB  sweften  Zuge  Alsen  angegriffen,  Norburg  in  drei 
T««en  erobert^  Sonderbmrg  betagert.  Hier  gdang  es  der 
I.  16 

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IIS 

Giem&UiA  des  Bei^«  iUa^dtrd^itieA  I^^ 
den  Könrg4nMivteit  zu  i^sobMii^  im  er  äir>^  frelfick 
unter  lästigen  BbAifungien*^  und  nftdideai  ^  er  eine :  Abgnbe 
ms  d«M  Lande  erbeben  hintte^  Aken  und  Sndewilt,  die 
ihr  altsi  Leibgeding  :\)^rs€biM^en  Wfo^y^^i^  tM 

Bewohner  (toUen  wftlireiMl  dee  Kriegee  anr  des  Königs 
Bestes-  tbün  'niid^iiicblis'  wider  ubn  cunteimhn^eii;  itar  Hei^^ 
zog  soH  keiherlei  Gewalt  Über  dfe  InM  haA)ieH>  und  kei-* 
neil  Nuteen  aus  derselbe»  zieben;  er  duif 'sieill^r  mit  2d 
Begläl^n:  bessche»'  nnd  zwei  hödisleüs:  di^ei  Tage  ilei-- 
ben;  der  König  ober  darf  kommai  so  oft. er  will  und  seil 
Von  allen  Einwohnern  Förderung  und  Unterstützung  erbal-* 
ten  (im  J.  135%  Juni  10).  Der  König  airf  seinem  siegreichen 
Wege  fuhr  w^er  -in  die  Sehlei  und  bestrafte  die  Bewohne 
Angelns/die  ihm  feindlich  gewes^  sdn  müssen^  an  GM 
Schiffeii  und  and^n  Leistungen.  Ixense  erging  es  Schwan*- 
sen.  Darauf  wundte  er  mh  nach  Fehmertiy  und  wtt^ 
ihete  hier  mft  Fetüer  und  Schwerdt  gegen  die  Bewohner^ 
welche  sich  tapfer  zu  wehren  suchtett.  Die  übrig  blieben 
Zählten  ein  6ühnegeld;  der  Vogt  des '  SoUosses  Glaiidiecb 
äntüohj  und  der  Köirig '  befestigt  es  stärker  ds  vorher 
und'übetgab  es  einem  der  Seinen.  Von  hier  ging  er 
zurück  n^h  Flensburg;  /Und  überall,  schreibt  ein  du- 
ölscWer  Chronist,  trieb  er  Leistungen  eln^  Geld  SohilFe 
und  underei^  Was  seine  Augen  begehrten;  so  da/ss  Furcht 
und  Schredten  und  Erstand  über  alle  kam  wd  er  durch- 
zog. Denn  er  züchtigte  aBe  maasdos  genug  mit  dem 
lächwerdt;  mit  Brand  Gefangenschaft  md  Tod,  bis  sie 
sich  seinem  Willen  beugten';  Kann  man  sich  wundem 
dass  in  dem  Herzogthüm  die  Abneigung  wider  die  Dänen 


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S4» 

0tfegf^  ^und  äaäs  He  >ltonde  welcbe  die  Bewohner  ftüher 
Verkntirfk  hatten^  bald  vöIKg  serrissen  wurden?  Die 
'Pehdö  gegen  den  Herzog^  der  sehen  einmal^  aber  Terge- 
%tfns,'eine  AUBsdhnnng  verdacht  hatle^  fhhrle  zur  hart^ 
Bedrücknhg  des  TellM. 

'  Eine  Stinie  ^elehe^der  Hersag  ^Miim  iron  Pommern 
w  Siriliünd  xwbehen  9em'KMig<  ilhd''din  Grafen  ver- 
nMtelte  (im  3Mh9S)  Obfob.  3(^  »öiDfo  "^Iftnn  alles  in  deH 
fiffiüem  Stand  Jierslenen.  ^  9oeli  mnsiSteft  dieHoisten  Feh* 
niern  mit  mecklenbnrgischer  Hülfe  zurück  erobem-  (im  J. 
1359);  während  es  dem  Waldemar  gelang  die  Nord>- 
Mesen  wieder  zu  unterwerfen.  •  Die  Sache  des  Herzogs 
ab^  wurde  auf  einem  Reichstag  zu  KäBundborg  entschie*^ 
den^  wd  der  König  sieh  zugleich  mit'  den  unzufriedenen 
Grossen  des  Landes  vertrug^  welche  "Si^h  gegen  sein  har- 
tes Regiment  erhoben  hauen  (im  J.  1360;  Mai  24):  der 
Herzog  Waldemat<  und  sein  Söhn  Hisinrich^  der  damals  die 
WzogBehö  ^W4lrde  mit  dem  Vater  geäieilt  zu  haben  siiiheint, 
und  ihre  ßrben'  soflen  alle  Rechte  haben  wie  die  früheren 
flerzoge  und'  sollen  auch  -die  Mannen  und  feSnwohner  des 
Landes  Me  Rechte  geniessen  lassen;  wogegen  diese  ih- 
nen helfen  soUen  däSs  sie  auch  die  ihren  nach  alter  6e* 
wohnheit  bebalten.  Waldemar  hat  dannnoiA  einige  Jahre 
zu  Sonderburg  und  Tendern  gelebt^  ohne*  die  PfandschaF- 
ten  einlMen  zu  kennen  welche  in  den  Hflnden  der  hol-^ 
3teins€hen  (strafen  wmn.  Von  dem  wenigen  aber  was 
'er  hatte  gab  er  die  Rechte  auf  welche  ikn  und  dem  Her- 
zo^um  bis  dahin  über  die  Besitzungen  des^  Ripener  Bi« 
st^hofs  zu  Mögeltondern  zustand^  (im  J.  1361,  Januar  9), 
und  er  bewirkte  dadurch   dass  dieser  Theil  des  Landes 

16» 

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SU 

abgf^eu^  und  jpüMr  itf  unmittelfcite  YerHndniig  mit  dMi 
K<lnigi^aiGlt  g^em  w«r4e.  Wi^  d|^  Henog  toib«r.  üdbi 
zu  r^M^r  SäbaHMigkei^  md  W^t  f okMineii  war^  do 
JMijt  ste  ihm  mtik  j^t  Hiebt  la^utbeil  .wtfdea  köniian.^  w^ 
sich  bald  neae  gewaltsame  Ereignup»'  v9rbereitet0il.  .  u« 
I.  ,  KurÄi  nacH  ..dßwf  neAen  mit  K^Hig  WiMmpf  igt  der 
XxrajT  Mwn  gestorben/ mcbdeia  (9r:>i^s^MM)i  diif; 
©Qst^  Lebensjftbr  ÄuiUckgelegt.bfttte  ifmj.  1*59^  S#pt9nA. 
27).  i  Er  binterlie^  von  seiner  zvifeitea  Qeiii(bliQ  JMffpfilaiTfii 
fine9  S^Hn  Adolf  (VK,))  daf  ihm  io  d^  Hqnrsohift  felgle. 
Wffxuger  kriegerisch  a]^  «eiae  Rendsburger  Vettern^  bat  cor 
doch  ip  den  ersten  Jahren  anch  an  den  Kämpfen  WjdcAe 
den  Norden  fortwfthirend  bewegten  maniiigfa<di  tiieitge^ 
ao9iiDen.  Er  trat  aülangs  in  die  Dienste  dea  König  Mag^ 
nua  von  Schweden/  weteher  eben  damato  ^gegen  Widdeoiar 
4ie  ihm  fr#ier  sngeftdlene  Provinz  Schonen  zu  verttueidi'^ 
gen  hatte;  und  erbiet  das  Yerspr^obeQ  einer  .jährliehet 
Cinnahnie  a^s  d^n.  ;2;<HIeii:der  achonischfoi  PÜtee  (ini  J. 
J360)  Jiud  26),  Aber  di^s  wenigattins  lc»i«ite  d«A  Sief 
des  PänenkÖHigls  oic^t  aufhalten.  Ebenso  wenig  der  Yet^ 
trag;  dorch  wekhan  Uagna$  nnd  sein  Sohn  Hi^oi)  yon  Nor^ 
wegen  dien  Grafen  Heinrich  und  Clans  CabQar  ttberües^en 
und  Hakoa  sieh  ihrer  Scbwester  EU^ab^  verlobte  (im  J(. 
1361;  Juni  29):  während  früher  eind  Yei^indungatvitWalr 
d^nars  Tochter  Mnrgareithe  in.  An^sMit  genQmine«  war. 
Waldemar  iwar  nkht  zufrieden  Sdionen  wtedor  «u  g^:- 
winneu;  sonder»  er  wandte  seine  Hotte  anoh  g^en  die 
Insel  Gothland:  ein  Znbehdr  des  achwedilcben  ReMies^ 
aber  zugleich  der.  MitteH>uida  des  .dentschen  Handeb  auf 
der  Ostseö;  seit  langer  Zeit  der  Süz  zahbreiQh^r  K^^fien^ 


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da 

jMAe  die  Art^ttüA  WUiy  n  tiM»  der  rdchsleii  Sfa^ 
pt^aiw  tmt^pm  fewioht  hirttot.  Erst  kiira  vorhep  war 
ein  Vertrag  mtt  ^eii  OMeesIbdtai,  Lüfeeck  ybr««)  g^ 
MdoGMWii';  aber  adkekttnmaM*!  flUrvm,:  gereist  ym'  deiri 
Veriangea  »Bush:  des  reieheiifäUrittieK  dep  In'sel^.'.giriff  d^ 
König  Wisby  än^  mhin  es  nltfCfemdt  eiii  imd  p(inierte 
fem  BewoOmor  «hid  WauroAiger^  go  dn»  ^er  «dlwei<<be- 
läded  mit  Beatahdnikelirt^  Sie  Stadt  eftnk:  in  frdntmery 
d«r,Haltddl  M^Ue  mdetei  Wege;  aber  dnr^  CänenkMg 
filgte  zu  deÄ  TiM  eimi  Kftaigii  tat  Yf  mim  pndtlmut 
a«di  den  Namen  ^Kdnig  der  GoUM'.     . 

DIeM  UBEtemeKnarag:  war  ma  dbr  .Aafang  nieaear  und 
heftiger  Kämpfe.  Es  galt  doch  wieder  die  ^tfUong  dei» 
I^mtsehen  zu  den  Dünen  im  Neiden.  Da^  Übergewkift 
der  Mite  in  Haddel  ttid  Verkehr  war  ddm  Kdnig  ein 
Sdm  im  Aiuge,  und  wnn  geacbeluni  kenüe  dies  nu  bre^ 
elkm,  .d«n  fiinitiai  der  De»tsdimi  m  beseitigten)  war  ilun 
wilkommem  Ahisr  die.FoigiB  waren  fi^iUob  ttnlere  als 
er  denkUn;  mnehte» 

Die  V^induiig  dmr  norddeutschen  Städte  war  bisher 
ücht  iort  gMcUeftsen,  sie  berühre  nur  auf  gemeinäamen 
lateresben  jund  .aHniäU%  wachsendem:  Hfiarikomnietf.  Dodi 
war  ;matt  tichon  iä,i»  letztm  Zeit  eifiiger  und  entschi^ 
doier  an^etarete»  als  froher.  Die  OAs^Mtädie  und  die 
m  der  KoMsee  hutten  sidh .  einander  mehr  genähert;  sie 
aSe  mmammen  biUotän  die  dmossenschafl  'der  Ka«0«ute 
des  BOnÜBchen  Reid»  von  der  Deutsi^hen Hanse';  sie  hid-" 
ten  Veüsamlnlungen^  mrislens  >  sdioii  >  m  tflbeck^  «m  wjchr* 
^e  Angelegenheüen  zu  berathen.  Als  ein  Skeit  mit  den 
flondrischen  Grafim  ausbrach^  wurde  bestimmt  difös  k«me 


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von  des  Siftdteii  dirtlii  kandiM  fSiA^tsrfsWte  ttr  Bm^ 
scben  Hanse  gdiOnen.:  DiM6rtft#de&  wck^jOaMkeilett  4^ 
sttnmenpefaast)  die  wendischra.iuidsidtoi80liei^  die.veM-i 
ffUiBchett  und  poinmenoten/ die  von  AolUand  Lbitaad  ttnd 
Sehweden.  Von  den  hldsIcBkiflchett  ;Stidten  nimail  auwer 
Bmaalbmt^  äuoh  Kiel  an  ddr  Vereiniglli^p  t^ü.      .  r! 

Die  Zmsti^rang  Wiabys   vhr  ■nt^riJaeMaUaisllndfdl 
^  Angriff  kuitäß  Gegsoaü^^ 

y^  tue  M  Laitf  ^et  JahrbWderlci  enreAM  IhktMl,  a* 
iclittteen  VBd.m.Vertheidlgen;  dmi  dieser  An||[riff  mniaM 
ihre  Verbindung  nur/fesler 'machen.  <^  Bis  iüilnttl  %«^ 
#en  die  Städte  und  .die  norddentsoben  Pursten^.  aneh<:die 
hokteinschen  Grafen,  nicht  innner  im  testen  EteversHnd-H 
niss  gewesen;  Kuweüen  habm  jene  woU'  den  nardt>4 
sehen  Herrschemvwider  die  Ftarten  idie'  Hand'  gdtotoity 
wenn  es  Yortfaeü  versinradk.  JetsI  aber  führte  sie  iibä 
gemeinsame  Interesse  zusanlmen.  Die  Osäeäftäritö;  .wtlb»* 
ehe  zuerst  den  Kinqpf  anfndunen^.wäUleh  deni loriegAie'^ 
währten  Grafen  Heinrich  den  Eisernen  z«. ihrem  lUerfilhH 
rer.  LflbeclEistelBe8edhsCogj|renund'sed»Sni^enmitB00 
Bewaflheten,  Hamirarg  zWei  Coggien  mit  200  Streiearii,  Kiel 
ein  Schiff  zdin  ScHfttzeri  und  dreissig  Bewaffiiete,  die  all«- 
d^en  Städte  nach  Yerhfitniss.  Ausserdemi  iddossen  sie 
m  Bttndniits  mit  den  Königen  von  Sidlwedelk^  und  Ii<nv 
wegeil  zur  WiedererobOFUig)  SäionenS  (Septeddier  ^;  und 
eben  hinauf  war  dann  Tomemllch  der  AkigMff  dw  Veriiünde*^ 
ten  gerichtet  Aber  die^md  firettieh  ohne  Erfolg.  Die  fQotle 
erlitt  Yerhist  im  Sunde,  und  die  Streifer  welche  BeUIng^ 
borg  belagerten  liessen  sieb  zum  Abzii|r  bewegen  ^  J: 
Das  bQsste  der  lübsc(ie  Birgermeister  Johann  Wat«^ 

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24T 

tettbiürg  mil  dem  Tode;  über  imJfiarbet/schlofls  mWi  i^ßk 
rillen  Stjikfmd  (N^v^eml^.  6— 1(^,  ia  dem  aatfb  detf.fte^ 
.wohaem  FeliiBwas.dte  Ffeibeit  Von  ZeU-cagedlehiwt  ^twl 
Den  €^fen  bfieb  iler.  BniMU  vüMbtften;  /auch  den  b|ä»r 
4m  m^atügtkm  KOliigiMi,  ökeähoft^dieee  ^diriroh  'Y0r^9(f^ 
rang  der  Yersproobenen  Hülfo  nfehl  am  lipenigalfin  :.4i« 
Soimld  d)Mi  UngUtob  trügeiL .   r  ::  ^      ..> 

Auch:  gdtng' es  dotdi  dem  WaUemar  dietle  biddijjfftna^ 
Uch  ffilr  sidi  int  gewinnen/. iJUs  BaUns.Vfliiebtei'aitfod^ 
lleise  nr  Hechndt  in  dei  fidnigs  CleMgMflchift  i^dirilm 
inur,  lieflk»  der;  Brttüiigtifii  sii^h  häw^nzixndUiiaäh^fXiftiakr 
EB$fyk  Margiaretiie  snrüdüsttkislurBn.  tei  aibh :ii«»l>miljlir 
feierlich  in  vernüUen  (im  J/  la^,  iqiril  8).  .iDiilr  ze« 
ibr  Bnuter  du.iiichiie  Jahr  nlit.  dem  aisekteiririBifer  AI?? 
bretihi  «her  ffie  See  mid  half  ikka*«  achmedisoh^  •ThreA 
gmrvmäh,  Jadf  den  et  wegen  edhicir  l^ttm-  Aiulinidin 
und  Ubd  rav  IMk  lam^ar  Y«r^feidet'dte;i(fine  Xdnil^ 
seinem  YoiMnielen  die  IM  GotUttid  ^ritsJnmni  WisBt 
fitr  4000  Maik  (naX  18B4,  JnU  28).  Er  figt&  s^er 
eine  jährliche  Rente  von  iOOOiSchil|ifund  EutAer Jans  den 
Bergwerken  Schwedem  hidzü  (im  J.  1967/Febmiit  5«) 
•  Dennoch  ndgte  man  noch  emmal .  znm  -  Frieden:  -  Erst 
gtiktig  es  den  Dinm,  sähst  in  des  Kdpigs  Ahweisenbrity 
den  Grafen  Adetf  (Vü.)  zn  gewuinen^  der  in  dieiser  Zeit 
lebhaft' nUf  der  6tadt  nmAürg-nm' Anerkennung  seiner 
hindesherrliehen  Hoheit  stritt  und  Kaiser  and  Beicfa  wider 
(Heselbe^  1«  Bei^egnnjg  geeelal  halle. >^  Da  WaUeinw  dem 
Kaiser  Kirl  eng  Terbnhden  warj  der  w«nqf  voii  de^'Be^ 
de«ftttiig:der  $U(dte  unAiflires  Kampfe»  wider  die  Dttnen 
b^igHff  ~  bei  einem  B^siMi'  in  Prag  hat  er  jenem  aneb 


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a4$  . 

anfii  neue  die  kmseriidieii  Eideltofte  in  Lflbeok  tberiasgeii 
(im  J.  1364,  Jaiiiiir  5)  ^,  so  hat  «voll  das  TieDeichl  den 
Adolf  äoT' diese  SM^  fenhrt:  Er  war  rafric^en  dto  An- 
erkediiüng  seiner  Ansprioho  tnt  Rehmem  2m  erliatten, 
md  verspfäckdaillr  den  KMig  imt  50  Manne»  t»  die^- 
nen  und  setaio!  LelliispfliGU  aueii  fegen  die  Stddte  1« 
leisten.  Die  Streitigkeiten  mü  den  Vbl»»rm  sefl'  elr-  ver^ 
rnüiela^  woHeii  sie  siek  ffem  nioht  Ittgen,  io  'mag  Graf 
Adolf  mit  dein  Lande  ra  A>lstein  itüh  silien,  und:  Uret 
fon  den  Mannen  jener  Gräfenl  des  Priedenii  finiessenwiB, 
dar  soll  in  dem  Frieden  siUenV  Er  iriH  nienandenheUoR 
gegen  den  König  ind  sein  EeuA;  werden  aber  die  Yet» 
timi  dds  Heiok  öde^  den  iEAiig  'argen',  se  wOi:  er  ei 
keifen  wdven  wie  es  ein  trener  Mieiil  ieineili  Hemn  seL 
in  der  Abwesenheit  pdec.biäiäi.  Abgangj  des  iKönigt  soll  tt 
dem  Kelche  fierfflioiiM  ^eein  wie  jmiem  selbil.  .  Bineisind 
die  HauptpnriEle  dneii  Venrnges,  do^  neck  efinnalMdii 
Macht  der  Bcdslen  trennte  nnd  einen  Theil.dclfnelben  w^ 
nigstens  'irtf  eine  Zetthiig  an  dks  bteresse  desv  Dlhien^ 
königs  band>ii  X  1364^  FWitnar  20). 

Hiebt  lainge  liess  der  Friede  '  mit  den  imdem  CSrafe» 
anf  sich  warlen  (nn  J.  ISÖSy  Jnli  7y  atiKelding).  Er 
9etEtein  de^fttnptsaohe  nur  Jtol^  dass.  aOes:Was  sejIdM 
lotsten  Erfedeli  von  beidto  Seilen  begangen  iwür;  dniok 
den  Scbiedspru^h  ton  Tiec  Mtaukim  gescUiOhM:  wenden 
soUiQL  >Do<A  verspredietf  die  Chrafen  äuA  dem  Sönig^keirt 
neilei  Sehaden/  in  seinen  Landen  «nd  Gftknrn:  Miss^ftgen» 
mochten  sie  liegen  in.  Dänemarh  oder  Hebtein/iSHck  de« 
Dnrchzug  derer  jeu^  Infdm  wekdie  dem  WaUenfar  dienen 
wollen.    Dem  König  yon  ßahwiMmi  dürfen  sie  nur  sm^v^ 


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74» 

Hl*  Bäneniaris  und  Hobtejn  dienen.  Ilire  MiAdsdiall«hi 
^im  behüten  sie.  -^  Und  dann  sind  awdi^  dfe  Stftdle^ 
naieli  ffÜ^^  Bmiftbimgen'  unter  mch  und  mit^  dw  Nttdii- 
barn^  feMgl;  ikre  YertH^  mte  WMtoMT  (SeptenA.  M 
«nd  Morven^.  22lf  bäbew  dlefiBngff  die  allen  Fralliirtten  anf 
den  sidMnüadhien  MäitteR  bestätigt^ ;  aber  kdwrhi:  paitE 
fttr  die  Gothländer  T^lwte  mid  die  asuffefitgtoB  Schäia 
gewttuet  Der  Kbnäg  batte  seine  Gegner  iretroM  und 
ae  noch  einmal^  Mampbiit 

Die^ar :  Anagnng  aber  tnd  die  Yevbindnilg  iril  dein 
Kateff  määhten  WiMemar,  wie  es:  alle  Mttddr  Dteea 
Aarl  war,  nur  Übemüdliger  atoYOilter:  er daehtedteBent^ 
sebM  noch  ^ieiter  bes(dnrlinken  ta  Jktanen.  Da  wiirdeA 
unbereditigte  Abgal^ett  T<m  den  ptadtisdcai  iBBedeibttaiinN- 
gen  (Vitten)  in  Sehohen  gefordofty  Güter  faraubt^  und  aa^ 
dere  Beeintrhdiligangen  getibt;  ataf  iOal^e:  Mdr  YerinndN. 
hing'  dier  Mne  enispreahende  Gteugthainng  gegUMA. 
Die  Städte  schienen  jedoch  nur  einer  solchen  Gd^Mkait 
an  wnHeii/  um  die  fraliere  Scbärter  audzairetsan. 

War  0(9  YoAer  ein  Kam^f  .deir  Ostseeatädt»  gevream^ 
so  wurdeli  jetsl  «He  cfie  hineingeKogen  welche: an.  4er 
Vereinigtaag  der  Hansa  Anthefl  hätten«  Auf  einfar  Ver* 
saflimhing  au  KOhi  beaoUoalen  sie  allegesammt  des  Krieg 
(iinJ.'1367,  Novi^klS),  und  äeliBten  dam  in  wiad^ohta 
SSisammenktlnften'  die  .fitlatung  eüies  jeden:  ttiid  den  SanH- 
meltdate  fest.  Jedes  Diütel  sfollle  beaMdene  ikhuildeil 
ausferSg»n  über  Jdie  Vetabredungeai:  die  gein>iBBii  waren» 
dem  KM^  aber  jede  :Stadft  ihren  F^dibHef  seaden:  ikrtir 
wurden  spater  sieben  und  Mbmaii  gazähU  So  gerMäet 
war  die  Hanse  naieh  itfemab  au%cftreted.    Mim  zeigte  sie 


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(2g0 

4tt«s  &ie  «iiid  Mfioht  e^wotden,  die  duraii  ^leriNn  koMie 
jbre  IntetesMk  mä  staiter  Hand  aofirechti  ea  etMkm. 
Dubai  yimcbiiiähten  e$  die  StAdte  nioht  eine.BesidiwQrdar 
»ehriß  tOjer  den  dUUsiAeti  K^alg'  aa  den  Kaii^r  Kart,  IV. 
1MI  BMi^Uy^  obgleich  sieiwSNfen  medbleii:  daas  m  4a  wm 
iiMM^stiBil'Mtf  Hülfe  re(^m  kdoftteft.  SiO' Anden  sie  abt^ 
Ol  «e-bcreiier  inihrt^  SMibaraehaft. 
:  : ;  Alle  «die  FriedenssefaUsse :  Süho(hrijrfe  and  Veifirige, 
an  denen  hier  fast  keine  Zeit  reieher  itftai«  dii»  Atae  da 
iGeirhardb  Söhne  tmd'  Kiümg.Waldenlar  sieb  gegenflhwslan- 
4m  f  habta  atf  die  Lftnge  wenig  gdi^dfen.  :  Bie  Int&te^ 
sto  warenMsrich  2u  en^egengesetzt:  wie  der  KöjMg  maoli 
Verdringang  der  (kafen  ans  ihren  Pfatadbcisilsnngen  nöTd* 
lieh  der  Eider  trachtete^  so  strebten  jene  daSiGe#omiene 
va  behaupten  nnd  2a  y^rmirtiren.  '  Die  Sitte  der  Z^t  er- 
laoble  in!  jedem  AngenUick  Absage  t»  scinden>  und  die 
IMeden  auf  ewige  Zeit  waren  deAalb  sMs  mUr  kvrse 
SHhtfinde. 

.  Kaum  wsdren  die  Städte  znm  Krieg  eslecI^IoMmy  so 
ffisteten  aoch  die  Ffirsteü,  der  junge  Känig^  Albreoht  von 
Sokweden,  die  Hensoge  von  Mecklänborg^  idi6  Grafen 
Heütfriek  und  Oaus.  Sie  einiglet  sich  über  ^eiehe  Thei<- 
lnn{^-jed6n  YortheilS;  dw  Beute/ der  Löilegelder,  »dciniBr* 
•hmfaqpM:  WM  in  Jtttbntd  Fflhnen  iind  Lang^land  belrliit- 
tigt  wird)  init  aOen  Inseln  die  dazu  gehören,  soOen  d&ä 
beiden  Grauen  haben  (hn  J.  1308,  Janüa^  25).  Dieselben 
^etien  sieh  ausserdem  in  Veririndmg  init  einer.  Reihe  jtt** 
tisiciier>'RMep  und  Knappen^  unCer  deneii  Stidi  AMersson^ 
Cialis  und  Lader  von  Lombeclc  voranstehen  und  auehflüt«- 
kv  holsteinsoher  Sainihea^    Benediet  cron  \^efeld^ 


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t9i 

9rai  Y^briefen  deb  Biuld  iqU  deaJiöcUenbiirgera  (dcaf- 
gedben.  Tüg^  .  Uni  daH«  «oUieMKUi  sie.sidi  sofort  zu  Lü-^ 
böds  d6r  JSiiHgimg  d^  Städte  aH  (Febniar  Zj^  und  ziehea 
MMerdeiti  dto  Herzog  Heimridi  berbei^  dem  m  di^  Wte« 
derer<d>eFiiiig  Langduids  und  die  Sidierttng  «Her  iieinef 
allen  Beeilte  yers^reoheii  ^«rz  12)., 

AHe  dem  K&ug  Mndiiohen  Gefallen  iSind  dieMtl  rt^n 
einigt:  die  Fürsten  nnd  StAdte  d«} /nordalbingischen  iiHd  bM 
AeehUartfen  Landes  scbicken  flieh  an.nocb  einmal  gemein* 
sam  für  die  Anfreöbthaltung  der  flUlieni  Yortbidile;»  hUot^, 
ften.  Nnr  Herzog  Briok  von  Lauenburg  und  Qnl  Adolf  (VH.) 
nei^n  ach  auf  cttniScbe  Seite:  man  traf  MaasaragAt  mtü 
Feindgäigkeiteh  derseDien  Yoirzubengen,  die  sie  denn  doek 
Hidit  wagten^  Hamburg^  das  luckt  lan^  voriier.  die  liiihK 
deshoheit  Adolb  hätte  anerkennen  mflisden  jwid  das  einoto 
Angriff  der  IMteenmif  der  Elbe  fttrtikMe^  fickwünlte  ei4-: 
nen  AngenUioh  in  der  Erfttlluilg'  der  Köhier  Bescktasse': 
man  berieth  (di  die  Stadt  ans .  der  .Y^rbkuhnilg^  dA  ffiuise 
ausgeschlossen  wwd^mllssey  aber  sie  überwand  ihre 
BededEen.  Eiei  dagegen  hat  diesmal  keinen  Antheil  gi»* 
nonmien,  wurdet  aber  auch  aufgefordert  siöh  über  seine 
Tkeibudme  am-  Bunde  zu  erklären. 

Als  die  Städte  deihi  K^nig  ihre  Fehdebriefe  sandten, 
wird  Mini  ^  hdhniendes.  Wert' in  den.  Mund  gelegt: 

:  fSeven  und  seventig  Uensen  •/ 

Heft  seven  und  ieYentilB;^^  gensen;' 
Wo  mi  de  gensen  lüdit  en  bfte»^ 
Na  den  hensen  frage  ik  nieht  «n.  ddten'. 
Derselbe  König  aber^    als   die  Miebt   der  Verbtudelen 


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ist 

wObbu  Küstefi  nahte,  beflü^gr  «II  ScMlMi  reioh  beMM 
ein  3chiff,  und  vei^Ms,  nickl  and^ers  ab  ei&sl  scdn  Valt« 
Cbiistopli;  dag  ^obweitedroble  Reteh^  uii>  für  aifihderQa^ 
fihr  zu  «ntgebeii  die  er  beraiifbesckworen  hattcJ,  um  lUA^ 
kickt  biti  deutacbea  FtPStefli  md  dem  Kaiser  d«roh  JMihbnM 
ViiteriiatdlKng  'die  Retturig  su  ^Mgeu  weiobe  er  :«iob 
selbst  nicht  geben  konnte.  Was  WaMetfiar  in  tiiiettitti« 
tigeniaber  iinnikigeii  Leben  gewofinen  lüitte,  ging  uun 
tei  bdt'  einem  Sehlage  wieder  verk)ren.  :;. ': 

Dto^ßttdte  veriie^rten  ttäi  ihren  SchüEsn  Sedandltaad 
Seböncii;  diö:  eben  aufblühende  HändelspUtze  am:Suid 
wurden'  gewdteam  aerstdrt  Die  Holsten  aber  dtrabgenJbi 
IMaml  ein  und  wuren  bald  wieder  im  Besitz  des  laude»: 
rie  nannten  sich  Herren  voa  JUttand  (domini  Jnti^.]lai20), 
bertltigten  Privilegien^  terfttgten  über  BesftzungiQ&y  qihM 
chanvea  ihrem  leioh,  und  schienen  wöhL  genei^  die  Pläne 
ihres  Tuters  voUsülidig  wieder  aubunehmeu.  Zur  6e& 
die  Städte^  m  Lände  die  FUkfsten^  dazu  innerer  Zwist  im: 
ReioK:  dem  koiknie  Slnemiark/ dessen  König  in  :der.Feraoi 
mnheiinrte/  mchtHRdersVdien«  Der  Marschallllenning  Pud^ 
buff^  der  :nm  Hauptmann  des  Reidies  erkoben  war^  und 
<äe  anderen  Grosten  sehen  sich  g«nOthigt  den  FriedM  zu 
suchen,  der  dann  die  Macht  der  Deutsoken  auf  dis.eut« 
soUedmste  zei^  und  sie  hoher  hob  als  Jemals 'früh^. 

Der :  Friede  ist  zu  Stralsund  mit  einiget  StädMH  em 
Yorläufig  vereinbart  (im  h  1389,  Ndvenhu^dO)^  aber  da 
ihre  BevoUmächtigten  si<di:  rorbdiieltott  die.  Bestätigung 
der  verbündeten  Festen  lind  Stftdte  «maiAolen,.  erst  spä* 
ter  förmfich:  abgeschlossen  (im  J.  1370^  Hai  24);  Als  Bnt- 
sckftdJgMg  wurden  dw  Stftdten  auf  15  Jahre  zwei  Drittel 


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S5d 

iiM  den  Skmiflmm  m(S  SfiMinm.  wi  m.  4em  Ead«  4eg 
fieiRto  4fif  wißhAgfiXen  SQUö»er  Md  ^fifteieit  tüMriasieit. 
Dui  ggiute  Küste. der. Frtirü«v  welche, urdg^pn  4^Mmxig$^ 
bogmk  ittid  des  von  Uer  irug^efiHkrtm/Veritelurs  mifc.deii 
andtren  Theilen  der  fifcnndin tftodicai  HülMmei  eiiwr  so^  tteke 
WäfihtiKkeii  für  dieSlMte  baH^i  kw  aof  diese  Weuie  ib 
ihre  BftiiAe ;  lie  konnten  sieh .  hier  nocb^.  fester .  Detteir  ßk 
iHtber,  von  bier  ans  dsn  Sund  beherrschen  und  diil;:ni9r^ 
diilchea  Reiche  mil  ihrem  Ejiifliw  lamer  mehr  umspaai* 
Ben.  -^  Der  Friede  ist  ohne  den  König.geitehtMaeli,  dbet 
er  sett  ihn  besiegeln  wenn  er  bei  seioMi  Reiche  bleiben 
urili.  SbUie  er  aber  die  Hcarrscbaft  wiem  juid«ni>  d»ti*e«4 
ten  wöUen,  so  kann  es  not  mit  ZusUnmung  d<»r  Stifcdtd 
geschehen ;  attoh  wenn  er  mit  Tod  abginge,  soll  keiner 
König  Werden  es  sei  denn  mil  dem  BMhe  der  Stttdte<r 
Urnen  soll  jeder  der  die  HerrsobiA  fittren  wfll  ihre  Et^ 
holten  bestätigen«  Es  ist  m^X  blos.  das  die  Biädingung 
ffr  j^d^.  weitere  Herrschaft  im  Königr^ch,  sondern  diecMt 
wird  überhaupt  von  der  Mitwirkung  d^  ßtfldte  abhingig 
gemacht,—  Hier  ist  der  HiOie^unkt  der  stidtiscihen  Nacht 
im  Morden.  Da  hatten  sie  Stthae  fttr  den  Angriff  mS 
Wisby  erhalten^  und  trugen  die  Fahne  des  deutsohenEin'^ 
flusses  noch  einmal  hoch  empor:  mit $cJiiteden  verbtedel 
und  eine  Bauptstatze  des  jungen  Königs,  über  Norwegon; 
das  aoC  Waldemmrs  Seit^  gestanden  halte,  Siegeri  in JDAr! 
nemairk  fest  TöUige  Beirren. 

Nun  half  es  wenig  dass  Kaiser  Karl^  dem.  Waldt^mar 
einen  Geleitsbrief  aosatelltei  auch  mehreren  nordrfeulsßhen. 
F«nten^  Und  unter  ihnen  dem  GraCen  Adolf  enftnig»  die 
^ungetreuen  uiigeborsamen  und  bdsen  liCute^^irelckbe  in 


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66« 

und  ausser  demKösIgfreiöh  jenem  rti  lielmsMftiiner  gnehvil^ 
digty  aber  ihm  hiebt  uMerihtaig^  sondern  treutes'  ehrlos 
und  meineidig!  seien/vör  siekiMiiadeh/iitt  riehfennnd 
in  die  Acht  2tt  ihm*  (Jttlt  STj^i  Die  Kreft  des^^uteehM 
ViiKeB  war)  sehten  lange -niehtflieiMr  bei  dem  Kaiser^  «son*^ 
dem  gie  laf  in  den  TerritoHeri^  unt  3»'^  dtöser  Zeit  vor- 
nemieh  in  den  Stftdten;  Jener  hat  seit'iter  litaiifisdien 
Zeft' nichts  gethan  für  die  ErhAong  des  deiatsche«:  file^ 
mentes' im  Norden^  iii  der  rot  allem  Mk  die  Stäifce  der 
Natiop  kandfab ;  wo^  er  auf  diese  YerhäHnisse  einging,  ge^ 
sehah  es  fast  jederzeit  hemmend  und  zu  Gunsten  der  feinde 
Hohen  Fürske».  Aber  die  einzdnen  Gewalten  brachen  sieh 
Bahn  auf: eigene  Hand.  Karl  moehte  seinen  Freund ,  den 
nächtigen  Dänenkönig,  aus  dem  Prager  ZöU'  für  die  nicht 
erhaltisneaLübedcl^r  Euiktfafte  enischadigen.  Wollte  die- 
ser in  sein  Reich  rärüdUsehreU)  so  mttsste  er  die  <Ver^ 
trüge  mit  den  Stftdten  anerirenn^n  und  gutbeissen.  >  Und 
dso  ist  es  nach  Jahres  Ablauf  ge^hehen  (un  J.  1371, 
Mai  15.  Ootober  27). 

Als  Kaisei*  Karl  äinige  Jal^e  später  (im  J.  1375)  nach 
Lobeck  kam  «md  die  Macht  und  den  Glams  der  Stadt  in 
der  Nahe  sciiaute,  zeigte  er  sich  günstiger  gesinnt.  Die 
LHbeeker  erzllhlen,  wie  er  die  Bürgermeister  mit  deoi 
^ame»  iÜerren*  geehrt  und  als  sie  es  bescheiden  ablehnt 
teil  hinzugefügt  habO)  dass  Lübeck  diesen  Vorzug  mit  vier 
anderen  Städten  des  Römischen  Reiches  theile,'  Rom  Ve- 
nedig Pisa  und  Florenz.  Hamburg  dagegen,  dessen  Ge- 
sandte einen  neuen  Versuch*  machten  sich  der  Gewalt  dei^ 
holsteinschen  Grafen  zu  entziehen,  ward  auf  die  Aner^ 
kennung  der  früheren  Verhältnisse  yerwieseMf;  der  :Kaiser 


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655 

kdl  qpäler  idie  Bntscheidvng  gegeben^  dass  die  Hamburger 
der  Gräfe»  als  i&ren  Erbherren  gebotsam  sein  söUten  (im 
J.  1377y  Oetob.  30).  Zu  Lübeck^  wo  sie  aiGh  sammt  aii^ 
diern  Fürsien  eingefmideii  hatten,  war  eis  zu  ein^  völligeh 
Versdhming  gekommen:  Karl  trug  inch  kein  Bedenken 
iluien  den  Gottorpor  ZoO^  ab  einen  ^der  rbn  uns  und  dem. 
Reiche  ilu  Lehn  rdhretV  f&rmUeh  2u  bestätigeii  ^  J.' 
1375^  Octob.  21).  Er  hat  in  diesen  Jahren  die  Wlehtig-*; 
keit  der  nordUenlschen  Verhälinfag^  besser  erkannt  und 
ihnen  grdssere  Aufmerksamkeit  zugewandt  als  die  meisten 
der  qiäteren.  Kaiser.  Doch  im  wesenäichen^  blieben  diese. 
6ebi^e  sich  imiM*  selbst  iberlassen. 

ABmähfig  hat  der  Friede^  welcher  so  lange  imterbro« 
dhen  war^  auch  hier  wieder  begründet  werden  können. 
Mit  dem  jungen  lauenburger  Herzog  'Brich  (in.)|  dessen 
Vater  zu  Waldemar  gehalten^  ist  ton  den  Grafen  bald  nach 
dem  Städtefrieden  ein  Abkommen  geschlossen  worden  (im 
J.  1370,  Juni  22),  das  auf  acht  Jahre  jede  Fehde  beseiti- 
gen sollte.  Gegen  den  Schauenburger  Otto  y^bürgten 
steh  2^ei  Bfiter  des  H^zogs  fttr  den  Frieden  (im  J.  1371, 
Novemb.  1).  Eänlge  Jätete  darauf  ab^  schlössen  ^e  Fttr** 
sten  von  Lanenburg  Holstein  und  Schanenburg  mit  den* 
Städten  Lübeck  und  Hambnrg  eiiien  umfassenden  Land- 
frieden, in  dem'  sie  sieb  gegenseitig  Hülfe  geigen  Jede  6td-^ 
nmg  desselben  zusagten  (tm  J.  1374,  Februar  19y. 

Dagegen  waren  die  dolsten  in  die  Strabun^  Verträge 
ilicht  ehigeschloi!sen>  und  auch  Mcb  Waldenmrs  Rdckkehr 
dauerte  die  Feindschaft  foii;  jene  biteben  im  Besilz  de» 
gf  össleren  TheÜes  TÖn  Jflttand,  wo  Ritter  die  ihheA  ver- 
achtet wnrsn  auf  den  eihzMnen  tSchldssern  snssen.     I>a 


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250 

a}>er  auch*  diß  met^^nbarger  FAfSteit  4utth  iUq  AujSßiebA 
auf  die  dänisiche  Kraae  —  dar  HtrHog .  Hei^Hck  war  siit 
\y;ididemarB  fiUester  Toqhtei:  Ingeb.urg  tennOhlt — ^^  und.  andere. 
Zug^Ständuisse  gewonnen  wafeH;  v^rviitldten  die^eiöndlielt 
quch  den  Frieden  :aii(  den  Gfßfan  (JFlmiatorg,  im  J.  :1373| 
Janttar  .84).  Diese  g^ben  Noifdjullalid  :aiff>  yörweiben  die 
Lehnsleute  mit:  ihfen  ScUOtoem  ^ti  dea  König:,  bediageft 
aber  zugleich  ihren 'VerbüäMefen  die  Herstetluhgider.alteii 
Rechte«:  ^Wasdie.Südeijitea  b^riSt/wetebe  dem  Herzog, 
zu  Schleswig  angdidren,  so:  sotten  sie  ihm  thun  wie  sie  ihm 
pffichtig  sind;  und  ^d  sie  dtem  König  etwas  pfliohtigi  dos 
thun  sie  dem  König'.  *  Über  einzelse  Stneitputilite  wird  eine 
schiedsriohterliohe  Entscheidung!  vioirbehfilton;  bn  ^rigen 
soHra  die  alt0n  Stthnebriefe  erneuert  W^den  yea  Wort> 
zu  Wort,  und,  heisst  es,  ^kann  mM  einiDing  bed^ken. 
das  ntllzlieh  ist  dusg  die^e^Henren  keine  Feinde  .meto  wer- 
den,, so  son  man  i^  mit  m  4^  Brief  schr€iiben\ 

Diese  Bestimmung  ist  b^zeiohnenit  ftkr.  die  t{(ge  der 
Qinge,  Aber  helfen  konnte  sie-freilich:;so;j^enig  wie  alle 
fjrlAer^n  Festnetzunge«.  Die  Haupts{icbe:ui|igiag  «um.auch 
in.di^seii  yertrag,  d^Entscb^idungliberd^sScbleiswiger 
Ker^sogthum,  welche  näher  rückte,  da  der  Hensog  Hein^ 
rieh  ohne jErben  d^in  I^hte;  Ai^eh  o)miei  Ansehn;  :  Denn, 
wie  man  ihn  in  den.  Kri^  hineiiigee&ogeii;'  h(Hle  .4>kne  :viel 
Znthun  yon  deiner  ße)te,:sgi.  h«t  man  auch  FHeden  ge-» 
^MQtmw  plMue  das»:  er  mitgehand^Ii  h^te.  Einen  Theil 
sein^sr  Lpind^s  hatte' ;er:  iAiQßnden:  .zu  Tondiern  Urkunde^ 
er  net^h  einiMd  (im  J.  199&]  zu  Gunsten  nw.  Lagumklo-^ 
ster.  Dafür  al^r  giag  ihm  ab  wng.  seiner  Mutter  j»Ui  Leih* 
geding  verscjimeben  wur,  ganzjAlsen  nnd.  mehf)9r«  Harden 

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867 

eben  in  der  TondeniMheo  Vogtd.  Andere  Distriele  wa- 
ren auch  hier  an  verschiedene  Ritter  verlandet.  Die  lim-* 
becks  aber  hatten  T&rning^  jetut  freilich  ohne  Haderdeben, 
die  hokteinschen  Grafen  selbst  Gottoip  mit  allem  Zubehör. 
Unzweifelhaft  waren  cKese  fortwährend  im  Übergewicht 
im  Lande.  Gleichwohl  gab  Waldemar,  da  er  kaum  in  Dä- 
nemark hergestellt  war,  den  Gedanken  nicht  auf,  auch 
hier  im  Herzögthum  wieder  festen  Fuas  zu  fassen.  Noch 
Tor  dem  letzten  Friedensschluss  gelang  es  ihm .  die  Her- 
zogin Wittwe  Rikardis  (oder  Rixe)  zu  bewegen^  dass  sie 
ihm  ihr  ganzes  LeU)gedinge  übertrug  und  ihn  zu  ihrem 
Vormund  wählte:  kann  er  einzelne  Harden  oder  Güter 
die  dazu  gehören^  welche  sie  aber  nicht  in  ihrer  Gewere 
hat,  gewinnen,  so  soll  er  sie  behalten^  und  sie  will  weder 
darauf  noch  auf  Besitjsungen  die  er  schon  in  Händen  ha- 
ben mag  Ansprüche  erheben  (im  J.  1373,  Januar  1).  Hier- 
ai|f  stützte  in  dem  Flensburger  Frieden  Waldemar  einen 
Anspruch  gegen  Lüder  Limbeck  auf  die  Luntoftharde,  die 
auch  zu  jenen  Besitzungen  gehörte,  seit  lange  aber  schon 
an  diesen  verpfändet  war.  Und  hjatte  der  König  einmal 
Eingang  in  das  Land  gewonnen,  so  ging  er  bald  weiter:  er 
liesssich  von  anderen  die  Pfandverschreibungen  des  Herzogs 
^ertragen;  vom  Grafen  Adolf  löste  er  eine  Forderung  von 
1000  Hark  Pfennige  auf  Hadersleben  ein  (im  J.  1374, 
Juni  16);  und  zuletzt  ward  der  schwache  Herzog  Heinrich 
vermocht  auf  einer  Zusammenkunft  zu  Nyborg  (Juni  24)| 
wo  er  in  des  Königs  Gewalt  war,  ihm  das  Recht  zur  Ein- 
lösung von  Gottorp  und  allem  was  dazu  gehörte  zu  über- 
tragen, und  zwar  in  der  Weise  dass  der  König  alle  Ko- 
sten und  Schäden,  die  er  um  des  Herzogthums  willen  auf 
L  17 

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258 

sich  geiiomnien  habe,  aufdasSchlöftiscUlagön  sollte;  erst 
wenn  dies  alles  sonint  dier .  frikberien  Pfandsumine  bezahlt 
sei^  soll  der  Herzog  es  Idseä  dürfen.  Auch  Langeland 
giebt  dieser  auf:  will  er  es  wieder  habeif;  so  soB  er  es  eing- 
lasen so  hoch  wie  es  je  verpfändet  worden  ist.  Der  arme 
Heraog  musste  wohl  wissen  das»  er  nimmer  da^a  kern* 
men  werde. 

Es  ist  nicht  ohne  Znsiammeiihang  hiermit,  dass  auch 
die  Nordfrtosen  einen  neuen  Angriff  we^en  'Nichtzahlung^ 
der  gelobten  Abgabe  erfahren  mussten.  ^AHe  Freiheiten/ 
sagt  der  dänische  Geschichischreiber;  wurden  ihnen  ent- 
zogen': von  jedem  Hause  mussten  sie  nun  ein  Pfund  Sler^- 
ling  zahlen.  Ihneii  kam  damals  die  Noth  von  alten  Sei- 
ten. Schwere  Ruthen,  die  sogenannten  MannU*änken,  hat- 
ten unlängst  (in  d.  J.  1354.  1362)  ihr  Land  heimgesucht 
und  einen  bedeutenden  Theil  desselben,  über  20  Dorf- 
schaften, zerstört.  Auch  dadurch  und  durch  die  verwü** 
stende  Seuche  gesehwächt,  mochten  sie  leichter  der  kö- 
nigliehen Geivalt  erliegen. 

Waldemar  wandte  sein  Augenmerk  auch  auf  eine  an- 
dere Seite.  Immer  noch  war  die  Haseldorfer  Marsch  ein 
Besitzthum  der  bremischen  Erzbischöfe,  seit  lange  aber 
mit  dem  dortigen  Schlosse  an  einzelne  Herren  oderRitta" 
verpfiindet,  welche  dann  die  Lage  der  Landschaft  nur  zu 
benutzen  pflegten  um  das  benachbarte  Holstein  zu  verhee- 
ren. Der  König,  welcher  dies  erkannte,  gab  seinem  Va- 
sallen Henning  Meinerstorp  6000  Mark,  um  sich  die  Pfand- 
schafl  zu  verschaffen,  ^aufdes  Landes  Verderb  zu  Holstein  ^ 

So  hat  Waidemar  in  seinen  letzten  Tagen  noch  ein- 
mal aufgeboten  was  er  konnte,  um  die  holsteinschen  Ghra- 


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25a 

fen  2ik  Iwiidrangen  uad  um  das  HörzogtbiiBi  utd  die  be^ 
nachbarten  friesischen  Gegenden  in  VeAiindimg  mit  Dä- 
nemark zu  halten.  Die  Hökten  halten ;  den  Süden  bit 
Flensburg  inne,  in  dessen  Nähe  sie  dds  ScUoss  Nidhniii 
bauten /.der  König  den  grösseren  Theil  des  Nordens  in 
Besitz.  Die  Eädösung  Gottorps  welche  Waldemar  ang«** 
boleii  hatte  ¥erweigerten  die  Grafen  anzunehmen^  und 
ebenso  thaten  die  limbech  zu  •  Töraing^  iftdie  et^  schon 
mehrmals  vergebens  zu  verdrängen  suchte.:  Auf  den  Her** 
zog  nahm  mmand  Rücksicht:  Aber  WaU^nar  erlebte  es 
dass  Heinrich  starb:  und  mit  ihm  j^losch  das!  Geschlecht 
Abels^  wdches  seit  150  Jahren  das  Herzögthum  behauptet 
hatte.  Die  Gemahlin  Kunigunde  begab  sich  unter  den 
Sdiutz  des  Königs:  sie  dankt  ihm  für  100  Mark  welche 
er  ihr  ausgezahlt  hatte  und  will  sie  abziehen  lassen  von 
dem  was  ihr  al&  Recht  im  Lande  zufäHen  mag  (im  J. 
1375;  Septemb.  25).  Ihr  gehörte  Hadersleben  als  Leib- 
geding,  eine  andere  nicht  ganz  verbürgte  Überlieferung 
fügt  Tendern  hinzu;  und  es  ist  wahrscheinlich  dasS  sie 
dem  König  die  Hand  zum  Erwerb  dieser  festen  Plätze  bot; 
königliche  Vögte  waren  an  beiden  Orten  ^  ebenso  wie  zu 
Apenrade  und  in  den  drei  Schlössern  auf  Alsen  —  Nori)urg 
Sonderburg  und  wahrscheinlich  Keinäsgaard —  eingesetzt^ 
auf  den  letzten  erst  Jacob  Olufisen  (Lunge);  nachher  der 
obengenannte  Henning  Meiaerstorp.  Dem  gegenüber  steht 
die  Bestätigung  des  Gottorper  Zolles  als  eines  Lehnes  vom 
deutschen  Reich  durch  den  Kaiser  Karl  IV.  (Ociob.  31). 

In  der  That  stand  es  nun  zur  FVage,  ob  das  Land 
zwischen  Dänemark  und  Deutschland,  welches  sich  von  je- 
nem abgelöst  und  zu  diesem  hingewandt  hatte ,  mit  dem 

17» 

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260 

einen  oder  «anderli  geben  solle.  Noch  wflre  ^dM  Blick** 
kebr  des  Harzogtkums  in  das  Veriiilltiiiss  eines  dftniscben 
Kronlandes  nicht  gans  unmöglich  gewesen.  Deutsches  und 
dftnisches  Wesen  kämpften  um  4ie  Herrschaft  im  Lande. 
.:  Doch  war  Jenes  m  starkem  Wachsthum  begriffen:  dei* 
ganze  Südea  stand  nun  sdt  50  Jahren  unter  der  Leitung 
dec  Holsten;  die  Städte^  die  Ritter  waren  an  ihr  Regimem 
gewöhnt.  KtKa  es  zum  Kampf,  so  konnte  es  den  Grafen 
an  Terhaadeten  Aiicht  fehlen.  Waren  die  Hansestildte  jetzt 
nfehi;  Ulibedingt  auf  ihrer  Seite^  iso  haben  dodk  gerade  sie 
durch  den  letzten  Krieg  noch  einmal  die  Macht!  desKordena 
gebrochen  und  dadurch  dem  Fortgang  der  dentsdien  Herr- 
schaft auch  auf  anderen  Wegen  Vorschub  geleistet. 

Auch  wenn  eis  Waldemar  vergönnt  gewesen  wäre  auf 
dem  gelegten  Grunde  weiter  zu  bauen,  drohte  seinem 
Vorhaben  entschiedenes  Misslingen,  Den  Ansprächen  der 
Holsten  gegenüber  hätte'  er  schwerHch  das  Herzogthum 
behauptet.  Aber  der  Tod  ereilte  ihn  ehe  es  zur  Ent- 
scheidung kam.  Als  Kaiser  Karl  jene  Urkunde  unterzeich- 
nete, war  der  Dänenkönig  bereits  gestorben  (October24). 
Er  hinterliess  keine  männlichen  Erben«  Das  Geschlecht 
der  Waldemare,  das  bis  auf  Svend  Estrithson  zurückgeht, 
war  nun  m  beiden  Linien  erloschen«  Oft  hatten  sie  um 
das  Herzogthum  und  Königreich  gestritten;  nun  waren 
beide  Herrschaften  fast  auf  einmal  erledigt. 

Das  brachte  die  volle  Entscheidung.  Jetzt  ging  in  Er- 
füllung was  der  grosse  Gerhard  vorbereitet  hatte:  seine 
Söhne  Heinrich  und  Qaus  volUährten  das  Werk  der  Ver- 
bindung von  Schleswig  und  Holstein. 


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Viertes   Capitel. 

Die  Verbindung  Schleswigs  und  Holsteins 
unter  dem  Schanenburger  Hause» 


Das  Schanenburger  Hans,  weiehes  ilnnniekr  aber  .250 
Jahre  in  Höbtein  hemchte,  hat  äch  hier  zu  dem  Trig«^ 
einet  wichtigen  nnd  w^greifenden  EntiriekebHig  nu  mvM 
oben  gewnast. 

Ab  der  Anabreitnng  der  dentaohen  Beyäkcrdnif  nnd 
der  Herradiaft  des  dentschen  Einflnsaea  im  Wealan  und 
Saden  Bur6]laf  ScIuraidLen  gezogen  wtutfen,  wandte  sich 
die  ungebrochene  Kraft  der  Nation  nacih  ein«*  andern  Seife. 
Die  weiten  Gebiete  im  Osten  und  NordM^  wek^  im  Be- 
ginn der  Geschichte  von  Deutschen  bewohnt^  dann  aber 
aufgegeben  und  fremden  Vdljiem  llberlassen  waren,  traten 
wieder  in  den  Bereich  der  deutschen  Entwickelung  hinein. 
Kriegerische  Eroberung  und  friedliche  Einwanderung -grif- 
fen hier  vielfach  in  einander;  auf  beiden  Wegen  ward 
dne  Umwandel^ng  herbeigeitthrt  die  einen  grossen  und 
nachhaftigen  Einfluss  auf  den  Gang  der  Geschichte  gehabt 
hat.  Slaven  und  Dänen  wurden  an  der  Elbe  Oder  und 
Ostsee,  dieDftnen  an  derEider  und  Schlei  zurückgedrängt. 
Der  Schwerpunkt  der  deutschen  Geschichte  ward  aus 
dem  Südwesten  fort  in  diese  (taüichen  und  niMliohen  Ge- 
genden terlegt^  wo  sich  grössere  Territorien  der, Fürsten 


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262 

bildeten  9  wo  die  mächtigste  Erhebung  der  Städte  statt-- 
fand^  und  wo  wie  auf  einem  frischen  Boden  das  Leben 
neue  und  kräftige  Bildungen  bervorrief;  als  sich  anderswo 
bereits  Auflösung  und  Verfall  zeigte.  Die  glänzendere 
Seite  der  deutschen  Verhältnisse  im  13ten  und.  14ten  Jahr- 
hundert ist  nur  an  dieser  Stelle  zu  suchen. 

Der  Gang  der  Geschichte  im  dstlicben  beulsohtänd  und 
auf  der  nördlichen  Halbinsel  ist  fast  völlig  derselbe;  ähn- 
liche Erscheinungen  und  Folgen  treten  fast  überall  entge- 
gen. Deutsche  Bevölkerung^  deutsche  Spraiche^  deutsche 
Institutionen^  LehnsverhMtniÄse  und  Stadtrechte^  dringen 
mit  übermschender  Schnelligkeit  vor  tuid  ifewinnen  Gel- 
tung inmitten  der  slavischen  und  dänischen .  HerrsohtdEteii. 
Mm  hat  häufig  angenommen  ^  dass  Überbleibsel  der  alten 
Bevölkerung  unter  der  fremden  Herrschaft  diese  Wieder-^ 
aufrichtung  des  deutschen  Elementes  bd^rdert  haben,  und 
mit  grösserer  Sicherheit  als  in  den  slavischen  Gegenden 
lässt  es  sich  in  dem  Lande  nördlich  der  Eider  nachweisen, 
wo  die.  Friesen  noch  ganz,  die  Angehi  wenigstens  theil- 
weise  die  alten  Zustände  bewahrt  hatten.  Dass  diese  aber 
wieder  zum  Durchbruch  kamen  und  bald  in  w^eren  Krei- 
sen das  Übergewicht  über  die  zuletzt  herrschenden  Ver- 
hältnisse erlangten,  darauf  wären  allerdings  die  Einwir- 
kungen von  aussen,  die  Einwanderungen,  die  B^trebun^ 
gen  der  Fürsten  und  anderer  Grossen,  von  enlscA^en« 
dem  Einfluss. 

Oft  genug  sind  es  einheimische  FürstengescUechter 
welche  eine  solche  Umbildung  beft)rderten.  Was  die  meck- 
lenburgischen und  ponnnarschen  Fürsten,  die  Ottokare  in 
Böhmen,  die  piastilschen  Herzoge  in  Schlesien  thaten,  das 


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263 

gesdiah^iilrdi  die  Herzoge  aus  Abels  Haus  in  Saderjüdand; 
wie  dag  Läiid  damals  luess:  wie.  das  alte  Abodritenland  zu 
einem  Herzoglhum  MecUenburg  wurde  ^  so  verwandelte 
sich  das  Herzogfhmn  Jtttland  in  das  von  Schleswig.  Nodi 
rasche  nd  durchgreifehder  aber  ward  eine  solche  Um^ 
wandehiig  vollzogen^  wenn  dn  deutsches  Fürsferiiaus  in 
einem  solchen  Lande  zbr  Herrschaft  kam.  Was  die  As^ 
canier  und  später  die  HohenaEoHcim  in  den  Marken^  die 
LtttzelborgOT  in  Böhmen  Wären,  dasselbe  sind  die  Schanto* 
burger  fttr  einen  TheO  Hebten  und  fitar  Schleswig  geworden« 

In  dem  jetsigmi  Holstein  haben  sie  Wagrien  voUstän- 
ittg  gomanisirt:  da  ist  keine  Spur  mehr  von  slavischeu 
Elementen  geblieben;  die  schwachen  Reste  dil9ser  BevM^ 
kerung^  die  man  ui  den  Bewohnern  einiger  wftgrisdm 
ümer  erkennen  mag^  sind  ydUig  mit  den  Emwanderem 
Ywschmolzen.  An  den  Kisten  blähten  Aätige  Stftdte  em-- 
por,  die  dlerdings  mit  dem  mächtigen  Lübeck  und  einigen 
an  der  Südseite  der  Ostsee  nicht  wetteifern  konnten^  aber 
doch  dem  Verkehr  des  Landes  gentkgende  Wege  boten. 
Hinter  ihnen  war-  der  Sitz  einer  starken  Rittwschaft,  die 
sidi  fri^flich  nicht  scheute  von  befestigten  Häusern  und 
Schlössern  aus  zu  wegelagem  und  Kaufleute  zu  tiberfal- 
len, die  aber  doch  von  den  &afen  und  Städten  gemein- 
sam im  Zaum  gehalten  wurde,  und  zu  anderen  Zeiten  die 
kriegerische  Kraft  des  Landes  erhöhte. 

Auch  in  SchlenWig  und  in  Dänemark  sdbst  hat  diese 
Riltersdiaft  sich  ausgebreitet  und  auch  hier,  durch  &werb 
von  Gutem  und  durch  Übernahme  der  Schlösser  und  Äm- 
ter, bedeutenden  EinBuss  erlangt.  Wie  Preussen  und  liv- 
land  durch  die  Ritter  erobert  und  ^nnanisirt  worden  ist^ 


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264 

$0  ist  in  Ueisdrem  Htastfe  ähnliches  ia  diesen  Luieii  ge* 
scheh^L  Aber  der  Kampf  derselben  wnrde  hier  im  Ende 
hauptsftehlich  gegen  eine  andere  Aristokratie  gefiflirt,  welche 
Königthnm  und  Volki^eibeit  gleichmiss^  bedrohte  und 
alle  Ordnungen  des  Staates  von  sich  abhängig  machte  nnd 
dadurch  Dänemark  mehr  als  eunnal  mt  den  Band  des  Ab^ 
gmnds  führte.  Ifitunter  baten  sidi  diese  Stände  wohl  die 
Hand  9  iiki  Ganzen  aber  haben  ihre  Wege  doch  su  gans 
entgegengesetzten  Zielen  geführt.  Auch  kam  auf  dent*- 
scher  Seite  viel  anderes  Imma.  Das  deatsehe  EHemrat  hal 
in  den  Städten  früh  schon  Wnrzeln  gesddagen  uiid  nahm 
in  dieser  Zeit  hier  einen  raschen  Aufschwung.  Von  dem 
bedeutendsten  Binfluss  aber  war  die  Einwii^uing  ier  Re* 
genten  sdbst. 

Das  Sohauenburger  Haus  kann  sich  an  Ma^t  und  Aus- 
dehnung seines  Gebiets  mit  dM  grossem  dentsehen  Für- 
stenhäusern nicht  yerg^eidhen.  Doch  hat  es  ft^  die  Ge- 
schichte fast  keine  geringere  Bedeutung  als  diese.  Einem 
Gerhard  dem  Grossen  kommen  doch  wenige  Fürsten  des 
vierzehnten  Jahrhunderts  gleich.  Da  seine  SÜme  Schles- 
wig erwarben^  hoben  sie  sich  hoch  empor  unter  denen 
die  ihnen  früher  gleich  gestanden  hatten.  Und  war  schon 
vorher  die  Geschichte  dieses  Landes  wesentlich  durch  die 
Schanenburger  bestknmt,  so  griffen  sie  nun  noch  mit  stär- 
kerer Hand  in  dieselbe  dn  und  drückten  ihr  vollends  ein 
Gepräge  auf  wie  es  ihrer  Stellung  entsprach. 

Die  Kriegsthaten  Graf  Heinrichs  sind  dem  Hause  auch 
nicht  verloren  gewesen.  Aus  England  erhielt  er  seine 
jährliche  BesoUung,  in  Schweden  hatte  er  zu  der  Kai** 
marer  Yagtei  mitsammt  der  Münze  auch  einen  TheU  der 


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ad5 

Kopfergniben  yon  Dalekarlim  eriiilten  nnd  sog  aius  bai- 
den  mcki  unbedeütönde  Binktliifte.  Seine  Verlnndungeil 
reiehlea  weit  durch  Deutgchlanid  und  das  UMge  Europa. 
Der  Vetter  Adolf  sass  unbeerbt  auf  seiner  Featd  Pl^ 
und  es  bot  sich  bei  Bemen  Abgang  die  Aussiebt  die  Thiofle 
Holsteins  wieder  zusammen  zu  bringen. 

Die  Grafen  sind  der  säd^iscfaen  Ldinsgewalt  ^chl  lei- 
dig geworden;  aber  diese  irt  doch  vOlUg  in  i&i  Bmter^ 
grund  getreten.  Es  ist  mäglich  dass  die  Zeugnisise  der 
Lebnserneuerung  sich,  veiiorea  haben;  nian  hat  aneh 
gegbtubt  dass  die  Form  der  Lebnsübertraguitg  titft  dem 
Hute  die  hier  gebräuchlieh.  war  sie  unnöthig  machte: 
doch  wahrs^etnlich  iai  :kdiis  von  beiden;  und  in  dieser 
Zdt  fehlen  sie  dturchaus.  Von  Diensten  gegen  die  Lehn»* 
beirn  ist  auch  nirgaids  die  Rede.  In  sählnatehen  Ver«- 
trägen^  der  Herzoge  und  Grafen  wird  däron  mo  gespro^*- 
chen;.  beide  stehen  si6h  in  aller  Beziehung  ab  gletehte»' 
rechtigt  gegentiber.  Nur  dnmal  finden  wir  dass  ein  H^*^ 
zog  noch  in  holsteinscben  Sachen  urkundet^  da  er  die 
Lehen  welche  das  Kloster  Neumttnster.  empfftngl  in  Erb- 
güter verwanddt  (im  J.  1330);  spiter  ist  auch  das  nic^t 
vorgekommen.  So  konnten  die  holsteinschM  Grafen  den 
eigentlichen  Fürst^  des  deutschen  Reichs  gleichgestellt 
werden,  wie  es  wenigstens  seit  dieser  Zeit  regelmässig 
geschieht.  Ilnre  ^teUung  war  auch  so  eine  ungewöhnlidie; 
aber  sie  entspradi  den  eigenthümlichen  Verhältnissen  welche 
die  Gesdiichte  entwickelt  htftte. 

That  etwas  ihrer  Madit  Abbruch,  so  wior  es  die  trolsige 
Haltaoig  der  Ritter.  Es  ist  wenige  d^  Einfluss  den  sie 
in  Gesammtheit  auf  wicht^e  Entscdbeidungen  tftten,  als 


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am 

die  Macht  und  dar  Widerstaftil  der  einzefaien  was  geiUir« 
lieh  wurde.  Die  Schlösser  und  Vogieien  kameii  oft  als 
Pfand  oder  auch  als  Lehn  in  ihren  Besitz  imd  liesaea  sich 
nicht  immer  so  leicht  wieder  lösen.  Der  holsleinsche  Chro* 
nist  erzählt y  wie.  ein  Westensee  und  Luder  Krummendiek 
Rendsburg  besassen  und  die  Grafen  Heinrich  und  Ckus 
sie  nicht  2Qr  Herainsgabe  bringen  konnten.  Da  aber  hät- 
ten die  Bürger  der  Stadt  den  Ch^afen  die  Thore  geöfitaet, 
und  als  der  Schlossvogt  gefallen^  sei  auch  das  Sdiioss  sei- 
nen Herren  wiedergegeben  worden.  Anderswo  foad.  eine 
mehr  friedliche  Verhandlung  statt,  doch  bedurfte!  es  oft 
bedeutender  Zugeständnisse  für  die  Grafen  im  eiiie  Burg 
wieder  zu  Händen  zu  bekomnten:  so  als  Heinridi  Reyent^ 
low  gestorben,  der  die  TieleiAurg  unter  sich  hafte  (kn  J.  1364). 
Viele  hat^:  Güter  in  Holstein  Sddeswig  und  Dänemark 
zugleich,  und  bei  de^  Fehden  det  Fürsten  unter  einander 
und  so  lange  namentlich  jehe  Lande  besondere  Herxaol^r 
hatten,  konnten  sie,  welche  stets  eine  wilkommene  Meh- 
rung der  Kriegsmacht  boten,  leicht  bei  dem  einen  eine  Zu- 
flucht wider  den  anderen  finden. 

Um  nicht  ganz  Yon  ihnen  abhängig  zu  sein  scheint 
Graf  Claus  eine  neue  reisige  Mannschaft  gerüstet  zu  ha- 
ben. Jedes  grössere  Dorf  stellte  dazu  einen  geharnisch- 
ten Mann  zu  Ross,  kleinere  je  zwei  zusammen  einen 
solchen,  welche  dann  in  den  Kriegen  des  Landes  dkuken 
mussten.  Sie  waren  yon  der  Zahlung  d^  Aligaben  an  die 
Vögte  befreit,  und  während  ihrer  Abwesenheil,  wird  be^ 
richtet,  mussten  ihre  Sachen  yon  den  zurückMeftenden  be- 
sorgt werden.  Die  Streitlust  der  alten  echten  Hoisten 
auf  der  Höhe  des  Landes  und  ebenso  der  Wilslersohen 


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287 

Mfflrgchbwera  wird  bei  diesär  md  andrer  Gelegenheü 
gereimt.         . 

Bedeutender  aber  war  es  weiAi  den  Grafen  gfekng 
aueb  die  Bevölkerung  des  Hei^Qglhums  filr  sich  in  die 
Waffen  zu  rufen.  In  Fehinem  ist  dies  bereits  indenietz- 
ten  Kriegen  mehrmals  geschehen/  und  die  Strenge  mä 
der  Waideniar  gegen  die  Bewohner  Alsens  und  Sehwan- 
sens  verfuhr;  lässt  vennutben  dass  auch  diese  Lancbchnf«^ 
ten  zu  den  deutschen  Nachbarn'  Atiqjkm.'  Die  FHeieahA-p 
ben  noch  geschwankt;  doch  haben  sich  einzefaie  nAoß 
wied^holt  für  die  Grafen  erklärt ,  und  Widdemars  harte 
Schätzungen  haben  wenigstes  die  Stimmung  für  die  da** 
ni^ehe  Herrschaft  nicht  günstig^  genmcht. 

Dazu  kam  der  Rückhalt  den  die  Stftdte  und  bena$h*f 
harte  Fürsten  den  holsteinsdiea  Grafen  gewahrten.  Mit 
den  Ditmarsehen  herrschte  weiugstens  Frieden; 

Auch  die  Gefahr  welche  aus  der  Haseldorfer  llarsoh 
drohte  ist  glücklidh  beseitigt  worden^  da  Graf  Adolf  deUfDä* 
nen  zuvorkatn  und  sieh  den  Besitz  des  Landes  versdiaffia 
Indem  er  ein  förmliches  Bündniss  mit  dem  Erzbischof  Air 
brecht  von  Bremen  schloss,  ehielt  er  für  3000  Mark  die 
Verpfändung  dar  einen  Hälfte,  die  zuletzt  der  Ritter  Hart* 
wich  Heesten  unter  sich  gehabt  hatte,  dazu  die  Erlaubadss 
die  andere  Hälfte  von  Burchard  Krummendiek  für  die 
gleiche  Summe  einzidds^  (im  J:  1375,  Octob.  31).  Es 
wird  ausdrücklich  gesagt  dass  es  gesdiah  um  die  Absich* 
ten  Waidemars  zu  vereiteln;  man  war  mit  Hartwich  Hee- 
stisn  lAereingekommen  es  dieseih  auf  keinen  FaH  einzurftu* 
men.  TJm  aber  das  nöthfge  Geld  zu  bekommen,  entsehtess 
sich  Adolf  seinen  The3  von  Stormäm  Tritiau  und  Oldesloe 


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268 

an  die  LiAecker  bu  yerpßndeii  (JäU  12).  Wenige  Jahre 
darauf  ist  auch  der  Anthefl  der  Krummendiek  gewon- 
nen (im  J.  1378);  und  durdi  die  Steigerung  der  Pfand- 
summe  die  Einldsung  erschwert ,  dann  auch  auadrüddiek 
das  Verspredlen  erhalten  dass  diese  bei  Lebzeiten  des  Erz- 
bischofs oder  des  Grafen  nicht  erfolgen  solle  (im  J»  1381). 
Sie  hat  auch  spftto^  niefal  stattgefunden^  und  dieses  Gebiet 
wurde  somit  dem  Territorium  der  holsteinschen  Grafen 
eben  in  diesem  Augenblick  eines  drohenden  neuen  Kampfs 
gewenuM. 

Auch  sonst  trat  G^af  Adolf  wieder  in  nähere  Verbin* 
düng  zu  seinen  Vettern.  Mit  Waidemars  Tod  war  das 
Verhältniss  erloschen  das  um  an  deH  Dänenkönig  geknifft 
hatte.  Er  übernahm  Yon  dein  Erzbischof  von  Bremen 
die  Ventaltung  seines  ganzen.  Stifts  und  weitere  Pfand- 
Schäften^  aber  er  unterHesis  auch  nicht  sich  an  den  weitem 
ren  Untemdhmungen  der  Stammgenossen  zu  betheiligen. — 
Femer  hielten  sidi  die  Grafen  welche  mit  dem  Schauen- 
burger  Lande  den  Besitz  einiger  Kirchspiele  bei  Homburg 
yerbanden;  doch  nahmen  sie  iheil  an  der  Behauptung  lan- 
desherrlicher Rechte  über  diese  Stadt  und  an  den  Land- 
frieden ^  welche  auch  in  ^e^er  Zeit  von  den  niM'dalbing^- 
schen  Fürsten  und  Städten  mehrmals  erneuert  wurden  (in 
d.  J.  1376*  1378  u.  ff.). 

Dies  alles  bot  den  Grafen  Heinrich  und  Qaus  einen 
Rückhalt^  als  es  nun  galt  ihre  Ansprüche  auf  das  erledigte 
Herzogthum  Süderjütland  oder  Schleswig  zur  Geltung  zu 
bringen.  Sie  gründeten  sich  hier  auf  die  Exspectanzwehdie 
Gerhard  und  seine  Erben  auf  das  Herzogthum  ftr  den 
Fall  des  kinderlosen  Todes  Herzog  WaldemarV.  em|)fimg€iii 


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260 

hatten.  Nicht  dieser  Ü6tzögy  iim  sKin  Sohn  war  jetol 
dinä  Eriken  gectorben.  Es  konnte  zireifenMlt  s^^.  <^ 
jene  Yerleihnng  auch  dfesea  FaU  treffie»  LtiuteteiBL  4ki 
Worie  yerschieden^  so  wair  die  Memung  sckwecUch  eine 
andere  gewesen.  Und  die  Mübelehnung^  irdiche  damals 
stattgefunden ;  die  Huldigung  der  schleswigsdhen  Ibata^ 
ßfkaR,  welche  gefolgt  war,  galten  dem  Anspmdi  jede»*i 
faib  noch  sdirkere  Kraa  Data  kam  der  PfandbesiU  we- 
nigstens der  einen  HSifte  40s  Llmdes.  Es üsind  achlechtorf^ 
Rechte  durchgefochten  worden  als  diese:  die  Grafen  konn-«* 
ten  kein  Bedenken  haben  sie  mii  aller  Macht  und  Energie 
zu  verthöidigen.  Schleswig  an  Dänemaric  zurückzugebeoi 
das  wäre  gewesen  als  hätte  man  Preussen  wieder  unter 
Polen  setzm  wollen. 

Die  Verkfiltnisse  Dänemarks  nach  Waidemars  Tode  wa** 
ren  der  Art  um  den  Holslen  die  Sache  in  jeder  Weise 
zu  erleichtem«.  Der  Kdnig  ist,  wie  YOik&t  schon  be^ 
merkt  wurde,  ohne  männliche  Erben  gestorben.  Ein  f^ 
stes  Erbrecht  hatte  niemals  im  Rdche  bestanden;  doch 
hatten  die  nächsten  Verwandten,  als  der  Mannsstämm  ein- 
mal früher  ausging  auch  die  von  weiblicher  Seite,  immer 
ein  Anrecht  auf  den  Thron  geltend  gemacht,  dem  die 
Wahl  des  Volks  od^  der  Grossen  Anerk^wuslg  zu  geben 
hatte.  Von  Waidemars  beiden  Töchtern  war  die.  älteste 
Ingeburg  Yorber  gestorben;  aber  sie  hatte  aus  ihrer  Ehe. 
mit  dem  Herzog  Heinrich  Yon  Meetd»b«rg  EAen  hinter^ 
lassen,  unter  ihnen  eiiien  Sohn  Albrecht.  Diesem  war  von 
dem  Grossvater  bei  dem  letzten  Friedensschluss  Aussicht 
auf  die  dänische  Krone  eröflnet;  auch  Kaiser  Karl  IV.  hatte 
versprochen  ihm  dazu  behälffich  Zu  sein,  und  schrieb  jetzt 


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270 

wirklich  An  die  dänischen  Stände  ihn  als  König  anEunekmen; 
als  Kids«  hat  er  noch  später  das  Recht  desselben  geradezu 
bestätigt.  Die  andere  Tochter  aber  Margarethe  war  dem 
Hakon  yon  Norwegen  vermählt,  dem  Sohn  jenes  schwa«- 
ehen  Königs  Magnus  von  Schweden,  weldm*  damals  sein 
Reich  an  einen  andern  Mecklenburger  Aibrecht  verloren 
halte.  Margarethe  war  zur  Stelle  bei  des  Vaters.  Tod; 
nnd  sie  sachte  für  ihren  Sohn  Olüf  die  Herrschaft  zu  ge-^ 
W)nnen.  Dass  ihr  dies  gelang  ^m  J.  13T6/  Mai),  wari  für 
die  Meddenburger  nur'  ein  firund  die  WaiFen  zu  ergrei« 
fen,  nm  die  Rechte  die  itie  ansprachen  auch  mit  Gewidt 
durchzufahren.  Schon,  vorher  hatte  Albredif  den  Titel 
eines  Königs  von  Dänemark  ang^bmmen. 

Mit  ihnen  aber  waren  die  holsteinschen  Grafen  ver^ 
bunden.  Die  Mecklenburger,  Albrecht  eben  in  seiner  Ei- 
genschaft als  König,  haben  versprochen,  dem  Heinrich  Claus 
und  Adolf  dazu  zu  helfen,  dass  ihnen  das  ganze  H^^og^ 
reich  zu  Jlttland'  werde,  mit  Alsen  und  Langeland  und  mit 
allen  Insebi  und  mit  aller  Zubehöruhg.  Sie  lassen  ihnen 
dasselbe  in  einer  zweiten  Urkunde  formlich  auf,  und  nen- 
nen ausdrücklich  als  ^  dazu  gehörig  die  Friesen,  die  Bi^ 
sdiöfe  Prälaten  und  alle  Stifter  und  was  sonst  im  Her- 
zogthum  belegen  ist.  Ausserdem  verpfänden  sie  ihnen 
Laland  und  einen  Theil  Jütlands  und  die  Friedande  ^w^he 
des  Königs  Frieslande  heissen'  für  30000  Mark  und  ver- 
pflichten sich  ihnen  dafür  sobald  wie  möglich  Fühnen  zu 
verschaffen  mit  Arröe  und  anderen  Insebi  (im  J.  1376, 
Januar  21).  Damals  war  noch  kein  König  in  Dänemark 
gewählt.  Die  Versprechungen  des  Albredit  konnten  zu 
unmittelbarer  Wirksamkeit  gelangen. 

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Die  Grafe»  zögerten  wenigstens  nieht  sidi  den  Besit« 
des  Landes  -z«  vensdiaffen.  Mit  List  und  Gewalt  kamen  sie 
zum  Ziele.  Mehrere  Hauptlente  welche  W«ldemer  auf  die 
festen  Schlösser  gesetzt  hatte,  namentfich  Henning  Mei«* 
nerstarp  auf  Alsen,  sollen  durdi  Geld  bewogen  sein  die- 
selben in  die  Hände  der  Grafen  zu  gebeii.  Claus  ur- 
k«ii<kt  zu  Apeinrade  für  ein  Kloster  im  nördlichen  Theil 
des  Landes  und  nimnt  sich  ^Hefr  von  Säderjütland'  (Octob.  17)« 

Da  war  aber  das  Schicksal  Albreohts  schon  ungünstig 
entschieden.  Ein  Zug  nach  Dänemark  war  erfolglos  ab- 
gelaufen.  Da  Oluf  allgemein  anerkannt  wurde ,  da  auek 
die  Städte,  deneii  er  den  Stralsunder  Frieda  bestätigte: 
(Septemb.  7),  ddi  fiür  ihn  erklärten,  Hessen  die  Mecklen- 
burger sich  XU  dner  Verhandlung  bei,  welche  den  Streif 
zu  schiedsrichterlicher  Entscheidung  stellte  (Septemb.  21). 
Dies^  ist  nicht  erfolgt,  und  eine  kaiserliche  Mahnung  an 
den  dänischen  Reichsrath  bli^  ohne  Resultat.  Dieser 
fürchtete  wohl  die  Flotte  der  deutschen  Städte,  aber  nichr 
die  Drohungen  des  deutschen  Kaisers.  Die  Dänen  fanden 
auch  allezeit  für  Geld  Verbündete  in  Deutschland  selbst: 
diesmal  den  Herzog  von  Lauenburg,  der  sich  mit  König 
Oluf  zunächst  gegen  die  Mecklenburger  verband  (Novemb.  6)^ 
und  die  pommerschen  Fürsten. 

In  den  Stillstand  sollten  auch  die  holsteinsdien  Grafen 
eingeschlossen  sein,  und  da  derselbe  den  Besitzstand  aner«* 
kannte,  konnten  sie  sich  solches  wohl  gefallen  lassen.  Wahr- 
scheinlich in  dieser  Zeit  war  es  dass  Margarethe  ^nn 
noch  einmal  die  Erwerbung  des  Herzogthums  versuchte. 
Sie  bot  bei  einer  Zusammenkunft  in  Tondem  den  Grafen 
die  Pfandsumme  für  Gottorp  und  den  Süden.    Ab^  diese 

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272 

ivütrea  Widt  eätferiil  daraof  einnigekeni  sottdem  wurden 
m  ikrea. Ansprüchen  nttt  noch  kfihner.  Nun  etsX  ward 
ein  Tbea  der  Friesen  znr  HuMigiiBg  bewogen.  Dit  Be-. 
wohtier  4er  Böckingliarde  leistelen  den  Grafen  Heinrick 
ud  Oläns  :eine  YoIIkommeiie  Erbhtddigvng,  ohne  Rftdt-* 
sieht  anf  die  Y^fftndnng  der  Heöklenbnrgw^  sie  rer- 
sprachen  ihneii  BeiiAand  au  leisten^  ären  Amtlenten  bei 
der  Aufrechfthadtnng  des  Rechts  und  Redens  behfiUyksh  zu 
sein,  und  ihnen  aUes  das  zuzugestehen  was  sie  demK(^nig 
gewährt  hatten  (hn  J.  1377^  Januar  7).  Viellacht  rind 
einzrine  andere  Harden  dem  Beispiel  gefdgt^  Jeden&lHs 
ist  es  der  Anfang  zu  der  wirklichen. Unterw^ungFHes-^ 
lands  unter  die  Herrschaft  derHoUten.  Sdion  früher  war 
es  angebahnt;  der  Versuch  jedoch  misshingOL  Jetzt  wo 
das  Herzogthum  erworben  wird,  hat  dies  anf  die  benach- 
barten Friesen  unmittelbar  einein  weseütliehen  EinfiUss. 

Der  Norden  des  Landes  war  dagegen  noch  nicht  ge- 
wonnen. In  Hadersleben  iftertrug  die  Herzogin  Kunigunde 
ihre  Bechte  an  Johann  Wittekop  für  400  Mark,  und  die- 
ser versprach  dasselbe  niemanden  als  dem  König  Oluf  zur 
Eüalösung  zu  geb^,  auch  dass  diesem  und  dem  dänischen 
BdiAe,  so  lange  er  das  Schloss  zu  Pfand  habe,  daraus  kein 
Schade  geschehen  solle  (im  J.  1377,  Juli  15).  Über  Ten- 
dern muss  wAi  damals  die  Gewalt  des  Johann  (Henneke) 
Umbeck  ausgedehnt  haben,  der  das  Lygumkloster  und 
aUe  seine  Besitzungen  in  dem  Amte  Klein -Tendern  unter 
seinen  besonderen  Schutz  nimmt  (im  J.  1376,  Septemb.  1). 
Die  holsteinsche  Chronik  aber  erzählt,  wie  dieser  Bitter 
den  Anlass  gab,  dass  die  Feilten  Hadersleben  und  Ten- 
dern mit  Gewalt  von  den  Holsten  eingenommen  wuiden. 


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Er  Mte^  EaUe  toHKial  dagefftnge»^  da  dk  Stadt  awei 
aefner  Kiiedite  als  Strasaenräober  hinriditeii  Hess,  uad 
kalte. MrRacbe  kieter  Börgar,  die  vom  Markt  zu  Eckern-^ 
forde  heittkdirten,  g^waHthttig  asgcfafleiL^ne  erscUltgeii 
oder;  girfangen  .weggeführt  Dies  soll  den  Grafen. Adolf  äi 
die  Waffen  igerufen  haben:  er  bdagerte  und  eroberte  Ton- 
derU;  während  gleichzeitig  Graf  Claus  Hadersleben  ein- 
H^imj  (He.  beide  damals  der  HeriSogßin  Wittwe  gehörten. 
Dieis  JkanH  in  keine  and^e  Zeit  als;  dieae  Jahre  gehören.— 
Über  JSadersIeben  hat  Clautons  Bruder,  in  der  nfichsten 
Zeit  verfägl.(eiiie  Verprandong  für  .560  Mark  wurde  ein- 
gelöi!^  im  J.  1378,  Juni  27),  zu  Tondera  Adolf  später  Pri- 
Tilegieai  ausgestellt  (im  J.  1383).  Wie  die  Urkunden  der 
MeeUenburgea  «och  Adolf  Rechte  ertheilt  hatten,  so  muas 
er  jetet  wMÜich  zu  einem  Besitz  in  Schleswig  gelangt  aeiii; 

Die  KMude  der  Ereignisse  ist  hier  unvollständig  und  nicht 
achten  verwirrt.  Nur  die  Urkunden  geben  einen  sicheren 
Anhalt  für  die  Würdigung  der  Verhältnisse.  Abar  nicht 
nUfS  ist  in  Verträgen  niedergtßs^rieben  worden,  und  das 
rechte.  Leben  der  Geschiishte  ^tzieht  sich  fast  Jederzeit 
urkundlicher  Verbriefung.  Es  wird  hauptsächlich  der  Sorge 
L^eks  verdankt/  dass  eine  Aufzeichnung  der  nordal^ 
bingiscliM  Erägnisse  nicht  ganz .  unterblieb.  .  Durch  die 
verderbliche  Seuche  um  die  Mitte  des  Jahrhunderts  ge- 
stört, nahm  man  das  Werk  gerade  in  den  Jahren  wieder 
Ulf  da  es  in  Schleswig  zur  Entscheidung  kam. 

Von  dänischer  S^te  ist  nichts  gegen  die  Grafen  ge- 
sdheheA.  Härgar^e,  die  für  den  unmündigen  Sohn  in 
Dänemark  und  Norwegen  die  Vormundschaft  führte,  hatte 
in  beiden  Landen  mit  grossen  Schwierigkeiten  zu  kämpfen. 

I.  18 

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274 

ß»"  galt  das  KOnigdiuni  ans  tiefem  VeHUl  irMer-  ürfzii- 
richten,  die  TeraoUeuderten  ERdcOiifte  tu  sammelii,  die 
verlareien  Reoiile  wieder  n  gewinnenl  AuMerdem  gab 
es  Ansprtlclie  auf  Schweden  gekend  zi^  machen,  welche 
Olaf  von  den  Grossvater  geerbt  hatte.  Als  norwegische 
Kdn^n  mnsste  Margarethe  ihre  Thitigkeil  rauschst  nach 
dieser  Seite  wenden.  In  einem  AugöiMiok  grosser  Be« 
drängniss  ertfllhete  sich  die  glänzendste  Anssicht:  die  drei 
Kronen  des  Nordens  iiessen  sich  in  einer  Hand  Tcnremi- 
gen.  Die  Königin  scheint  früh  die  Bedetttnng  diesiBrVor-* 
gSnge  erkannt,  die  Dnrchfilhmng  dieser  AnqirQcfae  ms 
Ange  gefiHBst  ztf  haben.  So  aber  konnte  sie  am  wienig-* 
sten  daran  denken  einen  geftlnrlich^  Kampf  am  ScUeswig 
za  beginnen.  Se  gehört  den  Regenten  des  dhniisjchrt 
Staates  an  deren  Blick  vorzagsweise  nach  dem  Norden 
gerichtet  ist,  nnd  die  anch  dianim  znnächst  wenigstens  ei- 
nem Zasammenstoss  mit  den  deutschen  Interessen  aus  dem 
Wege  gehen. 

Es  Änderte  anch  in  der  Lage  der  Dinge  wenig  dass 
Graf  Heinridi  in  dieser  Zeit  (hn  X  1385?)  sein  thkteivei-^ 
ches  Leben  beschloss ;  er  hinterliess  ch^  kräftige  Sölme, 
GeÄard  (VI.)  Albreoht  nnd  Heinrich  (ED.),  nnd  als  Leiter 
dersälbeta  lebte  der  alte  Graf  Cialis,  bernhmi  nm  seiner 
Kraft  und  Tftchtigkeit  wiUen. 

Margarethe  Mtschloss  »ch  mit  ihm  zu  eimeta  fri^dli« 
eben  Austrag  zn  kommen.  Erkannte  sie  das:  Recht  der 
Grafen  auf  Schleswig  nicht  an  und  schloss  mit  ihnen  kei- 
nen Frieden,  so  lief  sie  GeMir  dass  anch  die  LehAshoheit 
verloren  ging  und  das  Land  wie  die  IriesisiAen  Haeden 
als  freies  Fürstenthum  roh  den  Inhabern  behandelt  wurde. 


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V7% 

M^ekMnlen  Msher  inir  Pefaidfe  IMiiemavIts  Bein;  wurdcoi 
sie  ds  ¥astien  an^noniiiHin,  so  wttr  das  Aeicb  gegen 
ikrea  Angriff  gesicherl  md  hatte*  in  minöher  leuebang 
nur  gewonnen».  Solcke  Ckttado  imnilen  Ifiivgareäio  woid 
in  dein  Entsckfaes  besittrken  den  siefalutei  Zu  Lal>eek 
auf  eineoi  Städlelag  kauen  mmh  die  Firsten  zusammen 
(in  X  1386,  Juli  12):  Matipirethe  vemüteUe  laer  einen 
ViBiirag  awiscken  d«  Hoislen  imd  idei^  Stadt .  littbadi^ 
iMdte  Gendgtiiunng.  TOiMigle  füp  die  firscUaguttg- ikrer 
Vögte,  die  bei  der  Verfolgnog  Msteinseher.Rtnbritter  mb- 
weit  Kiel  4m  Tod  giefonden  iialten:  jene  wurden  jelct  iä 
Ifoistein  und  Mnemark  gettchlet  Eben  dainäls  missen 
auch  die  Bedingungen  des.  EHedens  yerabtedei  sein  «Telcke 
bald  darauf  zum  VoBsvg  kämmt«  sollten. 

Bswar  zu  Nyborg  wo  dies  gosokah  (August  15).  Die 
Uibsche  Chronik  nennt  genau  die  Punkte  weldie;  hier 
feilge^etatt  worden  sind.  Zum  ersten  dass  die  HalsiHlheN- 
rm  sollen  besitBien  das  -leraogthum  zv  Schleswig,  Kin^- 
deskind  zu  erben^^  und  davon  sollen  sie  Mannfiokaft  «nd 
Dienst  dem  Reioke  thaiL  Das  andere  war  dass  von  dar 
Hertsckaft  der  Holsten  nur  dner  sdte  ein  regioffender 
ileiT  heissen  und  Herzog  zu  Schleswig.  Das  diftte  idass 
liie  beider  S^its  keinen  Kriej^  mehr  haben  soilbn:  w^w 
Unfriede«  .entstehe,  sollen  die  Dänen  zwei  atis  dem  Mk 
der  Hoislen  wShlen,  nnd  die  Ilolsten  iZwei  ans  desl  IMI^ 
des  Beides,  diese  vier  soHen,  den  Zwist  verg^eichw  oder 
eilien  Obmann  ernennen  bei  dessen  Aussprodi  es  sein  Be^ 
wenden  kaben  solL  Das  vtorte  hetptf  den  Beato  des 
ScUoiisesTränekjflBriiiit> Langeland;  dafür  ward  den  Hold- 
sten, die  Herrschaft  der  Ftieaen  zuerkannt,  vorläufig  auf 

18» 

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276 

driri  Jthre:  naek  AUmf  ^Mfer  Zeil  kotmie  et  m  bkibttl 
oder  z«  einem  Attstansdi  kommen.  EiidUck  fteOels  wurde 
gegenseitige  Unlersttttziiag  gegea  Feinde  und  ein  Laad-;- 
firiedea  gegea  Biaber  bettaingen.  *-*-  Die  Ainptsacfce  wer  der 
Besitz  des  Herzdgtkums  und  das.erblicke  RadU  der  Scbmeih- 
burger.  Darflber  spricht  Biber  eine  andere  Cbromk:  ^in 
dem  Herzogtbam  soll  der  itteste  Graf  die  Herrschaft,  be* 
sitzen,  und  Msst  er  S&kne  nacb,  so  ist  der  Uleste  Sohlt 
Herzog;  stirbt  er  aber  ohne  SMuie,  so  soll  der  eheste 
Bmder  Herzog  sem;  md  keine  Bruder  da,  so  fllHt  die 
Herrschaft  an  den  nftchsten  Vetter'.  Es  sind  ivielleidit 
nicht  die  Worte  des  Vertrags,  aber  es  ist  die  Auffassung 
wekhe  fünfzig  Jahre  später  faerrsehend  war. 

Auf  dem  Grund  dieser  Bestimmungen  fand  die  feier^ 
liehe  Belehnung  statt,  deren  dieselbe  Quelle  gedenkt  und 
die  ansfahriicher  ein  anderer  Chronist  besehreibt  Mi 
Zostimmnng  aller  Räthe  des  Reichs,  ertheüten  Margarethe 
und  Oluf,  auf  dem  könig^chen  Throne  sitzend,  in  Gegen* 
wart  vieler  Bischöfe  Prillaten  «nd  Bitter  ans  Dänemaik 
und  Holstein,  dem  Chrafen  Gerhard  und  seinen  Erben,  dureh 
Reichuiig  der  Fahne,  die  Belehnung  mit  dem  Heraogthum 
Schleswig,  ^dasselbe  ewig  zu  besitzen'.  Gerhard,  nach* 
dem  er  die  Investitur  des  Herzogthums  empfangen,  lei- 
stete fOr  sich  und  seine  Erben  dem  Ohif  die  IMdigung 
und  den  Eid  der  Treue.  Auch  der  alte  Graf  Clans,  der 
nach  der  Bestimmung  des  Vertrages,  da  er  sdber  erUos 
war,  den  jungem  Neffen  zum  eigentlichen  Herzog  hatte 
ernennen  lassen,  leistete  den  Eid,  und  ebenso  die.Brüd^ 
Heinrichs.  —  Eine  Urkunde  der  Belehnung  ist  nicht  vor- 
handen.   Sollte  eine  solche  nicht  ausgestellt  worden  sein? 

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«77 

Sie  fcMte  sehon  im  folgenäen  Jdiriiimderl.  Aber  die 
Sacke  k%  bestimml  und  ansfttluüch  überliefert,  avch  g^ 
riclitlich  bezeugt,  so  dass  für  Deutelei  und  Zweifel  kein 
Raum  bleibt.  Dass  dfoische  List  damals  sckon  etwas  aus- 
geklügelt habe  was  qiäter  der  Gültigkeit  des  Actes  Ab-« 
bmch  zu  thnn  vermöchte,  wird  man  sich  schwer  überreden. 

Margarethe  wollte  Ruhe  von  dieser  Seite,  und  noch 
spät  wurde  sie  gepriesen,  weil  unter  ihr  ^grosser  Friede 
war  zu  Wasser  und  zn  Lande':  'sie  habe  Frieden  gehid- 
ten  mit  den  Holstenherren  und  mit  den  Stttdten'.  Aller- 
dings hatte  sie  andere  Dinge  im  Auge.  Dennoch  konnte 
ihr  nicht  entgehen,  dass  sie  Bedeutendes  aufgegeben  hatte. 
Aber  sie  that  es  mit  gutem  Bedaoht.  Auch  ihr  späteres 
Auftreten  giebt  keinen  Beweis,  dass  sie  damals  nicht  ge- 
wusst  habe  warum  es  sich  handelte  und  was  siezugestanc). 

Die  holsteinschen  Grafen  aber  mussten  alles  für  er- 
reicht und  gesichert  halten  was  sie  lange  erstrebt  und 
wofür  sie  bis  zuletzt  gekämpft  hatten.  Erst  kg  ihnen 
daran  dass  das  Herzogthum  nicht  wieder  mit  der  Krone 
verehiigt  wetde.  Jetzt  trat  dies  vor  dem  Grosseren  zu- 
rück: das  Land  war  für  sie  selber  gewonnen,  wie  ein 
deutsches  Pürslenlehn,  mit  allem. Recht  desselben,  zuerb- 
li<diem  Besitz.  Es  gab  niemanden  der  darauf  weiter  An- 
spruch erheben  konnte.  Das  Volk  sdbst  trat  bereitwillig 
unter  ihre  Herrschaft. 

Die  beiden  Landschaften  nordlich  und  südlich  der  Ei- 
der, wekhe  seit  Jahrhunderten  in  vidfacher  Berührung 
mit  einander  standen,  wurden  jetzt  unter  demselben  Für- 
stCBhause  verbunden.  Dure  staatsrechtlichen  Verhältnisse 
verschieden,  nicht  die  Interessen  oder  fiewohoh^i- 

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212 

len  des  Lebens.  Ldoht  kabcn  sie  sich  nun  tmgetmk  ekn 
ander  geschlossen  und  g^eineinsaih  die  SoUcKsgle  ihrer 
Fitaten  grefhdit 

Der  neue  Eerxdg  nabln  seinen  slfendif  en  Sitz  zu  Got^ 
torp^  wo  auch  sdum  Yorfaer  eine  ftb*sttohe  Residenz  ge^ 
wesen  war.  Zu  anderen  Zeiten  finden  wir  'ihn  und  sehmi 
Oheim  Claus  zu  Sonderburg  atf  Aben^  das  sich  durch  die 
Lage  seines  Schlosses  den  Fürsten  zum  Aufenäiult  em-* 
pfolen  haben  muss.  Hier  beurkundeten  beide  die  Über-^ 
tragung  von  Möhridrchen  in  Angein  an  den  Orden  der 
Antonit^  und  nahmen  diesen  in  fliren  Schutz  (hn  J.  1391). 
Es  fehlt  auch  mcht  an  andern  Zeugnizsen^  dass  neben  d^n 
Herzog  auch  sein  Oheim  an  der  Regierung  un  Herzog- 
thum  theinahm.  Beiden  hat  der  ScUeswiger  Bisdiof  sich 
zu  TVeue  und  Httlfe  Terpflichtet  (im  J.  1889).  Die  Hölsten 
sahen  das  Land  als  gemeinsames  Besitzthum  des  Hauses 
an^  das  nicht  zur  wirklichen  Theikmg  kam^  an  dem  aber 
alle  ein  unmittelbares  Recht  liatten.  Indem  sie  dieses  ge* 
meinschaflÜch  ausübten^  sicherten  sie  zugleich  iiffe  Herr- 
schaft und  knüpften  die  Fäden  fester  welche  ihr  Haus  mit 
dem  Lande  verbanden. 

Des  Grafen  Adoff  aber  ist  hier  niehl  Wieder  gedacht 
worden.  Er  hat  die  letzte  Zeit  in  Frieden  gdebt,  be- 
schäftigt mit  der  Stiftung  des  KarthAuserklosters  zu  Ah- 
rensbdk^  die  einem  Gelübde  des  Vaters  hei  der  Unter- 
werfung von  Fehraem  gehngthun  sollte  (im  J.  1886). 
Dann  ist  er  ohne  S(Mme  gestorben  (imJ.  1390^  Januar  2^, 
und  aufs  neue  konnte  eine  Vereinigung  dei  zersphtterten* 
holsl^schen  Landes  vorgenommen  werden;  AdoüfMan^ 
nm  huldigten  dem  Grafen  Claus  auf  dem  Gevierte  zu  Buim- 

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279 

höved;  ihm  und  fieriiard  überliligeii  atich  die  Schwestern 
alle  ErbansfMrtlche  die  sie  haben  m^di^en  (im  J.  1390^ 

März  1«):  

Die  Grafen  von  der  SchanenbUrger  Urne  hfttten  wohl 
eik  Rboht  auf  Theilun^  gehtbir  es  iät  scdbefc:  geltend  ger 
nadil  dai»  üe  uin  einen  Grad  nifaer  ventandt  waren; 
Abet  weit  liennteil'  de  mit  ihren  Ansprüchen  auch  nicht 
komneB.  indem-  sie  denselbe&.fdndlich  entsagten  (A^ril 
4.  13),  erlangten  sie  wenigsten^ .  eilten  Yelrtrag  der  ihr 
Recht  fdr.die  Zukunft  sichef  stiollte  und  einige  Vortheile 
gleich  gewährte  (April  17^  isuiKiel).  Graf  Otte;iii¥i  seiü 
Bruder  Bernhard. sowie  stine.  Söhne  Adolf  wid  Wilhehn 
m'hielteh  n^ich  8000  Marky  einen  Hof  z«  Hhnd>nrg  unU 
den  Billenwerder,  die  sie  freSIieh  einlösen  mussteh,  end^^ 
iich  das  sogenannte  Neulfad  mit  der;  Neustadt  (oder  Grct^ 
yenkroch]  ah  der  Elbe  in  der  Kreinpär  Malisch,  welche 
das  Leibgfeding:  To'n  Adolfs  Gemahlin  Aüakär  waren.  «^ 
Jene  Stadt,  #elobe  erst  iin  ISten  Jalnrhundert  begründe! 
w^ar,  ist  kiirz'dMrauf  find;  J.  1391.  1395]  dündi  grosso 
Flutten  zerstdtrt  worden.  -^  Im  ganzen  haben  die  Be^ 
Sitzungen  dieser  Linie  in  dem  nordUbingischen  Lande  jetzt 
wesendieh  den  TJmfäng  der  später  sogenannten  Herrschaft 
ilnneberg  eriaii^t./. Dieselben  wurden  aiich  von  iden  anh> 
dern  Grafen  iii  Schutz. igenomnien,  und  soUten.Ton  ihnen 
yertheidigt  werden' wie  ihre  eigenen  Lande,  dafiit  aber 
a«ch  ihilen  wieder  offen  stdien  ^  und  wenigsfens  eme  gOH» 
wiisse  Verbindung  niit  dem  Haupttheil  der  Grafisehaft.  ist  so 
ethaben  worden.  — »  Dazu  ikinniHi  Besfimmungeh  Hber'  die 
w^tere  Erbfoigife  im  Lande  weldiei<die  feg^eitig^  Rechte 
der  beiden  HänseS'siQber  steBen' sollten:   ^ean.idie  eiäi 

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280 

Linie  oiine  rechte  Biten^  4m  M«i»serbeii  wären,  versterbe, 
^Ile  die  andere  tlle  Beirschaft  und  alles  Gsl  erben  das 
jene  hinterlasse.  Wenn  einer  von  ihnen  Lehngut  von  dem 
Kaiser  oder  einem  andern  Fürsten  erhalle^  soHe  et  es 
zur  gesammten  Hand  empfangen;  denii  all  ünr  fiut  soie 
bleH>en  zu  einer  gesammten  Hand  und  leknscbän  :Were 
fOr  ewige  Zeiten;  keiner  sollä  auch  Schltoser  oder  Latid 
erbfich  verkaufen  oder  Ldingut  zu  EigeBthum  gehen  ohne 
Zustimmung  der  andern*. 

Der  Vertrag  ist  ein  wichtiges  Hausg^etz  der  schatten^ 
burger  FamOie,  auf  dessen  Anwendung  später  mehr  als 
einmal  vidi  nngekommen  ist.  Des  letzten  grossen  Erwerbs 
der  einen  Lfaiie,  des  Schleswi^i^Herzogthums,  wird  nichi 
ausdrücklich  gedaditl.  Wo  Adolfs  Erben  von  ihrei^  ^gan^ 
zen  Herrschaft*  (al  uaie  bersoop)  sprachen^  konnte  dies 
aiti  Ende  mit  verstanden  werden.  Um  aber  hier  dem  Ter^ 
U-ag  eine  wirkliche  Bedeutung  zU  sidiern,  hitle  es  dcir 
Belehnun^  zui^  geliammten  Hand  auch  für '  diese  Schauen^ 
burger  Lkiie  bedurft,  wii  eine  solche  naehNde^  getr^oAe*- 
«en  B^timmling  bei  jedem  ^euen  Lebngut  'gesndjtt  werden 
sollte^    Daran  war  sicherUeh  nicht i  zu  dfeidEon. 

Margarethe,  welche  nach  deal  firfthto  Tode  ihri^s  Sob^ 
ans  Ofakf  (im  Ji  1387)  iaüforw^en. zur  Königin,  iüDt-i- 
nenmrk'irair  Yörmünderin  <h«i  Beichs'  gewählt  war,  fühlle 
mh  sttrk  genüg  um  auch  die  Ansprüche  wekbe  iinr  Ge^ 
«ahl  auf  IBohwedett  gehabt  hatte  gegen  den  Meeklienbur* 
ger  äuj^chzulfuhren.  Eihe  glücklic^^  SchlaoM  lieferte  den 
König  und  seine  Vefftündeten,  uiiter  ihnen  den  jungen 
firafen  Albtecht  von  Hobteiki,  iii  diferGeÜBUigehscbaft  der 
fiSnen  (im  J.  1389),   Und.itür  Stodcfcolm  iwidecsfand  mit 

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281 

Hülfe  ^er  devtsobeu  BesfllBUDg  und  der  sogeitjuinleh  Vi* 
laliebbrüder:  hiiiiie  Seefahrer  zuidicIisliftiiB  den' MeciUe«» 
bargMhetii  StfidieO;  weiche  «ch  anfangs  die  Yierprbvianti* 
rang  Btoddiohiisr  annr  Aufgabe  letzten^  bald'  aber  tnüRaiib 
iHid  Bräitdacfaatznng  die  Ost*  «id  Nordsee  bennnihlgtett 
und  die  fienbssen  des  Hansebundes  selbst  nicht  versohonten. 
Auch  die  Übergabe  Stockholms^  zuerst  an  die  HimseKtädt^, 
danii  an  Mäi^arethe  selbst,  hat  ihi^em  Treiben  kdn  ZM 
gesetzt.  Ihn  ^kaufte  damit  nur  die  Freiheit  des  jungen 
grausam  behandelten  Königs  (im  J.  1395).  Albreeht  Ton 
Holstein  dagegen  wair  gleich  entlassen  worden. 

Wfthrend  dieses  Sieges  schlosis  Margareliie  eiMsn  Ver- 
trag mit  den  Molsteh,  dnss  Sie  und  ihre  Erben  imd  Naich- 
kommen  diese  nicht  hindern  argen  und  befehdeii  wclH^  in 
dem  HerzogAum  Schleswig  und  dem  Lande  Holsldn/wo<«- 
gegen  jene  ihr  das  Gleiche  fär  die  drei  nteffischen  Rdehe 
griehlen  und  dazu  versprachen  ihr  nicht  zu  sehadea  oder 
zu  hindern  an  dem  Eide  der  Huldigung  und  dem'  Gelübde 
die  sie  ihr  vorher  gethan  hatten  (im  J.  1392,  Juli  1^. 
Der  Vertrag  deutet  atif  ein  gewisses  Misstrauen,  das  aadi 
mit  dem  Vimqprecben  ewigen  Frieden  und  Freundschaft 
in  guten  Treuen  zu  halten  woU  nicht  ganz  beseligt 
würde.  — -  Die  Holstän  haben  in  diesen  Seiten  der  Miir- 
garere  dureh  keine  weitere  Fi^dseligfceit  die  Durchftth- 
rung  ihrer  Absichten  erschwcsl;  aber  IHenste  und  HttUe 
hialven  sie  ihr  ebenso  wenq^  gelmstet^  und  dieser  Vertrag 
leiAhäli  auch  nichts  von  eiAer  Verpiiolftnng  dazu;  Gerade 
das  aber  war  die  Frage  wddi»  baU  in  d^n  Vofdergruitd 
traten  sollte. 

Margarethe    verschaffte  die  Nadifolge  in  ihren  Herr- 

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282 

gi^aften  .6iii0m;Schw«alerenkd,  ^iwn  ebeiibertiifiiraol»endäi 
Brieh  yiwi:BoimoeraL  '■  Burch  die  Aneitanrnng^  ah  dftilit 
sdhef '  König'  (im  J.  1396)  ward  er  aiick  der  Lehiishert 
des  Hereogthums  Schleswig.  An  eine  ÄDdoruftig  in  den 
festgesetalett  VerhUtnis&^i  war  hier  nickt  zd  desk^ ;  d^ 
HuWignng  und  ein  in  ihrem  Anlaas  gegebenes  Gesetz  wur-^ 
den.ansdrfleklich  auf  Nordjütland  beschränkt  Aber  ein^ 
Mtte  Belebnung  mochfte  erforderlich  erscheinen.  Ikzn 
fiinden  sich  auch  wohl  Claus  Und  adne  Neffien  zu  Assens 
Hror  dem  K<önig  ein.  Dänische  Bischöfe  bezcmgen,  idas» 
Erich  ihnen  hier  die  Belehnung  ahgeboten  habe  ^anf  dass 
sie  sme  MaiMn  und  Diener  davon  würden';  aber  sie 
hatten  sich  dessen  geweigert  und  Geld  ffir  ihren  Dienst 
gefordert)  wie  das  früher  versprochen  gewesen;  und  es 
sei  ihnen  auch  das  Gdld  gegeben,  aber  die  Bdehnnng 
habe  dann  nioki  stattgefunden  (im  J.  1896,  Febr.  oder  Mfirz). 
Dagegen  beschworen  spAter  vier  Ritter  und  Knappen,  dass 
fiie  gesehen,  wie  auf  dem  Märkte  zu  Assens  Huldigung 
und  eidlichißs  Geldbniss  von  den  Grafen  geleistet,  von  deii 
^ngen  König:  dagegen  alles  besttttigt  wordw  sd  was  ii 
Beziehung  tuf  des  Herzogthum  früher  genmchl  und  zu» 
gestanden  winrden.  Einer  feierlichen  Beldinmig  mli  der 
Faline  aber  gedenken  sie  nickt.  Die  Grafen  haben  sioh 
auch  ohne  dieselbe  beruhigt;  sie  bieltM  ihre  Wiederho** 
luag  offenbar  »aeh  dem  was  vorgegangen  nicht  fHr  nö"- 
Ikig.  Der  Erfolg  lehHe  aber  wokl,  dass  die  Dänen  nicht 
ohne  Absicdit  so  gehandelt  hatten.  Jetct  liessen  sie  im 
Besitz  der  Grafen  unangefochten;  allein  das  Zeugniss  der 
Bischöfe,  wenn  es  hier  gleich  ausgestellt  wurde,  konnte 
weiteren  Plänen  dienen. 


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288 

Da  Marb  flnf  (&«Bi»(im  J.  1397,  Vor  Jiiiii  1&)  uilioliett 
Tag«i/:yoii  d0A  ZrftgettOMOH  geprieiten=  um  adner  W«itf- 
lieil  lUd^Gerechtq^it  ulrillen.  -  Es  war  iknen  in  dtMkba«* 
rer  Erinnaniii^^  ine  är  vor  wenigen  Jahren-  die  BlstnUii 
bei  den  Hebten  abstellte,  die  sich  hier  noch  ular  den 
Bmehi.  aU  aKe  Gewohnhml  erhallen  hatte:  härte  Strafen 
wnrdeil  auf  jede  Obnng  derselben  geaeltt,  denen  aber  wd«^ 
che  F  eUe  hatten  ein  Atstrai^  dnroh  Schiedsriditer  geboten 
^  i.  1392).  Claim  galt  überall  als  Freund  der  BMernj 
veidiä  bei  ihm  perstalieh  einen  Sdiutz  gegen  die  Be^ 
drttcknngen  ider  Yögi^  suchten  und  erhielten:  er  ging, 
heissl  eS;  auch  wM  eelber  in  ftre  Mitte  und  erinmdigte 
BkA  ob  ihiMU  etwas  fehle.  Aach  der  Oeistüchkeit  od 
den  Klöatern  war  er  gttnstig:  er  stellte  ab,  was  Graf  Adolf 
wieder  eingeführt  hatte,  dass  Jftger  und  Hunde  von  Ihnen 
ehalten  werden  musi^ten:  Dae  Verbot  Grundbesitz  ah 
geisdiche  Personen  m  TerftUBMfn  hat  dagegen' zn  seinW 
Zeit  der  Neffe  Gerhard  erneuert.  —  iCI  den  Nechbant 
stand  Gans  auletat  hi  gutem  Binvemehmen:  die  Lübecker 
nennen  ihn  einen  Freund  ihrer  Stadt  ^  auch  niit  den  Di^ 
morschen  war  nach  einer  Fehde,  die  in  Grenzstreitigkeilen 
ihren  Ursprung  hatte,  ein  FWede  geitehlossen^  welcher  §&>* 
genseitige  Belustigungen  und  Streitigkeilen  abstellen  sollte; 
selbst  die  Ktaigin  Margarethe,  wird  erzähl^  hätte  denGriH 
feil  achtneidiehid  ihren  Vater  genannt  Mit  Recht  blieb 
sein  Andenken  im  Holst^ande  geehrt  Ais  das  Haupt  sei«^ 
nes  Hauses  hatte  er  Unge  iahrci  hier  gewaltet.  Nmdi 
manchem  Kaaipf  Jmtte  er  zuleHt  mf  fnedüohen  Wegeii 
die  benaehbarten  Gebiete  nWdlioh  der  Eitar  gewonnen. 
Was  4er  Vater  mid  Bruder  mit  dem  Schwerdte  begründe« 

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884 

teOj  im  befeätigle  Ckus  <hiröh  weii&Seiiiilxuiig  der  Um- 
stünde. Ihi^er  Btaib,  war  sein  GescUechl  midrtiffer  als 
je.  FalBt  gana  Holstein  war. wieder!  veriäihigt^  Söhkswig 
FelHBem  und  ein  \Theil  von  Nordfriö^nd  wwen  dant 
veituaden. 

Claus  Unterliess'  kerne  Söhne ,  nur  die  Tocliter  Hist*^ 
belli/ welche  nut  den  Herzog  Albrecht  von  Meckleiibarg 
vermfihlt  wwrJ  Das  Erbe  kam  jelart  an  die  Bk*iiders*hne, 
Gerhard  Albrecht  und  Heinrich,  die  bis  dahin  weder  nrit 
dem  Oheim  noch  unlw  sidi  zu  einer  Theilung  gesddilten 
waren  —  mr  vorlfiufgwar  dem  Albrecht  dter  Besitz  des 
Schlosses  Segeberg  eingeräumt  worden  (im  J.  1394, 
Oclob.  9)  -^/  die  aber  nun  ihre  Rechte  anseinandern- 
setito  hkItM.  Es  zeigte  sich  schwieriger  als  man  denken 
mochte.  Denn  die  jüngeren  Brttder  erhöben  auch  auf 
das  .Hef^ogthiim>einen  Anspruch,  fikr  weiches  sie  eben- 
Ma  die  Huldigung  geleistet  hatten;  selbst  Clausens  Toch- 
ter. Elisabeth  schi^  hier  nicht  aUen  Redits  zu  ermangehi, 
da  die  Belohnung  wenigstens  von  den  Schauenbungeiti 
so  betrachtet  wurde,  •  als  gebe  sie  dem  minnlidien :  und 
weiblichen  Geschlecht  ein  Erbredit;  wiä  denn  anch  votm 
her  die  Verwandten  der  Herzogin  Rikardis,  der  GemaUüi 
Waldemar  V.,  gewisse  Ansprüche  auf  das  Land  eriudienj 
c^ter  aber  feierlich  auf  der  Versammlung  im  UrnehöTed 
gegen  £raf  Claus  und  seine  Neffen,  au^egdran  hatttei  (ün 
J.  1393).  Bei  den  fipüheren  Verträgen  (im  J.  1368)  hatte 
man  sidi  festzusetzen  begisEigt,  dass  nur  einor  ans  den 
Hause  regierendei'  Henr.und  Herzog  sein  sptte;  eine  Be- 
stimmung wekbe  es  doch  nkht  aussöhless,  dass  aneh  die 
andern  GUed^  des  Hauses  wenigstens  m  den  Vorlheileii 

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dm  Hetrschftft  eüien  Andieil  fenpfing^en;  Hon  kaiüen  of# 
fenbtr  sokba  Eorderüsgcii isnr iSpmche.  Auf . eteer.Vem- 
SMinluiig  M  Oldesloe  (im.  J.  1397,  PfingstM)  d.h.lQni>M) 
Tersnchten  norddeiitsehe  Fürsteii  Tiergebeös  die  Brüder,  at 
vergleiohen.  Es  Jcam  in  diesem  Tegeii  uüf,  iaUitl,  ^^bils 
BSefibetk .  den  biilierigeii  Herzog  Gerhard  zu  ihrem' ¥orr 
iMad/erkor,  sa  dhss  er  ne  jmdihreBecteangBn  in  Schutt 
i^rtimenflollle  (Ami  .15);  er  hat  ctuin  aem  Recht  aa  diem 
Itozogthum  imefa  dadurch  ra  atäriieh  geeneht,  dass  diese 
Fürstin  ihm  alte  ihre  Erbuiaprüche  färmUeh  fiiierinig. 

Die  EntaehddBfig  des  Streites  aber  nahm  die  Maa»«- 
Sfihaft  des  Landes  in  ihre  Hand.  Sie  triH  hier  aafe  neae 
selur  bedeutend  hervor;  d^n  yon  ihr  geht  die  Qrdnwg 
dw  Verhältnisse  aus  welche  naa  für  die  häcbte  Folgexeil 
pktzgrdfen  sollte.  ^Die  guten  Leute  des  Laades  b^stimn^ 
ten  einen  Tag/  da  niemand  kommen  soltte  als  Holstenf, 
sagt  die  Lübecker  Chronik;  'adt  Vuftort  der  fierrea.  und 
des  Landes'  schritten  die  Gnafen  zur; Theifauig.  Das  ge^ 
sehah  auf  dem  Gevierte  zu  Bomhöved,  wo  nun  die  Ver-^ 
ränmlungen  der  holsteiischen  Stände  gehalten  wurden; 
die  Bestimmungen  über  die  man  sich  einigte  betreffen  aber 
flugleioh  das  Herzbgthum,  und  offenbar. war  audi  seme 
Mannschfrft  anwesend  und  betheiMgt.  Der  Vertrag  den^ie 
Grafen  schlössen  (August  28)  ist  zaglefeh^  em  Grandgeiett: 
für  die  vo'etaigten  Lande. 

Die  ni^uag  Holsteins  and  Stonuaras,  zu  dem  auohFeh^ 
inem  gereohaeiist,  erfolgte  zanächirt  in  der  Weise^  Aisd  wie- 
der drei  Stöeke  gebildet  anirden.  Das  erste  mit  dem  Hai^l^ 
schloss  Plön^  zu  dem  das  nordöediche  Wagrim  ((Hdenburg 
Ltt^enburg  and  Heiligeahafen)  gerechnet  ward^  umfhsste 

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<38B 

«ttcb^Ne  BoUteser  Gtambeek  mft  |anK  Pehmem  nid  M*- 
nerAu.wt  den  dazu  gshÖrigoii'Kmhspielen  Hatfeoiaawiheii 
mid  Schenefetd  an  der  £inrarfMdii$ßliett  Grenze,  irefelie 
ilpüker :06hoii  die  ITertlreiiligiiiig  des  Landes  naoh  diseer 
Seile  lun  knuptefichlidi' getragen. batten,  ibzu.  den  Besite 
von  Haseidort  Dies  ^¥Brd  dem  Hendg  Gerhard  amthi^ 
Sin  zweiter  AnAeil  heslaiid  aus  Knd  mit  .Keuntiistiep, 
ScMoes  Trittiäi  mit  Oldesloe:  und  dem  eigentliohen  Slbr^ 
inam,  Itfle)Doe  und  dem  benachbarten  (telertiof^  wo  Gritf 
Claus  geiAorfoen  war.  Den  ^ritten  Thei  btiUetcii  Segdwrg 
flttt  seinei*  Vogtei,  auch  den  Kirchspielen  EMeot  nnd  GUuiu 
im  nördlichen  Wagrien,  Neustadt^  dann  Rendsburg  und 
die  Tietenburg.  Diese  beiden  Stücke  fielen  den  Jüngern 
Brfidrirn«  Albrecht  und  Heinrich  an.  Ausserdem  fcanum 
4ie  Wäster  nnd  Kremper  Harisch  besonders  zur  Tbefflungi. 
Ungetheilt  dagegen  sollen  ble&en  die  Rechte  gegen  IiiU)eck, 
M' Hamburg  und  an  Eutin  d.  h.  den  Besitzungen  i  des 
MhedEor  Biaekofs;  'ungetiieib  and  ungezweieV  seU'anch 
«einf  düd.  Mannschaft'  in  Hoiatein  Stdrmarn  nnd  dem  Hert- 
zogthnm. .  Jeder  der  drei  Herren  fcaiui  ihr  die  Lehen  bri«- 
heti;:  wenn  dieselbe  heimfallen,  kommen  sie  aUen  zugute. 
Das  Elferecht  der  Brüder  gegen  emander  wird  aufs  heoe 
bestfttigt^  auch  festgeaeizt  4css  kemer  ohne  der  andern 
Ralh  und  Yuibert  Kneg  ftiiren.  soll  Wenn  sie  unter  sieh 
zwieträchtig  werden  und  einer,  sich  : an. <dMtt  BecM. nicht 
genügen  lassen  wifl,  soUem  die  glBsAeine  Mannschaft  und 
alle  EinwobüeY.  den. aadem  Jielfon.  So  eitaifle  nma  sieh 
4ib«r  Hekteiti  und  über  die.Ritterscliaft;  welche  sich  «och 
schon  lauf  das  Herz6«fthbm  erstreckte. 

Auf  dieaes  bezog  zieh  äusserten  die  Beatimmung,  dads 

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28» 

di0i  bdddn  Jfiiigchii  Brüder  den  tkAtid  neuk  Mn^«  Iftflg 
matngefochteb  iin  Beritz  dessdben  lassen  s^lea.  Nach 
Ablanf  (fieser  Zeit  aber  isl  cie  Sacke  durch  Bnt^cbeidnng 
der  Mannen  auftsn^gen  nach  dem  Redit^  das  jedeih  vor* 
bdialten  Udbt. 

Me  drei  Grafen  Terq^reohen  änsserdoh  idie  AottesU 
bftiber  sowie  die  Fnaien  d»:  FämQie  und  die  Rüler  and 
SneeMe  und  alle  ihre  Lande  bei  ihrem  Rediie  zu  lassen 
«ad  nirgends  in  venuirechlen»  l&er  die :  Schtriden  .>der 
^nzdneh  nvei^den  endlich  besondere  BesliHMMingeh  getröfH- 
fen,  auch  ansgesproehen  dnss  für  die  ZnkniA  Geivinn  und 
Schäden  jeder  für  si<Ai  tragen  soll. 

'^Ea  ist  einer  der  umfassehdsleB  Amvertrftge  welche 
die  Geschidite  des  Landes>  kennt  und  nur  deidbidh  von 
keiner  so  umnitleibaren  Bedentong,  wdl  baM  neue  ?«t->- 
ättdernngen  emgetreten  sind.  Holsiein  ^ .  dns  kaum  ver^ 
einigt  war^  mt  Mer  Inifs  neue  zertheät/  nnd  did  neuen 
Herrsi^haften  lagen  noch  zenrtreuter  ^  es  früher  der  IMl 
gewesen  war.  Dagegen  hielt  die  Mannschaft  fest  an  d^ 
staatsre^ditlichen  Einheit  des  LasideSy  ^und  wusste  sie  auf 
den  neuen  Ecweeb  deä  Umimu,  auf  Sdileswig,  MszBdekJ- 
astt^  wo  sie  g^ai^e  in  der  letlsten  Z^t  sich  immer  mdir 
fesigteetzt  ulid  ausgebreitet  hatte.  Der  Gemeittschaft  des 
ilflgenten  iU  so  ein  zweites  Band  4er  Einheil  hinzngefiagt 
worden.  Zai^eieh  iward  wenigstens  vorläufig  die  AMeisbp 
herrschaft  4es  ffiwhard  in  ddm  Hei^ogtiHim  AuS4hNibUicii 
anerkannt;  Was  spftter  geschehen:  sollte  blidi  weiterer 
Vereinbiarung  yoiitehfdten. 

Gerhard  hat  hernach  durch  mgenthümikdie  Verträge 
sem  Recht  noch  weiter  zu  sidietn  gesucht.     Ji9<Mein  er 


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986 

WvOpAbM  der  EUsabellt  allö  thia  tlbei«r«g9&en  Erban«- 
«pitrche. wieder. Cy«iiilicb  verlassen  hatte  (iin  J.  1307,  Aa^ 
giuit.28),i.abergiebt  sie  ihn  aochmals'aOes.waa  ihr  an- 
{ffierbH  HaiuMtchaft  Lohan>SchUtoser  S.Ui4ll«  tt,&  w«,  mit  Aus- 
nahme ihres  Leibgedinges  (Septemb.  30).  .;  Daisu  komint^ 
dass  sie  atf  dem  Landesthing'  j;ir.  Urnehftved  ;dem  Herzog 
das  Land,  eümiil  als  ScbschMe,  nach,  jütisokapok  Redite, 
sodaiin  ^tekduseitig  durch.  :eine  iweite  Uskwde.Bü  ei^ 
näm  Pfiüid  filir  die  Snmme  .von  400000  Mark.nnd.^idff 
tißh  nodi  .besanders^all  ihn.  Reckt  an  Pfandgut  im  Lande 
ttbeütarigt  nnd  anflisst  (schotete^  —  Octpber  6).  Jene  Zeit 
liebte  wohl  auch  dürch.überflüssige Verzichte tmd gehäufte 
Recbtsverwahrungen  ^nen  Erw^b  sicher  zu  sftettan.  Je- 
denfalls konnte  nun  kein  anderer  von  der  GHtfia  Ani^^cte 
kaufen;,:  wie  sie.  Waldemar  und  MargnreHiediurch.die.Witt- 
wen  d^er  letzten  beidto  Herzoge  zu  erlangen  suchten. 
Auch«  i$ß  Eeugnkfs  des  versammelten  Landiesthings  über 
den  attf  verschiedeaae  Bechlstitel  gestützten :  Besitz  des 
Landes  mochte  nicht  unwillkomtnan  sein.      . .. 

In  aUer  Beziehung  hat  dann  Gerhard  die  Angelegm-^ 
hmten  des  Herzogftnms  geleitet.  Er  sohloss  enmi  wich- 
tigen Vertrag  mit  dem  Sddeswiger  Capüel  uüber  dieGren- 
cen  der  weitlicben  und  geistHchen  GericAitsbtfkeit  nnd  über 
das.  VerhUtniss  za  d«a  Lansten,  d.  h.  den  ffintetaassen 
destfälbeB  (im  J.  1399^  Februar  14);.  nicht  Idgs  den  Städten 
nd- KWstem,  auch  dem  Schleswiger  Bisdiof  bestätigte  er 
die  hergebraehten  Freikeiten  und  Rebhie.  Dieser  wnrde 
jetzt  als  der  Untergebene  des  Herzogs  «ngesdien. '  Da  er 
iOage  wider  ihn  bd  d^n  Kaiser  und  Fabst  erUolMa  hatte, 
ward  er  gnnöthigt  dav(m  abzustehen  und  dies  nrkundUch 


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itt  heisevigm  (in  J;  1399):  des  disischen  KÖidgs  geschieht 
dabei  keinerlei  Erwähnung,  Doch  erschien  der  Bischof 
auch  (fan  X  1991)  auf  dem  Danehof  zu  Wiborg. 

Die  Friesen  waren  in  deii  leixtm  Verhandliingen  stets 
fds  ein  Zidiefadr  des  Heftsögäiains  behandelt  worden.  Bin 
nea  bat  sldt  ffmrimg  gefügt.  Die  Edoms  -  nnd  Biltring- 
harde  suchten,  bedrüngt  dnrdi  Wassenmoth  und  inneren 
Hader,  mit  kläglichen  Worten  das  Einschreiten  des  Her^ 
mgs  nach:  er  möge  seinen  StaHer  schicke,  der  C(erech- 
tigkdt  handhabe  und  den  armen  Bundra  Redit  helfe  (im 
J.  1398,  März  30).  And^e  aber  hidfen  sich  fenie  und 
zahlten  die  geforderten  Abgaben  nicht,  so  dass  <Ue  Hol* 
sten  unter  Graf  Albrecht  wider  sie  auszogen  und  ihnen 
nadi  geschehener  Unterw^ung  eine  Schätzung  von  16000 
Hark  auferlegten.  Es  waren  dies  die  Eid^rstedter,  Me  nun 
d^enfalls  unter  die  Herrschaft  der  Schanenburger  kamen, 
nicht  ohne  Widerstreben  namenäich  gegen  die  verlangten 
Schätzungen,  auch  wenn  es  m&gtich  immer  noch  bedacht 
in  dem  Zwiespalt  der  Fürsten  die  alte  Freiheit  wieder  zu 
gewinnen,  ami  Ende  aber  doch  den  neuen  Herrschern 
geneigter  ris  den  Königen,  von  denen  sie  erst  mit  strengar 
GewaH  danieder  gehalten,  dann  aber  aufgegeben  waren. 
Nmr  die  Nordstrander  widwstandmi  noch,  und  gegen  sie 
erlitt  Graf  Albrecht,  als  er  die  Unterwerfung  versuchte, 
etee  bedeutende  Niederlage  (im  J.  1400  bis  1401). 

Wenn  dergestalt  der  Besitz  des  Herzogthums  nach  al**- 
lei  Seiten  und  fast  in  dem  ganzen  Umfang  der  damals 
angesprochen  ward  für  gesichert  gelten  könnte,  so  mochte 
es  den  Holsten  möglich  scheinen  ihr  Augenmerk  auch  wie- 
der nach  anderer  Seite  hin  zu  richten.  Sie  haben  wohl 
I.  19 

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MO 

üoch  eiiie  weitere  T«ifi0r6saehiQg  eisfteM,  Ir^lMk  21» 
sdiweten  Ungiuck  des  Hattses.  . 

Immer. befanden  »ch  die  DitouirsdieR  ia  krfKUfer  (la*- 
aUlingi(^eit^  iluram  EtxlHSchoC  weug  Teipflk^kleli  von 
jeder  .anderoHBirsohi^  frei^  mit  deftNadhbananuAt  dallcn 
wegen  Stömng  4e8  Handeb  wd  tu  inderar  Utsa^kan 
willen  in  Streü^  Itegere  Zeit  htedaachi  aber  doch  an  kei^ 
aar  gröaseten  F^de  batheiligl^  a«ch  vAi  den  Orteten  wdi 
den  Mataii  VerMgiNi  weniger  wriMadet  ala  frther.  leidA 
aber  faüd  sich  g^kachwoU  neue,  Gekgianiiaii  aam  Sad^» 
nnd  einmal  gareisl  trachtden  di^  Efirsten  wiad0rh(dt  nack 
det  Unterwcifung  der  troisugpeA  Banem. 

Den  Anlass  soli  es  diesmal  gegcibenilJJ)«»,  daagüeraog 
Erich  von  Latttaburg  einen  Banbang  Mab  Ditaaarschc« 
machte,  unetwartel  und  oime  die  fibitche  Absage  an  tbw; 
er  zog  durch  Holsteia;  nnd  librte  die  Beute  auC  diaaeia 
Wege  in  seini  Land  (im  J.  1402).  Da  er  udem  d^  Schine** 
genraler  das.  Grafen  Albrechl  war^  glaubten  .üe  Ditmar-! 
sehen  Grund  zu  haben  die  Halsten  und  tiamenttiok  AUHr^hi 
der  Mitwissenachaft.  zh  baatibuldigen;.  Jede  ParAei  hat 
später  den  Anfang  des  Staeitoa  der  luidana  vcj^rgeweirien. 
Wem  aber  auch  die  Hblstea  Albreohtil  UnsahiM  b  Aanpte» 
nnd  «rzählea  wie  er  sidi  vor  sctiiiem,  Bruder  durch  eiaeH 
Eid  von  jenem  Vorwurf  gereinigt  habe, ,  ao  leugAen  aia  niisti^ 
dass  nun  die  Grafen  den  eigenUidleni  Krieg  begännet^ 
weldko  <tte  Landasgemeiide  vergebens  durch  Darbietung 
von  Sühne  und  Vermittelang  der  Städte  idistuwendcB  jstiebAe: 
S«oIza  «bermfithige  Riäie,  sagt  der  hoblmnsakB  Ghi|MJ0t^ 
drängten  die  jungen  unerfahrenen  Fürsten;  besood^»  Al- 
brecht erscheint  als  unruhig   und  stmäuaUg  so  Itagt  ^ 


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M(e.  Biß  Grofba  terbandM  «idi  siil  deir  StadI  fltode  ifm 
1 14Qa,  JiiiiS«),  mi  suchet  i»  Lnide  sattst  Sfirttin  Fqbs 
zu  ftifsan/  wo  sie  auf  dew  Wege  mehr  HeldfNrf^.ke»  dem 
Orle;  JMbrtfge  die  NarieitbDvg  bautaa.  B«  U9eli  jener 
SiiMlbt  sinA  i»e  gehommea,  kamten  siüA  ^r  mH  b-^iq^- 
toi;.  PQd  H0cb  vM  Eade^  d0»  Jalirea  iimi  te  dei»  isoge- 
nannten Norderhamme  Graf  Albrecht  durch  miM  Stf^'z  wA 
dem  Ff^rde  einen  friliien  T^  (^epteialK  28).  G^kard 
wollte  jetai  heiuen  andeteiit  Frieden  als  mH  wataref  yatel^-' 
w^fuug  und  jäbrtteher  ZinazaUuuf  ^  wfthrea^  die  Pitniar- 
sd^  eine  bedeutende  Sunupe  Cur  einiuatvensprai^hen  und 
sich  ausserdem  zu  einer  gewissen  Hülfsleistung  yerslanden. 
Da  die  Unlerhandlungen  abgebrodien  wurden,  rückte  jener 
mit  einem  zaUreichea  Heer^  upigeben  y&n  der  Blütbe.des 
Adels^  in  Sitmarschen  ein.  .  Man  erging  sieh  in  Raub  und 
PifinderuQg;  als  aber  der  Peizog  sehen  bei  dem  Ru^ug, 
depfi  die  Feiiidie  in  deir  Stld^rbam^be  t^auer(e|i^  sich  un-^ 
yorsiditig  imd  ugerüsftet  wie  es  heissl  iioranwagte^  ward 
er  Hber^lien  and  ersi^gen.  Der  Tod  d^  Fitiuters  war 
das. Signal  i^w  Verniolitmig  des?  Heeres.  Dia:  Meu,  Hen^ 
neke  Lunbeck,;  imi^er  kriegsgerttstet  und  sisgri^ieh; gegen 
den  dänisdien  König,  Heinpieh  von  Sifiggein^  Weif  fpe^f^^^^j 
im  Ganzen  :aber  über  $00  yos^  der  Ritft^schaft.  Das  ge- 
schah am  Tage  des  heiligen  Dam|ni«M  (im  J>  1404f,  Au- 
gust ^  am: Ahea4  d^  h.  Oswaldus).  Ileiche  Sehitzruad 
zwei  Fahnen  wurden  erbeutelj,  die  LeM^en  der  ^schla^ 
gen»  den  Hunden  foreisgegebeiix  wr  der  LeiK^bnam  des 
Herzogs  und  einige  Gefangene  für  groase  Summea  und  die 
miumung  der  Narienburg  aisgelieferk  Dafüv  schenkte 
man  einem  Kloster  zu  Mergenowe/  das  man  bei  der  frü- 

19* 

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202 

heren  Rettung^  g^n  den  grossen  Gerhard  gelobt  und  ge-« 
stiftet  hatte  ,^  jetzt  sifli^ne  und  goldene  Kleinodien  von 
hohem  Werth.  Ausserdem  wurde  festgesetzt  midspftler  in 
das  Landrecht  eingeschrieben,  dass  man  den  Tag  des  Sie- 
ges feiern^  soUe  wie  die  Ostern.  Auch  in  Liedern  hat  man 
den  Seg  verherrlicht,  der  die  dümarschische  Freiheit  aufs 
neue  sicherstdllte. 

Der  erste  Herzog,  von  Schleswig  aus  dem  schauen-' 
burger  Hause  ist  hier  in  jungen  Jahren  zu  Tode  gekoim-^ 
men.  Er  hinteriidss  zwei  unmündige  Söhne,  ein  anderer 
ward  von  der  Wittwe  Elisabeth  sogar  erst  später  gebo- 
ren. Albrecfat  aber  war  ohne  Erben  dahingegangen.  Der 
dritte  Bruder  Heinrich  hatte  vorher  schon  (im  J.  1402}  das 
Osnabrücker  Bisthum  übernommen,  und  ohne  jedem  Recht 
auf  seinen  Antheil  zu  entsagen,  die  Leitung  der  vaterlän- 
dischen Angelegenheiten  den  Brüdern  überlassen.  Das 
Haus  (Gerhard  des  Grossen,  vor  kurzem  noch  blühend  und 
reich  an  kräftigen  Fürsten,  war  nun  auf  diesen  geistlichen 
Herren  und  schwache  Sinder  beschränkt.  Es  ist  als  habe 
sieh  das  Schicksal  des  Abelschen  HäuSes  auf  &e  Nachfol- 
ger mit  dem  Besitz  des  Herzogthums  vererbt. 

Die  Verhältnisse  sollten  auch  in  anderer  Weise  bald 
an  diese  Zdten  erinnern.  Während  das  holsteinsche  Haus 
von  seiner  Höhe  herabsinkt,  hat  sich  Dänemark  in  sei- 
ner Verbindung  mit  den  nordischen  Reichen  nm*  gestärkt 
und  gehoben.  Über  die  dauernde  Vereinigung  der  drei 
Reiche  sind  nach  der  Krönung  des  Königs  Erich  zu  Ktdmar, 
in  Verbindung  mit  den  versammelten  Reichsräthen,  Bestim- 
mungen getroffen  worden  (im  J.  1397),  welche  freflich  nicht 
zur  urkundlichen  Vollziehung  kamen,  aber  doch  grossentheils 

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wirkliclie  Geltung  gewarnten.  Dänemark  Norwegen  und 
Schweden  sollten  fortan  einea  gemeinschaftlichen  König 
habm  wA  nach  ausaen  hin  Verbunden  auftreten:  nament-* 
Uch  aUe  Kriege  sollten  gemeinsam  gef&hrt  werd^.  Sol- 
chergctttalt  mochte  Mai^aretbe  hoffen  ftr  Werk  voUendet 
»I  hi^en:  ein  einiges  Skandinavien  konnie  »oh  auch  dem 
mächtigen  deutschen  Element;  den  einflussreichen  JStädteU) 
deU'  sicigreiißlien  Fünftem/  entgegM  sfisllea  Nach  diesen 
Vorgängen  war  Aufisicbt^  «ttes  Aufgef^fehene  nkit  Uos 
wieder  zu  gewinnen^  sondern  aocb  aufs  neue  den*  däni- 
schen Einflusü)  nach  dem  Süden  zu  tragen.  War  auch  d^ 
König  aus  deHatschem  Sta]äm,:«r  hlEitte  doch  eine  dänisii^hö 
Erziehung  empfingen^  und  ^  ergriff,  eigenlsinnig  und 
heftig  l¥ie  er  war,  mit  Ungestüm  einen  Gedanken  >  dein 
WaMemars  Tochter  nur  aHmählig  reifen  liess: 

Zunächst  aber  hatte  Hargarethe  noch  die  Leitung  der 
I>inge.  Dass  sie  und  Erich  jetzt  nach  Gerhards  Tod  den 
Schau^burgem  ihr  Recht  auf  Schleswig  bestreiten  wür- 
den, stand  nicht  zu  erwarten.  Das  hatten  audi  die  frühem 
Könige  gegen  Abels  Nachkommen  nicht  gethan.  Aber  sie 
mäkelten  an  diesem  Recht,  hielten  hin  mit  der  Entschei- 
dung; bald  nahm  auch  Brich  für  die  unmftndigen  Erben 
des  Herzogs  als  Lehnsherr  eine  Vormundschaft  in  Anspruch. 

Gerhard  soll,  ehe  er  auszog,  sechs  angesehene  Ritter 
zu  Vormündern  best^t  haben,  wahntcheinlich  eben  die 
welche  Räthe  des  Landes  waren;  unter  ihnen  der  bekann- 
teste Erich  Krummehdiek  aus  emer  alten  holsteinschen  Fa- 
müe,  welche  ans  der  Gegend  von  Itzehoe  stammte,  jetzt 
aber  auch  im  Schleswigschen  sich  niedergelassen  hatte: 
Brich  hatte  (im  J.  1391}  Rundtoft  gekauft  und  besass  auch 

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204 

Rodi  andere  Güter  Im  Norden  -des  Landes,  LebM  von 
Lügumklofiter  und  «nd^es.  fir  iirar  Dmsl  des  Senog- 
Xhmarn,  und  nahm  wofal  in  dieser  SnAwiig  hier. den  ersten 
Hals  wUtoend  der  IfiiiderjtlHigkeil  des  flereogs  ein,  den 
er  kaum  mü  der  MuMer  au  theSM  gendgt  war.  Andere 
aus  der  Riltersohift,  besonders  Ümiwfeii  Heesten,  hatten 
eine  fibnHdie  Stellung  in  flolsiein. 

Hier  ab^  trat  der  Ohokn  Beimidi,  der  waürsdieinHoli 
schon  naeh  AUnrechts  Tod  ans  seinem  ttsthnm  in  das  Land 
gekommen  war;  als  niehster^  tiho  hervor  nnd  förderte 
Tkeil  an  der  Herrschaft/  Albrecht  war  mit  ftm  teih  unge^- 
theiÜen  Besitz  ider  beiden  durch  den  BnrtMveder  Ver- 
trag gebildeten  und  «if  sie  geftdlenen  Lipidesth^^e  ge- 
blieben, und  Heinrieh  hat  innlldist  eben  hierauf  sein  Au- 
genmerk gerichtet,  lüach  «isMi  Siege  hei  Bramsiedtmdini 
er  Segeberg  und  RonddMwrg  ein.  Sin  Vergiekt^intt  der 
Wittwe  Gerhards  ticherte  ihm  dann  als  seinen  Antheil  den 
Besitz  dieser  Orte  und  der  Tielduhnr^  nnd  Msserdeln  als 
Htlfte  des  anderen  Thefl^s  Itzehoe  mit  4tm  Osterhof, 
Tritten  Oldesloe  uiid  Stormam,  woftr  er  aber  drei  Vicor- 
tel  von  den  auf  diesen  Landen  haftenden  Schulden  zu  Zei- 
len hatte,  anch  ansdrttckieh  zu  Gunsten  der  Eünibeth  auf 
die  Vormundschaft  Ober  seine  NeCsn  terzichlele  (im  J. 
l¥Hj  Septemfa.  13).  Bald  darauf  schlössen  beide  gmiiein- 
schaMiöh  den  Friedei  mit:  den  Dittnairsdien,  der  din  Ver- 
hältnisse aitf  dem  Fnis  herstrille  urie  A&  irorher  gewesen 
waten  .(NoiFaüb.  80).  Aher  werin  aio  dem  Lanide  Mch 
aussen  Ruhe  schafften;  so  4>iehen.|de  unter  sidh  in.  HaiMr. 
Zwist  der  Herrscher,  Wegelagteniif,  ftMrüokhng  derijin^ 
terthanen  «fTal'en  wied^^  an  der  Tage^ordhun^.     Dfer  ;Bi* 


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seiiof  6i4ob  weitere  AiMprtche  die  sich'  auch  auf  ^Ues- 
wigsdhe  BesitauBfen  erstreckten  ^  und  man  war  genöthigi 
ihai  neoe  Zugesläiidiiisse  xu  machen:  emiachst  atf  sechs 
Jahre  wollte  er  Fehmern  und  OldeniNirg  ea^pfangen;  we- 
gen HeSgenhafen  aber  SlapelUolnr  und  der  beiden  Kireli* 
sfriele  CiEimpeii  und  Kriftbbe  bei  Rendsburg  die  er  ancq^raoh^ 
gellte  die  Königin  IbM-garethe  Schiedsrlchtertn  sein  (ki  J. 
1406 /Janaar  1):  Einen  grossen  Tbeä  Holsteiiis  hat  aof 
diese  Weise  Sänridi  tmpSux^ik]  dier  Yon  dem  fierzeg«- 
Ifanm  hiäit  man  ihn  lerne.     ■ 

Gerodie  auf  desäen  Sohviz  id^rlüaHi  es  vor  alem  an:  wo 
maft  den  Verwandten  ansscUosi;  gab  man  gerade  dien  dä^ 
ttiseheii  Fürsten  Eingapg.  Die  Rälie  des  iandes  Mbertnigen 
hier  der  Hargarethe  Uihd  den.  König  Eridi  eMs  Vormund«* 
Schaft.  Diese  haben  dann  ^en  rilgemeinen  Frieden 
yerkttndet,  aber  zugleich  die  angesehensten  des  Landes 
sich  >biddigeB  hsB&ä  und  die  Hanptplfttse  Flensburg  und 
Gottörf  in  Amprueh  genommen.  Heinrich  «fer  ftbeste  Sohn 
Gerhards  ward  zur  Erziehung  nach  Oänemarii  gesandt 
Das  liess  schon  wdnig  gün^^ges  erwarten.  Es  war  abel* 
gewiss  ein  kioch  geMriieherea  Zeichen^  dnss  die  Her- 
zogin Wittwe  von  Flensburg  aus  ein  Gebot -idi  die  so- 
geinanhten  KÖaigsfrieeen  ergeben  liess,  der  Frau  Königin 
.foH  Dänemark  oder  ihteih  Vertrefer  hörig  und  willig  zu 
sein  (im  J.  140S,  Novemb.  19).  Ek  Jlbeä  derselben,  na- 
jnenlfibh  4ie  Inseln,  war  unter  Tön4eni  gelegt,  und  eben 
dies  ward  der  Hargarethe  verpOndet  für  10000  Mark,  die 
dann  aber  durch  eine^  Sdwtaag  in  dein  Lande  selbst  bei- 
gelrieben  wurden:  diese  aott  sich  wiedm*  auf  16000  Mark 
beiaufen  Mien,  und  Hhrgaretiie  hat  üe  nicht,  wie  der 


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Vertrag  bestimmte,  mit  den  Keisten  gefteilt.  AjUM^h  der 
scjdeswiger  Bischof,  mit  dem  der  Herzog  Gerhard  früher 
in  Stral  gelegen  hatte,  ward  bewogen  der  Königin  sein 
Schloss  Schwabstedt  uiiweit  der  frie«kchen  Grenze  auf  ^aeebis 
Jahre  zu  yerpfftnden  (in  J.  1406,  Juli  31),  audh  Stubbe 
eine  zweite  Feste  in  der  Kihe  i&c  Schlei.  Maf  garethe  sagte 
woU  dass  es  den  jung^  Grafen  «min.  Guten  gereiohen 
werde  und  dass  ide  ihnen  von  hier  aus  gegen  die  Dit^ 
marschen  zur  Rache  des  Vaters  helfen  wolle;  wie  sie  denn 
nach  der  holsteinschen  Chronik  mit  den  Reicfaseftthen  er-^ 
wog,  ^b  es  YortbeiUMfter  sei  dieseRache  auf  sieh  san  neh- 
men und  das  ditmarschisofae  Land  zu  unterwerfen  edor 
aUmäUig  das  Herzegthum  durch  Verpftndnng  in  ihre  Ge-r 
wall  zu  bringen.  Der  Etfd^  zeigt  dass  sie  das  letzte 
vorzog  uiri  bald  von  Friesland,  aus  lieber  im  Ditmarsch^ 
die  Hand  zur  Verbindung  bot  (im  J.  1409,  Juli).  In  Nord^ 
Schleswig  aber  wurden  Troiburg  und  Skinkelburg  von  Claus 
Limbeck  dem  jtingem,  auch  andere  Schlösser  von  ihren 
Inhab^n  gekauft  (im  J.  1406);  das  erste  auch  sogleich  an 
das  Ripener  Capitel  verpftindet.  Die  Limbeck  waren  mit 
Erich  Krummendiek  in  S^dt  und  standen  jetzt  auf  dänir 
scher  Seite. 

Schon  streckte  Margarethe  die  Hand  nach  dem  BeiAze 
Gottorps  aus;  nur  ein  ZufiaU  heisst  es  habe  dies  gerettet. 
Dass  man  sie  wenigstens  hiervmi  ausschtoss,  galt  dann 
als  Bruch  der  Treue,  des  Friedens,  der  Vormindschafit. 
Lange  hatte  die  Herzogin  Wittwe  sich  der  mächtig»  Nach-^ 
barin  anvertraut,  in  der  SBsgabe  an  sie  das  Heü  iirer 
Söhne,  vieleicht  auch  den  erwünsditen Schutz  gegen  den 
Sciiwagerin  Holstein  gefunden.    Als  aber  die  Dteen  famner 


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festeren  Fiiss  im  Lande  fassten,  von  den  ScUtesern  aus 
Sehatannj^  eu^mbea  mid  die  Yerträge  w^iHg  achteten^ 
gjmgm  ihr  die  Aiq^en  auf.  Sie  trat  nun  mit  Hetoick  in 
Yerbindmif  y  :d^  seine  SMhmg  audi  durch  einen  fiuml 
mit  dem  lauenburger  Herzog  imd  dem  vertrietelieB  König 
von  Sdi^iv«len  zu  stäAen  suchte  (im  J.  14QB,  Mai  27); 
ihren  Sohn  rief  &»  vwrlkkj  und  auch  die  sohleswigs<$heli 
Rilter  traten  von  der  Verbindung  mit  deA  Dänen.  YMsr^ 
scheinlich  um  sich  den  Beisitz  des  wichtigen  Fleaisburg  zu 
sichern,  das  der  Kdnigkt  wegen  d^r  Vormundschaft  geöff* 
net  war,  liessen  sie  iea  Bürgärmeisler  und.  die  Bithmafi<* 
nm  der  Stadt  zu  sich  laden  und  hielten  sie  gefingem 
Die  Eiderstedter  griffen  Schwdwtedt  an  (im  J.  1406).  Auch 
kam  anderes  hinzu.  Dänische  Gesandte  wurden  bei  Neu- 
stadt Überfallen,  Jttten  wdche  är  Vieh  nach  Lübeck  trie- 
ben beraubt,  auch  im  Herzogtkum  Feindselq^ten  geUbt^ 
in  denen  Brich  einen  Bruch  des  hier  v^kttndeten  Friedens 
fand.  Er  forderte  dass  die  Herzogin  Rechenschaft  dafür 
gebe  und  sich  dem  Spruch  des  dänischen  Rei<^raths  un-- 
terweife.  Und  da  sie  sich  dem  fägte,  wurde  rie  wirklich 
als  Mitwisserin  v^rurtiu^.  Dies  geschah  zu  KohUng  (im 
J.'1409,  Septemb.),  wo  auch  der  Bischof  BMnrich  erschie- 
nen war.  Den  aber  bewog  der  König  wetter  nach  Ftth- 
neu  zu  folgm:  hier,  wo  er  d^uelben  ganz  in  seiner  Ge- 
walt hatte,  nöthigte  er  ihn,  ftir  die  Summe  von  10000 
Mark,  die  er  als  Schaden  berechnete,  Flensburg  und  Nie-^ 
huus  auf  ein  Jahr  zu  verplfänden  (ua  J.  1409,  Septemb.21). 
S^ort  Erschien  Erich  mit  einem  bedeutenden  He^  vor  der 
Stadt  und  nahm  Be»tz  von  ihr  und  dem  benachbarten 
Sdilosse  ohne  nur  die  vertragsäiässigen  Fristen  abzuwar- 


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29* 

len.  WoU  T^raprach  er^  wem  die  PfeMismnme  feaaUl 
sei  SUdt  uiid  ScUoss  frei  und  mllMiMif  zuricIanigebM 
(Oofob.^;  dlein  dieBewokner,.  keisBtM,  äMerten  «eben, 
wenn  gie  einmai  deM  König  geknldifl  kälten ,  wüi^deii  sie 
nicht  se  leieht  n  den  Hellten  inrAckkekren.  Eikä  he^ 
festigte  auch  sofort  die  Stadt  und  den  benaddMrtM  Berg 
(Dnb<M-g).  Es  wurde  kald  klar  iass  man  die  Dftnen  nicht 
wieder  auf  friedHdieffi  Wegen  «ns  dem  Lande  schaffen  weif  de. 

Dia  entbrenn  der  Krieg,  nicht  nmniltelMtr  Yon^en  Für- 
sten beschlossen,  nber  kervorgentfen  durch  die  Reibnfen 
der  Pifthden,  welckto  sich  feindück  gegenlAer  stwiden« 
BiwMd  angefangen  Jeennle  er  wohl  durdi  Stübtände  nnd 
Terilandhmgen  zeitweise  snteiiMrochen  werden;  dier  er 
kam  zu  keinem  Ende,  bis  der<3egen6atz  der  dftntsdMnnnd 
dentsohen  Ansprüche  nodi  einmal  nnf  das  vollstindigste 
durchgekinpft  war  und  bis  nach  manchen  WteksenUlen 
znletEt  das  Recht  der  Hölsien  yoäsUjuäg  obgesiegt  katte. 

Auch  faieir  hat  der  Fleiss  der  Löbecber  an  treusten  die 
wechsehiden  Ereignisse  venefchhet:  vor  alleni  der  Domi- 
nicaner Hermann  Korner,  d^  wahrsdtekikck  mehrmais  dte 
Hand  an  historische  Arbeiton  leg!te,.der«  sich  idimn  spä* 
ter  andere  bemäcktigt  haben.  Neben  jhm  igewinnen  :die 
Nachrichten  des  holstemsdien  GeisUicken  an  Wiohljgkmt, 
und  auch  spitere  AufzeichnHngengewfthrenieiuEalne  Zttge, 
die  man  mit  Vorsicht  benutzen  Imnii.  Von  den  Urkunden, 
die  fertwfthpend  als  leitender  Faden  denai,  warten  noch 
wichtige  der  Bekanntmachung. 

Der  Kampf  begann  mit  einem  Angriff  der  iUtter,  djie 
man  in  den  FHeden  nicht  aufgenommen  hatte,  auf  die  Person 
und  die  ScUdsser  des  schleswiger  Bisebofs,  der  skk  gnns 

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MO 

auf  iüe  Seile  der  Dftnen  gestellt  hatte:  er  adbsl  ward  aug 
Ftenstarg  gefangen  weggoflllirt,  und  mir  für  eine  bede««> 
tende  Snnme  Jodgdassen;  cN^e  SdhMtoeer  fiUiUie  imd 
Schwabstedt  beide  von  den  Anhänge«  der  fiaiaMn  ge^ 
flonme«.  Ak  er  in  Born  Klage  lilhrte^  stdite  man  auf 
herzöglidier  Seite  entgegen^  wie  er  ein  Ratk  des  iler* 
zoglkoBis  sei  ud  als  sohAer  die  Treue  gebradien  hfdie. 
A«oh  die  zi  Flensburg  gehörige  BiiA^hande  ward  yer^ 
beert  Schon  erschien  der  ScSum^iburgier  Graf  Adolf  Börd-x 
Udi  der  fflbe  im  sefatenF  SlaMaisvettem  in  hrffen, .  die  ihm 
fiir  sbinen  Bcds^md  -iran  .Ersatz  der  Kosten  Baseldorf  ver« 
pOndeton  ^  J.  1410,  daH  6)  qomI  ihn  ^sun  ^mtnanii 
enNuinten  über  LmmI  4ind  Leitte  mit  YoUmicht  sn  diun 
imd  m  gebiotenl  Aneh  die  LteehMTger^  die  firttiler  der 
HerBOgin,  üttfarfen  Manttsehaft  herbei.  Dar  K5ni^  aber  ver- 
weigerte*, die  Aoslieferahg  Flenainiijgs  ;zar  festgesetaton 
Fris^  nnd  sandte  ein  Heer  vomendiöh  anr  Edchägung  der 
Friesen^  die  ihm  ttbertfifeincHich  entgegentraten.  Als  das- 
selbe aber  den  deatoehenEtrsten  nnd  706Friesm  begeg«* 
nete  aaC  der  Heiie  awischen  Eggehedt.  und  Jörl,  ward  es, 
obschoii  weit  fltberiegen  an  ZaU  —  man  reohnete  niachim' 
fünf  Däne«  ««f  einen  Deutsekeft  —  gänsKch  geseUagen^ 
sdner  AniUhrer  bera«bi  und  gttnaender  B(ilskttg  vertaistig 
(im  J.  1410,  August  12^:  'Dieser  Sieg  gab  fortain^  sagt 
eine  Chretik,  den  Hdlsten  ein  Uduiies  Hera  cum  Kämpfen 
wider  die  Dftnen\  Es  waren  .vcimemiich  dieHriesea 
wdohe  diesen  Si^  ^tsdaeden:  sie  Imben  nun  mä  Kkafk 
und  Energie  nicht. blds  ihre  eigene  seadcHni  aneh  4er  be- 
nachbarten Lande  Unabfaängigbttl  wider  den  Kdnig  Eritih 
vurfoqblenL    Auch  der  SdMtnenbmrger  wird  um  seiner  Mann-* 


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300 

h«U  ^rillan  gMbt.  Die  Läbecker  mcdntieBi  wenn  mandn- 
BMb  ^en  gewemienen  Vorlheil  gleich  mit  dem  reeJNton 
Naohdräck  verfolgt  hätte,  habe  viel  des  (Späteren  Unkeila 
gespart  w^fHien  köftnen. 

D«r  Köüig  hatte  ab^  Norburg  auf  Als^n  genommen 
(August  14),  und  er  hat  diese  Insd  und  Arröe  dazu  be* 
hauptet,  als  es  zu  vorläufigen  Austragen  durch  Yermitte^ 
huig  anderer  Füllten  kam  (Novemb.  10).  Der  Hargarelli6 
Vergab  damals  auch  jene  Elisabeth  >  des  Cfräfen  Claus 
TocfatOT,.wdche  sich  dem  lanenburger  H^zog  Erich  veav 
mählt.  hatte,  uneingedenk  früherer  Verträge,  ihre  Besitzun** 
gen  zu  Apenrade  und  m  einigen  läiglischen  Harden  zu  einem 
Pfoiid  fär  3000  Mark  (im  J.  1411,  JaMar  30).  Die  Kdni-* 
gin  brachte  sogar  noch  dnen  günstigeren  Vertrag  zuwege 
(März  24,  Koldhig),  der  für  einen  Stillstand  Von  fttnf  Jah^ 
reu  lAem  Erich  Flensburg  und  Niehuus  mit  ihren  Barden^ 
flur  der  Margarethe  aber  Tondem  mit  allen  firiesitehen  Di^^ 
stricteh  liess,  dem  schleswiger  Bisehof,  dem  gleichzeitig 
durch  besondere  Verträge  audi  andere  Entschädigung  m^ 
dieil  ward,  seine  Schlösser  wiedergab,  und  dafür  den  Hol- 
sten  niehts  als  jene  beiden  Inseln  verschafite,  welche  ge-« 
rade  damals  geringere  Bedeutung  haben  musstm.  Auch 
Hadersleben  muss  um  diese  Zeit  in  Erichs  Gewalt  gekom-* 
men  sein.  Dänisches  Geld  —  der  lüneburger  Herzog  heisst 
es  bat  4000  Mark  genommen  —  und  die  schledite  Leitung 
der  fadsteinschen  Sachen  ^iurch  Vater -t  und  Mutterbrüder 
und  aädere  Fürsten  haben  trotz  der  glückMchen  Kämpfe 
deii  Gegnern  das  Übergewicht  gegeben.  Als  wahrer  Be- 
sitz ist  den  jungen  Herzögen  nicht  mdhr  geblieben  als 
wtks  einst  der  Ahnherr  zu  Gottorp  zu  Pfand  besass.    Ei^ 

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80t 

zeigt  sich  bald  dagg  e»  eben  Kriohg  Absicht  war  all  ihr 
Recht  wieder  hieraof  zuHduniliihrm..  Auch  hat  er<He 
Bestunmutig  erreicht,  dass  der  weitere  Str^  dtrcii  einoi 
Schiedssproch  von  je  sechs  Männern  aus  dem  Könifr^h  und 
dem  Herzogthum  nach  dfinischem  Recht  «itschieden  werde : 
käme  durch  sie  und  zwei  zugewftUte  Mfinner  kdn  gülti- 
ges Urtheil  zustande/  so  soll  der  rdmiscbe  König  8Kgis-i 
mund/ ebenfrils  nach  dttsisebem  Recht,  dte  endHiche  EiA** 
Scheidung  geben.  Während  früher  nur  von  der  Vormund'^ 
Schaft  über  die  jungen  Fifi^sten  die  Rede  wiar,  wurde  jetzt 
schon  die  Bdehnung  selbst  in  Zweifel  gezogen,  wenn  auek 
nur  deshalb  weil  die  versudMe  ICothwehr  als  Brach  der 
Lehnstreue  gedeutet  werden  sollte;  und  die  fremdett-Hel« 
ter  der  Ftiraten  waren  gläubig  genug,  das  sidiere  Recht 
einem  unsichem  Schiedsspruch  zu  überlassen,  bei  dem,  wie 
der  König  verlangte,  dänisches  Recht  zu  Grunde  gelegt 
werden  sollte. 

Dem  gegenüber  suchten  sich  die  Anhänger  der  HoIst«a 
im  Lande,  Erich  Krummendiek  und  seine  Freunde,  durch 
einen  kühnen  AngriiF  in  den  Besitz  Flensburgs  zu  setzen 
(im  J.  1412);  die  Stadt  nahmen  sie  ein  und  verthei- 
digten  sie  mit  Hülfe  der  Uneburger  Fürsten;  aber  dei^ 
König  behauptete  die  Burg,  und  als  Margarethe  erschien, 
brachte  sie  es  zu  einem  neuen  Schiedsspruch  dierch  den 
Herzog  Ulrich  von  Mecklenburg,  der  sich  kurz  vorher 
gegen  jährlichen  Sold  in  dänische  Dienste  begeben  hätte: 
er  urtheflte  dass  der  Königin  die  Stadt  zurückgegeben  wer^ 
den  und  dass  man  dann  über  den  Besitz  der  Burg  weiter 
processiren  solle;  im  Übrigen  wurde  der  Koldinger  Ver- 
gleich bestätigt,   doch   die  Zeit  fär  den  Frieden  auf  drei 

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t02 

Jähre  besckränkl  «iM  fifar  ibn  SchiedwpniMi  Mdhön  atf  itfdir 
aten  JobMlkiifl  m  NyJhmg  faal^eieksi  (Ootdb.  &)l  la  «bm 
weiterüi T«rkaBAaQg^,idie  hetcUotteii  war,  fand  ikk  von 
bensoglifilMv  Seite  nieaiand  ein;  MaagareUia  aibiff  }Mteaieh 
ihr  BMcbeulBn  a«sdribdtli«k  ie^attgeft  (Oolob.  7). 

Die:  Dlfnea  glaabta»  aiab  an  da»  ^^ohni^rit  Fleüsbavgi 
räeben  au  aüaae«:  Nicbt  genag  dasa  dia  Stadt  dem  König 
und  daai  dftaiscbea  Reich  aufs  Mae  baldigle  {Oetob:  24)» 
Murgaretbe,  eraäblt.  Reimer  Koek  der  LUbsche  ChroittSl>  U^m 
alte  die  aufgreifeii  von  denen  ihr  feneldet  war  daia  $ie 
Yenrftklier  a^n;  aie  lieaa  üiadn  Theil  kftirfen,  einidn  Tkeil 
fadelM^eahen,  einen  Tbeil  httaigen.  Darunter  ware<i  Rath- 
mäaner  der  Stadt,  aber  auch  zwei  Priealer.  Bii^?^  er* 
aAhte  mm^  habe  die  fö^ugia,  die  dm  vnsobaldig  verar- 
thailt  hätte,  auf  d^m  Wege  anaa  (Mgea  anfj^efopdeft  in 
drei  Tagen  nit  ibm  vor  dem  hSchstenfiieht^r  zu  erschein 
nen.  Gewiss  ist  dass  sie  gleich  darauf  noeh^  im«  Mafia« 
m  Eleaabttrg  alarb  (Ootob.  ^/^g). 

Die  GeadiJchte  hat  das.  Aadeuhm  der  gewaltige  Vtm^ 
wekbe  die  drei  Mrdiaehen  Kroneu  zusaanmeufttglie :  und 
ihnen  Kraft  gab  sich  aua  der  Abhängigkeit  rom  fremden 
Biifiuaa  zn  erheben  y  «il  Bukm  umUcMat.  Es  ist  auch 
Unre  Klugheit  oft  gerühmt  worden,  dass  sie  im  rechten 
▲ngenblick  Schleswig-  anfgab,  um  die  gröis^seren  FUUie 
4nrohauf4to6n.  ^Dreiasig  Jahre,  sagt  der  Chrwiatj  hatte 
aie  regiert,  dass  sie  ein  gnt^  Wort  hatte  und  dasa  m  ih- 
tem  Reicfaa  Yorstapil  in  Friede  und  WeiAeit;  aber  nun 
1(1  den  letaten  Jahren  ward  sie  zumal  wunderlich  und  ver-^ 
kehrt'.  Auch  sie  bethörte  der  GedUnli^e  welcher  Jahrliiui- 
derte  hindurch  die  Dänra  beherrscht  und  zuletzt  jederzeit 


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SOS 

US  Verd^Aeft  f tiflthrt  kat,  Aum  wm  dM  ais  der  Verbwi* 
dwig  weg  Strebeade  ScUemig  {arthldttn/.dfti.  sdioii  auf« 
gegebeae  wiedergemnnen  müsm.  Sie  ng^  trie  es  ikre 
Alt  nKar,  die  W^e  Uttger  Vei^aadbiiig  dar  Geiraft  vor; 
allein  sie  Infte  dm  Werka^geUD^^  wddles  daui  ilkr  m- 
berakkener  Neffe  nit  der  Hefiigkeh  und  Leideaiscbaft  die 
ifan  eigen  .w«-en  weiter  toiek,  bis  er  sekie  HerradiaftttKl 
alles  was  jene  gesekafibn  balle.  Bm  deik  Badd  des  Verdw- 
bens  braebte/ 

I«.  diesen  Tagen  ist  die  VovasuMlachlBfll  äier  BKsäbctt 
tumk  ihre  nua  taeranwaobsenden  SAhne,  Bebiriek  Adelf  ««d 
Geebaird^  rom  dem  länebmrser  Hcszeg  Hcianek  in  die 
Hand;  gesorämett  wtnrdei  ;<  mit  Hrnma  zweiben  Bnader  B^m-« 
bard  «md  anderen .  Fürsten  scbtoss  dieselbe  «oi  Bitndniss 
wider  jedersuuui:  mit  Aosiiaime.  des  Kaiser»  and  dttmsobea 
Königs  (bn  J.  1413,  Febmar):  es  war^^^offenbar  gegen  dM 
Sobwager  Heiariob  gericblety  mit  dem  es  xu  neuem  Hader 
gekommen  sein  muss.  Aber  der  neue  Vormund  war  nkU 
ißüddidler  als  der  Oheiih.  Keobdem  er  erst  dem  KInig 
Versprefbttdgen  gemacht  über  die  HersteBäng  seiner  He^ 
gentscbaft  bn  fiersse^bam,  welche  er  nicbt  halten  konnte, 
erschien  er  zn  Nyborg  auf  der  Versaitmbing  wetebe  in^ 
gemäss  des  letaten  Vertrags  bierufen  war  (Jidi  26) ,  imd 
Bi  Gegenwart  der  itevnoge  Ten  Pommern  und  Stettfai)  ron 
Meoklcmbnrg  und  Lauenburg,  der  dänischen  Bischöfe  und 
anderer  Grossen,  suchte  er  fiär  seine  Neffen  um  das  Lehn 
d^  HeEzogttAimis  necb.  Der  König  aber  lörd^üe  /viel-« 
mehr  die  Ausführung  der  Keldingetf  Verträge,  und  dft  der 
Herzog  von  dem  nichts  wissen  and  nur  den  spttcom  Aus-^ 
i^rudi  des  mecklenburger  Henmgs  anerkeieien,  aiodh  die 


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80t 

zwölf  Scfaiedflnditer.  mar  «i  gitttteher  YerhamHoiigr  «Mt 
2a  gericktUeher  BnlgAeicteiag  annriunen  wollte^  fiess 
Erich  sofort  enmt  förmlidien  Lohngprotcess  eiBteäen^  der 
nach  drei  Tagen:  vor  dem  versammdlen  Pariament  not  Dft^ 
neMark  lor  Bntsdieidung  konaien  soDle.  Auf  die  La- 
dung an  den  Herzog,  die' Hönogin,  ihre  lOaider  und  die 
mtler  des  Landes  ist  niemand  eTsehienen;'  aber  das  Ver- 
fahren ist  am  bestimmten  Tage  (Juli  29)  wider  sie  ange- 
fangen, und  nach  ausführlicher  Klageschrift  des  Königs  ist 
Auroh  den' Bischof  vo«  Boeskiide  als  Kanzler  des  Reichs, 
nach  einem  Artikel  des  seeländischen  Gesetzes,  das  .Qrtheil 
ausgesprochen:  dass  die  genannten  Penoaen  aHe  der  Fe- 
lonie sehnMig,  unrechtmftssig  im  Besitz  des  Hersegthums 
und  aus  demsetben  zu  entfernen  seien,  welches  an  den 
Lehnsherrn  and  das  dänische  Reich  zürtlckialle,  mid  dass 
(Uesem  ausserdem  aller  aus  dem  Lande  gezogene  Nutzen 
und  aller  ihm  zugefügte  Schaden  vollständig  ersetzt  wer- 
den soUe.    . 

Diesen  Ausspruch,  dem  sicherlich  weder  formdies  noch 
materielles  Recht  zur  Seite  stand  —  denn  nirgends  war 
ein  solches  Lehnsgericht  =  vorher  in  Aussicht  gestellt  md 
nimmermehr  konnten  die  bis  dahin  bevormundeten  Söhne 
des  Herzogs  wegen  der  nicht  ausgeglichenen  Streitigkei- 
ten des  Königs  Mt  ihren  Yormjlndern  und  Rällien  des 
Erbrechts  auf  das  Fürstenlehn  v^iustig  erklärt  werden  — 
hat  der  deutsche  Kaiser  zwei  Jahre  später  ausdrücUich 
bestätigt  (im  J.  1415,  Juni  14).  Wann  hätten  auch  die 
deutschen  Reichsgewaltm  etwas  fttr  die  Behauptung  des 
wichtigen  Schleswig  gethan? 

Eridi  selbst  mochte  dem  Ausspruch  zu  Anfang  weni- 


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i8iß 


*g^  traiiM;  dan  är  Uew  sich  b^miii  «ii  Pmt  Wocben 
^äter  herbei  y;  ein«n  Jieuea  Vertrag  aber  Autfvir^cbseliuig 
der  Gefiingenen  und  Aber  die  von  den.Ifobtea  gesckla- 
geneii  Mflnseh  zu  schSessen  (in  J.  1413,  August.  14). 
Aüok  hftt  der  junge  fieinrich,  iwahrseheiiiMcb.  um  diese 
Zdt,  nocb  einwl  inn,  die  Bekfcnnng  nuehgesucht.  Aber 
&ich  forderte  dassjeierttBi  dasLand  gänolick  auOasfieumi 
es  von  seinem  Willen  aUingig  niAche^'  ob  erdasMbe  ihm 
^eder  verlohnen  wolle  iMler.Hidit  Du  irfrd  ^  attm 
mindiBstien  dtd  Beifeiligüng  der  £id)lioUKeft  gewollt .  haben, 
und  mit  Reoblfrietheii. die. Freunde  des  Hentogs  autsolclie 
Bedingung  nidit  einattgehen. 

Hdnrich  (IV.)  ibernahn  nuA  selbst  für  sich  und  seine 
Brttder  die  Führung  der  SachCi  welche  er  wenigstens  in  kei- 
ner gUlekliehen  Lage  fand«  Der  Qhemi  liess.  Sich  bei  sei*- 
nem  Abzug  die  Wiohtigslen  Schlösser,  Gottorp  Plön  Ha- 
Jierau  und  Haaddorf,  Gär  40000  Mark ,  die  er  m  Koste« 
rechnete,  au  PfÜnd  aetaen,  utid  dr(riite  selbst  jenes  dam 
lauenburge^  Herzog  Als  Vertreter  König  Erichs  für  sein 
Geld  zu  tibwliefern.  Der  Vtterhruder  lag  in  Holstein  und 
leistete  keine  Hfilfe.  Das  eigene  Besitithum  war  durch  die 
Abtretsng  Kieb  an  Graf  AllNreGhts  Wittwe  Agniss  gemindert. 
Die  wendischen  Fürsten  drohten  Fdide,  wenn  ihnen  nicht 
wegen  der  Mitgift  der  Anna,  Graf  Adolfs  Wittwe,  genug 
geschehe.  Manches  Schtoss  und  Gut  w«r  in  d^  Zeit  der 
Noth  a»  die  Ritter  Verpländet^  sdion  vor  einigen  Jahren 
musste  mim  gegen  den  König  geftend  machen  dass.man 
keines  derselben  unmittelbar  zu  Händen  kabe.  Diese  Ritter 
abiar  begannen  sich  von  den  bedrängten  Fürsten  iAzuwen- 
den:  von  Heinrich  AUeield  hat  der  König  Hadersleben  ein- 
I.  20 


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(306 

gelöst;  Erich  Snimiiiiditk ^eIHHr  ünA  mMre  ßMwBVrigw, 
Otto  von  Knoop,  awei  ftennowy  cdm^on  d^r  Wisch^  qui 
Sefcestedt;  Iraten  siir  .Partlwi  des  K(mi%b  ifiber;  jener  er'- 
hielt'die  Vogtei  zu  Tondern  und; war  J)ald  «ine  ebenso 
wichtige  Stttize  des.  Königs,  wie  er  früher  ein  gefdhriiGhto 
Feind  gewesen  war.  Sdotsstk  Beispiri  isHchlt  spftter  Otto 
Schinkd  n  lolgen^  der  Sie  Tieienbnrg  chatte,  ^enn  aktdi 
mit  nynderem  Erfolg.  ^Er  uifd  ander e.€ri3ii(KtsM  fanden  aber 
eine  Znflüeht  brfl  dei£  Dilmavädien.  Biesoi  regten  sich  als 
Verbündete  der  Miienimd  'giäffeaitMirelfacihbäirndi&.Noirdf- 
friesen  An^^mtt  deneii;; . bei. manchen  tehen.Betlihnin^en, 
sie  früher  schon  häufig  in  Streit  gelegen  fafcttem    ; 

Die  Friesen  trafen  hinpegen  in.  siliere  Verinhdünj^  mit 
den  BerEOgeh.  Cberade  jetzt  eiJkläHen  die  >drei  Lande 
Eiderstedt  Bversehnp  tnd  UthoUn^  da$s  sie  sfcK  den  Her^- 
zogen  Heinrich  Adolf  und  Getfhiird  mi  tJuteiHhuneii/geg»*- 
ben  hätten/  ihnen  hctfein  nnd  alles  was'iie.^^ibhtigi.tlnin, 
aueh  keinen  besonderen  BVieden  ntnehdicH  ndt.dknDit-*- 
marschen  sdiliessen  woHten  (im  X  1414,  Angusti 'S8}1 
Wohl  geschah  es  um  sieh  g^ade  gegen  diese  Fdnde  zu 
schützen,  welche  wegen  gewaltsamer  TSdtuhg^  einiget 
Landsleute  einen  heftigen  Angriff. gemach^  ited  emnUl  nur 
rückgesohlagen  (Juli  18)  j  nur  mit  vdrstärklinr  Macht  den-»- 
selben  ausgeführt  (Juli  25)/  ^nA  da  die  Friesen,  sich  wei^ 
gerten  für  die  gefallenen  Ditmarschen  die  IKinnbüsse  zu 
zahlen,  einen  bedeutendai  Theü  des  Landes  velhtert,  die 
Dörfer  verbrannt;  die  Einwohner  vertridien  hatten.'  Utr 
Vertrag  konnte  sueh. nicht.  Undelrn  dass  sie  Mr  Zab'^ 
Zahlung  gezwungen  Thirden  und  einige  Jahre  -qüll^r  vsieh 
ganz  der  Entscheidung  der  IMImarscheh  unterwerfen  muss» 


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807 

len::  isWanBigivDitmarsbheii  soDten .  aaf  ihrem  Boden  ntxk 
ibrem  Kecbte  <lber:dle  Vergehen  der  Eiilerstedier  z«  Ge- 
richte sitzen  (im  J,  1417).  Doch  hat  weder  dieses  Miss- 
^eschiek  noch  ststarkeres  was  folge»  soflte  den  Sinn  dieser 
Bevölkerung  geändert  oder  den  Hnth  und  die. Ausdauer 
des  Herzogs  ftiNnoöhei^  Auieh.Weiui  sie  zeitweise  nnter- 
fogen,  sdieint  ^s  nur  dew  Hass  .  gegen  die  Fremdm  er•^ 
köiit,  cBe.  Kraft  gestählt  zu  .habeOi^ 
..  König /Erich  ist  eine  dtt  Vatilren  wk  denen'  gera<te 
'dw  fünfzehnte  Jahrhundert  reich  ist/  ansprucfasYoU,  eigeh*^ 
sinnig,  zähe  tind.haitnftckig,.  abte  iihfte  rechte  Kraft  und 
«ohne  Emsicht  .tm  dem  Was  wahrhaft.  Noth  tfauL  Kr  er^ 
lasst  den  Gedanken. der  Eroberoitg  Schleswigs,  und,  hiäll 
ihn  lange  unerschütteriidi  lest.  .  Er  gidbt.vras  er  begonnen 
ttiefat  auf,  aber  er  setzt  aach  nichts  doi^,  uiid  am  Ende 
verliert  er  alles. 

Das  UrtheH  seines  Reidistags  und  den^riioh  desKai^ 
sers  zu  yellaiehen;  unternimmt  er  neue  .kriegerische  Rü- 
stungen in  .dem  Herzogthum  selbst:  feste  Plätze ,  werden 
angelegt  um  den  Tkeil  zu  decken  der  in  seinen  Händen 
ist,  an  der  Schlei  die  Königsburg,  weiter  südlich  gegen 
Eckernfdrde,  das  die  Holstein  in  Besitz  hatten,  Lindau, 
tiördlioii  dagegen  an  der  rechten  Seite  des  Langsees,  wo 
jiäiigat  wieder  Deutsche  imd  Dänen  sich  giegentberstanden, 
Wedelspang,  endlich  an  der  Treene  gegen  die  Friesen 
die  Fresenbwg  (im  J.  1415).  Er  selbst  wandte  sich  (im 
3i  1416^  Juni  ^)  gegen  Eehmern,  das  sieh  diesmal  ohne 
Widerstand  ergab  und  Huldigung  leistete.  Hier  lag  er 
fest  drei  Monate  lang  und  führte  behn  Abzug  noch  zwanzig 
gute  Männer  mit  siek,  nnd  peinigte,  sie  zu ;  Tode;,  die  Insel 

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806 

hatte  die  versprochenen  20000  Mark  nicht  zaUen  können^ 
ffhr  welche  ei*  ifa^  Schonung  von  Brand  lugestanden  hatte. 
Dann  machte  er  einen  Versuch  auf  Schleswig  selbst,  in 
dessen  Nähe  auf  der  St  Jürgensinsel  er  sich  mit  Schilfen 
und  Mannschaft  festsetzte. 

'  AUein  auch  die  Uolsten  lagen  nicht  sliBe.  Der  Herzog 
Heinrich,  war  mit  dem  Ohebn  wieder  in  Verbindung  ge^ 
treten  und  hatte  für  die  Abtretung  von  Kiel:,  dais  durek 
den  Tod  voii  Albreohts  Wittwe  heimgefalleh  iwar,  seine 
iJnterstützoRg  erreicht  (im  J.  1415,  Decembi  :21}.  Beide 
hatten  sie  den  Beistand  der  kühnen  Freibeuter  aufgerufen 
welche,  uiiter  dem  Ntanen  der  Vitalienbrilder  bekannt,  noch 
immer  das  Me^  mit  ihren  Schiffen  erfüllten  und :  sich  ber 
reitwillig  dem  Kampf  gegen  den  Herrscher  der  drei  nor-* 
cHschen  Reiche  anschlössen. .  Wenn  diese  zur.  See  den 
Dänen  zu  schaffen  machten,  so  schlugen  jene  tapfer  zu 
Lande.  Bei  f  inem  Ausfall  ims  der  Stadt  Schleswig  erlitt 
das  königliche  Heer  bedeutenden  Verlust,  Wedelspang  ward 
erobert,  die  andern  Burgen  räumten  die  Dänen,  die  sich 
eilig  zurttckzogen.  Da  ging  es  rasch  gegen  Fehmem  (im 
J.  1416,  Octob.  23),  das  gerne  unter  deutsche  Hoheit  zu-* 
rückkehrte  und  die  Krone  mit  dem  Nesselblatt  vertauschte; 
und  in  winterlicher  Belagertmg  nahmen  die  Fürsten  selbst 
das  wöhlbefestigte  Glambeck  (Decemb.  13). .  Und  da  ihnen 
auch  aus  Deutschland  Hülfe  kam  ,1.  aus  dem  MecUcfnbnrgi^ 
sehen  Lüneburgischen  und  Schauenburgiscfaen,  drangen 
sie  gegen  den  Norden  vor,  entrissen  dem  Erich  Srum^ 
mendiek  das  wichtige  Tondem  und  gewannen  aufs  neue 
mehrere  friesische  Harden.  Als  jener  dann  nadi  ihrem 
Abzug  mit  dnem  dänischea  Heer  zur  Stella'  war  (im  J. 

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300 

141T^  P^braar  21.  22)^  schlugen  die  Friesen  dies  Mf  ei- 
gene Hand:  ^denn  sie  wolllen  Ueber  nnler  den  Holslen 
s^n  ids  unter  den  Dänen *^  wie  der  Chronisl  sagt.  Die 
Hemoge  eriiielten  weitere  Yerstiritung  durch  ein  Bindniss 
mil  Aibrecht  von  Meddenburg  (AprS  4),  der  ihnen  200 
Gehanilscbte  rafllhrte:  schon  denken  sie  an  Eroberungen 
von  Sebiössem  nicht  bh>s  im-Herzogthum,  sondern  auiA 
in  Kitaiigreichi  nnd  bestimmen  wie  ei^mit  diesen  gefaal-*- 
leei  werden  seH. 

Aber  so  Mehl  soflie  es  A^n  IMsten  doch  nicht  wer^ 
dsen.  Brich  konnte  die  Mabhi  s^er  drei  &onen  wider 
Me  aufbieten^  und  nicht  verfiehffich  dachte  man  von  ihirer 
Slirke,  wenn  mm  die  RUslung  des  Jahres,  freilidi  mit 
grosser  Übertreibung,  auf  100000  Maiui  anschlug.  Zur 
See  war  er  entsdhieden  im  Ühetrgewlcht;  Dazu  hatte  er 
den  Kaiser  auf  seiner  Seite,  und  wenn  die  Macht  dessel- 
ben in  diesen  nördlichen  Gegenden  unmittelbar  auch  wo-*- 
nig  bedeutete,  so  konnte  er  doch  auf  die  benachbarten 
FOrslen  und  Stttdte  einen  Binflttss  üben.  Eigentiiamlicbe 
Umstftnde  fahrten  in  diesem  Augenblick  eben  Lübeck  und 
die  Seetbtdte  auf  die  Seite  des  dänischen  Königs« 

In  Lübeck  war  es  am  Anftmg  des  Jäh^underts  zu 
lebhaften  Erörteriingen  zwischen  dem  Rath  und  der  Bür- 
gerschaft gekoMmen.  Die  aUgemeine  demokratische  Be- 
wegmig  weldie  um  diese  Zeil  in  den  deutschen  Städten 
hervortrat  errekblSe  auch  die  Küste  der  Ostsee;  hier  wa* 
fen  es  besonders  die  Geldverhältiiisse  ^welche  einen  Aus-^ 
brach  derUnzuflHedenbdt  herM^ifthrten.  Mancherlei  Bav- 
ten  und  Unternehmungen,  der  von  den  Lauenburgiern  er- 
woAene  Pfandbesitz  von  MöHn  und  Bergedorf,  dann  die 


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MO 

TbeitMhiiie  w  dm  norcbfldim  Kriegep  lialto»  die  SUkH 
laii  Sdiulden  bdastel,  für  der^n  Deekung  dem  fitfihe  di« 
Ausschrdbuag  netter  Steuern  n(MKig  erschien^ ,  Vertistittd«- 
Iwi^m  mit  der  Gemeinde  (im.  J.  1103  und  ff;)  fükrfan.  n 
keinem  Resultat^  dieihe.  wiUto  tidiiehr  ^nen  M$$ßbm$ 
von  60  Mi^nnern^  irelctaear-die  MädtisckMAngeteg^nhoiteR 
mier  aeiae  Aufsieht  nelimen  soIUa  (im  J«  1406»  Sf^^mb*)^ 
Dieser  griff  in  seiner  Tliütigkeit  l)ald  n^eiter  und  Ufiefh^ 
eine  Änderung  der  Verfassung  selbst;  .id^p  ^istndtiechef 
Beamten  acuten  Qeisitz^r  ßW  derQQrgepsiDbeft.andicf.^eite 
gestellt,  die  MitgUed^  de«  Hilthes  sollten,  unter  Mitfnrkm^ 
der  Silrgerschaft  gewftUt  werden.  Du  der  BnA  niet^ 
daraaf  eiiigehen  ii^Ilte,  kam  es  zu  u«rubigen  Bewegiur 
gen  in  der  Stadt^  imd  der  grössere  TheU.deriRs^bamit^ 
glied^  sab  sieh  Y^aranlassft  4iesdfoe  ga&t  au  Teslaasm  (im 
J.  1408);  Ein  neuer  Bath  wurde  sofort  gebttdet,  an  des^ 
sen  Spitze  die  Führer  4er  Bürgerdchidl  standen^  -.Aber 
die  Aäsgewandertea  hatten  ihr  Recht  nicht  au^egebe» 
und  wandten  sich  an  den  Kaiser.  Zweiinad  von  RiHPreeltf 
(im  J.  1419)  und  von  Sigismund  (im  X.  1415)  erhielten. sie 
Recht;  doch  wusele  die  herrschende  Farthei  durch  ein  he-* 
deutendos  Anldhn  an  den  geldbedürfUgen  Sigismtind:  die 
Verkündung  und  VoUstreekung  des  Urtbaüs  zu  hindern. 
Da  nahm  König  Erich  siich  d^  Saehe  .an,  welcher:  wohl  dte 
Wichtigkeit  der  Stadt. füf  sejxie  flKne  ,  erktSnnen  jHMuchto. 
Er  erbot  sich  zur  Rü^fcziAlung  der  4tem  Kaiser  vorgeir 
schassraea  Summe^  und:  da  man  dai^auf>  iÄehl  eingehen 
wollte,  lieas  et  4Q0  ;lülN$oher  Bürger  {&  Sebonen  au{|;[irei-- 
fen  und  in  die  eefangenachaft  führen.  Ab  bald  darnuf 
kaiserliche  Commtssarien  erSoUenen  uwi  auch  die  biewicbr 


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311 

bwlen  filidtey  Gbmbttrg  und  die  wendischeiiy  sich  ia  die 
Suche  mischten,  unterwarf  man  sich  einem  Schiedsq^ruch, 
der*  sich  wesentlich  zu  Cuaslen  des  alten  Raths  erklärte  (im 
J.  1416/Juni  15).  Scheki  4im. feigenden  Tage  hielten  die 
flttcditigen  NitgUeddr  ihren  feiorlichaHi  Einsug  und  wurden 
in  ihre  frühere. Stellung  eingseselzl;  dedi  wareii  »e  weise 
gerag  für  die  durch  TodesfilQe  erfedigten  Stellen  auch 
einige  au^  dem  neuen  Rath  zu  :0rwAhLen.  filae  Änderung 
dcrVdrfassnligUfcer  fand.in«lft  statt,  und  der  alle  aristo- 
kralJfMdie  Ghamiller  der^ülben^het  sieh  noch  lange  behauptet. 

Der  Mbsdhe  Rath  sehlotf s  eidh  jcftsst  dMlUar  dem  Kö- 
nig Bcieh  an,  der  die  gefangtaen  Bfirg^nr  freigab.  Er  lei- 
stete, ihm  b^ei  Febmdm  und  auf  der  :See  Beistand.  Durch 
Lebeekft  Einfluss  würden  auoh  die  andein  Seestftdte  gewon- 
nen, :  und  sie; .  YerstandM  ^sieh  zu  feindseligen  Maassregeln 
gegen  ihre  Jf iKlihbera.  LOneburg  yerbot  allen  Handel  nach 
Holstein.  'Erst  h&mach,  s^eibt  die  Chronik,  gingen 
den  Stidten  <lie  Augen  auf,  und  sie  begrilen  dass  der 
König  anderes  im  Sinne  halte  als  seine  guten  Worte  lau- 
teten'. Aber  so  hat  fast  tfle  Zeit  Kurzsichtigkeit  und  das 
vermeinte  Interesse,  nicht  selten  auch  wie  hier  politische 
Parih^ng,  den  Feinden  DeuUchiands  den  Weg  gebahnt. 
,  Auch  die  Ditmarseben  wntea  fortwährend  auf  däni- 
sbher  Seite:  wenn  der  König  Heistiein  angreife,  sollen  sie 
iFersprdbhen  haben,  ^ch  vor  Hanerau  zu  legem.  Nur  auf 
ein  ftnididies  Bttndniss  gbgien  sie  nicht  ein. 

Da  konite  Erich  wohl  die  Hebten  spotten  lassen,  er 
liege  wie  der  Fuchs,  im  Kraut,  oder  wage  wie  der  Bieber 
nidit'd^  ^hwan9  aus  dem  Wasser  ra  SBiehenr  er  war 
nrit  staiker  Flotte  aus^tfahra»  (Juni}  und  wlollle  warten, 


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812 

bis  der  Unlerhall  der  HtUfümannschaft  ihnen  schwierig  f  e- 
worden  sei.  Dann  aber^  da  der  Herzog  HeiiirMi  mil  eh- 
nem  Theil  derselben  gegeii  Flensburg  gesogM  wir,  er» 
schien  er  pMlzIich  auf  der  ScUei  (Juli  15)  uiid  brädite 
den  mecklenbfirger  Albrecbl,  der  hier  beföhle ,  in  drri 
Tagen  zur  Übtergabe  dei^  Stadt  (Jnlil^).  Daas  der  Herzog 
sich  zu  Frieden  und  Freundschaft  gegen  Erieh  und  sdae 
Reiche  verpiichtete/ mochte  zu  ertragen -sein;  dass  aber 
Claus  von  der  Wisch  und  Iwan  Pogwisbh  flir  sich  und 
fast  50  andere  einheimische  und  fremde  Mannen  verspra«-*^ 
eben,  den  beiden  Heinrichen  keinen  Betttand  gegen  den 
König  zu  leisten,  'so  lange  dieser  nicht  seines  Rechtes  e» 
Ende  habe',  war  gewiss  ein  bedeutender  Nachtheil.  Auch 
die  Eiderstedter,  die  erst  eben  den  Ditmarschen  onteria-« 
gen,  wurden  nun  ron  den  Dänen  heimgesnoht  (August  14), 
zur  Huldigung  genöthigt  und  gebrandsi^atzt;  drensig  der 
Besten  des  Landes  führte  der  König  mit  sich.  ' 

Diese  Noth  weckte  dann  die  Nachbarn  zu  kräftiger  Hütfe. 
Graf  Heinrich  kam  nach  Hamburg,  der  alten  holsleinschen 
Stadt,  um  ihr^  Beistand  zu  suchen,  und  es  erseheint  glaiA- 
Kch,  was  die  Holsteinsche  Chronik  erzählt,  dass  es  lebhaf-« 
ten  Eindruck  auf  die  Bewohner  machte,  als  der  befahrlä 
und  gelähmte  Graf  von  seinem  Wagen  aus  zum  Zuzug 
mahnte:  Heichter  sei  es  die  Dänen  vor  Gottorp,  das  sich 
hielt,  als  vor  Hamburg  zu  bekämpfen  *.  'Es  waren  die  Bär--' 
gor  welche  am  Ende  den  bedächtigen  Ralb  nödkigten  dem 
König  den  FehdeMef  zu  senden,  freilieb  nioM  ohne  dass 
sie  sich  beurkunden  Hessen,  diese  Hülfe  solle  ihren  Frei-^ 
heiten  keinen  Abbruch  thun  (Juli  20^.  •  So  gross  aber  war 
das  Ansehii  der  IStadt,  dass  man  sich  erzählen  konnte,  liiif 


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313 

die  iAosie  Nuchriciht  di^er  Pebriteohaft  sei  der  König  mit 
der  Madit  seiner  dreif  Reiehe  eilig  von  dannim  geflogen. 
Aber  iuoh  Ae  Hen^e.  Ton  Brenasoiiweig  ond  Lttneburg 
der  Graf  von  Hoya  und  andere  erschienea  mit  berater 
Mannschaft;  sie  belagerten  jene  Königsburg  im  derSddei^ 
zersUirten  Stubbe.  Sechshundert  Reisige  und  20800  ¥ua^ 
slreüeri^nMi  anf  deutscher  Seile  stehr  ab  80000 DflMM 
und  ^ndinamm  gegentiier;  lind  man  chatte  eine  aUgMMiie 
BBtsdieidiii^  erwarten  IcOiinen,  als  Gesandte  der  Oisisee« 
stidle  enftrafen  und  einen  SUHslaiid  zuwege  brachteüi 
nach  dem  wieder  die  ganze  Sache  eineni  schfedsriehteü-^i 
lidien  Aussprueh  am  nächsten  St.  Johanniäage  ttbergeliM 
werden  sollte  (November  12^*-14).  in  der  Zwisehemwil 
aber  nahmen  die  Slftdte  Schleswig  und  Tendern  ui  ilnre 
Hand.  ^^  Der  Herzog  von  Lauenburg,  der  audi.  eineii 
Bmftdl  in  Holstein  gemacht  hatte,  wurde  in  den  Frieden 
aufgenommen  (Novemb.  28). 

Die  abziehenden  schwedisdien  Truppe  .filgten  der  Stadt 
Eckemfftrde  Schaden  zu,  und  auch  über  andere  Beein« 
trttchiigungen  gleich  in  den  ersten  vier  Wochen  klagten 
dieHoIsten.  Und  als  die.Zeit  des  Schiedsspruchs  liam  und 
die  dinischen  Gesandten  sich  einen  Tag  verspäteten,  den 
König  aber  gar  nicht  ersdnenen  war,  weigerten  sie  sich 
bei' dem  früb^en  Abkommen  stehen  zu  bleiben:  nicht  ei- 
nem Urtheil,  nur  einem  Versuch  zu  güffiehem  Vergleich; 
woHten  sie  jetfet,  wie  vier  Jahre  früher  zu  KoUing,  sich 
unterwerfen.  Weitere  Bemühungen  der  Städte  l^achlen 
nur  eine  Verlängerung  des  WaffisnstiMandes  auf  zwei 
Jahre  zuwege.  Schleswig  und  Tendern  aber  kamen  an 
den  Hersog.    Auch  mit  Brich  von  Lawnbnrg  seUoss  die** 


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314 

ser  T«ttg6ii  FriedM:{iiD  1.1418,  August  39)^  und  er  km 
dtrauf'fielbet  Zcfil  geftindiui  seiaenl  Verbündefea  dem  lüa&r 
horger  Berkog  iii  einer  Fehde  nil  Brendn  HüUe.:jiu  lef^ 
srten  (im  J.  1419).  i  :.    j   i 

Wiei  würde  mau  heut  n  1^9gt/  Utä^  sem  einto  jsol-- 
ehen  Zujtfand  gteteaWedis^kioiiHd  Kampfes  aü  erMgeu?. 
Maa  ermüdet  liu  encifaleii  -t^aa  idamak  an  «kn  Jieftsi^ii 
voriÜMTgiBg^  iast  am  ärgsteu.  ah. den  Fneäeu;  •  IMe  Ei'k 
derstedter  •  walw  bald  najoh.  £rkh8  Atoug  ^Mriädeif  4M 
INliharadieR  anheim^eMltiß)  die  trots  der:  MketeU'Y^sr^, 
Mmliing  mit  i  dem  König  in  -der  Unterwerfung  jener^  ekMm 
Brddi  däa  nü  ihnen  gescüodtflenen Vertrag. ifaiieh.  : EJM 
üene^Vwvpü&tUBg  m^hreriBi*  Kirohaj^ele  war  dieiFolge'  die 
sdiwcr  beungesuchten  Laude  tttii^steh  die  gefordenl€ln.8O0(n 
Mark  Busse  Kahlen^  so.  dass'  aie>me]irere>Ja]HrademHelraog 
weder  AbgiBiben  noeh  Heemsfolge  leisten  k^^ntiteii  (im.  J* 
1417,  September).  Dagegen  hat  dilsser  zwei  Uardeii  dea 
SirAhdeä,  die  ihm  in  der  l^tea  Ztit  fierher  slaawlen;  :zur 
Erheuermig  der  HtiSdigling  bewogen  (hn  J.  1418^  Jamiar.SO)} 
und  aUck  die  Fäwormhard&Böokingharde  ikndf  andere  k^hrr 
ten  unter  seine  llehrsehdli^  aucuck.  Eben  die  diesen  leiste-^ 
t^  ojine  Zweifel  Bülfe;,  ab  es.  gak  deoa^  Erich  KrttmlneBi-- 
£ek  das  ähln  übertragümeSohwiAstedt  au  entreis^en, 

:  In  diesen  Mäasanalmien  aber,  däfin  'der  .B^fesl%ufeig 
Bdiernfördes  und  anderen  Umstäfkiden,  sahuEridi  eme  Yer->* 
letkung  des .  WaffenstillstandieSy  und  da  die.  Stfhlte  Uim  keine 
GenogAiuung  verschaffen  konnten^  griff  au6h  er  wieder  «i 
den  Wa&n  (fan  J.  1480). 

Es  war  diesmal  auf  Fehnem  digesäien,  dem  derKö-^  - 
nig  die  Büekkehr  mUer  hialsteihsehe  iHerrsdiaflt  essbt  ver*- 


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3(13: 

wäftm  Ibftnnle.  Ein  erster  Assriff.  wuvd»' id^gescUagoi 
(JttU  1).  Aber  itnohdem  der  König  Heiligenhaft»!  und  Olr 
debburg  heimgesucht  halte^  kam  er  wieder,  und  diesoMd 
gelang  es  ihm  des  WidersUndes  der  tapfern  Einwohtier 
und  der  van  den  :Firsten  gesandten  Hülfsmannschaft  Bert 
zu  wefd6n(Jttli&).  Mit  grellen  Farben  sdhild^m  die  Quelletf 
die  Gräuel  der  Verwüstung,  welche  detr  Herrscher,  der  Dttliett 
über  die  deutsche  Insel  verhängte :  Frauen  und  Jun^Trtwti 
wurden  gesehändef  oder  gemordet,  die  Kirchen  erbJroehen 
un4  die  Priester  arsohlagien.  Dreihundert  Bewohn^  de» 
Ineel.  hatten  sich  in  eine  Kirehe  geflüchtet  und  wurdienmü 
tftuS<ienden  Versprechungen  zur  Übergabe  bewogen;  'aber 
die  untreuen  Dänen  scUiigen  sie  nieder',  wie  man  erzählte: 
vor  den  Augen  des  Königs 'seien  sie  durchstochen  und 
gespieal,  das»)  das  Blut  wie  ein  Bach,  über  die  Strassen  floss. 
Kinder  wurden  ertränkt  oder  auf  einen  Werder  geführt 
wo  sie  hülflos  verschmachteten.  ^Häuser  und  Kii^chen  ver- 
brannte .der  König  und  vernichtete  und  tödtete  alle  Dinge 
so  dass  nicht  ein  Hund  auf  dem  Lande  blieb'.  Der  Hass 
ist  stark  gewesen  der  solche  Dinge  auch  nur  zu  erzählen 
vermocble.  Aber  gross  waren  auch  'der  Jammer  und  die 
UnmensoMichkeit'  die  mim  übte.  Eri^k  fühlte  wohl  dass 
er  das  Land  nicht  behaupten  werde;  so  wollte  wenigstens 
seine  Rache  sich  sättigen«  —  V^gebetis  versuchten  nach 
Seinem  Abzug  die  Halsten  das  neu.  befestigte  Glambeck 
wii^der  zu  nehmen^   . 

Auf  dem  Festlande  !«ber  zeigte  sich  Erich  nishi.  Her- 
zog Heinrich  kennte  bis  Hadersleben  dpingen^.  w/ö  er  SOOO 
Mark  eintrieb,  die  Dörfer  verheerte  und  fdche 'Bmiem  als 
GeiSsel  fortführte,  während.die  Hamburger  dänische  Schiflift 


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316 

mf  der  Nordsee  zersIdrleA  und  die  Inseh^  yor  ili|iei 
brandschatEtea.  So  kbnäte  der  Krieg  noch  lange  för%e- 
selzt  werden  ohne  bedeutenden  Erfolg  ftbr  die  eine  oder 
andere  Seite.  Die  Hebten  hatten  das  Übergewicht  jbu  Lande 
trot2  der  gewaltigen  Macht  welche  ihnen  gegeMber  stand. 
Brich  dagegen  beherrschte  die  Ostsee,  und  die  Lttbedc^^ 
welche  ihm  allein  hätten  widerstehen  können,  hielte»  najt 
ihrer  HOlfe  zurück. 

Lflbeck  begnügte  sich  Schiffe  der  hobteinsdien  Vtta«^ 
lienbräder  su  jagen  und  zu  zerstören ;  es  behutzle  ausser«* 
dem  <fie  Gelegerihäit  welche  sich  darbot  mit  den  Hambur- 
gern gememsam  Bergedorf  zu  erobern, /über  das  sfköü 
oft  mit  dem  lauenburger  Herzog  gesMtl^  war  und  wel-^ 
ches  dieser  jetzt  den  beiden  Städten  abtreten  musste  (im  Jw 
1420,  August  24),  nicht  ohne  hmaÜGSi  zu  prolestir^,  aber 
ohne  die  Herrschaft  sich  oder  seinem  Hause  retten  zu 
können,  deren  Besitz  den  beiden  Städten  grössere  Sicher«* 
heit  des  Verkehrs  verschaffie.  Auch  MöOn  war  fortwfth-* 
rend  an  Lübeck  verpftindet. 

Eüriger  für  den  Frieden  des  Nordens  arbeitete  der  lü**- 
becker  Bischof,  der  dazu  vom  Papste  selbst  Auftrag  er-* 
halten  hatte.  Durch  eine  Beise  nach  Kopenhagen  und  Ver- 
wendung der  Ostseestädte  erlangte  er,  dass  ein  neü^  Tag 
zum  Versuch  der  V^mittelung  nach  Flensburg  angesetzt 
ward.  Hier  kam  man  wieder  zu  einem  Stilbtand  auf 
ein  Jahr  und  einer  Verabredung  über  ein  neues  Schieds«* 
gerieht  von  je  drei  Fiärsteii,  die  init  dem  König  nachFeh- 
mem,  mit  dem  Herzog  nach  Oldenburg  kommen  soUten 
(Novemb.  10~25).  Die  Versammlung  fand  statt  (im  J.  142i; 
Mai  18);  aber  an  Einigung  war  weniger  ^als  je  zu  denken. 


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«17 

Beide  Partheieit  sind  mit  ausführlichen  Eingaben  gekommen. 
Erich  in  der  seinen  (von  Mai  23)  trat  besUmmter  uls  firüi- 
her  mit  der  Behauptung  auf  dass  das  Herzogthum  kein 
erbliches  Lehn  sei  und  dass  es  solche. überhaupt  in  D&nef- 
mark  nicht  gebe;  er  beklagte  sich  ausserdem  über  die  B^ 
schuldigungen  welche  die  Holsten  wegen  Fehmj^ms  erho^ 
ben^  über  die  Spottlieder  welche  sie  in  Umlauf  gesetist  bar 
ben  sollten.  Darauf  nahmen  ihre  Schiedsrichter  y  Herzog 
Bernhard  von  Lüneburg  Herzog  Eiich  von  Lauenbnr^  .und 
Graf  Adolf  von  Schauenbürg,  wenig  Rücksidit:  sie  gaben 
ihrer  Seits  ein  doppeltes  Urtheil  ab,  das  eine  welches  dem 
König  auferlegte  den  Herzogen  eine  rechte  Gewere  zu 
l>estelien,  das  and^e  \telches  ihnen  den  Besitz  des  Her- 
ze gthums  zuerkannte,  dem  König  die  Rückgabe.  vöaFleoli^ 
bürg  und  Niehuus  gegc»  die  Pfandsumme  und  die  Erslai- 
tung  bedeutender  Gddr*  und  SchadensförderungeH  aufer^ 
legte  (Mai  26.  28)«  Sie  urtbeilten  also  nach  deutschem 
Lefanrecht,  das  sie  ihrer  Entscheidung  zu  Gründe  legte«; 
während  der  König  sich  fortwährend  auf  dänisches  Hecht 
berief.  Es  ist  begreiflich  dass  die  Fürsteh  ikuf  Erichs  Seite 
jenen  Ausspruch  liicht  gelten  lassen  wollten.  Sie  verlang- 
ten dass  wieder  der  König  Sigismund  als  Obmann  eintrete; 
die  Holsteai  wollten  aber  nur  das  Römische  Reich  gelten 
lassen:  der  Unterschied  zwischen  der  Person  des  Königs 
und  der  Gesaramfhdt  des  Reiches  wird  hier  in  sehr  be«- 
slimmter  Weise  geltend  gemächt.  Wohl  warf  Erich  spätßr 
die  Frage  auf,  wie  das  Römische  Reich  anders  als  duröh 
Vermittelung  des  Königs  über  <las  Recht  sprechen '  könne. 
Aber  die  Bedeutung  des  Vorschlags  konnte  ihm  sohHver'^ 
lieh  verborgen  bleiben.    Kam  die  Sache  «n  das  Reic^/  so 

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318 

konnte  nur  ein  Gericht  der  Fürsten  die  Entschddung  Fäl- 
len. Diesen  aber  mochte  Erich  seine  Sache  nicht  vertrauen. 
Er  wandte  sich  an  die  Landesthirige  von  Schonen  See- 
land und  Jfttland.  Alle  drei  bezeugteadäss  es  in  Dänemark 
-kleine  Efblehne  gebe;  und  das  letzte  meinte,  darum  könne 
Sttder^flttand,  das  zn  der  Kröne  gehöre,  nicht  als  ein  Fah- 
nenl^n  behandelt  sein  (Augost  4).  Dabei  wären  der  Bi- 
schof von  Schleswig;  die  Äbte  vom  Ruh-  und  LygamUo- 
ster,  mehrere  Ritter,  wid  Rathmannen  aus  Flensburg  Ha- 
:denileben  und  Apenrade  aus  dem  Herzügdium  zugegen. 
;Aber  mit  solchen  Aussagen  Hessen  sidi  dieErdgnisse  der 
Geschichte  nicht  vergessen  machen. 
.  Unwillig  über  die  getäuschte  Hofihung  dnes.  gedeihli- 
-dieik :  Friedens  rftgte  der  lübecker  Bischof  die  Frevel  welche 
-mif  Fehmem  geschehen  waren,  nnd  verhängte  Bann  und 
-Interdic^  gegen  alle  wislche  an  der  Beschädigung  der  Kir- 
tchdn  tfaeilgdnommeik  hatten;  was  ihm  nicht. aUein  die  fru- 
bete  Gmlst  bei  dem  Konig  raubte,  sondern:  diesen  auch 
iveränlasste  die  Stadt  Lübeck  in  Bewegung  zu  setzen,  dass 
sie  den  Bischof  zu  Widerruf  und  Niederschlagung  der 
^ache  anhalte.    Auch  dazu  liess  sie  äic^h  noch  briilgen. 

Doch  ging  min  auch  ihre  Hingebung  für  den  König  zu 
Ende.  Sein  Stt*eben  die  Macht  der  Deutsche  im  Norden 
überall  zu  brechen  leuchtete  aUmählig  ein;  die  einheimi- 
schen Städte  wurden  gehoben ,  die  HoUänder,  jelzl  und 
später  imm^r  mehr  die  Nebenbuhler  der  Hanseaten  im 
Ostseebandel;  begünstigt,  und  wie  unverständig  manche 
Maassrogeln  des  Königs  sein  mochten,  hier  schien  et  doch 
die  Gedanken  der  Mutler  nicht  ohne  Geschick  zu  verwirk- 
liclien.     Daher  minderte  sich  die  Ne^iin^  der  liübeqkj^r 

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(Sf9 

mm  isA  scUeimgef  Stnitt  Betetoiid  m  letKifn.  Auf. 
Yersaauolnrng  tu  Satn  orgrUT  ikr  Bürgermeiilelr  diiB  Pär«- 
thei  der  Uetzöge;  und  bald  darauf  führen  sUidMicilie  FhHk 
len  gegßn  Schonen  und  B^eii  und  bedrohten  dän  Kfoig, 
der  vergebe»  die  hottändaiclion  SeUffe  im  Sund  dagegen 
2U  bemannen  auchto.  -^  Aflchsein  iVersüch  die  Difanar« 
sehen  fester  «n  sii^zu  ziehen  misAag;  viefaniehr  orneuert- 
ten  die  Holsten  die  alten  Verträge  nnl  ihnen  (im  J.  1422^; 

leinrieb,  der  frtühere Bischof,  wricher  sich  vw.eUiger 
2eit  ^ini.J:  1419):  krank  und  «üde  ün  dasfiordesiuirlHier 
iDostear  ar1lckgäzei|[en  hatte ,  ywr  «nttn^st  gostorbml  ^ 
J.  I4ätl\,  .Febroär  lii)c  '  Den  zweiten  S6hn  seines  .Verstov««- 
Aendn'Bniders>  Aildlf(VID.),  Käticr  zu  seinem  Erbeiiemahnt 
Mri  'Ihm.  zünäidist  seinem  Besttzuhgen  mil  den '  Mob%e* 
fiestön  Sefebeirg  und  RbndrfMirg  Übergehen,  Zu  eiMr 
oigeidlicben  Theilimg  zwischen  Adolf  und  den  Brüdern  is|t 
€S.  aber 'nicht  gekorameh. . .  Itaii  lAodite  wohl  erst  den  Ijmpf 
um  Soliles#ig^za:  ^nde  führen  woVen,  ehe  man  die  fe«^ 
^enseiti^te .  Bbsittvei^ittilteser  ordnete.  Doch  edieint  Adolf 
die  VolsteinsehenAttg^lB^^nhditen  g^leilet  zu  haben:  ohne 
Theiwftkiiie.  seiner  Bindear  ward  ein  Straft  mitLtAeck  «her 
das  Strandrechft>'ge»cUiohtet.  —  GeoieHisam  bestätigten  sie 
diis  Reebt  der  holsteinscfaeii  Mannen. und  EinWolraer,  dass 
dieselben  loeine  ileertefoige  fther  die  Gruben  des  Landes 
hinaus:  nhd^k^ne  Bede  mi^s  als  m  bestimmten  Fiilen  zu 
leisten  Teii^flechlet'  wären  .ffm  J.  1429,  Juni  24).  Doeh 
hat  den  Fnrsteii  freiwillige. lilflfe  wie  biiAier  /gewiss  auch 
iä|iäter. nicht:  entstudeuw  Und  der  eifrigen  Fortsetzung  des 
Krieges  thait  es  keinen  Abbruch« 

Ifersog  aeinrich  hat:  hier  mit  GMck  gefechten.     Br 


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a» 

wf«*9tMEte  Tfeniiig^  deiseii  Um  .(Haus.  Limbeck  jtm 
wieder  auf  «einer  Seite  sland;  seine  BiBaatznf  xm  To»- 
dem  schlag  einen  Angriif  der  Dänen :  mit  bedeiilendem 
Verlust  derselben  zurück;  diese  sähen  sieh  fast  auf  Flens-:- 
burg  beschränkt  Und  auch  hi»  war  ber^  ein  Angriff 
4es  HOTZOgs  mit  gutem  Erffdg  gekrönt  (Nevemb.  11)^  ak 
ein  kaiserlicher  Gesandter  Hierzog  RunqMrfd  von  Schlesien 
auftrat  und  noch  eimnal  Frieden  gebot. 

Etwas  nachgiebiger  als  früher  mochte  jetzt  auch  Erich 
gesfimmt  sein:  die  deutschen  Städte  und  Fürsfen  waren 
wieder  eidig,  und  da  galt  es  wenigstens  Zeü.  zU  gewiimcin  um 
sie  zu  trennen  und  neue  Kräfte  zu  sanimeln.  Br  liess  sich 
bei  zu  schönen  Worten  gegen  Hierzog  Heinrich,  den  er  -durch 
Geschenke  und  andere  Zeichen  4er  Gunst  bestaeh;  dieser  snd 
seine  Brüder  rerqpradien  jetzt  die  Entscheidung  des  Rum-^ 
pold  oder  seines  Gewaltgebers  des  römischen  Königs  Sigis^ 
muad  anzuerkennen  (im  J.  1423,  Januar  1).  In  der  Zwi^ 
Schonzeit  ward  WaSfenruhe  und  Behaüptang  des  gegen^ 
seitigen  BedtzstandeS;  der  Sdifösser  mit  den  dazu  na^ch 
alter  Gewohnheit  gehörigen  Dörfism ,  iierktedet  —  Wäh- 
rend dann  aber  das  Material  zu  einer  neuen  Reditsunler«^ 
suchmtg  herbeigelnnicht  wurde,  sddoss  der  König  seinen 
Frieden  mit  den  Slädten,  dem  ein  ftonliehes  Bühdliiss  folgte 
'fluider  aUe  die  den  König  und  seine  Reiche  ifeieriielen  oder 
ihnen  nicht  Recht  pflegen  wollten':  bis  zu  lOOOüannuiid 
mehr  sollen  sie  sich  gegenseitig  Hülfe  leisten  (im.J.  1423, 
Juni  15).  Viettmcht  war  ein  solcher  Vertrag  sohon  fvtt^ 
her  (im  J.  1417)  abgeschlossen  und  wurde  jetzt  erneuert; 
Hamburg  aber  nahm  an  demselbeh  keinen  TheA.  Damris 
war,  wie  es  schdnt^  auch  der  Friedensstifter  Herzog  Rnm- 

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821 


fdd  beifeito  gealorbM  an  der  Pest,  wclehe  alle  lUe 
das  UiBd  Terheerle  imd  zur  WaSrnruhe  beitragen  modile: 
er  fand  sein  Grab  indem  Herzogtkum,  aber  dessen  Sckidk- 
ael  er  entscheiden  soHte,  zn- Hadersleben,  wo  der  König 
ikm  nodi  einmal  Anfrechthahnng  d^  Friedens  gdebt  hatte. 
Bridi  konnte,  sich  das  gefallen  lassen»  Denn  die  Sache 
kam  nun,  wie  er  immer  gewMf  hatte,  zur  piersdnüdien 
Etitacheidiing  Sigfemunds,  der  ihm  günstig  war  und  in 
dito  fernen  Ungarn^  wo  er  hofhielt,  siidi  wenig  om  das  Reehi; 
imi  dm  Vortheil  den  iMImAest  Grenzen  kümmerte.  Um 
des  Erfolgs  nioch  sicherer  zu  sein,  begab  sich  Brich  per-* 
aftialich  zu  ihrii  (im  X  1424) ;:  und^liess  zugleich  weitktarf^ 
tige  AuiRlhritngen  und  Zengenaussagen  vorlogen,  welche 
aHe.  darauf  gbigen,  dass  das  Land  Sttdeijütbnd  kein  be- 
sonderes Heraegtkum  sei  sondern  eki  Theil  vM  Mnemark, 
düss  es  hier  kein  Lehnrecht  und  kerne  wahreft  Lehen  gebe; 
und  ifaiss  die  Hebten  den  Thön  des  Landes  den  sie  {nne- 
hattea,  namentUdi  Gottorp,  den  Dünisck  Wohld,  Alsen, 
die  FriesisdieB  Harded  und  Fdhmem,  theils  als  Pfläid  flieile 
durch  blosse  Gewalt  erlangt  bitten;  Bcorselbe  K^nig,  wel- 
cher eüf  Jahre  frfdier  dieilelbeii  Fürsten  wegen  gebroche- 
ner Lehnspflidit  Yorwrtheilen  -ilaKs,  sehest  sich  nicht  nnuf- 
mdir  in  Abrede  sleHen  zu  lassen,  dass  sie  oder  ihre  Vor- 
fahren ias  Land  Jetiiab  zu  Lehn  hatten;  nsd  es  häft  we- 
nig, dass  beeidigte  Zeugen  beschwören,  wie  sie  die  feiei*- 
liohe  Rdehung  der  Fahne,  die  Huldigung  und  andere  CeV 
remomen  aül  ihren  Sinaen  wahrgenommen  haben.  Erfdi' 
Krufenmendiek,  der  aeihiei'  Lehne  von  den  Herzogen  ge- 
lragen hatte,  übergab  nun  als  königiioher  Hofmeister, und 
BevoAmüchSgler  solche  Brhldrungen;  der  Abt  Olaf  von 
L  21 


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S88 

Kttfidoeitef /  dessen  Varfftuger  die  Sehdtongr  des  Hctzbg^ 
tUuns  an  Hertög  Gerherd  z«  Urneltflirred  beurkimd^  be« 
zeiifl  dass  es  m  Südeijüand  kein  LehnsUerzogtlium'  gebe 
und  meint  mit  Berufungen  auf  sThyra  Danaibod  und  •  das» 
es  gebässen  kAe^Gotlorp  sü  der  8<A(ltti»Mi  Bäilemarlcs' 
die  Sadie  zu  entscheiden.  Sonst  iHtt  nur  ein  fleiisfturger 
Bürgearmeister  aus.  dtai  fferzogthum  für! den  Könige  asf; 
seinJB  andern  Zetagen  sind  Dainen.  —  Die'  Herzoge  hifl^ 
tan  wohl  Gründe  finden  können  sidr  gar  ni^ht  auf  dk 
Yerhanditang  einzulassen;  SKgisoiand  enkbot  Ae  auaserUalk 
der  deutschen  Grenzen  vor  ein  Gericht  das  nichl  mit  dent^* 
seilen  Forsten  besetzt  war;  Herzog  Heinricii  soll  toAet. 
nach  Böhtara  yergeUlch  zu  einem  ahgeselsteii  TerwÜi  ge-< 
gangaii  sein  und  moehtesiehdödoroU^befreit  haitto.  Sodh 
b^wog  der  Mbecker  Biscbof  idieHblsten.  ejsi  a«f  Si^smitaid» 
Ausipilieti  umkommen  zu  lassait^ —  Der  rübiisoHe  König 
glaubte  aber  dem  ^oi*t  der  FremdeiLundnchtete  weoSg  auß 
die  iausfüKrlidien  Bieclitsbegrünjclungen  ödiär  Fofderungi^ 
welche  iKe  Fürsten  seines  Reichs  dm^ch  den  sdieswige^ 
Bompropsten  Kieolaus  Am^ow  'vorlegeh  liessem  Aiioh  sie 
übertrieben  dann  die  Alispriidie  die  iAeimachten,  ubfLanige'^ 
land  Golhland  und  ^grosse.Enttchttdigüngssuntinen  we^ei  der 
sehWedischeh  Bergwerke, rund  dereriittieilen  Km^sohäden; 
aber  He- Ifauptsafclie  hlabbn  sid  diurek  Ur^ündedi  ^iMZed*- 
gen  ridijäg  dargetl|HinV  ed-  dass. auch  die! Gegner  oe'  j^t 
niebt  Jn  Ajbrede  zu  steyeii  inermögen.  Clonihwobl  enfschibd' 
Sljgismund  zu  Ofen:  dass  ganz  SMcrffitianf,  Aiil  dem.  Dft*^ 
niscfaiWeiild,  der  Insel  Abeii  induüfm  Rriesi^dhen  Harten^ 
mit  aVeki  Reehten  und 'sMm.Zidwiiö^y  jorebört  habe  untf 
gehöre  und  geboren  mOsse  (Jrire  direeti  el  liOb  doknini^: 

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m 

ima  KAMg'mi  dm  Rtlihe  DiMtkart,  «od  diM^^dtnAMi-'' 
km  B«inrfcii  AMf -md  Gerhard  m  d«m  HeriMgthiun  beh 
fMbk  zligMlaiitoi  liike  oder  «istelie  (Juni  28)i  9»  isl 
eiw  dvr  IJrtheild  gigm  wUobeidfliiMlii  öfter  im  Rei^l  Hteg« 
efhobm  #ardy  im  \BeiHlier  a«i  dea  ErUahdeii  deg  Ku-> 
sera  Mm  Gtriclit  Übdr  RakiMaöhen  baigoMgeii  wttvdM. 
CHaiibtd  Bricb  damit  feiromian  zu  katen?  Ba  ticheiiil 
io;  denn  er  land  Zeil  einen  iSlgfrimzug  Sber  Venedig  ina 
haüige  Land  z«  mlaniehme».  iScdiön  Toriier  aber  iiatte 
Niaolais  SaaliöWy  der  henaflidM  AbgesamUe^  gegien  den 
Mfiedaspraidl  Verwaibrang  eingielegt,  weil  die  Hersoge 
bei  dar  ÄBnahme  4i«a  Comfiransiaaea,  naeh  rdmiachMi  Jleeht, 
■ooh  mindeijibrig  waren^  wdi  a«eh  ihre  Ladung  nndVer^ 
ndimiiaig  durch  den  kftniglioben  Baien  Ludwig  von  Cala-^ 
naia  üd  BrfMing  das  Miras  tliohl  auf  ordnlingsidissige 
Welse  geschehen  sei;  Man  suchte  in  sielten  Formen  el-^ 
nen  MiutZy  der  imr' Bedeutung 'haben  fconnkr  wenn  auf 
der  andarh  Seite  dag  Rachl  selber  scbwanfcend  war.  Der 
scUeSWiger  DompAij^t)  dem  der  lobeckei*  M^eh^  ftur 
Seite  stand,  legte  nun  sofort  ApjpeHatiott  an  den  'Papst  ein^ 
md'  dieaerbeäte  sieh  die  Sache  an  aieh  au  aieben  und 
na«» :Verhandlang«n  einiulmten.  Fbrittber  mhin  haHe  er 
eine,  deo  JBTeicogfeB  günstigere  SllnHnluig)durahMteheh4aa* 
s«i;  jetnt  tegtüf  er  gmme  die  CMegMieiti  den  AvanffmOi 
des  iüaw(dien  Königs  aeiMr  nräfnng  nu  mterwerfenv  JOecfa 
liesli dieseres  iiieht  an  Bdsoten  felden  um  seiner  Intsbhei«^ 
dungGetaing  su  Verschailsn.  ErwaisaeaaiiTeraniwerleii 
dass  er  ürhundlidi  bezeug^  niemand  habe  vott  seniem-Ur^ 
Aieft  fier«Aing  eingislegl  (Deoemb.  5);  er  Iftasi  attoh  eine 
Aufforfiarvng  an  noirddentach^  FUraten  und  Stidte  sowie  die 

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824 

DiUMrs^diea^ergAQil^  i«tt  sie  dem  Kftmg  Eeich  wiiter  dib 
Herzog«  beistehen  sollen,  we&A.  d(eee  folrlfatarM  süineiil 
Ausspruch  die  Aneckeiuawg  zu  tersageki  ffgn  J^:  142&i 
Härss  1 1) ; .  er  venDsg  Mch  notdi  den  P^ipsl.  ditirck  Dröhwi- 
gen:  zu  schreekeil,  dtsk  (fioser  von  sfeinem  .Vorhaben  ab*- 
stehl  und'  die  bereits  dem  CardikUd  Antonius  <  zur  VerMgmg 
der  Sache  gegebenlsn  Vollmachten  aurftclauorinl  (Mai  23): 
derselbe  eygehl  sieh  nttn.  it  Briefen  an  ^Ue  streitenden 
Partheien  sowie  an  den  brejtter  Erahifldiol-uiid  mehnre 
StAdte  in  eifrigen  Ermshaimgen  für  das  Werk  des  Friedens. 
Qie  Herzoge  haben  «m  diese  Zeil  eine^Stiil(ie|a*dei« 
netten  Bischof  von  Schleswig  i^ipontten^  .Nicolana  ^on  dem 
See,  der  firüber  df^  Kausler  des  ßrafep  Clms  mwI  den 
HerJi^ogA  QerJiard  genresen  war  und  danti  :als  Proini  den 
Stiftes  JhreSaehe  mtfersttttet  hatte.  Der  htildMerBrahi'« 
schoiy  der  aufa«^  gegw  seine  Ernennung  beim  Pafste 
Einspruch  erhebe  hat  ihn  bald  d«reuf  anerkennen  MssM 
(W  J.  }^2ß). .  AIb  Heinrich  aber  neeh  urenigw  Jahren  das 
Amj^  niedertegte'(w  J.  1428),  hielt  sein  Jtoakfolger  Nico-* 
lipas  dieselbe  Riehtnng  inne. 

:  Der  Kampf:  dauiertenun  aber  zwateig.iJdil-e.  und  ma» 
moohile  im:  Lande  .wohl'  ein  Ende  des  Streites' herbeisehnait. 
Abcar  Edebi  war.  Iiaeb  dem  letzen  Etfeig  zarVenöttiung  noek 
WMiger  geneigt. <als  firäher;  die  Herzoge  konnten  ebenso 
wenig  ein  Land  nnfgehciL;- an  4em  der  Ruhih'  ted.  die 
Müohl  ihies  Hausenihing^  das  Kittn  Theil  sich  eng  aü  äre 
Sache  angeseUossen  halte^  das  auch  nsMrfi  grosaeniheils.  in. 
ihren  Hftnde»  war.  '  Ob  sie  weiter  sibed)  ob  »e  mA 
die  allgemeiM  Bedeuttttig  des  Kämpft  begriifen^.'iaag  zil«ir>. 
felhaft  btoSiett.'  Jenes  {^tigie  «m  nicht  zuwasdceUi  attcdt 


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828 

W0Bii  die  GMUireii  igritoMir  geweMi  #Mn.  '  Am  wfenig^ 
itea*  koimten  äe  mt  ein. Angebot. eügehiii)  vii»  08  ^*m 
dordb  den  Kaiser  genMcArt  «in  iwll:  Lbknd  lüril  30000 
Meffc  filr  die  Aogpvüciie  a«f  Soideswig  zu  liehnen. 

Zunftcbst  brtohteB  es  ^e  Stfldle  ilooH  enrnid  dahin, 
ddbs  nnf  einer  Ubeeker  EttsanMienkaiift  die  DAnen  tfch 
anfneneWeg»  des  VergiodM  und  * Aosthiges  einUess^a 
(im  J.  1425,  Septemb.  10),  die  dann.filvilich  moht  besser 
da  die  fribenen  ram  SSeie  filhrten«  •^'  iSo  dachte  Erich 
den  ReehIsqHlieh'  sdbsi  mit  den  Waflsn  eu  ToDstreekent 
wiederum  ist  die  Rtstüng  seiner  drei  Reiche  aufgebou 
ten,  und  gestülat  auf  die  Übermaehr  zu  Lande  nild  zm 
See  setaritt  er  f  ufe  neue  zsr  Behgeruiqr  von  SohfaNmrig 
und  Gofttorp  (im;J.  14tO,  Juh*);  dort. lag  br'in  Versiihana-* 
ter^teüuQg  iiüf  dem  Hestiarberg,  nfadbeitfe  eine  F^sie^iiee» 
Qüetoabtürg  (?)^  das  üeisse  Bu#g  des  Haases^j  namitef  eine 
Rotte^bonrang  trotz  mancher. ¥eiinfte  di»'EniMrt  Sn/.di^ 
Stihlei]  sdbat  Bendsburg  soheitan  die  Dinitirbedroht  zto  hsdmk 

Aiiah.dadiir^h^liesaen  siek  die  BolsteA  nioht^abaeUreeken. 
Wieder  'haben  sie  TOfnemUeii  die  Frieaen'  zn  gewianeii 
gestiebt  Wähirend  (ier  MattoEreiguiss^wareiidii^Oat^r^ 
blande,  i^dir  und  Sylt  cbenftfläanf  ihre:  Seite  getreten 
und. bei  der  Lftbeoker'ZusamAkenknfltfk  hatte  inab  es  dabei 
beHrenden  lassen.  Jbtzt  traten  die  siebte  Harden.  dea 
Stralitles  in  i/ir  :St.  IKcelansIrirche.  auf  F«hrimsamiMli  Und 
iuHien:  init  •  «km:  Abgesaiidten  des  Haraogs  ibereita ,  dasa 
sie  bei  .ibinera.  alte»  Landrecbt  bieibenl  utidkeih  neues  Land*^ 
reoht  anndhmen  «oitlettv  fieidiBr  6eiägenheif:iei>einThea 
desiieHien  av  Aufioef^fanung'  fekonmen;  Bbemo  wurde 
damala  4ie  'Biderstedtiacbe.i^Kaene  d«r  redUen  .Wähiteii', 


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326 

4bb  Landrächt  der  Dr«aui^  EidMrte^l  fivcmokup  tind  iJ^ 
hehD,  niediargetekrieheii.  Dies 6  SiehenHig  dea  ahgai ftmim^t 
tea  le^htts  enohbint  ils  'ein  Ztgeaündni»  dirdk  wddief 
diese  Gemetaden  za  bmct  kiMliger  üiifteMtttkui^f  teM 
Hei^gisi  Y«ranliMi  wilrdto.  ~  Hwr  mutf  tovdb^-  die 
Hülel  gefiMidei  faftbeii,  4mm  et*  WU  diato  fliroifn«  Mi 
neasburg  mtditti/ bdd  .wiciilttr  den  bdligerteii.'QrtaiZ««t 
folir  feriiigen  JLotiiile. 

Aber  er  brauchte  nock  alärkere  BüMe.  freu-  er  «wik 
dienal!  degen  woHle.  Er  fand  lie  IM  ddiKfilkdtto.  Wib 
einst  sein  Oheim  die' Hanterger  diurdi  eittdrin^Uehe  Keda 
■I  entaehddendeft  Adgenblick  fflr  kriftips  UrteMfitzimg 
gmrailAi  so  venwchle  dassefte  jetat  der  joiige  iHateag^  iH 
Libeek.  Auch,  hiv  koaite  idr  noiakiah  dltti  Veqdieaate  sei«» 
ms  HMlses  «tt^  die  nMoMige  StadI  des  Adukeiy  an  -ge4 
meinsaitie  Bedrflagnlss«  dnrck  die  Dttiea  und  glftUdfadie 
Abweht  derselbe  elimieni.  Bas  Voll  war  wieder 'auf 
seiner  Seite;  der  Ratb  zögerte  wohly  dook*  gib  er  diiel 
Sacke  diesibal  niohft  gttiuffidi  pneis.  Bie  LObeckar,  'sa^ft  ein 
kolsteinschar  Geaekichtschreiber,  wnsste»  woUl läasK'das 
Holsteniand  wie  ifa"  eigenes  Brbe  aei|  inach  desseto  üw^ 
mtvaig  auch  ihre  Aadt  mAt  lahige  stehen  iDlmie.  '  Si^ 
hatten  «ich  Bealdiwendeii  über  BdftsUgungeit  ihres  üim^i 
deb,  fiber  Äaderngen  im  Sandzld  zu  eriidben.  Der 
Rath  berief  jetzt  dlig  «ne  ZugamaMinkmift  der  bemudibar«« 
lai<'Städle^  die  oine  neue  GeaandsdiafV  an>cMn!KAnig  be«*' 
schlodsen.  Dieser  hatte  sie  drat  unlängst  an  den  iabge-« 
Sichlemn^Httlfinrertrag  etämiern  laesea  and  gdb  nariua-« 
gern  •ihre0>'Fordenuigiaar  aoid  nenealTenliittelaBgswirBoUlt^ 
g<m  Behdf .  ^  Ab  me.aber  foHenda  aüt  der  Finrdeningr  ka4t 


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327 

men^  er  Mite  ffie  BofcteA  mil  4en  HerMgthimi  Mdiiuai, 
mies  er  fie  enlwiiieden  ab;  er  iroJtte  dass  es  M  dem 
Rechttfsptiich  seii^  Bewenda^  hatte.  Sine  neue  Yeraamm^ 
limg  der  SUhdte  i&  RoMoick  (Septeaib.  14.)  fand  die  Aar. 
wort  «nfaangend;  usd  nna  dachte  019  .den  König  üU  ei^ 
nem  FriMlen  an  zwtefen,  der  den  dei^tadml  lalereaaen 
ealapraeh  nnd  dkm  eine  Avancht  auf  Ruhe«  gewährt^;: 
aie  Wetten,  daaa  da*  König  die.firensen seiner Reidieinoht 
Leiter  ttberaektfeilei  oder  wie  ein  anderer.  Sebrifisteller  es 
aittidrilakl/datfs:er  nirgend,  färdev  einbreelie  in  deutscfee 
Lande;  zu  dem  Ende  verbinden/sile  $il4i>  SeUeawig  VQa 
iti  Bditgening'  in  befi^ien.  Mil  den  acU^sudga^en  Her- 
«Agcin  kam  Mn  biemitderer  YeiMg'  m^Mi^i  dafür.  daa$ 
dh  fitodte  ihnen  hUfe^. wollen  Lattde:  Und  Lenle  att  tte^ 
IMen,.  wiflui .  sie  selial'niobi  iiA  Sttndie  gewesen  wlirei|, 
verpfliohften  t  aie  tMi'  aMMbtoasfiicdieaM  Krieg  an  aller 
flemaimleUift^  sondern  antth  für  dto  Fall  anderer  N«th(d4r 
Mite  an!  einer  Hfltfe  von  100  (telraiheiea.  S«  wntile 
mii  Ltteoh  Bamburg  Rosteck  Stralaund  WiMu*  Lüntiburg 
abgem^Uesaea  (Septemb«  27);  AnUam  nüd  Grejfiiwald  blie-i- 
bian  wegen  ihreis  Herzogs  zuröefc.  Jene  aber  sohicditlee 
dem  König  ihne  Fdidebriefe  (October),  wfd  baU  folgte  eine 
lalAreiche  Flotte,  die  nur  wifeilrigea  Wett^  diesen  Herbsl 
an  weiteren  Unternehmungen  hinderte. 
'  Sphnn  Torher  warFeimmi  iai  die  Hftndie  iprlOf^lafw 
feMfen.  Nodi  wibrend  der  Verhandlungen  ai»  fcaiseipUchw 
JMfe  hal  Graf  Adolf  die  0üßlltigen  ftewPtoer  ui|t^,  gfso^ 
stiged  Bediiignngen  zur  ROoUicIir  axif^orderft^J.H^'i 
Mm);  imr  das  S^Ueea  Gbilnbeok>  '3c^iirt',eS|  wftr  nqc^ 
in  den  Hinten,  der  D^men«   ^tatjrfgabjsi«^bi4i,eJe«fa|Kung 


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828 

kieioen  'Schatr  hdfteiiuwlwr  Tifali^ibrttier,  >  weksfcte 
die  Menung  su  verbreilen  wusatea  dliss  ne  Eum  Hoereder 
gefttrdiietea Städle  gehc^rtea  ^  J.  1486,  S^temk  SO).-*-- 
Als  der  König  aber  die  Nachrickt  tqü  der  feindlieiieil 
Rttstnng  dieser  enqüng,  be&hl  ercUe  Belagering.äfcUe6«f 
wigs  aofiiuhdieii;  und  ao  eilig  geaiDhali  dies  (Oeiob.  :21)^ 
dass  mal  von  der  Stadt  aas  nocb  GesdiUlz  und  Lebetta^ 
miUel  erbeute«  konnte.  Auch  die  HaasedHirg  irard  er^ 
stürmt  (Novemb.  1).  Heinridi  nahm  eiß6  befestigle  Mtthla 
auf  dem  Wege  nach  Flensburg,  auf  das  er  jefst  vor  allem 
sein  Augenmerk  richtete. 

Die  Stidte  halten  inzwischen  eine  Fehde  umMdieti  dedi 
Ivremer  Erzbischof  und  dem  braunschweiger  Heivog  glfiebr 
Uek  beigelegt,  und  in  Folge  davon |keisst  ee,  rüstele  im 
ganze  Provinz  um  den  HöUten-  Httife  zu  bringen..  AU 
sftch^isM^ben  StMte  die  zum  ÜMisobunde  g ehdrMi  «vv^ 
den  aitf  dner  neuen  Versammlung  zur*  TheSilahBao  ein 
Kriege  bewogM  (nn  J.  142T,  Januar),  und  einzela  saaÜMi 
sie  ilve  Pekdebrirfe  ein  {Mira  26),  Hfldesliekn  Mafg^de^ 
bufg  Braungchweig  Halle  Quediinblug  Ooskr  Hattingen 
Hebüsledt  Halberstadt  Üken  Nerdheim  Aschersleben  A^ 
feld  Merseburg  Hannover  Hameln  Einbeck  uiid  Suxtdhuddt 
sie  zählten  wenigstens  Geld  zur  neuen  Attstung.  Aädt 
der  Marschall  Ludwig  Blttöher  meMete  denn  Ktaig  Brkh 
4er  drei  Reidie  Schweden  Norwegen  und  Dtuemaitk,  dass 
«r  sein  Feind  sein  wolle  und  aller  srinerManneu;  diu:  a 
den  drei  Reichen  sind.  An  die  Spitae  dbt  ^IfidtisidMi 
Fiptte  trat  ^Serhard,  der  jftngste  der  hers^ogtichea' Brider, 
wdohei*  im  vorigen  Jahre  sdion  kobteinsohe  Schiff»  ge- 
führt hatte^  und  ei*  stizto  es  durah,  dnai  manna^h  ebiem 


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329 

Slreifiiugr  ffegeii  die  dänufckeii  Inseln  iri<4g^g^iFteitsb«y 9 
¥^n9tej  wMbM  Heinridi^  i^eidiEeatig  Von  der  L4in(lseM 
Magerte.     ' 

Diostr  Angriff  irnfde  verhttngnisi^oll  für  die  Hobieni 
Ab  Ungedidd  .über  die  vfersögerte  Einnahne  efaien  der 
tundiiiiiger  Anfiihrerl)ew<W¥drder  fimlges^tzteii  Zeit  seine 
Lenle  SU  ein^iki  näohlHdMH  j^nani  zu  neizen  und  direh 
den  entsMIdenen  Lärol  .der  jnag e  Herzog  geweckt  wurde^ 
eüe  dieser  uhgestüni  «li  üb  Mtner,  die  iiein  anderer 
vor  ihm  'eibteigen  sdilte» :  Da  fisind  er  durdi  die  Hand  eit 
nes  Dtaen  setnen  fintthcfn  Tod  (Hai  28).  Ifit  so  viel  Aus-^ 
dtmer  hat^er^fibr  i^einBrU  ga^üMikgi  seit  doli  ^nlen  Ta4 
gen  dd  er  die.  Waffea  Ifagen 'konnte.  Nun  dem' beaseilen 
Ottcke  nahe  ward  tt  hinweg^erafl,  i  die  Biätke  ubd  def 
Stolz  Btitä0ß  Häusäs  tod  ILandes.  Män^Nrieaf  seine  Htosigit 
kttt  tKenichkeit  und  Geüedlli^Mit;  ilzt  wir  er  feei^drig^ 
WmptMimgm  'kielt'  «a?  treu:-  fir  .war  .angeeehoi:  und 
bdMt  kei^aibii  Naehl^An.  Sein  Ted  madlite:  soidien 
Eindmck,  dass!  die  stftdtisdien-Hai^leutQ  eilig' aillbrtehei 
und  «üt  SokiSieai  und  LoMisii  in  die  Hämatb  futardo. : 

:  AsiaViäbdify  der  ^efte  BmAtap,  übemah»  daH  Hecsn^ 
Ikom  und  die  LeiMng  des  Krieges.  ¥on  sieiner  AbMfgiaig 
f^midie  Dänen  kal  mm  sfiäler  zu  erzählen) 'gewusst^ 
wie  er  ieinen  Schniud^  weleheii' Margfeuretke' iikn^^tratg^ 
kies9:«cht.  aiiHHnM^  nmk  sdnM  «m;i^ekte  bildete.  Er 
war  en&ogenr' «m  ,Ho&  des  einMssteidien.undjtttphtigen 
8ni^|^en:.Friedrieh  voniNürnberg,  ilrricher  diä  brandeivf 
hargw.Mnrkgcaisdhaft. vom Kaiser  Sigismnndt  erhalten  kat 
Ilfmn  katlQ  der.  Okein  iHeinrich  ihm  zunäeMt  sranen  >Ai(-^ 
theil  an  Hotetein<.:ülKitgeh^.i.'lu  Kriial^e  mar:  <jr  .biiiM' 


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680 

isurückgelrelen,  4oeii  MwesttMl  in  dem  Lager  vor  Flenü«. 
hwrgy  imd  vergeblich  bemäht  die  Städte  sogbifb  zur  Fcurt^ 
Setzung  des  Angriffs  zu  bewegen.  Dagegen  geirimit  er 
mehrere  iUtter  dtiroh  gfinätige  V^sprecbügeM.  zb  eiueu- 
ter  Tbeilnahne  am  Krieg.  Sicher  war  er  nibht  der  Maiä 
vni  von  dem  begomienen  iiiampfe  nünhlds-  ahnstehen, 
auch  wenn  der  Kaiser  oeuäMdMungeii  undDrohmigetiaii 
die-Gegtier  seines  königliohea  Freundes  ergehen  iMM(JulfcS). 
Aach  die  Städte. liess^  sich  doch  lücht  lange  iiire  0M1*« 
eben*  Der  hanburger  Haiiptiümn,  dfir.deh  Anlaaa.  zum 
Ikiglüök  gegeben  hatte^  ward  zur  Ventttwnrlwig.  göMA^em 
Eihenöiie  Biotte  lief  ais^  um  «ti^anirfickkehrettd^nbiBOM^ 
sehen  ScIiiflBä  zu  decken  und  der  Weichseiflottb  die  Diureh« 
fabrl!  durch  de^  Sund  zu. sichern.  .  Ak  bs  aber  lumTnet« 
fen  mit  den  Dftiuin'  im  Sunde  kam  (JuK  S^,  ^labbe  Sai<^ 
Iracht-  und: wahre  EnÜschliMfaniheiit.  'Dieteiheiiy  besondenl 
diei  Hamburger,  kämpften  ungiicUich',  ändere  kauten  aicl 
anrieh  o^r  mimgünskig  zuriric,  und  del*  OfeerbefaU»; 
htber  Tiedemann  Steen  Hess  am  Ende  den  Rttckräg  n*^ 
treten  frime  die  Ankunft  der  reidiea  Handelssohiflre'xn  er^ 
warten,  die  nun,  wenn  aneh  nadi' topferm  .Widenitand,  in 
die  Hände  der  Dänen  fielen.  Kam  es  dehn  JEönig  auf  BenM 
|in,  SO' mochte  er  hier  rddie  Entschädigung  f(hr '  mamte 
Verloiitef'toden«  Er  benntzte  die  Saehe'  aber  audi  anders«: 
er  suchl^  die  BOrg^r,  widobe  «bnr  ddn  Schaden  inwilli^ 
nrar^ih^  gbgen  die  liälke  au&uheiieii,  undr  vecanfaissle 
wivUiGh '  daiss  an  mehreren '.  Orten  *  innei*e  Bewägungon  mm*- 
brachoi.  Steen  ward  zur  yerant^oitang  geriagen,  ü 
Gegenwasi  Heraog  Adolfs  verhört .  «ad  län^erdZeit  in 
liaft' geballem      In.IoMem.iqMitlele   maii^det  I^eidier 


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Qttd  lobte  HaMnirgs  AnBdmit: 

Hamböroh  de  insu  &tmi^rm 

/De  van  Lubeeke  voret  den  badequast. 

Nwi  adiien  aoch'  der  Kaiser  aeine  Drohnngea  verwirk^ 
HehM  '«U'iwoUen:  ein  fiesandtar  deaaelben  IMciidaaa  Stock 
MM^hien^  um  die  Lttbeeker  und  die  Herzoge  intt  Ctile  oder 
mit  Zwang  ziar  HerstdHong  das  Friedens  zu  bewegen. 
Wenn  diese  lioch;  dininri  dies  mräckwiesen  was  iknen 
idcht  den  Besitz  des  Veraogtitnis  g^ewArle^  so  liesAien 
sieb  Jene,  w^igstens  'auf  Uitterkandlu^fen  eib)  liieRen  aber 
dca'Abg^ändten  Im.  Aui  Ende  fahren  sie  lidt  enieF  neu 
^ittstetefr  Heile  nieht  naob  FaMevbo  wfe  sie  vorgaben 
att#  friedBAen .  Ausglei^femg,  simderii  vor  Moperiiagen 
tum  j^dMehen  A^fftMf  lfm  l  1496,  äsprii),  Ihre  floate 
war  giösser  innd  bbsser-  gtrUstet  ab  ^e^  Aber  20»  SolUM 
flodt  8  >6disr  12080}  BeüraUheten  unicr  BesEÖg  fieririards 
Anittbraigv  Dcliiiiodi.::ri0hteleii  sio'x wieder^  nicHts  aw: 
Eiieh  Ucit  seine' 4Seiafb  ith:  bj^wtigtetatflafbn  zurttek,  und 
wedet  sdM  es  nöl^icb  diesen  zu  j^türmeit-  noiek  gelang 
es>  was  m«  viairsQclitei  (ApiSl  7)/ die  EInlUiH  durok  v^-« 
maiäie^  Sehiffp  gänüich  zu  sehlitesen.  — .  Ks^v  gesidiab  doch 
deti  Sommer  ntekts/  als  dass  eine  AmiaU  Vitaiieid)iftde# 
OergBti  plünderte^  uwCHoKzog' Adolf  mit  :v«rbfittdeten  dtot- 
scbek  Pursten  einön  Beutezug  liaeb  Jüttaad  mafcbte/  der 
ihm  an  30060  St«sk  ¥ieb  VecschidR  liabeik  soU; 

Der  gadze  SHe|[  schite  dcb  "jiilzt  mr  sokhe  verein** 
9^e  Untevseimmi^  aviteisen:  zu  woUini.  EMntoidie 
S&Oh  yersucikcta  einen  Handslrdkh  buf  Stralsund,  ierMM 
teil  aber  ddnsb  die  tapfere  fiegenwehr  der  Bttrgsi^  Wdebe 
ßitfgt  cinf^' j^dknlbugol  in.  b^snmtadn  wwsteb)  bedMlenden 


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9QSt 

Verlust  (im  J.  1429,  Mai).  :  Soiili^dfedie  SdMfc  idie  im 
Köiug  die  Steuer  de»  l4HB4es.wUi^[ett  fielen  In  die  Hände 
wismarscber  Vitali0iibrflder.  Heiteog  Wäkelm^  von  Brann- 
schweig zog  für  84M  auf  vier  Monate  nachSAieswig  und 
half  ^en  Holsten  ^nriide  und  das  benadibnrta  ScUmi 
Bnmhind  ^ohorp  (^epteüd).),  das  diese  dum  aufs  iieue  be^ 
festigten  und  zum  Stützpunkt  für  w^tere  Stretfnäge  malditiini 

Der  König  Erich  ia|.  in  dieser  Zeit.fasI  verschollen. 
Seü  der  vergebiehen  Beli^erung  Sdiieswigs  ist.  er  nieht 
wieder  ins  Feld  gerüokt;  selbst  die  Vettheidigmig  dei  K^ 
nigreichs  bat  et  grosseatheils  der  KWigiB  Philin^,  eiaer 
engltsohen  PHnzessin^  tlbmrlassen,  die.  an  GMetesatftrto  ond 
widirer  Kjrsft  dem  tiemaU  Hberbgeli  wAr.:  Sie  istiabmc 
am  Anfmg  des.  dftcbsten.  Jikhies  (1430).  geatorben^  ^und 
tortan  senkt  sich  der  Stern- -seiBfsfililebeS'nuriBOöbliefef. 
Sio(di  .steht  jener  Erich  Krammendiek  ibiii  Jlir  iSlrile^  und 
li«^si49h  aus.  de^  zunehmenden  Enlchlafiiig  mifirarnffetty 
wirft,  dieser  sich  noek  einmal  mit  dauer  Anaähl  SMIffa  ge^ 
gen  AlsibifL  Allein:  (Ke.  Schlösser  suid  woU  heariannt/die 
Landuilg  uriirii  verhindert,  and  bald  ergreift,  ein  Stmrm  die 
goblffe  tmd  zerstört  .nicht  weniger  eb:  sehn  A^miktm, 
Srifih  li^dirt  ruhmkis  nach  DSnematk  ^urildc:  (im  üeAs^. 

Daawisk^hen  hatten  dfeUnteriiaitdkuigeBihifmiFprtgiattg; 
zvreimd  hielt  knan  zu  .Nykjöbing  .eite  :(2«ammenilBtaft  (im 
J.1429,  Juni.  1430,  Jidi).  Erst  wollte  maH  es  Wiecter  mit 
Sohiedsrieht^tt:  veraoehien,  konste  sich  aber  über  den  Ob- 
mann nieht  einigende  der  Komg  wollte  4fn  «imiaakcii  Kä>iy) 
die  Stäifke  den /Papst.  Dm  andere  Mal  steiften  idie^  aMte 
den  Antmg  atf  einen  längeren  WafanstiBstisd  von  zw6U 
zehn  criifflr  do^^seehs.JiduneB,  wnkhiqiiBri^  woBte] 


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sss 

dei^vielMchrsaiaerSats  wted^mit  hdigcii  RechMcH 
daolioikw  kerVorkaniy  SchadaMemlz  imd  Herttdlwig^  des 
SrOberön.  Büildiuüste  .fordärta,  daza  Aufineehtiudtuiig  des 
UiTlheib  Jber  Sdddswigy  dk«  er  böehiteiui  wthrend  eines 
WaS(«fliHsUBide8:ftiif  bin  Jähr  rahm  lassen  wollte.  Die 
Uitlerhandlang-  zerschlug  sich,  und  nur  Rostock-  scddoss 
eni^  Separatfrieden  (AugnsQ,  dem  etwas  spAter  Stralsund 
beitrat,  zum  nicht  geringen  Verdmss  Lübecks  und  der 
iHideren  StadfC;  wekhe  so  3iren  Bund  gebrochen  saben^ 
Doch !  Usssen  die^e  audi  eine  neue  ZusanmenkiBift  sn  Hei*« 
singborg  (Decemb.  1^  ohne  Abschhiss  tivObergeiien,  da 
sieh  üroU  AnsBicbt  nr  Binigiing 'über  die  anderen  Punkte 
neigte^  nicht  aber«  über  die  ScUeÄrigscbe  Sache,  welche 
der  AnftngMd  die  Summe  »des  ganzisn  Kampfes  war:  statt 
die  et hohenes  Ansprache  a«f  weni|[stens'  fünf  Jahre  ru-^ 
hen  ^  Ikssen,  wiriite  Erich  niehls  ris  deii  Waffenstillstand 
auf  ein  Jahr,  und  forderte  auch  dafiür  besondere  Sicher-» 
stelung  dnreh  dia  Sttldte. 

Schweriiidi  setzte  er  seine  Hoühung  noch  auf  die  Macht 
der  Waffen.  Er  drohte  mit  einer  Appellatien  an  das  kai^ 
serfiche  Kammergericht;  vor  das  die  Städte  schon  durch 
dM  Nicolaus  Stoch  geladen  waren.  Er  spradi  ausserdem 
in  -bewegliohen  Worten  davon,  wie  (Uieser  Krieg  der  Be- 
kllaipAing  der  bussitiscbenKotzarei  Abbruch  thue;  md  dici 
Libeeker  betten  doch  nötiiag  gefunden  in  ei»^  besonde-^» 
r^  Protestation  zu  erldären^  dass  sie  keineswegs  gemeint 
seien  lUesör  Vorschub  leisten  zu  wollen.  Auch  die  drei 
gSisAichen  C^mftlrsten,  die  meisten  norddeutschen  FOrstenj 
der  Hochmeister  des  Deotsohordens  von  Preussen,  selbst 
derKdnig  von  Englaiid,  wie  Mber  der  Papst,  habeli  sich 


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sst 

4id.8dliliflhtiiiig  cUsiStreitds  angete^nteiii' Imm.  Ab^ 
Erich  war  hartnäckig,  tuid  zähe  iriö  i^ar  fa  ei»»f  itiHtoteifte 
sich  anf  den  Asssjpruah.  des  ^Kbisert.uBd  di«  Urkuildeii  der 
Süile^  die  er  ia  bestercn  Taspnl  eriäigt  hMle:.  ft-^bochtid 
wohl  auch  fiUiIea  dass  «st  seiden  Rnhaa  lücbt  vtemehre, 
wenn  er  jetsti  nach  zvlimtig^  Jähren  tiven  Kampf  aa%ebe 
an  dessen  Durchfiührmg  (6r  die  Macht  des  ganzieii.  skan^ 
diaavisohen  Nordens  gesetil  halte.  Poißh  Midi  äim^käiud 
etwas  anderes  übrif^  Die  Holslen  #aren.  iiii  Beate  Ewt 
des  genasen  Landes  und  bieten  festoalaja  änihreiii'Reeh^ 
dessen  Sieg  kaum  noch  zwtö^elhäß  war.. 

/  Non  war  auch  das  Glüok  mit  ^b»  flersoifenu  .  Bvitk 
Lijst  und  Jm  ^rerstäkidnisä  mit  den  deulschen  Bew^htiei» 
Eknsbnrgs  bemächtigten  sia  äch.  dieser  #iGhtifen.atadt -(im 
J.  Haa/Mär2  25).  Am  Pätesomitag  zoigfeft  ais  <efa»;  aie 
enqpfitigen  anf  denü  Narirt  den  feierlichen  Rittersdflag^  md 
ertheillen  Ahm  sehn  ihi'er.  Begleitet';  so  leieBtbii  aie  die 
kaum  gemachte  Eroberung.  Die  dänisch  Beaaiiiipg:  infd 
i^r  von  der  .Bevölkerung  .  dttdisph  war  ifeHtiuAled  irer- 
gebens  einen  Widerstand«  ,Nur  dasSeUossiauf..d<M9e]Sge 
hielt  sich  längere  Zeil^  Aber  Krieseät  VersMrklm  das  Hbei^ 
der  Heraogei  au^^h  die  Städte  aandten  fiüUfe,  .eilst  fiaid^ 
treppen,  dann  auch:  Schiffe  inm  die  ZuiMir  ton  der  Sed 
au  IM^»  Sownrd  die  BedätTfui^  durch  harteR  Maji^J 
znt  Üb^giibe  geaötbigt  ^Septcartb.  7),  Die  J{ni»tDg#  üib^r^ 
gaben  Schloss  und  Stadt  mit  den  diwu  gehötjigau  HarAan 
ami  imtQrn  au  treuen  Händen.*  Dann  nahaaw  sie  Miür«- 
hnns  (MoYe«ybi  30)  ml  Qnndtoil,  den  b^eslKgten  üjütdc-r^ 
fit£  JEriQh  Kruqsmendiefcs  (Qeqemb*  16}.  S^ur  Huder^lel^ 
war  noch  in  den  Händen  der  D^nen,;  aber  jhrß  Verm^jk^ 


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von  hter  aus  geg^  dien '{lüden  in  dringen  sind  mit  Ver^ 
haat  zwptLdkgencihfen.  Dakin  hätte  Erich  seine  Hartnäckige 
halt  geführt)  daas  ei*  fcanm  noch  deii  Fnss  anf  den  Boden 
des  Heraogthüms  setzen  komite.  'Da,  sagt  die  pordelbi^ 
sehe  Chronik,  flrente  sieh  das  ganze  deutsche  Land;  die 
Lttbsdien  eiUeüten  wieder  die  lürone  des  Lobes.  Et 
herrsdhte  grosse  Lustbarkeit  in  der  Stadt  Der  KOnig  aber 
war  aller  seiner  Madrt  b«raubt\ 

Es  ist  begreiflich  dass  Erich  äch  um  diese  Zeii  in  sei- 
lten Fordenuige»  nachgiebiger  zeigte.  Gegen  neue  Yer- 
mittler,  deren  Auftreten  der  Kaiser  begttniBtigte,  liess  er 
sich  remehmen:  wenn  seine  Widersacher  tiänke  dass  1k^ 
nen  das  Recht  zu  S6hw«r  sei,  so  wolle  er  sich  auch  zu 
anderer  Sühne  verstehen.  Was  er  sein  KecM  nannte^ 
sdieint  denk  Kaiser  -selbst,  der  es  ihm  einst  zugesprochen 
hatte,  am  Ende  zweifeihafl  gi^prden  zu  sein.  Herzog 
Adolf  antwwtele  auf  die  gena<Aten  VorschUge:  auch  er 
sei  zufen  Frieden  «willig,  wenn  der  KOnig  ihm .  sein  vfiter^ 
Hches  Erbe  lässei  Dafitr  war. er  zur  Anerkennung  dei* 
Lehnshöheit  und  zu  jede^  pissenden  Genugthuung  wegen 
des  geführten  Krieges  bereit.  Der  Herisog  kämpfte  nicht 
um  Formen,  in  denen  nun,  als  die  Itaupisaqbe  verloren 
war,^der  Kbnig  eine  fienngthnung  fmd^  -^  So  weft  war 
man  schon  vor  dem  FaU  des  Flensburger  Schfosses  ge-* 
kommen.  Nacb  demselben,  bei  treilcireil  Veriiandluiigen 
auf'l\ilster  (Septemb.  2S),  gestanden  Erichs  Gesandte  den 
Bolsten  ehl^  Stillstand  auf  fünf  Jahre  zu,  wihrend  derer 
der  Konig  ^ihnen  gerne  ein  Schweigen  thun  wü'i;  stt  Imth» 
derten  anfangs  Anerkenmiiig  ihrei  Erbrechts,'  doebüeasen 
sie  OS  danii  dabei  aeia  Bewenden  ihab^s.    Oen    Städteta 


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und  di^ni  (fememen  Kaufmann  wurde  m  allgemeHMi  die 
Beätütifong  ihrer  Friiilegieh  in  den  drei  Heidifin  ^xuge^ 
sichert;  nditKaufiseliatz,  wie  es  faeisstj  in  Hdsingihr  m4 
Nestted;  m  Stockholm  und  Stderkjttbing;  in  Bergen  und 
^vadf  er-:  siie  dörftm  friedücli  nnd  sieher  die  Reiche  des 
Königs  besBchett;  sauten  ihm  aber  die  Pftdkt  thun  welche 
seine  Leute  und  die  Kauflöute  aius  anderen  Landen  Ibiten* 
Darauf  trugen  sie  noch  Bedenken  eiazngehett.  Doch  ruhte 
disr  Krieg;  Uftd  ein  Jähr  spätw  kam  der  Stilbtbud  für 
beide  auf  die  angegebene  Zeit  zu  Stande  (im  J.  1432^ 
August:  22).  Die.  ^ädle  ehielten  nnftnäe  BefugniisMtes 
KQinigs  Laiude  zu  besuehen  liach  alten'FriYflegidn.iUttd  fie* 
wobnheit^.  Den  Herzogen  wunde  altes  geUsseb  wias;  sie 
in  Hindeni  hätteä;  ausserdeih  aueh  T^rning^  dem  König 
Abdr.namenäich  die  Westerhifrde  ¥^kr  imd:  Amlmti  jä»^ 
gestanden;  die  er  behauptet  haben  mussw  DieikdiiigUebeil 
Anhinger  sollen  ihre  Güter  im  Lande '.wiedet.eriudteii;:mk 
AjEunahme  Eritih  KrummendiekS;  für  den.  man  erat  eäie 
Versöhnung  mit  den  Herzogen  anbahnen  will.  Ber  .iin4 
glüchUche  Httter  hatte  als  Lohn  für.  seine  dem  Lande  treu- 
losen Thaten  es  nieht  weiter  gebracht  als  dass  ermit  schwe** 
disohen  Kiiiem  auf  den^Seeniub  xogy  eili  Gewerbe  in 
dessen  Betrieb  ihmt  sein  Herr  und  König  nur  JEUibaldnachr 
gefolgt  ist  :    ^  \<.f   I  ^ 

Noch  einmal  spaimie :  JSriqh  fiteüch  die  Saite«  ho^, 
als. man  nach  dem  Vertrage  au  weiteren  Verhandlungen 
tbeil  den  wirklichm  Frieden  sdhritt  Jetzt  halle  er  s^ 
neoL  Ziarn  hauptsächlich  auf  die  Städte  geworfen^  und  im*- 
mer  wieider  kam  er  auf  die  Forderung  einer  Sthne  föi; 
deh  FriedensbnMh:imd.  anderen  Schadensersatz   zurAek« 


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S<i  Wir  69  y^g^ham  dRM  GeMdHlte  nni  ^ewSUte  SoUeds** 
riditer  sich  m  SreaAbüig  {im  h,  1433)  und  im  Wordtn«- 
borg  (im  J.  1434)  zusammenfanden.  Sivit  uls  dio  FlamT* 
mm  etaes  fOlgieiii^an  Aitfstaod«»  gugen  d«s idttiuMheRe- 
gfoieat  in  £M|]|iF6d0p  in  die  80he  .Mihigen.  und  EHch  woM 
erkimnla  dtss  !^  ^e  der  s^toslei»  P^epi  aeiniNr  Kr^nt 
kk  Q^fiyur  gosetü  ba^e  duroh  seinw  Trabs  um  Schief w«0i 
wiiHi9ny  liess  er  sfi^  weiter  bei^en^  und  anob  4^  e^ntHuh 
wr,  weil  er  ^e  V^lmdang  4ßrLübe<;ker  mit.denSdiwe- 
d^ff  fürpht^n  miisiste.  I^ßbhaft^pi  Hass  aliiflien  in  dieser 
Z4^  ihre  CbraniKea  gegen  die  P&nen»  von  weteben  ein 
Zeptges^sse  sagt^  dass  äe  ^cli  dem  Blute  der  Deutseben 
uiad  der  Schweden  düri^te  wie  den  Sirscb  in  der  J(^4 
nadi  dem  Wi^s^^r.  Die  SläcUe  welche  nooh  im  ^iege 
waren  ^  gestärkt  durqh  djee  Sus^immung  eines  Hansetage^ 
stellten  auf  d^  neuen  Zus«mmeiifcwft  in  Wprdins^o^g  (im 
J.  14^j  bestfountere  Bedingungen:  der  Kaufiofinn  so)Ie  in 
den  drei;  ^e^cbeur  an  keiner  anderen  Stelle  und  keinen  hü«: 
heren  Zoll  gebßQ  als  es  seit  hundert  Jahren  derFaU  g^we^ 
sepi,  ei:  soUe  alle  Freiheiten  ui|d  Frivflegien  geni^s^n  w^^lch^ 
am  der  KOnig  ficüJier  gfg^ben;  dietier.  ^Qe  auf^  ^Ilen 
Schaden  ersehen  der  dem  Kaufmann  yf>rber  zugefflgt  «el 
Dafttr  wollen  sie  den  Unt^rthanen  des  Königs  in  gleicher 
Weise  in  den  Städten  u^d  in  Holstein  die  frttbern  Zollver-*- 
Ummsse  und  IBlecjite  ^jutheU  werden  lassen.  Es  sollte 
ausserdem  aUes  ^edit  das.  der  Kpqig  in  4^  Kaisers  Hof 
gegen  Hersog  Adolf  wegen  des  Herzogthumii  Schleswig 
erfangt  hatte,  todt  sein  und  k^ine  Macht  habeii. 

Die  Lübecker  Vjorsichi^m  da»  di^ire  Bedingungen  erst 
von  den  Räthen  des  Küniga,  dann  von  ihm  selber  ange- 
L  22 

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886 

nammeä  sind.  Die  Urktinden  stehen  lAmiie  iiidit  in  Wlder- 
spfüch/^aber  sie'-kleid^>  was  f eschfth  iit  gHnqiflieliere  For^ 
«en  für 'deft^Etfnigf.  ^     »•'    -.  ? 

Zoerst  Iram  ei$  milAdelf^  der  tiaeh  Geriiard^  necii 
alleiti'  Ton  den-  ftiftdern  l^)le,  zum  'AbscMufSfii  (luK  Ih); 
derXöhig-  überlkssl  Voh>  der  Ki^ohe  w^gefi/  itnt  Susiiih-^ 
mting  dör'Rftth^bef  «nd  Malinsoliaft,  dem  H^z#f  '^oÜ 
Aus  wai^  er  Tan  dem  HiBrzegreidi  m  Schle^swig  inVft^ 
rem  Und  Besitzung  hat,  dlizu  Fehm^rn  die  Frie^ande'  iIhM 
Utlande/ auf  Lebenszeit  und  seinen  Erbeti  auf  zwei  iabre 
na<;h  dem  Tode,  nach  d^en  AMauf  jeder  sein  Rechl  üin- 
vei^ndert  haben  soH.  Keiii  weiterer  I^iensl  WiM  fttr  jetzt 
^gesetzt/' nur  haben  sie  gegenseitig  Friedefi  ^ü'lialten; 
zu  dessen  Aufirechtlialtuiig  alijährlich  je  %wei  'tras  jedem 
Lande  zusammenkommen  und  über  den  Bruch  desselben 
Hchten  sollen.  Die  Theile  welche  derKötaig  noch  in  Hön-  ' 
den  hatte,  Hadersleben  ArrÖe  Westerharde-ffehr  und  List 
auf  Sylt,  will  der  König  für  jetzt  bei  der  Krone  behalten, 
es  sei  denn  dass  Adolf  sie  mit  Gnaden ''oder  mit  Ktten 
von  ihm  oder  seinen  Nachkommen'  erlangen  möge;  wird 
aber  ein' weitertr  Dtenst  von  dfer  Krone  gefordert  und 
Von  Adolf  geleistet;  so  will'  der  König  sich  über  jene  Be- 
sjitzungän  'mit  ihm  freundlich  verständigen^  -ßoUfe  nach 
dar  festgeiietzten  "Zeit  ja  wieder  Krieg  beginnen,  so  muss 
derselbe  'ein  h^aibes  Jahr  Vorher  angesagt  werden. 

In  dem'  Vertrag  mit  den  Städten  (Juli  17)  ist  noch  mehr 
davon  die  Rede,  dass  sie  deiniähig  um  Herstellung  des 
Friedens  gebeten.  '  Auch  stflten  sie  alljährlich  Gesandte 
schicken,  um  etwtige  Streitigkifttlen  beizulegen,  ehe  sie 

zum  Heringsfang  mich  Schonen  gingen.     Aber  sie  erhie!>-> 

1 

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83S 

fen  volbtindilr  idie  :allen-  Kechle  wMör;.  >.iiiid  <)^.Bhnd' 
mif;  Snob  (vom  X  I4S3)  wardiausdpttcklich  »rfgiehobeil.  '* 
Gewiss  kannten  jene  Vorbehalte  «Hd  Worte  avr  deit 
König  täuscht.  -  Der  Sie^  war  noeh  eimhal  entsobiedeti 
aiif  deütscber  Seile  geblieben.  Habra  die  Städte  nidil 
gani  das  frühere  Yerbältniss  bersteBen  köiiiieri,  so  lag  der 
Grand  bau|>tsäcMich  in  der  CSoacurren«  des  hoUändischeni 
Handels,  der  sich  mehr  nnd  mehr  gehoben  hatte  und  riidit 
so  Imcht  zoritekgedrfingt  -  werden  konnte.  Auch  hat  seil 
dieser  Zeit  der  fiering  die  schonische. Küste  verlassen  väiA 
sich  an  die  westlichen  Küsten  S<5haflands  nhd  Hollands  be- 
geben, wo  die  Ostseestädte  gegen  die  Flamlünder  und  an^ 
derie  zurückstehen  mnssten.  -^  Auch  in  Schlesw^  watf 
noch  nicht  alles  errdcbt  Dem^ Adolf  ist  ziknädist  nürder 
factische  Besitz  des  Hen^hvms  eingeräamt  worden;  ier 
wird  in  der  Urkunde  Tuchl  Herzog,  nur  Graf  genannt; 
und  es  fehlten  selbst  noch  einige  Stücke  dec^  Landes; 
Aber  das  Wesentliche  wai'  gewonnen.  Daisi' Recht  war 
auf  beiden  Seiten  vorbehalten^  aber  man  hatte  weU  ntchl 
zu  erwarten^  dass  es  so  bald  wieder  von  einem  dänischeix 
König  gegen  das  schauenburgische  Haus  streitig  geinaii^t 
werde.  In  der  That  war  das  Obergewicht  nnzweifelbflifl;  auf 
dieser  Seite.  Alles,  was  der  Kdnig  Erich  aufgeboten  hatte 
um  die  Hoisten  ans  dem  BesKz  des  Landes  zu  verdrängM 
war  vergebens  gewesen;  die  anfangs  eingenommenen 
Stftdte  waren  eine  nach:  der  andern  wiMer  verloren  gegan-« 
gen,  die  Bewohner  des  alten  Herzogthumssi^wieFrieslanda 
«id  Fehmerns  nur  zu<  grösserer  AnhSngfiohkeit  an:  deA 
Herzog  hingedrängt  worden,  während  Erich  sichnurgends 
Freunde  gewahn  und  nur  die  nördlichste  Stadt  des  Landna 

22» 

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S40 

noch  mite  seiner  BotMssqM^  halle;  der  Yerimg  aelhsK 
deutele  darraf  hin,  dass  aneh  aie  und  die  feUemlW  h- 
fehl  baU  za  dem  aiegreichen  Hferzog  ziirüdikehren  wür- 
den. Dar  dftnisehe  König  leistet  hier  in  ..Wdurbeit  sam 
sweilen  Mal  auf  Schleswig  Verzicht,  nidkt  ao  firfeiwillig  und 
nidht  80  YoIlatiüMliig  wie  das  engte  Mal;  id^er  da  ea  nach 
kngem  achwerem  ISMmpt  fMchiebt,  ist  tä  faat  wf chüger 
als  jenen;  für  die  Zdinnft  ward,  es  jbdenfidb  enisch&idan-* 
der.  Denn  auf  Jahrhunderte  hin  hat  man  aHtn:anf  dini-* 
Scher  Säte  die  alten  Ansprfide  mhea  iMsen. 

Aach  .kostete  dieser  Krieg  dem  K<inig  mehr  als  den 
Veriunt  Schleswigs. .  Die  UnzufHedmheit  ^öber  die  sielen 
Büstungen  und  Lasten  hatte  die  Schweden  :  zum  offenen 
Aufruhr  getrieben,  und  wenn  Brich  gehafli  hat  diesen 
jetzt  nach  abgeschlossenem  Frieden  unterdrtlohen  9,u  kön- 
nen, jo  war  das  eine  grosse  Tluschung.  IKe  Bewegang 
verbreitete  sich  auch  über  Däiiemark,  wo  dasischlalfe  Be«* 
giment  des  eigensinnigen  Fürsten  nur  neue  Sdiftdta  den 
ahes  UnzugdSlgt  hatte.  Adel  und  Bauern  standen  idck 
feindlich  gegenttber,  und  statt  mil  kräfliger  Hand  iGeseiz 
tod  Ordnung  z»  handhaben,  yerfoigte  Brich  andere  Pifine; 
und  da  ihin  auch  jetzt  das  mdsle  misslang,  zbigle  ervöl-^ 
Kgiea  Überdruss  an  der  Herrschaft,  und  ging  ati  Snde 
mk  seinen /Schätzen  und  KehsWiibern  nach  Cidthland.  ^ 
J.  1438)y  wo  er  zehn  Jahrb  bmg,  und  anddre  zehn  in 
Pommern ;  ein  abenikeuerliches,  und  unrühmliches  Lehen 
führte.  : .  Es  ist  doch  vomendidi  der  scUeswigsdie  Krieg, 
fcr  ihm  den  Besitz  sdner  drei  &onan  kostelo.  Brich  ist 
der  zweite  däitiscbfe  Köniig,  weldher  das  KAnigreich  y^- 
lor,.  weil  er  das  Herzogthum  zu  gewinnen  trachtete.. 

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Mi 

DieBer  ViiuiAwiuig  der  Dinge  b^  <dem  Mefztg  Adolf 
Motite  Gabgftoheit ;  um*  aaoli  das  zu  erlangen  urag  libti 
nobi  fefaM    Bei  det  einbret^hendiea  Zen^ütlüng  des  dädif- 
ichen  Reioli8= kalte  man  ibn  flU  ftlrchten  oder  nmibte  aü«- 
cUen  ihn  ibu  g^rvnmien.    Der.  Reicharatb^  dem  die  LeilkBg 
der  Regienuig'  anheimfiel  ^  war  ntar  bemüht  einem  Teindli^ 
dken  Anftretendea  Herzogs  tombeugen;  der  jÜtütcheAdd 
von  den  Bauern  bedrängt  suchte  geradtou  seine»;  Skdiut^. 
Doch  wollte  Adolf  aar  dass  HadersIebfB  imd  Arröe  als 
Theil^  des  Ha*z0|^ms  in  seinen  Besite  zurüelckehrleii, 
und  daau  botider-Bieioiisraih  »lUst  die  Hand.     Bin  Yer- 
.windter  des  din|sehen  Kdäigshanses  Chrüstoph  \m  ftiSi^ 
bAeam  ward  herbeigerufm  um  die  Verwaltung  des  Reichs 
JEU  tibeniJBhmea.     Als  mit  ihm  der  Heichsrath  i»ierst  eine 
ZusammenkilnftinJjöbeick  haitte,  sandte  er  dem  Brich  ein« 
förmhohen  Auflsagebrief  (im  J.  1439,  Juni  28),  der  unter  an* 
derm  über  die  Yerleihui^  Von  SdUOssern  an  auslündische 
i»d  besonders  deutsdie  Männer  khgte  und  den  Vetlüsl  jener 
bmden  Besitzungen  auf  seine  Versäumnis  schob.    2üglei(A 
aber  schlössien  die  dänischen  Räth(ß  einen  Vertrag  mit  dem 
anwesenden  Herzog  (Juli  2),  der  diesem  alles  zugestand 
was  er  wünischen  konnte:  Hadersleb^  und  Arröe,  die  ihiii 
in  kurz^  Frist  (bis  August  15)  überantwortet  werden  sol» 
len,  und  wofür    die  Reichsräthe  Einlager  in  Rendsburg 
versprechen  und  einige   unter  ihnen  besondere  Pfänder 
stellte.   Dazu  geloben  sie:  wenn  das  Reich  Dänemaik  ei-*' 
neu  neuen ^^i^  gewählt  habe,  sele  dieser  ihn  mit  dem 
Herzogtfaum  belehnen,  wofär  der  Herzog  seinei*  Seils  Pflich- 
tigen Dienst  zu  leisten  hat    Wird  ders^e  aufgefordert  und 
gebeten  seinen  Ralh  zur  Wahl  des  neuen  Kteigs  zu  ge^ 


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B42 

Mn,  5«  aoB  er  es  Ihiui^  ddch'  stelil>«»'äeB  Rdolusräthen 

frei  aiaoh  iohne  ilm  zu  wählen.-  Dio*  Rbiobirj&tbe.  verfipre^ 

-oben  auch  die  königlichen  Bauer»  in  ihren  Lehen  nicht 

-über  das  frahere  Recht  Unaus  zu  tedeUttaen:;  Vwierden 

;«iidere  in  dieser  Bexiehung  viei^gewaUigti  «od :  darüber  /bei 

dem  Herzog  Klage  geführt;   so  mag  er<  sie;  sehützen  bis 

jEü  der  Anhunfi  eines  nduen  Königs«  -*-   Bitrun  Wht  eben 

Christoph  ausersehen.  .        :   / 

;  An  demsdben  Tage  wo  Hadersleben^  und  Airöe  mit 

dem  Herzogthum  wieder  mreinigt  werten  soOten  (August 

15}/  ertheilte  der  vor  Kürzein  gewillte  römische  Ktnig 

Aibreeht;   fern  in  Ungarn  an  der  Thdss^  dem  Adolf  eine 

Besiätigiiilg  aller  seiner  Hechte  an  dem  Lande:  was  er  lud; 

au  PrivUegien  Briefe  ;  Rechten  Gnaden  Freiheiten  *  Ehre 

:und  .Würdigibeit  wird  befestigt  und  gekrfiffigt  ¥on  römi«- 

4Boh^  königlicher  Machtvollkommenheit.     Dadurch  ist  be^ 

seitigt  was  einst  SigiStiiund  wider  das  Recht  des  rHerzegs 

und  seines  Hauses  hatte  ausgehen  lassen;  es  ist  ditmift 

zugleich  eine  neue  Verbindung  Schleswigs  mit  dem:  deut^- 

sehen  Reiche  angeknüpft  "worden.    Dal»  habsbmrgische  Haus 

hat  jetzt)  da  es  zum  zweiten  Mal  die  deutsche  Krone  em** 

pfing^  hier  im  Nord^  für  die  Wahruoig  deulscher  Inter* 

essen  besser  Sorge  getragen  als  es  die  Vorftiifaren  und  die 

Nfichkommen  thaten. 

Kaum  war  dann  (im  J.  1440,  April  10)  Christoph  mAt- 
lieh  zum  König  über  Dänemark  erhoben  worden,  als  er 
die  iu  Aussicht  gesIdBie  Beteteiung  erth^e,  'mit  auage* 
streckter  Fahne,  wie  sich  das  gdiörte',  zu  KoMing  (j^il 
30).;, Das  Herzogäium  wird  dem  Adolf  gegeben  ^^u  ei-^ 
nem  rechten  Erbleha^Diit  allem  Znb^r;*  dabei  wenden 


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U9 

fsrlmm  mn  m^^P  für  ugOtOg,  ttBd  todt  orUärt,  00  imn 
Qipe  j^üpUcebr  2u  d«a  LelmsproQQsseti  Erichs  nicht  i*«hr 
möglich  war»     Und  i^  gesehMit  9Ut  Raöittnd  ZutitiMH 
laung  d^  ganaen  Itoicbgrath^y  desde»  Mitgliedern  BiscMSfo 
wd  BäKor,  die  IJ^kiude  zugleich  Jmiegdt  hfth^.i   Eiai«i 
gefk^  heitipt  es.wohly  war  es  niAt  reehfdijia  Hau  wieder 
y^ständig  bis  aa  die  Koldiager  firüche  alles  w  dasHer^ 
^gthiw  kaui  doch  Oß  gabM  ibse  Zuatimmimg«     Aach 
hat  Adoif  njdit.  v^i:st|ii»t  i;ich  spftter>  da  ChriMopk  f^rn 
üph  gekri^t  inirde^  gleich  an  dem  nemliicbw  Tage^  eine 
Be^tiguQg.  der  früheren  Lehngarkimde  ertheSea  zn  las- 
sen (im  J.  1443,:  Januar  1).     Alles  war  auf  diese  Wdse 
vergekebrt  und  g^eaeheben  waa  den  lange  bestrittenen  Be* 
sitz  füip  Gegjmwart  und  Zukunft  sicherstellen  kennte.    We- 
nige Juhre  hatten  huigereicht  um  dem  früheren  Erfolg  auch 
dies  beizufügen  und  so  einen  völligen  Abschluss  zu  erzielen. 
Das  ^Herzoglhnm  zu  Schleswig ',  wie  in  der  Lehnsur- 
kunde gescbrieben  ward,  begriff  nun  nicht  btos  den  frü-* 
hern  Umfang   des  Landes  sammt  den  Inseln  Alsen  und 
Arröe^  sondern  auch  Nordfriesland  mit  seinen  Insdn  ge- 
hörte' ddzu:   dw  gemeinsame  Kampf  hatte  bewirkt^   dass 
diese  nun  als  untrennbare  Theile  des  Landes»  eraditet  wur- 
den.    In  der  Lehnsnrkunde  geschieht  ihrer  nidit  beson-r 
ders  Erwähnung.    Nur  Amrum,  der  südliche  nueä  von  Ro-« 
möe^  die  Weste(rharde  auf  Föhr  und  die  nördlichste  S^tze 
von  SyM  welche  List  heisst,  sind  atich  jetzt  dem  Könige 
reich  verbliebm.  Die  letzte  war  mit  der  benachbarten  Injsel 
Mamiöe  sdhon  la*ge  (im  J.  1292)  tii  die  Stadt  Rq^n  ti^- 
ti^n  und  fol^e  derAAen  jelzl  aneh  in  d^  politischen 


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S44 

Stdlong.  Nachth^gw  virar  die  nif^aung  von  fMnr,  wo 
eine  Burg  toii  Ripen  ms  enridllet  den  AsAttBi  b«  der  Yer^ 
bindttng  der  einen  HWke  mit  diesem  Amt  gegelben  hat. 
Bie  Harde  ist  fireüch  später  dem  Herzog,  dann  dem  Scliles- 
wiger  Capitel  ab  Pfsoid  tiberwiesen  worden;  aber  keiner 
hat  den  Besitz  belianpiet^  nnd  zn  ^er  Herst^iHnng  der 
stiiatsreclitHclicai  Verbtadimg  hat  es  nicht  gefüllt.  AbA 
Amnim,  sidwestllch  Ton  den  ilndem  Inseln  belegeii  und 
ohne  alle  Verbindung  mit  dem  dänischen  Jüttond,  nnd  das 
halbe  Rqmde  hätten  nkht  von  den  stammverwandten  6e-« 
bieten  getrennt  werden  soUen:  der  Anlass  ist  jetzt  nibht 
sicher  zu  ermitteln;  tmS  Romöe  hatte  mn  Odenseer  Klo^ 
ster  Besitzungen.  Schwere  Einbusse  hatte  das  friesische 
Land  in  den  letzten  Jahrhunderten  dmrcb  die  Plutlieii  des 
Meeres  eriiden;  nun  ward  auch  der  Zusammenliang  s^ 
ner  nicht  zahhreichen  Bewohner  unterbrochen.  Man  hat 
es  später  lebhafter  gefühlt  als  in  jener  Zeit,  welche  die 
nationalen  Interessen  nicht  ausser  Adil  Üess,  aber  doch 
nirgends  zu  einfachen  und  durphgehenden  Verhältnissen 
gelangen  konnte. 

Auch  vom  Boden  des  alten  Herzogtbums  blieb  ein 
Stfick  bei  Jüdand.  Das  Sohloss  Trbiburg  mit  der  Loharde 
von  den  Limbeck  am  Anfang  des  Krieges  erkauft  (im  J. 
1400  oder  1407}  war  von  der  Königin  Margarethe  an  ias 
Ripener  Capitel  verpOndet;  es  ist)  ebenso  wie  die  andern 
Beatzungen  des  Stifts  ^  zu  denen  namentlich  Mdgdtondern 
gehörte  9  der  h^zog^idien  GeiYall  entlegen  und  läiterdas 
jütische  Landesdiihg  zu  Wiborg  gelegt  worden.  Vielleicht 
haben  einige  dm*  Insefai  ebenfalls  bei  dieser  Ctelegeaheit 
äre  staatcpreditliche  SMIubg  gewediseK.    Es  scheint  nicht 


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dass  Berzog  Adotf  oder  seine  Nadifolgei'  dawider  'j6mtS$ 
Einrede  erhoben.  Ihnen  moehte  wenig  daran  gelegen 
sein  den  danischen  Bisiihof  znm  Landsland  des  Hersog- 
thnms  zu  haben;  einen  andern  Yorthei  aber  sielen  ^ 
an  9m  vergabten  Besitzungen  nicht  in  Aussicht. 

Fehmem»  ist  bei  der  Bdefanung  nicht  gedacht  Die 
Sehauenbuiiger  haben  die  Insel  nicht  als  ehi  Zubehör  des 
Herzogthnms  fiondem  ials  ehieii  Thefl  Holstein»  betrachtet: 
Als  Oraf  Otto  und  seSife  SOhne  ihren  Verzicht  auf  Graf 
Adoir  VII.  Erbeausst^ten,  richteten  sie  ihn  ah  die  gu^ 
ten  Leute  in  ddm  Lande  ^u  Holstetai  zu  Stormam  un<l 
zu  Fehmem  (im  J.  1390).  Nach  dem  Tode  des  Grafetk 
Claus  (im  J.  1997)  kam  die  Insel  mH  jenen  bdden  Graf** 
Schäften  zur  Theihing  unter  seinen  NefPen.  Auch  dein 
Bischof  Heinrich^  der  keine  schleswigschen  Lande  empfing, 
wurde  die  Insel  übergeben  (im  J.  1406).  Spftter  stand  sie, 
während  der  Herzog  Heinrich  lebte,  mit  dem  benachbar** 
ten  Holstein  unter  seinem  Bruder  Adolf.  Noch  am  Ende 
des  Jahrhunderts  schrieb  die  nordelbische  Chronik:  Feh^^ 
mem  habe  allezeit  gehört  und  höre  noch  zu  dem  Land^ 
Holstein.  —  Man  hat  yermuthet  dass  um  diese  2^it  in 
das  entvölkerte  Land  Colonisten  hauptsächlich  aus  Ditmar-^ 
sehen  angezogen  sind:  das  Vorhandensein  fthnlicher  Ge-^ 
seblechlsverbindungen,  eine  Übereinsämmung  der  Gemein- 
de^richtUBgen  und  andere  Umstände  seheinen  für  eine 
Verwandischaft  wenigstens  eiii^s  Th^ils  der  Bewohner 
Fehmems  mit  den  Dittküarschen  zu  SfHredhen.  Auch  hat 
man  hier  spater  sähst  darim  geglaubt.  Aber  an  eißer 
sicheren  historischen  Überlieferung  fehlt  es  durchaus,  uiid 
ob  eine  soIcAe  Biiiwimdeiting  gerade  in  dieser  Zett  statt 


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jmüXe^  oder  wie  andere  anneliiinqn  Jahrbmidejcle  ftxim, 
wirdjedciafalls  zweif^aft'liJyeibep. .  .      /    . .  ^ 

Ein«  Zeiüaag  umsl9  Aid^olf  apf  d?n  amoiflelbaren  Hß-^ 
fiüz  (Feitaeriis  verziditeii,  iadem  er,  das.S^hlpiiß  &^f»r 
back  und  diß  ganze  Insel  auf  fSßbn  Ja^e  an  )L#^k 
übertrug  für  die  Si^nme  xpm  ;150()0,  Miir^^  ,dJ0.|^r .  der 
Stadt  mit  geringer  Aiisiiahfne  bei:eits^  sqbtdjdw.  ge^wf^fdeia 
w»r:.erst  nach  Ablauf  jen^  Zeit  bfibielt  er  aicb  vor  .das 
Pfand  für  die  höhere  Summe  y(m  l^QOO  Mark  wjeder 
eifiztdOi^en  (im  J.  1437^  Sejpfemb.  8],  .I)odi  bat.  dies  zu 
fc^ipc»*.  dauernden  TreiinMng  vom  .lidfde.  gefübrt,  iind  we-** 
pigßtens  die  Besatzung,  der  geisUicttan  ^teilen;,  blieb  mph 
für. die  dazwischen  liegenden  Jahre  vctfbehalten«  Der 
Perzog  bestätigte  später  auch  noch  dne  Änderung  des 
Landrechts  (im  J.  144ä), 

.  In  dem  Herzogthum  wurden  überall  friedUeheYerbält«* 
nisse  wieder  hergesjteUt.  A9ch  die.  Anhänger  des  K^wt^ 
lehrten  zurück.  Nur  Erich  Knmnnendiek,  auf  d^n  der 
schwerste  Vorwurf  las^te,  blieb  ia  der  Fremde;  Sein 
Out  Rundtoß  war  in  des  Herzpgs.  Händen^  und  nur  im 
^nördlichen  Theil  des  Landes  habqn  seine  Erben  später 
eug^sebie  Besitzungen  gehabt;  Sie  blieben  in  Dänemark 
und  den  benachbarten  Reichen;  die  Tochter  MargareAe 
wurde  die  Urgrossmutter.  Gustavs.  Wasa,  welcher  jene 
Verbindung  der  nordischen  Reii^e  völlig  löste,  der  Erich 
seine  Dienste  lieber  als  den  Staoindanden  Schlesw^  und 
Holstein  gewidmet  hatte.  Er  selber  sah  ihren  Sieg,  den 
die  Treidosigfceit  einzelner  ihrer  Söhne. so  wenig  wie  die 
Macht  der  äusseren  Feinde  hatte  hindern  können: 

Da  alles  glücklich  beje»pidigt  w:ar,  hatJieriaQfAdplfsum 


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347 

Dairi£  eine  Rente  von  60  Mark  zur  Stiftung  dreier  Vica- 
rien  in  Flensburg  hergegeben  (im  J.  1440),  deshalb,  wie 
er  sagt,  weil  'wir  mit  Andacht  haben  zu  Sinnen  genom- 
men und  betrachtet,  w;i6  gütig  Ootl'  der  Allmächtige  zu 
vielen  Zeiten  uns  angesehen  bat  in  Beschirmuiig  unse- 
rer Lande  und  Leute  und  in  Widerstand  gegen  den  gross- 
mächtigen -  Herren  Herren  EHch:  der  Reiche  Dänemark 
Schweden  und  Norwegen  König,  unsern  Ohm,  der  in 
mannigfacher  Weise  Anlass  gesucht  hat  uns  von  unserm 
viterlicbei  Erbe  zuen^en  uAd'zu  Vert^eAen^  wd  baben 
j>esoiiders  entogän,  wie  wir  mit  sdnor  Gnatoi  8Mfa;  di^ 
er  uns  in  vorigen  Jakren  barmhanBtg'hal  bewiesen,  dt  wir 
durch  Macht  und  flbaiegene  Oewalt  ibs  g»anntttngr«00^ 
aiftchtigtn  Königs  und  seiner  dttei  Reiche  aus  mehreren 
S<Mtosem  undiStädteü,  di^  zu  uisaerm  väterlichen  Brbe 
gekörten,  gedrängt  wilreB>  dieselben  zu  uns  haben  wie- 
der gewonMD,  nad  damit  solcher  greiser  Trost  und  Cbiade 
vott  .lins  und  von  unseren  ^ben  in  zukommenden  Zeiten 
ganzlich  mcht  vergessen  werde*. 

So  blickte  der  Herziog  dankbar  gegen  Gott  auf  den 
Ausgang  der  langen  Känipfe  zurück.  Der  Krieg  welcher 
Sehkiswlg  zu  Dänemark  zurtckftthren  sollte  hat  gerade 
das  Gegientheil  bewirkt,  bn  gemeinsamen  Widerstand  änd 
die  Lande  Sdileswig  und  Hobtdn  zu  engerer  Verbinduiig 
gekommen.  . 


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Fünftes  Capital 

Die   staatsrechtliclie    Yereinigfung 
:  Schleswig?  und  HoUteins.  . 


äetriltige  B^ei^iese  baken  ein  JihrhuiMJert  hng  ^ 
nördallfiktgis^  laid  bewegt,  feit  Gerhard  dem  firoMai 
bi«  xii  dem  letstehi  Yertrage  mit  Dttaemark  ist  der  Friede 
immw  nur  aaf  kurze  Zeit  in  diese  Gebiete  elng^ehii. 
Weim  es  zunächst  die  Emsobeidang  tiber  Schleswig  gik 
oiid  wenn  die  Sireiteiiden  meisteniheils  auf  seinem  Boden 
sich  entgegen  getreten  sind,  99  ist  dodi  auch  Bolslefai 
nicht  unberOhrt  geblieben.  Fortwährend  sM  die  de«i<t- 
schen  Hfilfssobaaren  durch  das  Land  gesogen;  mehrmals 
hat  der  Däne  mit  seinen.  Schiffen  die  KUstehi  verwüstend 
hehngesucht  -^  nur  Kiel,  so  viel  berichtet  wird,  nianals 
berührt  — ;  die  Kämpfe  mit  den  Lauenburgem  und  den 
DiMarschen  haben  zanäcksl  gerade  die  südliche  Grafirchaft 
betroffiBri;  niitunter  gab  der  Aufenthalt  trotziger  Raubritter 
unid  seeraubender  VitüKenbrÜder  in  hölstejosdien  Bürgen 
oder  Häfen  auch  den  Städten  Anlass  ihre  Schaaren  in  das 
Land  zu  fähren.  Zum  allgemeinen  und  grossen  Krieg  kam 
hier  wie  aller  Orten  die  Fehde,  der  Streit  in  Ueineren 
Kreisen.  Lange  war  selbst  im  Bauernstände  die  Blutrache 
noch  im  Schwange.  —  Dazu  kamen  an  den  Westküsten  ver- 
derbliche Überschwemmungen,  und  Jahr  auf  Jahr  hat  oft- 

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U9 

mib  die  Pegl  dus  LmmI  keimgeffiGht:  Man  f ollte  denken, 
es  hfitte  yeröden  md  einem  laflyditigen  Feind  feiphi  zur 
9e«ile  werden  infbwen.  Aber  dem  ut  keines^eg»  se  ge- 
wesen. Dstt  Yetk  knt  alle  Leiden  gi(Mdiph  bestanden;  ee 
ist  aji  innerer  Kral^  auch  in  dieser  Zeit  nicht  i^ckwi&rts 
gegaqgen. 

Einifiliie  Stedte  wie.OM^bws  sind  dlerdh^gs  g^sua- 
keilund  v^ttWint;  dal^  hfbee.sidi  a^dereiy  bespidars  jKii4 
gehoben,  das  an  der  Verbindiiiig.  der  Kaise  tMIMwHnA 
Mf  den  Gnmd  frfttor.erl^gtef  freihejüe«  sicji  salb^tMdig 
entitfiokelle,  se  ide»'^  ffe)bsl  dje^  F^de  mil  pniulveen 
Ritlern  der  JNeobbaMohaß/ den  9«cbwald  Rantdi^e  luii  an*- 
deren,  wehl  scheute.  Ais  ^  Stadt  einst^  eine  I^adung  ver 
das  kaiserlidie  Ko%erftAt  nnbeachteit  iiess,  vcqrfiel.  sie  in 
die  Acht  Sig^knunds  (im  J.  1422),  die  aber  di^pals  nicht 
▼iel  mehr  gefürchtet  vnvde  als  die  Urtbeile  iindStpafbe^ 
fehle  desselben  Kaisers  .gegen  die  Fürsten  des  Landes.  -** 
Ebulebie  fcldnere  Orte  h|J>en  :jaoch  später  stftdtisdke  Ein-- 
rietoixig  und  Freiheit  erlengt»  Chube  nnd  Grtapta  die  zum 
Kketer  Gismar,  Zarpen  das  zu  Ahrensbök  gehörte.  Auch 
hier  hielt  maa  sich  an  4as  Lübsche  Recht.  Das^lbe  war, 
b«i  Bflorg  auf  Fehmern  der  Fall.  —  ScUesMi^  faiid  ^en 
ftfsatc  fer  die  ^törug  des  HandelSi  d^n  die  <  ^rrung 
der  Schlei  iastgank  dn  Snde  geeie/cbt  hatle^  in  dw  Re-. 
sid^u  der  Berzoge  auf  dem  beneehbarte«  OptfAip^i  Es 
hat  ebenso  wie  Flensburg  und  andere  Städte  des  Herzog-; 
thma  wiederhelte  Belagerungen  wd  Wechsel  des  Besitzes 
iberstenden.  -^  Am  naohtheiUgsten  wmr  die  Yerpftndung 
an  eitiheimische  Ritter  eder. fremde  Fürstefti  apq^.w^U 
an   LibedC;   wdeher   einzebie  StäAe  und  Landschaften 


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unterlagen.  Eine  höhere  Mfltlie  fcinAerte  imcih  iiö  Nach-* 
barschaft  Lübeckis  und  tlainiyafgis.  Doch  war  iet  Abstand 
von  diesem  minder  (ifross  als  in  spiteren  Tagen:  wen» 
Hamburg  (im  J.  1452)  noch  keine  20000  BSnwohner  sttUte, 
müssen  Kiel  nnd  Flensburg  wetoigslens  auf  ein  Yi^t^ 
dieser  Zahl  angeschlagen  werden.  Aber  Lübeck,  >  das 
durch  die  Seuchen  des  vierzehnten  Jahrhunderts -nach  ond 
nach  90000  Menschen  verior^n  haben  -«oU,  übcnragte  aOe: 
man  reehnet  80000  Bewofaü^r.  -   '  .  .    . 

Der  Stand  der  Landbauer  ist  «m  diese  Zeil  fast  aller 
Orten  iii  Deutschland  und  den  benateU^arten  ReieheÄ  ^her- 
abgeibrückt  und  der  Frefl^  des  Eigeiithttms  und  d^  Persoü 
beraubt  worden  zu  Gunsten  einer '  mächtigen  Aristokratie, 
die  sich  unter  Weltliotien  und  Geistlichen  gebfldel  hatte. 
Auch  an  den  nordalbin^schen  Landen  ist  diese  Eiltwicke-* 
lung  nicht  vorübergegangen.  Auf  den  Besitaungen  der 
Stifter  und  der  Ritterschaft  gab  es  eine  hirige  Bevölke- 
rung, über  die  jene  nicht  blos  die  volle  Gerichtsbarkeit, 
auch  über  Hals^  und  Hand,  sowie  sOnsüge  obrtgkeMiehe 
Gewalt  erwarben,  sondern  welche  theilweise  aoob  sx^het^ 
abgedrückt  ward  dass  sie  an  die  Scholle  gebuftdeii/  leib^ 
eigenr  war!  Weim  landesherrliche  BesHsungeh  durdiKävf 
oder  Yerpfiindung  an  die  Ritter  üb^gingen,  war  damif 
regelmässig  ebie  Verschlechterung  in  der  Lage  der  domi 
gehörigen  Bauern  verbunden.  Wie  diese  sich  in  Jitlahd 
über  ungerechte  Bedrüöhungen  der  Lehnsleute  iv  bekkn 
gen  hatten,  so  kam  ähnliches  sieher  auch  im  Herzogthun 
vor.  In  dem  südfichen  Theil  desselben,  auf  den 'Otter« 
derRÜter,  machten  sich  ähnfiebe  Zuständer  geltend  wie^ 
auf  den  wagrischen  Bdfen  der  helsteinschm  Bfamischaft^ 

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ivilhrend  der  ndrdiiche  TheD^  des  Landes  in  setner  Ent«- 
Wickelung"  noch  d^n' dänischen  BniflOssen  folgte  ^  die  aber 
dier  alten  Ba^emfreiheit  auf  dib  Länge  auch  nicht  günstig 
waren.  —  Dennoch  ist  dieseifoe  hier  und  in  Holstein  nicht 
so  gebrochen  wie  es  anderswo  geschehen  ist*  'l)ie  nf^** 
kere  Torrn  der  dänischen  ^[Origkeit,  die  Vomedskabj  hal 
doch  auf  der  Ealbinsel  weniger  geherrscht  als  auf  den 
Insehf»;  Fi^hsügigkeit  blieb  bei  massigen  Diensten  den  ab-' 
hängigen  Landbauem  dieser  Gegenden.  Es  gab  ab^  in 
den  Barden  auch  einen  Stamm  freier  Bauern^  der  seiA 
Landgeld  zahlte  und  die  öffentlichen  IMensle  leistete^  aber 
auf  freiem  Gute  sass^  so  dass  seine  Leistungen  nicht  als 
herrsohaftliche  Zinse  und  Dienste  angesehen  werden  kön- 
nen. Hie  und  da  haben  sie  selbst  eine  Besserung  ihi*er 
Lage  erreicht.  Herzog  Adolf  gab  den  Bauern  (den  Bun- 
den und  Lausten)  der  Earrharde  das  Recht  ihre  Höfe  als 
Freimannsgüter  zu  benutzen  für  eine  Abgabe  von  80  Mark; 
denen  in  der  Sluxharde  verlieh  er  Freiheit  von  Diensten 
gegen  eine  jährliche  Abgabe  eines  jeden  von  einer  Mark. 
Freiheit  der  Person  und  des  Eigenthums  wät  auch  nach 
aller  Noth  der  letzten  Zeiten  der  Charakter  der  Friesischen 
Landbevölkerung  geblieben.  Im  eigentlichen  Holstein  war 
dieser  Zustand  wenigstens  Vieler  Orten  erhalten.'  tTo  es 
keine  oder  wenige  Rittergüter  gab,  wie  in  einem  bedeu- 
tenden Theil  des  mittleren  Landes,  lebte  ehi  freier  und 
kräftiger  Bauernstand,  der  wenn  es  Noth  that^  auch  die 
Waffen  zu  führen  verstand  und  lan  de»  Erinnerungen  fei-^ 
ner  ruhmvollen  Vergangenheit  festhielt.  Aus  seiner  Mftle 
sind  zum  Theil  die  Erzählungen'  gekommen  die  defhol- 
steinscfae  Geschichtschreiber  des  fünfzehnten  Jahrhunderts 

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99t 

anffeK^dmet  hat  Pia  BeiKohner  dea  nr  Vipe^mt  IRrofitei 
gehörigen  Landes  bebaupteften  ibr  h^gebrmfilep  ite<^hi 
eiaea  freien  Eig^nthama  bei  niedrigen  7mm^  nn4  aoiab. 
aoiwt  aiad.die  Kloüt^rleme  weniger  gedroht  als  dt^  4w 
Bitt^.  in  den  Blbmaracb^  biUelen  sieb  ni|ch  der  Yer- 
ff^dvngHafdd9rfyan  flie  Ablefeld  eipzebie  gr^isse  ^farsf^b- 
gdfer  mit  abhängigen  Bauern.,  poch  .d^  :gr^serfi.  '^^ 
des  i^ndns  wnrde  daron  niq^tbqtrofein.  DieaU^K^cb- 
ijfpiele  ^fa^wbier  fortwiülureiid  in :  grosser  S#$läBdis^eit: 
#e  d^  Wjißi^imtTBdk  b^bpn  am  A^^ang,  4ds  lui^bnton 
J[i^}ianfiet1s  (im  J.  1403) :  naeb  ejfi  Btn^i^w^  mt  den  Haupt- 
l^rtep  und  Gemeinden  .des  Landes  jKeh<Vpgen  abgc^pldoffsan. 
Gewiss  ist  diese  Zeit  des  Krpegecf  nur  geeignet,  g^we- 
sei|  |im  die  Macht  und  das  Ansehn  der  immerj  schon  star- 
ken und  einfiussreicben  Bitterschaft  noch  mehr  hervortre- 
ten zu  lasi^en.  Die  Einaelnen  und  die  Gesammtheit  wuss-^ 
ten  die  Gelegenheit  zu  benutzen  um  sich  neue  Bechte  und 
(Jüter  zu  verschaffen.  Für  die  Hülfe  zweier  scbleswigscher 
Bitter  im  Kriege  wider  Dänemark^  verpfliehteie  sich  Adolf 
nicht  blos  zum  Ersatz  des  Schadens  den  sie  an  ihren  Be- 
silznngen  leiden  mochten^  sondern  er  verqpradbi  selbst^ 
wena  diesebe  nicht  gd^tet  würde,  sich  zum  Einlager 
in  Jf^  zu  stellen,  ..Burgeisi  und  Städte  kamen  immer  wie- 
d^  als  Ffand  in  ihre  Hände.  Dennoeh  haben  sie  theil- 
i^ej^e  die  Tr^ue  verletzti  sich  um  höheren  Gewinn  zu 
erlaitfen  mit. den  Feinden  des  Landes  verbunden ,  oder 
dppit  Baub  nnd  ^.ehde  der  Theilnabme  am  allgemeinen 
Kpiege  vorgewogen,  nttdsie>  haben  jedenfalls  umden  gbHc^- 
lichen  Ausgang  desselbau  geringeres  Verdienst  als  die 
Bauern  der  firiesischen  und  anderer  Gegenden. 


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Den  bddeittciidfttt  Bitfluss  ahi«r  tibte  die  JHttftrsekaft 
auf  den  allgemeinen  Versammlungen,  welche  äeh  eben  in 
dftteerZeii  zu  e^efaoilflsig^  Laiidtagen  ombfldeteik.  Doch 
mar  810  :llier.i£cht  aHeii.  thftlig,  ßMism  nebta  ihr  auch 
die  imdereB  Sttade. 

In  SeUeswigiiltles  das  LimdesthiBig  za  Un^önred  wein 
^$n  alfl[0kerfe;te  G^chtaveraamiiduiig  IBI-  das  ganite  Hersage 
Uhu»  fortdauert.  Hier  hatten  jeue  Aufiaisungim  des  He^«* 
«ogtkttm«  .  oder.,  deif  Rediie,:  tiuC  .  das  Berz^gOmM  statt^ 
wtiche  Verwandte  dea  Abelachen  lud  fiobauenburger  Han- 
fes, die  &ben  der  HetZQgin..Rixe  «nd  die  Tochter  des 
Grafen  Glaus,  vomahmen  fßi  d.  J^  1890;  1397).  M$  ^me-* 
seid  werden  gtoannt.  das  eine  Jlal  der .  Drost  des  Her> 
soglhuBB  und  die  'gemeiAen  Süderjüten',  anderswo  aber 
werden,  aufgezählt  die  Abte  von  LygumUoster  und  Ruh«* 
kloster,  MÜgUeder  der  Domkapitel  su  Schleswig  Ripen  und 
Ibderslctoi,  eine  bedeutende  Anzahl  Ritter  und  Knechtei 
tfe  Ritbe  von  Flensburg  und  .Schleswig;  einmal  auch 
eia  Abgeajfdneter  von  Sondeiiiurg.  Die  alte  Volksver-^ 
Sammlung  nimmt  eben  einett  ständisch^  Charakter  au) 
wo  Prülaten  Ritterücbaft  und  Städte  wenigstieos  den  ersten 
Platz  erkalten.  Der  freie  Bauernstand  wird  nicht  ganz 
tmagesohlossen  sein^  ab^  er  tritt  zurück  hier  wie  auf 
diem  LandestluQgan  von  Dänemark,  wo  um  diese  Zeat  bei 
eiaer  Abordnung  aller  Stände  zur  gemeinsamen  Königs-* 
waU  demselben  nur  no^oh  der  fünfte  Theil  jalier  Stimmen 
atterkMnt  wordM  ist. 

Der  Giulg  der  Bntwickeluttg  ist  ohne  Z^feM  in  der 
Gvafsekaft  B^t^n  kein  wesentlich  verschiedener  gewe- 
sen.    Die  SHüMle  der  späteren  Zeit  stehen  njcbt  ausser 

I.  23 

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zu 


Ab  Graf  dum  die  Bhrtndw  nur  dM  Bamn  des 
Laadei  absartellM  imtenialuBi  eAob  er  d»  Anfnflr  ja 
öflSmdidia'  Yenammliing,  und  forderte  Mif ,  wer  diAr  sei 
möge  cor  Bedien,  wer  dawider  cor  Uakm  gdien.  Das 
könaea  oidtt  die  Bitter  aüeia  eatsdueden  haben,  ab^ 
ebenso  wenig  haben  sie  gefehk:  in  dem  Gesell  werdm 
'die  biderben  Mannen'  als  znslimmend  genannl,  wonmter 
doch  andi  jene  Twstandm  sein  mossmu  Sie  Urkonde  ist 
an  Oldesloe  gegeben  (im  X  ia»SS^:  ob  die  Yeraannnhnf 
ebenda  statt  hatte  wird  nicht  gesagt  Schon  Mb»r  (im 
J.  1356)  wvd  eines  'Parlamentom*  n  iGd  gedadit  'Die 
gewöhidiche  Stätte  grösserer  Versamminngen  war  aber 
nun  zn  Bomhöved:  wdirscheinlich  mcht  d&e  Sita  eines 
alten  Gaudinges ,  sondern  der  Ort  wo  die  bdsteinsche 
Mannschaft  von  Alters  her  ein»  gewissen  Mittelpunkt  hatte. 
Die  Bäadnisse  and  Einigungen  weldlie  ein  Theil  derseUMm 
im  vierzehnten  Jahrhundert  mehrmahr  digeschlossen  hat 
trugen  wohl  dazu  bei  ihr  eke  mnünssreiche  Stellung  detk 
Grafen  gegenober  zu  sichern.  Dodi  bikJM  sie  nicht  die 
Grundlage  für  <Ke  eigentlich  ständische  Entwfekdang:  Are 
Bedeutung  war  jedesmal  nur  von  ktunerer  Dauer  ^  auch 
haben  sie  sich  iddit  fiber  die  Gesammtheit  verbreüei  Es 
war  einmal  das  Bedtirfidss  über  die  aDgemdiiai  Angele^ 
genheiten  des  Landes  mit  den  Eingesessenen  Beratlnng 
zu  pflegen )  sodann  die  einflussreiche  SleBang  weldM  die 
Ritterschaft  von  jrtier  eingenommen  hat,  was  dahin  Fähren 
musstd^  neben  den  Gattgerichten  Holsteins  Siermams  und 
Wagriens  noch  andere  Versammfamgen  ^  «Mi  zwar  an  die 

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Sütte  ztt  bertifea  Wo  jene  Wttei'lrfllier  zu  tagön,  vielleiaht 
aueh  Ridcht  zu  nehmen  gewoünt  wweit  Wir  finden  auch  in 
andern  Gegenden  Deutsefalandj^^  dass  versöUedene  Qaüge'' 
pidhte  sich  für  gewisse  Fälle  unter  dem  Zutritt  der  Räter- 
Bckift  an  einem  andern  Ort  zu  einem  Land*,  und  RitC^-^ 
gericht»  vereinigten,  welches  daiin  leioht  in  einen  Landtag 
überging.  War  es  anderswo  eine  Gefahr  des:  Landes 
dder  die  Noth  der  Fürsten!  ^  welche  dazO^  häufig  deA  An«< 
iass  kot,  so  hat  hier  die  allgemeine  Wibhtigkeit  der  po^- 
Ittisdien  VerhSltnissa  in  der  letzten  Zeit  bestimmend:  dar-t 
auf  eingewirti    ,.   :».  r    = 

Die  erhaltenen  Odilen  id^  'Geschichte  sind  aller  .Or*^ 
len  mangelhaft)  und  manches  (3ntgeht. dadurch. der  Kennt-* 
aiss.  Hier  erscheiikt  iids  das  erste  Beiqpid^  da  nach  dem 
Tode  des  Grafen  Claus  die  über  das  Erbe  streitenden  Tfef-^ 
fen  von  ihren  Ihnnen  zu  einem  Verglddi  gebracht  wur- 
den (im  J.  1387).  Die  Anweisenheit  geistlicher  und  weit-* 
lieber  ^guter  Leute'  auf  dem  Gevierte  zu  Bomhüved  wird 
xnsdrücUidi  bezeugt.  Ebenda  haben  die  Herzoge  wäh-^ 
rend  des  Streites  über  Schleswig  die  Vollmacht  ausstel-« 
len  lassen  für  den  Abgesandten  Nicolaus  Sachow^  der 
sich  an  den  Hof  des  Kaisers  begaben  sollte  (imiJ.  1424, 

Ifai    l»)v         '   : 

Dimiib  waren  auch  die  Bürg^riiieister  und  Rathinan« 
nen  der  holstdnschen  Städle  anweseaid,  weldhö  hier  alle 
«n>  einem  Tage  (Mai  31)  gkiehlaiitend6=  Zeugnisse  ate*^ 
steilfem  über  die  Yerhältntste  desilärBogthums  ScUeswig: 
Es  waren  !Kiel  Rendsburg  Itzdioe  Wilster  Krenqpe  Sege^ 
beirg  Oldenburg  Lütjenburg  Haligeahafen  Plön  und  Eutin« 
Auch  das  letate^  obwohl  zu  den  Besitzungen  des  iübeoker 

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856 

Bischofs  gehörig  y  war  klgo  iuf  dem  Landtag  Tertreteit 
Neustadt  und  Oldesloe  rind  dionab  woU  Mir  zilflUlig  a««» 
geblid^en.  Und  schon  z^hh  JUire  Mher  (im  J..  1414) 
schliessen  diese  Stttdte  ^-  nur  Krempe  Wilstdr  und  LBI't 
jmhorg  werden  nicht  genaniU  -^^  dazu  Hamborg  «od 
aus  dem  Heraogthum  Schleswig  Bönderbotg  und  /Bßkenm 
förde)  mit  ihren  Fttrslen  sowie  dem  Leuenbürger  Herzog 
und  Lüneburg  eioM  Landfrieden; .  äiesind  dadurch,  hb 
sdbstfthdige  Glieder  des  Firstenthuins  anärkannty  dieaebeil 
Prälat^  und  Rittern  besonders  beorüoksieläigt  werden  muss-t 
ten.  Aber  sie  wurden  dann  auch  zu  Kriegiktäfe  entbo*«* 
ten^  wenn  auch  in  den  bekänni  gevrDrdmeti  BftUeit.nur 
acht  Tage  lahg^  wfthfend  dieser  Zeit  aber  ^  eigene  Ko4 
sten.  'Unterlasst  4fl8  nicht ,  schreibt  der  Herzog  ^  es  ist 
uns  zu  willen'. 

Der  Bauern  wird  auf  rden  LandesTerakmmliifigeB  nicht 
mehr  gedacht^  und  haben  sie  noch  an  denselbeii  tkieilge^ 
nomnien^  so  sind  sie  doch  vor  den  ändenl  Sttadea  baM 
in  den  SBntergnuid  getreten!  Die  Privüegieii  «reUhe  diese 
erlangten  iiind  jedoch  nicht  ohne  Bedeutung  ünch  fülr  sie 
gewesen. 

Als.  die  Last  des  letzteA  Krieges  sehwnrauf  dem  Lande 
lag^  haben  die  Fürsten  einen  Freiheitsbrief  ausgestellt  (kn 
J.  1422);  den  die  Ritterschaft  nock  heute  nls  das  ilteste 
Denkmal  der  idtenTerfiassung  kl  ihrer  Lade  bewahrt  i  Jene 
bekennen^  dass  aUe  bSderben  Mannen  und  alle  Buiwiohner 
ihnen  keiften  andern. Dienst  oder  Folge  schuldig  smd  atf 
ihre  eigenen  Kosten  als  zu  des  Lmides  Noth  iu  an.  dife 
Landscheiden,  und  besonders  gegen  Dänemark  nicht -weitel* 
als  bis  an  die  Lerensau;  ««ch  .sind  diisselben  keiaie  4Bede 

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aö7 

zu  g^n  in$hul(%  «iiuiaQr  M  YorheirtMipii^  ^aer  üü stü- 
cke» T4>chteri  od^r  w9m  die  Grafen*  eine  HaupUch^idil  auf 
i^mV4ide,¥%tliacm,  adit  SeUlling  Pfomiiie  v«  lederHi^ 
diei  ton  «ini^ift  Sawm  o4or  itttrgt»r  be#cKz(  ial;  batH^asie 
irQitßi!^/£e4^^d«i*.  KlU)»ntr'g^^  s<^  bt  das  freiwillig 
Ii^g9ii:f4cl*  N^tk  d^9  Landes  gesobe^.  Bei  diesem  Bad)! 
a^tttndije^ibiderton. Hannen  ttn4  aUe  Binwohner  des  hm*- 
i9»f  zy^i JKelMein  bli^ben^  ^  Oie  Worte  lassen  keineii 
imeifti^A^M  dies»  Yerbriefung  sieb  auf  alle fireien Ein^' 
le*tei^ea)del{  iMlies  beMog  undi  4iis  dieGrt^  nndi  4en 
BaiieraiifegMaber  kein  nnbedingles  Bedrt  der  Besteoe^ 
mg  jsü  tbeb  hätten.  Als  diese  auf  dem'  Undlag  nidit 
niebr>^rsifliienen^  hat  man  y/fiM  in  den  eiinaebi»  Ämtern 
mit  ihnen  verhandelt  und  hier  die  EinWillignng.  za  weilen 
ren  Ahgabto  an  eiiangm  gesuoht.  Es  kam  dabei  in  Be- 
tnuAt  dMi  die  Theibingen  sich  vornenKeh  eben  auf  die 
Anten  und  ihre  Etegl9sraienen  beaogeii, 
'  Ihlgegett  ist  der  Ritterschaft ,  .wei^gstens  spater ,  ge- 
radezu die  UntheSbarkeit  zngencbert  worden  (im  J.1397). 
Deshiüb  dauerten  die  ständischen  Versainmlungen  auch 
^vi#krend  der/DieA^ngen  für  den  .ganzen  Umfang  des  Lanr* 
dea:  fort.  Nor  diq  PflrwUUgiing  von  Beden  ist  vielleicbt 
mitunter  fiiir  die  Lande  .einzelner  Fürsten  erfolgt.  Graf 
Adolf  VII*  bedajBig  sich  bei  ?iaer  bedeutenden  Y^rpftndong 
an  LabcH^  WS|  wenn  er  eine  gemeine  Bede  hüte  über 
sein. ganzes  L«md^  so  solle  sie  ihm  auch  aus  den  verpfän- 
deten LapdßStfaeilen  folgen.  —  Daijfs  die  holsteinsche 
Bittersphaf^  sich  auch  über  Schleswig  verbreitete  und  sich 
mit  den  hii^  flug^eddleQ  Geschlechtern  oder  Familien 
fertl^äl^find  als  imw  Genossenschaft  fühltej  hatohw  Zwei- 


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S68 

fei  daau  beigetragai;  daaa  dleHerEog«  auch  ttl>erdfe¥er- 
bältiiisse  des  Heraiogthttnis  in  der  Versainiiilmig  auf  h^ 
si^scliem  9odm  Besrtimmttngeil  gHr^Sm  bid»#if.  Ata  Utk 
nach  ddni  Todä  des*  Grafen  Clauis  iAer  den  BeaiU?  lenäa 
Landes  entschieden  ward^  isl  auch  Uh^ugefüilft^  dasi^  nach 
Ablauf  Ton  nenn  fahren  riife  weitere  Verdnbi^unfg  in 
derselben  Weise  erfbigen  solle.  Auch  die  scUesWigaehe 
Mamii^hifl  muss  hier  erschienen  seiid  weMgsfena^  vier 
BfHglieder  der  Bitterschaft^  worunlei^  drei  Afalbf^M^  die 
ihre  BesitmiigeA  besonders  im  He#zegM«nl  tiatten>y  «lud 
(im  J.  1897)  kiirö  nach  einandbr  airf  der  Venfaomdngm 
Bomh^ved  und  auf  dem  Landestking  nlümMHei ^gem^tn 
sen.  Eine  Vereinigung  der  Stände  beider  Lande  ihegtan 
sich  auf  diese  Weise  vorsuberdteii. 

Darauf  hatte  ausserdem  die  BiMung  eines  besonderen 
Käthes  einen  bedeutenden  Einfluss«  In  den  mdslen  deut«* 
sehen  Territorien  hat  sich  ein  solcher  Balh  zu  einer  gr&sse** 
rm  Wichtigkeit  erhoben^,  besonders  in  der  Zeit  da  die 
alten  Landesgerichte  in*  Abgang  kamen  und  die  LandsUUida 
noch  2U  keiner'  festen  Ausbildung  gelangt  waren.  Ange- 
sehene Männer  des  Landes^  Mitglieder  der  Hittenchaß  und 
der  Geistlichkedt;  nahmen  bei  der  Person  des  Fürs^n  dne 
einüussreicheStellfzng  eih:  sie  waren^  wie  es  seit  den  älte- 
sten Zeiten  zu  sein  pflegte^  Gericht  und  Ratt  zugleicli^  Hof- 
j^ericht  und  Sofrath  (ctlria)^  und  vertraten  in  beiden  Bezie^ 
hungen  die  Stelle  jener  Landei^ersammlungen.  Sie  Mitglie- 
der sind  wohl  nicht  immer  frei  von  den  Fübten  ernannt: 
ausser  den  Inhabern  der  Hofftmter  nahmen  w^gstens  in 
einzelnen  Fällen  gewählte  Vertreter  der  Rittersohafk  daran 
theil,    In  Holstein  sind  es  wahrschdnlfeh  die  alten  Län** 


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958 

deiiltottöii  welche  ,  als:  V^Mteherdlur  Büter  auch  ia  4ie^ 
$em  Ralhd  süzen.  Ba  sohemt  $mtlh  daift  ea  bei^tett  Thei«*- 
hwgeof  dea  Laniea  laobt  veiaciiiedaiia  RMhe  gab  fiir'  die 
Mz^en  Gfafeny  iimdern  eui  gteeinNHtea  Oofiai^uBi  für 
«e  gttn^  GraÜKhbA:  ebi^  ab  'Afltodaa  GriAehafi^.  {boA-^ 
-cBiarn  eoiaMw  :Holaatbr^ai)i  wetfdea  aeoier  IfitgSedor  jjp»^ 
aeiduM.  -^  Dater  de»  Hofteamim;  erhallt  ddr  Marfidudi 
ibiOT  idie  enrte  S^By  wie  iä  ScUibsmg  ddr  fmöhaasa. 
Avit'  der  VeirbMidökig  dieser  Eand^inäter.  der  6ofaaiie]d>uiv 
fiadh^ 'HeifsdbAlt  hat*  eben  jddea  FürateBAvn  den  ekien 
idies^^öheren^ Würdentriger  gestellt:  Harachälle  waren  aai 
Bhde  des  vierühMeiFtindail»  Anfang  des  fanfzehntoaJahr^ 
innderta  erat  Heiiirich  und  dann  Marquard  von  Siggem, 
wihr^d  das  Amt  des  Traehsesiten  öder  Drosten  nachdeii 
Abfall  Bridh  Kramm^ndieks  an  Detlef  von  Ahlefirid^  später 
^  Heinrksh  Riitorf  and  Otto  Pogwiach  kam.  Es  ist  kaum 
m  bezwoifeln^  daas  die  Wirksamkeit  bader  sich  auf  beide 
Lande  beaog:  als  die  ensten  Beamten  des  Hofes  und  der 
Ritterschaft  standen  sie  zu  beiden  Landen  fast  in  dem 
glekhen  Verhältnisa  wie  der  Herzog  selbst;  nur  eine  aus** 
gedehntere  iSmcbtiAarkeit  des  Drosten  bezog  ach  allein 
auf  iScUeswig.  —  Ähnlich  aber  muss  es  nun  auch  mit  den 
anderen  Rfttben  gewesen  sein.  Auch  sie  waren  zunächst 
dem  Herzog  beigeordnet  für  die  wichtigeren  Geschäfte  da* 
Regierung.  Die  Einheit  des  Regenten  begründete  aber 
leicht  eine  engere  Gemeinschaft  aller  Interessen.  Der  Her- 
zog wohnte  auf  dem  GottorperSefaloss  und  Idtete  von  hier- 
aus^ seitdem  die  nieilüigen  in  Holstein  ein  Ende  hatten^ 
auch  alle  Angelegenheileii  dieses  Landes.  Dieselben  waren 
auch  mit  denen  des  Hefras^gthumg  ^iige  verbunden^  und 

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360 

es  ttivsste  sdian  deihaffi  nsbe  fiif  in^  den  ßftik  ftti'  deit  gan^ 
een  Ua^ng^.der  Hemtfeiift  ni  benatiEen.  Jivch  wdtoü^er 
Rkth.  der  aolsle*  liei(tti;  siMeiit  iüseT  kutärmk  keim»;- 
wögs'etoti  BeziebBBf  anif'.dflttlfenjogtiiuiii  ans«  >  Msf:4fm 
-Grafen  zderist  voii'Hia^giirette  atie  fieiehtumg;  ^nl^<Sddel(^ 
^  gi^giAön  ward  (im  X.I38d))  hat  Uten (HttgUeh  tel^ 
^eseM,  dass  6^1 '  UoMedfitt  'iMTistiieni  den  Fttnrtsd  ein 
SeUddageriaht  eintrelfah  soHe:  daEu^ihaben  dferDändn  awcii 
«u  wfilileii  ans  der  Halsldn*  lalh  dnd  die  BMaikni  ä>dn80 
a'vrei  aus  deai.dl^ttk^ken  Beiiteratk  Die  (HetthalBiinäK 
wt  diaseni)  der  sich  auf  dem  Wegö  tu  smet  sptleren 
HUAX iuidGFtese befand/ JflsstniobI awd£Uii ^dieißs  amdi der 
Rath  der  Holslen  damals -vdllstfindig  aiisg^iMtl  wter^  «ad 
da  der  Anlalss  ^es  Streites  immer  znnftdistr  itn  Eena^^ 
thttm  gesucht  werden  muss^  so  kmiito  der.Ralh  natflilioh 
diesem  nicht  fremd  sein.  Die  Urkmiden  der  Füifatän  wdk 
cke  sick  auf  Schleswig  beziehen  utfterscbreiben  eis  Aäüie 
und  Mannen  auch  solche  Personen  webhe  ^töchieden 
Holstein  angeliüren:  nelieii  dem  Truchsess  Erich  Krom-^ 
mendiek  einmal  der  Marschall  Mtir^uard  von  Sigfgem  (itii  J. 
.1414);  sie  stehen  der  Herzogia  EMsalMh  «itd  d^mfirnfen 
iläiniidi  gemeinsdiafUickaiirSdite  ^e  (fie  dänisjoh^n  Itoichs* 
rääie  dem  Ktaig  EiiolL  Einen  nfthem  Bewg  auf  Hol- 
stein hat  es  wenn  die  Hertloge  Heinrich  Adolf>  und  Ger- 
hard in  der  Urkunde  übet  die  Bechte  der  HofaHen  (vom 
J.  1422)  des  Fall^  gedenken  daäs  sie  ihre  Tochter  ver-^ 
mähten  nadi  Rath  ihrer  treuen  Rutbgeber  des  Landes,  zu 
Holstein}  und  sdiM  viel  früher  ^  J.  136?)  haUe  der  hol- 
stdnscbe  Rath  ebenso  vfie  der  des  sokwedisoli^n  Reiches 
Bidx  für  die  Bedinguttgen  Yerbürf*!  welche  b#i  der  VerlQ* 


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mi 


bmg  4l«r  BfiiabMh  «it  lliiimi  von  NifcnregBP,  dem  SMm» 
des  MtgiiDs  <Köid^»  toki'Sdiwiedi«,  eiagegM'^eii  Jimreii; 
^ber  ukudr  Müwiifamg  iis  Bfeidi^  lud)«  die.  fl^ti^ 
lidölf  mid  Gerhard  aaoh  tlber  den  BiMita  Fleiisbvrgg  ^len» 
fieigt  (im  i.  '14äl)  ttiid  sMatige  Maaissregelit  in  Bersog-t 
tham  getroffen^  und  es  ist  niebl  dmn  an  detkm  diw^m 
eiil  -anderer  war  riadeT'  wdcker  in  GeaeUftai  de  wegent- 
Heiii'iMiliin  betniflni,  i2..a  bei  dem  Vortrage  milden 
tianMtadfen  (vdm  J.U2tlf,  Mtig  geweaan  jat:iia«er 
SnaÜnrandg'dar  lathgel^ar  wid  Hamiai  kam  damab  dm 
wiehtis^ 'Bttnditiaä  znatande.  Ifil  den  'gemraieit  Rükoa/ 
vereinigte  aiek  Iterzog  Adolf  zu  dem  BeseUntt .  daaa  ana 
aeinen  ^geareinen.  Landen!  kern  Kern  anders  aia  naehLtt*- 
back  nnd  Hamburg  auagefiüirt  werden  aoUe:  offMhar  kat 
aiek  das  auf  beide  HerraokaOen  gleiehmäaaig  beaogen; 

Die  Zahl  der  Rfitbe  iat  nidit  immer  mit  Sidmrheft  m 
bestimmen.  In  den  Urkunden  Herzog  Gerbarda  sind  ihr^ 
mitunter  nur  vier  genamt^  ewiei  Ritler  der  Sohreibef  und 
der  Gottorper  Vogt.  Zu  den  Zeiten  Heinrichs  und  aeiner 
Brüder  werden  zwei  Schreiber  Henrichs  und  Adolfs  ne- 
ben den  RitteA  und  Knappen  genannt  Anderiwo  wer-^ 
den  dagegen  Rlithgdier  und  Mannen  in  gMaseiw  Zahl 
namentSch  äufgdfilhrt  lind  noeh  andere  ab  anrwesend  be- 
sekhniif  wo  dten  im  weiteren  Sinn  alle  Manneil  «ich  idl 
Bitke  falt«.  An  :eniig6n  SteUeii  begegüen  be^mmter 
zwölf  odel-  ^ouh  eilf  (in  d.  J.  1414.  1432),  tmd  jänes^  ist 
eine  Zahl  irelchei  audh  in  anderen  Ltatdei^n  wiederkehrt 
undiapiter  auadrttddfdi  in  Schleswig  und  Hoblein  tfls  die 
regf^hnHaaige  bealfttigt  trird.  Unter  ihnen  ist  woU'  dar 
Bisöhof  von  ScUMrig  odmr  an  anintar  SteUe  (tan  J.  1414) 

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WS 

ein  ArchiiUacQiiufl.  tti  hoistdifeiier  Frülikt  wifd'  jMtl  nidit 
geiMiiiit.  I>a08  lue  GnüelMft  und  4as  Ibradgtkmi  je  dito 
BÜfte  der  Rithe  stellte,  irt  nidit  zniarWlBtoeli;  dtfdi  soheir 
neBf  (fie  sdehs  Yonliflnder  welohe  Herzog  GeHitxrdiSiiiitali 
Hnmüodigeai  Söhnen  in  Schleswqr  sdtnte,  eben  die  Rttbe 
im  Landes  gewesen  2«  seih. 
:  Dia  Tätigkeit  des  Bäiheä  ^irkem  bm  den  tiqfdiiihrten 
Beispielen)  sie  .trat  nelnehtich  hoi  poBtisohemiHiridllngeil 
VM  flllgiemeiBer  Bedeulug  ein;'  dier  auch  die  VetUhnag 
einzdner  Reckte  tind  nreBmteii)  selbtt  dfe  Bssorgfu^ 
wiieU%[er  Familienangelegenheiten  des  fürslfiohen  Btfdses^ 
evfolgtei  unter  seiner  IGtwirkung.  Er  gab  abin*  der  Ver^ 
bindung  der  beiden  LAnde  selbst  nothwendig  eine  grössere 
Festigkeit;  zu  der  Gemeinschaft  des  Regenteta  kam  leinA 
InstiMien  welche  sidi  auf  die  Besorgung  der  wichtigeres 
RegiNimgsgeschäfte  bessog  und  welche  zü^eich  einen  stän- 
diseheh  Charakter  an  äch  trpg.  Der  Rath  war  seBmt 
als  ehie  gemeinsame  Vertretong  der  beiden  Lande  zu  be-- 
trachten. 

Aussördem  wird  in  dieser  Zeit  zuerst  ein  besonderes 
Landgericht  erwähnt  Es  wird  in  «fem  Herzogthuin  zu 
BlensbUfg  gäialten^  wo  auch  später  sein  regdmässiger 
SitM  war,  durch  den  Drosten  ab  Vertreter  des  Herzogs« 
Hm  Sünden  in  einem  Fdl  (im  J.  14dl)  als  UrtfaeSer  zur 
Srite:  der  Bischof  der  Archidiaconus  und  zwei  Domherren 
von  Schleswig,  mehrere  NBtglieder  der  Blttersdiaft,  Bür- 
germeister und  RatUeute  von  ScUeswig  und  Flensburg 
und  ^biderbe  Hausleute*  aus  den  Friesischen  Harden:  es 
wurde  damals  eine  Sache  gegen  den  Ruth  der  Sid^enhar- 
deli  entschieden;  und   NonUn^and  war   dso'  ebenfalls 


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868 

diesem  oberm  Gericht  des  HerxogtfaiimB  «nlenirorren.  — 
Ähididie  Gerichte  mülMeA  jetsl  BVKk  in  Holstein  f eMtenf 
stSm^  denen  bahi  der  Ber2og;  bftld  aber  ein  SiellTefireter 
rer^ffss.  Es  wird  auch  noch  ein  O^M>ode  genannt  (hn 
h  H\6)y  dessen  Befugniss  nidit  wohl  eine  ändere  ftwe^ 
sen  sein  kann. 

Aach  die  Verwahnng  der  vereinigten  Gebiete  eriddt 
jetst  einen  mehr  g^eichmässigen  Charakter.  Üb^raB  Wih 
len  den  «jnzelnen  Düstricten  wie  ne  unter  denSctidsserÄ 
ziMmmengelegt  waren  henogliche  Beamte  torgesetet^  diä 
nun  regebnässig  den  Namen  der  Amimfinner  ftthrten:  diese 
^aten  an  die  Stelle  der  Vögte  in  Holstein^  der  Lehnsmänner 
in  Sdileswig.  Sie  haben  die  Wahrnehmung  der  landes- 
herrlichen Rechte  im  ganzen  Umfang^  Gerichtsbarkeit  Er-* 
hebung  der  Einkünfte  und  sonstige  Verwaltung.  In  den 
DinggerichteUy  die  in  beiden  Landen  noch  ihren  alten  volks- 
mllsirigett  Charakter  bewahren^  erhalten  sie  den  Vorsatz. 
In  Friesland  nehmen  die  landesherrlichen  Staller,  die  auch 
Landv%te  heissai,  dieselbe  Stellung  ein.  —  Unter  den- 
sdb»  st^en  in  Schleswig  die  Hardesrögte,  in  Holstein 
Kirchspielsvdgte;  jene  aber  behalten  ausgedehntere  Rechte^ 
namenl&di  einen  bedeutei^en  Antheil  an  der  Rechtspflege.  — 
bi  den  StMten  des  Herzogthnms  wird  nach  dem  Vorbild 
der  benachbarten  deutschen  Stadtgemeinden  die  Gewalt  des 
kndeshwrikhen  Vogtes  beschränkt^  die  Gerkhtisbfffkdt  des 
Rathes  ausgedehnt;  in  Flensburg  erlangte  dieser  jetzt  auch 
das  Recht  den  Vogt  zu  ernennen.  —  Dass  die  Güter  des 
Adels  und  der  Geistlidikeit  ebenfaHs  gleichmässig  behan- 
delt wurden^  ist  schon  yorher  bemerkt  worden. 

Bs  stdit  hlenmt  in  Zaesammenhaiig  dass  ttberdi  das 

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864 

deutsche  Kmnfiit  meik&t  «qi  tkk  gpriff.  V»n  ObeffiaMo 
4te  atteii  iilliii^l«Bi|.:BA^fp6|l6i|:  »in  ^ie^mdorsächwcbe 

|)jiiiili^&  wardithNtweise;  oiJN^  f|k)ht  yerstPMkf^ 

So  0i9d  4iöSladtriecbte^iN)«,6<U9i^gFl9idN««iund4i^^^^^ 
rade  in  dieser  Zeit  einer  solchen  Bearbeitoj^g  il^^a^ 
gewrdeÄ/  kUi  Vü^ngburg^  (im  J.  .1451)  wf  üusdwAü- 
chenlMWidesilAtiim.  Es^  «Mcrli^  keiiim^widifel  4iM 
di0  f  erieMieken  V^htttdhoigeiii  a^jkfit^  w^fffgiMisi  in  tbm 
Stftdteni  in  d^vtsokctfr  Spraehe  galudtm  .wwrden:  IM«  SMq^ 
tea  eiR6F  KanfBiuuuwfgild^  von  EleBsbiirg.(aas  4em  Ende  df» 
vi0r««tot0ii  J^hrhwideils)»  ein  Er(8)9oh  der  Stadt  «wd  an- 
dere Docmtienle  mA  dettbMA  aJigef asat,  ebenso,  üig^  ^Saunt- 
liebe  UAus^cfti  welche  sich  mrf  die  Yerbtitnisse  .der.IIer^ 
sogthamer  bedahan;  ss^aiP  dänische  Qia€iktl0>  als  sie  übw 
die  Yerhandlnngc»  zu  AutmS'  m  Zcfogniss  al^gaken,  und 
das  Wiborger  Landesthing,  a|s  es  fttf  den  König  Brick  aidlral^ 
bedienten  sioh  dieser  SpnuAe.  Dass  die  Henioge  absiebt- 
Udb  auf  die  VeräHdeniBg  hingewirht  kabeb,  iissi  sich 
schreiüch  behaupten«  Es  ti^ürde  aber,  vfMie  es  gesdie** 
hen,  aioht  Wunder  nelmea  kennen j  da  in  den  proises- 
sttaMscben  lYerhaidliiiigen  mit  KMog  fiiioh  Vion  dlKisoheF 
Seite»  grosAss  Cewickl  auf  die  nicbt  begründete;  Bekamp-* 
tui^:  g^egt  wurde,  dass  (ib^all  im  Lflnde^  seJbst  iu  dea 
fries^ben:  G^enden,  die  dänische  Sprache  odar  do^h  eja 
wenig  verschiedener  Dialect  herrschend  seL  Das  Gegen-^ 
thefli.  wie  selbst  dänisclie  SchjriAsl^er  anfuhüeQi  ergiabt 
sich,  auch  darnus:  dass.  in  Zinar^istertt  d&  Zeit  (Asm  dail 
schleswiger  BisIbunM  vom  J.  1436)  die  OrtsnameU' bereits 
in  deulschen  FiNfme»  emsbwiea.    Gleifteeit^ei  Geschieht- 


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S65 

sdi^eibar  «rterseiieidmi  auch  fii  BläniMti^  adadrücktiefc 
dib  Dtntoivon  deri  deutechen  PeridkeRiiig« 

Der  hergebradrten  AitKino^mie  der  FrieAtckeB  fibmeitt4 
den  ist  die  Herrscliill  desdemsdben  Mhitenhawiös  niollt 
^nstigf  gewesen«  Wiederiiolt  kam  is  mit  dense&eii  n 
Cbnflielen^  und  immer  Tdlstähdifer  Inben  sie  sirik  «dst 
iandedierrliohen  Hoheil  tmteiiyerfen  müssen.  Auf  dein 
Landgericht  zu  Flensburg)  ^daiverbin  angeßihrt  isl, /Mtosd^ 
noch' wäkrend^tor  Krieges  (im  J*  1431,  Notemb.16);  ein 
ürtheil  des  8rd>enfaianlearatliesi  füi'  liicUig  erklärt  üild  tdia 
Müglieder  bu.  schwerel^  Brüche  Tenrdieüt.  fihreftigkeibte 
■Msebeb  mqbrieren  Kirdtispd  Ja  ESdeniteäti  über:, das 
Deichwesen  gabcnt  dän  .QoltörpdrAntfttasin  Aalass  einzut 
gteifen  nd  dureb  Gefangennehmung  Ton  aügesesseneU 
Männern  dne  Brüche  and  die  Auirfibning  derDeiclu^ei^ 
len  zu  erzwingen.  Ab  ein  ander  Mal  ^  SlaDer  in  £i4 
dersfedl  einen  dorfigen  Hau^numn:  verhaften  liesS)  fciin  es 
aü  lieftigoi  Auftriüeh:  er  wisund  rar  Flucht  geiiölhigt  und 
seine  b^estigte-  Wohnang  oder  Burg  zerstört  (im  J.  1439). 
Aber  wenige  Jahre  darauf  (im  J.  1442)  wurde  die  Land^ 
Schaft  gezwungen  di»ii  Herzog  und  ihm  Urfehde  zu  schwö-«' 
ren;  sie  versprach  Friedensstörer  zu  rieben:  wenn  die«- 
selben  entkämen,  sollten  isie  des  Landes  entbehren  und 
niemals  wiedet  aufgenommen  werden;  auss^dem  massie 
sie  Sühne  zahlen  und  für  die  ^Herstellung  der  Bui^  Mh* 
Igeii.  Neu^  Anirtoss  err^e  ^  es  als  det  Gottorper  Amt- 
aaenn  Otto  SpBet  im  Laiide  O^eht  hidten  wolHe  (im  S. 
1444).  Da  er  verfelgl  und  la^lirere  seiner  L^te  emohla^ 
gdn  wwden/  terantaeste  es  schwere  Strafen:  übet*  H^eci^ 
xig  Leirte  mussten  ihr  Leben  mit  Geld  l^sen  uhddie  Laüd^ 


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866 

Schaft  und  einsekie  lOrchspide  xusammds  «ii  8000  Ihirk 
zahlen.  Die  beiden  Krehspiele  St  Petw  und  Tattngr,  di^ 
besondws  belhefligt  War^n,  yMacgpruchtn  sugieieh;,  den 
AmdeHten  und  Dienern  deft  Heriogs  1tt6ht  mehr  entgegen, 
Bondem  Tielmdar  beUdSch.si.  aein,  aDe  iSerechtigkeil 
Brttcke  Seefnnd  ud  was  der  Herrscdiaft  zukime  au  ent-* 
richten,  auch  Landfolge  xu  ämn.wtinn  riedaieil  anfgefcnr-^ 
deri  wttrden  (un  J.  1445,  Januar  18). 

Noch  weiter  gingen  BeatimmnngioB  welche  >m  folgen** 
dm  Jahre  (1446,  Jimi  2)  in  Gegenwart  des  Herzogs  nnd 
einiger  Rftihe  von  dem  Rath  nnd  der  Gemeinde  der  drei 
vereinigten  Landschaften  Eiderstedt  Eversdiup  nnd  Uthofan 
angenommen  worden  sind:  keiner  im  Lande  solle  Arm«^ 
brüste  Rntinge  und  hauende  Schwerdter  tragea  als  (fie 
Amttente  der  Herrschaft  und  ihre  Diener,  bei  Straffe  Lei- 
bes nnd  Gutes  an  die  Herrschaft  und  vierzig  Mark  Brüdie 
an  das  Land;  jeder  solle  halten  Karohfrieden  Markifriedeh 
Hansfrieden  Deichfriedm  und  Pflug&ieden,  ausser  und  in 
dem  Hause.  Zugleich  wurden  strenge  Strafen  gegen^  den 
Todtcichlag  erlassen  und  gegen  jedon  der  einen  Todtsohlftr 
ger  hegte  und  herbergte.  .  Die  Rechtssicherheit  mag  sedehe 
Vorschriften  ndthig  gemacht  haben.  War  aber  früher  die 
politische  Selbständigkeit  der  Gemeinden  verüichtet,  so 
ward  jetzt  auch  die  trotzige  Kraft  und  Freiheit  dieser 
Marschbewohner  gebrochen. 

Der  Gottorper  Amtmann  hat  dann  seinen  Einflnss  ^beir 
die  südUehen  Stricte  ausgedehnt,  die  nördlichen  Harden 
waren  theilweise  unter  Tondern  gelegt.  Dazu  kamd  die 
StnUer  mit  stärkerer  Gewalt  als  früher.  Und  wenn  der 
herrschaftlichen  Aetorität .  G^ahr  drohte,  begab  aidi  der 

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Mtim$g' VfKMi  im  Land,  wci  «roiü  HiununCrackiilzii'hal- 
Xm  jßegie.  Silier  iurt  er  jenen  Ik-eOanden  woU  eime 
Be^^gang  iltfw  heiig[el»racbtm  Reckte  und  Freih«ten  g^ 
geben^  namentUch  der  Frähett  von  N^^en,  diegew^Iuile 
LandfMge  anagenommen  (im  J.  1454,  JmA  Ify  Aber  z« 
den  alten  Znatftnden  kehrte  man  nicbt  znrüdk.  Das  Volk 
gew(Ante  sieh  schwer  an  die  veränderten  Verbiknisse. 
Es  hatte  gegen  die  fremde  Herrschaft  kräftige  Bilfe  ge« 
Malet;  nun  fühlte,  ea  sich  gedrOckt  unter  einer  Rügiel«ng 
welche,  die  henfebraditai  Ordnungen  ites  L^iena  beaeüi^ 
gen  wellte« 

fflttddicker  waren  in  dieser  Beaiehttng.  die  afldliGiieii 
Nachbarn  der  Friesen,  £e.Ditnuffschen,  mit  denen  jene 
erst  unläi^st  ao  ae^were  Kämpfe  bestanden  hatten«  Anoh 
ne  freiUch  bätle  Beneeg  Adolf  gerne  sein^  landesherrli-^ 
chen  H^eit  unterworfen.  Er  ^hob  Klage  gegen  diesetH 
ben  wegen,  mancher  frflher  smem  Haase.  und  seinen  Un*^ 
terthanen  zugeftigten  Uid^  und  Beschuldigung:  eben  jene 
Verwüstung  der  friesischen  Cremeinden  ward  besond^s 
hervorgehoben  und  ein  Schadensersatz  von  200000  Hark, 
ausser  der  von  den  Friesen  gezahlten  Busse  von  30000 
Mark,  verlangt;  wogegen  jene  dann  andere  Gegwforde-^ 
rangen  erhoben.  Mem  voran  aber  setzte  der  Herzog  tlie 
Behauptung,  dasa  die  IMtmarsehen  ihm  zur  Landfolge  unA 
zum  Dienst  verpiichtet  wären:  der  Einrede  dass  es  kel'«* 
nei^egs  also  i^ände  und  dass  die  Holsten  schon  seit  lange 
trachteten  sie  eigm  au  machen  und  änen  die  Freiheit 
zu  benehmen,  antwortete,  er,  dass  man  von  ihren  Frei-^ 
heiten,  dmnacii  sie  besonders  'kaiserfirei'  wären,  mchta 
zu  sagen  wisse.  i.       . 

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968 

Allertti||8  «Umddti  die  ;9ilmur$QhMl  in:  litfMiiiimKici 
stantshechiüiehdr  Yariilndiuig  mjl  deii  BronMsr  Saibiif^uiii; 
doeh  «lor  iri«  Iom  geirng  wd  £«  'BenAifUität  und  Rei^-i 
ügMt'  des  g^Utoi  Bitt  geackwAßhl,  okihtflsitk'^waiurw  l^u-* 
deshohett  auHg^Udet.  Der.£nibisidiof  üble  bejn  wdtoireft 
R&öfct  Ab  da«  er  ein  inyiHrommen:¥{)a  ölMlJlatknnd  e^ 
jährliahe  .€i0buIir.v)Mi  den  .Vöglein\^fhob^  tar^für  er  die 
bargebüüihten :  Fr^ihoiien  fceitätigte^. . .  AxAwß  Niitfi|in|g9r: 
reokto.  die  «r  firükeü  gebabt  »bftti!!  waten  an.  Einges^Me! 
desdandeg'ttheigegangvn*  >fldÜ0asttte;>Gia|0mde>Bündlil880 
mit  anderen  Gewalten,  so  nahm  sie  wohl  ausdrüükUkdi  den 
Bnrfwiohef  ans.  .  Dagegen  2  luttte  »eisehon  AiÜeit  (im  J. 
i289)id0n  Hoteten  Beistutdinr  Yerliieidignnf,  ihres  Lanf- 
des  .^elhsl.  gegen  den  Bir2bi$iBliof  Yen^vacbeft:  eilte  die- 
ser iVertrag  wnr  es  auf.  den  jMX  Hersed^  Aidetf  seitte  For^ 
dening  sttttzen^^Ule.  Da  die  Ditmarschen  dieiis  aUebneHi 
machen  sie  auch  kieineswegs  die  Verfamdung  mit  Bremen 
gehend,  sondern  ä^  riAmen  sieh,  eben  di^r  EreihieJt  jtaes 
Landes,  die  ihnen : d^  allmflchtigeGetti  ufid.  die  ^opbge^ 
lolbtd  Jungfrau  Maria  geg€d>0n  habe.     . 

in  dieser  Zeit  babM  sie  aneh  ihrei  Verfassung  :neM;ge- 
erdn^l^  uad  zwar  einbeitlioher  als  fr<iker. :  F^ertdaia^nN^ 
innrer  Ibidet  im  Kwide,  dasu  2w»rt  ttit  HainbMfg,. hatten 
disiJbingelhaftii^eit  der. allen  ZurtSnde  g^^igti.  in  denen 
en^  in  einer  stmrkeü  CWalt  fär  ;das .  gonf^  .Land  feUte« 
Znnäcliit  .tiwicfn  acht  der  nürdU^hen^Kufctapiele  xnsa^Maen 
«nd  Immen  über  eimen  Friedmi  mit  Kanrimrg  übierein  Im 
i:  1434)>;  dann  yanBütabeti  Abgesandle  dieiser  Stadt  imd 
LfAi^eksieine  Sflhne  uüor  dem  in  Btaitfebc^  Ueg^den  Fa-< 
milien  und  brachten  es  dahin,   dass  jetzt,  anpb  V^t  ym 


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300 

bei  den  Hobten  uiid  Friesen  iiiolift  bleibe  Bottleiiy  söndem 
iiddi  weitere  Strafen  auf  den  TodlsoUag  gesellt  murdeit: 
wm  fiidi'  dessdben  seliiddi;  maeke,  solle  des  Landes  ent«- 
Mureii:  Qttddatos  sem  ^  J.  1437);  womit  aber  deeh 
das  alte  SyMenifar^lhnnbiissBR  noeh  keineswegs  tmlBge^ 
hoben  war.  Bittige  iabre  darauf  (im  J.  1442,  liai^)  Yer-* 
piUchtetef  sielt  das.  ganze  Land  gegen  die  Hambterger  dafür 
2«  sorgen,  dass  ihnen  bei  zng^tigton  Schaden  Brsate 
w^rde:  erst  soHdas  Kirchspiel  die  Aügehörigien  nnd  das 
Gesddecht  des  Thäters  dazu  iinhalten,  wenn  es  abernidit 
geschehe,  dasseHie  mit  gewaflheter  Hand  Tender  Gesammt^ 
heit  dazn  genöthigt  werden.  Ist  hierin  schon  eine  stir<' 
kere  Gewalt  der  Landesgemeinde  über  die  einzeken  IBrch- 
spiele  ansgespi^oohen)  so  erhielt  diese  jetzt  eine  noch  fe- 
slere Begründung  wid  Ordnung  durch  die  Einsetzung  der 
48  Riditer. 

Die  48  Rieht«:  (judiees)  oder  Rathgeber  (cwsiiles)) 
spftter  auch  Regenten  (gub^matores,  auch  ^Verweser')  ge- 
nannt, wuiidon  aus  den  Kirchspielen,  yieH^ht  nach  jener 
Boitteitang  4es  Lmides  in  Tier  Düfte,  gewtidt,  auf  Le* 
benszeit  und  spitcfer  mit  dem  ReAl  der  Sdbstergänzong, 
das  sie  sben  mit.BileUioht  auf  die  einzebien  Kslriote  und 
selbst  auf  bestUimte  Fanälien  zu  üi^en  ■  pflegten,  so  dass  ihr 
OMlegium  einen  aristokratischen  Charakter  an  sich  trug«  Sio 
Tertraten  Udfört  das  Land  in  aien  wkAtigen  Angelegen- 
betten,  Mrgten  für  Frieden  und  Qrchiung,-  eriiessen  wohl 
eiazebie  gesetzliche  Bestismungen  und  hatten  zugleich  die 
oterste  GeriditsbajdBeit:  sie  entschiedeii  Streiti|^eiteD  der 
Kirchspiele  ualer  «nanddr  und  aHe  Sachen  in  denen  man 
sieh  bei  dem  Ansc^ruch  jener  nieh^  beruhigen  wollte»  Alle 
I.  24 

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370 

Soiuiabeiii  kaMn  sie  zuainmai^aitf  der  leide  \  wo  jetst 
der  Ort  dieses  Namens  aufkam,  wdeber  an  die  SIeie 
Meldorfs  als  Jffine^ponkt  des  öftnüeben  Lebens  tiiat  Die 
Weehe  Aber  hielleü  rieh,  immer  cMge  Uer  anf ,  m  ifie 
knfenden  Gescbflfte  za  besorysii)  Scbrcibw  lud  Gesandi* 
Schäften  zn  empfanden;  kleinere  SiMshen  zu  erledigen  nnd 
im  NotbfaH  eine  aiJteerordenfficke  2naamnenk»nft  zH  ber 
rufen.  Diese  hiessen  später  weU  die  'gegenwärtigen  6e^ 
fehl9haber  der  AchtnUdviärafiger'.  Auf  der  Aeibe  zur  Yep* 
Sammlung  war  jeder  besonders,  befriedet:  seine  Busse  war 
verdoppelt.  Aber  a»eh  andere  die  tich  anfanden  !genos- 
sen  del^lelben  Sehutzes. 

Die  Zusammenkunft  der  Aektundirierziger  warYerbon* 
den  mit  aner  allgemeinen  Ländesversaiinnlmig;  andi  ein 
Wodienmarkt  wurde  dann  zu  Heide  gehalten«  Ingeriebt" 
liehen  Sachen  konnte  zuletzt  an  das  Land  gegangen  wer- 
den,  und  nur  dieses  durfte  die  Acht  aussprechen.  Beson- 
ders aber  hatte  die  Landesversammlung  Über  neue  Ge- 
setze sowie  über  wichtige  Verträge  zu  besddieesen,  und 
wenn  solqhes  vorlag,  ward  es  woU  Vi»kerja  dcsL'Kirch-«- 
qptieleni  veAfindet,  daadt  die  Obrigkeiten  und  Mttgiieder 
derselben  sich  zeUbreidier  einfinden  kbioteti.  Die  5  ¥ögte^ 
ung^hr<6Q  Sohlie^r,  aOO— 400 :  Chbschwonie,  bade- 
ten die  ^VoDmacht^  des  Landes;  aber  aodi:  andere  die 
kommen  wollten  wären  imin  aUf  dem  Markt  versiannielt, 
wo  man  'den  Bing  schliig'  und  wo  die  Achtundvierziger 
in  der  BGtte  Flalz  nahm^i  und  die  Sachen,  wdohe  sie 
vorher  beraUieA  hattin/zilr  Eniacheidteig  voiäegten.  Bin 
Landschreiber  bis  und  verzeidnete  .waisi  >iMUg  war.  Gab 
es  dringende  Geschäfte,  so  konnte  eine  solche  Versamm- 


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«71 

fang  auch  aiuseir  der  Mit-  gtketen  iretdbn^  feirdl^dict 
«of  einen  Montag.. 

Näht  gieioh  in  ifen  erMoi  Jahren  mrd  i  sich  diejBe  Y^r-r 
fiMibig  yoibftändig  anagebiUet  haton;  mteenliidi  Md  ife 
kdktanämmseT  wohl  erat  jEtpiter  cn  dieser  aläikeren  Ger 
Wirft  gelangt;  aber  4ler  fiiliflilaf>  und  die  Madit  der  gemeäH- 
heHhoben  Bahorden  war  bn  Steigen  begriffen.  Buten  fe^ 
sten  Ifadt  enipfing  die  lieae  Ordnung  der  Dmge  inaondm^^ 
heit  doFdi  £e  Aubeichnnng  dea.LaidreiAteS)  wdcheebeli 
jfltel  erfolgte  nnd  weldicti  'das  HbM  rätmehlig  ward  ewq^ 
EU  hahen  mn  des  Nutaeeis  und  BeMandos  wiHen  des  ge- 
meinen Landes  znlKtmarsehen'  (bnJ.14r47,  Februar  3).  Die 
Bejsrtoimnngen,  weldie  mi  ganzei  ein  germaiüsehes  Rechts- 
leben in  frischet  Kraft  wid  relehor  AUsbiUnng  zeigen^  ha- 
ben theihirelse  aneh  politische  Bedentung:  m  geben  dei| 
Achtnndvieriigeni;  die  hier  zuwst  g^annt  werden^  Schutz 
und  Sichenmg^  me  yerbieten  Verbindangen  und  Bündnis^^e 
der  cinzeteen  CHiedar  des  Landes^  Zugiei4^h  ward  die  geist^ 
Uche  Gerichtdaarbeit  möf^st  beschränkt;  was  zur  ent- 
scUedäien  Bauprabhe  des  haalburgjerDempropsten  führte^ 
der  fireiMch  früher  schcm  anf  das  Bejaht  gewisser  Mandate 
verzichtet  hatte,  dafibr  jetzt  aber  Aber  seine  sonsMg^  Be- 
fugnisse eine  benihigend&'  Versidi^ung  empfing  (im  X 
14«,  Septemb.  21). 

Gerade  als  diese  Umgeataltuflig  der:  innren  Yerhllltnisse 
im  Weite  war,  trat  H^sog  Adolf  mft  seineii  Ansprüchen 
hervor.  Es  ist  begreiliah,  dass  sie  wenige  als  je  geneig- 
tes Gehör  fanden;  Audi  hat  der  Herzog  wohl  wenig 
mdir  als  eine  Bnladiitdigmig  erwartet,  als  ^  sieh  zn  eiv 
nem  Compromiss  auf  den  Schiedsspruch:  des  hamburger 

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872 

Propstoll  und  der  Mibe  Yta  Ldbiick  «nd  Bamborg  ver^ 
stand  (im  J.  1447,  April  19,  zu  Lübeck).  Er  bandrito  da-»- 
bei,  wie  es  beissi,  fflr  sich  md  rm  wcfett  seiner  Lande; 
und  Mitgfieder  4er  «MslUcbkeil  d^  BäteidiiA  und  der 
Städte  au»  Scbleswig  nnd'H^stera  waren  ainviisend,  nn* 
ter  andern  der  Bisdiöf  md  vAarcbidlaconiu  Von  ScfaietK 
wig,  der  Abt  von  ReiaMd^  die  Bib^gerfneiiler  Ton  Kiel 
und  FleniBburg,  welcbe  bier  docb  wieder  'ds  Vertreter 
der  vereinigten  Stflnde  erseheinen«  Za  einem  Ibnriicbeii 
Schiedsspruch  ist  es  ftbrigens  nicht  g^kommcfn,  sondern 
nach  längerer  Yerhandhing  zu  einett  friedlicben  Vergieioh 
unter  den  Partheien  selbst  (iinJ.  1456,  April  21,  sultieboe). 
Die  früheren  Verträge  wurden  von  beidea  Seiten,  bestft-* 
tigt;  dagegen  verzichtete  Adolf  ausdrflddichitttf  jede  Land-* 
folge,  versprach  audi  niemanden  gegen  die  Dilmahicben 
zu  unterstützen  und  keinen  in  seinen  Landen  zu  hegen  oder 
zu  hausen  der  sich  dem  Rechte  des. Landes  entziehe.  Dsas- 
selbe  g^bte  die  Laadesgemeinde  dem  Herzog/  IKe  beider-- 
seitigen  Ansprüche  bis  zu  dem  Lübecks  Gomprömiss  wür^^ 
den  aufgegeben,  und  ftr  die  ZidEtnft.  festgesetzt^  dtssdk 
Streitigkeiten  nach  altem  Lmdrecbt.  von  adht  Holsten  und 
aöhi  Ditmarsehen  gerichtet  werden  soBten.  Dem  Vertrage 
wohnten  wieder  die  Bisch(^fe'  von  Schleswig  uad  Lübeck, 
der  Propst  von  Hamburg,  der  Archidiaconus  von  Schles-*- 
wig  und  eilf  Ritter  bei;  sie  besiegelten  ihn,  ebenso  wie 
Christian,  Adolfs  NefTe;  und'dassefte  haben  später  zur  wei« 
teren  Bestätigung  und  Begfarabigung  die  Räthe  von  Lü-^ 
beck  und  HanAurg  gethan:  Damit  ist  die  tolle  Unab** 
hängigkeit  Ditmarschens  von  dem  sobauenburgischM  Hause 
noch  einmal  anerkannt  worden. 


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Hit  den  ifttrddMtoehM  Stidleii;  am  einen/ so  wesent^ 
lidien  Antkeil  M  dem  i^Uichen  Ausgang  des  Kampfes 
gegen:  Dänemark  gehabt  hattcs^  Meb  Herzof  Adelf  in 
guMm  Temdhmtin.  &  bal  sidi  nidil  Verleiten  lassea  an 
Ihassregeln  theilsunehmenj  wdche  nwideutsc^  Forsten 
nter  MHvriFkmig  des  ne^en  Königs  Cimstoph  ron  Däne- 
mark gegen  jmie  beabsichtigt  haben  soUen.  Auf  inner 
Zusammeiyranft  die  nach  Wiümak  ki  der  Priegnitz  ansge^ 
sdirieben  war,  Hktb  Adolf  ans  (im  J.  1443).  Bei  dar 
Bitoldffihr  des  Königs  erhielt  er  den  Besncfa  desselben:  er 
stand  auch  mit  ihm  in  freunfUdiem  Vei^ehr,  ohne  iwk 
nn  HUen  gegen  Lübedtdie  Band  zu  bieten  wetehe  den-^ 
selben  m  d&a  folgenden  Jahren  beschJUKigi  kahen  sotten. 

Wenn  CfaristoiA  zu  Anfang  die  HfUfe  Lflbecks  gebraludit 
untf  erbalten  hatte  wider  seiMn  Gegser  den  Köüg  Erichi 
der  noch  an  seinen  alten  Verbündeten  den  Hialländeni  eine 
Stütfee  hatte,  so  wandle  er  sieh  spät^  dmi  diesen  z«  und 
gab  ihnen  FreiKeiteikzinäohst  in  Norwegen;  dagegen  klag* 
ten  die  Lübecker  eben  hier  über  Bedrückungen  des  kör 
niglichen  Vogtes.  CbHstoph  suchte  auch  den  Handel  des 
eigenen  Landes  zu  heben  Und  begünstigte  Kopenhagen, 
das  er  zum  regebnäsngen  Sttz  des  Königs  machte:  Dass 
de^  den^ehe  First  auf  dem  noriUjaclien  Thron  die  Interessen 
der  von  ihm  beherrschten  Lande  voranstellte,  war  in  4en 
Verhftitnissen  wohl  begrtadet.  Aber  es  konte  nur  ver- 
derblidi  wirken,  wenn  er  den  Hass  seines  Hanses  gegen 
die  süddeutschen  SUIdte  mit  nach  dein  Norden  nahm  und 
üb«c  Plftne  brütete  tirie  er  den  Lübeckern  an  ibre  Freiheit 
kommen  könnte.  VieQeicht  hat  die  Abneigung  und  Ful'cht 
der  SMter  die  Nachricht  verbreitet,  dass  der  König  Jahre 


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S74 

tang  hemdkli  seine  Sehitoe  «afbtalte'niir  im  den  Angriff 

auf  die  Stnil  unternehmen  zu  ktanen.    Docb  mochten  sie 

immer  Gnmd  zum  HöstraBea  hüben,    ak  ei^  kurz  ntck 

einander  seinen  Besndi  in  Aiismdit  stellte  (im  J.  1447) 

und  das  zweite  Xid  nm  fireies  Geleite  Ar  eine<nnbestmunt 

gr<i8se  Begleitang  ansodite,  aMh  sckoii  imToravs  ander« 

Fürsten  dahin  einlud.    Da  der  häfh  ndch  gepflogener  Be^ 

rathnng  mit  den  Bürgern  nnr  4  «*-500  Mann  aofiMimien 

wollte,  auch  dne  andere  fierbergfe  anMt.als  die  wekhe 

Christoph  wÜnacUe,  zog  -er  vor  g«r  nidkt  zn  liommen, 

sondern  nur  eine  kurze  Bei^edttu^  mit  den  berufenen 

Forsten  zu  HeiUgenhitfen  zn  halten.     Aber  sein  UnwiKe 

gegm  die  Stadt  hatte  sich  nur  vermehrt,  undshoB  im 

hftcAisten  Jahre  soll  er  den  feindlifchmi  Angriff  beahsiehtigt 

haben,  als  iin  plötddier  Tod  üin  wegraffte  (inf  J.  1448^ 

Januar  6).    Sdn  Tod,  sagt  die  Lilbiecker  Chronik,  brach 

einen  bösen  Anschlag  die  Städte  zn  demttthigen  und  zu 

vernichten,  an  dem  alle  Firsten  Antiieil  hätten,  nur  mit 

Ausnahme  des  Herzogs  Addf:. 

Aber  Christophs  Tod  imtte  noch  ganz  ändere  Folgen« 
Es  war  ein  Ereij^s  vbn  aigmeiner  Bedentang  Ifir  die 
nordischen  Reiche  nnd  cfo  benachbarten  deutschen  I^tnde. 
Denn  mm  ward  die  dimsdie  Krone  dem  Hetzog  Adolf 
angetragen. 

Adolf  wmr:  damals  unbeerbt,  der  I^ttfe  vcm  den  minft<^ 
liehen  Nachkommen  Gerhard  des  Gross^,  überhaupt  je« 
Her  Linie  welche  Schleswig  mit  dem  jgr^sseren  Tkeä  Hol** 
Steins  ver^igt  hatte.  Yen  den  drei  Sölinen  weldie  Her-« 
zog  Gerhard  hintorliess  war  d^  älteste  Heinridi  bei  der 
Belagerung  Flensburgs  geMen^  nbd  auch  der  jimgi^)  der 


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375 

dm  Vtters  Jimen  trug,  holte  dur  Bndß  des  Krieges  i6cH 
efleH  .  Er  unlemebip  eine  RBise  ii^  Aoslmd;  wie  e^ 
hmsi  mr  WaHAdui  öder  wegeiA  seiner  geschiinächltti  Ge- 
eundbeii,  und  steb  auf  de»  Wege  (im  J.  1433,  Jptt  24) 
XU  Bkuflierieh  en  Rkeui,  W9  die  IQsehe  eeiaen  DaD](sleiä 
tieYindiit.  Nicht  lauge  veorher  hatte  seine  Freu  Agnes  von 
fiadw  ilnn.  Zwillinge  geboren, /uher  mit  sieben  Monaten  in 
Fo^  eines  schweren  Falles.  Die  Echtheit  der  Kfaider 
ward  angefochten,  aber  wie  die  Zeitgenossen  berichten 
veSsUlndtg  erwiesen  von  Gelehrten  und  Ungelehrten,  Geiste 
liehen  und  Wdtlicben,  Frauen  und  Minaem.  Dennoch 
weigerte  rieh  nach  Gerhmds  Tode  die  Mannschaft  jene 
als  Erben  ansuerhennen;  die  Tochter  ward  ins  Preetzer 
Hesler  geschickt,  der  Sohn  aber  soll  in  ein  Schiff  gesetat 
und.  von  eiüenv  übrren  des  Heraogs  äis  Wasser  geworfen 
sefai.  Man  wusite  sptttfr  an  eniählen,  wie  alle  Ae  Ueprim 
theilgehabi  durch,  einen  jähen  Tod  es  haben  hmtm  niOs* 
aen,  und  »an  sah  es  Wohl  als  eine  Strafe  des  Himmels 
an,  dass  auch  die  zweite  Ehe  welche  Adolf  jenst  mit  der 
Mtfgarethe  von  Hohnstein  einfi^g  kinderlos  Uieb.  Da  eben 
mn  erbliches  Recht  auf  Schleswig  erfochten  war  und  wei- 
tere g^ftnaende  Aussichten  sich  dem  Heraog  und  seinem 
Hause  erdffiieten,  drohte  s^  Geschlecht  zu  erUscben. 

Wohl  blühte  jene  andere  Urne  des  schauenburgischen 
Hauses,  welche  mit  den  Besitzungen  an  dcv  Weser  die 
Hemschaft  Pianeberg  verband.  Auch  war  mn  durch  Ver^ 
trige  erst  seit  kurzem  wieder  enger  mit  ihr  verbunden; 
ein  Mitglied  dersdben  Graf  Adolf  hat  bei  der  Yertheidi- 
giMg  gegen  die  Dfinen  wirksame  Hülfe  geleitet  Aber 
der  Herzog  hatte  seine  Neigung  einem  anderen  Yerwand- 


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d76 

ten  zugewandt  dem  ftltesten  Soha  seiMr  Sekwesiar  Heü^ 
wig,  die  mit  dem  Grafen  Dietrich  von  Oldeafburg  y^mtiik 
urar  9  Chriafian  oder  wie  die  Zei^enoaaen  sokreäen  K^^aieii. 
Adolf  hatte  dem  Christiapi  die  'Näehro%e  in'  seinen 
Landen  bestimmt.  Obschon  dieser  se&amt  Vaier  fmi  J. 
1440)  äi  der  Grafschaft  Oldenbnrg  fefo^  war,  bieü  er 
sich  doch  öfter  hier  nördlich  der  Elbe  anf  (z.  B.  in  den 
J.  1447.  1448).  Die  Mannschaft  des  H^^ögthnins  SeUes- 
wig  wurde  bewogen  ihm  cHe  Hnldignag  zu  leisten,  so 
dass  sie  ihn  als  Herzog  aneiiKannte  fllr  den  Fall  dass 
Adolf  ohne  Erben  stürbe.  Alles  mtsste  diesem  daran  ge- 
legen sehi,  dass  das  Land  nach  so  vidten  Kimpfiin  »cht 
an  Dänemark  zurückfalle,  und  komte  er  es  heiient  Sohae 
oder  nahem  Yetter  Torerben,  so  mochte  er  den  Übei^gang 
auf  de»  Schwestersohn  für  das  erwünschteste  haken.  Jene 
YeH^n  hatten  hier  aber  kehi  Reohi  Lless  sich  auch  eine 
Bestimnmng  des  Kieler  Verti^geis  (Toni  J.  1390)  Uemuf  be* 
ziehen,  so  konnte  das  doch  kektenfaUs  ausreiöhen;  das 
dänische  Reich  würde  ekie  solche  Auffussuf  mit  Fug  und 
sicher  auch  mit  Erfolg  besMtten  haben.  Dagegen  stand 
der  Nachfolge  weiblicher  Nachkommenschaft  des  herrschen«^ 
den  Hauses  kein  bei^mmtes  Hindemiss  entgegen.  Die 
Erblichkeit  war  durch  die  letzten  TertTfige  ohnä  Bescfarftn- 
kung  gegeben;  gerade  bei  dänischen  L^en,  namentlich 
bei  Fehmem,  ist  sie  frlher  ausdrücklich  auf  den  Wei- 
berstamm ausgedehnt  worden.  König  Erich  selber  hat 
währaid  des  Rechtsstreites  vor  Sigismund  die  MIgemeine 
Erbfolge  des  dänischen  Rechts  im  <Lande  behauptet  und 
auch  hierauf  einen  Ans]pruch  gegi^ndef,  ier  freilich  nach 
der  Übertragung  de^  LandeüT  an  die  Grafen  von  Holstein 


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8W 

iiichte  bedMteni  konite.  Wenn  Adotf  dantls  im  aüge-^ 
meiiieii  die  Behemdliuig  Mch'ieiitflchen  Lctareehl  foHMi^^ 
so  konnte  fim  dM  nicht  abhalten,  jelsi  wo  den  nmäGhet 
bereoktigleR  Hamutaimn  nih  seinem  Tode  vMiiges  Erli- 
sohen  drohte,  das  snhsidiäre  Recht  sein^  Sehweslerkindef 
en  behaupten«  Sdion  friher  und  in  der  Mwren  Zdt 
wieder  hatten  4ie  S^nenbnrger  es  nAthig  gehalten,  die 
Franen  iln*es  Haiises,  die  sldi  in  andere  F^udiien  rer** 
difthlten,  besondere  Yeneichte  änsstelen  zn  lassen;  jene 
Elisiabeth,  des  Grafen  Clans  ffochter,  hatte  settist  anf4em 
Landesthing  zn  UinefaöTed  vor  den  Ständen  des  Landes 
was  sie  an  Recht  besitzen  mdge  auf  ttren  Vetter  Gerhard 
flbertragen.  Ab  die  Tochter  der  Heilwig,  Adeihtid  ron 
pldenbvrg,  Christims  Schwester,  sich  einem  €h*afen  Von 
Hohnslein  Yennählte,  Imstete  anchi  diese  disn  Veirzichl  (im 
J.  1443).  Dagegen  haben  Heihrig  selber  nnd  ilnr  GenaU 
bei  der  Verheirathmg  (im  J.  1423)  einen  sotchen  nicbt  ans«* 
gestellt.  Henrscble  aber  in  dem  schanenbvrger  Hanse  die 
VorsteBnng  dnss  das  HerzogHUim  auf  die  Cognaten  fiber- 
gehen könne,  so  war  gewtes  dieser  Umstand  nicht  dm^ 
Bedeutung;  Adolf  aber  hat  sich  offenbar  auf  jene  An- 
sidtf  gestützt,  als  er  für  den  Grafen  Christian  die  HuMi^ 
gnng  forderte.  Und  da  die  Mannschaft  sie  nisgesammt 
leistete,  muss  sie  das  Recht  deb  Grafen  fftr  wohlbegrfindet 
angesehen  haben.  Bs  galt  danii  immer  hoch  die  Anei^ 
kennung  des  Ldmsherm  zu  gewinnen.  Aber  bei  dem 
persönlichen  Yerhfltniss  zu  König  Christoph  nnd  bei  den 
Verbfaidungen  mit  Hü^edem  des  dftnischen  Rinchsrali», 
moctvte  Adolf  nicht  zweifeln  anch  diese  zu  eriangen.  Naeh 
dem  Ausgang  des  letzten  Kri^^  war  an  eine  Wieder«* 


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«78  , 

vereiBigiitig  S^iesiri{!s  mü  Maemark  Ha  wMigiteB.  m 
dealEen.  Weldrar' König  MM  «e  nur  v«ir0tdi0n.  «oOeo 
Mch  den  Erfahnuigcn  wdohe  Snob  geiMehl  kalte? 

AbM*  es  geMgte  niobl  SdUeswig  von  Säienork  ge-r 
tremit  m  imXUn  a«di  ftteridaa  ieben  des  Horsegs  Ua-* 
ans;  es  gall  aoSsefdem  die  Yerbiadimg  mM  Holstem  an 
bewahren.  Adolf  brachte  es  dihiB  dass  a»ch  hier  manche 
dem  Chrirtian  huMigton.  Abief  andere  weigerten  sieb -dessen 
«ad  erUirlen  sich  für  das  fteohl  ier  Sebanenbnrger  Vettern. 
Dies  konnte  hier  id  der  That  auch  heinem  Zweifel  uater-^ 
bogen.  Darüber  waren  iie  fraheren  Verträge  bestbnmt 
und  dentioh  gewesen.  Dass  diese  idner  ^loschen  seien^ 
weil  die  Bdehnnngen  aür  gesanmiten  Haflid  yon  beiden 
Seiten  nicht  regebnftSsig  gefordeH  «ad  klangt  worden^ 
<kran  hat  wenigsleas  in  jenen  Jahren  niemand  gedacht; 
dazQ  bedurfte  es  einer  Idttgeladea  Beweisfilhrting;  did  in 
seheiiAarem  ESer  für  die  Strenge  des  Rechts  vor  dw 
wahren  und  lebemligeii  Redit  die  Aagea  yenchloss. 

Mit  der  Belehnnng  Holsteins  war  es,  wie- schon  frtiier 
liemerkt  wurde,  damate  dgenihftmlieh  bewandt.  Seit  dem 
Anfang  des  vierzehnten  Jitthrhuaderts,  wo  der  Heraog  Rudolf 
von  Sachsen-Witlenberg  den  Mitgliedem  des  scfaauenburger 
Hauses  die  Bdehnuiig  mit  ihren  Antheiien  md  amr  ge<- 
aammten  Hand  erthett  hi^  (in  den  J.  1317.  1318.  1319) 
4fit  kein  Act  bekannt  der  dies  erneuert  oder  bestätigt 
liätte.  Dass  eine.  Belehanng  vorgenommen  sei  ohne  Aas*^ 
feitiguhg' entspredhiender  Urkunden,  ist  frdher  schon  als 
uawahrsebeinlich  bezeichnet:  die  Qojsllen  erwfthnea  nichts 
was  darauf  fahren  könnte.  IGt  den  wittenberger  fitono«- 
gen  sind  die  Holsten  später  fast  nie  in  Berührung  gpekom-« 


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S79 

iMtt;  dil»  kaenborgw  Une^  der  ein  eelehes  Seeht  wiehf* 
lig  genüge  sein  musste;  hat  ibmellM  in  dte  äyUreieben 
Vertiandhuigfön  und  Vertrügen  Iftnge  nii^gends  geltend  ge^ 
raaobt  Erst  Brieh  V.  htt  men  Lehnbrief  Kaiser  SKgi^ 
mnnds  (vom  J.  1414)  beigebracht,  wehrtier  d^  Grafsekel^ 
ten  HebtiBai  and  Stohnäni  riewie  der  Herrschaft  Schanen- 
bnrg  als  eines  ZnbehArs  si^er  Herrsdtaft  erwfthnl;  alMn 
denelbe  Üt  spMer  fior  unecht  erkttrt ,  nnd  sn  der .  Am^ 
ibnng  eines  solehen  Rechtes  ist  der  Hei^BOg,  der  den 
Holstra  mehmals  feindlich  gegenfäierttand,  nfemds  .ge-^ 
kommen,  hat  shSn'  aber  deriudb  doch  nicht  einfielen  iasseü 
ihnen  den  rechtmftssigen  Beste  lies  Landes  irgend  zu  ben 
straiten.  Bei  der  Schancnbürger  Linie  ist  von  einem  Em- 
^sng  od»r  einer  Muthung  des  Lehens  in  dieser  Zeit  ebenso 
wonig  die  Rede,  ohne  dass  man  deshalb  behaupten  dürfte, 
ite  Anthefl  habe  seine  staatsrechtliche  Stellung  verändert 
nnd  sei  in  ein  allodlales  Bemtzthnm  yerwandelt  winrdeni 
Die  Verwirrung  des  Jahrhunderts  in  aHen  poetischen  und 
retohtUchenVerhaltmssen  hat  sich  offenbar  auch  auf  diesem 
\<xd)lete.  gdtend  gemacht  Sie  hat  aber  noch  asu  Weitet 
tßn  eigenliftmlichen  Haassreg^  geführt. 

Kaiser  Sigimand  verlieh  das  sächsische  Chnrfürsten-* 
thmn  mit  den  Besitzungen  des  wittenberger  Hauses  dem 
Markgrafen  von  Meisaen  (im  J.  1423),  ohne  dabei  auf  eine 
Ldhnagewalt  über  diese  nördlidien  Fftrstenthttmer  Rück- 
si^  in  nehmen.  Der  l^hafte  Widersprach  aber  den  die«? 
ser  Sduritt  bei  den  küeüborger  Itoaogen  fand  s^te  den 
Kaiser  in  ein  feindKohes  Vertiältnss  zu  diesen:  eben  da^ 
mals  Hess  er  jene  Lehnsurfcnnde,  die  auch  Hobrteiis  en- 
wähnen  sollte,  fltar  ungüllig  «iiliren;  tmd  weitere  Proteste 


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380 

welche  Erich  ge^m  Beism  AuamUieußmg  von  der  Oh«r 
erhob  und  bei  dem  rdmischm  Bischof  sowie  dem  Baseler 
Gonci  einbrachle  hidfen  ihm  nichts«  Der .  Hersog  starb 
(im  1  1436)  ohne  irgend  €me  ginsägere  Wending  sebm» 
Sacfte  erreicht  zu  haben. 

Damit  aber  war  die  Lehnshohett  deü  sftchsisehen  Her^ 
i»ögthums  Über  Holstein  als  völlig  erloschen  zu  betifachten: 
Dem  nenen  chnrfltrstlichen  Hrinse  ist  sie  nie  ertiieilt)  dmn 
alten  herzoglichen  aber  sngleioh  mit  dem  Redit  an  der 
Chnr  bestritten  nnd  ehtsogen  worden.  Um  so  weniger 
kann  es  Wunder  nehmen^  dass  Sigismnnd  hier'  einer  an-* 
dem  Darstcdlong  d^  LehnsT^hältnisse  GehAr  gab. 

Der  Bischof  Johann  Schele  von  Lfiheck  hat  m  den 
Hindeln  der  letzten  Jaln*e  virilRch  theilgenommen:  er  war 
nach  Kräften  bemüht  den  Frieden  zwischen  Däiien  und 
Deutschen  zu  Termittehi;  auch  wiederholt  am  Hofe  Sigis*« 
mnnds  thätig^  um  ihn  zu  einem  andern  Verfahren  gegen 
die  holsteiner  Herren  in  der  schleswigschen  Sache  zu  bewör« 
gen.  Bs  scheint  dass  er  das  Vertrauen  der  Herzoge  Imite 
und  nicht  ohne  ihre  Zustimmung  seine  Schritte  that.  ;  Aber 
auch  bei  dem  Kaiser  war  er  angesehen  und  zur  Zeit  des 
Baseler  Concfls  in  seihen  Geschäften  thüig:  er  adun  die 
Stelle  eines  kaiserlichen  Badies  ein.  Diese  Vefhftitnissa 
benutzte  er^  und  machte  geltend  dass  die  holsleinsehen 
Grafen  VasaUen  seiner  Kirche  seien,  und  er  bezog  das 
auch  auf  die  Grafeohirfi  selber^  da  es  dodi  nur  von  e«"* 
sohlen  Rechten  oder  Besitzungen  behauptet  werden  konnte. 
Sigisnnmd  eikannte  wirUidh  jenenAnqnnch  an,  und  ver«* 
band  dwkift  ein  Verbot  an  die  Grafen  Verftussemngen  ih*« 
res  Lehens  ohne  Zustimmung  des  Lehnsherrn  vorzuneb«- 


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S8C 

iMn.  Dies  wird  4er  BtaA  Lübeck  aülfeseig^  anf  dam  rik 
dem  Bischef  die  Hülfe  klite  derm  «r  bedüifea  mMne 
(m  J.  1483,  April  12).  Dass  ämüs  schon  an  kttnfWfe 
StaMesaiolisftlle  von  der  emen  odw  andern.  Seite  ^gedafdit 
aei',  mag  zweifelhaft  scbemen,  da  auch  &rfaard  noch  am 
Ldien  war  vnd  beide  Brüder  in  jugenfflidiem  Alter  standea 
Doeh  lebten  beide  unbeerbt,  und  die  letzten  Kviege  hat* 
ien  ifezeigl,  wie  admeU.die  riatigaten;  FürMBnUngerntl 
werden  konnten.  Gewisa  war  es  aber  denHernegen Ibidi^ 
ler,  za  jeder  Veränderung  die  sie  in  Holileäa  treffen  woll^ 
Ien  diä  Znatimmung  des  eng  verbmidenen,  in  mancher 
Beziehang  abhiiq[igen  Bischoli  zu  eriangea,  als  die  Ifi^ 
wirlcmg  des  lanenburger  Herzogs,  oder  wenn  von  dem 
nicht  mehr  die  Rede  sein  konnte,  des  Kaisers  selbst 
Dass  übrigens  in  jenem  Brief  bei  dem  Redit  dea  Biscboft 
auf  eine  kaiserilche  Verleihung  Rücksicht  genommen  wurde, 
liess  denselben  zugleich  als  einen  Vertreter  des  Kaisera 
erscheinen,  und  eben  dadurch  ist  das  holsteinsche  Lehn 
des  Charakters  eines  Ffintenthuma  mit  voller  Reidisun«* 
mittelbarkeit  theühaftig  geworden.  Die  Vollziehung  der 
Lehnsfeieiüchkeiten  durch  den  benachbarten  Bischof  konn«« 
tea  dieser  SteHung  in  keiner  Weise  Abbruch  thun;  es  galt 
nur  als  ein  Vörtheil  und  Vorrecht,  wenn  solche  auf  dem 
ebenen  Boden  des  Fitarsten  stattfinden  durfte. 

Auch  aus  diesem  Grunde  musste  Herzog  Adolf  zu  d^r 
Veränderung  gerne  die  Hand  bieten.  Wenige  Jahre  spä- 
ter, da  inzwischen  jener  Brich  von  Lauenburg  gestorben 
war,  liess  er  sich  zu  Plön  von  dem  Bischof  feierlich  be*^ 
lehnen  mit  dem  goldgeschmückten  Hute,  wie  es  schon 
frtA^  Sitte  gewesen  smn  soU  (im  J.  1438,  Seylemb.  26). 


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S8t 

Sf  erbat  und  erhirit  zugteioh-  das  Exen^  der  kaiseri»«- 
clieil  Urkunde  welche  dem  BioAof^daf  Recht  ^«wUirihatie^ 
w  dieselbe  nnier  seine  Freikeftsbiiefe  äufkunehmen^  w^ 
mit  dem  Beding  sie  f efen  eine  Beatittgaüg  desJiMCii 
Königs  Albrecht  IL  anszütausohen^  wenn  eine  solebe  ex^ 
reicht  werde.  Da  die^e  in  kudser  Zdl  (Notvcmb.  2)  ^.-^ 
folgte  und  den  ganzen  Hergang. d«^  Belehnmig  attisUrllidt^ 
iich  ccnfinnirte^  audh  von  keine?  Seite  wdteir  EiBspmok 
^elj^e,  80  war  die  Veränderung  vollständig  durchgeführt. 
Anf  die  Sdianetf^urger  li^e  ward  kenrnftückBiäkf  gnnoni^ 
men.  .  Es  scheint  auch  nicht  dass  sie  Maassriogeln  Unaf  wü 
atr  Recht  bei  dieser  Gelegenheit  sicher  zu  sSdlen.  Ob.  sie 
es  zu.  fest  begründet  hielt  oder  zu  wenig  Werth^  darauf 
legte,  oder  ob  and^e  Umstände  rie  hinderten,  ist  Itfs 
jetzt  nicht  erüilteft  wordien. 

Aber  Herzog  Adolf  mochte  sich  wohl  hieräitf  slftlzen, 
wenn  er  den  Gedanken  f«»te,  den  Neffen  CMstian  an 
die  SteSe  der  fenien  Agnarten  auch:  in  Höbtein . treten  zu 
lassen/  Auf  die  Hitvrifkung  des  Uibecker  Kschofs  kennte 
er  um  so  sicherer  rechnai)  als  dem  Jeikum  lfm  J.  1430) 
der  Deoan  NicoläusSädiowi folgte^  ohne  Zwei£ri  derseihe 
welcher  ds  schleswiger  Archidiacohus  fruliNr  laden  G^ 
Schäften  des  Herzogs  thätig  gewesen  und  ian  der  S^e 
Bischof  Johanns  am  Hofe  Sigismilnds  umi  danü  aii  Aesrii^ 
Cöncil  gewußt  hatte. 

Für  «Ue  Absichten  und  Erwägungen  des  ttsrz^abeiP 
musste  es  .vw  deir  grössten  Bedeutung  sein,  däss  eben 
ihn /nach  so  manchem  Wedbsel  des  caüeki^  und  deü  Yer^ 
häUnfesey  der  Ruf  zur  Übernahme  der dänisdusn  Krone  trif. 
Mag  es  mtf  dem  ersten  Blick vieUeicht>a3iffidlend  erscheioeii 


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888 

dtM  lier  g<rfkMichste  Gegner  des  dänischen  Rjriches  }etst 
aeihst  zur  Hsrrschtft  Jn  demseben  susersdken  wurde^  so 
lu»nte  es  in  Wikrheii  doch  mdiA. ferne  liegen  gemde 
auf  ihn. die  Augen  2n  richtm. 

Sie  Dinm  htftlen  mn  scholl  den  riwtiten  dtalscheii 
König  erheben.  Wölltm  me  bei  der  Wahl  des  nenen  Herr- 
schers anf  Yerwandscfaäit  mit  dem  alten  .Kdn^riiange  se-> 
hen,  so  Moirden  sie  inufter  ifieder.  arif  deQtsldi&  Fürsten 
geitthrt  Es  war  wohl  davon  dieSede^  nach  dem  Beispiel 
der  Schweden,  einem  Eni^ebornai  yon  vomdimem  Ge^ 
schlecht,  dem  Kmrl  Gyldens^mie,  die  Krone  zn  rerleiheffi 
Dioch  war  eil  gegen  die  Gewohnheft  ddr  man  bishei^  ge«^ 
folgt;  es  Hess  auch  wenig  Vorthefl  für  das  Ganze  hoffen, 
da  der  übrige  Adel  sich  schwor  dem  hiriier  gleiöhbereoh«^ 
tigten  gcifüigt  haben  würde.  Noch  weniger  hätte  man 
sidi/nm  die  Union  zu  eriiaiten,  dem  sehwedischm  Kt)ttig 
«nterworfeflu  Alles  eher  als  das  litt  damals  das  Nafiönial^ 
geMd  des  diidschen  Volkes.  Es  hat  die  Union  aDe  Zeit 
so  rerstanden,  dass  Dänemaik  den  gemeinsdiafflidien  Kö- 
nig, stellen  sollte.  —  WäiUte  man  aber  einen  fremden 
Fttrsten,  so  stand  niemand  nllher  als  gerade  der  H^zog 
Adoff.  In  seinem  GesdUeedite  war  dänisches  Königsblut, 
da  seinem.  Grdssvater  dne  Bntelin  des  Königs  Brich  Gl^ 
ping  yermjAlt  gewesen  war.  Er  beäass  ein  Herzogthnm,  das 
von  Dänemark  znLehn  ging/ eine  Zeitlang  diesem  nnmittel«- 
bar  angehörte  imd  noch  in  mancher  Verbindung  mit  demsel- 
ben stmijd.  Er  galt  auch  ds  Mitglied  der  dänischen  Reichci-* 
veräaminlimg,  und  von  deih  Reichsralhe  waren  ihm  manche 
persönlich  verbuden.  Nach  dem  langen  Streit  hatte  die 
letzte  2iM%  m  gutes  Einvernehmen  gehearscht    Dazu  kam 

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884 

di6  ÄBfliidii  auf  eine»  andren  Vortheü. .  DaiS  man  fieUea-* 
wig  attf  .dem  Wege  des  Kriegea  niolil  wieter  gewiaMS 
komie^  araaste  üi  Dfiteaiiark  jedem  dendieh  aein:  nuidem 
Recht  war  jetzt  noch  mehr  ab  früher  auch  die  Ilaritt  nf 
Seiten  der  dentachen  Lande.  Aber  wiUtemmiliren  Fär- 
gtra  zum  Könige  ae  koaite  man  neUeiokt  haiEm/daaHer«^ 
zogthum  mit  dem.  Ktaigreich  wieder  zu  vereinigen. 

Doch  iat  ireiliöh  nicht  gesagt^  dass  es  wirkKch  so  ge^ 
kOBunen  wttre^  wenn  Adolf  die  Kröne  angenommen  hätte. 
Eine  staatsreehdiche  Verschmdznng  wie  in  den  ätteren 
Zeilen  hfttta  gewiss  nicht  eintreten  können;  selbst  unter 
Waldemar  n.  und  Abel  war  es  dazu  nicht  gekommen. 
Als  besonderes  Herzogthum  musste  Schleswig  fortbeste- 
hen,  und  dann  war  es  kaum  zu  yermeiden,  dass  eine 
neue  Verleihung  jetzt  oder  später  stattfinden  musste«  Adolf 
hätte  Tielleidit  das  Land  behaupten,  ^  hätte  auch  die 
holstekische  Gra&chaft  behalten  kennen:  wenigstens  hin- 
derte kein  Gesetz  dass  ein  deutscher .  Reicfasfilrst  zugkaeh 
eine  fremde  Krone  trage.  Aber  Bedenken  hatte  es  doch 
die  Lande  wekhe  so  lange  sich  im  Kriege  feindlich  ge^ 
genUber  gestanden  hätten  nun  unter  eäier  Heirschaft  zu 
vereinigen.  Ungern  bitten  es^  die  Städte,  die  norddent^ 
sehen  Fürsten  gesehen.-  Audi  würde  fiir  die  Zukunft  al- 
les unsicher  und  schwierig.  Der  Kömg  Dänemarks  und 
der  dnrch  die  Union  verbundenen  Staaten  wurde  ^gewählt 
Adolf  hatte  keine  Erben,  und  ob  man  dort  auf  die  Neffen 
später  Rttcksicht  nehmen  würde,  musste  wenigstens  als 
zweifelhaft  erscheinen.  Dann  konnte  er  diesen  vielleicki 
als  Lehnsherr  den  Besitz  Schleswigs  sichern;  aber  in  Hol- 
stein ward  es  ungewisser  als  je.    Und  wählten  Ha  Dänen 


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886 

den  Adolf  eb«ii'  im  di»  Hi^soglitunr  wieder  ra  gewimi^^ 
no  war  zu  erwarten  daas  sie  «trebeii  wirdta  es  aucb.lilr 
die  ZakMfl  feat  zu  halten,  ans  der  Yeriiindiinff  nnt  Hat- 
stein  zn'rmsen.  Dass  dem  Herzeg  aiier  altes  darauf  ann 
kam  diesiß  Verbindnng^  za  erhalten ,  «llllr  die  er. lange  ge-» 
stiitten  und  sebsl  sem  Unt  rergossen  hatte/liegl  in  aHen 
seinen  Handlangen,  zn  Tage. 

Die  4AiB0ehe  Kdnigsherrsclntft  kennte  anf  dön  :ersten 
BKok  als  giftnzend  erscheinen,  besonders  wenn  die  Kr<Hien 
Nerwegens  und  Schwedens  hinzukamen.  Doch/ nur  mB 
schweren  Kämpfoi  liessen  sich  diese  gewinnen,  und  auch 
in  Dänemark  gab  es  der  Unruhen  und  Gefahren  'viele; 
man  wird  nicht  sagen  dass  die  SteBung  seines  K&nigs 
erfreulich  gewesen  wftre.  Die  Grabchaft  Holstein  und  das 
Herzogthum:  Schleswig  dagegen  waren  ein  ruhiger,  sichenH 
rer,  erbUcher  BesitzJ  An  ihnen  hing  das  Herz  des;  fOr-«' 
sten,  die  &innerüng  einer  hngen  gUiiizenden  Vergangen- 
hieit  seines  Hauses  knttpfte  sich  an  sie,  während  der  Hass 
gegen  dänische  Herrschaft  schon  den  Knaben  erfdlt  hatte« 
Sollte  davon  die  Rede  sein  ihren  Besitz  aufzug^en  ttm 
dafür  die  KOnigskrone  einzutauschen,  konnte  die  Wahl 
nicht  zweifelfiaft  sein.  6dt  es  aber  auch  nur  ihre  Ver* 
bittdung,  das  Resultat  einer  schweren  Vergangeiiheit^  zu  ge-- 
flflnrden,  musste  derrechte  Bntschfaiss  leicht  gefasst werden. 

üan  wdss  nicht  weldie  Erwägungen  bei  Adolf  den 
Ausschlag  gaben.  Er  soll  auch  sein  Alter,  geltend  ge** 
macht  haben,  obschon  er  erst  47  Jahre  zähtte.  Er  l^nte 
das  Anerbieten  ab. 

Aber  er  schlug  seinen  nächsten  Verwandten  vor,  eben 
jenen  Oldenburger  Christian,  den  er  sich  friher  ium  Nach- 
I.  25 

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Mger  in  SflUetirig  iumI  BWstem  Miemhw  balle.,  ßlf 
sdne  Wahl  hil  ct.dfMui  d^a  cegsMi  Btfer  «weigl:  er  ist 
BeiiMt  Mch  Diamiark  .fegaagen  nnd  hat  die  SÜanen  der 
eiaflanreitohea  Ritte  fi^  deaüeffnvaii  gewinaen  gesadii 
Ghrisüaa  war  erst  23  Jahre  alt  and  anagerüstel  aüt  St- 
genachaftea  die  deat  Qbeiai  eriaabtea  ihm  andt  einen  schwie- 
rigen Beruf  auf  die  Schultern. xa  legen.  Unvenallill  wie. 
er  war^  konnte  er  seine  Baiid  der  Wittwe  Christophs  Do- 
reäiea  geben^  welohä  nicht  ohne  EinAnsa  im. Reiche  wai'. 
So  wmde  der  Widerstand  eini»laer  G^gimr  baU  über<r 
wanden  uad  die  WaU  des  Reidürathd  ftr  Christian 
entschieden« 

Ehe  es  aber  daau  kam,  mosste  Chrialiaa  die  Aasprüelua 
aad  Bacbte  wdche  ihm  in  Schleswig  and  Holstein  dnrdi 
die'Huldigaag  der  Blannsehaft  übertragen  waren  föradick 
wieder  au%ebem  Er  mnsste  ausserdem  jene  Wäldemar«' 
sehe  Urkunde  bestftligea,  die  es  aasqprach,  dass  Schleswig 
niemals  wied^  mit  dta  Reiche  iMler  der  Krone  DänemarlL 
vereinigt  oder  verbunden  werden  soU,  so  dass  ein  Herr 
sei^  ttber  beide;  :  Christian  yerspricht,  nachdem  ihm  der 
ArtSkel  aas  Waidemars  Handfeele  Torgelegt  and  übersetst 
worden,,  wena  er  König  werden  3olle,  fita*  sUk  nnd  seini3 
Kben  denselben  unTerbfiaUlch  au  hdtoit,  damit,  zwiashan 
dani  Reidie  IMnemärk  and  dem  fieraogthum  ScUeswig 
and  der  Gra&chaft  Holstein,  ewiger  Rnede  bittben  möge 
(im  J.  1448,  Juni.  28). 

Es  ist  wakradieinliGh  dasa  dia  Slflnde  Schleswigs  und 
Holstems,  welche  diese  Urkunde  zu  ihren  nrivüegseai  leg^* 
tea^  den  nichaten  Anlasa  daza  gaben.  Doch  kann  es 
mcht  geaehelieii  sein  ohne  dass  Bensog  Adotf  sri»e  Zu-* 

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889 

rtiinniong  ertihdHe.  Düe  Urimnie^  äerei  BdahcA  drae-arf  e 
Verblendung  answeSelft  kumi^  ist  ausgestellt;  ehe: der 
Heraog  «eh  nach  ßflnomark  begab  (er  war  bü  RoesUMe 
den  12v  Juli).  9e  erscheint  ds  die  Bedingung  unter  wel<^ 
dier  seine  MitiriHaing  Mr  Christians  Erhebung  lüntrat 

Man; hat  geringea  Werttr  gelegt.  Httf  die  Versidiening 
welche  fan  vietnehaten  Jahrhundert  der  uwiiiidige  K&aig 
Waldemar  unter  ider  Yomundschaft  des  gebieftendän .fier'- 
heni  ansslellte/  nd  man  musa  anerkeuMik  daaa  ilur  Em<* 
Aiiss  damals  niehl  weit^  sttchai  konnte.  Aber  gann  ein 
andfreil  vMr  es  amt  Freiwillig .  wunde  die  Besüiigwg 
gegeben;  nicht  ron  deal  gewählte)!  KSMg^  aber  von  dem 
Firdten  der  atai  Kftttig  bestimmt  war,  in  dem  Augenblick 
da  seine  Wahl  zustande  gebracht  werden  sollte.  Diani 
dftnisdMi  Hmehsrittr;.  ab  dasabn  ;lli^;lifid  ebeat  in  dfesw 
erkunde  HerBQg  AdoiC  selbel  bi^zeiehnjet  wind  ^  dogilr 
eiA  bd$ondmtr  EittflM  Mf  <Ue  WMy  wahrscheinlich,  mit 
Biiohsicht  airf  Mkw0  Y^trlge  (vm  l  1499),  ist  dieA^m 
beigelegt.—!  und  der  dan  Herzog  diinn«ib«tnftragt  hsst  mtt 
im  Keffi^a  dt0  Bedingungen  der  WeU  fi^stisnillellen^  kiiitn 
daa. gegebene  Verq^6(9heii  nicht  ;m)>6)u«at  gel>Iiiri}ctt  setili 
Eine  ensdrltoklich^  fi0ilMigH9g  dwidben  ;aekien..]»m  ad 
weniger  nflUiig)  de  er  heraus  ««  der  «erblichen  y^rMhüng 
SM^gw^fi  in  vollem  Umfang  di^Zfutinmung  ertlieilthlitte. 
Für  Chrittiim.  und  seine  Ifsclilipwnen  mnidte^dtis  gegeben« 
Wort  unter  etten.  UmMMiden:  bei)«  smu  I>e8  OM^dmi:^ 
giseüe  Haus  hei  jdie  Krone  Dänemarks  nur  erbidtoni  nacb^ 
dem  und  wml  ei  vi^rsprochen^  9dileiwig  nicht  wiedermK 
dem  Königfeioh  zu  verbinden. 

AnA   eine  Hftndfeste^  muwte  Chostiaa  nnterxetcbnejt 

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188 


die  strenger  #ar  ab  die  ifgeiid  eiaes  etfBer.Vvrgjtoger, 
n  Haderdebeii,  wo  die  dtaigoheB  fleislurftdie  mit  AdoV 
ud  denRitheB  von  SddesiHg  und.  BebteiO)  dte  BiaelMf 
von  Sdileiwig  udeaftiis  der  BiMersehaft,  ziuaiiiiileii  ka^ 
men.  Bben  dieae.  haben  sieh  dem  Reichsrath  Terbilrgt 
dass  der  erwftKHe  Kdnig  sdneVerheissimgeiihältea  werde. 
Die  ständisch^i  Körper  des  Reiches  Und  4er  beiden  eng* 
▼erbundenen  Lande  treten  sich  hier  zun  ersten  Mal  selb^ 
stindig  gegenüber:  der  dUmsdie  Reidisrath  foifdertB  nnd 
mnpfing  die  Verbriefang  des  hersoglkdieA  Rathes  Iber  die 
YerplKchtungM  seines  neiten  B^rschers.  Es  ist  eni'  qw^e«^ 
chendes  Zengniss  wie  die  VerhiitniMe  waren  und.wie  nie- 
mand denken  konnte  zu  frttkeren  Zuständen .  iurttckzu- 
kehren. 

ZweifeHMft  ersoheiht  aber,  wia  nun  Herzog  AMf  iber 
tie  Nachtete  in  seinen  beiden  HerMohdfteu  daebte.  Solke 
er  ganz  die  früheren  däne  aufgegeben  hdien?  Bs  is^ 
alles  er#ögen^  dook  kaum  wahrschehifidi.  Auf  die  durdi 
M<tgiirig  erwerbtonen  Rechte  hat  Christian  verzichtet^ 
nieht  auf  ^  Erbrechte  w^che  ihm  zustanden  oder  wetehe 
ami  Adolf  b^g^gt  hatte.  Die  Wetdemärsohe  Uitaide 
hat  eine  sittitsrechtliehe  Verschmelzuug  Dänemerks  und 
Schleswigs  gänzlich  untwsagt^  sie  hat  bei  ihrer  ersten 
Abfassung  wohl  auch  den  Sinn  haben  sollen  eine  Verei- 
nigmg  beider  Länder^  wenn  auch  init '  BeibriiaKuig  der 
rdchftidien Selbstän^kirit  undVerschiedenheit;  eines' jtoden^ 
ausznschliessen.  Dass  man  flure  Bestinmuagen  in  jjßner 
Zeit  aber  anders  verstand^  hat  Ae.  Geschichte  der  näch-^ 
sten  Jahre  gelehrt,  wo  die  Stände  sie  weder  vergessen 
noch  beseitigt  ha^en  kOnnen.     So  mochte  auch  Adolf  in 


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ihr  ktfiH  HMeüoi»  ^ehat^  auf  die  firüberen  Absichten  zu-« 
rttcIoiuktiiimeB.  Ihm  erddueii  dies  wohl  immer  als  der 
leichteste:  Weg /um  die  Yerbniguiig  Holsteins  odi  Schles* 
vrig  zu  «rhatten:  Hatte.  Ghrisliaä  Etben^  .so  Hess  sieh, 
auch  bei  dem  WaUrecht  der  Stände,  auf  eine  Dmer  der 
dänischen  Herrsdiaftm  seinem  Hause  rechnen. '  Cbdleich-* 
ler  ordnete  d^  Herzog  mit  ihm  dem  König  die  Verbilt'- 
msse  des  Landes,  als  wenn  er  selbst  die  Krond  übemon^ 
men  bitte. 

.  Kan  sagt  dass  es  Adolfs  Pflicht  gewesen,  den  Einfluss 
auf  den  IMTen  zu  benutzen  um  den  Schailehbkurgier  Vet^ 
tom  andi  ein  Recht  auf  Sditeswig  zu  verschaffen  und  so 
die  Verbindung  der  LiEuide  unter  dem  angestammt»  deut- 
schen Fttrstmihause  zugleich  mit  der  vollen  Selbständigkeit 
gegen  den  nordischen  Nachbarn  zu  sichern.  ^  Wer  wollte 
läugnen,  dass  es  also  besser,  und  wer  behaupteii,  dass 
es  unerreidibtfr  gewesen  wäre?  Aber  immer  galt  es  das 
eilte  odör  daä  andere  Etecht  zu  verletzen,  auf  dem  firüher 
betretenen  Wege  das  der  Sohauenburger  in  Holstein,  auf 
dem  andern  das  der  Neffen  —  und  Christian  hatte  meh-« 
rere  Biüdi6T  ^  in  Betracht  kommen  mussten  —  in  Schles-> 
wig.  Beides  konnte  einen  neuen  Kampf  in  Aussiebt  stel- 
len. Wenn  Addf  die  Dinge  so  beto-achtete,  ist  es  wenig- 
stens begreiflich,  dass  er  der  Vorliebe  fttr  den  Sohn  der 
Schwester,  die  ihm  allein  von  den  Genossen  des  väterli- 
ohen  Hauses  geblieben  war,  nachgab. 

Wider  4as  Recht  und  den  Vortheit  des  Landes  hat  Adcrif 
niehts  ikon  woBen;  er  hat  sich  überbau^  von  entschei- 
denden Maassregeln  fem  gehalten  so  länge  er  noch  lebte. 
Aber   die  Zuneigung  fir  Christian   gab  er  unzweideutig 

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kimdr  4t  oniersittUle  Um  in  seiiciik  Kampf  #m  Bohweden 
mit  Truppen^ 'die  m  EumThaüaW  eigendXosten  in  Deolsoh-^ 
laiid  weiben  liette,  da  ^  BtiBlen.'keiiie:Bteigiuig;  zur  Theil4 
nabme  zeigten  (im  X  1468);  er  yelfebidete  Mk  aelbat  we^ 
gen  eiMO'Raubeti'den  jene  an  «inem  Itibeeker  BcUffe  üb^ 
ten  nkit  den  idteil  Verbündeten;  '■  I>ech.  #nrde  dies  beige^ 
legt;  uird  8|)äter  War  c^  mil  ihiwn  angielck  ScUedMahtet 
in  dnem  Streit  4es  Ktaigs  wider  die  Stadt  Danisig.'  Aiif^ 
fallender  erscheint  es^  dass  Adolf  den  Frieden  mit  den 
Ditmattcheil  anoh  ron  AM  dänltehte  Königlelnegebi  fiess. 
Dieser  bestAtigie  Miner  Seite  dem  Heifcog,  aladb  '«m  der 
Dietete  willeii  die  derselbe  nJä  schweren  losten  ibm  mint 
Nütz  und  Betten  seiner  ReidiB  gelmrtet  hatte ',  nnller'  Zu-* 
stimmmig  des  Reidisralhs/die  Yerleihui^  Ciurislio^s  und 
den  Besitai  Schleswigs  zu  einem  rechten  BrUehik  (im  J« 
1456,  JuU  21). 

Mit  dem  Brvder  Christians  Gerhard  von  Oideibnrgkam 
es  einmal  tuir  Fehde  (im  J.  14531);  dieser  gab  die  Sdidd  den 
LübedKom  and  liess  Men  AUage  Ümn.  Za  eigeadidien 
Feindsefigkeiteii  ^cheinl  man  aber  nithl  gesdiritten  za  sein': 
der  Herzog  und  die  Stadt  warnten  lhli9  Kanlentd  daEs  et* 
dei|burgisdi&  Gcbi^  ztt  berOhren;  jener  liess  ieiliMerdem 
ScUffa  und  Güter  desfirafen  in  den  HäfM  ton  Fl^sbnrg 
und  Kiel  mit  Beachkig  bel^gett.  -^  Uni  dieselbe  Zeftvmv 
mittelte  Adolf  einen  Zwist  Löbeeks  mit  den  MecUenbiir-' 
gern;  dasselbe  versuphte  er  später  (im  J.  1456)  zvHsdMi 
diesto  Fürsten  und  Stralaoml;  audh  mmhleer  zmn  ScU^s- 
riii>ht^  in  einem  Streit  zwisdien  der  Stadt  LflneUrg  und 
den  dortigen  Pjrftkten  gewflhlt. 

Der  Herzog  erfreute  ädh  zuletzt  einer  mhigen  Herir- 


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301 

fldhait  Eben  gdiörett  da  dei^  Krieg  um  das  Heno^hm 
«fing,  ist  ler  wfthrend  desselbmi  gross  jpsvrorcten,  fa«t  ihn, 
beide  Binder  ti^iAebend,  allen  zu  JBnde  geführt,  nnd  nun 
iu>ch  länge  genug  geherrschl;,  nin  dem  Lande  aooh  das  Glück 
dtts  Friedois  siuuwenden,  amaüch  zu  sehen  wie  di^  im 
Kampf  geborene  V^eb^ng  seiner  Laiide  sieh  ü  ruhiger 
2eit  befestigte  und  weiter  bildete.  Naohhet*  hat  man  mit 
dankbarer  Hingebung  sich  dieser  Jahre  glüddioher  Selb- 
stftttdigkeit  eriimert.  EIbm  'ehrenreichen  Fibrden,  gross- 
Ümligen  frommen  redili^gen  Bitter,  inflden  fiiedsanen 
'W9htti%ett  Hemb,  der  Mannen  Ftbrst  und  Tater',  nekmt 
ihn  ein  Zeitgenosse:  er  habe  das  Lahd  in  grosser  Ehre 
^üid  in  dem  a&rbesten  Frieden  regiert.  Das  Andenken  des 
'guten  Herzogs'  hat  noch  lange  Zeit  iib  Lande  for^elebtL 
Adolf  VHI,  war  schon  krank  als  er  .wegen  des  Lüne- 
bnrger  Streits  eine  Zusammenkunft  %ü  Lübedc  haben  sollte 
(Octob.14);  idobt  lange  danach  statt  er  auf  seinen  Schlosse 
Begeberg  (im  J.  1459,  Decfemb.  4).  Mit  ihm  erlosch  das 
€tescUedii  Gerhard  des  Grossen ;  er  war  der  letzte  Schauen- 
bnrger  der  die  Heirschaft  in  dem  Haupttheil  von  Holstein 
führte.  Ober  300  Jahre  hat  das  Haus  hier  in  Ansehn  und 
Würde  gebeten,  es  hat  sich  eine  Stiallung  verschaBk  wie 
sie  mftchtigeren  Fürsten  der  Zeit  j^dit  zuthei  ward,  zu- 
gleich die  Ehre  und  die  Mächt  Deutschlands  hier  an  der 
ttusserslen  Grenze  des  Nordens  ruhmreich  vertreten.  Eine 
lange  Reihe  ausgezeichneter  Fürslen  ist,  seit  dem.  erden 
Adolf  der  über  die  E^e  kam  bis  zu  dem  achten  dieses 
Namens,  au^  dem  Stamm  hertorgegangen,  die  vier  erstell 
Adolfe,  die  drei  Grafbn  Gtniiard,  Heiiirioh  der  Eiserne 
und  Claus,  die  Herzoge  Gerhard  nnd  seine  Söhne.     Mit 


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se2 

der  Macht  der  FünHeit  ist  Uer  diennihe  derSifidteglüdk^ 
lieh  Hand  m  .Hand  gegang^.  Hatnburg  dirt.dieaelbcai  ahi 
seind  wahren  Ghrüader^  auch  Lübeck  hitt  niehr  n  danken 
ab  au  klagen.  Nordfiriedfind  ist  durch  sie  wieder  ein 
deutsches  Land  geworden  und  ids  ganse  BerzogÜHun 
der  deutschen  Entwickelutig  gewennen.  Es  ist  das  Hei- 
denaUer  in  der  Geschichte  dieser  Lande  das  mit  Adolfe 
Tode  schliesst. 

Eben  dieser  Tod  aber  gefährdete  die  Verbindung  Meldte 
er  und  seine  Vorfahren  zwischen  dM  bdden  Landen  begriuN- 
det  hatten.  War  dieselbe  auch  durch  die  EreigittSse  und 
Einrichtungen  der  letzten  Zeit  mehr  geworden  als  eine  6e^ 
meinsamkeit  des  Regenten,  so  fehlte  doch  die  staatsreditr- 
liche  Vollendung  der  sie  für  die  Dauer,  bedurfte  und  welche 
isie  allein  gegen  neue  Zerreissuhg  schütaen  kbnnte;.  Diese 
sollte  den  Landen  jetzt  zutheil  werden  durch  Vorgänge 
welche  gewiss  des  Auffallenden  und  Bed^iklichen  nicht 
wenig  an  sich  haben  und .  welche  Ton  Zdtgenossra  waA 
^acUebenden  auf  die  verschiedenste  Weise  beurtfaeilt.  wer* 
den  sind,  deren  Bedeutung  aber  insonderheit  hierin  ger 
sucht  werden  muss.  .  , 

Schwierig  war  die  Lage  der.  Dinge.  Bin  Recht  aitf 
beide  Fürst^thümer  halte  nteiaand.  Aber  dfesehieUen  fest 
zusanmien  und  wollten  alles  eher  als  eine  Trennung.  Die 
Ansprüche  der  Schauenhurgtlr,  Graf  Ottos  und  seiner 
Sühne,  auf  Holstein,  der  Oldenburger,  Christians  oder 
seiner  Brüder  Gerhard  und  Moritz,  auf  Sddeswig  aner- 
kennen, wie  es  dem  Recht  am  meisten  ent^irach,  Ues$ 
die  Länder  aus  einander  reissett  und  hätte  am  Ende.kein^ 
befriedigt.    Denn  beide  erhoben  doch  eine  Forderung  auf 


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808 

beides.  Die  Sthiifteätarger  sahen  Schleswig' tn  als  hol** 
steiüsche  Eröberang,  als  dazu  gehörig  uiid  deshalb  ein^ 
begriffea  in  die  'früheren  Verträge;  die  Oldenburger  da* 
gegen  machten  gdlend^  dass  hier  wie  dort  die  nähere 
wenn  auch  weibliche  Verwandtsdiaft  entfinrntere  Erben 
avflseUiesMi  mfissel  Sie  woUten  nicht  trennen  und  die 
Lande  mh  nicht  trennön  lassen. 

Doch  war  man  auch  hier  nicht  einig  in  seiner  Ansieht. 
Die  Stände  kamen  zusammen  und  berielhen  was  zu  thun 
sei;  sie  sdUcklen  Gesandte  an  die  Stadt  Hamburg  und 
fragten  um  R^th  wen  sie  zum  Herrn  annehmen  sollten; 
denn  die  einen  neigtm  d^nKöaigy  die  andern  den  Schaueii** 
bürgern  jzu.  Dannt  aber  solche .  Zwietracht  dem  Lande 
nicht  schaden  und  eine  Theilung  bef&rdem  möge^  einigten 
sich  die  Stände  und  schwnrön  zusammen  diass  sie  ein- 
trächtig einen  Herrn  wählen  woUteii. 

Bs  war  dn  grosses  Recht  das  äe  in  Anspruch  nah- 
men und  das  sie  früher  niemals  übten.  Doch  lag  m  den 
Verhältnissen  ein  starker  Antrieb  so  zu  handeln;  auch  ist 
ähnliches  sonst  in  andern  Teititorien  geschehe.  Zu  al- 
len Zeiten  haben  die  Eingesessenen  der  deutschen  Land- 
si^aften.  einen  Einftuss  geübt  bei  der  Entscheidung  eines 
Strdtes  über  die  Herrschaft.  Seit  in  den  Fürstenthümem 
die  Landslände  iHCh  zu  höherer  Bedeutung  erhoben,  nah- 
men eben  sie  nicht  selten  ein  Solches  Recht  in  Anspruch; 
sie.  eliAchtetm  sich  jedenfalls  berufen,  wenn  das  Land  des 
anerkannten  Herrschers  entbehrte,  seine  Rechte  und  In-^ 
ttf  esaen  in  Toilem  Umfang  wahrzunehmen.  Dazu  kam 
das  Bei^iel  dM  benachbarten  Königreichs/ wo  die  Erhe- 
bung des  Königs  ganz  von  4i&t  Widil  des  Reicksraths  ab- 


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804 

hängig  geworden  war.  Aach  habea  die  BethdKgleii  mxk 
jelzl  einer  solchen  Bnlecheidiuig  der  Sünde  mitniditen 
widersetil;  sie  moditen  einsehen  dass  kein  anderes  Ans- 
knnfksmittel  lliirig  bleibe  den  Streit  sn  schlichten.  Und 
jeder  hoAe  anf  diäiem  Wege  das  Gaue  zn  erbmgen. 
Bfaie  Thahmg,  man  mnss  es  wiederluden,  hat  niMnand 
gewollt  Dann  aber  war  m  iondam*  Weise  nicht 'mn 
Ziel  n  kennen.  Bine  Bnlscheilliäigilnreh  fremde  Mlchte 
hat  jener  Zeit  dnrdhans  ferne  gdegen.  Wie  olanidier  Vor«- 
wnrf  dieselbe  auch  treffen  mag,  darm  stand  sie  ehier  ge« 
snndisn  Anfiassnng  des  Stnatslebens  nahe,  dass  sie  die 
Einwohner  des  Landes  nidu  als  die  letaten  ansah  welche 
iber  die  Heirschaft  fie  nhter  ihnmi  angerichtet  werden 
sollte  mitzureden  hätten. 

Selbst  die  Lehnsherren  kamen  hier  wenig  in  Bcftracht, 
nm  so  weniger  da  keiner  Ton  fluten  über  das  Clanze  ent^ 
sdieiden  konnte  und  keiner  Über  den  Theü  zn  yerfiigen 
wagte.  Der  Knser  Friedrich  seheint  der  Sache  ginzüch 
fremd  geblieben  zu  sehi,  der  Ittbedter Bischof  warf,  soviel 
«Aellt,  seinen  Einfluss  woU  m  Gunsten  Christians  m  <fie 
Wagschale;  aber  nimmmnehr  hfttte  elr  die  BntBCheEdung^ 
ttber  Holsteins  Schickäal  anf  mch  ndnnen  können.  Chri* 
stian  selber  hat  als  dänischer  KGing  zn  Ahfong  allmHngg 
an  seine  Lehnsgewah  erinnert:  wenn  kein  Erbe  da  s«, 
fäSe  das  Land  an  den  Lehnsherrn  zurUck.  Doch  hat  er 
diesen  Anspruch  offenbar  bald  faUen  lassen,  da  es  ihm  in 
Holstein  nur  Schaden  und  senkst  in  Schleswig  keinen  Ge* 
winn  bringen  konnte.  Denn  wfire  er  nur  als  LdtaAerr 
zum  Beatz  gekommen,  so  forderte  die  WaMemarsdte  Con- 
stitution, Ae  er  bestat^  hatte,  dass  er  es  aufiinene  ver-* 


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leiM/  wftKread  dte  9mke  andete  iWbd  imn  er  /die  Srlm- 
fbtg^  in  dkl  Lehir  IretnspnuAite  und  jrich  ftereil  ft«igle 
dasselbe  eben  als  Yasall  wie  «insUbiländigfea  Fttarsieiattnui 
n  berftxn.  Das  aN«ht»  sich  mü  jener  VeiraidieraBgvior-i- 
eidigien  laasea^  nnd  eben  dai  ^lib  aüdi  alMil  dieüöf^ob^ 
knt  aiim  Besitz  Von  Holstein  «u'  gelangen.  Wem  daber 
spätere  Selffifkiteller  Cbristians  Recht .  wä  StUtisvrig  Su*;- 
nichst  Mif  jene'  lebnsbeitliche  Befngniss  grllndeb  und  von 
einer  Hn^tang  des  eriedigten  Lehnes  reded,  so  sind  üb 
mit  alten  Tkatiaohen  «nd  itö  den  bestinuntcisleaBrUftnmgen 
des  Könige  sefest  in  Widersprach.  Dieser  legt  das  grttsst^ 
^wicht  äaf  dm  Erbrecht,  demnächst  äof  die  WaU  der 
Stände.  Anoh  wenn  jdnes  nnanreiftlhaft  begründet  war, 
könnt«  nadi  der  Sitte  deutscher  Städune  die  Wahl  ihre 
h(3M  Bededtung  haben;  ^ar  es  nnsiA^  nnd  mähr  in  d^ 
eigenen  Meinung  als  anf  allgemeitter  Attetkennung  be^ 
grtthdel)  so.  musMe  von  d^  Zustimmung  des  Landen  al-- 
les  abhängenL  Zustimmiyig  und  Wahl  wnren  aber  weüig 
verschieden. 

Um  die  Sache  in  Ende  sn  bringen,  wühlen  mehrere 
Versamndnngen  gehalten,  die  ernte  zu  Neumülister  (im  J. 
1400^  Januar  22),  wo- Graf  Otto  mit  zwei  sebier  Söhne 
shA  einfand  um  sein  Recht  zu  vertreten.  Seine  Forde** 
rnng,  ihm  die  Bargen  und  Schlösser  des  Landes  zu  tfber<* 
geben,  wies  man  ab:  es  seien  anch  andere  da  wdche 
meinten  ein  Riechl  darauf  zu  haben;  vidläicht  dass  einige 
schon  in  Ghlristinns  oder  seiner  BrAder  Händen  wanen. 
Dodi  ist  auch  das  Recht  dieser  keineswe^  von  allen  an*^ 
erkannt  worden.  Der  fräh^e  Ziriespatt  blieb«  Die  Sohles- 
wtiger,  heisst  es,  neigten  deSi  Kdnig  zu,  wei  sie  seinen 

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Zart  md  kriegeriadiaa  Angriff  ftoehleleii;  <He  Jlptaleii 
Tersahen  tadk  nkAls  befseftes  tob  -  dei  SdtmUetimrgidTGnr' 
fen,  ddren  Stdie  Tta  den  näcteleii  Städten  HimlNurg  od 
LAeck  untentutzl  ward.  Deoii  mag  awh  da»  beitare 
Reclit  des  einen  nnd  andern  hier  nnd  dort  ia  AnscUag 
gebracht  worden  sein.  Dana  kam  das  Interesse  dnfluss<* 
reicher  Geschleckter  ans  da*  Rtterschaft:  wascn  die  Pag- 
wisch  nnd  Brackdwf  ittr  Gni  Otto^  so  hatte  Christian  die 
Hantian  nnd  Wisch  gewonnen.  Eine  iweie  ZuMmnen-* 
knnft  in  RmidAürg  (Febnnr  11)  sehten  ieeift  besseres 
Resultat  zn  haben.  Man  veiMndete  nur,  dass  mut  einen 
neuen  Tag  in  Lfibeck  haltm  wolle,  wo  d«*  König  mitt- 
uen Brüdern  auf  der  einen,  auf  der  andern  Seit6  der 
Schauenburger  Graf  mit  seinen  Söhnen  erschemen  wid  ihr 
Recht  geltend  machen  sollten:  ^nnd  die  das  beste  Recht 
hatten,  sollten  bleiben  bei  dem  Lnde'. 

Doch  der  König  war  nodi  anf  ndere  Weise  Aüig: 
Sein  Bruder  Gerhard  und  dänische  Riridisräthe  wwra  au 
Rendsburg  anwesend,  und  während  man  die  befreuiiditan 
LBbeAer  und  die  nah  verbundenen  lanriiurger,  die  doch 
ausdrückKidi  geladen  wak^n,  von  den  Besprecknhgen  fion 
hiail^  wurde  heimlich  mit  jenen  ▼erhandelt  Cbistlan^  Kess 
.es  an  Vw^rechungen  nicht  fdden.  Nehme  mjui  fite  Mm 
Landesberm,  so  wolle  er  sich  mit  seinen  Brüdern  ^o  Ter- 
halten,  dass  sie  mit  ihm  zufrieden  sein  soHten,  andi  mH 
Griaf  Otto  sich  fi^eundlich  vergleichen;  und  könne  mit  die- 
sem kein  gütliches  Attommen  erreicht  worden,  so  waHe 
er  mit  ihm  zu  Rechte  stehen  vor  Prälaten  und  Mannsdiaft. 
Sodann:  der  Adel  solle  die  Schlösser,  die  er  in  Händen 
habe,  zeitlebens  behalten:  wie  aus  den  späteren  Verhält^ 

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■lirieii  klar  wird  ab  fkmi  fito  ifvofge  Sammea  die  Cliii«* 
stMift  den  einzdlMn  in  AuMicht  'Steiite.  Durch  sokhe  Be-* 
gitnsti|fangeny  4«rA'  Geschenke  worden  viele. gewonnen! 

Kitscheidend  aber  wnr  es  dass .  der  König  sich  2a 
wicMgen  urkundlichen  VerBicbeniiigen  verstand  ^  welche 
die  Rechte  des  Landes  und  deir  Stände  wahrten,  befestig« 
tM,  vermehrten. 

Sdion  zu  Rendsborg  hatte  Christian  die  Räthe  des 
Landes  za  sich  nach  Bqien- entboten;  sie  folgt«!,  wie.  .es 
heisst,  weH  sie  hören  wollten  was  des  Königs.  Begehr  sei^ 
IBer  worden  nun  die  Unterhandtnngra  zu  Ende  geführt: 
den  Ständm  wurde  jene  berühmte  Urkonde  ausgestellt 
welche  den  Lnien  eine  Sichemng  gegen  mannigfache 
Gefiriir  gewähren  sollte  und  weldie  die  staatsrechtliche. 
Vereinigung  ders^en  fttr  alle  Zukui^  begrändete.  Da-« 
nische  Bmchöfe  i  und  Reichsräthe  fügten  zur  Bekräftigung 
ihre  Siegd  hinzu  (März  5).  ffier  versprach  der  König  iaidi 
die  Lande  srcher  und  schadlos  zu  hallen  ge^ea  aBe  An«* 
spriüßhe  anderer  Präiend<Niien,  seiner  Bmd&t  oder  der 
Grafeavon  Schauenburg,  ebenso  gegön  atte  welche  Idtnftr 
herrliche  Rechte  geltend  machen  möditen.      . 

Dann  kamen  die  Verträge  mit  den.  eigenjao  Brfldenn 
zum  Abschluss.  Da  Christian  sich  zunächst  auf  seinEib-: 
recht  stützte,  konnte  er  sich  nicht  weigern  die  gleicbeit 
Anq»rfiehe  der  jungem  Geschwistcir,  der  Grafen  Moritz 
und  Gerhard,  anzuerkennen.  Den  Landen,  die.das  Erb** 
redit  in  seiner  Bedeutung  nnerörtert  liessen)  lag  die.Sa^ 
fem;  doch  müsste  ihnen  darum  zuäiun  sein,  dasti  ateiaudb 
gesell  jede  Ansprache  von  dieser  Seile  gesichert  waten. 
In  gegenseitig  ausgetauschten  Urkunden  verziiQhteten  des- 

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btOi  die  beMan  Gtefea  «if  ittb  Baiftte  idi«  ttmmi;  M  dMi 
Bvbe  Hiirxog  Adolfs  mAditdii  Ingtfallen  odMr.aftgduliiAiM 
sein;  «e  yerbanden  itmü  üt.AaMbTfkamg  n  di«  Bi-^ 
idiöfe  Prftlatea  Ritter  Knappen .  SMdle  Butler  GißMälheft 
und  tue  Eidirolmer  der  Laude,  ihretai  Bmier  Ghüiftifai 
die  BeUEguig  m  leisten  r  eise  Urininde  weldie  dieStfinde 
zu  ihrer  Siciierhdt  aufbewahrt  haben.  DaRir  flberfab  der 
Kdnig  den  Moriti  üad  Gerhard  sein  Drittel  an  01deri)nrg 
nd  Terpliehtete  neb  jedem  daraelbeii  40000  rheisisahe 
Gidden  zu  zahlen  (Mftrz  6~9).  AAch  wird  noch  der  lUlgf- 
liohkeit  gedaoht,  dass  dmn  Kttnig  dwch  die  Heeren  ym 
Sehauenburg  od^  sonst  wen  daa  Land  oder  ein  Thal  da»- 
aeiben  nit  den  Zwang  des  Hechtea  abfMrtheüt  «der  ab^ 
genommen  werden  ktane,  und  jene  verpiiolilen  aich.dann 
ftlr  ihren  Aatheil  den  Gtehaden  milzB  tragen» 

Demgenifisa  fand  sdhon  hier  in  Bipen  die  •  WaU  des 
KiMgs  statt.  Der  Bischof  mn  SeUeswig  Terkfindete  mit 
kmter  Stinmie  to&  diam  Kathhawe  zu  Bipen,  me  iieJAäi^ 
sehe  Chronflt  sich  auairAckt^  disss  dcrRath  iKohfiobteinr^ 
se* heissen  die  vereiniglen  Lande  in  dln  UstonaohenBe^ 
richten  der  Zeit  -<**  «m  des  Besten  wOen  ihres  Lndcä  «i 
einem  lerzog  ren»  Schleswig  snd  Grafen  van  Holstein  ge-- 
koren.  hid>e.  den  gnidigeii  Herrn  dM  KOnig  GhristiMi  tm 
DMeniark.  Nicht  Ton  dan  Sohleswigan  besaastea,  toa 
den  HolsMi.  für  sic|i,  sondern  vor  beideü  gemUtiam 
würde  Ihm  die  Henrsdiaft  in  heidan  Landen  ab  etee  im?* 
getrennte  (U>ergid»en.  Auf  ianseibeii  Reohtslitel  s^ttndete 
fäe  sidi  in  beiden:  Landoi:  den!  BiiMunspnteh  wekhem  die 
Wahl  der  Stünde  Ano'kmniung  und  Gdt|n^t  g^t  Avch 
ekien  und  denselben  Act  wurde  eie  wirididh  ms  Laben 


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8M 

gfnifeii,  Dtin  bisoßdinnMI  Aa^^ck  wekhoi  GhnitiU  an 
Schleswig  haben  oder  doeh  behmipten  mochte^  g$b  m 
atf,  am  nil  einem  .nd«m  Reofale  beide  Lande  svge^ 
wianeii;  er  erkannte  ihre  staatsreehlbehe  Vereinigiingi  an; 
indem  er  aus  den  Binder  der  gemeinsamen  VertrelOBg 
die  Herrsdiafk  entgegennahm« 

Es  wmr  der  Rath  des  Liandea  weicher  hier  die  Ent^ 
Scheidung  gab;  Ist  er  schon  unter. dem  letzten  schauen^ 
bnrger  Hehbog  na  groseer  Bedeutnng  herangewachsen^  so 
erseheint  er  jetii  als  die  anerkannte  slindisclie  Vertrelnng 
'des  Landes'  -t**  ein  Aasdrnds;  der  eben  jetzt  filr  die  ver- 
einigten  Herrsdkaften  gebraudit  wird.  Auch  bei  den  frtt«* 
h(tfen  Verhandhnigen  moss  der  Bath  besonders  hörvor^ 
getreten  cfein;  Itir  die  Lfibeoker  Versarnndong  war  er  in 
Rendsburg  sor  Erledigung  der  Sadie  bestimmt.  Wie  in 
Dillemark  der  Retchsrath  die  Wahl  des  Köoifs  in  seine 
Hunde  gebracht  htitte^  wie  aach  in  andern  deutschen  TeIH 
ritorien  .dem  Rathe.  eine  ähailche  Befugniss  aingeräuint 
worden:  ist,  so  nahm  er  hier  dasselbe  in  Anspruch.  Andl 
das  ,kam  sipherMeh  in  Betracht  dasa  nach  dem  Tode  den 
Fte*sten  gerade  dieser  Landrbth  das  Oigian  war  in  dem.  die 
Vereinigitng  der  (lebiete  .ihren  Ansdraek  hat^e.  Derselbe 
handf^  aber  im  Kamen  der  Prä(at3a  «trenger :  Btttcr«* 
s^Aaft  ehrsteer  SMdte  und  Einwohner  den  HeraeglhlHne 
Sehld8lf%  und  der  firafsehäft  Holsleia.  Und  was  davok 
yni  gethm  war  fand  allgemeine  Anerkennung. 
-  Da  Christian  in  das  Land  kam,  empfing  er  die  Hiddiv* 
gpdig  der  Mannen  und  Städte;  zugleich  gab  dr  eine,  neue 
BeMttigung.«nd  Erweitemng  der  verliehenen  Freiheiten  uM 
Redite,  die.^t^pbae  Veibesserang  der  Privilegien^  (April 4, 

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tttt^,  ritleriicUMr;  Jlaml  i»:  Ann  ^SMit  /  ^eWebili^  und  dara 
Mire  ieig>enettr.Ahfien^  diqwi  dass  sie  niditwdllteti  nater-< 
äiiliugp:aeliiKdn  iMnen^:  Muutern  äe  wolkmi  Irsi  iieür^ 
Und  diese  Törgp^scliriebmm  Meke  bitten' die HMttanflBii 
wfg^&sg&i^ta^^4k6iidT  M^j  imd  wudieii'  idlf  W9leii  eigen, 
md>  d«s  imftclitli'^die'  CMeriglceil  dior  Hobten^-tifid-  4ie  V^ 
sotiUig«täielt?iief  DftnMir^  demt  der  Kötfg  tfnd' sei«  ^tlatil 
feMften 'siie^-  mll-G^'  nnd  mit  Ctobe  und  nvi  mandferfei 
Verspr«idliiingen.'<  '-So-  um  ^(fnmUOB  kittete -lywden-^ 
tepblisndet,  «Rd  gaben  preid  diiS'  geiM^e  4a«l  >des  ganze« 
IiMides  uib>kIcAien^Voribe&'Wiilen\  ffier  ist'^Markund 
entschieden  hervörgeUobenv  ^nrelehe  Folgen^  tsAeb  an^daa 
Brdigniss  knüpfen' koiQiten;' fast  sollte  mm  glaid^en,  düii^ 
Likecker  habe,  in . Ae>iJSakunft  j^esehaai  .  .  •  ^-> *  ^^  ' 
;  Daüab  aber  »iHat  iiiRiaiio&iL  Laiid«  weüh  daMüMdUffdrail 
s6lob«/Bfiti««btitti[envil«luaUUe|k  :.Wotal  sabionfi-iawdtf 
bm  nictt  obfieiTnnfer  die  Naohkonunei^  dier>idten  Mlj^neiirn 
bmrger  «jctfen  voti.Av  Henrsabäft  auageSishUaaen« ;  Mab 
diel  BßthtA  fcNid(dei(rYekrdiBi  des  Laades,  vor  allem;.fle(VtR 
sches  We0^  ii9lii:dmts«hcs;;ilecbl)  glaubte!  man  wobl  ge^: 
wahrt.  In  ffies^aa  iSihne  sjoiaht  0U1  JidbteilisriiiQr.Sabfifk- 
stdMer^  derrikhilang^inaehh^rgBariürid^  hat:  fite  bei 
deü:.  Iwietmi^t  .idie  iün  iLahde  ibarrschte.  idassrihe'  hM 
^hfAmixkkAiYeTsamatg'jim  betarahron^'irolltdndifeVicb;«« 
ügmm  mni^Aer  Rtdi>  dw'  Lmdes*  nAti  dem  ehMrttnUgei^ 
Bi8obo{:AsibIi.:v<mLttb<kfc  nid  deki^StÜdtdn  ^xiem  Land» 
beifi^^iHt  gvlem.  Ralfe,  und  ilAri«len  rnid*  der^  VMstbrunf 
en^eganstehien'.  .  So^UMen  aie  ^en  KMg  GbiiatlaA  ge^ 
wftbW,  hfel^  dasa  ler  Ida^iilMid  besilM«  Mke  laTs  a»  Kd»*! 
riig)  s(Nfdiern>ttar.afe  ei»  Hei«o||f'^d  GraE-'-  0er -Sobittt^i 

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km 

tStiltem  racbfle/    Und  >i(arttn)f  sidllfoMt  «r>lib&f  ^MH  dimst 

Seo  graliäg'.  ^   U^n  iAvi»8^  9X^^  iasfc  ^^(rMr<«tf^4v^ 

tfkütiAlcheii^  Yc^stdifeinligfeb  '^Mi  ^irü'^isoMiet'- >Ait0iärt  w<»M 

Kpen  Ulli  Kid  5  dff»  eüMRider  ^r^änzeff  n4  Ihrer  Kraft 
gregensdtig  k«iti^  Abk*!icli  dum  ^Il^nj -g«  HinfiMSdndwd 
60  bestiinnt  gegeben/ wie  sM  wenigen'  Landen  zntheil 
geworden  sind: ,.  tBben  dieeö  f*eiitaet0nn||iM'mnd  der  Ab*^ 
seUuas  einer  Entwickelung  wddte  vor  '2wei  J^hrtoidei^ 
fön  begönnen-  und  hnn^  ^Aerditigs  in  einer  Weise  die  nene^ 
Gefchre»  in  Aussieht  steUlevilff^  Ziel  eriieicbtbatte.ii 
'  Oa^'Uefidil  iett  irereinigleifi  Schleswig  :wd  fioisteiii 
ww#ö»öBJ".  ..  i  ...  • '..:'  :.  (•:.../.;>  ii'i..:...)ti  ir.;// '.;•■•.. 

<  '  *Sief-Mbe«  den  S«nig  ChriMM»;  ^  dr ^^liffn  «eKannte 
«^  ztt^dstähd  Lü.  ddcbnä  AMA  EI^sMz  dass'er  mit-sei-' 
hen  Bnfrdem  4er  nftebste  Erbä<  tfü  '  ^deftf- laHdeit  sei  -^ 
gewählt^  nicht  als  ^ineft  König  von  Mnenlark)  s&niierii 
wegen  Gunst  zu  seiner  Person;  -die'  habe»  Am  gehuUKgt 
ab  ihrem  Herrn;  nicht  als  einem  Könige  Von  1)Meffiarfr^ 
sondern  ds  dem  Henfn  der  genamilen  Landev  tind-^^i^ 
bftetüttmM  fiedhgimgen  4^i^e  die  tf^kund^  eiitbMk.  Hr 
MKMs  Land"  liioiit  Vei»^b<^  ^aüf 'seinid^' K6ider  ^et»  An^ 
gierigen/ "sMdMrh  ^ie  mttWM^ü^t  üMtik  HttsJteobt  behalt 
ien^W  oft  di6  'fl^ri^sehäa  erledig  wifd^  einen  Vöii'is^iilen' 
nttdem<^d^r'%^nnt  detidn*!kei«^  w¥reh  vb^^seMeif <  ainde^ 
ren'BAlen^«  #flilbnf?^--^  An=^as  «letMMecfhtfis»  aWo^die 
Wahr  g'ebünd^ii,  Wie  eb'gerinaiäiöho^  Sitle  ^vo»  jeher  i(W«r;( 

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IM 

4flr.  Söiine»  YOr  4en  ßatfeinitefffn  .yerw«ndUM|-  fiMtgofttMtt 
Ir;4w  Wteifi«  JiBt  «a«b  H?n«K  lii«9iw,v9B  t4ne^g<  dtiDi 
4«tlw  (seMMS  l4»de^,  dMJNilgW»!.' «eitlen,  -fiOts  «kr  «H 

w^rde,  fWi«4wiii  .d«ia«jb#q;,zg  vülifepi^.iuid  «knlieh«  V^rf 
liftlfilisfle .  hake«  w  mdwn  TbRit0ri«K,bfftMlde».  fljw 
trar  M  «QU  Wicktjt^t,  «ml  dM*fl$di^lM  rft«eH  iik  Pto«^ 
tiiAH(..^.iwd'  a«f  diese  Weise  .die,ll&iK^likeijt..^g4beii 
wurde  4i«l  CkitMiMMPiMit  ^tes  Rttgenten,  je:  'Wie  e«  nfita« 
U«b' flcUeii^i.zti,  .whidlen  oder.sHvettaMw.  t-.  Piyrtwf.ber 
«Mit  ritib.$iiUf  nihwe-Bertiitimiig  i»  dee  Mreilm.Ufkwide) 
OnterUiSwe:: der  König  iiw;ei«»ifc'ß9lM':4flK  (KäMif, ?en 
I>iincta*](l>iR«rei  «tMBeitilie  fiivwobMr  i»  1^« die 
freie  Wahl  behalten  denselben  König  xa  einem  QimMg  h4 
C;ffffoflr(W..wKW^  9A4  .4MP  ßoU  ejf.  Tfri»%l^imi#a,iJ|nen 
al)«;4iwe,rr{|ilBgifl9,«s  bM(«tl«?ii;  ivvill-firitfMt^iüfl^ 

so.  {i«)i}en,  4w  jiivniihnw;  onri^rptKtitflfti  sfw  #i»^n,^n 
wlH«ft»  spj||m:4iwi  *flr  «iiw«i  4er.,i9*<*j!te)i  firbwi  ,49g 
KOg««,  «tn  ;i^i«  .Hi9xrn  .:«r7#li)«en:f  i<)«4¥^  «•*;•#«», Ver- 
pflif^Mwribwo^er  WAi .  mMchfit  4iiH^^  ,rfi.,in^c}fi*r 

4Mtig0R  üimft!fit.)>iHI#lw#)^ti4fßSrdA4fpf(M,e^ff  ^^yf^. 
es:Dbw;«ug|<«eh.'di#,|l^npwg  if^ßfUfk  f}mi<  «IMlff^i/BtRrft 

sc«t<in  .znin.K4wir  k«ndevm'$fAifiL  ^9  ?fii9nm^\<m:.m^. 
inen  wdJhm.^AffeiMM'  :4i«  JJY«h}iyiill^|^i  «p,  npKpliffi,.  .4^ 
anfl.iden. imdirotteihm .W;ei49»^kaiiA ,90,  iwtiieti4ii«n<  .Mm 
mOf^mn'Himrikea,  4m  sie-i«(4lffiw  gficuiwifpqm 

^«Mnng»,i«|i«ib,ilM;,:)Ge|egiMI:s4|ni§atMV  .min^M^^'ftfi^ 

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40K 

Wtid'  des  eimagm  SffiUmf  füte  lienilPallU^ehöHger  BMä-^ 
tigung  der  Freiheiten^  zur  Pflicht  machen  soltenl.w^^  Djoi 
Gvwthhei'hat  ibrigwä  dte^Lcfaie  vmv  deh .  Ldadierm 
na  tordera  unA  za  cmpftagen  und  rä.'tkutf  .wie  sidi  au 
Bedrt  gebttin.  An  eUe  weitete  'Sinwirkiag  ders^b«n 
wird  nicht  gedacht!.  ' 

Die  erate  Bedaagung  ftr  iltti  neuen HerfBäberi  i6t:.4aB8 
Wj  um  die  Lände  beiMmdig'  am  Frieden  zu  halten,  4>9il 
«AratlieMn  GlaiAen  6o«esdierirf  und  Rechtfbrtigkeit  .tn'u 
halte,  '  erhalten  'hpse,  besohimaer,  nidtthränke,  sondern 
mehre  haoh  aeinem  Vermügenj. 

VeAAeft  und:  beäütlgt  wenUh  im  dlgetteinen  jedem 
ESnwotaei' der  Ldnd^  GdcMkifin  tmd  WAtUolienv  lUtta^ 
adiaft  ,nnd  Städteii<  ^  genannt  #eifdeni  Mas  dem  :H|praeg«* 
thbai  SohMa#ig  ilanAiong  Hädorsleben^  MsfioHtei^  Hhm^ 
hsif  Kiel  Jtmhb«  ileitddb^gy  irad  Undngefi^  iaiU 

dem  Stidten^  kteiAen  iaid  gi^oaaeii  -r^y  ihrbi>  Binmjhneviij 
den  £anfleuleff:uild  Raiiienacln,  -ihrS'  MyiWiJIcb  KriBiliei« 
ten  nlid  Rechte;  «lEd  ehrMobta.  Sitten  und 'flewatahaia 
ten  der  Lande:  aHe  sollen  \)iAA\  geUteeni  i&idihiaohiriB* 
und  jedem  der*  es  verlangt  emelbesoiiddre.Ve^ 
giagebeh  werden.  Aber  arge  iMta« j  die  •  wSHc»»  dot»  und 
hiaht'miehe^f  sind  nach  Vermögen  zil  beaelllreKf-^M  Ahidi 
deq  LüAiecke^n  weDrden  Ihre  FreifaeMeh  wie  in  ittn.Bolted 
Heizef  Adalfa  dnft  aito  PrivUbgled  ilrelche  sie^  tadkfeiK  nrO*^ 
gen  bestätigt;:'  '    .  ••)!   r  •:•  ••, 

Keiner  im*LaiMk^  WdUloher  bdtvfiUistpiter/isitllich- 
ti^iMA  ütsßb  mi  'dienen  odeih  EiOSß  ia  laialte  lmisse#}iaIB 
Lnndei.  '^  üeknand  khrni  in  Sadidn ;  weKiirVLaib ,  «nd 
CHitbefreSihi  vor  dep  KMg  2u  Bfeaktgilnden  werden: 


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406 

soiHtom  jeder  soll  stin  Seoht  mdbett  hiamm  LmAeH'  irü 
iiek  geUliart. 

ChriMtn  hat  Yorsprookeä,  die  Lunte  tadi  aQesi  Ver*< 
mögM  an  fpilem  Friede»:  2«  halleii  «od  dasa  aie  Ueibaii 
ewig  siABmmnä  «ngütheilli: :  -^  Afler  /Orten :  haben  i$inM 
die  Stände  llieflungen  vereinigter  Landb  ata  Undelai  g^ 
aodit,  mootten  difcei  alte  rCM^iefasoheUhihgta  barftditich- 
tigt  oder  n^ue  i^vaifttthriche  TrMnimgen'  mfgeilhirt  wei^ 
den.  Hier  besieht  ea  siiok  i^iok  aehr  mT  beido:  eiaie 
Trennung  der  ibeMenr.  nm  aü  einem  f6litiadwh  KSrp^ 
verbundenen  Lande  und  eine  flieibing  ameriMilb  der  .|fe«- 
meinaameB  fipcisen  '  soltoi  gldoliMladg:  ^er^üki^ .  $ein. 
Jeneä  ala  dto  ITiditigatenalaBkl  int  Vöadetgrafeid^  oM  altt 
mM  apiter  dierHeravbhafl  mehterer  SdhnH  ziiliaaay  \)9kef. 
sugl&iQk  BMioBMingeti  trtf  Wekah^  dM  jltaaMi'eAliiabis 
Einfaeii  aufre^  eahaüeii  a0llten,  liattiNaE  iituBüriaU  pei^ 
alen  Sorge  igetriigen,  daaa  lieücriei«  .Art  von  'Tfltamin^ 
awiaidieii  fichhöwig  «iMtflqlatcfin  diriaiil  hermtgehen^iöge« 
Unt  «ine  aUIdiezv  .verhindctni  nrar  CataristianigeMräkH^  daaa 
äe.auekliilrj&akiiaftlmpht  eiMreiey  wai*.;die  enlfe  Bedinn 
gung;  dea  J'rieddna;am.  IiMidp>  Darum  fügte,  maa  4er  Vwi* 
künde  ifiese  Be6tinlmuig>iaiii/*  welche'  freflioh  an  siebAichIa 
rinderea  aaaif^aeh'  ali^:mi0  die  letzfen  Braigniaae  ba^rfitadiät 
batlett^  dJI»  abep  gIaiokw:«bL ihre  Beddnfeing/ftlr  eiftespä«^ 
ter»  Znliniift  isrlailgl  hat  üiid  die  naili  tioh  vtirgebepa  be^^ 
müht  aus  dem  Rechte  des  Landes  zu  streichen*^    i 

Al}e  Beaarte;  I^oat'  «MarMUl  Scjmk  IKttchmneister 
Vi&gle  und  id^rjg^iolien/  tt>Hei :)Bniwdbner  dieaiei^  Lande 
Umif  die-  SeUftsaer  Bürgen  und  Lähtae^ihn^n  und  keineni 
andern  -^  taUfenolMten  weiden/ spMer  nur  dea  deutsdie 


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iM^r  fuld  SchTj^ibar  *-  gegob^n  werdoa.  Wenn  imi 
König  in  das  Land  kommt^  haben  jene  ihm  l)i&m  zn  be- 
stellen die  ibm  bleiben  soSeii  so  Uinge:  er  das^bslter- 
w^en  wiH.  -r  Wie  lA  dar  Kriegsfolg«  aajaiidjaaQhbier 
die  beiden  Lande:  gegen  däS  ;K9i|i^ch  abgMoUiHift^ni 
aber  unter  neb  yolüte»imen iKltiebgeatelltr  dus  lud^g^atn 
recht  ist  beiden  gemj^insttm;  disr  ScUeßuitiger  fn  Uo]Muk 
und. der  Holsteineir  in  Sddeflwüg  sind  wmejn  ^wigtbprMl 
Leule;  nnd  so  ist  es  iftraUeT  Zvkunft  |;ebU^dn./::Qani«i 
drücld  die  nordelbisdie  £h#oiuhy  die  fl«r  dieses-  Re<4it  ^i» 
belMnderes  G^^chl  legt,  ea  also  nichtig  aoa:;  <fir.selltei 
aüdi  keine  Dienev  oder.  Hofgiednd»  haben  tdn  tieft  PänMiy 
setademer  soBte  hier  deiitoiAe  HdkteakinderiSwiDimisiei 
habom^er  soiltef  andüaUe  Bürgen  in  dcvi  ?Heisogtfcim 
Schleswig  und  in.  d)er  Gn&ebaS  Holstein  aUe.bJMnaimett 
lad  ¥ögte  selten ; Von  irenien  dentariidn:  Jbnnen^f andr.  mit 
kehwji  Milem  rDie.Däneii  soUtdn  dsö  knn^iM'Hsnrr 
sohaft  hriHtt  in  dein  Herzö^tham  nddi  in:  dem  Ladde 
Holstein'.,  Dfi&iaoll  geschehet,  saglr  die  UrkuMo,  «binit 
der  Friede  desto  besser  jgehidtto/lworde«. 
0  Jdde  Fbhdo  ist  utatersagt:  jiedei!  soD  sieh  gtnligel^'las- 
SQ&  am  Reeht.-  Wer  de* /«adem  beraubt ödelr  birenntodet 
irgend  etwas  ja^e^  Limdredii  thilt,  ttber  <de&fdll  mim 
liehlen  nadi  LandTeshl;:  Wird  lüibr  ein  Herr  bielAdei^ 
hässl^ieis  i^l  iandeier  Strile^  Mimvik  doch  d^.  Miiger 
unj.HaitsBWBin  nidht  beraul^  ^iind  breUneni,  ibei  «Stvafo 
das  LanifeiededbrHhes..-  :•'  ''.:^  :    . 

In:  dem^  Heirtfogthwn  sbU  das  Lotboeh  (das  Aktsche 
Im)  geken;  so  weitfesiridit  gej^nen'^die  Arti|üri  der  Pri^ 
vfiegien  ist.     Im  HUÜsUbk  wd  Stbrmarii  UMi  ^wernMob 


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HiMisohes  Redil^  bttl  divM»  «afgeben  «nd  iMA»  iI«i«lM 
Redit  eii^lBt^eii. 

Bii  Gerichtflbfukeit  isl  cmiebit  bei  den  Töglen:  ge« 
seH^lk^  BifidiM  0<dtes  (Sto  nflck  Um  Landrecbl  oder  mit 
FfMiidaehaft  und  niiM  Mit  Gewalt  gewinnen»  DieMhco-e 
66riGiii0gewalt  häbeit  der  Itrogi  in  Sebleswig  «nd  der  Mar- 
göbdl  te  Bototeitt;  nie  sirtlen  oti  des  Jaftreg  Ding  und 
Bedit  btllM  in  im  Geigenden  dee<  Lenieei#o  es  am  niei«« 
üen  Noth  thnt  Sie  eoHen  bei  Geridit'vor  «Bün  Knderit 
Golt  Vor  Angeil  haben  und  licbi  litten ,  iibofern  si^  ihre 
BÜm  Rof  und  Gnt  UA  baben^  däm  sie  nteKt  6«nA  oA^ 
Gabe  ftü  Reeblr  nehmem  Barbin  nprtseen  «ie  1)efidefa  Hei« 
ligen  schworen,  dass  ii^'riobten  Collen  wto  «ie  am  recb^ 
festen  wieeen  «ad  befragen  tonnen  und  l^iiie  Ctnnslodet 
Gabe  ndinien.  Wärden  sie!  eihee  ander»  überführt,  MnE 
sie  strenge  zu  riohtl»J  >  Woiüe  aber  der  König '  sie  vbr^ 
gewütigen^  ad  sind  alte  Rätbe  V»gte  und  Ittlertbnnieri 
gehalten;  nun  uSMi  für  zukünftige  tZeiten^  ihnte!  bäisii»- 
siehen  nid  an  Jhdbn  ihr  ,ReAt'  m  beseUnnen,.  wo  imd 
wann  sie  dazu  au%efonlert  wfanleau 

Alle  Jnhr  A>U  dee  Landesherr  selbst  infvjddem  Lände 
Land^rieU  hdll^  ireifo  er  niehft  gehiAtfert  :iirt,  und  dsrai 
adie  schwmäik  Klagen  hdrea  'und  .aid  am;di  Ralh  der  Rftthe 
dntsdMdea  ^  Es  hM  fweAlgstenh  IheMstreise «diesiribJB 
Bedestungy^  whnii  die  zwMke  prkttilde  iodtaetzty;  dass  die 
Manitedufi  ^ane^Bettfehi  inacbBenihi^YBä^  dieiaaiadffltiHhr«^ 
zogthum  nach  Urnehöved  alle  Jahr/  limnifli  ^lelaiaa  Mesn 
dito  idU^  d4er'  wtea^eiaei  Hilidermig'  IW^  aeibM  (diese 
beöeitigl  ist;  dhseDM.ai)0^Stüohe  .nnd  Sachen  rM  yet$ik^ 
schieden  rwaWii  die:  8itlM-S(MI  nhd  Hhnnschaft  deni)  Jiu 


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4M 

verätadtMen  iäi  ^  '  Eft'  äaü  (Ue  idteh  V^9*Miil»gea 
del*  LAiuto)  w^Qtte  wesentlich  gerichUicto  Bddeutinf  ^Jni« 
beh,  iii  deneli  d)w  dkrdtrigrs  aueh  andepe  Angd^^enn 
hettdD^vertwflddt  ifierden  koameii/  fite  QcMUolite  zeigfl 
d«tf  sie  nlcM'itte  «kbiifem  woreto  üi|d  dai»  danebenian«^ 
d«re  genebiMia  für  beide  Limdai  zlnr:  fiävroKnhitit  wiiv-4 
den.  Ein  llidl  der  Ihaen  «kigi^Miiititfln  iRecbtl»  kaiiar  nur 
miS  isoltlieii  f  eüM  irarden  i«üi. 

Die  Haifitoache  lat:  kdne- Schätzung  oder  Be^  «oH 
gefinrden  werden^  anawr  ton' den.  a^psoai;  ÜHüaen  sod 
Laniten  (Landfaäsen)  der'  Landsahemoi^  oline  WiHm  Zb44 
laaaen  ^  und  einärächtige  'CMtteliiiiign^  afier  >  fiälba!  nd 
ÜMinaolMfl  der:  Ländev  der  igeiMidwn  widlwcUBoheB; -4 
Die  Städte  sind  liier  niclit'  be^todira  gcaannl;:  Idcdl 
wuMem aie^jeittMreddr  vir  #ellBbh«i  Mawsehaftigemflnet, 
adör  die  aflgemabke  Bestdtignog  ilvte  h'erf elia^chten^Redila 
«Bd vFreQieiIep  sii^ecti  die:  utulk  in  dfaiaer/Bediibamgf. 
Waim  Henbg:  Adolf  Bockia  seiseiii  leltiken  Labenqahr  db 
iteinlligüli0  linerBede  Van  em  Mdric  JPfaniiigenTOfet  Jeicai 
UflBtdB  durdiB^terachaft  imd  gataMamenliiMdräckUeli ä^ 
aide  freinrilige  beuaktiqdetoUat^*  so  Innd  ahne  Zweifel  die 
ttirgär  dior Städte  in  dieletite-B«EeioitBiii|geiidMi^w***^ 
Mit  j^dr  BastiBunimg  slaBd.iM:  in  2uawuneidtai|g^' dasi 
Oliilialnta  «bh :  irert^ffialtete  aHe'  SohtildcA  Harfcog  Adolfs 
SB  beiaUan^  idip>iMapfilmieteli  tHldr  ditf  rWiederlcMf r  verrf 
äusserten  Güter  für  sein  Geld  einzulösen/Blvi  aüa  ¥Mr^ 
hriefBBgani  >detteB>ta  !aizB6i!tainc9t  ^  '  Br.'irill  nuch 
ddnK.Lande  mit  dep.ihttftrfiaki  aeineff  Bewon  aa^M»;  FtlA 
«nd  Kinder  kdehi  bferohwerilßhifidlen,  aoaderli  sdw. Zeh^- 
rawi^im  Laade  aüa  etgAen-iBenteii  «liMi^n^  [hiarMi* 


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410 

soUett  racii  tdi«  Sellßss&r  de»  lindes  erlialten  v«pdeii:  sq 
dacs  eine  B^eiug  von  diesett  S0119I  a]]gl»fiei|ien  Lasleii 
eintritt.  Bs  soll  so^  der  Sdiaden  er&etat  worden  den 
diqenigen  taidcb  iMchtw  welche  in  der  Abweienheit  des 
Königs  Yoa  den  Hanptlenten  Aufgeboten  n^rdäii.  —  Dazu 
kommt  die  Zollfiriaiheit  fOr  alles '  ynr^  die  Geaalliohen  oder 
die  Mitglieder  der  Ritteiiielwft  für  itten  eigentin  Gebraudi 
einführen  wollen.  —  Ist  .dies  eiä  Privilegiwa  der  ohera 
Stünde^  aber  audk  fiurt.  das  eilUEige  dessen  dije  Urkunden 
änsdrüdUieh  gedmken^  so  ist  dagegen. taU  ein  allgemei- 
nes Recht  des  Landes  anzuseben,  was  die  mi^ite  der-^ 
selben  hintuftgt:  daas  Christian  upd  seine  Naehkomnen 
keine  ändere  Münze  a^otdnen  dürfen  ds'  zn  Libeiek  .  und 
■aiiiburg^  gn^  uml  gäbe  :ist. '  '     : 

Das  andere  wichtige  Keebt  dar  Landtage  ist)  dase 
ohne  sie,  ^oime  'Zustiväiung  der  Ritbe  und;  geineiifer 
Mamttchaft'y  wie  es  heibst/  kein  lilraeg  angefingen  Iwforit 
den  darf.  U^sprWglieh  war  da  ^Krieg  im  des  HriarieMi 
and  Nutzens  des  Landes  wffloiV  bto^  an  .dboLiBath  «id 
WiUen  der  RMhe  gebunden;  abeir  iffier  ta|(fei»..Terbefl8et 
rüng  hat  diesen  Puiiktc^n  die: 'Spitze! ; 'ihrer  erveftevten 
Zugeständnisse  gesetM^  und  dSnfit  dieUnabbtegigkeit  der 
Lande  gegen  aussen  in  umfafew^er  Weiae  gäwahct.,    .•: 

Dazu    kam  ftar 'den  1  Landtag  die:* ^ahli'dJM^ 
herm^  so  oft  ebi  Wechsel  sieh  sereigDotey  «inii^kr  adge** 
gebeneü' Weise.'''''' -'-•"':  '.:•■••  ^'^ .-:  r-    -i.;" 
<     Die'Kustähmung  des.  MaOiesNlMit  :eiafetttreten^  bei  de^ 
Üba*ti(agungrvon>Gütesn  und^BtsitiiiDgen  tin  dib'tfiimah^ 
tin  des  Landeiheim)    aiaeh>jd«r  .0^  üUer*^ 

kMiipt  beicSlAetAdngeil  dSer  Verpföndungdn;  in  anilare 

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ab  sn  Bmwohner  des  Landes;  bei  Ernenmmg  d«0  Ilvo^ 
Sien' und  Marsditiis;  dann  naok  der  tapfem  Verb^sevung 
bei  der  Em-  Und  Abdetsung  aUer  Aintteate.attf  den  lan<- 
desheonrliehen  Schlösaern.  Derselbe  nimmt  bei  den  Eii^^ 
sdMiduttgen  der  Landtage  eifte  besonders  wiiditige  SM^ 
lung  ein/  nnd  im  königlichen  fieridit  sind  seine  MU^giieder 
die  Beisitzer  odfer  Urtkeiler.  —  Wenn  der  RaUi  mit  dem 
Drost  und  Märschall  in  Abwesenheit  des  Königs  ztom  Nutie^ 
ies  Landes  odinr  einzelner  Gegenden  etwas  geböte^  fost»* 
setzte  Verfiigte  oder  mit  den  Nitf Uam  Frieden  machte^ 
so  soll  es  bis^zur  persönliche ;  Ankunft  des  Landesherra 
Gettung^  haben  und  auch  nachher  dieser  sich  Uraüber  an 
den  Ratt  der  Lendräthe  halten.  Sie  dftrfen  aiich  TerfM*^ 
gen  und  richten  sHe  weldie  hiei^egen  hahdetai;  ebenso, 
wenn  jemand  mit-Gei^alt  die  Lande  beschädigen  wölbe 
Oder  widisr  Ländrecht  Aäte,  die  Uhlcrthänea  versdittmetai 
und  OirnBä  und  i  Arg  abwenden.  SeHffit  Drost'  und  IfKr- 
sdnli^  alleiii'  dtrfen  in  der  Abwtesenheir  und  Ms  zdr  An*« 
künft  dei  Landösiierni  gebieten  was  ihnen  flbr  ^  Land 
ntttziich  däucht  Stirbt  abet  de^  Fürst,  so  sbnd  die  Yögit«! 
welche  die  ScUdsser  und  Stttdte  inne  haben,  wie  sie  die»- 
selben  fsonst  jenem  zu  itreMr;  Bahd  hauen  sdllen,  mm  iik» 
gleicher  Weise  dem  Rath  verpflichtet,  der  sie  dann 'dem- 
jenigen bewähren  isell  welcher  Herir  des  Landds  nach  den 
festgesetzten  Bfestiitaittnfeki  winL>  ,  t! .  •  >■>:  :  '  '  • 
Der  Ralh  ist: slsb  eine  llegidnbgsbefaöMeiwelchejdiMS 
Ftti^en  in  dbn  wichtigsten  Aagdegeilieitbn  .>^ur>  Seit^ 
steht,  in  seiner  Abwesenheit  mit  Drost  und  MhrschaUlsu^ 
sammen  tie  ganze  Leitung  der  Geschifte'  liat,  ndok  istei^ 
nem  Tode  und  bis  zur  Wahl«  des*  mma  Fttsslen  die  HipnM 

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41S 

solulft  giferadaso  Teorwaltet;  wid  «r.  es:  lin/dcü  Tagen  aaeh 
Adolfe  T«id  gethan  hatte.  Dieser  Büh  itt  foit^iUrendfeiti 
AusficlMiBs  der  Süfeäde^  Ghtietiw  lOiust^  tetttrliciL  dea'  aii-p; 
eükenneii  welchen  er  vorfand;  einige  yaa  AdtifSiRMhen  sin^ 
n<!^ek  zwanzig  Jahrö  später Jhfitig.  Was  .die  finwiimitg: 
der  Mitglieder  betariffi,  so  sdieini  sie  dem  Dilost  uaÜMar« 
schall  in  die.  Hände  gegteben  zu  aün.  .I>cnn  es  htissi^ 
doae  Christian  ^diese  ilio  yersehen  wiO  das»  sie  ihren  jStaat 
abhalten  könnra  und  ataeh  d^jeni^en  die  sil»  .za  bieh'fer« 
dern  an  deii  Ralh^.  nich  dem  was  .  er  mit  ikpen^iöbeiieitiH' 
gekeitnlen'..  Doch  kann  hier  Vielleiclit  noch  ein  aiiderec 
Rath,  tersdiieden  Ton  dem  des  Landes  oder  Lanflesiiatvnj 
genümt  tiein.  i  Bestimmter  .Yorordnet  die  z^eitb  Blrkundd, 
dasaf&r  die  AbwTeseidieti  dfes'Kdnigs  zwää'UAaTim\  läi^ 
Bischiilfe  v<A;iScblebwig'  und  Lübeck  and  iüitfitgatQ,  Mfo^ 
a^rraa«  Sohleswig  »ad  Ifühf  a^;  flotekein;  ihtvcdfaiiltchli^ 
w€ftten<aoIlen>aIle;Siichen  an  richten  uAd:zn  ttaraMchie«« 
denr.  SehM  firnber  sAeiat ./d^  d^entüGhii  ihtkiihedl  ate 
tmUf  <]fitgtiedQrfif  bestanden  .tea  haben;  jatritawlrd  brünifii 
aeue?in  .diesiarvZaULftsIgäsetet.^  laber  mff  iBdfu^siartea 
aa^ger(tetet4ie(:ttteftissender!^hd  da  je  und'  iBe'Wohliidtaii 
djieneni  n^o<^hten :  die  i  Setbdüntigkdit; '  dee  Landes  •  m .  gellei! 
Hinedebtiizli  wtahreh.  .^j'.'-  '■  "  •  ;  ':•;;!  .:■■  '^  "<•• '  '  -..' 
:  JHese  ^Veriaisunjir  iiat  sich  das  'Yercdmgto  Schlaatii»s[ 
und  Holstein  bedungen^  da  es  dsjx  enMiCHdeabiingariia 
•aiiteml  iLaadelhertn  ecknb;  i^ie  iatdstdgilitidi*  aaf.  idem 
ViMjangjiNrivilcigiiier  Slla^  (ffiia  isiä  «ichndtimabi  iii.JiHeff 
ReicUenl  jandlTämtGtrieii  *  fandeii^  :  «ad  attnaattloh  ;iti^ '  Uta 
Ritteivchaft  hat  Uäc  [aa&. neue  v^jn^i  sehr.h«tdeiiM»d«fiteI^ 
l«ng!get^nnMt  '  Ahet  dw^  Vc^Msung  iH  dach  ganz  i «in 


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imk^vmdi  AM.  DtelScMsej^ndigb»!  dar  huMe.MA 
im^m:  ümt)  Me.l untrobirii^e  :¥€arbiBd0ii9  sindi  gimrälinl. 
Obit j  Liflifesfajpir. .  iflt  /in  >  ,iän  iliichtigMeil  .piäUäAdiem  Heehteii 
ao' die  fttitwirkRng  ^d^iJaiidsfönele^ifeiMuid^m  •'  Biese  iha^ 
ben  im  WM  ididSf  >B[a(dkfpIgecs.  inhedudb^^desofaenMileii-)' 
d«ii  >6te€iiileeiiliSfy  und  sie:  v^treteii  offieidMir  die^Gasaifimt- 
Ibtit  .dar/ Lände  ;mi  stUn^udeber  LandraiH'eteit  niit  dfnioa«» 
EingebQräela^g^a(MnlQeiIäIl^  höheren  Beamten  ^^d^XRegfeü^ 
rung  vor.  Me  Classen  der  Bevölkerung  sind  in  ihren 
Freiheiten  und  guten  Gewohnheiten  bestätigt.  Für  Frie- 
den und  Sicherung  des  Rechts  sind  umfassende  Bestimmun- 
gen getroffen.  Auch  der  Sorge  um  christlichen  Glauben 
Rechtfertigkeit  und  gute  Sitte  hat  man  nicht  vergessen. 
Wenige  Lande  Europas  hatten  damals  eine  solche  Magna 
Charta  aufzuweisen. 

Holstein,  mag  man  sagen,  hat  für  sich  kaum  etwas 
gewonnen  was  es  nicht  auch  vorher  hatte.  Es  hat  auch 
durch  die  blosse  Gemeinsamkeit  des  Regenten  mit  Däne- 
mark vielleicht  seine  Stellung  zu  Deutschland  gefährdet. 
Aber  es  hat  dies  gethan  um  Schleswigs  vnllen.  Und  für 
dieses  Land  besonders  sind  die  Bestimmungen  dieser  Ur- 
kunden hoch  anzuschlagen.  Die  Unabhängigkeit  gegen 
Dänemark,  die  Verbindung  mit  Holstein  und  dadurch  mit 
dem  übrigen  Deutschland  sind  gesichert  wie  niemals  frü- 
her: nun  erst  hat  das  Herzogthum  die  volle  politische 
Selbständigkeit  gewonnen,  um  dann  gleich  mit  dem  deut- 
schen Nachbarland  die  engste  staatsrechtliche  Vereini- 
gung zu  begründen.  Hier  musste  alles  was  geschah  als 
ein  Fortschritt  auf  der  früher  betretenen  Bahn  erscheinen. 


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411 


Um  tiiit  ScUoswig  t^rbnnden  za  bkAeti,  wiligte  tkMekt 
in  die  Annahme  des  dänisdien  KMigs  zmtk  Landeidiemi^ 
imd  um  jenes  Zugewinnen,  gewährte  wieder  Ghrirtiiii  «koi 
dinischeni  Lehnsfiftrslenthutn  die  Anerkenhong  einer  poli-- 
tischen  Stellung  and  einer  VerfiBssong,  .wie  er  sfeüizU'- 
gestieben  sonst  schwerlioh  bewogen  werden  konnte; 

Wie  aber  diejEie  Ereignisse  der  Abschlnss  nnd  eincor 
reichen  inhaftsroOen  Geschichte ,  sa  roht  änf  ihnen  idie 
gexizd  Zttknnft  des  vereinigten  Schleswig«*  Boletein^ 


.1  ,  i   IJ  '.. 


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Berichtigungen. 


S.  50,  Z.11  lies:  Goischalk.  —  S.  115,  Z.7  y.  u.  füge  hinzu: 
dahin  gehört  OMch  das  '  Vemedinc'  an  der  Stör  um  d,  J,  1253.  — 
S.  134,  Z.  2  V.  ik  lies:  r.  —  S.  172,  Z.  6  v.u.  lies  Johann//.— 
S.278,  Z.26  y.  u.  streiche:  des  Vaters.  —  S.  305,  Z.8  y.  u.  lies: 
tnechlenhurgischen,  —    S.  307,  Z.  5  y.  u.  lies:  Frecleburg. 

Ausserdem  sind  einige  kleinere  Druckyersehen  oder  Ungleich- 
heiten in  der  Schreibung  zu  bemerken.  Es  sollte  heissen:  S.  21, 
Z.  18:  Dänisch;  S.  67,  Z.  11  y.  u.  und  S.  68,  Z.  6  y.  u.:  Mech- 
thUde;  S.  87,  Z.  6  y.  u.:  ^ede^  dritte;  S.  91,  Z.  10  y.  u.:- west/%- 
lischen;  S.  164,  Z.  5:  Emelthorp;  $.  168,  Z.  (0  y.u.:  sind;  wohl; 
S.  190,  Z.  li  'deihi=  S.199,  Z.  10  y.  u.:  Splitt;  S.'2ie,  Z.  1: 
Möl/n;  S.  257,  Z.  2  und  ,im  {plgenden:  Lembeck,  oder  yorher: 
Ltmbeck  (beide  Formen  haben  urkundliche  Beglaubigung);  S.  382, 
Z.  1  y.  u.:  den. 


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g«4nitkt  yi  dpr  Dieteriipl|8c|ben  .Um'y.->-ß'iicBdi:ucker«i. 
(W.  P?.  K*8l»er.)         A  ..    :   ' 


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(Kieler  Linie.) 


Johann  L 
Graf  a.  1239.    f  1263 .  Apr.  20. 


Adolf  y.  Johann  H. 

zu  Segeberg.  zu  Kiel. 

Graf  8. 1263  (1273).   f  1308.      Graf  s.  1263  (1273).   f  c.  132 

mit  Margarethe  Yon  Dinemar 


Christoph  Adolf    "^ 

t  C.1313.  t  1315,  Aag. 


Anmerkung.     In  die  Stammtafel  nm 


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118. 


^Heilwig"^  Magnus  Ladulas 
.^ .    ▼OB  Sohweden. 


Giselbrecht        Adelheid 
iichofr.  Halber-         .,>/■   Wrirh  II 
.d.l324.  tl34y         ;{,S4 


Elisabeth     1.  Johann  I.       2.  Erich 
,^     t.Lanepbarg.      T.Dänemark. 


ne) 


Nicolaus 

Grafs.  1340. 

t  1397. 


Elisabeth 


Heinrich 
.       Bischof  T.  Osnabriiok 
88.    s.  1402,  in  Holstein 
«  s.  1404. 

tl421,  Febr.  10. 


Elisabeth       1.  Albrecht         2.  Erich 
s ^'  Mecklenburg,     y.  Lauenburg. 


vm. 

U404(1427}. 

Dec.  4. 

T.  Hohnstein. 


Oerhard  VH. 

f  1433,  Jnli  24. 

mit  Agnes  y.  Baden. 

2  KiadeiC  f  fruh^ 


Heilwig         Dietrich 

▼on  Oldenburg. 


Christian  Gerhard 

König  s.  1448,  Graf  und 
Herzog  s.  1460. 


Moritz 


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